sfbasar.de

Literatur-Blog

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Evolution. – Menschheitsgeschichten”

Erstellt von Felis Breitendorf am 11. April 2012

“Evolution. – Menschheitsgeschichten”

sfbasar.de-Anthologie Band 7

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Freunde, liebe Besucher und liebe Leser: Heute gibt es wieder einen neuen Beitrag in unserer Anthologie, die nach und nach mit immer weiteren Beiträgen und Kurzgeschichten unserer Autoren gefüllt werden soll, die den Themenschwerpunkt “Evolution. – Menschheitsgeschichten” beinhalten. Dabei geht es nicht so sehr darum in eine bestimmte Kerbe zu hauen, sondern es geht um Vielfalt, darum, was uns diese Themen alles bieten können. “Evolution. – Menschheitsgeschichten” meint Geschichten/Beiträge, die unser Leben als gesamte Menschheit betreffen oder die Entwicklung von einzelnen Menschen, durch die sie verändert, weiterentwickelt oder auch in die Irre gelenkt wurden. Gemeint ist die Entwicklung unserer Art aber nicht nur in technischer oder biologischer Hinsicht, sondern auch in gesellschaftlicher oder politischer Weise ..

Menschheitsgeschichten sind aber auch banale Geschehnisse, die einen Einfluss auf unsere Lebensart und Lebensform beinhalten. Dazu gehören Veränderungen, die in schneller sowie in ganz langsamer Form das Menschsein verändern oder verändert haben. Viele Ideen lassen sich hier verwirklichen, vieles passt dann auch sicherlich in diese Anthologie, von dem man erstmal nicht ausgehen dürfte. Diese Anthologie soll jedenfalls offenstehen für Beiträge, Geschichte, Artikel, Leseproben und auch anderen Formen der Literatur. Dabei sehe ich die Grenzen eher fließend zu anderen Themen. Ich werde also sehr großzügig mit der Beurteilung sein, ob eine Story hier hineinpasst oder vielleicht doch nicht so ganz. Habt Mut und bietet mir Eure Geschichten an, von denen Ihr meint, dass sie das Menschsein betreffen und/oder dass Aspekte der Evolution angesprochen werden, die uns Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ausmachen oder ausmachen werden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Evolution. – Menschheitsgeschichten” sprechen; der neueste Beitrag ist übrigens wieder rot gekennzeichnet:

AUFERSTANDEN (Leseprobe zu:) DER FÜRST DER SKORPIONE – Science Fiction-Roman von Marcus Hammerschmitt

DAS GOLDENE LICHT DES EWIGEN LEBENS – Science-Fiction-Story von Werner Karl

HÖRBUCHBESPRECHUNG: DAS KOMMUNISTISCHE MANIFEST von Karl Marx und Friedrich Engels – Rezension von Irene Salzmann

DAS SPÄTE ERBE DER ROTEN KHMER – ein Science Fiction-Szenarium von Felis Breitendorf

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER BIDJOGOS – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER TUPARI – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

DIE BLASE – eine Fantasy-Kurzgeschichte von Cameo Flush

DIE LOKOMOTIVE (Leseprobe:) Auftrag – Eine Erzählung von Marcus Hammerschmitt

BUCHBESPRECHUNG: DIE NEUEN HERSCHER – von Lyon Sprague de Camp und P. Schuyler Miller – Rezension von Michael Drewniok

NEU - ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Leseprobe aus dem 1. Kapitel des SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

BUCHBESPRECHUNG: ENGLISCHE PASSAGIERE – von Matthew Kneale – Rezension von Michael Drewniok

HERRSCHAFT DER ALTEN – Zukunftsroman von Alfred Bekker (Leseprobe)

MAGIE – Leseprobe von Susan Ott

NEWROPA – Science Fiction Roman von Michael Pick (Leseprobe) (sfb-Preisträger Platz 3 im Storywettbewerb 1/2012)

ZURÜCK AUF ANFANG – Science-Fiction-Story von Werner Karl

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Felis Breitendorf

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (Evolution2.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, Esoterik, Fantasy, Horror, Jugend, Leseprobe, Phantastik, Science Fiction, sfb-Anthologien (Editorials) | 19 Kommentare »

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Träume und Visionen”

Erstellt von Felis Breitendorf am 10. April 2012

“Träume und Visionen”

sfbasar.de-Anthologie Band 4

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Freunde, liebe Besucher und liebe Leser: Heute kann ich Euch wieder zwei zusätzliche Beiträge in unserer Anthologie präsentieren, die den Schwerpunkt “Träume und Visionen” beinhaltet. Dabei geht es nicht so sehr darum in eine bestimmte Kerbe zu hauen, sondern es geht um Viefalt, darum, was uns diese Themen alles bieten können. Visionen und Träume und sogar Tagträume, sind es, die unser Leben tagtäglich begleiten. Und jeder von uns hatte sie bereits einmal, auch wenn man sich vielleicht nicht mehr daran erinnert oder daran erinnert werden möchte. Wie oft haben wir uns vorgestllt, wie es wäre mit dem einen oder anderen Menschen zusammen ein inniges Erlebnis zu teilen oder wie es wäre in einem der tollen Villen zu leben und reich und glücklich sein Leben zu verbringen, wenn man auf der Straße an solchen Objekten vorbeikommt. Es gibt bei Träumen auch den Sekundenschlaf auf der Autobahn, während der Fahrt, wenn der Fahrer mit dem Lenker in der Hand kurz einnickt um sofort wieder zu erwachen. Oft sind das nur wenige Augenblicke, in denen wir ausführliche Erlebnisse in der Traumwelt hatten und die in der Realität dann meist über Leben und Tod entscheiden.

Visionen sind ebenfalls vielfältig und können uns in Gedanken von hoffnungsvollen Dingen schwelgen lassen, aber auch gräßliche Dinge in uns zum Tragen bringen und uns vor Augen führen, was alles so in uns steckt und bisher verborgen blieb. Laßt Euch also nicht einengen, wenn es um diesen Themkomplex geht, schreibt etwas, von dem ihr glaubt, dass es einen Berührungspunkt dazu gibt, so das Euer Werk in diese Anthologie aufgenommen werden sollte. Neben Prosa und Lyrik nehmen wir gerne auch anderweitige Texte mit in diese Ausgabe, wenn sie in irgendeiner Form dazu passen. Nur Mut, und nun greift zur Feder oder Tastatur, denn wir hoffen auf Eure Unterstützung. Von unseren Lesern und Besuchern der Seite hoffen wir auf Feedback, direkt in dem entsprechenden Beiträgen in Form von kurzen Kommentaren oder auch direkt hier in diesem Editoral, das ebenfalls Raum für jede Menge Kommentare bietet. Das wäre wirklich hilfreich nicht nur für die beteiligten Autoren sondern auch für uns als Herausgeber, damit wir uns ein Bild machen können, was warum gewünscht wird und was nicht und warum nicht, was uns bei weiteren Anthologien helfen kann, die richtigen Themen zu finden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Träume und Visionen” sprechen:

AELLO – eine Kurzgeschichte von Simone Wilhelmy (sfb-Preisträger Platz 3 im Storywettbewerb 2/2011)

DAS TRAUMMÄDCHEN – eine phantastische Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

DAS WESEN DES HÜTERS – Eine Science-Fiction-Geschichte von Günther Kurt Lietz (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 4/2011)

DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

DIE DELIKATESSE – eine phantastische Story von Felis Breitendorf

FLIESSEN – eine Kurzgeschichte von Sascha Ladra

NEU = HEILE WELT – eine Science-Fiction-Story von Wilfried Hary

BUCHREZENSION: MENSCHENHAFEN – von John Ajvide Lindqvist – Rezension von Michael Drewniok

BUCHREZENSION: NACHT – von Elena Meloda – Rezension von Irene Salzmann

NEU = SCHWARZE TRÄUME – Eine Science-Fiction-Kurzgeschichte von Michael Bahner

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Felis Breitendorf

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Diskussionen, Präsentation, sfb-Anthologien (Editorials) | 20 Kommentare »

HILFE, ICH WILL MICH DOCH BLOSS ERNÄHREN! – Eine Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 5. April 2012

HILFE, ICH WILL MICH DOCH BLOSS ERNÄHREN!

Eine Kurzgeschichte

von

Felis Breitendorf

Ich hatte mich darauf gefreut. Mir war es gelungen, eine Zuschauerkarte für eine TV-Talksendung zu erhaschen. Es ging um Ernährung, mein Thema.  Als gute Mutter von drei Kindern und einem Mann der aus allen Nähten platzt, muß ich mich darum sorgen. Eingeladen wurden ein Vertreter der Lebensmittelindustrie, der sagt: “Wir Menschen sind noch nie so gut ernährt worden wie heute. Wir hatten zu keiner Zeit dermaßen viele Lebensmittel zur Auswahl und können wegen dieser guten Ernährung wesentlich älter werden als die Menschen zu früheren Zeiten.”

Dagegen steht die Aussage eines Vorsitzenden einer Lebensmittelschutzorganisation: “Die Lebensmittelindustrie lügt und betrügt und macht den Menschen etwas vor. Unsere Ernährung ist nicht die beste aller Zeiten. Die Nahrungsmittelindustrie will uns, vor allem unsere Kinder, eßsüchtig machen, damit ihre Erträge gesichert sind. Die Anzahl der Kinder mit Übergewicht steigt und steigt. Daran sind die Lebensmittel schuld!”

Auf der anderen Seite steht die Aussage eines Arztes und Journalisten, ebenfalls selbsternannter Fachmann für Ernährung: “Das ist alles Blödsinn. Die Kinderfettleibigkeit geht in Deutschland sogar leicht zurück. Und Beweise gibt es weder für noch gegen die Lebensmittel als Ursache. Alle Aussagen haben keinerlei wissenschaftlichen Beweis. Das alles ist nur Mache der Medien!”

Eine bekannte TV-Starköchin und Restaurant-Besitzerin hält dagegen: “Der Bürger hat keine Möglichkeiten mehr an natürliche Lebensmittel zu kommen. Alle Produkte werden mit künstlichen Zusatzstoffen angereichert. Der Geschmack der Verbraucher wird auf die künstlichen Aromen trainiert, so dass er natürliche Lebensmittel nicht mehr als angenehm empfindet. Das passiert bereits mit Kindern, die lieber einen Joghurt mit künstlichem Erdbeergeschmack bevorzugen, als einen neutralem Joghurt mit natürlichen Erdbeeren. Die mit künstlichen Zusätzen versehenen Lebensmittel sind gefährlich für unsere Ernährung!”

Hier widerspricht ein Lebensmittelchemiker, der nicht nur auf Grund seiner Übergewichtigkeit zu schnaufen anfängt, sondern auch, weil man ihn nicht zu Wort kommen lassen will. Als er endlich etwas sagen darf, haut er uns eine Unmenge von Fachbegriffen um die Ohren und antwortet auf die Frage der Moderatorin: “Stimmt es, dass alle diese Lebensmittel mit künstlichen Zusätzen ungesund sind?”

“Natürlich nicht! Alles ist eine Frage der Menge und jeder Mensch sollte das essen worauf er Appetit hat. Der Appetit eines Menschen ist der Regelmechanismus, der uns sagt, was unserer Körper braucht. Die Hysterie der Diätbefürworter ist unbegründet. Schauen sie mich an. Auch ich habe leichtes Übergewicht! Was sie aber wissen sollten: Eine Studie hat ergeben, dass nicht die Menschen mit Untergewicht am längsten leben, sondern die Normalgewichtigen und die mit leichtem Übergewicht.”

Darauf springt eine Buchautorin und Trainerin für Ernährung an und sagt: “Das mit der Selbstregulierung hat vielleicht Jahrtausende funktioniert, doch als die Menschen seßhaft wurden, Lebensmittel anbauten und Tiere züchteten, hat sich das geändert. Von da an hatten sie es nicht mehr nötig, auf die Jagd zu gehen und sich dabei ständig zu bewegen. Seit dem ist die Nahrung, was Energiegehalt, wie Fett und Kohlenhydrate angeht, immer dichter und konzentrierter geworden. Zusammen mit dem einhergehenden Bewegungsmangel unserer heutigen Gesellschaft sind die Lebensmittel nicht mehr zeitgemäß. Wir sollten heute auf leichte Ernährung setzen und uns sehr viel bewegen. Anders geht es nicht.”

Als die Sendung fertig war, drohte mein Hirn zu platzen. Ich war vollgestopft mit Informationen, die widersprüchlicher kaum sein konnten. Was war bloß passiert? Ich hatte mich so darauf gefreut, die Gäste dieser Sendung zu hören. Wann immer eine Talksendung zu diesem Themenkreis im Fernsehen lief und einer der Teilnehmer dieser Runde hier daran beteiligt war, war ich von dessen Meinung beeindruckt. Doch jetzt, wo sie gemeinsam in einer Sendung auftreten, bekämpfen sie sich und machen den anderen auf beleidigende Weise als Dummkopf runter.

Ich bin jetzt derart verunsichert, dass ich mich kaum noch traue, einen Supermarkt zu betreten. Was soll bloß werden? Wie kann ich noch guten Gewissens einkaufen gehen wenn ich nicht mehr weiß, was richtig und was falsch ist? Wer kann mir helfen..?  HILFE!

-Ende-

Copyright 2012 by Felis Breitendorf

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus80-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung des Autors:

Gätjen, Edith
Das geniale Familien-Kochbuch

Unser Wochenplaner: saisonal einkaufen, entspannt kochen und vergnügt essen

Verlag :      TRIAS
ISBN :      978-3-8304-6486-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      17,99 Eur[D] / 18,50 Eur[A] / 25,20 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 15.02.2012
Seiten/Umfang :      ca. 216 S. – 22,0 x 23,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      2. Auflage 08.02.2012

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

Dieses Buch macht Schluss mit dem täglichen Stress: Auf die Frage “Was koche ich heute?” hat der ausführliche Rezeptteil über 360 (!) Rezepte für warme Mahlzeiten, schnelle Snacks, kalte Speisen und Fest-Menüs parat. Auch das “Was kaufe ich ein?” beantwortet der Wochenplaner: Immer aktuell zur Jahreszeit passend. Und immer so ausgewählt, dass Geld und Zeit gespart werden. Doch das Allerbeste ist: Die vorgeschlagenen Gerichte sind supergesund und schmecken superlecker! Die Auszeichnung als “beste Köchin worldwide” ist somit gesichert!

Frisch, saisonal und gesund kochen – hört sich in der Theorie super an! Aber im turbulenten Familienalltag ist das manchmal gar nicht so leicht. Mal gehen die Rezeptideen aus, mal die Zeit – und schon landen wieder die Spaghetti im Topf. Mit diesem Familien-Kochbuch haben Sie die Lösung: Rezeptpläne für jede Woche des Jahres. Fix und fertig geplant, garantiert saisonal und gesund.

- Saisonale Angebote nutzen: Jede Woche steht ein anderes Gemüse oder Obst im Vordergrund – je nachdem, was der Wochenmarkt und der eigene Garten gerade hergeben.

- Zeit sparen mit dem Wochenplan: Ob schnell und preiswert für jeden Tag oder aufwändiger fürs Wochenende – mit der praktischen Einkaufsliste ist immer alles im Haus.

- Für den großen und kleinen Hunger: Sättigende Hauptgerichte und schnelle Kleinigkeiten für Zwischendurch.

- Praktische Kombi-Rezepte: Jede Woche aufeinander abgestimmte Kochideen. Kochen und dabei gleich die nächsten Mahlzeiten vorbereiten.

Edith Gätjen ist Ökotrophologin und Mutter von vier Kindern. Sie arbeitet seit über 25 Jahren im Bereich Säuglings- und Kinderernährung; u. a. ist sie Dozentin an der UGB-Akademie und leitet dort den Ausbildungsbereich für FachberaterInnen für Säuglings und Kinderernährung. Seit 2010 arbeitet sie in der Arbeitsgruppe “Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie” des AID, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens 1 Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, Storys | 12 Kommentare »

ALMAKHAN – Fantasy-Märchen von Felis Breitendorf (NEUE FASSUNG!)

Erstellt von Felis Breitendorf am 6. November 2011

A L M A K H A N


Fantasy-Märchen

von

Felis Breitendorf

PROLOG
Der Reiter erscheint am Horizont, eilt, eine staubige Fontäne hinter sich herziehend, noch ein ganzes Stück weiter, ändert schliesslich seine Richtung und reitet nun direkt, seine Geschwindigkeit einen Hauch langsamer, auf die Mauern der Stadt zu, die mit ihren hohen, zwiebeldächernen Türmen über diese hinaus schauen.

An dem grossen Holztor steigt er von seinem Reittier, zieht einen Lederbeutel unter seinen Umhängen hervor und schreitet selbstsicher auf die behelmten und mit langen Speeren bewaffneten Wächter zu. Eine kurze Debatte, ein Griff in den Beutel – einige zinnfarbene Münzen wechseln den Besitzer – und dem Fremden wird Einzug in Stadt gewährt.

Jenseit der Mauern begann eine völlig andere Welt; eine Welt voller Farben, Gerüche und Laute.

Stimmengewirr mischte sich mit den Hufschlägen der Reittiere und dem Trommeln und Rasseln der Schausteller, die mit den leiernden Klängen ihrer Seiteninstrumente und ihren auf- und abschwellenden Gesängen die anmutigen, jungen Tänzerinnen bei ihren Hüfttänzen begleiteten. Der Fremde schritt lässig zwischen den mit Zelttüchern bespannten Verkaufsständen hindurch, sein Tier am Zaumzeug hinter sich herführend. Er roch die Düfte der feilgebotenen Speisen und Getränke und hatte manches Mal merkliche Schwierigkeiten, sich seinen Weg durch die Menge der Menschen und der aufdringlich schreienden Händler zu bahnen. Nur wenn der Wind sich drehte, veränderte sich auch die Form der Hintergrundgeräusche: das Stimmengewirr wurde faserig und manchmal schwamm, ganz undeutlich, fast schon an der Grenze des Hörbaren, kicherndes Frauengelächter an sein Ohr.

Eilig zog er seine Umhänge wieder etwas dichter vor sein Gesicht und machte sich auf die Suche nach einer Unterkunft.

1.
Die Herberge war einfach, aber relativ sauber, und sie hatte einen Stall, wo man sich um die nötige Pflege seines Tieres kümmerte.

Der Fremde ass eilig eine heisse, scharfe Suppe, die man ihm in dem Wirtsraum, zusammen mit einem Stück Brot und einem kräftigen roten Wein auf einem der hölzernen Tische serviert hatte. Nachdem er fertig war und bezahlt hatte, ging er auf sein Zimmer.

Aus einem seiner mitgebrachten Säcke holt er eine kleine, mit einer Messingschliesse versehene Schmuckschatulle hervor.

Vorsichtig öffnet er sie und entnimmt ihr einen silberfarbenen Ring, der einen blauen, funkelnden Stein in einer silbernen Fassung trägt. Hastig streift er ihn über den Finger, und nachdem er die kleine Truhe hinter einem lockeren Ziegel in der Wand versteckt hat, verlässt er seine Unterkunft wieder.

Der Tempel lag in der Nähe des Herrscherhauses und hatte immense Ausmasse, und doch war er nicht so gewaltig, wie das Herrscherhaus selbst, das mit seinen säulenrunden, gewaltigen Türmen – zwischen denen sich eine ganze Reihe hoher Gebäude zwängten – mehr Platz als alle anderen Gebäude innerhalb der Stadtmauern beanspruchte und einen bedrohlichen Anblick von Stärke ausstrahlte. Der Tempel zeigte dagegen eher einen Anblick der Erhabenheit. Die schlichte Bauweise, die in nur einer einzigen grossen Gebetshalle zum Ausdruck kam, verbarg den grössten, den eigentlichen Teil dieser Kultstätte, die sich noch viele Längen unter der Erde fortsetzte und in gewaltigen Arsenalen vieler kleinerer und grösserer Kellerräume und Verliesse mündete. Hier war das eigentliche Machtzentrum der Stadt; doch davon wussten nur die wenigsten, nicht einmal das Herrscherhaus selbst.

Eilig steigt der Fremde die wenigen Stufen des Tempels empor, wo er bereits von einem Tempeldiener, der mit einer dunklen Kutte mit Kapuze bekleidet ist, erwartet wird und der ihn wortlos in die Tiefe der modrig-tümpelhaft riechenden Schwärze führt. Nur die wenigen, brennenden Fackeln, die in Halterungen an den Wänden hängen, beleuchten die düstere Szenerie.

Der Tempeldiener führt den Fremden in einen kleinen Raum, der nur mit einem einfachen Holztisch und zwei Schemeln ausgestattet ist. Auf dem wackeligen Tisch steht eine dicke Kerze, die den gesamten Raum beleuchtet und einen nach Honig riechenden Duft verströmt; ein Fenster gibt es hier unten, unter der Erde, nicht. Als die knarrende Holztür sich ein weiteres Mal öffnet, dreht sich der Fremde um. Vor ihm steht eine in seidenen Umhängen gekleidete Gestalt. Die weichen runden Formen ihrer Figur zeichnen sich nur undeutlich unter ihrem Gewand hervor. Als sie den Schleier vor ihrem Gesicht lüftet, entfährt dem Fremden ein Laut der Verwunderung: – Er blickt… – in sein eigenes Gesicht! – Nicht ganz: Nur um den Hauch der Weiblichkeit weicher – in das Gesiht seiner Zwillingsschwester. Sie schaut zu ihm auf, und ein Lächeln des Verstehens entsteigt ihren braunen Augen, trifft ihn tief im Innersten und rüttelt bebend an den längst verlorengeglaubten Erinnerungen seiner Kindheit.

Voller Traurigkeit der vergessenen Jahre, hebt er seine rechte Hand mit dem Ring, der darauf schwachblau zu glimmen anfängt.

Auch an ihrer Rechten, die sie zaghaft, fast anmutig erhebt, befindet sich ein Ring: Er ist von goldener Farbe und trägt einen roten Stein in einer goldenen Fassung. Als das Glimmen des blauen Steines immer stärker wird, fängt auch der rote Stein zu glühen an.

2.
Die Strahlen der beiden Steine spiegeln sich in den Gesichtern der Geschwister wider, wirbeln in dem kleinen Raum umher und verdrängen nach und nach das gelblich matte Flackern der Kerze. Immer stärker vermischen sich die blauen und roten Strahlen, bis das grelle Licht mit einem mal mehrfarbig erscheint und alle weiteren Konturen im Raum auszulöschen beginnt… Alles wird zu Helligkeit, die sich immer weiter auf ein Zentrum hin, zu einer gelben leuchtenden Scheibe verdichtet…

...Schützend, die flache Hand über seine Augen haltend, konnte er wieder ihre Konturen erkennen: Mutter Sonne stand hoch am Himmel. Erst als er seinen Blick von ihr abwandte, merkte er, dass Ashne, seine Zwillingsschwester, nach ihm rief:

…Baldar!, komm’ her! Ich möchte, dass du dir das anschaust…!

Er drehte sich um und schaute zu seiner kleinen Schwester hinauf. Sie sass auf einem der Äste des grossen Milonienbaumes und stocherte mit einem Stock in einem Astloch herum. Geschickt zog er sich an einem der tiefergelegenen Äste hoch. Schon wurde er von ihr mit einer Aufgabe in Beschlag genommen:

Baldar, wir brauchen einen längeren Ast! Ich kann mit diesem hier nichts ausrichten!

Er schenkte ihr ein Lächeln, das sie aber nicht bemerkte, da sie ihre Bemühungen noch immer fortsetzte, obwohl es doch offensichtlich sinnlos schien.

So ist Ashne eben. – Nie gibt sie auf oder sieht etwas Unmögliches ein, dachte Baldar und hangelte sich einige Äste höher in das Blätterreich hinein. Krachend brach er einen der dickeren morschen Äste ab…

Als er diesen seiner Schwester reichte, sah sie ihn nur kurz, doch mit glänzenden Augen an.

Sie hatte hochrote Backen und schien wieder einmal etwas entdeckt zu haben, von dem sie ganz und gar eingenommen wurde…

…warte nur Bruder, gleich wirst du sehen, dass sich meine Hartnäckigkeit gelohnt hat; wir werden sicher einen Schatz oder etwas ähnliches finden…

Baldar, mehr mit den Füssen auf der Erde und den Sinnen bei praktischeren Dingen, konnte den Phantastereien seiner Schwester nur selten etwas abgewinnen: Ich glaube eher, dass du da in einem Wespennest herumstocherst und wir dafür gleich die schmerzhafte Belohnung bekommen werden!

Ach Bruder, dass du immer so trampelherzig sein und mir den Spass verderben musst!

Baldar wollte seiner Schwester gerade etwas darauf erwidern, als sich der dicke Ast mit dem Ashne in dem Loch herumstocherte, plötzlich selbständig machte und wie wild zu wackeln anfing, so dass Ashne einen erschreckten Schrei von sich gab und sich ängstlich an ihren Bruder klammerte, der nun ebenfalls mit aufgerissenen Augen auf dieses merkwürdige Schauspiel starrte…

3.
Der Stock wirbelte immer stärker in dem Loch umher, bis er auf einmal daraus hervorgeschossen kam, an den beiden vorbei durch die Luft flog und irgendwo nach unten verschwand. Das Loch indessen hatte sich auf merkwürdige Weise verändert: – Es sah nun gar nicht mehr wie ein grosses Astloch oder wie der Eingang eines Bienen- oder Wespennestes aus. – Viel eher schon wie ein merkwürdiges ledriges Gebilde, das irgendwie zu atmen schien; so als würde es selbst leben. Und tatsächlich bewegten sich da die schwulstigen Ränder des Loches und formten – wie die Lippen eines Mundes – einige Laute oder Wörter. Ashne und Baldar lauschten beide mit aufgerissenen Augen und Mündern…:

…UHHAHH…UUHHHAAHHHH…SOOOO LANGE WAR ICH FORT UND HAB’ GESCHLAFEN!…WER WAGT ES MICH ZU WECKEN…?

Ashne, die sich eben noch zitternd an ihren Bruder geklammert hatte, wandte sich – fast schon wieder frech – erneut dem merkwürdigen Loch zu.

Nachdem sie etwas näher daran herangerückt war, veränderte sich der lipprige Baummund erneut: Zuerst schloss er sich, danach verformte er sich auf merkwürdigste Weise und wurde schliesslich zu einem augenlidähnlichen Gebilde, das sich plötzlich hob… -

Ein gewaltiges, blaues Auge kam zum Vorschein und Ashne gab einen erschrockenen Laut von sich, hielt sich aber die rechte Hand vor den Mund und schaute mutig in das riesige Gebilde, das sie müde anschaute und irgendwie abzuschätzen schien. -

Wer bist du?, entfuhr es ihr.

Was bist du?, wollte Baldar wissen.

Da schloss sich das Auge; und als es sich wieder geöffnet hatte, war es wieder zu dem Mund geworden; der ihnen antwortete: OHH, OOHH, IHR KENNT MICH ALSO WIRKLICH NICHT!? HAB’ ICH DENN TATSÄCHLICH SO LANGE GESCHLAFEN…?

Das Mädchen und der Junge schauten sich stumm an, zuckten kurz mit ihren Schultern und verzogen ihre Gesichter zur Geste der Unwissenheit.

NA GUT, ICH WILL EUCH SAGEN, WER ICH BIN!, erklärte ihnen der Mund: ICH BIN NÄMLICH – MUESST IHR WISSEN – `BRADLAKAKA’, DER `BAUMGEIST’ DER FRUEHEREN WÄLDER, DIE SICH HIER EINMAL VOR LANGER, LANGER ZEIT AUF DEN WIESEN UND HUEGELN, BIS WEIT IN DEN NORDEN HIN, ERSTRECKTEN…

Als der Baummund geendet hatte, schloss er sich kurz, worauf das grosse blaue Auge wieder zum Vorschein kam.

Aufgeregt und fast überschäumend vor Begeisterung und Eifer fragte das Mädchen: …und du bist ein richtiger Baumgeist? – Ich dachte immer, so etwas gäbe es nicht wirklich, höchstens im Märchen?!…

Wieder wechselte das Auge zum Mund und sagte: …JA, MEIN KIND, ICH BIN TATSÄCHLICH EIN RICHTIGER BAUMGEIST. FRUEHER WAR ES MEINE AUFGABE, HIER FUER ORDNUNG ZU SORGEN; ABER DAS IST SCHON LANGE, SEHR LANGE HER…!

Wie alt bist du denn eigentlich?, fragte Baldar den sich wieder in das Auge verwandelnden Mund.

OH, SEHR ALT; SO ALT, DASS ICH ES SELBST SOGAR SCHON NICHT MEHR WEISS…

Die Neugierde der Kinder schien unerschöpflich, und so ging das Fragen und Antworten noch sehr lange weiter, bis es schliesslich irgendwann zu dunkeln anfing und Ashne und Baldar nach Hause mussten.

Aber an den folgenden Tagen kamen sie so oft es ging wieder, das heisst, wenn es ihre Zeit erlaubte; denn die beiden Kinder mussten bereits mit auf den Feldern helfen und hatten auch auf dem Hof und im Hause ihre festen Arbeiten zu verrichten.

Schliesslich wurde der Baumgeist zu einer regelmässigen Einrichtung, zu einem festen Bestandteil ihres Lebens, mit dem die Kinder den grössten Teil ihrer freien Zeit verbrachten.

Bradlakaka lehrte sie eine Menge Dinge, doch das meiste davon mussten sie für sich behalten und durften es niemandem erzählen, den anderen Kindern nicht, und vor allem nicht den Erwachsenen.

Schliesslich sollte es ihr Geheimnis bleiben, und so veränderten sich die Beiden und wurden mit der Zeit zu klugen, ideenreichen jungen Menschen.

Eines Tages jedoch, als Ashne und Baldar wieder einmal mit Bradlakaka über alles mögliche gesprochen hatte, erklärte ihnen der Baumgeist, dass er bald schon für immer schlafen werde, da er so müde und eigentlich auch schon viel zu alt sei. Aber zum Abschied wollte er ihnen noch ein Geschenk überreichen.

Und als Bradlakaka seine Zunge aus seinem Mund herausschob, lagen darauf zwei glitzernde Ringe.

Ein goldener mit einem roten Stein in einer goldenen Einfassung und ein silberner mit einem blauen Stein in einer silbernen Einfassung. Beide Steine funkelten geheimnisvoll und überirdisch schön, das Licht der Sonne in allen Farben reflektierend.

4.
Bradlakaka erklärte seinen beiden Zöglingen, dass es sich bei den Geschenken um zwei Magische Ringe handelte. Mit diesen könne man in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft schauen.

Ausserdem verliehen sie ihren Trägern die Eigenschaft, von jedem von dem sie wollten, die Wahrheit zu erfahren und dem anderen das Gefühl zu geben, dass man einer Meinung sei. Zudem würden die Träger – wenn sie irgendwann das 30. Lebensjahr erreicht hatten – nicht mehr weiteraltern. Funktionieren würde das alles aber nur, wenn die Träger Geschwister – Bruder und Schwester – wären. Und auch nur solange, wie sie noch unberührt blieben, das war dafür Bedingung, sozusagen das Opfer.

Die Kinder nahmen die Ringe entgegen und schauten Bradlakaka an, der ihnen einbleute, die Zauberringe nur zu benutzen, wenn sie in Not gerieten, da mit der Verwendung auch ihre Zauberwirkung mit der Zeit immer schwächer und schliesslich irgendwann die geballte Kraft der aufgehaltenen Alterung mit einem Schlage freigesetzt werden würde. Sparsamkeit war also erste Pflicht, und darüberhinaus sowieso ratsam, um nicht aufzufallen.

Baldar und Ashne waren völlig sprachlos.

Nachdem sie sich wieder einigermassen gefasst hatten, versteckten sie auf Geheiss Bradlakakas die Geschenke in ihren ledernen Gürteln.

Traurig schauten sie auf das grosse blauen Auge, das ihnen müde entgegenblickte.

Der Abschied von Bradlakaka war für die Zwei besonders schmerzvoll, und als sie auf dem Nachhauseweg waren, schwiegen sie beide. Keiner von ihnen wollte seine Traür vor dem anderen zeigen, und doch sahen sie beide die Tränen in den Augen des anderen…

Auch die Sonne schien auf einmal traurig, irgendwie fehlte es ihr auf einmal an Glanz. Zudem schien sie heute auch früher untergehen zu wollen als sonst.

So sank sie immer tiefer, wurde rot und breit, und bald schon war sie nur noch ein schwachglimmendes, schwammiges Gebilde am Horizont, das den Kampf um das Schwinden ihrer Form und Helligkeit längst verloren hatte…

5.
…Beide schauen sie noch einmal (als Erwachsene) auf.

Das rote Glimmen löst sich in nichts weiter als in einen schwachen Abdruck der Sehzellen der Augen auf, und langsam senken sich ihre Hände mit den Ringen.

Nachdenklich schreitet er vom Balkon in den Palast zurück, pflückt eine Frucht von den dargebotenen Trauben und schaut sie benommen an.

- Ja, die Macht war es, die sie wohl für immer verbinden würde; die es ihnen verwehrte, ein normales Leben zu leben, zu fühlen und danach zu handeln, wie es den anderen Menschen gestattet war.

Als sie ebenfalls wieder in den Tempel zurückgeht und sich umdreht, sieht er in ihren Augen, dass auch sie die schwere Last ihrer gemeinsamen Bürde zu erdrücken droht und tröstend legt er seinen Arm um ihre Schulter. Seufzend lehnt sie sich an ihn und schaut ihn fragend an. Er kann ihrem Blick nicht lange standhalten. Sie öffnet langsam den Mund und formt die Lippen zu Worten und haucht ihm leise zu:

Das Herrschen habe ich mir damals anders vorgestellt…

Wir sind nicht mehr die Kinder von damals!, flüstert er ihr zu, um sich für den Ausdruck in seinen Augen rechtfertigen zu wollen, und doch ist es eigentlich eine Lüge, denkt er, wenn ich so tue, als könnte ich noch ohne sie leben…

Es sind die Ringe!, hält sie ihm entgegen.

Nein, das weisst du auch! Er schiebt sie ein Stück von sich weg und schaut ihr in die Augen: Ohne die Ringe wäre alles noch viel schlimmer. Wir wären längst tot, erschlagen oder in die Sklaverei verkauft worden. Aber wäre das so schlimm, denkt er bei sich…

Trotzig und böse schaut sie zu ihm auf: Und wäre das wirklich so schlimm…?

Du weisst dass uns die Priester seit langem für diese Aufgabe auserwählt hatten; lange schon bevor wir selbst es wussten.

Aber das ist es ja, was mich so stört. – Vorbestimmt! – Ich möchte lieber selbst entscheiden, was mit meinem Leben geschieht!

Er versteht sie ja. Aber das kann er ihr nicht sagen. Er will wenigstens so tun als wenn er selbst die Kraft noch aufzubringen in der Lage ist, obwohl all das längst auch über seine Kräfte geht. Doch sie Beide haben eine Aufgabe. – Und Verantwortung.

Du musst dich entscheiden! Wenn du willst, dass es dem Volk wieder so schlecht wie damals gehen soll, dann können wir ja abdanken und einem anderen die Aufgabe des Herrschens überantworten.

Du weisst, dass das nicht geht!, faucht sie ihm entgegen: Die Herrschenden können nur durch den Tod aus ihrer Verantwortung entlassen werden!

Dann lass uns fliehen!

Das wird uns ebensowenig helfen. Die Priesterschaft hat ihre Fühler über das ganze Land verteilt. Praktisch überall, in jedem Dorf sind ihre Leute vertreten.

Das ist ja das Schlimme, flüstert er, die wirkliche Macht in diesem Land liegt bei der Priesterschaft…!

Ja!, pflichtet sie ihm bei, Jedoch nicht bei den einzelnen Personen, sondern in ihrer Struktur. Und deshalb sind wir nicht in der Lage – auch mit Hilfe der Ringe nicht – daran zu rütteln.

Wir können die Dinge die in unserer Macht liegen verbessern!

Um als Spielball der Priesterschaft wie ein Steinchen in einem Mosaik zu funktionieren…?

Wir werden die Priesterschaft überleben!

Wenn wir nicht vorher umgebracht werden.

Das ist nun mal das Risiko, wenn man auf der richtigen Seite stehen will.

Welche ist denn die richtige Seite? – Hat der Begriff der Seite für uns nicht längst seine Bedeutung verloren?, denkt sie.

Wir können immer versuchen, die Dinge die in unserer Macht liegen noch ein wenig besser zu machen.

Du meinst, auch wenn wir ewig leben – und auch mit der Kraft der Ringe -, wird es uns doch nie möglich sein, die Welt besser zu machen, sondern, dass wir immer nur dabeistehen und ab und an eine hilfreiche Geste vollführen können?

So drastisch habe ich das eigentlich nicht gemeint. Aber sagen wir mal so: Wir können die Menschen nicht ändern, sondern nur hoffen, dass sie das mit der Zeit selbst tun. Wir können ihnen nur den Weg ein wenig ebnen, mehr nicht…

Sind wir den selbst überhaupt schon so weit? Müssen nicht auch wir uns noch ändern?

Wieder geht er auf sie zu und nimmt sie in die Arme, küsst ihr auf die Stirn, und beide heben sie ihre Hände mit den Zauberringen, von denen bereits ein starkes Leuchten ausgeht…

6.
Die huschenden Gestalten sind in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Ihre schwarzen Gewänder verschlucken das wenige Licht, das der Sternenhimmel, die dünne Sichel des Neumondes und der Dunst der Atmosphäre von sich geben.

Lautlos werden die Palastwachen ausgeschaltet, die vor dem Herrscherhaus patrouillen. Vorbei an den inneren Wachen, über Gemäür, hinter Gebüschen versteckt, dringen die Schwarzgekleideten in den inneren Palasthof ein. Extra für diese Aufgabe ausgebildet, aus den Tiefen unter dem Tempel stammend, dienen sie der Priesterschaft und haben sich dieser Aufgabe verschrieben, mit ihren Fähigkeiten zum Wohle des Ordens alles zu geben, falls nötig sogar ihr eigenes Leben. Unsichtbar, Leise und Tödlich führen sie ihr Handwerk aus, bis zum Äussersten gehend. Als sie endlich vor den Türen des Privatgemachs des Herrschers stehen und alle strategisch wichtigen Schlüsselpositionen des Palastes unter ihre Kontrolle gebracht haben, melden sie den Erfolg an die obere Priesterschaft, die das ganze Schauspiel aus sicherer Entfernung geleitet hat.

Schliesslich treten die Schwarzgekleideten beiseite, bilden eine Art Gasse, die von den äusseren Gemäuern des Palastes bis hin zu den Türen des Privatgemachs des Herrschers von Almakhan reichen.

Zusammen mit den Höchsten der Priesterkaste schreiten Baldar und Ashne umringt von Tempeldienern, die ihnen und den Würdenträgern als menschliche Schutzschilde dienen, auf die schweren Holztüren zu. Doch auch als die Leibgarde des Herrschers von Almakhan ihren Herrn Bescheid geben, dass diesem geboten wird in der grossen Tempelhalle zu erscheinen, ist die Gefahr dieser Situation noch nicht gebannt. Noch immer besteht die Möglichkeit, dass das Volk, die reichen Edelleute und auch die Kämpfertruppen ihrem König beizustehen versuchen. Aus diesem Grund haben sich die beiden Geschwister dazu entschlossen einen Teil des Geheimnisses ihrer Zauberringe zu lüften und daher auch von jeder gesellschaftlichen Gruppe einige Vertreter in die Tempelhalle gebeten.

Schliesslich erscheint auch der Herrscher, jener grosse und starke Mann, der noch immer keine Ahnung davon zu haben scheint, dass seine Richter gerade jene jungen Leute sind, denen er selbst so gut als ihr Elternmörder in Erinnerung geblieben ist. Endlich sind sie am Ziel und können den Mörder zur Verantwortung ziehen, das Volk und die Kaufleute und auch die Truppen auf ihre Seite ziehen, indem sie nichts weiter als die Wahrheit sagen, besser noch: diese Wahrheit zeigen, im richtigen Moment, was vielleicht die Gefahr eines blutigen Gemetzels verringern hilft. Schwester und Bruder sind es, die hier ihr lange entbehrtes Recht einzuklagen versuchen, und zwar ohne Blutvergiessen, auch wenn der Hass den Magen umzudrehen droht und Ashne mit verkrampften Fäusten an den Seiten, den Herrscher mit ihren Blicken in den Boden zu rammen scheint, und auch ihr Bruder (der sonst so kühle und beherrschte Baldar) instinktiv an die Seite seines Gürtels nach seinem Schwert zu fassen versucht. Erst die Stimme des Höchsten Priesters bringt sie zurück, zurück an die Stelle ihrer Vorsehung, zurück zum ruhigen Denken und Handeln, das Ashne unter dem Tempel der Stadt und Baldar in den Gemäürn des Klosters in den Bergen, als Endziel ihrer Ausbildung durch die Priesterschaft erfahren haben und sie befähigt, ihre neue Rolle aufzunehmen…

Beide treten sie in die Mitte der Halle, erheben jeweils ihre rechte Hand, bis die Ringe für alle sichtbar werden. Lautlos beginnen sie ihr Werk: glimmend, dann glühend, leuchtend, bis der ganze Saal vor Helligkeit zu bersten scheint…

7.
…Und wieder verdichtet sich dieses Leuchten zu einer gelben heissen Scheibe, die über einer hügeligen Landschaft – hier und dort von kräftigem Baumwuchs befruchtet – ihre träge Bahn zieht…

Beide lagen sie im Gras, unweit der knorrigen Äste einer ganzen Gruppe von Obstbäumen. Der Junge war inzwischen hochgeschossen, glich kaum noch seinem wesentlich kindlicherem Ebenbild vor wenigen Jahren. Sein Gesicht war eine Maske ständigen Zweifelns, Misstraüns oder vielleicht auch nur die von Traurigkeit. Das Mädchen wirkte lebendiger, war jedoch wesentlich kleiner; aber dafür zeigten sich bei ihr bereits die ersten Anzeichen von weiblicher Reife: die ersten Rundungen an den Hüften, Brüsten und am Po.

Sie diskutierten. Wieder einmal. Leise. Schliesslich durften sie sich nicht verraten. Denn vertrauen konnten sie sich nur gegenseitig…

Ashne blickte zu ihm auf, die Spitze einer wilden Ähre im Mund, die sie mit den Fingern spielerisch hin und her drehte:

Was meinst du Bruderherz, ob es nicht mal langsam an der Zeit wäre die Ringe auszuprobieren…?

Baldar blickte sie nicht an, schaute in eine andere Richtung, warf mit irgendwelchen Steinchen und Holzstücken nach einem von Gräsern umsäumten Holzstumpf eines schon lange gefällten Baumes:

Schwesterchen, du weisst doch, dass wir sie nur im Notfall einsetzen dürfen…!

Du meinst sollen nicht dürfen! Und ausserdem, was ist schon dabei, sie mal auf ihre Wirkung zu testen?; ich meine nur ein Mal, damit wir auch sicher gehen können, ob sie im Notfall auch wirken!

Ach Ashne, du willst doch nur deine Neugierde befriedigen; in Wirklichkeit glaubst du selbst nicht mal an das was du da erzählst. Gib doch einfach offen zu, dass du neugierig bist! Was ist schon dabei?

Dass du immer gleich so hartherzig sein musst, mich immer so hinstellst, als wenn ich hinterlistig wäre!

Das hast du gesagt!

Ich…, doch weiter kam Ashne nicht.

Als sich ihr Blick auf etwas hinter Baldar fixierte, drehte auch er sich um und schaute nach dem, was seine Schwester da wohl erblickt hatte, was so eine starke Wirkung hatte, dass es selbst sie am Weiterreden hinderte!

Zuerst sahen sie nur die Staubwolke; erst danach hörten sie die Geräusche: vereinzelte Hufschläge, das Rauschen der Umhänge im Wind, Menschenstimmen. Aber erst ihr Anblick, – von der kleinen Anhöhe ihres Lieblingsplatzes unentdeckt zu beobachten – rief diese furchtbare Panik in ihnen hervor, die es einem Menschen der von ihr befallen wird, so gut wie unmöglich macht, darauf zu reagieren…

An der Spitze der Reiter sahen sie einen riesigen, athletischen Mann, ganz anders als seine Begleiter in nur wenige Umhänge gehüllt, den muskulösen Oberkörper frei, die Zügel seines braunen Reittiers fest in der Linken – den anderen stets ein Stück voraus…

Die Richtung der Reiterschar war auch für die beiden stillen Beobachter nicht zu leugnen: sie führte geradewegs auf ihren Hof zu!

Ashne sah ihren Bruder an, der aber nickte nur. Sie wussten nun, dass es kein Zufall war, als sie vor wenigen Tagen an ihren Eltern eine Veränderung wahrgenommen hatten: (Die Benachrichtigung war eingetroffen!!) – Die Eltern hatten sich plötzlich viel mehr um sie gekümmert, ihnen mehr Freiheiten gewährt, als sonst… -

Es war also wirklich so – wie der Baumgeist ihnen verheissen hatte: Sie waren auserwählt; sie waren auserwählt, am Hofe des Stadtpalastes von Almakhan die Herrschaft anzutreten. Zuvor jedoch würden sie erst einmal einige Jahre in der Obhut der mitherrschenden Priesterschaft die wichtigsten Dinge für eine solch hohe Stellung erlernen müssen. Natürlich freuten sich die beiden. Doch sie mussten auch an die Warnung des Baumgeistes denken: dass andere Mächte die den selben Anspruch an dieser Herrschaft hegten, sich so leicht nicht geschlagen geben würden, und im ungünstigsten Falle auch vor einem Meuchelmord nicht zurückschrecken würden:

Die Macht über das Land war der Gewinn; dass Leben der Preis…!

8.
Ashne und Baldar waren sich insofern schon sicher: sie würden diese Herrschaft nicht ablehnen, sondern annehmen!

- Beide wollten einiges verändern in diesem Land, was sich so richtig effektiv natürlich nur vom Herrscherhaus aus bewerkstelligen liesse.

Sie erhoben sich rasch und rannten über den wesentlich kürzeren jedoch äusserst steilen Abhang ihres Hügels – der mit einem Pferd kein besonders bequemer Weg war und deshalb auch von den Reitern gemieden wurde – über die angrenzenden Felder zum Hof zurück. Das heisst, das wollten sie eigentlich, bis Baldar auf die Idee verfiel, dem Enthusiasmus seiner Schwester nicht gleich nachzugeben.

Er wollte – wie es ihm fast zur zweiten Natur geworden war – erst einmal misstrauisch an die Sache herangehen, dass bedeutete: von der Rückseite des Hügels aus die auf den Hof zureitenden Männer beobachten, was sicherlich genügend Aufschluss auf ihre Absichten geben würde. Hinunterlaufen konnten sie ja immer noch!

Ashne gefiel das überhaupt nicht! Sie wollte nichts verpassen. – `Dabeisein’ war stets ihre erste Devise…: …und wenn sie ohne uns zurückkehren und uns vielleicht nicht ans Herrscherhaus berufen?!

Doch Baldar liess sich nicht erweichen:

Das glaubst du doch selbst nicht! Du möchtest doch nur deshalb jetzt dort hin, weil du weisst, dass sie alle schauen werden: die Stallburschen, die Mägde, und auch die Nachbarn. Du möchtest im Mittelpunkt stehen und es geniessen! Und das kannst du nicht, wenn sie uns hier oben wegholen, nachdem sie erfahren haben, wo wir sind…

Aber eben dieser Umstand machte ihm selbst so zu schaffen. – Wenn die Fremden tatsächlich erfuhren wo sie waren und nicht die Absicht hatten sie in den Palast zu holen…!

Ashne wollte darauf gerade etwas erwidern, als Baldar sie zum Schweigen brachte, er ihr zu verstehen gab, dass sie sich ducken sollten und anschliessend zum Haus des Hofes deutete…

Die Reiter wurden von den Burschen im Hof empfangen, die den Pferden zuerst aus der Tränke Wasser saufen liessen. Die Mägde hingegen kümmerten sich um den Durst der Männer, denen sie schwere Schläuche mit vergorenem Saft und selbstgebrautem Bier reichten.

Der Anführer des vierzehn Mann starken Trupps war dagegen bereits von seinem Reittier gestiegen und vor Ashnes und Baldars Vater und Mutter – welche noch immer ihre Küchenschürze umgehängt hatte, getreten. Er überragte die Eltern um mindestens zwei Kopfeslängen…

Nachdem er ihnen einige Fragen gestellt hatte, auf die der Vater antwortete und in ihre Richtung zeigte – worauf Ashne und Baldar sich unwillkürlich noch ein wenig tiefer ins Gras duckten – rief er einigen Männern etwas zu, die sofort auf ihre Tiere stiegen und im Galopp vom Hof und in ihre Richtung, das heisst, um den Berg herum, auf sie zuritten…

Anschliessend wurde der Anführer von den Eltern ins Haus gebeten, der mit zwei seiner Gefolgsleute eintrat…

Nach einer Weile, in der die Geschwister gespannt auf den Eingang des Hauses schauten, wandte Ashne sich ängstlich um und schaute sich um. Unwillkürlich rückte sie noch ein Stück näher an ihren Bruder heran, der sie mit einem mitleidigen Blick anschaute, worauf sie kleinlaut und mit leiser Stimme seinen Befürchtungen Auftrieb gab: …Und was machen wir, wenn du tatsächlich recht haben solltest?…

Baldar schaute nachdenklich drein, bis sich sein Blick klärte und er mit fester Stimme vorschlug: Vielleicht sollten wir sofort von hier verschwinden und uns erst einmal woanders verstecken?

Und wenn alles nur Hirngespinste sind und wir tatsächlich in den Palast geholt werden sollen?

…Na, dann macht’s ja wohl auch nichts, wenn wir nicht gleich zu finden sind…

Schliesslich gab Ashne nach: An was für ein Versteck hast du gedacht?

Ich denke wir könnten uns erst einmal in der kleinen Höhle an den Grotten verstecken, bis sich die Lage eindeutig geklärt hat.

Ashne war einverstanden; und gerade in dem Moment als sich die Beiden erheben wollten, da geschah es: – Ashnes Blick fiel wieder auf den Eingang ihres Hauses, gerade in dem Moment als die Tür zu ihrem Haus aufgerissen wurde und der Anführer der Männer mit seinen beiden Männer stürzte, seinen anderen Männern im Hof etwas zurief, die darauf die Burschen und Mägde erbarmungslos niedermetzelten und dabei ein wahres Blutbad zurückliessen, wieder auf ihre Tiere stiegen und im Eiltempo den bereits fortgerittenen Männern folgten…

9.
Ashne und Baldar schauten sich gegenseitig mit weit aufgerissenen Augen an, sofort packten sie sich bei den Händen und stürmten den Abhang ihres Verstecks hinunter.

Als sie schliesslich unten angekommen, durch die Äcker gerannt und wieder auf ihrem Hof waren, fühlten sie sich wie Fremde zwischen all den Toten und dem vielen Blut. Zwar hatten sie beide schon viel Blut bei den Tierschlachtungen gesehen, doch hier war es etwas anderes. Es waren ihre Leute, ihre Mägde und Burschen die hier lagen, mit denen sie vor wenigen Stunden noch gesprochen hatten. Hastig rissen sie die Tür des Haupthauses auf und eilten in die Stube…

Vielleicht hatte das, was sie sahen, sie augenblicklich erwachsen werden lassen, vielleicht war es auch einfach nur der Schock, der sie daran hinderte auf der Stelle zusammenzubrechen und vor sich hinzuschreien und zu heulen, jedenfalls war der Anblick für die beiden so schrecklich, dass sie sich bei den Händen nahmen und sofort aus dem Haus rannten, ihre zwei Tiere sattelten und flugs in Richtung der Grotten ritten…

Schliesslich war es soweit, nachdem sie wortlos die Tiere festgemacht, ein Feür angezündet und einige der Pferdedecken als Unterlage ausgebreitet hatten, holten sie ihre Ringe aus den Gürteln, zogen sie über ihre Finger und hielten sie wortlos in die Höhe, nur beschienen von den flackernden, blakenden Flammen des Feuers…

Die Strahlen der beiden Steine spiegeln sich in den Gesichtern der beiden Geschwister wider, wirbeln in der kleinen Höhle umher und verdrängen nach und nach das gelblich matte Flackern des Feürs. Immer stärker vermischen sich die blaün und roten Strahlen, bis dass das grelle Licht mehrfarbig erscheint und alle weiteren Konturen auszulöschen beginnt…

Alles wird zu Helligkeit, die sich immer weiter auf ein Zentrum hin, zu einer gelben leuchtenden Scheibe verdichtet…

EPILOG
...Der Reiter erscheint am Horizont, eilt, eine staubige Fontäne hinter sich herziehend, noch ein ganzes Stück weiter, ändert schliesslich seine Richtung und reitet nun direkt, seine Geschwindigkeit einen Hauch langsamer, auf die Mauern der Stadt zu, die mit ihren hohen, zwiebeldächernen Türmen über diese hinaus schauen.

An dem grossen Holztor steigt er von seinem Reittier, zieht einen Lederbeutel unter seinen Umhängen hervor und schreitet selbstsicher auf die behelmten und mit langen Speeren bewaffneten Wächter zu. Eine kurze Debatte, ein Griff in den Beutel – einige zinnfarbene Münzen wechseln den Besitzer – und dem Fremden wird Einzug in Stadt gewährt.

Jenseit der Mauern begann eine völlig andere Welt; eine Welt voller Farben, Gerüche und Laute.

Stimmengewirr mischte sich mit den Hufschlägen der Reittiere und dem Trommeln und Rasseln der Schaustellertruppen, die mit den leiernden Klängen ihrer Seiteninstrumente und den auf und abschwellenden Gesängen die anmutigen, jungen Tänzerinnen bei ihren Hüftkreisbewegungen begleiteten. Der Fremde schritt weiter zwischen den aus Zelttüchern bespannten Verkaufsständen, sein Tier am Zaumzeug hinter sich herführend, roch die Düfte der feilgebotenen Speisen und Getränke, und hatte manches Mal merkliche Schwierigkeiten, sich seinen Weg durch die Menge der Menschen und der aufdringlich schreienden Händler zu bahnen. Nur wenn der Wind sich drehte, veränderte sich auch die Form der Hintergrundgeräusche; das Stimmengewirr wurde faserig, und manchmal schwamm ganz undeutlich, fast schon an der Grenze des Hörbaren, kicherndes Frauengelächter an sein Ohr. Eilig zog der Fremde seine Umhänge wieder etwas dichter vor sein Gesicht und machte sich auf die Suche nach einer Unterkunft…

- Ende -

Copyright (C) 1992/2009/2011 by Felis Breitendorf

Bildrechte: Coverillustration “Märchen.jpg” (Originaltitel: nixe01.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Märchen-72-155-100.jpg” (Originaltitel: nixe01.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.


Kaufempfehlung des Autors:

Maier, Uta
Amiga und die Suche nach dem Goldenen Turm

Im Buch blättern

Verlag :      AAVAA Verlag UG
ISBN :      978-3-86254-815-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      11,95 Eur[D] / 12,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 30.08.2011
Seiten/Umfang :      ca. 239 S. – 20,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 18.07.2011
Gewicht :      240 g

Medien :
Leseprobe(PDF)

BESTELLUNGEN WERDEN GERNE ENTGEGENGENOMMEN UND ERHÖHEN DIE PREISGELDER FÜR UNSERE AUTOREN BEI UNSEREM STORYWETTBEWERB – EINFACH HIER KLICKEN:

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

Wem man Einlass in den Goldenen Turm gewährt, wer über seine glänzende Schwelle tritt, der wird nie wieder so sein wie zuvor …

Als ihr Freund Amante sich in die nahe gelegene Stadt Mainstream aufmacht, bricht für Amiga eine Welt zusammen. Ahnt sie doch, dass es in der bunten Prachtstadt nicht mit rechten Dingen zugeht. Entgegen aller Vernunft folgt sie Amante wenige Tage später in die Glitzerwelt, um ihn vor möglichen Gefahren zu retten. Kaum angekommen, trifft sie auf den mysteriösen Jesko, der sie eindringlich vor König Acheloos und seiner schwarzen Wacht, der mächtigen Vigilia, warnt – zu Recht! Denn jeder, der den dunklen Wächtern in die Quere kommt, landet ganz schnell hinter der Pforte der Dunkelheit. Und Amigas sehnsüchtige Suche nach Amante passt ihnen überhaupt nicht.

Doch warum es die Wächter ausgerechnet auf Amiga abgesehen haben und wieso Jesko sie so verzweifelt beschützen möchte, erfährt Amiga erst, als die selbst an der Schwelle des Goldenen Turms angelangt ist. Doch da ist es für sie und Amante schon fast zu spät…

Uta Maier lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern am Rande des sagenumwobenen Odenwalds. Schon in ihrer Kindheit schrieb sie kurze Erzählungen, verlor dieses Hobby aber lange Zeit aus den Augen und stellte sich dem realen Leben.

Erst eine langwierige Erkrankung, die Suche und das Finden von Spiritualität und der Wunsch, andere Menschen mit ihren Geschichten zu berühren, führten sie letztendlich zu ihrer früheren Leidenschaft, dem Schreiben, zurück. So entstand ihr erster Fantasy-Roman „Triklin“, der fantastische und spirituelle Elemente in sich vereint und im Oktober 2011 im Papierfresserchens MTM-Verlag erscheint.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

Abgelegt unter Allgemein, Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, Fantasy, Jugend, Leseprobe, Phantastik, Storys | 4 Kommentare »

KANINCHEN AUF DEM MARS Oder: DIE KORREKTUR DER ARTENDOMINANZ IM SOLSYSTEM – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 18. Oktober 2011

KANINCHEN AUF DEM MARS

Oder:

DIE KORREKTUR DER ARTENDOMINANZ IM SOLSYSTEM

eine Science Fiction-Kurzgeschichte

von

Felis Breitendorf


Ich heiße Ben und bin ein Zwergkaninchen. Ich lebe unter einer riesigen Glaskuppel auf dem  Mars. Bevor die Fremden – die sich selbst die Prodanier nennen -  kamen, war ich noch ein dummes Tier. Jetzt bin ich mehr. Die Fremden haben mich und auch alle anderen meiner Art schlauer gemacht. Sie kamen in gewaltigen Raumschiffstädten und umkreisten unseren Planeten. Sie haben unsere Welt mit einer unbekannten Strahlung bestrichen, worauf alle Menschen und alle Tiere einfach eingeschlafen sind. Anschließend haben sie alle Menschen und Tiere in den Biokonverter geworfen und Blumenerde daraus gemacht. Nur uns Zwergkaninchen haben sie verschont. Von uns gibt es etwa 200-300 pro Kuppel, von denen inzwischen 145 über dem gesamten Planeten verteilt existieren. Demnach leben jetzt ungefähr 40.000 Zwergkaninchen auf dem Mars, viele, viele Wartungs-, Verpflegungs- und Kommunikationsroboter und keine anderen Tiere oder Menschen mehr. Und jede der 145 Kuppeln verfügt über eine eigene Kuppel-KI, die alle Vorgänge und alle Maschinen und Roboter steuert oder kontrolliert.

Die Fremden haben uns erklärt, dass wir nun das Erbe der Erde angetreten hätten, die einzigen intelligenten  Wesen im gesamten Sonnensystem seien, weil sie auch alle Menschen auf der Erde zu Blumenerde gemacht hätten, alle anderen Tiere aber unverändert gelassen haben. Ihrer Meinung nach hätten Menschen Ihre Chance, die man ihnen gegeben hätte, vertan, denn die Prodanier hatten bereits schon einmal das Solsystem besucht und der Menschheit eine letzte Chance gegeben, sich anständig zu verhalten, doch dieser Chance hätten die Menschen nun ein für allemal verspielt, da sie mit den ihnen von der Natur anvertrauten Lebensräumen nicht entsprechend würdig umgegangen wären. Nun würden sich die Tiere und die Pflanzen auf der Erde alle Regionen der Menschheit zurückerobern. Viele Hinterlassenschaften der Menschen haben die Fremden zerstört, die sonst irgendwann für die Tier- und Pflanzenwelt zur Gefahr geworden wären.

Wir Zwergkaninchen waren eigentlich als Spielgefährten für die Menschenkinder auf dem Mars gezüchtet worden, damit die was zum Spielen hatten. Doch nun gab es keine Menschenkinder mehr, denn auch diese waren zu Blumenerde umgewandelt worden und inzwischen von den Robotern untergejätet worden, damit die Kuppeln ausreichend Gemüse für uns bereitstellen konnten.

Alle Jungen, die wir bekommen würden – die Weibchen von uns – hatten dann auch bereits die genetische Veränderung, so dass sie zum Denken fähig wurden. Jedenfalls, wenn sie ein gewisses Alter erreichten. Die Fremden hatten unsere Wartungsroboter so verändert, dass jedem Neugeborenen ein Chip eingepflanzt wurde, so wie auch wir inzwischen einen im Kopf besitzen. Denn trotz der genetischen Veränderung der Fremden war es uns nicht möglich zu sprechen. Aus diesem Grund kommunizieren wir untereinander über ein Netzwerk, alle Zwergkaninchen auf dieser Welt und auch die Roboter und alle Maschinen und KIs, die uns helfen mit unserer Situation besser umgehen zu können. Das alle passiert über unsere Gedanken in virtuellen Räumen. Wir lassen uns über das Netzwerk von jedem, der was weiß in vielen Dingen beraten und schulen und fällen dann gemeinsam mit den Kuppel-KIs die Entscheidungen, welche Aufträge den Wartungs- und Herstellungsrobotern gegeben werden, wenn es um grundlegende Veränderungen geht.

Nachdem die Fremden gesehen haben, dass das alles funktioniert und wir klarkommen werden, haben sie uns mitgeteilt, dass sie nur noch wenige Korrekturen an den KI vornehmen würden, um uns dann in kürze zu verlassen. Ich bin jedenfalls ziemlich gespannt, wie es weitergehen wird. Was aus uns werden wird. Und ob wir wirklich in der Lage sein werden, das Erbe der Menschheit zu schultern! Jetzt freue ich mich aber auf meine frischen Mohrrüben, die mir vom Serviceroboter in einer Schale vor meine Unterkunft gestellt wurde. Lecker, lecker!

-Ende-

Copyright 2011 by Felis Breitendorf


Kaufempfehlung des Autors:


Schmidt, Esther
Spiel- und Wohnideen für Zwergkaninchen

Im Buch blättern

Verlag :      Gräfe u. Unzer
ISBN :      978-3-8338-2208-7
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,99 Eur[D] / 10,30 Eur[A] / 14,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 11.08.2011
Seiten/Umfang :      ca. 80 S. – 21,5 x 16,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      01.09.2011
Aus der Reihe :      Tier aktiv

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

Flinke Hoppler brauchen Bewegungsfreiheit: Die munteren Zwergkaninchen rennen und springen für ihr Leben gern. Grundlage für ein zufriedenes Kaninchenleben ist daher ein abwechslungsreich eingerichtetes Gehege, das den Tieren neben ausreichend Platz auch noch Möglichkeiten zum Buddeln und sich Verstecken bietet. Für die Innenhaltung stellt das Buch ein cleveres Modulsystem, einen Etagenbau für beengte Verhältnisse und multifunktionelles Mobiliar vor und für die Außenhaltung viele pfiffige Einrichtungsideen. Das Zubehör und die Bauten gibt es entweder fertig zu kaufen oder sie lassen sich dank der verständlichen Anleitungen leicht selbst herstellen. Zahlreiche praxiserprobte Solo-, Futter- und Intelligenzspiele sorgen dafür, dass bei Ihren Zwergen garantiert keine Langeweile mehr aufkommt. Und schließlich zeigt ein eigener Abschnitt, wie zwischen Halter und Kaninchen das nötige Vertrauen entsteht, so dass beide viel Freude an gemeinsamen Spielen wie Hürdenspringen und Slalomlauf haben.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, Leseprobe, Nominierungen (sfb), Science Fiction, Storys | 8 Kommentare »

EIN GEWAGTES MANÖVER – DIE FLUCHT VOR DEN ROBOTERN. Leseprobe aus dem Science Fiction-Roman: DAS ÜBERLEBEN, DAS STERBEN UND DER KRIEG (Teil 2) von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 15. August 2011

EIN GEWAGTES MANÖVER – DIE FLUCHT VOR DEN ROBOTERN

Leseprobe aus dem Science Fiction-Roman:

DAS ÜBERLEBEN, DAS STERBEN UND DER KRIEG

(Teil 2)

von

Felis Breitendorf


Frruuggg programmierte zwei der letzten drei Fänger im Rondell seiner Arche um die beiden Verfolger auszulöschen. Frruuggg war das letzte seiner Art. Alle anderen Schiffe seiner Sippe waren von den Jägern der MARTURA-KONDIANZ restlos vernichtet worden. Die beiden Fernlenkgeschosse waren durch eine Tarnkappentechnik vor den Geräten der beiden Jäger, die der Arche immer näher kamen, geschützt. Doch die beiden Roboterschiffe waren nicht völlig hilflos: Sie stießen von Zeit zu Zeit eine Reihe von winzigen Streumienen aus, die sie vor den Fernlenkgeschützen bewahren sollten. In den Zwischenzeiten setzen die Jäger Sonden aus, die die Gefolgschaft ihrer Schlachtschiffe, die in Kürze aus dem Hyperraum austreten würde, auf den neuesten Informationstand bringen würde, so dass die Roboterflotte ihre Jäger ausschwärmen und alles noch vorhandene reptilianische Körperwandlerleben auslöschen würde. Frruuggg wollte daher schnell handeln und gab den bereits auf den Weg zu den Feindschiffen fliegenden Fernlenkgeschossen einige Befehle, damit diese auf Streuminenwolken achten und diese umfliegen würden.

Auf der Anzeige vor ihm konnte er verfolgen, wie die beiden blauen Punkte der Geschosse, den beiden gelben Punkte der Jägerschiffe immer näher kamen, wovon diese nichts mitbekamen. Doch auch die Jägerschiffe kamen der im Raum lediglich mit der Austrittsgeschwindigkeit aus dem Hyperraum versehenden Arche immer näher und setzten nun auch ihrerseits ihr Feuer ein um die Arche zu vernichten. Frruuggg hoffte einfach, dass nun alles klappen würde, es startete sein letztes Fernlenkgeschoß und programmierte dessen Flugbahn so, dass es in einem Bogen fliegend wieder auf die Arche eintreffen und diese zerreißen würde, genau im Moment als auch die Jäger auf die Arche schossen, so dass die Arche kurz vor der Vernichtung der beiden Jäger zerstört werden würde.

Schnell begab sich Frruuggg in die Rettungskapsel, die mittels eines Katapults von der Rückseite der Arche in den Raum geschleudert würde. Das Ganze hatte das Wesen so programmiert, dass dies kurz vor der Zerstörung der Arche passierte und kurz vor der Zerstörung der beiden Jäger. Die Gefahr war einfach zu groß, dass die beiden Jäger kurz vor ihrem Ende noch Datensonden ausschleusen würden, die die Erkenntnis an die noch folgenden Robotterschlachtschiffe weitergaben, das die Arche eine Rettungssonde ausgeschickt hätte mit dem letzten noch existierenden reptilianischen Körperwandlerwesen seiner Art in dieser Galaxis. Frruuggg konnte nun nichts mehr tun, alles war von dem Wesen vorprogrammiert und damit in die Wege geleitet. Es konnte nur noch hoffen, dass sein Plan gelingen würde. Schließlich spürte es einen Ruck durch sein Gefährt gehen, gefolgt von einem noch stärkerem Ruck als die Sonde in den Weltraum im toten Winkel der Jägerschiffe katapultiert wurde und anschließend ein Inferno ausbrach und auf einem der anderen Monitore zu sehen war wie die Arche in Millionen von Stücken zerrissen wurde. Dabei gab es einen ohrenbeteubenden Schlag und einen weiteren harten Ruck in der Sonde, die offenbar von einem der Teile der Arche getroffen worden war. Schnell schaute Frruuggg auf die andere Anzeige in der Rettungssonde und beobachtete wie die zwei Punktepaare der Geschosse und die der Jäger ineinander verschmolzen. Anschliessend verschwanden alle Punkte auf dem Monitor. Mit Sicherheit hatten die Jäger vor ihrem Dahinscheiden noch Datensonden ausgeschickt, doch darauf würde die Rettungssonde nicht zu sehen sein. Mehr Sorgen machte sich Frruuggg um mögliche Beschädigungen der Rettungssonde da diese offenbar von Teilen der Arche getroffen worden war.

Auf dem Monitor der Funktionsanalysen stellte Frruuggg fest, dass das Tarnkappenfeld der Rettungssonde intakt war, dagegen zeigte die Anzeige des Antriebs, dass dort ein nichtreparabler Schaden entstanden war, so dass die Rettungssonde lediglich noch mit den Steuerdüsen zu lenken war aber nicht mehr richtig Fahrt in das Sonnensystem in der Nähe, in dem einige verheißungsvolle Planeten einen gelben Stern umkreisten, aufnehmen konnte. Auf einem anderen Gerät blinkte es plötzlich und Frruuggg mußte mit ansehen, wie die Roboterflotte aus dem Hyperraum austrat und die Lage sondierte, die ausgesandten Datensonden der beiden zuletzt von ihm vernichteten Jägerschiffe aufnahm und diese auswertete. Nun kam es darauf an: War Frruuggg in Sicherheit oder würde man sein Manöver durchschauen? Und wenn die MARTURA-KONDIANZ es aufgreifen würde, würde man es sofort töten oder es in eines der Schlachtschiffe holen und es häuten um mehr über seine Körperwandlerfähigkeiten in Erfahrung bringen? Frruuggg hoffte, dass das nicht passieren würde. Die Alternative war ihm alledings bis zu diesem Moment auch noch nicht klargeworden: würde es den Kältetod erleiden müssen, da der Antrieb seiner Rettungssonde zerstört war? Schließlich blickte das letzte Wesen seiner Art auf den Bildschirm und beobachtete mit Schrecken, wie eines der Roboterschlachtschiffe eilig auf die Rettungskapsel zu kam…

Ende (Teil2)

(wird fortgesetzt!)

Copyright 2011 by Felis Breitendorf


Kaufempfehlung des Autors:

Orths, Markus
Die Tarnkappe

Verlag :      Schöffling
ISBN :      978-3-89561-471-2
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 28,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 21.06.2011
Seiten/Umfang :      224 S.
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      15.02.2011

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

Unsichtbar sein. Sehen können, ohne selber gesehen zu werden. Dinge tun, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen: Jeder hat sich das schon einmal gewünscht.

Simon Bloch, Mitte vierzig, erhält eine solche Chance. Seinen Lebenstraum – Filmkomponist zu werden – hat er längst beerdigt und sich eingenistet in alltäglicher Routine. Da gelangt er vollkommen unerwartet in den Besitz einer seltsamen Kappe. Als er sie aufsetzt, verschwindet er vor seinen eigenen Augen und spürt “ein Knistern, etwas, was tief in ihm geschah und zugleich auf der Oberfläche, ganz so, als kehre sich alles Verborgene nach außen und alles Äußere nach innen”. Blochs Leben gerät aus den Fugen. Zunächst versetzen ihn die neuen Möglichkeiten in einen Rausch. Doch bald werden seine Fragen dringlicher: Wer hat ihm die Tarnkappe zugespielt? Wie funktioniert sie überhaupt? Und: Was macht sie mit ihm? Um das herauszufinden, muss Simon Bloch Dinge tun, die er niemals für möglich gehalten hätte.

Markus Orths verleiht einem faszinierenden literarischen Motiv seinen eigenen mitreißenden Sound. Ein Schwindel erregender, wilder Trip ins Nichts: hinein in das, was wir nicht sehen können – oder nicht sehen wollen.

Markus Orths, 1969 in Viersen geboren, lebt in Karlsruhe. Seine Romane, inzwischen in 14 Sprachen übersetzt, wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem open mike (2000), dem Förderpreis des Marburger Literaturpreises (2003), dem Heinrich-Heine-Stipendium (2006) und dem Sir Walter Scott-Preis (2006). Zuletzt erhielt er das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg (2008), den Telekom-Austria-Preis (2008) in Klagenfurt und den Niederrheinischen Literaturpreis (2009).

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, News, Science Fiction, Storys | 9 Kommentare »

DER LETZTE SEINER ART – VERFOLGT VON ROBOTERN. Leseprobe aus dem Science Fiction-Roman: DAS ÜBERLEBEN, DAS STERBEN UND DER KRIEG (Teil 1) von Felis Breitendorf

Erstellt von Felis Breitendorf am 10. August 2011

DER LETZTE SEINER ART – VERFOLGT VON ROBOTERN

Leseprobe aus dem Science Fiction-Roman:

DAS ÜBERLEBEN, DAS STERBEN UND DER KRIEG

(Teil 1)

von

Felis Breitendorf

Frruuggg programmierte zwei der letzten drei Fänger im Rondell seiner Arche um die beiden Verfolger auszulöschen. Frruuggg war das letzte seiner Art. Alle anderen Schiffe seiner Sippe waren von den Jägern der MARTURA-KONDIANZ restlos vernichtet worden. Die letzten 54 Archen-Schiffe waren über eine spezielle Ringkommunikation mit einander verbunden gewesen. Jedes dieser Schiffe war mit einem Königin-Gestaltwandler-Wesen und seinen unausgeschlüpften Eiern besetzt gewesen, die von der brennenden Heimatwelt Brruugggooos in alle Richtungen geflohen waren, von denen die Schlachtschiffe der MARTURA-KONDIANZ nichts übrig gelassen hatte. Damit wenigstens ein Königin-Wesen einen neuen Staat gründen konnte, irgendwo weit weg auf einem anderen Planeten, hatte man sich getrennt. Jede Arche versuchte sein Glück und glitt in den Hyperraum ein, jedes in eine andere Richtung. Sofort hatten sich Abertausende der Roboterschiffe an die Fersen der fliehenden Archen geheftet und waren diesen gefolgt. Gnadenlos folgten die Maschinenwesen den Reptilien-Körperwandler-Wesen, die sich selbst die BBBRRROGGGRRR nannten. Zwar waren die BBBRRROGGGRRR-Archen weitaus besser bewaffnet, doch die Roboterschiffe waren einfach zahlenmäßig so weit überlegen, dass letztlich jedes der einzelnen Lämpchen auf der Anzeige vor Frruuggg erlosch, was deren Vernichtung bedeutete. Die Fähigkeit der MARTURA-KONDIANZ-Schiffe, anderen Schiffen auch durch den Hyperraum folgen zu können, war dabei zusammen mit ihrer unsagbar hohen Anzahl der Schlüssel für ihren Erfolg.

Frruuggg hatte bislang großes Glück gehabt und nur die Tatsache, dass es aus dem Hyperraum kommend in einen Asteroidenfeld ausgetreten war, hatte sein Überleben möglich gemacht. In diesem Feld hatte es sich verstecken können und schließlich gelang es in den Hyperraum zu flüchten während Tausende von Roboterschiffen das Feld nach der Arche durchsuchten. Doch ein rundes Dutzend der Roboterschiffe hatten Frruuggg rechtzeitig in den Hyperraum folgen können. Nachdem Frruuggg die Arche im Orbit eines roten Riesensterns, der von drei toten Gesteins- und vier riesigen Gasplaneten umkreist wurde, aus dem Hyperraum ausspucken ließ, versteckte es sich in den obersten Schichten eines dieser Gasplaneten und schaffte es so, dass die Roboterschiffe sich trennten und einzeln nach ihm suchten. Bei diesem Versteckspiel war Frruuggg so geschickt vorgegangen, dass es sich die meisten der Jäger vornehmen konnte und diese vernichtete. Zum Schluß waren es nur noch zwei Roboterschiffe, die noch intakt waren. Doch auch Frruugggs Arche hatte einiges abbekommen: die meisten der Kurzstreckengeschütztürme auf der Außenseite der Arche waren beschädigt worden und nur noch eines davon konnte Impulsgeschosse von sich geben, aber leider war das Geschütz nicht mehr wirklich steuerbar. Die Fernlenkgeschosse waren inzwischen auch fast alle aufgebraucht. Da Frruuggg klar war, dass es das Weite suchen mußte, bevor die restlichen Roboterschiffe in dieses System kamen und Frruuggg dann mit Sicherheit vernichtet würden, riskierte das Wesen es, dass die zwei übrig gebliebenen Schiffe im folgten und dabei bis zum erneuten Eintritt in den Hyperraum auf ihn feuern konnten.

Als Frruuggg endlich in den Hyperraum eintrat, in dem die Roboterschiffe nicht mehr auf die Arche feuern konnten, war sie reif für den Schrott und so verfrachtete Frruuggg alles was es noch zusammenraffen konnte in die Rettungskapsel. Dem reptilianischen Körperwandler-Wesen war klar, dass die Arche keinen weiteren Hyperraumeintritt mehr schaffen würde und mit viel Glück würde es den letzten Austritt noch überstehen und Frruuggg könnte mit der Kapsel flüchten, die zwar durch seine Bauweise und dem speziellen Antrieb für die Roboterschiffe nicht zu entdecken war, doch leider auch nicht über einen Hyperraumantrieb verfügte. Aus diesem Grund hatte sich Frruuggg dazu entschlossen den Austritt in der Nähe einer gelben Sonne, die möglicherweise einige Planeten aufwies, die sich als Lebensraum nutzen ließen, stattfinden zu lassen. Einziges Problem waren die letzten zwei Roboterschiffe, die es zu vernichten galt. Und auch die Arche mußte vernichtet werden, damit die später nachfolgenden Roboterschiffe nur noch die Überreste der drei Schiffe finden und sich dann wieder auf den Heimweg machen würden ohne sich um das Sonnensystem in der Nähe zu kümmern. Das ganze mußte so geschehen, dass die beiden letzten Roboterschiffe, die mit Sicherheit Datenbojen ausstoßen würden, die die nachfolgenden, aus dem Hyperraum kommenden Roboterschiffe informieren würden, keinen Verdacht schöpften, den sie den folgenden Schiffen mittels der Bojen übermittelten, so dass diese davon überzeugt waren, dass mit der Vernichtung der Arche, alle Gestaltwandler-Wesen ausgelöscht waren. So galt es zuerst die beiden Jäger zu vernichten und dann auch die Arche. Doch die Arche durfte sich nicht selbst vernichten, dass würden die anderen nachfolgenden Roboterschiffe beim Untersuchen der Reste bemerken, wenn das Schiff von innen heraus explodiert war.

Frruuggg schickte deshalb zwei der letzten drei Fänger im Rondell seiner Fluchtarche in Richtung der beiden Verfolger um diese auszulöschen. Den dritten Fänger wollte Frruuggg dazu verwenden, die Arche selbst abzuschießen und zu vernichten. Kurz vorher wollte Frruuggg mit der Rettungskapsel sich in Sicherheit bringen. Das mußte auf Anhieb klappen denn eine zweite Chance gab es nicht…

Ende (Teil 1)

(wird fortgesetzt!)

Copyright 2011 by Felis Breitendorf


Kaufempfehlung des Autors:

Echsen das Erbe der Drachen 2012

Herausgegeben von Weingarten
Verlag :      KV&H Verlag
ISBN :      978-3-8400-5370-2
Einband :      Spiralbindung
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 19,95 Eur[A] / 35,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      14 S. – 34,5 x 45,0 cm
Produktform :      P: Kalender
Erscheinungsdatum :      05.2011
Gewicht :      528 g

Mit ihren kräftigen Krallen, spitzen Rückenzacken und dem geschuppten Panzer wirken Echsen wie Tiere aus der Urzeit. Der Kalender zeigt gefährliche Komodowarane, Agamen, Leguane und Meerechsen der Galapagosinseln und gewährt einen kleinen Einblick in die große Artenvielfalt der Echsen.

Alle Bilder anschauen und direkt beim Verlag bestellen!

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, Science Fiction, Storys | 6 Kommentare »

DIE LISTE DER GEHASSTEN – ein Gedicht von Felis Breitendorf / Buchtip der Redaktion: Hallgrímur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen.

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. Juni 2010

DIE LISTE DER GEHASSTEN

Ein Gedicht

von

Der Mann wacht auf und wähnt sich in einem Krankenzimmer.

Der Mann sieht, dass er durch Kabel und Schläuche verbunden an einigen Maschinen angeschlossen ist, die plötzlich hektische Geräusche von sich geben.

Der Mann schaut sich in dem Zimmer um und erkennt, dass es sich um ein 2-Bettzimmer handelt.

Der Mann erkennt, dass das Laken des Nachbarbettes unberührt scheint.

…………………………….

Die Tür öffnet sich und eine Krankenschwester erscheint im Zimmer, welche zuerst die Geräte zum Schweigen bringt um anschliessend seine Kissen aufzuschütteln und die Laken glatt zu streichen.

Die Tür öffnet sich erneut und ein wichtig dreinschauender junger Arzt erscheint um ihn zu begrüssen und ihm mit einer kleinen Taschenlampe in die Augen zu leuchten, was schmerzhaft ist.

Die Tür öffnet sich erneut und ein älterer Arzt im weissen Kittel erscheint um ihm zu eröffnet, dass das Glück auf seiner Seite gestanden habe um ihm anschliessend einige Fragen zu stellen, die der Mann allesamt nicht zu beantworten weiss.

Die Tür öffnet sich erneut und eine ihm fremd erscheinende ältere Frau in Strassenkleidung stürzt sich freudestrahlend auf ihn, um ihn mit Küssen zu bedecken und ihn dabei bei einem Namen zu nennen, den er nicht kennt.

…………………………….

Die Verwunderung ist groß als der Mann der  älteren Dame eröffnet, dass er sie nicht kennt.

Die Verwunderung der Ärzte ist groß als der Mann den Ärzten erklärt, dass er sich an keinen Unfall erinnern kann.

Die Verwunderung aller im Zimmer herumstehenden Personen ist groß als der Mann äussert, sich an überhaupt nichts zu erinnern.

Die Verwunderung des Mannes ist groß als er merkt, dass er sich nicht mal an seinen eigenen Namen erinnern kann.

…………………………….

Die Ärzte scheinen nicht zu wissen, was sie jetzt noch tun können, und versichern dem Mann, dass in den allermeisten Fällen irgendwann die Erinnerung zurückkehren würde.

Die ältere Dame verspricht den Ärzten, dass sie sich im Falle einer Entlassung des Patienten um diesen kümmern würde.

Die Schwester weiss nicht recht wie sie jetzt noch nützlich sein kann und verläßt daher das Zimmer.

Der Mann ohne Erinnerung ist stark verunsichert und hofft, dass die Zukunft ihm seine Erinnerungen zurückgeben wird.

…………………………….

Die ältere Dame pflegt den Mann in ihrer Wohnung, bekocht ihn, hilft ihm bei den täglichen Dingen und lächelt ihn ständig dankbar an.

Die ältere Dame erzählt dem Mann alles aus dessen Leben, was die Frau weiß, die sich seine Mutter nennt.

Seine Mutter schafft es, dem Mann ohne Erinnerung ein Gefühl von Sicherheit, Vertrauen und Behaglichkeit zu geben.

Seine Mutter ist hocherfreut und überglücklich als der Mann anfängt, sich an einige Dinge zu erinnern, die er von seiner Mutter vorgetragen bekam.

…………………………….

Als der Mann mit langsam Stück für Stück zurückkehrenden Erinnerungsfetzen von seiner Mutter in seine eigene Wohnung gefahren wird, beschleicht ihn ein eigenartiges Gefühl beim Anblick seines Wohnhauses.

Als der Mann das Treppenhaus betritt, öffnen sich einige Türen und seine Nachbarn, an die er sich nur ganz dunkel erinnert, beglückwünschen ihn, den unverschuldeten Verkehrsunfall so gut überstanden zu haben, bei dem ihn ein Autofahrer umgefahren hatte, als der Mann – damls noch mit allen Erinnerungen – mit dem Fahrrad unterwegs war.

Als der Mann seine Wohnung betritt, kehren weitere Erinnerungen zurück und das eigenartiges Gefühl beim Anblick seines Wohnhauses kehrt zurück, stärker noch als zuvor und evoziert ein Gefühl einer bösen Vorahnung.

…………………………….

Nachdem der Mann sich langsam wieder eingelebt hat und weitere Erinnerungen zurückkehren, bemerkt er eine Erinnerung im hintersten Winkel seines Ichs, die er einfach nicht zu fassen bekommt.

Nachdem ihm einige Nachbarn erklären, dass es in der Nachbarschaft zu einer ganzen Reihe von Todesfällen gekommen war, die von der Polizei nicht aufgeklärt werden konnten, und dass er wohl Glück gehabt habe, genau zu diesem Zeitpunkt seinen Unfall erlitten zu  haben, da es sich bei den Todesopfern allesamt um Feinde des Mannes mit den zurückkehrenden Erinnerungen gehandelt habe, hat der Mann das Gefühl einen Pflock in den Bauch gestossen bekommen zu haben.

Nachdem der Mann sich wieder erinnert wie alles gekommen war und warum die Leute gestorben sind beschleicht ihn jetzt doch ein Gefühl von Schuld und Reue, denn diese Leute kamen durch den Mann mit den zurückgekehrenden Erinnerungen zu Tode.

Nachdem der Mann seine Kontoauszüge durchgeschaut hat, wobei eine immer wiederkehrende grössere Überweisung von ihm bislang immer wieder zurückgebucht wurde, wird ihm jetzt die Tragik der Sache klar, dass er diesmal den Tötungsauftrag seiner Feinde nicht aufhalten könnte, da er sich ja ohne Bewusstsein befand und auch hätte tot sein können, wofür dieser Dauerauftrag eine Versicherung war, dass im Falle seines Todes durch einen seiner Feinde, alle diese durch einen Auftragskiller erledigt werden.


Copyright (C) 2010 by


Buchempfehlung der Redaktion:

Hallgrímur Helgason
Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen

Roman

Übersetzt von Magnusson, Kristof
Verlag :      Tropen-Verlag Label von Klett-Cotta
ISBN :      978-3-608-50108-7
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,90 Eur[D] / 20,50 Eur[A] / 31,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 270 S.
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      3. Aufl. 17.05.2010

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

Eine einzigartige Mischung aus Spannung und Humor:

Es läuft nicht gut für Toxic. Um seiner Verhaftung zu entkommen, muss er einen Mann umbringen und dessen Identität übernehmen. Dummerweise handelt es sich dabei um einen amerikanischen Fernsehprediger … Hallgr¡mur Helgasons neuer Roman ist noch schneller, noch spannender und noch witziger als seine Vorgänger.

Eigentlich ist er Kroate, eigentlich lebt er in New York und eigentlich ist er kein Priester, sondern ein Auftragskiller mit 66 erfolgreich ausgeführten Morden. Doch einmal in Island angekommen, bleibt Toxic nichts anderes übrig, als die Rolle des Predigers zu spielen.

Mehr schlecht als recht absolviert er einen Auftritt in einer TV-Show und verliebt sich auch noch in die Tochter seiner Gastgeber. Bald schon droht er aufzu fliegen … Hallgr¡mur Helgason hat eine schräge Geschichte an den Rändern Europas geschrieben. “Der isländische Sommer ist wie ein Kühlschrank, den man sechs Wochen offen lässt. Das Licht ist die ganze Zeit an und das Gefrierfach taut, aber richtig warm wird es nie.”

Hallgr¡mur Helgason, geboren 1959, Studium der Malerei in München, Paris und New York, mehrere Ausstellungen. Arbeit als Zeichner eine Comic-Serie für eine isländische Zeitung. Danach Veröffentlichungen, auch Bühnenstücke. Sein Roman “101 Reykjav¡k” (auch verfilmt) erhielt 1998 den Nordic Council Prize. Sein Roman “Vom zweifelhaften Vergnügen, tot zu sein” erhielt den Isländischen Literaturpreis sowie den Literaturpreis der Isländischen Buchhändler.Kristof Magnusson, geb. 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und der Universität Reykjavik. Seine Komödien ‘Der totale Kick’ und ‘Männerhort’ wurden in Berlin, Dresden, Köln und Bonn mit …

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln aus unserer Autorenwerkstatt mit unten angehängten Buchtipps zum Thema, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens 1 Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, Hörproben, Klett-Cotta, Lyrik, MP3, Pressemeldungen | 4 Kommentare »

GÖTTERGATTEN – ein Gedicht von Felis Breitendorf

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. April 2010

Göttergatten

Ein Gedicht

von



…………………………….
Göttergatten

…………………………….

Ein Gedicht

von

…………………………….

Viele meiner besten Freunde sind Frauen.
Viele von ihnen sind extrem intelligent.
Viele von diesen Frauen sind furchtbar nett.
Viele von ihnen sind ausgesprochen attraktiv.
Viele meiner besten Freundinnen sind humorvoll.

Sie kommen zu mir, wenn sie jemanden zum Reden brauchen.
Sie kommen zu mir und erzählen aus ihrem Leben.
Sie kommen zu mir und trinken mit mir Tee.
Sie kommen zu mir und schütten mir ihr Herz aus.
Sie kommen zu mir weil sie oft verzweifelt sind.

Ich bin ein ganz normaler Mann, und ich bin nicht schwul.
Ich bin kein Einstein und nicht reich oder prominent.
Ich bin weder schön, noch bin ich hässlich.
Ich bin oft verwundert, weil sie nicht mit ihren Männern sprechen.
Ich bin meistens ziemlich erstaunt, was ich zu Hören bekomme…

Diese Frauen denken, sie haben alles richtig gemacht.
Diese Frauen denken, sie haben das Unglück nicht verdient.
Diese Frauen denken, sie könnten ihre Männer umerziehen.
Diese Frauen merken nicht, was für Männer sie sich aussuchen.
Diese Frauen handeln nicht rational, wenn es um die Wahl ihrer Männer geht.

Sie verstehen nicht, dass man Menschen (und auch Männer) nicht verändern kann.
Sie verstehen nicht, dass Männer kein Spielzeug sind und keine Trophäen.
Sie verstehen nicht, dass Männer nicht wie sie denken wollen und können.
Sie verstehen nicht, dass Männer und Frauen keine Gemeinsamkeiten haben.
Sie verstehen nicht, dass Ihre Wahl von Ihren Instinkten zur Fortpflanzung bestimmt wurde.

Frauen verstehen nicht, dass ihre weibliche Sicht der Dinge nur ihre Sicht ist und nicht die der Männer.
Frauen verstehen nicht, dass Sie es waren, die sich den starken Typ ausgesucht haben, der sie jetzt quer durch die Wohnung prügelt.
Frauen verstehen nicht, dass sie es waren, die sich den erfolgreichen Typ an Land gezogen haben, der sie jetzt ausnutzt.
Frauen verstehen nicht, dass sie nur einem biologischen Plan folgen und keine freie Wahl hatten.
Frauen verstehen nicht, dass es Frauen sind, die ihre kleinen Jungs (ihre Kinder) zu solchen Scheusalen heranziehen, die später genau so werden, wie das, was sie so hassen an diesen Männern…

Copyright (C) 2010 by

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus90-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Buchempfehlung der Redaktion:

Martina Rellin
Göttergatten

Was Männer wirklich über ihre Frauen denken

Im Buch blättern.

Verlag :         Diana HC
ISBN :      978-3-453-29093-8
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,95 Eur[D] / 17,50 Eur[A] / 30,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      288 S. – 20,6 x 13,5 cm
Erscheinungsdatum :      01.02.2010


Leseprobe 1(PDF)

Leseprobe 2(PDF)

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

Schweigen aus Liebe? Was Männer ihren Frauen nie sagen würden. Hier kommt zur Sprache, was Männer denken — und Frauen erfahren endlich, was in Männern wirklich vorgeht.

Wenn’s drauf ankommt, schweigen sie. Männer! Doch das Klischee, sie hätten nur Autos, Fußball und andere Frauen im Kopf, stimmt natürlich nicht. Bestsellerautorin Martina Rellin fragt Männer, was sie wirklich über ihre Frauen denken, was sie nervt und wofür sie sie lieben. Wahre Geschichten über den Ehealltag aus Sicht der Männer: Das ist neu, überraschend und ehrlich!

Männer von heute sind anders als ihre Väter: offener und partnerschaftlicher, daran besteht kein Zweifel. Und doch wissen Frauen oft nicht, was in ihnen vorgeht. Konflikten gehen sie aus dem Weg, Gespräche über Familie und Beziehung sind fast immer mühsam. In diesem Buch brechen Ehemänner ihr Schweigen, sie erzählen freimütig, selbstkritisch und oft ausgesprochen humorvoll. Und es zeigt sich:

Männer schweigen gegenüber ihren Ehefrauen eher aus Bequemlichkeit denn aus mangelnder Liebe. Sie wollen Missverständnisse und Streit vermeiden, wissen aber auch, dass sie oft das Gegenteil erreichen. Diese wahren Geschichten erlauben Frauen einen Blick in die Gefühls- und Erlebenswelt der Männer – und lassen erkennen, dass sie durchaus beziehungstauglich und nicht zuletzt liebenswert sind.

Martina Rellin, geboren 1962 in Hamburg, absolvierte die Hamburger Journalistenschule, war bis 2001 Chefredakteurin der traditionsreichen Zeitschrift “Das Magazin” und zählt heute zu den erfolgreichsten Sachbuchautorinnen Deutschlands.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, Leseprobe, Lyrik, News | 7 Kommentare »

DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf (ÜBERARBEITETE FASSUNG!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. April 2010

…………………………………………….

Der nette Nachbar von Nebenan

……………………………………………………..

Eine obsessive Kurzgeschichte

von


(Überarbeitete Fassung!)



Sie wissen nicht, wer ich bin? Sie möchten das wissen? Ich werde es Ihnen sagen! – Ich bin der nette Nachbar von Nebenan: Aber ich bin das, was man einen Psychopathen und auch einen Soziopathen nennt. Mein Name ist Olaf Bullowski, ich bin 24 Jahre alt und bewohne mit meiner Mutter Irene eine kleine Drei-Zimmer-Wohnung in einem achtstöckigen Wohnhaus. Auf unserem Stockwerk gibt es drei Mietparteien. Wir wohnen in der Mitte. Rechts von uns wohnen drei Frauen. Eine türkischstämmige Mutter, geschieden, mit ihren beiden Töchtern. Sie sind etwa in meinem Alter und studieren beide an der Musikhochschule. Man hört aus dieser Wohnung immer wieder Klaviermusik, jene, von der edleren Sorte: klassische Musik eben.

Auf der anderen Seite wohnt eine Familie mit zwei Kindern. Einem 16-jährigen Rotzlöffel, der ständig in Motorradkleidung herumläuft und selbstgedrehte Zigaretten raucht. Mit Vorliebe im Treppenvorraum vor dem Aufzug, wo es dann immer danach stinkt, wenn man die Wohnungstür öffnet. Das andere Balg ist ein achtjähriges Mädchen, das ständig einen kleinen weißen Hund mit sich führt, der beim Bellen Geräusche macht wie eine Bohrmaschine, die sich in dem Stahlbeton festgefressen hat, aus dem unser Hochhaus aus den 1960ern besteht. Als es gebaut wurde, war es eines der Ersten, das aus Stahlbeton-Fertigteilen hochgezogen wurde, in die man später kein einziges Loch in die Wand bekam, ohne einen ganzen Satz Bohrer zu verunstalten oder abzubrechen oder einfach nur zu überhitzen.

Über die Eltern der beiden Bälger kann ich nicht viel sagen. Einfache Leute halt. Der Mann ist vielleicht 20 Jahre älter als seine ca. 35-jährige Frau. Beide arbeiten bei der Post. Sie ist Briefsortiererin, er Hausmeister und Heizer. Beide arbeiten Schichtdienst und schlafen daher oft auch am Tage. Und weil der Junge ständig mit seinen Kumpels von der Motorradgang unterwegs ist, hat man dem kleinen Mädchen einen weißen Hund geschenkt, der aussieht wie ein Wollknäuel.

Kennen Sie das Gefühl völlig genervt zu sein? Dieses Vieh nervt mich total! Nicht nur, dass diese Töle in den Treppenhausvorraum pinkelt, wenn sein kleines Frauchen mal wieder zu langsam war mit dem “Gassigehen”. Nein! Dieses Drecksvieh bellt, jault und quietscht den lieben langen Tag lang, dass es einem aus den Ohren rauskommt. Wenn die Eltern nach einer Nachtschicht schlafen wollen, dann schicken sie ihre Göre mit dem Hund nach draussen, damit sie sich in Ruhe aufs Kissen legen können. Dass aber Ruhe auch für die Nachbarn von Nöten wäre, wenn diese nachts schlafen wollen, während die Eltern auf Schichtarbeit sind, das kümmert sie wenig.

Auch jetzt bellt diese Missgeburt wieder ununterbrochen, und jetzt reicht es: Ich werde für ein Ende sorgen. Ein Ende mit Schrecken, damit das nervtötende Geräuscheknäuel ein für alle mal ausgehaucht hat.

So nehme ich mir also meine  große Machete aus dem Schrank, ziehe mir den Plastikoverall an, damit ich das Teil hinterher wieder vom Blut abwaschen kann, greife  in die Schublade vom kleinen Schrank im Flur, wo sich meine Handschuhe und meine Wollmütze befinden. Schnell habe ich mit der Nagelschere zwei Sehschlitze hineingeschnitten, die Mütze vor dem Spiegel über den Kopf gezogen, die Handschuhe übergestreift, die Machete zur Hand genommen und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, doch dieses Grinsen kann man im Spiegel nicht sehen, denn ich habe die Wollmütze über das ganze Gesicht gezogen.

Das kleine Mädchen sitzt auf dem Boden in seinem Spielzimmer, seine Eltern sind auf Schicht, ihr Bruder ist mit seiner Bande unterwegs. Das Mädchen probt kleine Kunststückchen mit seinem winzigen weißen Hund. Es lässt ihn “sitz” machen und dafür bekommt der kleine Hund eine Belohnung in Form eines kleinen Käsehäppchens. Es weiß, dass es seinem Hund keinen Käse geben soll, das hat ihr ihre Mutter eigentlich verboten. Erstens ist das zu teuer, und zweitens bekommt das dem Tier überhaupt nicht. Aber der Hund liebt es, Käsehäppchen zu bekommen und bedankt sich jedes Mal mit einem kurzen Bellen, um erneut das Kunststückchen, das von ihm verlangt wird, immer und immer wieder vorzuführen.

Als es unverhofft an der Tür klingelt, erschrickt das Mädchen, hält mit der Hundedressur inne, versteckt schnell den restlichen Käse und begibt sich zur Tür.

Was es etwas verwundert, ist die Tatsache, dass die Klingel direkt oben an der Wohnungstür läutet und nicht unten an der Haustür, so dass es an der Sprechanlage nachfragen könnte.

Bestimmt steht die Tür unten wieder offen und es ist nur der Postbote, der wieder mal ein Päckchen bringt, das nicht in den Briefkasten passt, denkt es so bei sich, als es die Tür öffnet.

Als es erkennt, dass vor ihm eine vermummte Gestalt in sehr merkwürdiger Kleidung steht und es einfach zur Seite drängt, um sich Zugang in die Wohnung zu verschaffen, fällt ihm erschrocken ein, was seine Mutter und sein Vater ihm immer wieder eingebläut haben: Dass es erst durch den Spion schauen soll, bevor es die Wohnungstür öffnet. Die Person schubst es gerade so heftig, dass es rückwärts auf seinem Hintern landet.

Schnell verbeißt sich der kleine Hund, der dem Mädchen auf Schritt und Tritt folgt, in das Hosenbein des Eindringlings. Der hebt das Bein laut schimpfend und schüttelt es, mit dem Hund daran, in der Luft hin und her. Plötzlich sieht das Mädchen, wie die fremde Person hinter ihrem Rücken ein riesiges Messer, fast schon ein Schwert, hervorholt und damit auf den Hund ziehlt. Offenbar will sie damit den Hund verletzen, nach ihm schlagen, zögert dann aber doch, da sie wohl befürchtet, auch ihr eigenes Bein zu treffen.

Plötzlich sind Schließgeräusche an der Tür zu hören, von der sich alle bei der Rangelei ein wenig entfernt haben. Die Tür wird aufgeschlossen und vorsichtig geöffnet…

Olaf Bullowski sah, dass seine Mutter Irene mit einigen Taschen und Tüten ihre gemeinsame Wohnung betrat und zu ihrem Sohn kam und ihm einen dicken Schmatzer auf die Backe gab. “Ich hoffe mein Schatz, dass du dich nicht gelangweilt hast. Mama musste schnell mal was einkaufen und dich alleine lassen.” Dabei ging sie weiter in die Küche und räumte schnell alles Gekaufte in Schrank und Kühlschrank. Danach wandte sie sich wieder Olaf zu. Sie schob lächelnd den Rollstuhl mit ihrem Sohn in Richtung Wohnungstür. „So mein Schatz, jetzt darfst du auch nach draußen. Wir machen einen kleinen Spaziergang, und wenn wir zurückkommen, kocht die Mama etwas für sich und du bekommst dein Breichen aus der Tube…”

Als Irene den Rollstuhl in den Treppenvorraum schob und den Knopf vom Aufzug drückte, kam das kleine Mädchen mit ihrem Hund aus der Nachbarswohnung und begrüßte sie und ihren Sohn mit den Worten: “Guten Tag Frau Bullowski, hallo Olaf, wie geht es dir…?” Wobei sie ihn übertrieben anlächelte.

Olafs Mutter antwortete: “Du weisst doch, ich habe es dir doch schon mal erklärt, Olaf kann dich zwar verstehen, aber er ist komplett gelähmt und kann dir daher nicht antworten!”

Das Mädchen schaute Irene neugierig an, zeigte auf das Beatmungsgerät und fragte nach seiner Bedeutung. Irene erklärte dem Mädchen, dass ihr Sohn nicht von selbst atmen könnte und deshalb das Beatmungsgerät benötigte. Als endlich der Aufzug da war, stiegen alle drei ein. Auch der Hund kam mit, wobei dieser ständig bellte und am Rollstuhl von Olaf hoch zu springen versuchte, doch dafür einfach zu klein war, so dass er Olaf nicht erreichen konnte.

Ich weiß, das Sie jetzt denken, dass ich ein armes Würstchen bin. Ich kann ihnen aber versichern, dass das nicht stimmt. Ich werde mich eines Tages dafür rächen. Irgendwann wird es eine Gelegenheit geben, dann werde ich diesen blöden Köter in Stücke hacken und ich werde auch vor dieser Göre nicht halt machen…

Bei diesen Gedanken wurde Olaf unterbrochen, da der Aufzug im Erdgeschoss ankam und seine Mutter Irene die Kleine bat, die Aufzugstür aufzuhalten. Anschließend schob sie ihren Sohn in dem Rollstuhl über die Behindertenrampe nach draußen und Olaf konnte seinen Gedanken weiter nachhängen. Gedanken, die er bislang noch niemanden auf der Welt mitgeteilt hatte.

Copyright (C) 2010 by

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen100-minus141-0.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Anmerkung des Verfassers zur überarbeiteten Version der Story:

Habe mit Atis Hilfe die Story nochmal überarbeitet. Das war ganz schön anstrengend! Nach dem erneuten Lesen, finde ich sie inzwischen besser als die alte Fassung, obwohl ich am Anfang doch ziemlich skeptisch war. Doch welcher Autor läßt sich schon gerne reinreden? Aber mal im Ernst: Ich finde sie ist besser geworden! Wer ist anderer Meinung, was meint Ihr?? Gebt doch unten mal Eure Meinung als Kommentar ab!


Leseempfehlung der Redaktion:

Franz Uebelacker
Ich lasse mich durch wilde Fantasien tragen

Ein Leben mit Gestützter Kommunikation (FC)

Verlag :      Frieling & Huffmann
Website: http://www.frieling.de
ISBN :      978-3-8280-2275-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      8,90 Eur[D] / 9,20 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      160 S. – 19 x 12 cm
Gewicht :      193 g
Aus der Reihe :      Frieling – Erfahrungen

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

Franz ist schwer körperbehindert und kann nicht sprechen – in diesem Buch, herausgegeben von seinem Vater, erzählt er seine Lebensgeschichte. Als Achtjähriger begann er, mit Hilfe der „Gestützten Kommunikation“ sich auf einer Schreibmaschine zu äußern. Über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren entstand auf diese Weise eine Autobiografie: voller Emotionalität, gepaart mit Witz und, später, einem ausgeprägten Sinn für Erotik. Je mehr Franz sich über seine lebensbestimmende Behinderung klar wurde, desto leidenschaftlicher setzte er sich mit Fragen nach dem “Warum?” auseinander, nach dem Sinn des Lebens, aber auch Depressionen prägten die Auseinandersetzung des Heranwachsenden mit sich und seiner Umwelt. Im Anhang werden Fragen zu Methode, Anwendung und Rechtsfragen der Gestützten Kommunikation (FC) behandelt.

BESTELLUNGEN WERDEN GERNE ENTGEGENGENOMMEN UND ERHÖHEN DIE PREISGELDER FÜR UNSERE AUTOREN BEI UNSEREM STORYWETTBEWERB – EINFACH HIER KLICKEN:

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!


Abgelegt unter Autorenwerkstatt, Bücher, Diskussionen, Storys | 18 Kommentare »