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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Überraschungsgeschichten der besonderen Art”

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. April 2013

“Überraschungsgeschichten der besonderen Art”

sfbasar.de-Anthologie Band 12

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Heute darf ich alle Leser und Besucher dazu einladen wieder eine neue Geschichte für diese Anthologie zu goutieren. Es geht um Überraschungsgeschichten, gemeint sind Geschichten, die ein überraschendes Ende aufweisen oder möglicherweise auch mehrmals in ihrem Verlauf die Richtung des Plot, der Handlung zu ändern. Früher hat man mal Plotgeschichten dazu gesagt, die meist klassische SF-Storys waren, die ursprüngliche Domain für Geschichten mit solch unerwartetem Ende oder unerwartender Auflösung. Es ist die Pointe, die hier die Geschichte trägt, die Hoffnung des Lesers, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden und den sogeannten Sense of Wonder erleben zu dürfen. Diese Plots machen süchtig, und so waren viele SF-Autoren der Vergangenheit darauf spezialisiert, solche Geschichten in Sammelbänden zu produzieren, die ihre Leser ins Staunen versetzen konnten. Das solche Überraschungsgeschichten nicht nur die Domaine des SF-Genres ist, soll diese Anthologie beweisen. Viele dieser Geschichten sind alltäglich erlebte Szenen und Situationen, die hier aufgegriffen und zu solchen Überraschungsgeschichten verarbeitet wurden.

Also liebe Leser, liebe Besucher und liebe Autoren und Community-Autoren, schreibt etwas, von dem ihr glaubt, dass es einen Berührungspunkt dazu gibt, so das Euer Werk in diese Anthologie aufgenommen werden sollte. Neben Prosa und Lyrik nehmen wir gerne auch anderweitige Texte mit in diese Ausgabe, wenn sie in irgendeiner Form dazu passen. Nur Mut, und nun greift zur Feder oder Tastatur, denn wir hoffen auf Eure Unterstützung. Von unseren Lesern und Besuchern der Seite hoffen wir auf Feedback, direkt in dem entsprechenden Beiträgen in Form von kurzen Kommentaren oder auch direkt hier in diesem Editoral, das ebenfalls Raum für jede Menge Kommentare bietet. Das wäre wirklich hilfreich nicht nur für die beteiligten Autoren sondern auch für uns als Herausgeber, damit wir uns ein Bild machen können, was warum gewünscht wird und was nicht und warum nicht, was uns bei weiteren Anthologien helfen kann, die richtigen Themen zu finden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Überraschungsgeschichten der besonderen Art” sprechen:

ARMER POET MIT HUND, FRAU UND SCHREIBMASCHINE – eine Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

DAS GEHEIMNISVOLLE ARTEFAKT – Kurzgeschichte von Barbara Wegener

DAS MONSTER IM WANDSCHRANK – eine Fantasy-Kurzgeschichte von Yvonne Rheinganz

NEU - DAS ULTIMATIVE EINKAUFSERLEBNIS – Shortstory von Petra Weddehage

DIE BIOLOGISCHE UHR DER STÖRCHE – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

DIE FARBE BLAU – Eine Kurzgeschichte von Ann-Kathrin Karschnick

DIE GRANATE – eine kurze Geschichte von Martin Ott

DIE LISTE DER GEHASSTEN – ein Gedicht von Felis Breitendorf

EIN LASTTAXI-FAHRER AUF ABWEGEN – eine Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

GEBURTSSCHMERZTEILUNG – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 4/2011)

KONSUMVERWEIGERUNG – Eine Kurzgeschichte von Anna Breitzke

OTTERMAN´S – Leseprobe (Teil 1) aus dem Roman “Silenus” von Robert Jackson Bennett

IN VORBEREITUNG – OTTERMAN´S – Leseprobe (Teil 2) aus dem Roman “Silenus” von Robert Jackson Bennett

BUCHBESPRECHUNG: SILENUS von Robert Jackson Bennett – Rezension von Yvonne Rheinganz

VON HARTER HAND GEFÜHRT – eine Kurzgeschichte von Detlef Hedderich (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 4/2012)

WER ANDEREN EIN FALLE STELLT – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller und Detlef Hedderich

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Detlef Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Überraschungsgeschichten-der-besonderen-Art1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Künstliche Intelligenzen”

Erstellt von Detlef Hedderich am 23. April 2013

Künstliche Intelligenzen

sfbasar.de-Anthologie Band 28

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

„Künstliche Intelligenz“ oder kurz „KI“ bezeichnet den Versuch, eine menschenähnliche Intelligenz nachzubilden, etwa in Form eines Computerprogramms. Gängigerweise wird damit aber auch oft eine nachgeahmte, vorgetäuschte Intelligenz bezeichnet, insbesondere bei Computerspielen, die durch meist einfache Algorithmen ein intelligentes Verhalten simulieren.

Die Vorstellung von künstlicher Intelligenz beschäftigt die Menschen schon seit langer Zeit. Computerprogrammexperte John McCarthy prägte 1955 den Begriff „artificial intelligence“ (“künstliche Intelligenz“). McCarthy ist der Erfinder der Programmiersprache LISP, eine der ersten Implementierungen eines Logikkalküls auf einem Computer. Seit der Klassischen Moderne wird dieser Begriff in Kunst, Film und Literatur dargestellt.

Die Begrifflichkeit von Künstlicher Intelligenz hat viele Wissenschaftler aber auch Philosophen dazu veranlaßt, Probleme wie das Verhältnis zwischen Materie und Geist, die Ursprünge des Bewußtseins, die Grenzen der Erkenntnis, das Problem der Emergenz, die Möglichkeit außermenschlicher Intelligenz usw. in einem neuen Licht zu betrachten und zum Teil neu zu bewerten.

Die Fragen, die sich letztlich stellen, ob KIs den Menschen einmal in allen Belangen an Intelligenz, an Wissen usw. haushoch übertreffen werden, sind dabei ebenso als Themen für Beiträge dieser Anthologie geeignet als auch die Fragen danach, ob diese Künstlichen Intelligenzen jemals so etwas wie Menschenrechte, Selbstbestimmungsrechte, ein wirkliches Ich-Bewußtsein oder so etwas wie eine Seele erreichen werden.

Vielleicht sind es ja Künstliche Intelligenzen außerirdischen Ursprungs, mit denen wir einmal Kontakt haben werden, deren Schöpfer und Erfinder schon seit undenkbar langen Zeiten aufgehört haben in ihrer ursprünglichen Form zu existieren.

Möglicherweise trifft das dann aber auch auf die Menschheit zu und letztlich werden die außerirdischen KIs mit denen Kontakt haben, die nach dem Aussterben der Menschheit unser Erbe fortsetzen. Vielleicht sind überall im Universum die eigentlichen Bewohner solche KIs, deren Schöpfer nicht mehr existieren.

Vielleicht ist das ja sogar ein evolutioneres Standartmodell des Universums und so etwas wie biologische Wesen als Schöpfer nehmen nur einen kurzen Zeitraum in diesem Prozeß ein.

Ich würde mich jedenfalls darüber freuen, wenn diese und auch viele andere Fragen zu diesem Themenkomplex in Form von Beiträgen für diese Anthologie Gegenstand guter Storys und Ähnlichem werden würden. Was könnt Ihr mir anbieten? Ich kann bislang folgende Beiträge anbieten:

FILMBESPRECHUNG: 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM – Regie: Stanley Kubrick (GB 1969) – Rezension von Michael Matzer

BUCHTIPP der sfbasar-Redaktion: C-SYSTEME von Johan Lagerkvist

DAS ENDE DER ERDE (irgendwann einmal) – Leseprobe (Teil 1) – aus dem Roman “Die Leere” von Rüdiger Uckert

IN VORBEREITUNG: DAS ENDE DER ERDE (irgendwann einmal) – Leseprobe (Teil 2) – aus dem Roman “Die Leere” von Rüdiger Uckert

BUCHBESPRECHUNG: DER RING von Paul Melko – Rezension von Gunther Barnewald

NEU - DIE LETZTE – SF-Story von Miriam Kleve

DIE MACHT DER ASCHE – Eine Science Fiction Geschichte von Michael Bahner

DUNKELHEIT – Science-Fiction-Kurzgeschichte von Ann-Kathrin Karschnick

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 1) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 2) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 3) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

BUCHBESPRECHUNG: EMERGENZ – DIGITALES ERWACHEN (Kampagnenbuch für Shadowrun) – Rezension von Günther Lietz

BUCHBESPRECHUNG: EREBOS von Ursula Poznanski – Rezension von Iris GasperBUCHBESPRECHUNG: FIREBIRD von Jack McDevitt – Rezension von Gunther Barnewald

BUCHBESPRECHUNG: FÖRCHTBAR MASCHIEN von Iain Banks – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: GESTRANDET von Colin Harvey – Rezension von Michael Drewniok

HAINLEINS EXPERIMENTE – Eine utopisch phantastische Kurzgeschichte von Günther K. Lietz (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 1/2013 – Geteilter Preis)

BUCHBESPRECHUNG: Krieg der Seelen – Kultur-Zyklus 7 von Iain Banks. – Rezension von Armin Möhle

MENSCH VERSUS ABDITUM MENTIS – ODER: DIE KORREKTUR DER INFORMATIONSVERBREITUNG VON KONTAKTEN MIT AUSSERIRDISCHEN – SF-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

BUCHBESPRECHUNG: RING O – BIRTHDAY von Kôji Suzuki – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: SCHAUMSCHWESTER von Thor Kunkel – Rezension von Thomas Hofmann

BUCHBESPRECHUNG: TOR ZUR APOKALYPSE (Star Trek – The Next Generation) von Scott & David Tipton – Rezension von Christel Scheja

BUCHBESPRECHUNG: ÜBERSETZUNG AUS DEM KOLOSIANISCHEN von Jack McDevitt - Rezension von Armin Möhle

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Detlef Hedderich

Bildrechte: “Künstliche Intelligenzen” © 2013 by Karlheinz R. Friedhoff. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite:  http://www.charlys-phantastik-cafe.de/

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(Portalwelten 2) JAM JAM PARADISE – BLUE MOUNTAIN HOME – Eine Science Fiction-Fortsetzungsgeschichte von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. November 2012

JAM JAM PARADISE – BLUE MOUNTAIN HOME

Portalwelten (2)

Eine Science Fiction-Fortsetzungsgeschichte

von

Detlef Hedderich

Zum vorherigen Teil.

Nachdem Camilla sich einen Hosenanzug aus Jeansstoff angezogen hatte und darüber eine leichte Leinenjacke trug, kam sie zu mir ins Wohnzimmer zurück. Sie blickte mich mit schräggestelltem Kopf an und die Abenteuerlust glitzerte in ihren Augen.

“Was ist denn dieses Blue Mountain Home? Auch ein solches Anwesen wie dieses hier?”, fragte sie mit einem Grinsen auf dem Gesicht.

“Nein, es befindet sich – wie ich dir ja schon mitgeteilt hatte – quasi auf der anderen Seite dieses Planeten, auf einem anderen Kontinent. Dort ist es aber erst früher Vormittag und nicht wie hier, später Nachmittag. Das kommt dadurch, dass die andere Seite dieser Welt der Sonne näher steht. Blue Mountain Home ist außerdem kein freistehendes Haus, sondern ein in einen Fels gehauenes. Aber laß dich einfach überraschen!”

Ich winkte dem Mädchen mir zu folgen und sie nahm ihre Reistasche mit in ein anderes Zimmer. Dort befanden sich mehrere Türen, auf denen Beschriftungen angebracht waren. Auf einer dieser Türen stand “Blue Mountain Home” und so ergriff ich die  Hand des Mädchens und öffnete die Tür. Danach schaute man in ein dunkles Etwas und der Rahmen glühte wie von innen heraus in einem blauen Licht. Camilla schaute ängstlich zu mir hoch und lächelte unsicher. Ich erklärte ihr: “Du wirst nur ein ganz kurzes Schwindelgefühl verspüren. Aber habe keine Angst, es ist nicht gefährlich. Und greife fest meine Hand und laß nicht los, ok?” Sie nickte kurz und gemeinsam machten wir einen großen Schritt durch den Türrahmen…

…um auf der anderen Seite aus einem solchen direkt im Hauptwohnraum von Blue Mountain Home herauszutreten. Die Haus-KI begrüßte mich und stellte die Beleuchtung der Tageszeit entsprechend ein. Das große Panoramafenster strahlte ein milchiges weißes Licht aus, das langsam durchsichtig wurde. Dort schaute man direkt auf einen Wasserfall, der einige hundert Meter entfernt war. Camilla öffnete vor Erstaunen den Mund und bemerkte: “Das ist wirklich ein genialer Anblick!”

Ich nahm ihr die Reisetasche ab und zeigte ihr, wie man durch bestimmte Handbewegungen, den Wasserfall durch die Faseroptik der Scheibe heranzoomen konnte. Sie pfiff anerkennend und schien fasziniert von dieser Möglichkeit, mit der sie ausgiebig herumspielte. Sie lächelte mich an und fragte: “Wenn man jetzt noch hören könnte, wie das Wasser rauscht, dann wäre alles perfekt.”

Ich freute mich über ihr Interesse an dem schönen Naturschauspiel und antwortete: “Auch das kannst du regeln, indem du deine Finger so bewegst”, wobei ich ihre rechte Hand ergriff und ihre Finger auf eine bestimmte Art bewegte. Sofort hörte man das Rauschen des Wasserfalls aus versteckten Lautsprechern, wobei der Eindruck erweckt wurde, dass das Geräusch direkt von der Frontscheibe, bzw. dem Wasserfall herkäme. Camilla war wie hypnotisiert von Ton und Bild dieser Naturschönheit und experimentierte noch ein wenig damit herum und äußerte dann: “Ich würde mir wünschen, einmal unter so einem Wasserfall stehen zu können und die Tropfen auf meiner Haut zu spüren…”

Ich hatte gehofft, dass sie das sagen würde und erklärte ihr: “Auch diese Möglichkeit kann ich dir bieten. Blue Mountain Home hat eine außergewöhnliche Installation, die es möglich macht, sich von hinten dem Wassersturz zu nähern und darin praktisch zu duschen. Hast du Lust drauf?”

Camilla nickte begeistert und so nahm ich sie an die Hand und wir begaben uns in das große Bade- und Duschzimmer des Hauses. Ich erklärte ihr: “Nachdem wir uns entkleidet haben, begeben wir uns unter die große tropfende Regendusche hier im Haus und durchschreiten diese durch einen schwarzen Rahmen, ähnlich dem Portal von Castle Grounds. Dieser Rahmen ist wieder ein Transmitterportal und das endet auf der anderen Seite direkt hinter dem Wasserfall, bzw. unter einer ähnlichen Regendusche wie hier. Doch dort wird das Wasser des Wasserfalles mittels einer großen flachen Auffangpfanne, die sich von hinten direkt unter einen Teil des Wasserfalles schiebt, aufgefangen, umgeleitet und tropft dann aus der Dusche auf uns runter. Wenn du bereit bist, sag bescheid.”

Nachdem wir uns entkleidet hatten, nahm ich Camilla wieder an die Hand, die sie krampfhaft festhielt. Ich spürte ihre Aufregung und versuchte sie zu beruhigen: “Du brauchst keine Angst haben, du wirst nur wieder einen ganz kurzen Schwindel verspüren, dann hat uns die Portaltechnik dort hin transportiert”.

Camilla antwortete: “Ok. Aber ist das Wasser nicht furchtbar kalt, dass von dem Wasserfall stammt?”

“Das stimmt, aber da das Wasser zuerst in die Pfanne fließt, von der es eingefangen wird und dann aus dieser auf uns herunterregnet, hat das System die Temperatur, den Härtegrad und die biologische Zusammensetzung so verändert, dass es für uns Menschen angenehm ist. Natürlich läßt sich das auf Wunsch auch zurückdämmen oder ganz abschalten, aber das sollten wir nicht tun, nicht dass du dich unterkühlst, ok?”

Camilla nickte nur und gemeinsam durchschritten wir das Portal der Dusche und standen kurz darauf in einer Höhle, die indirekt beleuchtet wurde. Eine milchfarbene Doppelglastür, durch die das Tageslicht schimmerte, das vereinzelt durch die Wasserstrahlen des Wasserfalls schimmerte, öffnete sich auf beiden Seiten und wir gingen in das Duschareal des Wasserfalls. Von oben tropfte das Wasser in angenehmer Temperatur auf uns herunter und vor uns sahen wir den Wasserfall, der das Tageslicht größtenteils verdeckte.

Camilla war begeistert und sah staunend, wie sich das Sonnenlicht durch die einzelnen Wasserstrahlen draußen hereinfraß und dabei winzige Farbprismen herstellte. Ich hatte die Tageszeit natürlich so gewählt, dass die Sonne am richtigen Ort stand, damit dieser Effekt entstehen konnte. Das Mädchen versicherte mir: “So etwas schönes habe ich noch nie gesehen, Donald!”

Ich erwiderte ihr: “Auch ich finde es ausgesprochen schön, zu was die Natur imstande ist. Natürlich ist es eigentlich nicht ratsam, unter einem Wasserfall zu duschen, genau aus diesem Grund habe ich dieses Areal mit seinen technischen Möglichkeiten der Temperaturveränderung und den Biofiltern einrichten lassen.”

“Wenn Mama das sehen könnte, wäre sie bestimmt begeistert.”

“Deine Mama kennt diese Duschhöhle, ich habe sie ihr mal vorgeführt. Sie fand sie ebenfalls schön, aber auch ein wenig dekadent, wie sie meinte. Aber das ist schon eine ganze Weile her, da warst du noch nicht geboren…”

“So lange gibt es das hier schon?”

“Den Wasserfall gibt es noch sehr viel länger, du meinst bestimmt das Duschareal, oder?”

“Ja…  Können wir uns auch ein wenig einseifen, um uns zu waschen, ohne dass das Abwasser die Natur verunreinigt, Donald?”

“Natürlich, Camilla. Das Abwasser wird automatisch gereinigt, bevor es wieder in die Natur abgeleitet wird.”

“Donald, ich bin froh, dass du mir das gezeigt hast…”, wobei sie sich vom Duschgel nahm, das ich ihr reichte. Camilla sah sehr glücklich und zufrieden aus. Ich hatte schon befürchtet, dass sie das ganze ein wenig schräg finden würde oder schlimmer noch: abartig, dass sich jemand so etwas installieren läßt. So war auch ich glücklich und nachdem wir uns fertig geduscht hatten, durchschritten wir wieder das Portal, um im gegenüberliegenden Wohnbereich von Blue Mountain Home heraus zu kommen.

*

Nachdem wir uns angekleidet hatten, verspürten wir Hunger und gemeinsam suchten wir aus den Vorräten Zutaten heraus, um uns eine leckere Gemüsepfanne zu machen. Auf Fleisch hatten wir beide keinen Appetit, außerdem lag Camilla das Wohl der Tiere am Herzen, wie sie mir berichtete. Aus diesem Grund hätte sie im Moment ihre vegetarische Phase. Ich fragte sie: “Kennst du eigentlich das Kunstfleisch von PASALAM V?”

“Nein. Schmeckt das denn wie Fleisch?”

“Es schmeckt wie Fleisch, wird aber künstlich hergestellt, man läßt es einfach wachsen.”

Camilla schaute mich ungläubig an. “Du willst mich veräppeln, oder?”

“Ich werde dir das alles zeigen, wenn wir nach PASALAM V reisen, ok?”

Sie nickte und stopfte sich eine Gabel mit Gemüse in den Mund und fragte dabei: “Ist das das nächste Ziel unserer Reise?”

Ich schüttelte den Kopf und meinte: “Nein, ich habe noch einige andere Orte, die ich dir vorher hier auf deiner Welt zeigen möchte, bevor wir uns auf andere Welten begeben. Ist das in Ordnung?”

“Ist genehmigt,” wobei sie lachte und ihr fast das Essen aus dem Mund gefallen wäre. So mußten wir beide herzlich lachen und hatten noch viel Spaß bei unserem Mahl.

Nachdem wir damit fertig waren, zeigte ich ihr den virtuellen Globus von Jam Jam Paradise und fragte sie, welche Orte sie denn bislang kannte oder besucht oder bereist hätte auf ihrer Welt. Camilla erzählte von ihren Erlebnissen und ich selbst kam kaum zum Sprechen, denn das Mädchen schien in ihrem Element. An diesem Nachmittag, als wir jeden Ort, den Camilla kannte und der im virtuellen Globus gespeichert war, uns auf dem großen Wandmonitor anschauten, erfuhr ich mehr von ihrem Wesen und ihrem Charakter, als wenn ich sie auf andere Weise analysiert hätte. Camilla war glücklich darüber, dass ich ihr zuhörte und mich für das, was sie sagte, auch tatsächlich zu interessieren schien. So gingen die Stunden dahin und als es langsam zu dämmern anfing, zauberte ich einen Kuchen aus der Küche und zusammen mit Kaffee, Tee und Kakao ließen wir uns die Süßigkeit schmecken.

Danach dimmte ich die Beleuchtung im Hauptraum des Wohnbereiches mit der großen Panoramascheibe herunter und zeigte dem Mädchen, wie man die Beleuchtung des Wasserfalles anschalten und verändern konnte. Camilla konnte sich kaum satt sehen daran und erst nachdem sie zu gähnen anfing, suchte ich mit ihr zusammen nach geeigneten Räumen, um die Nacht hier zu verbringen. Ich versprach ihr, dass morgen eine weitere Überraschung für sie am Ziel unseres nächsten Reiseabschnittes bereitstand. Morgen wollte ich mit ihr auf den südlichen Kontinent Pagora mit seinen vielfältigen Urwäldern und riesigen tropischen Bäumen reisen. Dort wartete ein ganz besonderes Erlebnis auf die Kleine. Ich hatte mich extra noch mal mit der KI meines Heimes dort verständigt, dass alle Bereiche von “Hanging Garden Tree House” in Funktion sind und für unseren Besuch verwendet werden können…

Ende-

(Fortsetzung folgt!)

Copyright (C) 2012 by Detlef Hedderich

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WER ANDEREN EINE FALLE STELLT – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller (und Detlef Hedderich)

Erstellt von Martina Müller am 18. August 2012

WER ANDEREN EINE FALLE STELLT

Eine Kurzgeschichte

von

Martina Müller und Detlef Hedderich

(Lektorat: Bella C. Moremo)

Sie ist sich nicht sicher, aber immer wenn ihre Freundin Caroline und deren Mann Timm sich mit ihnen in Brittas Landhaus treffen um zusammen mit ihr und ihrem Mann Pitt zu kochen und anschließend genüsslich zu speisen, hat sie das Gefühl, dass Timm sie lüstern anschaut. Er tut das aber immer so geschickt, dass Brittas Mann es nicht mitbekommt, und auch Caroline scheint nichts zu bemerken. So ist es auch an diesem Freitag. Diesmal möchte Britta der Sache auf den Grund gehen und stellt ihrem Gast eine Falle. Sie hat vor, ihm so richtig eins auswischen, denn sie findet es unmöglich, dass Timm auf die Freundin seiner Frau scharf ist und Britta das bei jeder Gelegenheit spüren lässt.

Als die Vier schon einige Gläser Wein getrunken haben, setzt sie ihre List in die Tat um, nimmt eine Zigarette aus ihrem Etui, führt diese lässig zum rot geschminkten Mund und hält inne. Quer über den Tisch greift sie nach Timms Feuerzeug, das er vor sich neben seinem Weinglas abgelegt hat und nimmt nach dem Anzünden einen tiefen Zug. Anschließend bläst sie den Rauch langsam über den Tisch hinweg in seine Richtung. Wie unbeabsichtigt lässt sie das Feuerzeug von der Tischkante fallen, so dass es zwischen ihre Stuhlbeine fällt. Sie deutet an,  sich danach runterzubeugen aber Timm kommt ihr zuvor: “Laß mal, ich hebe es auf.”, worauf er  unter den Tisch krabbelt und zwischen Brittas Stuhlbeine greift. Diesen kurzen Moment nutzt Britta für ihren teuflischen Plan: Sie zieht ihr Kleid unauffällig etwas in die Höhe. Britta ist sich sicher, dass Timm bemerken wird, dass sie kein Höschen drunter hat und die Geste von ihr zu verstehen glaubt.

Spät am Abend verabschieden sich Caroline und Timm von ihren Gastgebern. Am nächsten Tag ist Pitt bereits auf der Arbeit als Britta ihn anruft und ihm mitteilt, dass sie etwas später in ihre Stadtwohnung käme, da sie in ihrem Landhaus noch ein wenig sauberemachen würde. Anschließend ruft sie Timm an, der gerade als Taxifahrer unterwegs ist, und fragt ihn, ob er sie nicht vom Landhaus zurück in die Stadt bringen könne. Der scheint gar nicht mal erstaunt und fragt, ob sie vielleicht noch andere Wünsche habe. Britta durchschaut sein Spiel sofort: “Ach, da gäbe es einiges, aber dafür bräuchte ich 500 Euro.” Schnell versicherte ihr Timm, dass er ihr gerne unter die Arme greifen würde, doch da er nicht genügend Geld dabei habe, würde er sich einfach etwas leihen oder kurz zur Bank fahren.

Zwei Stunden später fährt Timm mit seinem Taxi vor dem Landhaus vor und hat tatsächlich 500 Euro dabei, die er ihr mit einem triumphierendem Lächeln im Gesicht überreicht. Britta nimmt den großen Schein, mit dem sie sich die neue Handtasche kaufen will, von der sie ihrem Mann vor kurzem berichtet hatte, das die lediglich achtzig Euro kosten würde. Sie war froh, dass ihr Mann nicht weiter nachgefragt hat, denn Pitt hätte ziemlich schnell herausgefunden, dass Britta ihn mit dem Preis anflunkerte. Ihm konnte sie einfach nichts vormachen und jede Lüge ihm gegenüber hatte Pitt bisher immer aufgedeckt. Dieses Mal würde er nichts merken, denn die Tasche würde angeblich ganz normale 80 Euro kosten und nicht 580.

Der Schein verschwindet in ihren Ausschnitt, anschließend nimmt sie den Mann ihrer Freundin an die Hand und zieht ihn in Richtung Schlafzimmer. Zwar will sie ihn für seine Lüsternheit in Form der 500 Euro bluten lassen, aber dafür wird er auch bekommen, worauf er wohl insgeheim gehofft hat…

Einige Stunden später wird Britta von Timm eine Straße vor ihrer Stadtwohnung enfehrnt abgesetzt, die wenigen Meter bis zu ihrem Haus legt sie, wie sie glaubt, völlig unbehelligt zurück.

Dort angekommen sucht sie in ihrer Handtasche nach dem Schlüssel und ist gerade im Begriff, die Haustür aufzuschließen, als ihr jemand von hinten die Hände auf die Augen legt und mit seltsam tiefer Stimme sagt: “Geld oder Leben, junge Frau!” Britta ist im ersten Moment geschockt, bis sie schließlich erkennt, dass Pitt ihr einen Streich spielt und durchaus gekonnt seine Stimme verstellt. Sie dreht sich um, küsst ihn auf den Mund und entgegnet: “Schatz, was fällt dir ein, mich so zu erschrecken?” Pitt konterte mit einem Augenzwinkern: “Ich weiß doch, dass du viel Geld in der Tasche hast. Da dachte ich mir, ich jage dir mal einen gehörigen Schreck ein und das ist mir ja scheinbar auch gelungen.”

Bevor sie antwortet, schluckt Britta unmerklich: “Welches Geld denn?”

“Schatz, du weißt doch, dass du mich nicht anlügen kannst, ich weiß genau, dass du 500 Euro in deiner Tasche bei dir hast!” Britta reißt die Augen auf und es durchfährt sie wie ein Stromschlag. “Ähem, ja, das stimmt…” Sie steht kurz davor ihm alles zu beichten als sie sieht, wie Pitt sie angrinst: “Heute war Timm bei mir im Büro, er hat sich 500 Euro geliehen und versprochen, noch heute seine Schulden zurück zu bezahlen und dir das Geld ins Landhaus vorbeizubringen. Das hat er doch auch getan, oder?”

Ein verhaltenes Nicken war alles, was Britta zu wege brachte, nur widerwillig kramt sie den Schein hervor und reicht ihn an Pitt weiter. Der steckt ihn in seine Geldtasche: “Schatz stell dir mal vor, ich habe heute auf dem Weg ins Büro das Auto etwas weiter weg geparkt und diese tolle Handtasche, von der du mir berichtet hast, in einem Laden im Schaufenster gesehen. Die wollten aber unglaubliche 580 Euro dafür…!”

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Martina Müller und Detlef  Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Überraschungsgeschichten-der-besonderen-Art1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “WEIHNACHTSGESCHICHTEN-60-minus-70-0-20110114100400-0d964f2a.jpg ” (Originaltitel: 20110114100400-0d964f2a.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Stefan Sigg, 1983 geboren, lebt in Rheineck (Ostschweiz), 2007 schloss er sein Theologiestudium in Chur ab.

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(Portalwelten 1) JAM JAM PARADISE – CASTLE GROUNDS – Eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 3/2012)

Erstellt von Detlef Hedderich am 6. April 2012

JAM JAM PARADISE – CASTLE GROUNDS

Portalwelten (1)

Eine Science Fiction-Kurzgeschichte

von

Detlef Hedderich

Ich teilte dem Schwebegleiter mit, langsam dem Fluß zu folgen, der links und rechts von einem jeweils langen weißen Sandstrand eingerahmt war. Als ich das Mädchen sah, ließ ich den Gleiter stoppen und aufsetzen. Ich stieg aus und ging über die kleine Düne bis zum Strand, an dem das Mädchen, das ein luftiges Kleidchen trug, spielerisch mit den Füßen im Sand hin und herstrich.

Als es mich hörte, blickte es sich kurz zu mir um, um sofort wieder auf seinen rechten Fuß zu schauen, mit dem es weiterhin den hellen Sand hin und herschaufelte. Ohne mich anzuschauen fragte es: “Bist du Donald?”

“Ja. Und du bist Camilla, stimmt´s? Deine Mutter hat mir gesagt, dass ich dich hier finden würde.”

“Ich weiß, Mama hat mir gesagt, dass du kommen würdest. Und ja, ich bin Camilla.”

“Hat sie dir gesagt, wer ich bin?”

“Nicht direkt. Ich glaube sie hat was von meiner Ururgroßmutter erzählt. Bist du mein Ururgroßvater?”

“Das weiß ich nicht.”

“Du weißt nicht, ob du mein Ururopa bist? Warum nicht?”

Ich schob ebenfalls mit meinen Füßen den Sand zusammen, wobei ein kleiner Hügel entstand auf dem ich mich hockte, damit ich Camilla auf Augehöhe gegenüber saß. “Das liegt daran, dass ich recht kurz mit deiner Ururgroßmutter zusammen war und wir uns anschließend aus den Augen verloren haben. Später hörte ich, dass sie Kinder bekommen haben soll. Wann und von wem, davon weiß ich nichts!”

“Also könnte es sein, dass du der Papa von meiner Urgroßmutter bist?”

Ich holte ein Pfefferminzkaugummi aus der Jackentasche und bot ihn dem Mädchen an, das dankend ablehnte. Daher packte ich den Streifen aus und steckte ihn mir in den Mund. Das Verpackungspapier schob ich in meine Jackentasche zurück. “Das wäre schon möglich.”

“Gibt es nicht solch ein Dingsbums, mit dem man sofort feststellen kann, ob wir die selben Gene haben?”

“Klar gibt es das, doch ich mußte deiner Mutter versprechen, dass ich dich nicht scannen würde.”

“Mußtest du ihr dein Ehrenwort geben?”

Ich nickte kurz. “Genau, ich versprach ihr das mit meinem Ehrenwort. Sie sagte, dass, wenn du volljährig bist, selbst entscheiden kannst, ob du einen solchen Scan durchführen lassen möchtest. Und wenn du entscheiden kannst, wäre ich von dem Moment an von meinem Versprechen entbunden.”

“Das sieht Mama ähnlich!” Dabei lächelte das Mädchen kurz in sich hinein und kräuselte die Lippen ein wenig.

Ich mußte kurz lachen. “Das stimmt.”

“Mama hat gesagt, dass du mir andere Welten zeigen würdest, damit ich später, wenn ich volljährig bin, genügend darüber weiß, ob ich hier auf Jam Jam Paradies bleiben oder lieber auf einer anderen Welt leben möchte.”

“Das würde ich gerne machen. Und ich würde dir auch alle deine Fragen beantworten, die du dann bestimmt stellen wirst.”

“Wie soll das ganze gehen, muß ich meine Koffer packen und mich umziehen und wir fliegen dann in den orbitalen Raumhafen?”

“Nein Camilla, das müssen wir nicht. Ich besitze auf Jam Jam Paradise mehrere Häuser auf dem ganzen Planet verteilt. In jedem dieser Häuser befinden sich Portale  zu den jeweils anderen Häusern. Und auch hinauf in die Orbitalstation, sogar auf andere Welten können wir reisen, mittels der Portaltechnik in meinen Häusern.”

“Ich dachte, so eine Technik sei hier verboten, so wie auch keine Touristen nach Jam Jam Paradise reisen dürfen?!”

“Eigentlich ist so eine Technik auf dieser Welt tatsächlich verboten und das ist ja auch der Grund, warum deine Mutter hergekommen ist und ihr Leben hier verbringen möchte. Genaugenommen bin ich es, der diese Verbotsregelung in diese Welt gesetzt hat, denn ich bin der Besitzer von Jam Jam Paradise.”

“Du besitzt Jam Jam Paradise? Diese ganze Welt gehört dir?”

“Nicht ganz, es gibt noch Mitbesitzer, doch die Entscheidungsmehrheit liegt in meinen Händen.”

“Weiß die Mama das?”

“Ja, alle Erwachsenen wissen das, denn sie müssen sich dafür bewerben, damit sie hier leben dürfen.”

“Und das entscheidest du ganz alleine?”

“Nicht ich, sondern meine geschäftsführenden KIs.”

“Und wo sind die? Auf der Orbittalstation?”

“Dort und in meinen Häusern, die über diese Welt verteilt sind. Im Verbund leiten sie das Nutzungsabkommen mit den hier Lebenden und entscheiden, wer herkommen darf und wer nicht.”

“Und nach welchen Kriterien werden solche Dinge von diesen KIs entschieden?”

“Diese Kriterien habe ich im Verbund mit diesen KIs und einigen sehr schlauen Menschen aufgestellt. Die KIs müssen sich fest daran halten, sie haben keine Möglichkeiten, ungerecht zu entscheiden.”

“Ist denn eines deiner Häuser hier in der Nähe, von welchem aus wir reisen können?”

“Das stimmt. Eines meiner Häuser ist keine zwanzig Minuten mit dem Gleiter, der hinter der Düne steht, entfernt. Wenn du willst, fliegen wir dort hin und ich zeige dir, wie ich mich eingerichtet habe?”

“Gerne. Aber findest du nicht, dass ich nur mit meinem Kleid, das ich anhabe, ein bißchen wenig Anzuziehen habe, selbst für eine Reise durch ein Transmitterportal?”

“Mach dir keine Gedanken, im Gleiter habe ich Kleidung in einer Tasche, die mir deine Mama mitgegeben hat. Wenn du willst, können wir sofort los.”

Das Mädchen nickte und gemeinsam stiegen wir über die Düne und setzen uns in den Gleiter, der sofort die Türen schloß und sanft abhob und geräuschlos dahinzugleiten begann.

*

Als wir auf Castle Grounds zuschwebten, bemerkte Camilla, dass das Ganze auf sie wie ein Kloster wirken würde. Sie wunderte sich darüber, dass es von außen so alt und verwittert aussah. “Ich dachte du wärest so reich, warum ist das denn alles so altertümlich und nicht eher modern?”

“Das ist pure Absicht. Wie du bestimmt weißt, befinden sich auf dieser Welt sehr viele Klöster und Gemeinschaften, die sich vom modernen Leben der anderen Welten losgesagt haben. Zusammen mit dem Verbot moderner Technik wollen viele in Ruhe ihr Leben und ihre Vorstellungen davon verbringen. Damit sich alle diese Leute nicht gestört oder provoziert fühlen, habe ich das Äußere meiner Häuser ein wenig angepaßt.”

“Aber innen hast du dann ganz viel Technik, diese ganzen Spielereien, von denen man so hört, die auf anderen Welten die Leute verrückt machen.”

“Tut mir leid Camilla, ich habe auch innen kaum sichtbare Technik verbauen lassen. Natürlich sind meine Häuser auf dem neuesten technischen Stand und natürlich wird alles von der jeweiligen Haus-KI geregelt, die dafür sorgt, dass alles sauber bleibt und funktioniert. Das ginge ja nicht, wenn hier tatsächlich alles so wäre wie bei Euch zu Hause, wo alles ohne moderne Technik auskommen muß. Schließlich bin ich persönlich recht selten anwesend.”

“Wir waschen aber unsere Wäsche nicht am Fluß und ein Plumpsklo haben wir auch keines im Hof stehen!”

“Ist mir bewußt.  Ich habe mich einfach im Inneren meiner Häuser auf dieser Welt auf das Nötigste beschränkt, denn wenn ich hier herkomme, dann möchte ich mich vom Trubel der anderen Welten abschirmen und ein wenig entspannen!”

“Aha”, war das einzige, was das Mädchen  erwiderte.

Als wir im Hof gelandet waren, stiegen wir aus und gingen ins Haus. Camilla pfiff anerkennend und meinte: “Das ist ja wirklich vom allerfeinsten hier, was das Material angeht. Alle Achtung, so läßt es sich bestimmt angenehm leben und entspannen. Eine automatische Küche und Bar scheint es aber nicht zu geben. Wie schade.”

Ich zeigte Camilla wo die Küche war und wie man sich hier etwas Einfaches zu Essen und zu Trinken machen konnte. Anschließend führte ich sie durchs Haus und zeigte Ihr die wichtigsten Räume und welche Funktion sie haben. Worauf sie sich nicht verkeifen konnte zu bemerken: “Technik ist wirklich keine zu sehen, aber Entspannung wird tatsächlich groß geschrieben.”

“Luxus ist das, was man darunter versteht. Für mich ist hier der Luxus, mich entspannen zu können, ohne technische Hilfsmittel nötig zu haben. Du kannst dir übrigens eines der Zimmer aussuchen, es gibt ein Dutzend davon. Manchmal bekomme ich Besuch, deshalb die Auswahl. Jedes Zimmer hat einen andern Einrichtungsstil. Suche dir eines aus. Dort kannst du dich dann umziehen. Ziehe dir etwas Variableres an, denn als erstes möchte ich dir deine eigene Welt genauer zeigen. Bestimmt kennst du davon nur einen sehr kleinen Teil. Wir reisen in einer Stunde auf die andere Seite des Planeten zu eines meiner anderen Häuser, es nennt sich Blue Mountain Home. Dort zeige ich dir etwas, was dich erstaunen wird.”

Camilla grinste über das ganze Gesicht und schaute sich pfeifend und gutgelaunt die Zimmer an, um ihre Wahl zu treffen…

-Ende-

Zum nächsten Teil.

Copyright (C) 2012 by Detlef Hedderich

Kaufempfehlung des Autors:

Iwoleit, Michael K
Die letzten Tage der Ewigkeit

Verlag :      Wurdack Verlag
ISBN :      978-3-938065-83-9
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,95 Eur[D] / 13,40 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 07.02.2012
Seiten/Umfang :      256 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 19.03.2012
Gewicht :      320 g
Aus der Reihe :      SF-Reihe 17

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Die letzten Tage der Ewigkeit ist die erste Sammlung von Michael K. Iwoleits Science-Fiction-Erzählungen. Sie enthält sechs Kurzgeschichten und Novellen, die zwischen 1995 und 2011 entstanden sind, darunter eine erweiterte Fassung seiner preisgekrönten und vielgerühmten Novelle »Ich fürchte kein Unglück« sowie seine neue, bislang unveröffentlichte Erzählung »Zur Feier meines Todes«.

In Iwoleits Erzählungen geht es immer wieder um Aufbrüche in eine posthumane Welt, voller Verheißungen, aber auch voller Schrecken. Seine Figuren sind häufig Wissenschaftler oder Techniker, die an Weggabelungen des Fortschritts mit existenziellen Fragen konfrontiert werden: Was macht den Menschen aus? Was bleibt, wenn die Geschichte über den Menschen, wie wir ihn kennen, hinausgegangen ist?

Michael K. Iwoleit wurde 1962 in Düsseldorf geboren und lebt heute in Wuppertal. Seit 1989 ist er freier Autor, Übersetzer, Kritiker und Herausgeber vor allem im Bereich Science Fiction und Phantastik. In der Science-Fiction-Szene wurde Michael Iwoleit vor allem durch seine Novellen bekannt, für die er dreimal mit dem Deutschen Science Fiction Preis und zweimal mit dem Kurd Laßwitz Preis ausgezeichnet wurde. Einige seiner Erzählungen wurden ins Englische, Italienische, Kroatische, Polnische und Rumänische übersetzt. Außerdem hat er sich als Science-Fiction-Kritiker und als Mitherausgeber der Magazine Nova und InterNova einen Namen gemacht.

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ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 2) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. April 2012

ELEVIN VOM HINDUKUSCH

Textauszug (Teil 2) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans

“Das Paradies der Schriftlosen”

von

Detlef Hedderich

(Zum vorherigenTeil)

Unter den rabiatesten Herrschern ist den Frauen im Land der Gotteskrieger sogar die Berufstätigkeit verboten. Und den Mädchen ist es untersagt, eine Schule zu besuchen. Da es durch den Krieg allein in den Hauptstädten Witwen im fünfstelligen Bereich gibt, die dabei völlig auf sich allein gestellt sind, bleibt vielen von diesen nichts anderes übrig, als sich ihren Lebensunterhalt zu erbetteln, was wieder nach den von den Männern aufgestellten religiösen Maximen untersagt ist. Ein absoluter Teufelskreis.

Der Bildungshunger der Kinder dieser muslimischen Gesellschaft, in der die heutige durchschnittliche Lebenserwartung etwa 44 Jahre zählt und eine Frau etwa sechs bis sieben Kinder gebiert, ist kaum zu stillen. Das Durchschnittsalter der Menschen hier liegt inzwischen bei ungefähr 15 Jahren. Damit ist diese Gesellschaft eine Kindergesellschaft. Das Straßenbild der inzwischen zum Teil mithilfe der Hilfsorganisationen aus der gesamten Welt bereits wieder aufgebauten Städte und Dörfer zeigt kaum Menschen im Erwachsenenalter. Es gibt überwiegend Kinder, dann Alte und an letzter Stelle Menschen im arbeitsfähigen Alter.

Aus seinem Versteck heraus beobachtete das Mädchen dieses merkwürdige kleine Wesen, das von zwergenwüchsiger Natur war. Es war offenbar in großer Verlegenheit, denn es suchte irgendetwas und tastete mit den Händen die Gegend ab, da es über keine Augen verfügte. Bis das Zwergenwesen plötzlich den Kopf in seine Richtung drehte.

Als das Mädchen geschockt auf das Zwergenwesen starrte, kam es in seine Richtung angehoppelt und stellte sich direkt vor sein Versteck zwischen den Büschen. Das Wesen hob seinen rechten Arm, an dem sieben fingerartige Auswüchse entfernt an eine Hand erinnerten und winkte damit dem Mädchen zu.

Das Mädchen war so erschrocken, dass es ein Geräusch von sich gab, eine Arte Glucksen, und hielt sich sofort die Hand vor den Mund. Das kann nicht sein, dieses Wesen verfügt ja über keinerlei Sinnesorgane, es kann mich nicht entdeckt haben, dachte das Mädchen.

“Ich kann es doch, weil ich in deine Gedanken eintauche und mich durch deine Augen sehe und deine Ohren höre”, vernahm  das Mädchen plötzlich eine Stimme in seinem Kopf.

“Du kannst also meine Gedanken lesen?”

“Ja das kann ich”, sprach die Stimme in seinem Kopf, “ich bin ein Grogrond und lebe normalerweise in Symbiose mit einem anderen Wesen, das über Augen, Ohren und Mund verfügt”.

“Und was ist passiert, wo ist dein Partner?”

“Mein Partner hat sich wohl verlaufen, als es nach meinem Stock suchte, den ich unterwegs verloren hatte und eigentlich hätte ich nur mein Glöckchen läuten müssen, dann hätte er mich wiederfinden können. Doch ich kann mein Glöckchen nicht mehr finden!”

Schließlich half das Mädchen dem merkwürdigen Zwerg, sein Glöckchen wieder zu finden, damit es hier nicht alleine umherirren musste ohne seinen Symbionten…

Diesem Umstand ist es auch zu schulden, dass hier in hohem Maße Kinderarbeit verrichtet wird, ob auf den Feldern oder in kleinen Handwerksbetrieben. Das sehen die Vertreter der Hilfsorganisationen natürlich nicht so gerne. Lieber ist es ihnen, wenn die Kinder die Schule besuchen, damit sie später über genügend Wissen und Bildung verfügen, um einen Beruf zu erlernen, der das Überleben der Familie möglich macht.

Ein großes Problem ist dabei der weitverbreitete Opiumanbau, der ohne die Hilfe der Kinder kaum möglich ist. Doch viele Familien können sich nur dadurch ein Überleben sichern. Die noch immer herrschenden Warlords treiben diejenigen, die andere Agrarprodukte anzupflanzen versuchen, immer wieder dazu an, diesen opiaten Grundstoff anzubauen. Oft ist auch der ungeheure finanzielle Druck und der Preisunterschied der Grund, lieber das Rauschmittel anzupflanzen und zu ernten.

Auch Kabul, die Hauptstadt des Landes, hat ihre Probleme: Nach den vielen Jahren Krieg und Chaos ist es bis zur Normalität noch ein weiter Weg. Was auffällt im Straßenbild dieser Stadt, sind die vielen Menschen in Rollstühlen, auf Krücken oder sonstige Versehrte, unter denen auch eine Vielzahl von Kindern ist. Die Splitterbomben, die den Menschen hier die Gliedmaßen abreissen, können zwischen erwachsenen Kämpfern und spielenden Kindern nicht unterscheiden.

Als das Mädchen zum ersten mal auf ein anderes menschliches Wesen traf bei seinen Wanderungen durch die fremde Welt, geschah dies in der Nähe einer unbewohnten Hütte an einem See,  die sich das Mädchen am Abend zuvor zu eigen gemacht hatte. Als es den Steg, der sich neben dem Haus befand, entlang streunte, sah es plötzlich ein menschliches Gesicht im Wasser. Das Gesicht eines Mädchens in seinem Alter. Dieses schenkte ihm aus der Tiefe des Wassers ein Lächeln.

Das Mädchen lächelte zurück und bemerkte, dass es offenbar schon die ganze Zeit am Lächeln war und nicht erst dem Mädchen zurück gelächelt hatte. Es trat näher an das Wasser heran und machte einige Faxen mit Händen und Gesicht, worauf das andere Mädchen es ihm nachtat. Das Mädchen hatte nicht gemerkt, dass es sein eigenes Gesicht war, sein Spiegelbild, das die ganze Zeit zurückgelächelt hatte.

Das merkte es erst, nachdem es sich einen Zopf gemacht hatte, in den es ein Band mit einem Schmuckkamm ins Haar flochte, welchen es vor einigen Tagen auf einem der Wege durch die Landschaft, die es durchschritt, gefunden hatte. Dass das Gesicht im See genauso einen Kamm haben sollte, hielt es für sehr unwahrscheinlich.

Schließlich bemerkte es, dass das andere Mädchen sein eigenes Spiegelbild war, das aus irgendeinem Grund zeitverzögert zu ihm zurückgeworfen wurde. Offenbar war dieser See von irgendeinem Phänomen beseelt, der diesen Effekt hervorrief, dass die Geschwindigkeit des zurückgeworfenen Spiegelbildes etwas später auf die Augen des Betrachters traf.

Das Mädchen hatte nach einigen Stunden des Experimentierens schließlich die Lust verloren, dieses Geheimnis näher zu ergründen und hielt es nicht für möglich, dass ihm das gelingen würde. Aus diesem Grund setzte es seine Wanderung durch die fremde neue Welt weiter fort und verließ das Haus an diesem seltsamen See…

(Zur Fortsetzung)

Copyright (C) 2012 by Detlef Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus34-minus54” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.


Zwei Leseempfehlungen der Redaktion:

Karl Wutt
Afghanistan. Von innen und außen.

Welten des Hindukusch

Verlag :      Springer Wien
ISBN :      978-3-211-99153-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 39,95 Eur[D] / ca. 39,95 Eur[A] / ca. 62,00 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      350 S.
Erscheinungsdatum :      1., st Edition. 01.05.2010
Aus der Reihe :      Edition Transfer

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Karl Wutt zählt zu den subtilsten Kennern Afghanistans, weil er – als Architekt, Ethnologe und reisender Forscher – in den letzten Jahrzehnten immer wieder Monate in entlegenen Regionen des Landes verbrachte und das in engstem Kontakt mit der lokalen Bevölkerung.

Seine poetischen Fotos und Schilderungen sind Ausdruck solcher Annäherungen an fremd gebliebene, neuerdings wieder fremder gewordene, in sich sehr unterschiedliche Kulturen. Einem durch Kriegsberichte, Islamistenterror, Kulturkampfpropaganda vergröbertem‚ westlichen Blick’ werden Nuancen und die Vielfalt von Lebensweisen bewusst gemacht.

Karl Wutt sucht Qualitäten – sein Buch beweist, wie sehr es dabei auf Aufmerksamkeit ankommt: Einzelheiten verweisen auf Verborgenes, Zeichen auf Erzählungen, Gestaltung auf Universelles. Die dokumentierte Sichtweise „von innen und außen” spielt auf uferlose Grenzerfahrungen an, auf ein ständiges Hin und Her von Transferbeziehungen, auf Verstehen und Erahnen, auf das Überschreiten von Schwellen, auf unzugänglich Bleibendes.

Karl Wutt
geb. 1943 in Buchscheiden (Kärnten).
Studium der Architektur an der TU Wien.
1971 – 97 Feldforschungen bei Kalasha, Pashai und anderen Ethnien des Hindukusch.
1978 Dissertation über >Architektur einiger Hindukusch-Täler<.
Lehrbeauftragter am Institut für Völkerkunde der Universität Wien.
1990 – 2004 Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2000 Foto Ausstellung, >Children<, zusammen mit Suchitra Van, >Estrangements<, Kupferstichkabinett der Kunstakademie, Wien.
Seit 2002 Reisen nach Afghanistan, Studium der Pashai nach dem Krieg.
2007 Ausstellung über Afghanistan an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2008 Ausstellung, >Stile, von Gegenden und Gegenständen< bei: aut.architektur und tirol (vormals Architekturzentrum), Innsbruck.

Publikationen (Auswahl):
- >Pashai. Landschaft. Menschen. Architektur<, Graz, 1981.
- >Afghanistan, auf den zweiten Blick<, Akademie der bildenden Künste, Wien, 2007.
- >Stile von Gegenden und Gegenständen von Karl Wutt, Bohatsch Visual Communication, aut. architektur und tirol, und Arno Ritter (Taschenbuch – November 2008)

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Sayed H. Hossaini
Die Erzählprosa der Dari-Literatur in Afghanistan 1900 – 1978


Verlag :      Kovac, J
Website: http://www.verlagdrkovac.de
ISBN :      978-3-8300-5000-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      75,00 Eur[D] / 77,10 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      192 S. – 21,0 x 14,8 cm
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 03.2010
Gewicht :      247 g
Aus der Reihe :      POETICA 108

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Im multinationalen Afghanistan haben sich in den Sprachen Dari (afghanisches Persisch) und Pashto zwei Literaturen herausgebildet, die jeweils auf eine gewisse Tradition zurückblicken können. Im vorliegenden Werk wird ein Abschnitt der Dari-Literatur behandelt, der die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes widerspiegelt.

Während in der Vergangenheit die Poesie eine größere Rolle spielte, hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch eine Prosa herausgebildet, die nach europäischem Vorbild besonders Essays, Memoiren, Theaterstücke, Reisebeschreibungen, Erzählungen und vor allem Kurzgeschichten umfasst, während der Roman in dieser Epoche als noch nicht ausgereift galt.

Afghanische Literaten stellen in ihren Werken die moderne afghanische Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen dar.

Behandelt werden vor allem sozialkritische, aber auch historische, folkloristische und psychologische Themen. Die Thematik wird im vorliegenden Werk an ausgewählten Beispielen exemplarisch demonstriert.

Als Zeitraum wurden die Jahre 1900 bis 1978 gewählt, d. h. von der Einbeziehung Afghanistans in die moderne Entwicklung bis zur sog. „Aprilrevolution“, nach der das Land in das bis heute andauernde Unglück geriet.

Angesichts des im deutschsprachigen Raume bislang vorherrschenden Defizits hinsichtlich der Kenntnis der gesellschaftlichen Probleme Afghanistans sowie der kulturellen Leistungen des afghanischen Volkes ist das Buch eine sachkundige und aussagekräftige Studie, die zugleich auch junge, hier lebende Afghanen mit der Literatur ihrer leidgeprüften Heimat vertr macht.

In keinem anderen deutschsprachigen Werk (und wohl auch nicht in anderen westlichen Sprachen) kann man einen so vollständigen Überblick über Dari-sprachige Autoren und ihre Werke finden.

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ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 3) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 3. April 2012

ELEVIN VOM HINDUKUSCH

Textauszug (Teil 3) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans

“Das Paradies der Schriftlosen”

von

Detlef Hedderich

(Zum vorherigen Teil)

Im Stadtverkehr von Kabul fallen die vielen Gebrauchtbusse auf. Ein Grossteil der Menschen hat weder Arbeit noch Einkommen. Kinder und Alte betteln überall. Die ehemalige Hippiestrasse aus den 1960er Jahren ist heute eine Einkaufsstrasse für die vielen Ausländer, die sich vor allem aus den zahlreichen Mitgliedern der über tausend Hilfsorganisationen zusammensetzen, die hier ihre Einkäufe tätigen.

Im Moment wirken einige Bauvorhaben in der Stadt in etwa so, als würde man die Menschen aus dem Mittelalter in die Neuzeit katapultieren wollen, ohne Rücksicht auf den Einzelnen. Dabei verschärft sich auch der Konflikt zwischen der Stadt und dem ländlichen Umfeld. Doch nicht nur das ökonomische Ungleichgewicht trägt dazu bei, sondern auch die unterschiedlichen Vorstellungen über die Lebensweise spalten die Gesellschaft.

Dreh- und Angelpunkt ist das Bildungswesen des Landes, in dem etwa die Hälfte aller Menschen sich im Schulkindalter befindet. Auch die Mädchen erobern sich nach langer entbehrungsreicher Zeit, in der ihnen jegliche schulische Bildung untersagt war, diese zurück. Oft sitzen die Schulklassen in einem vom Krieg ausgebombten Bus, der als Klassenraum herhalten muß. Etwa 2000 Schulen wurden in den letzten 50 Jahren durch Kriegshandlungen in Trümmer gelegt. Die Lernbegeisterung der Kinder ist dennoch da und die wenigen ausgebildeten Lehrkräfte geben sich alle Mühe, unter diesen Bedingungen Bildung unter die jüngsten Mitglieder ihres Volkes zu bringen.

Das Mädchen ließ seinen Blick umherschweifen und setzte sich plötzlich in Bewegung. Ohne zu zögern ging es den Weg hinunter und nach wenigen Schritten begann es sogar zu laufen. An der Wegkreuzung schlug es die Richtung zur Siedlung der Großköpfler ein. Es lief und lief, bis es ganz atemlos war.

Erst dann begann es, das Tempo zu drosseln und zu gehen und allmählich wurden seine Schritte wieder langsamer. Schließlich schlurfte es nur noch vorwärts. Hin und wieder schniefte es, schluckte und weinte. Am Wege fand es einen Brogradienstock und hob ihn auf. Wütend begann es damit, alle Pflanzen und Gräser umzuhauen, drosch schließlich auf alles ein, um es totzuschlagen.

Dabei trottete  es langsam in Richtung der Siedlung weiter. Einmal blieb es stehen, um nachzudenken. Eigentlich war es gut, dass es nicht mehr zurück konnte in die ursprüngliche Heimat, in seine Welt. Was gab es dort schon zu erwarten außer Trauer, Leid und Elend. Und doch war es irgendwie nett gewesen in der Heimat. Und auch auf dem Hof war es nett gewesen, die Arbeit in den Feldern hatte dem Mädchen gefallen.

Alles wäre so schön gewesen in der alten Heimat, wenn nur Papa und Mama nicht von den Gotteskriegern verschleppt und später getötet worden wären, so dass es danach als Waise von Männern mit Gewehren vom Hof weggeholt wurde.  Schließlich hatte der unheimliche aber freundliche Fremde es in seine Obhut genommen. Und jetzt lebte es in dieser verrückten fremden Welt, wobei es nicht weiß, wie es überhaupt hier hergekommen war, und die irgendwie endlos zu sein schien…

So bleibt einer solchen Kindergesellschaft nichts anderes übrig, als diejenigen Schüler nach Beendigung der Oberschule – ohne Lehrerausbildung – selbst ins Lehrerdasein zu werfen. Achtzig Prozent dieser neuen Lehrkräfte sind Frauen, die dafür spärliche 50 Dollar im Monat erhalten. Die Anzahl der Kinder ist derart hoch, dass die Schüler  in drei Schichten täglich  von 7:00 Uhr morgens bis 19:00 Uhr nachmittags unterrichtet werden.

Die Kinder besuchen, soweit sie die Möglichkeit dazu haben, vom 7. bis zum 13. Lebensjahr die Grundschule, danach dürfen sie freiwillig, solange die Familien mitspielen, weiterführende Schulen bis zum 13. Schuljahr besuchen. Die Bedingungen sind dabei schwierig. Es fehlt an allem: an Heften, Stiften, Stühlen, Tischen und Bänken. Reichen die ausgebombten Busse, Zeltplätze und Ruinen nicht aus, wird im Freien gelernt. Dabei zeigt es sich, dass vor allem die Mädchen sehr gute Lernerfolge vorweisen können.

Dies ist eigentlich absurd in einer Gesellschaft, die vor wenigen Jahren noch im Mittelalter lebte und Frauen hier ganz und gar von Bildung ausgeschlossen waren. Gerade diese Ungerechtigkeit Frauen gegenüber ist die Ursache für den starken Zulauf der Hilfsorganisationen, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, diese Ungerechtigkeit zu ändern und Frauen als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu emanzipieren. In wenige Jahren wird die Bildungselite daher eher bei den jungen Frauen anzutreffen sein als bei den jungen Männern, von denen viele wieder als Opfer  in kriegsähnlichen Auseinandersetzungen ihr Leben lassen werden.

Wie bereits erwähnt, hat der Umstand, dass in dieser Gesellschaft ein Umbruch stattfindet, die Begleiterscheinung, geeignete Probandinnen als Besatzung für das Minsky-Habitat zu finden, nicht einfacher werden lassen. Seit Beginn meines Auftretens auf diesem Planeten ist es mir gelungen, in mehr als 400 Jahren 20.000 Elevinnen zu evozieren…

Ein paar Tage lang hatte es ununterbrochen geregnet. Da war dem Mädchen nichts anderes übrig geblieben, als in seiner Behausung auszuharren und sich mit dem Würfel, der an einer Kette um seinen Hals hing, zu beschäftigen. Es fand heraus, wie es mit dem Ding sprechen konnte und dass der Würfel alle seine Fragen nach bestem Gewissen zu beantworten versuchte.

So fragte das Mädchen das Ding, wo es sich befand. Der Würfel erklärte, dass es sich in einer virtuellen Welt befand, die im Inneren eines Computers existierte. Der Würfel erklärte ihm, dass es eines von vielen Mädchen sei, das von der Erde fortgeholt wurde. In ein Stasisfeld eingeschlossen und mit einem technischen Überlebenssystem verbunden, existiert es nun in millionenfach langsamerer Taktgeschwindigkeit als in der echten Welt.

In der virtuellen Welt erscheint die Geschwindigkeit normal. Alle Lebewesen, die sich darin aufhalten, befinden sich in Wirklichkeit alle in Stasisfeldern. Durch die Verlangsamung der tatsächlichen Lebensgeschwindigkeiten, ist es vielen Bewohnern fremder Welten, die sich in weit voneinander entfernten Galaxien befinden, möglich, miteinander zu kommunizieren. Ohne Stasisfelder, die zusammen mit den biologisch-technischen Lebenserhaltungssystemen, die die daran angeschlossenen sozusagen in Zeitlupe altern läßt, wäre keine Kommunikation zwischen den verschiedenen intelligenten Lebensformen des Universums möglich. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Entfernungen zwischen den Galaxien Millionen von Lichtjahre entfernt sind.

Da die Obergeschwindigkeit für den Austausch von Information die Lichtgeschwindigkeit ist, läßt sich eine Kommunikation nur dadurch bewerkstelligen, dass man den Lebensablauf der jeweilgen intelligenten Lebensform extrem verlangsamt. Dies gilt für alle Lebensformen, nicht nur für die Menschen, die  dadurch mittels einer Art kosmischen Internets in der virtuellen Fantasiewelt aufeinander treffen. In Wirklichkeit liegt jedes dieser Wesen angeschlossen an seine jeweilige Apparatur im Stasisfeld Millionen von Lichtjahre entfernt in seiner eigenen Galaxis.

-Ende-

Copyright (C) 2012 by Detlef Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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Zwei Leseempfehlungen der Redaktion:

Karl Wutt
Afghanistan. Von innen und außen.

Welten des Hindukusch

Verlag :      Springer Wien
ISBN :      978-3-211-99153-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 39,95 Eur[D] / ca. 39,95 Eur[A] / ca. 62,00 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      350 S.
Erscheinungsdatum :      1., st Edition. 01.05.2010
Aus der Reihe :      Edition Transfer

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

Karl Wutt zählt zu den subtilsten Kennern Afghanistans, weil er – als Architekt, Ethnologe und reisender Forscher – in den letzten Jahrzehnten immer wieder Monate in entlegenen Regionen des Landes verbrachte und das in engstem Kontakt mit der lokalen Bevölkerung.

Seine poetischen Fotos und Schilderungen sind Ausdruck solcher Annäherungen an fremd gebliebene, neuerdings wieder fremder gewordene, in sich sehr unterschiedliche Kulturen. Einem durch Kriegsberichte, Islamistenterror, Kulturkampfpropaganda vergröbertem‚ westlichen Blick’ werden Nuancen und die Vielfalt von Lebensweisen bewusst gemacht.

Karl Wutt sucht Qualitäten – sein Buch beweist, wie sehr es dabei auf Aufmerksamkeit ankommt: Einzelheiten verweisen auf Verborgenes, Zeichen auf Erzählungen, Gestaltung auf Universelles. Die dokumentierte Sichtweise „von innen und außen” spielt auf uferlose Grenzerfahrungen an, auf ein ständiges Hin und Her von Transferbeziehungen, auf Verstehen und Erahnen, auf das Überschreiten von Schwellen, auf unzugänglich Bleibendes.

Karl Wutt
geb. 1943 in Buchscheiden (Kärnten).
Studium der Architektur an der TU Wien.
1971 – 97 Feldforschungen bei Kalasha, Pashai und anderen Ethnien des Hindukusch.
1978 Dissertation über >Architektur einiger Hindukusch-Täler<.
Lehrbeauftragter am Institut für Völkerkunde der Universität Wien.
1990 – 2004 Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2000 Foto Ausstellung, >Children<, zusammen mit Suchitra Van, >Estrangements<, Kupferstichkabinett der Kunstakademie, Wien.
Seit 2002 Reisen nach Afghanistan, Studium der Pashai nach dem Krieg.
2007 Ausstellung über Afghanistan an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2008 Ausstellung, >Stile, von Gegenden und Gegenständen< bei: aut.architektur und tirol (vormals Architekturzentrum), Innsbruck.

Publikationen (Auswahl):
- >Pashai. Landschaft. Menschen. Architektur<, Graz, 1981.
- >Afghanistan, auf den zweiten Blick<, Akademie der bildenden Künste, Wien, 2007.
- >Stile von Gegenden und Gegenständen von Karl Wutt, Bohatsch Visual Communication, aut. architektur und tirol, und Arno Ritter (Taschenbuch – November 2008)

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Sayed H. Hossaini
Die Erzählprosa der Dari-Literatur in Afghanistan 1900 – 1978


Verlag :      Kovac, J
Website: http://www.verlagdrkovac.de
ISBN :      978-3-8300-5000-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      75,00 Eur[D] / 77,10 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      192 S. – 21,0 x 14,8 cm
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 03.2010
Gewicht :      247 g
Aus der Reihe :      POETICA 108

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Im multinationalen Afghanistan haben sich in den Sprachen Dari (afghanisches Persisch) und Pashto zwei Literaturen herausgebildet, die jeweils auf eine gewisse Tradition zurückblicken können. Im vorliegenden Werk wird ein Abschnitt der Dari-Literatur behandelt, der die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes widerspiegelt.

Während in der Vergangenheit die Poesie eine größere Rolle spielte, hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch eine Prosa herausgebildet, die nach europäischem Vorbild besonders Essays, Memoiren, Theaterstücke, Reisebeschreibungen, Erzählungen und vor allem Kurzgeschichten umfasst, während der Roman in dieser Epoche als noch nicht ausgereift galt.

Afghanische Literaten stellen in ihren Werken die moderne afghanische Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen dar.

Behandelt werden vor allem sozialkritische, aber auch historische, folkloristische und psychologische Themen. Die Thematik wird im vorliegenden Werk an ausgewählten Beispielen exemplarisch demonstriert.

Als Zeitraum wurden die Jahre 1900 bis 1978 gewählt, d. h. von der Einbeziehung Afghanistans in die moderne Entwicklung bis zur sog. „Aprilrevolution“, nach der das Land in das bis heute andauernde Unglück geriet.

Angesichts des im deutschsprachigen Raume bislang vorherrschenden Defizits hinsichtlich der Kenntnis der gesellschaftlichen Probleme Afghanistans sowie der kulturellen Leistungen des afghanischen Volkes ist das Buch eine sachkundige und aussagekräftige Studie, die zugleich auch junge, hier lebende Afghanen mit der Literatur ihrer leidgeprüften Heimat vertr macht.

In keinem anderen deutschsprachigen Werk (und wohl auch nicht in anderen westlichen Sprachen) kann man einen so vollständigen Überblick über Dari-sprachige Autoren und ihre Werke finden.

Titel bei amazon.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 1) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. März 2012

ELEVIN VOM HINDUKUSCH

Textauszug (Teil 1) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans

“Das Paradies der Schriftlosen”

von

Detlef Hedderich

Bereits zur Blütezeit des Khorassan durchstreife ich dieses Land, immer auf der Suche nach Vollwaisen des weiblichen Geschlechts und zwar noch vor Beginn der Menarche. Dieser Zeitpunkt tritt heute wesentlich früher ein als noch zur Blütezeit des Khorassan. Damals waren die zukünftigen Elevinnen noch um die 16 bis 17 Jahre alt, heute sind sie bereits mit 11 bis 12 Jahren am Beginn der Adoleszenz.

Doch nicht nur dieser Umstand macht es mir inzwischen schwierig, geeignete Probandinnen zu finden, von denen nach eingehenden Untersuchungen immer weniger geeignet scheinen für ein Dasein im Paradies des Minsky-Habitats. Leider sind nur die weiblichen Exemplare dieser Art in der Lage, die neuronalen Verknüpfungspunkte am Synaptischen Spalt zwischen BioWare und TecWare auszubilden. Tritt dies vor Beginn der Menarche in Kraft, werden sie Teil des neuronalen Netzwerkes im Verbund mit dem Minsky-Server.

Mit einem Kranz dichter, hellbrauner Schlingen schloß das Mädchen seine Vision ein und lenkte so darauf hin. Über den dichten Piratus zog es, in einem breiten Abstand eine ganz lose Wellenlinie. Anschließend wechselte es mit einigen dünnen Streifen zur gelben Engobe über.  Das Mädchen hob sein Objekt senkrecht in die Luft und betrachtete es. Danach tupfte es mit schmalen Abständen weiße Punkte nebeneinander. Jeden dieser Punkte zog es zu einem langen Tropfen. Als es fertig war, stellte das Mädchen das Objekt wieder in den dafür vorgesehenen Purator, die Harmonie war wieder hergestellt.

Bei den männlichen Probanden kommt es  nach wie vor nach Eintritt der Spermarche zu neuronalen Ceroid-Lipofuszinosen, wenn versucht wird, diese an das neuronale Netz des Minsky-Habitats anzuschließen. Auch diejenigen Exemplare, die vor Beginn dieser Phase ins neuronale Netz integriert werden, bilden die Unverträglichkeit aus. Sämtliche Versuche, diese Pollutionen auf biomolekularer oder biochemischer Weise zu unterdrücken oder auszuschalten, machen diese männlichen Individuen zu unbrauchbarer Biomasse, sobald die neuronalen Zugriffscodes des Minsky-Servers in Kraft treten.

So bilden noch immer, wie schon zur Blütezeit des Khorassan, nur die weiblichen Exemplare die Belegschaft des Minsky-Habitats. Auch sämtliche Versuche, Exemplare aus anderen Gebieten dieses Planeten heranzuziehen, scheiterten bislang kläglich. Nur die weiblichen Individuen mit einer bestimmten genetischen Konstellation sind überhaupt kompatibel zum neuronalen Minsky-Netzwerk. Und offenbar ist diese genetische Disposition in dieser Form nur in diesem Gebiet des Planeten bei seinen weiblichen Individuen anzutreffen.

Der Umstand, dass in diesem Gebiet keine Vermischung mit weit außerhalb des Gebietes stammenden Individuen stattfindet, ist sicherlich genauso Ursache der gewünschten genetischen Disposition, wie wohl auch der Umstand, dass die Bevölkerung dieses Gebietes, die aus etwa 30 Millionen Individuen besteht, sich aus einer Vielzahl ethnischer Gruppen und Stämme zusammensetzt, die diese genetische Kompatibilität erst entstehen haben lassen.

Die religiöse vorherrschende Orientierung der Menschen dieses Gebietes ist dabei mit Sicherheit ebenso ein Faktor in der Vermischung oder Nichtvermischung bestimmter Ethnien. Faktorierend ist dabei offenbar auch die Topografie, das Klima und der großzügige Genuss von Schlafmohn- und Cannabis-Produkten der Menschen hier als auch die der traditionellen Ernährungsweise.

Der Feuerball am Himmel war untergegangen. Vor einiger Zeit noch hüpften die Gurtiesen über das Land als jetzt etwas Graues, Scheues unmerklich zwischen den Bäumen hin und her schlich.  Die Flughansen raschelten im trockenen Laub des vorherigen Jahres.

Um diese Dämmerzeit war es dem Mädchen unmöglich, der Einsamkeit sein er Existenz etwas Schönes abzugewinnen. Es fror leicht und schürte daher das Feuer im Kamin und legte noch einige Scheite hinzu, damit es wenigstens im Innern seiner Behausung mollig warm wurde, auch wenn das nichts an der Kälte in seinem Innern änderte. Anschließend entzündete das Mädchen einen Scheit, um damit die Kerze zum Brennen zu bringen.

Viel gemütlicher würde es nicht werden. Als die Wärme des Feuers es dazu brachte, seinen Mantel aus Solminerwolle an den Haken zu hängen, spürte es, wie eine absolute Stille in seine Behausung schlich und es davon fast betäubt wurde…

Ob sich dieser Zustand im Zuge der Internationalisierung des Landes ändern wird, ist ungewiss. Gewiss ist allerdings, dass durch die weitgreifende Zunahme an Bildungsmöglichkeiten eine Entwicklung, zumindest ein Veränderung, stattfinden wird. Zwar haben die vielen Kriege der letzten Jahrhunderte bzw. Jahrzehnte immer wieder dafür gesorgt, dass das Durchschnittsalter der Menschen hier auf inzwischen etwa 15 Jahre herabgesunken ist. Doch ist dieser Umstand auch wieder von Vorteil, da sehr viele weibliche Individuen im entsprechen Alter dabei sind, die als Probandinnen – von denen dann ungefähr ein Drittel die gewünschte genetische Proposition besitzen – sich nach den eingehenden Tests als Elevinnen herauskristallisieren.

Natürlich sind Kriege schrecklich und auch die Tatsache, dass die vorherrschende religiöse Ausrichtung der Menschen hier es vor allem den weiblichen Mitgliedern sehr schwer macht, ein menschenwürdiges Dasein zu fristen. Genau dieser Umstand ist  es aber, wodurch früher eine wesentlich höhere Anzahl an Probandinnen entstand, als heute. Auch war es früher so, dass die weiblichen Mitglieder stark unterdrückt wurden von den männlichen in dieser stark fundamental-religiös orientierten Gesellschaft. Und immer ist es eine männlich orientierte Gewaltenteilung, in der die Frauen das Nachsehen haben oder einfach totgeprügelt oder gesteinigt werden.

Das Haus war alt. Aus den beiden Dreiköpflern, die noch vor einigen Monaten hier gelebt hatten, waren Väter und Großväter geworden. Ihr biologischer Alterungsprozeß war ein völlig anderer als der des Mädchens. Die Dreiköpfler hatten nur eine Lebenspanne von wenigen Jahren, dann teilten sie sich und wurden zu einzelnen Tieren, die über keinerlei Verstand im übliche Sinne mehr verfügten. Ihr einziges Lebensziel bestand dann darin, zu fressen und sich fortzupflanzen. Dabei gab es drei Geschlechter, die sich gegenseitig befruchteten.

Einmal befruchtet wuchs aus einem der Drei der Baum der Leidenschaft und aus dem zweiten der Ring der Brüller und aus dem dritten kamen zwei winzige Dreiköpfler heraus, die sich von innen her aus ihrem Elterntier fraßen. Wenige Tage später war ihr Intellekt so ausgebildet, dass sie dann ihr Baumhaus, ihren Baum der Leidenschaft, bewohnen und umbauen konnten.

Ihre Nahrung bezogen sie dann nur noch aus dem Ring, in den sich einer der drei Elterntiere verwandelt hatte, eine Art hochwandigen Trog, in dem die Brüller, kleine einäugige Schlangenwesen, geboren wurden, von denen sich die Dreiköpfler ernährten, denn sie vertrugen sonst keine andere Nahrung außer diesen Schlangentieren. Ohne diese wären sie zum Tode verurteilt gewesen.

Das Baumhaus war jetzt unbewohnt, es stand leer, deshalb hatte sich das Mädchen hier einquartiert und es sich so gemütlich wie möglich gemacht. Hier oben, zwischen dem Geäst des Baumes, fühlte es sich relativ sicher vor den Geschöpfen, die diese neue Welt um es herum bewohnten…

(Zur Fortsetzung)

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Zwei Leseempfehlungen der Redaktion:

Karl Wutt
Afghanistan. Von innen und außen.

Welten des Hindukusch

Verlag :      Springer Wien
ISBN :      978-3-211-99153-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 39,95 Eur[D] / ca. 39,95 Eur[A] / ca. 62,00 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      350 S.
Erscheinungsdatum :      1., st Edition. 01.05.2010
Aus der Reihe :      Edition Transfer

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Karl Wutt zählt zu den subtilsten Kennern Afghanistans, weil er – als Architekt, Ethnologe und reisender Forscher – in den letzten Jahrzehnten immer wieder Monate in entlegenen Regionen des Landes verbrachte und das in engstem Kontakt mit der lokalen Bevölkerung.

Seine poetischen Fotos und Schilderungen sind Ausdruck solcher Annäherungen an fremd gebliebene, neuerdings wieder fremder gewordene, in sich sehr unterschiedliche Kulturen. Einem durch Kriegsberichte, Islamistenterror, Kulturkampfpropaganda vergröbertem‚ westlichen Blick’ werden Nuancen und die Vielfalt von Lebensweisen bewusst gemacht.

Karl Wutt sucht Qualitäten – sein Buch beweist, wie sehr es dabei auf Aufmerksamkeit ankommt: Einzelheiten verweisen auf Verborgenes, Zeichen auf Erzählungen, Gestaltung auf Universelles. Die dokumentierte Sichtweise „von innen und außen” spielt auf uferlose Grenzerfahrungen an, auf ein ständiges Hin und Her von Transferbeziehungen, auf Verstehen und Erahnen, auf das Überschreiten von Schwellen, auf unzugänglich Bleibendes.

Karl Wutt
geb. 1943 in Buchscheiden (Kärnten).
Studium der Architektur an der TU Wien.
1971 – 97 Feldforschungen bei Kalasha, Pashai und anderen Ethnien des Hindukusch.
1978 Dissertation über >Architektur einiger Hindukusch-Täler<.
Lehrbeauftragter am Institut für Völkerkunde der Universität Wien.
1990 – 2004 Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2000 Foto Ausstellung, >Children<, zusammen mit Suchitra Van, >Estrangements<, Kupferstichkabinett der Kunstakademie, Wien.
Seit 2002 Reisen nach Afghanistan, Studium der Pashai nach dem Krieg.
2007 Ausstellung über Afghanistan an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2008 Ausstellung, >Stile, von Gegenden und Gegenständen< bei: aut.architektur und tirol (vormals Architekturzentrum), Innsbruck.

Publikationen (Auswahl):
- >Pashai. Landschaft. Menschen. Architektur<, Graz, 1981.
- >Afghanistan, auf den zweiten Blick<, Akademie der bildenden Künste, Wien, 2007.
- >Stile von Gegenden und Gegenständen von Karl Wutt, Bohatsch Visual Communication, aut. architektur und tirol, und Arno Ritter (Taschenbuch – November 2008)

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Sayed H. Hossaini
Die Erzählprosa der Dari-Literatur in Afghanistan 1900 – 1978


Verlag :      Kovac, J
Website: http://www.verlagdrkovac.de
ISBN :      978-3-8300-5000-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      75,00 Eur[D] / 77,10 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      192 S. – 21,0 x 14,8 cm
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 03.2010
Gewicht :      247 g
Aus der Reihe :      POETICA 108

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Im multinationalen Afghanistan haben sich in den Sprachen Dari (afghanisches Persisch) und Pashto zwei Literaturen herausgebildet, die jeweils auf eine gewisse Tradition zurückblicken können. Im vorliegenden Werk wird ein Abschnitt der Dari-Literatur behandelt, der die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes widerspiegelt.

Während in der Vergangenheit die Poesie eine größere Rolle spielte, hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch eine Prosa herausgebildet, die nach europäischem Vorbild besonders Essays, Memoiren, Theaterstücke, Reisebeschreibungen, Erzählungen und vor allem Kurzgeschichten umfasst, während der Roman in dieser Epoche als noch nicht ausgereift galt.

Afghanische Literaten stellen in ihren Werken die moderne afghanische Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen dar.

Behandelt werden vor allem sozialkritische, aber auch historische, folkloristische und psychologische Themen. Die Thematik wird im vorliegenden Werk an ausgewählten Beispielen exemplarisch demonstriert.

Als Zeitraum wurden die Jahre 1900 bis 1978 gewählt, d. h. von der Einbeziehung Afghanistans in die moderne Entwicklung bis zur sog. „Aprilrevolution“, nach der das Land in das bis heute andauernde Unglück geriet.

Angesichts des im deutschsprachigen Raume bislang vorherrschenden Defizits hinsichtlich der Kenntnis der gesellschaftlichen Probleme Afghanistans sowie der kulturellen Leistungen des afghanischen Volkes ist das Buch eine sachkundige und aussagekräftige Studie, die zugleich auch junge, hier lebende Afghanen mit der Literatur ihrer leidgeprüften Heimat vertr macht.

In keinem anderen deutschsprachigen Werk (und wohl auch nicht in anderen westlichen Sprachen) kann man einen so vollständigen Überblick über Dari-sprachige Autoren und ihre Werke finden.

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Korrekturbutton”

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. Februar 2012

“KORREKTURBUTTON”

sfbasar.de-Anthologie Band 1

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Besucher, liebe Leser heute kann ich einen weiteren Beitrag für unsere vorliegende Anthologie vorstellen, die nach und nach mit Kurzgeschichten unserer Autoren gefüllt werden wird. Dabei geht es uns vor allem um eine breitgefächerte Auswahl wie das jeweilige Thema behandelt werden kann. Wir hoffen auf Eure Unterstützung und darauf, dass Ihr uns hier oder direkt in dem entsprechenden Beitrag einen kurzen Kommentar schreibt, was Euch gefallen hat und was nicht, und vielleicht noch warum oder warum nicht. Das wäre wirklich hilfreich nicht nur für die beteiligten Autoren sondern auch für uns als Herausgeber, damit wir uns ein Bild machen können, was warum gewünscht wird und was nicht und warum nicht, was uns bei weiteren Anthologien helfen kann, die richtigen Themen zu finden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge – und vor allem die hinzugekommene Story – zum Themenkreis: “Korrekturbutton” sprechen:

DAS KORRIGIERTE LEBEN – Kurzgeschichte von Mona Mee

DER KORREKTURBUTTON – Eine phantastische Kurzgeschichte von Günther Kurt Lietz

DER KORREKTURKNOPF – Eine Kurzgeschichte von Chiara Kaiser (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 2/2012)

DIE COMPUTERGESTÜTZTE KORREKTUR ZUR KOMPETENZ- UND EVALUATIONSBEWERTUNG – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Yvonne Rheinganz

DIE KORREKTUR – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Alfred Bekker

DIE KORREKTUR DER DISHARMONIE – Eine Science-Fiction-Kurzgeschichte von Ariana Lazar

EINE FRAGE DER DIPLOMATIE – eine Science-Fiction-Geschichte von Leon Ferri

GEFANGEN – Leseprobe zu “DAS HERKULES-PROJEKT”, Roman von Marcus Hammerschmitt.

KANINCHEN AUF DEM MARS Oder: DIE KORREKTUR DER ARTENDOMINANZ IM SOLSYSTEM – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

KORREKTUR MIT FOLGEN – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

KORREKTURBUTTON – Eine Kurzgeschichte von Susan Ott

MANUSKRIPTE – Eine Fantasy-Kurzgeschichte von Barbara Wegener

NEU! = MENSCH VERSUS ABDITUM MENTIS – ODER: DIE KORREKTUR DER INFORMATIONSVERBREITUNG VON KONTAKTEN MIT AUSSERIRDISCHEN – SF-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

PACKMASCHINE MIT KORREKTURKNOPF (Überarbeitete Fassung) – eine Erzählung von Martina Müller

FILMBESPRECHUNG: PANIK BUTTON – Regie: Chris Crow GB 2011 – Rezension von Michael Drewniok

PUSH THE BUTTON … Leseprobe zu “Black Ice – Die Odyssee von Spacetrooper Beronice Savoy”, Science-Fiction Roman von Werner Karl

(wird weiter fortgesetzt!)

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:
.


Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Detlef Hedderich

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DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER BIDJOGOS – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. Mai 2011

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER BIDJOGOS


Eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben

von

Detlef Hedderich

Am Anfang erschuf Gott die Welt. Danach erschuf er einen Mann und eine Frau. Sie gebar vier Töchter und gab der ersten den Namen Urakuma, die zweite nannte sie Uminka, die dritte Uraga und die vierte Unkah.

Zunächst lebten die vier Geschwister in schöner Gemeinsamkeit, aber dann begannen sie einander nicht mehr richtig zuzuhören und schließlich zerstritten sie sich.

Als Gott den Streit unter den Schwestern bemerkte, trennte er sie von einander. Doch Urakuma und Uminka taten sich zusammen und gründeten eine Familie. Da schlossen sich auch die beiden anderen, Uraga und Unkah, zu einem Paar zusammen. Von diesen vier Frauen, stammen alle Menschen ab.

Urakuma und Uminka übertrug Gott die Macht über die Erde und machte dabei all ihren Reichtum zum Geschenk. Urakuma erhielt sogar die Macht über alle Elemente und Naturerscheinungen. Damit die beiden anderen Schwestern nicht leer ausgingen übertrug ihnen Urakuma die Macht über das Meer und die Fische und auch über den Regen.

Nach einiger Zeit waren aus den beiden Ehen so viele Kinder hervorgegangen, dass Gott sie auf verschiedene Länder der Erde verteilen mußte, damit sie nicht einander in Streit gerieten, denn es herrschte kein Frieden unter ihnen. Auf diese Weise entstanden die unterschiedlichen Völker und Rassen.

Schließlich mußte Gott für sie auch noch unterschiedliche Sprachen erfinden, damit sie sich immerhin in den Grenzen des eigenen Landes verständigen konnten. Deswegen haben die Menschen unterschiedliche Sprachen, obwohl sie einen gemeinsamen Vorfahren haben, Gott.


ENDE


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Senegal, Gambia und Guinea-Bissau

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ISBN :      978-3-8317-2041-5
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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 19.04.2011
Seiten/Umfang :      ca. 384 S. – 18,0 x 10,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      5., neu bearbeitete und komplett aktualisierte Auf 04.2011
Gewicht :      363 g
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Von den Ausläufern der Sahara über die moderne Metropole Dakar bis hinunter zu den immergrünen Regenwäldern der Casamance eröffnet sich ein facettenreiches Bild westafrikanischer Kultur und Lebensart. Eine funktionierende touristische Infrastruktur und ein bemerkenswert weltoffener, toleranter Islam erleichtern das Entdecken. Hilfreiche Tipps zeigen, wie man sich auch ohne großes Reisebudget und auf eigene Faust im “wirklichen Afrika” rasch zurechtfindet – denn das beginnt jenseits bewachter Hotelresorts und klimatisierter Ausflugsbusse.

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