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Literatur-Blog

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Überraschungsgeschichten der besonderen Art”

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. April 2012

“Überraschungsgeschichten der besonderen Art”

sfbasar.de-Anthologie Band 12

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Heute darf ich alle Leser und Besucher dazu einladen wieder eine neue Geschichte für diese Anthologie zu goutieren. Es geht um Überraschungsgeschichten, gemeint sind Geschichten, die ein überraschendes Ende aufweisen oder möglicherweise auch mehrmals in ihrem Verlauf die Richtung des Plot, der Handlung zu ändern. Früher hat man mal Plotgeschichten dazu gesagt, die meist klassische SF-Storys waren, die ursprüngliche Domain für Geschichten mit solch unerwartetem Ende oder unerwartender Auflösung. Es ist die Pointe, die hier die Geschichte trägt, die Hoffnung des Lesers, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden und den sogeannten Sense of Wonder erleben zu dürfen. Diese Plots machen süchtig, und so waren viele SF-Autoren der Vergangenheit darauf spezialisiert, solche Geschichten in Sammelbänden zu produzieren, die ihre Leser ins Staunen versetzen konnten. Das solche Überraschungsgeschichten nicht nur die Domaine des SF-Genres ist, soll diese Anthologie beweisen. Viele dieser Geschichten sind alltäglich erlebte Szenen und Situationen, die hier aufgegriffen und zu solchen Überraschungsgeschichten verarbeitet wurden.

Also liebe Leser, liebe Besucher und liebe Autoren und Community-Autoren, schreibt etwas, von dem ihr glaubt, dass es einen Berührungspunkt dazu gibt, so das Euer Werk in diese Anthologie aufgenommen werden sollte. Neben Prosa und Lyrik nehmen wir gerne auch anderweitige Texte mit in diese Ausgabe, wenn sie in irgendeiner Form dazu passen. Nur Mut, und nun greift zur Feder oder Tastatur, denn wir hoffen auf Eure Unterstützung. Von unseren Lesern und Besuchern der Seite hoffen wir auf Feedback, direkt in dem entsprechenden Beiträgen in Form von kurzen Kommentaren oder auch direkt hier in diesem Editoral, das ebenfalls Raum für jede Menge Kommentare bietet. Das wäre wirklich hilfreich nicht nur für die beteiligten Autoren sondern auch für uns als Herausgeber, damit wir uns ein Bild machen können, was warum gewünscht wird und was nicht und warum nicht, was uns bei weiteren Anthologien helfen kann, die richtigen Themen zu finden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Überraschungsgeschichten der besonderen Art” sprechen:

ARMER POET MIT HUND, FRAU UND SCHREIBMASCHINE – eine Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

DAS GEHEIMNISVOLLE ARTEFAKT – Kurzgeschichte von Barbara Wegener

DAS MONSTER IM WANDSCHRANK – eine Fantasy-Kurzgeschichte von Yvonne Rheinganz

DIE BIOLOGISCHE UHR DER STÖRCHE – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

DIE FARBE BLAU – Eine Kurzgeschichte von Ann-Kathrin Karschnick

DIE LISTE DER GEHASSTEN – ein Gedicht von Felis Breitendorf

EIN LASTTAXI-FAHRER AUF ABWEGEN – eine Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

GEBURTSSCHMERZTEILUNG – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 4/2011)

NEU - KONSUMVERWEIGERUNG – Eine Kurzgeschichte von Anna Breitzke

VON HARTER HAND GEFÜHRT – eine Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Detlef Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Überraschungsgeschichten-der-besonderen-Art1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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(Portalwelten 1) JAM JAM PARADIES – CASTLE GROUNDS – Eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 6. April 2012

JAM JAM PARADIES – CASTLE GROUNDS

Portalwelten (1)

Eine Science Fiction-Kurzgeschichte

von

Detlef Hedderich

Ich teilte dem Schwebegleiter mit, langsam dem Fluß zu folgen, der links und rechts von einem jeweils langen weißen Sandstrand eingerahmt war. Als ich das Mädchen sah, ließ ich den Gleiter stoppen und aufsetzen. Ich stieg aus und ging über die kleine Düne bis zum Strand, an dem das Mädchen, das ein luftiges Kleidchen trug, spielerisch mit den Füßen im Sand hin und herstrich.

Als es mich hörte, blickte es sich kurz zu mir um, um sofort wieder auf seinen rechten Fuß zu schauen, mit dem es weiterhin den hellen Sand hin und herschaufelte. Ohne mich anzuschauen fragte es: “Bist du Donald?”

“Ja. Und du bist Camilla, stimmt´s? Deine Mutter hat mir gesagt, dass ich dich hier finden würde.”

“Ich weiß, Mama hat mir gesagt, dass du kommen würdest. Und ja, ich bin Camilla.”

“Hat sie dir gesagt, wer ich bin?”

“Nicht direkt. Ich glaube sie hat was von meiner Ururgroßmutter erzählt. Bist du mein Ururgroßvater?”

“Das weiß ich nicht.”

“Du weißt nicht, ob du mein Ururopa bist? Warum nicht?”

Ich schob ebenfalls mit meinen Füßen den Sand zusammen, wobei ein kleiner Hügel entstand auf dem ich mich hockte, damit ich Camilla auf Augehöhe gegenüber saß. “Das liegt daran, dass ich recht kurz mit deiner Ururgroßmutter zusammen war und wir uns anschließend aus den Augen verloren haben. Später hörte ich, dass sie Kinder bekommen haben soll. Wann und von wem, davon weiß ich nichts!”

“Also könnte es sein, dass du der Papa von meiner Urgroßmutter bist?”

Ich holte ein Pfefferminzkaugummi aus der Jackentasche und bot ihn dem Mädchen an, das dankend ablehnte. Daher packte ich den Streifen aus und steckte ihn mir in den Mund. Das Verpackungspapier schob ich in meine Jackentasche zurück. “Das wäre schon möglich.”

“Gibt es nicht solch ein Dingsbums, mit dem man sofort feststellen kann, ob wir die selben Gene haben?”

“Klar gibt es das, doch ich mußte deiner Mutter versprechen, dass ich dich nicht scannen würde.”

“Mußtest du ihr dein Ehrenwort geben?”

Ich nickte kurz. “Genau, ich versprach ihr das mit meinem Ehrenwort. Sie sagte, dass, wenn du volljährig bist, selbst entscheiden kannst, ob du einen solchen Scan durchführen lassen möchtest. Und wenn du entscheiden kannst, wäre ich von dem Moment an von meinem Versprechen entbunden.”

“Das sieht Mama ähnlich!” Dabei lächelte das Mädchen kurz in sich hinein und kräuselte die Lippen ein wenig.

Ich mußte kurz lachen. “Das stimmt.”

“Mama hat gesagt, dass du mir andere Welten zeigen würdest, damit ich später, wenn ich volljährig bin, genügend darüber weiß, ob ich hier auf Jam Jam Paradies bleiben oder lieber auf einer anderen Welt leben möchte.”

“Das würde ich gerne machen. Und ich würde dir auch alle deine Fragen beantworten, die du dann bestimmt stellen wirst.”

“Wie soll das ganze gehen, muß ich meine Koffer packen und mich umziehen und wir fliegen dann in den orbitalen Raumhafen?”

“Nein Camilla, das müssen wir nicht. Ich besitze auf Jam Jam Paradies mehrere Häuser auf dem ganzen Planet verteilt. In jedem dieser Häuser befinden sich Portale  zu den jeweils anderen Häusern. Und auch hinauf in die Orbitalstation, sogar auf andere Welten können wir reisen, mittels der Portaltechnik in meinen Häusern.”

“Ich dachte, so eine Technik sei hier verboten, so wie auch keine Touristen nach Jam Jam Paradies reisen dürfen?!”

“Eigentlich ist so eine Technik auf dieser Welt tatsächlich verboten und das ist ja auch der Grund, warum deine Mutter hergekommen ist und ihr Leben hier verbringen möchte. Genaugenommen bin ich es, der diese Verbotsregelung in diese Welt gesetzt hat, denn ich bin der Besitzer von Jam Jam Paradies.”

“Du besitzt Jam Jam Paradies? Diese ganze Welt gehört dir?”

“Nicht ganz, es gibt noch Mitbesitzer, doch die Entscheidungsmehrheit liegt in meinen Händen.”

“Weiß die Mama das?”

“Ja, alle Erwachsenen wissen das, denn sie müssen sich dafür bewerben, damit sie hier leben dürfen.”

“Und das entscheidest du ganz alleine?”

“Nicht ich, sondern meine geschäftsführenden KIs.”

“Und wo sind die? Auf der Orbittalstation?”

“Dort und in meinen Häusern, die über diese Welt verteilt sind. Im Verbund leiten sie das Nutzungsabkommen mit den hier Lebenden und entscheiden, wer herkommen darf und wer nicht.”

“Und nach welchen Kriterien werden solche Dinge von diesen KIs entschieden?”

“Diese Kriterien habe ich im Verbund mit diesen KIs und einigen sehr schlauen Menschen aufgestellt. Die KIs müssen sich fest daran halten, sie haben keine Möglichkeiten, ungerecht zu entscheiden.”

“Ist denn eines deiner Häuser hier in der Nähe, von welchem aus wir reisen können?”

“Das stimmt. Eines meiner Häuser ist keine zwanzig Minuten mit dem Gleiter, der hinter der Düne steht, entfernt. Wenn du willst, fliegen wir dort hin und ich zeige dir, wie ich mich eingerichtet habe?”

“Gerne. Aber findest du nicht, dass ich nur mit meinem Kleid, das ich anhabe, ein bißchen wenig Anzuziehen habe, selbst für eine Reise durch ein Transmitterportal?”

“Mach dir keine Gedanken, im Gleiter habe ich Kleidung in einer Tasche, die mir deine Mama mitgegeben hat. Wenn du willst, können wir sofort los.”

Das Mädchen nickte und gemeinsam stiegen wir über die Düne und setzen uns in den Gleiter, der sofort die Türen schloß und sanft abhob und geräuschlos dahinzugleiten begann.

*

Als wir auf Castle Grounds zuschwebten, bemerkte Camilla, dass das Ganze auf sie wie ein Kloster wirken würde. Sie wunderte sich darüber, dass es von außen so alt und verwittert aussah. “Ich dachte du wärest so reich, warum ist das denn alles so altertümlich und nicht eher modern?”

“Das ist pure Absicht. Wie du bestimmt weißt, befinden sich auf dieser Welt sehr viele Klöster und Gemeinschaften, die sich vom modernen Leben der anderen Welten losgesagt haben. Zusammen mit dem Verbot moderner Technik wollen viele in Ruhe ihr Leben und ihre Vorstellungen davon verbringen. Damit sich alle diese Leute nicht gestört oder provoziert fühlen, habe ich das Äußere meiner Häuser ein wenig angepaßt.”

“Aber innen hast du dann ganz viel Technik, diese ganzen Spielereien, von denen man so hört, die auf anderen Welten die Leute verrückt machen.”

“Tut mir leid Camilla, ich habe auch innen kaum sichtbare Technik verbauen lassen. Natürlich sind meine Häuser auf dem neuesten technischen Stand und natürlich wird alles von der jeweiligen Haus-KI geregelt, die dafür sorgt, dass alles sauber bleibt und funktioniert. Das ginge ja nicht, wenn hier tatsächlich alles so wäre wie bei Euch zu Hause, wo alles ohne moderne Technik auskommen muß. Schließlich bin ich persönlich recht selten anwesend.”

“Wir waschen aber unsere Wäsche nicht am Fluß und ein Plumpsklo haben wir auch keines im Hof stehen!”

“Ist mir bewußt.  Ich habe mich einfach im Inneren meiner Häuser auf dieser Welt auf das Nötigste beschränkt, denn wenn ich hier herkomme, dann möchte ich mich vom Trubel der anderen Welten abschirmen und ein wenig entspannen!”

“Aha”, war das einzige, was das Mädchen  erwiderte.

Als wir im Hof gelandet waren, stiegen wir aus und gingen ins Haus. Camilla pfiff anerkennend und meinte: “Das ist ja wirklich vom allerfeinsten hier, was das Material angeht. Alle Achtung, so läßt es sich bestimmt angenehm leben und entspannen. Eine automatische Küche und Bar scheint es aber nicht zu geben. Wie schade.”

Ich zeigte Camilla wo die Küche war und wie man sich hier etwas Einfaches zu Essen und zu Trinken machen konnte. Anschließend führte ich sie durchs Haus und zeigte Ihr die wichtigsten Räume und welche Funktion sie haben. Worauf sie sich nicht verkeifen konnte zu bemerken: “Technik ist wirklich keine zu sehen, aber Entspannung wird tatsächlich groß geschrieben.”

“Luxus ist das, was man darunter versteht. Für mich ist hier der Luxus, mich entspannen zu können, ohne technische Hilfsmittel nötig zu haben. Du kannst dir übrigens eines der Zimmer aussuchen, es gibt ein Dutzend davon. Manchmal bekomme ich Besuch, deshalb die Auswahl. Jedes Zimmer hat einen andern Einrichtungsstil. Suche dir eines aus. Dort kannst du dich dann umziehen. Ziehe dir etwas Variableres an, denn als erstes möchte ich dir deine eigene Welt genauer zeigen. Bestimmt kennst du davon nur einen sehr kleinen Teil. Wir reisen in einer Stunde auf die andere Seite des Planeten zu eines meiner anderen Häuser, es nennt sich Blue Mountain Home. Dort zeige ich dir etwas, was dich erstaunen wird.”

Camilla grinste über das ganze Gesicht und schaute sich pfeifend und gutgelaunt die Zimmer an, um ihre Wahl zu treffen…

-Ende-

(Fortsetzung folgt!)

Copyright (C) 2012 by Detlef Hedderich

Kaufempfehlung des Autors:

Iwoleit, Michael K
Die letzten Tage der Ewigkeit

Verlag :      Wurdack Verlag
ISBN :      978-3-938065-83-9
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,95 Eur[D] / 13,40 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 07.02.2012
Seiten/Umfang :      256 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 19.03.2012
Gewicht :      320 g
Aus der Reihe :      SF-Reihe 17

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Die letzten Tage der Ewigkeit ist die erste Sammlung von Michael K. Iwoleits Science-Fiction-Erzählungen. Sie enthält sechs Kurzgeschichten und Novellen, die zwischen 1995 und 2011 entstanden sind, darunter eine erweiterte Fassung seiner preisgekrönten und vielgerühmten Novelle »Ich fürchte kein Unglück« sowie seine neue, bislang unveröffentlichte Erzählung »Zur Feier meines Todes«.

In Iwoleits Erzählungen geht es immer wieder um Aufbrüche in eine posthumane Welt, voller Verheißungen, aber auch voller Schrecken. Seine Figuren sind häufig Wissenschaftler oder Techniker, die an Weggabelungen des Fortschritts mit existenziellen Fragen konfrontiert werden: Was macht den Menschen aus? Was bleibt, wenn die Geschichte über den Menschen, wie wir ihn kennen, hinausgegangen ist?

Michael K. Iwoleit wurde 1962 in Düsseldorf geboren und lebt heute in Wuppertal. Seit 1989 ist er freier Autor, Übersetzer, Kritiker und Herausgeber vor allem im Bereich Science Fiction und Phantastik. In der Science-Fiction-Szene wurde Michael Iwoleit vor allem durch seine Novellen bekannt, für die er dreimal mit dem Deutschen Science Fiction Preis und zweimal mit dem Kurd Laßwitz Preis ausgezeichnet wurde. Einige seiner Erzählungen wurden ins Englische, Italienische, Kroatische, Polnische und Rumänische übersetzt. Außerdem hat er sich als Science-Fiction-Kritiker und als Mitherausgeber der Magazine Nova und InterNova einen Namen gemacht.

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ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Leseprobe aus dem 1. Kapitel des SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. März 2012

ELEVIN VOM HINDUKUSCH

Leseprobe aus dem 1. Kapitel des SF-Romans

“Das Paradies der Schriftlosen”

von

Detlef Hedderich

Bereits zur Blütezeit des Khorassan durchstreife ich dieses Land, immer auf der Suche nach Vollwaisen des weiblichen Geschlechts und zwar noch vor Beginn der Menarche. Dieser Zeitpunkt tritt heute wesentlich früher ein als noch zur Blütezeit des Khorassan. Damals waren die zukünftigen Elevinnen noch um die 16 bis 17 Jahre alt, heute sind sie bereits mit 11 bis 12 Jahren am Beginn der Adoleszenz.

Doch nicht nur dieser Umstand macht es mir inzwischen schwierig, geeignete Probandinnen zu finden, von denen nach eingehenden Untersuchungen immer weniger geeignet scheinen für ein Dasein im Paradies des Minsky-Habitats. Leider sind nur die weiblichen Exemplare dieser Art in der Lage, die neuronalen Verknüpfungspunkte am Synaptischen Spalt zwischen BioWare und TecWare auszubilden. Tritt dies vor Beginn der Menarche in Kraft, werden sie Teil des neuronalen Netzwerkes im Verbund mit dem Minsky-Server.

Mit einem Kranz dichter, hellbrauner Schlingen schloß das Mädchen seine Vision ein und lenkte so darauf hin. Über den dichten Piratus zog es, in einem breiten Abstand eine ganz lose Wellenlinie. Anschließend wechselte es mit einigen dünnen Streifen zur gelben Engobe über.  Das Mädchen hob sein Objekt senkrecht in die Luft und betrachtete es. Danach tupfte es mit schmalen Abständen weiße Punkte nebeneinander. Jeden dieser Punkte zog es zu einem langen Tropfen. Als es fertig war, stellte das Mädchen das Objekt wieder in den dafür vorgesehenen Purator, die Harmonie war wieder hergestellt.

Bei den männlichen Probanden kommt es  nach wie vor nach Eintritt der Spermarche zu neuronalen Ceroid-Lipofuszinosen, wenn versucht wird, diese an das neuronale Netz des Minsky-Habitats anzuschließen. Auch diejenigen Exemplare, die vor Beginn dieser Phase ins neuronale Netz integriert werden, bilden die Unverträglichkeit aus. Sämtliche Versuche, diese Pollutionen auf biomolekularer oder biochemischer Weise zu unterdrücken oder auszuschalten, machen diese männlichen Individuen zu unbrauchbarer Biomasse, sobald die neuronalen Zugriffscodes des Minsky-Servers in Kraft treten.

So bilden noch immer, wie schon zur Blütezeit des Khorassan, nur die weiblichen Exemplare die Belegschaft des Minsky-Habitats. Auch sämtliche Versuche, Exemplare aus anderen Gebieten dieses Planeten heranzuziehen, scheiterten bislang kläglich. Nur die weiblichen Individuen mit einer bestimmten genetischen Konstellation sind überhaupt kompatibel zum neuronalen Minsky-Netzwerk. Und offenbar ist diese genetische Disposition in dieser Form nur in diesem Gebiet des Planeten bei seinen weiblichen Individuen anzutreffen.

Der Umstand, dass in diesem Gebiet keine Vermischung mit weit außerhalb des Gebietes stammenden Individuen stattfindet, ist sicherlich genauso Ursache der gewünschten genetischen Disposition, wie wohl auch der Umstand, dass die Bevölkerung dieses Gebietes, die aus etwa 30 Millionen Individuen besteht, sich aus einer Vielzahl ethnischer Gruppen und Stämme zusammensetzt, die diese genetische Kompatibilität erst entstehen haben lassen.

Die religiöse vorherrschende Orientierung der Menschen dieses Gebietes ist dabei mit Sicherheit ebenso ein Faktor in der Vermischung oder Nichtvermischung bestimmter Ethnien. Faktorierend ist dabei offenbar auch die Topografie, das Klima und der großzügige Genuss von Schlafmohn- und Cannabis-Produkten der Menschen hier als auch die der traditionellen Ernährungsweise.

Der Feuerball am Himmel war untergegangen. Vor einiger Zeit noch hüpften die Gurtiesen über das Land als jetzt etwas Graues, Scheues unmerklich zwischen den Bäumen hin und her schlich.  Die Flughansen raschelten im trockenen Laub des vorherigen Jahres.

Um diese Dämmerzeit war es dem Mädchen unmöglich, der Einsamkeit sein er Existenz etwas Schönes abzugewinnen. Es fror leicht und schürte daher das Feuer im Kamin und legte noch einige Scheite hinzu, damit es wenigstens im Innern seiner Behausung mollig warm wurde, auch wenn das nichts an der Kälte in seinem Innern änderte. Anschließend entzündete das Mädchen einen Scheit, um damit die Kerze zum Brennen zu bringen.

Viel gemütlicher würde es nicht werden. Als die Wärme des Feuers es dazu brachte, seinen Mantel aus Solminerwolle an den Haken zu hängen, spürte es, wie eine absolute Stille in seine Behausung schlich und es davon fast betäubt wurde…

Ob sich dieser Zustand im Zuge der Internationalisierung des Landes ändern wird, ist ungewiss. Gewiss ist allerdings, dass durch die weitgreifende Zunahme an Bildungsmöglichkeiten eine Entwicklung, zumindest ein Veränderung, stattfinden wird. Zwar haben die vielen Kriege der letzten Jahrhunderte bzw. Jahrzehnte immer wieder dafür gesorgt, dass das Durchschnittsalter der Menschen hier auf inzwischen etwa 15 Jahre herabgesunken ist. Doch ist dieser Umstand auch wieder von Vorteil, da sehr viele weibliche Individuen im entsprechen Alter dabei sind, die als Probandinnen – von denen dann ungefähr ein Drittel die gewünschte genetische Proposition besitzen – sich nach den eingehenden Tests als Elevinnen herauskristallisieren.

Natürlich sind Kriege schrecklich und auch die Tatsache, dass die vorherrschende religiöse Ausrichtung der Menschen hier es vor allem den weiblichen Mitgliedern sehr schwer macht, ein menschenwürdiges Dasein zu fristen. Genau dieser Umstand ist  es aber, wodurch früher eine wesentlich höhere Anzahl an Probandinnen entstand, als heute. Auch war es früher so, dass die weiblichen Mitglieder stark unterdrückt wurden von den männlichen in dieser stark fundamental-religiös orientierten Gesellschaft. Und immer ist es eine männlich orientierte Gewaltenteilung, in der die Frauen das Nachsehen haben oder einfach totgeprügelt oder gesteinigt werden.

Das Haus war alt. Aus den beiden Dreiköpflern, die noch vor einigen Monaten hier gelebt hatten, waren Väter und Großväter geworden. Ihr biologischer Alterungsprozeß war ein völlig anderer als der des Mädchens. Die Dreiköpfler hatten nur eine Lebenspanne von wenigen Jahren, dann teilten sie sich und wurden zu einzelnen Tieren, die über keinerlei Verstand im übliche Sinne mehr verfügten. Ihr einziges Lebensziel bestand dann darin, zu fressen und sich fortzupflanzen. Dabei gab es drei Geschlechter, die sich gegenseitig befruchteten.

Einmal befruchtet wuchs aus einem der Drei der Baum der Leidenschaft und aus dem zweiten der Ring der Brüller und aus dem dritten kamen zwei winzige Dreiköpfler heraus, die sich von innen her aus ihrem Elterntier fraßen. Wenige Tage später war ihr Intellekt so ausgebildet, dass sie dann ihr Baumhaus, ihren Baum der Leidenschaft, bewohnen und umbauen konnten.

Ihre Nahrung bezogen sie dann nur noch aus dem Ring, in den sich einer der drei Elterntiere verwandelt hatte, eine Art hochwandigen Trog, in dem die Brüller, kleine einäugige Schlangenwesen, geboren wurden, von denen sich die Dreiköpfler ernährten, denn sie vertrugen sonst keine andere Nahrung außer diesen Schlangentieren. Ohne diese wären sie zum Tode verurteilt gewesen.

Das Baumhaus war jetzt unbewohnt, es stand leer, deshalb hatte sich das Mädchen hier einquartiert und es sich so gemütlich wie möglich gemacht. Hier oben, zwischen dem Geäst des Baumes, fühlte es sich relativ sicher vor den Geschöpfen, die diese neue Welt um es herum bewohnten…

Unter den rabiatesten Herrschern ist den Frauen im Land der Gotteskrieger sogar die Berufstätigkeit verboten. Und den Mädchen ist es untersagt, eine Schule zu besuchen. Da es durch den Krieg allein in den Hauptstädten Witwen im fünfstelligen Bereich gibt, die dabei völlig auf sich allein gestellt sind, bleibt vielen von diesen nichts anderes übrig, als sich ihren Lebensunterhalt zu erbetteln, was wieder nach den von den Männern aufgestellten religiösen Maximen untersagt ist. Ein absoluter Teufelskreis.

Der Bildungshunger der Kinder dieser muslimischen Gesellschaft, in der die heutige durchschnittliche Lebenserwartung etwa 44 Jahre zählt und eine Frau etwa sechs bis sieben Kinder gebiert, ist kaum zu stillen. Das Durchschnittsalter der Menschen hier liegt inzwischen bei ungefähr 15 Jahren. Damit ist diese Gesellschaft eine Kindergesellschaft. Das Straßenbild der inzwischen zum Teil mithilfe der Hilfsorganisationen aus der gesamten Welt bereits wieder aufgebauten Städte und Dörfer zeigt kaum Menschen im Erwachsenenalter. Es gibt überwiegend Kinder, dann Alte und an letzter Stelle Menschen im arbeitsfähigen Alter.

Aus seinem Versteck heraus beobachtete das Mädchen dieses merkwürdige kleine Wesen, das von zwergenwüchsiger Natur war. Es war offenbar in großer Verlegenheit, denn es suchte irgendetwas und tastete mit den Händen die Gegend ab, da es über keine Augen verfügte. Bis das Zwergenwesen plötzlich den Kopf in seine Richtung drehte.

Als das Mädchen geschockt auf das Zwergenwesen starrte, kam es in seine Richtung angehoppelt und stellte sich direkt vor sein Versteck zwischen den Büschen. Das Wesen hob seinen rechten Arm, an dem sieben fingerartige Auswüchse entfernt an eine Hand erinnerten und winkte damit dem Mädchen zu.

Das Mädchen war so erschrocken, dass es ein Geräusch von sich gab, eine Arte Glucksen, und hielt sich sofort die Hand vor den Mund. Das kann nicht sein, dieses Wesen verfügt ja über keinerlei Sinnesorgane, es kann mich nicht entdeckt haben, dachte das Mädchen.

“Ich kann es doch, weil ich in deine Gedanken eintauche und mich durch deine Augen sehe und deine Ohren höre”, vernahm  das Mädchen plötzlich eine Stimme in seinem Kopf.

“Du kannst also meine Gedanken lesen?”

“Ja das kann ich”, sprach die Stimme in seinem Kopf, “ich bin ein Grogrond und lebe normalerweise in Symbiose mit einem anderen Wesen, das über Augen, Ohren und Mund verfügt”.

“Und was ist passiert, wo ist dein Partner?”

“Mein Partner hat sich wohl verlaufen, als es nach meinem Stock suchte, den ich unterwegs verloren hatte und eigentlich hätte ich nur mein Glöckchen läuten müssen, dann hätte er mich wiederfinden können. Doch ich kann mein Glöckchen nicht mehr finden!”

Schließlich half das Mädchen dem merkwürdigen Zwerg, sein Glöckchen wieder zu finden, damit es hier nicht alleine umherirren musste ohne seinen Symbionten…

Diesem Umstand ist es auch zu schulden, dass hier in hohem Maße Kinderarbeit verrichtet wird, ob auf den Feldern oder in kleinen Handwerksbetrieben. Das sehen die Vertreter der Hilfsorganisationen natürlich nicht so gerne. Lieber ist es ihnen, wenn die Kinder die Schule besuchen, damit sie später über genügend Wissen und Bildung verfügen, um einen Beruf zu erlernen, der das Überleben der Familie möglich macht.

Ein großes Problem ist dabei der weitverbreitete Opiumanbau, der ohne die Hilfe der Kinder kaum möglich ist. Doch viele Familien können sich nur dadurch ein Überleben sichern. Die noch immer herrschenden Warlords treiben diejenigen, die andere Agrarprodukte anzupflanzen versuchen, immer wieder dazu an, diesen opiaten Grundstoff anzubauen. Oft ist auch der ungeheure finanzielle Druck und der Preisunterschied der Grund, lieber das Rauschmittel anzupflanzen und zu ernten.

Auch Kabul, die Hauptstadt des Landes, hat ihre Probleme: Nach den vielen Jahren Krieg und Chaos ist es bis zur Normalität noch ein weiter Weg. Was auffällt im Straßenbild dieser Stadt, sind die vielen Menschen in Rollstühlen, auf Krücken oder sonstige Versehrte, unter denen auch eine Vielzahl von Kindern ist. Die Splitterbomben, die den Menschen hier die Gliedmaßen abreissen, können zwischen erwachsenen Kämpfern und spielenden Kindern nicht unterscheiden.

Als das Mädchen zum ersten mal auf ein anderes menschliches Wesen traf bei seinen Wanderungen durch die fremde Welt, geschah dies in der Nähe einer unbewohnten Hütte an einem See,  die sich das Mädchen am Abend zuvor zu eigen gemacht hatte. Als es den Steg, der sich neben dem Haus befand, entlang streunte, sah es plötzlich ein menschliches Gesicht im Wasser. Das Gesicht eines Mädchens in seinem Alter. Dieses schenkte ihm aus der Tiefe des Wassers ein Lächeln.

Das Mädchen lächelte zurück und bemerkte, dass es offenbar schon die ganze Zeit am Lächeln war und nicht erst dem Mädchen zurück gelächelt hatte. Es trat näher an das Wasser heran und machte einige Faxen mit Händen und Gesicht, worauf das andere Mädchen es ihm nachtat. Das Mädchen hatte nicht gemerkt, dass es sein eigenes Gesicht war, sein Spiegelbild, das die ganze Zeit zurückgelächelt hatte.

Das merkte es erst, nachdem es sich einen Zopf gemacht hatte, in den es ein Band mit einem Schmuckkamm ins Haar flochte, welchen es vor einigen Tagen auf einem der Wege durch die Landschaft, die es durchschritt, gefunden hatte. Dass das Gesicht im See genauso einen Kamm haben sollte, hielt es für sehr unwahrscheinlich.

Schließlich bemerkte es, dass das andere Mädchen sein eigenes Spiegelbild war, das aus irgendeinem Grund zeitverzögert zu ihm zurückgeworfen wurde. Offenbar war dieser See von irgendeinem Phänomen beseelt, der diesen Effekt hervorrief, dass die Geschwindigkeit des zurückgeworfenen Spiegelbildes etwas später auf die Augen des Betrachters traf.

Das Mädchen hatte nach einigen Stunden des Experimentierens schließlich die Lust verloren, dieses Geheimnis näher zu ergründen und hielt es nicht für möglich, dass ihm das gelingen würde. Aus diesem Grund setzte es seine Wanderung durch die fremde neue Welt weiter fort und verließ das Haus an diesem seltsamen See…

Im Stadtverkehr von Kabul fallen die vielen Gebrauchtbusse auf. Ein Grossteil der Menschen hat weder Arbeit noch Einkommen. Kinder und Alte betteln überall. Die ehemalige Hippiestrasse aus den 1960er Jahren ist heute eine Einkaufsstrasse für die vielen Ausländer, die sich vor allem aus den zahlreichen Mitgliedern der über tausend Hilfsorganisationen zusammensetzen, die hier ihre Einkäufe tätigen.

Im Moment wirken einige Bauvorhaben in der Stadt in etwa so, als würde man die Menschen aus dem Mittelalter in die Neuzeit katapultieren wollen, ohne Rücksicht auf den Einzelnen. Dabei verschärft sich auch der Konflikt zwischen der Stadt und dem ländlichen Umfeld. Doch nicht nur das ökonomische Ungleichgewicht trägt dazu bei, sondern auch die unterschiedlichen Vorstellungen über die Lebensweise spalten die Gesellschaft.

Dreh- und Angelpunkt ist das Bildungswesen des Landes, in dem etwa die Hälfte aller Menschen sich im Schulkindalter befindet. Auch die Mädchen erobern sich nach langer entbehrungsreicher Zeit, in der ihnen jegliche schulische Bildung untersagt war, diese zurück. Oft sitzen die Schulklassen in einem vom Krieg ausgebombten Bus, der als Klassenraum herhalten muß. Etwa 2000 Schulen wurden in den letzten 50 Jahren durch Kriegshandlungen in Trümmer gelegt. Die Lernbegeisterung der Kinder ist dennoch da und die wenigen ausgebildeten Lehrkräfte geben sich alle Mühe, unter diesen Bedingungen Bildung unter die jüngsten Mitglieder ihres Volkes zu bringen.

Das Mädchen ließ seinen Blick umherschweifen und setzte sich plötzlich in Bewegung. Ohne zu zögern ging es den Weg hinunter und nach wenigen Schritten begann es sogar zu laufen. An der Wegkreuzung schlug es die Richtung zur Siedlung der Großköpfler ein. Es lief und lief, bis es ganz atemlos war.

Erst dann begann es, das Tempo zu drosseln und zu gehen und allmählich wurden seine Schritte wieder langsamer. Schließlich schlurfte es nur noch vorwärts. Hin und wieder schniefte es, schluckte und weinte. Am Wege fand es einen Brogradienstock und hob ihn auf. Wütend begann es damit, alle Pflanzen und Gräser umzuhauen, drosch schließlich auf alles ein, um es totzuschlagen.

Dabei trottete  es langsam in Richtung der Siedlung weiter. Einmal blieb es stehen, um nachzudenken. Eigentlich war es gut, dass es nicht mehr zurück konnte in die ursprüngliche Heimat, in seine Welt. Was gab es dort schon zu erwarten außer Trauer, Leid und Elend. Und doch war es irgendwie nett gewesen in der Heimat. Und auch auf dem Hof war es nett gewesen, die Arbeit in den Feldern hatte dem Mädchen gefallen.

Alles wäre so schön gewesen in der alten Heimat, wenn nur Papa und Mama nicht von den Gotteskriegern verschleppt und später getötet worden wären, so dass es danach als Waise von Männern mit Gewehren vom Hof weggeholt wurde.  Schließlich hatte der unheimliche aber freundliche Fremde es in seine Obhut genommen. Und jetzt lebte es in dieser verrückten fremden Welt, wobei es nicht weiß, wie es überhaupt hier hergekommen war, und die irgendwie endlos zu sein schien…

So bleibt einer solchen Kindergesellschaft nichts anderes übrig, als diejenigen Schüler nach Beendigung der Oberschule – ohne Lehrerausbildung – selbst ins Lehrerdasein zu werfen. Achtzig Prozent dieser neuen Lehrkräfte sind Frauen, die dafür spärliche 50 Dollar im Monat erhalten. Die Anzahl der Kinder ist derart hoch, dass die Schüler  in drei Schichten täglich  von 7:00 Uhr morgens bis 19:00 Uhr nachmittags unterrichtet werden.

Die Kinder besuchen, soweit sie die Möglichkeit dazu haben, vom 7. bis zum 13. Lebensjahr die Grundschule, danach dürfen sie freiwillig, solange die Familien mitspielen, weiterführende Schulen bis zum 13. Schuljahr besuchen. Die Bedingungen sind dabei schwierig. Es fehlt an allem: an Heften, Stiften, Stühlen, Tischen und Bänken. Reichen die ausgebombten Busse, Zeltplätze und Ruinen nicht aus, wird im Freien gelernt. Dabei zeigt es sich, dass vor allem die Mädchen sehr gute Lernerfolge vorweisen können.

Dies ist eigentlich absurd in einer Gesellschaft, die vor wenigen Jahren noch im Mittelalter lebte und Frauen hier ganz und gar von Bildung ausgeschlossen waren. Gerade diese Ungerechtigkeit Frauen gegenüber ist die Ursache für den starken Zulauf der Hilfsorganisationen, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, diese Ungerechtigkeit zu ändern und Frauen als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu emanzipieren. In wenige Jahren wird die Bildungselite daher eher bei den jungen Frauen anzutreffen sein als bei den jungen Männern, von denen viele wieder als Opfer  in kriegsähnlichen Auseinandersetzungen ihr Leben lassen werden.

Wie bereits erwähnt, hat der Umstand, dass in dieser Gesellschaft ein Umbruch stattfindet, die Begleiterscheinung, geeignete Probandinnen als Besatzung für das Minsky-Habitat zu finden, nicht einfacher werden lassen. Seit Beginn meines Auftretens auf diesem Planeten ist es mir gelungen, in mehr als 400 Jahren 20.000 Elevinnen zu evozieren…

Ein paar Tage lang hatte es ununterbrochen geregnet. Da war dem Mädchen nichts anderes übrig geblieben, als in seiner Behausung auszuharren und sich mit dem Würfel, der an einer Kette um seinen Hals hing, zu beschäftigen. Es fand heraus, wie es mit dem Ding sprechen konnte und dass der Würfel alle seine Fragen nach bestem Gewissen zu beantworten versuchte.

So fragte das Mädchen das Ding, wo es sich befand. Der Würfel erklärte, dass es sich in einer virtuellen Welt befand, die im Inneren eines Computers existierte. Der Würfel erklärte ihm, dass es eines von vielen Mädchen sei, das von der Erde fortgeholt wurde. In ein Stasisfeld eingeschlossen und mit einem technischen Überlebenssystem verbunden, existiert es nun in millionenfach langsamerer Taktgeschwindigkeit als in der echten Welt.

In der virtuellen Welt erscheint die Geschwindigkeit normal. Alle Lebewesen, die sich darin aufhalten, befinden sich in Wirklichkeit alle in Stasisfeldern. Durch die Verlangsamung der tatsächlichen Lebensgeschwindigkeiten, ist es vielen Bewohnern fremder Welten, die sich in weit voneinander entfernten Galaxien befinden, möglich, miteinander zu kommunizieren. Ohne Stasisfelder, die zusammen mit den biologisch-technischen Lebenserhaltungssystemen, die die daran angeschlossenen sozusagen in Zeitlupe altern läßt, wäre keine Kommunikation zwischen den verschiedenen intelligenten Lebensformen des Universums möglich. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Entfernungen zwischen den Galaxien Millionen von Lichtjahre entfernt sind.

Da die Obergeschwindigkeit für den Austausch von Information die Lichtgeschwindigkeit ist, läßt sich eine Kommunikation nur dadurch bewerkstelligen, dass man den Lebensablauf der jeweilgen intelligenten Lebensform extrem verlangsamt. Dies gilt für alle Lebensformen, nicht nur für die Menschen, die  dadurch mittels einer Art kosmischen Internets in der virtuellen Fantasiewelt aufeinander treffen. In Wirklichkeit liegt jedes dieser Wesen angeschlossen an seine jeweilige Apparatur im Stasisfeld Millionen von Lichtjahre entfernt in seiner eigenen Galaxis.

-Ende-

(Fortsetzung folgt!)

Copyright (C) 2012 by Detlef Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus34-minus54” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.


Zwei Leseempfehlungen der Redaktion:

Karl Wutt
Afghanistan. Von innen und außen.

Welten des Hindukusch

Verlag :      Springer Wien
ISBN :      978-3-211-99153-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 39,95 Eur[D] / ca. 39,95 Eur[A] / ca. 62,00 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      350 S.
Erscheinungsdatum :      1., st Edition. 01.05.2010
Aus der Reihe :      Edition Transfer

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Karl Wutt zählt zu den subtilsten Kennern Afghanistans, weil er – als Architekt, Ethnologe und reisender Forscher – in den letzten Jahrzehnten immer wieder Monate in entlegenen Regionen des Landes verbrachte und das in engstem Kontakt mit der lokalen Bevölkerung.

Seine poetischen Fotos und Schilderungen sind Ausdruck solcher Annäherungen an fremd gebliebene, neuerdings wieder fremder gewordene, in sich sehr unterschiedliche Kulturen. Einem durch Kriegsberichte, Islamistenterror, Kulturkampfpropaganda vergröbertem‚ westlichen Blick’ werden Nuancen und die Vielfalt von Lebensweisen bewusst gemacht.

Karl Wutt sucht Qualitäten – sein Buch beweist, wie sehr es dabei auf Aufmerksamkeit ankommt: Einzelheiten verweisen auf Verborgenes, Zeichen auf Erzählungen, Gestaltung auf Universelles. Die dokumentierte Sichtweise „von innen und außen” spielt auf uferlose Grenzerfahrungen an, auf ein ständiges Hin und Her von Transferbeziehungen, auf Verstehen und Erahnen, auf das Überschreiten von Schwellen, auf unzugänglich Bleibendes.

Karl Wutt
geb. 1943 in Buchscheiden (Kärnten).
Studium der Architektur an der TU Wien.
1971 – 97 Feldforschungen bei Kalasha, Pashai und anderen Ethnien des Hindukusch.
1978 Dissertation über >Architektur einiger Hindukusch-Täler<.
Lehrbeauftragter am Institut für Völkerkunde der Universität Wien.
1990 – 2004 Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2000 Foto Ausstellung, >Children<, zusammen mit Suchitra Van, >Estrangements<, Kupferstichkabinett der Kunstakademie, Wien.
Seit 2002 Reisen nach Afghanistan, Studium der Pashai nach dem Krieg.
2007 Ausstellung über Afghanistan an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2008 Ausstellung, >Stile, von Gegenden und Gegenständen< bei: aut.architektur und tirol (vormals Architekturzentrum), Innsbruck.

Publikationen (Auswahl):
- >Pashai. Landschaft. Menschen. Architektur<, Graz, 1981.
- >Afghanistan, auf den zweiten Blick<, Akademie der bildenden Künste, Wien, 2007.
- >Stile von Gegenden und Gegenständen von Karl Wutt, Bohatsch Visual Communication, aut. architektur und tirol, und Arno Ritter (Taschenbuch – November 2008)

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Sayed H. Hossaini
Die Erzählprosa der Dari-Literatur in Afghanistan 1900 – 1978


Verlag :      Kovac, J
Website: http://www.verlagdrkovac.de
ISBN :      978-3-8300-5000-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      75,00 Eur[D] / 77,10 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      192 S. – 21,0 x 14,8 cm
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 03.2010
Gewicht :      247 g
Aus der Reihe :      POETICA 108

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Im multinationalen Afghanistan haben sich in den Sprachen Dari (afghanisches Persisch) und Pashto zwei Literaturen herausgebildet, die jeweils auf eine gewisse Tradition zurückblicken können. Im vorliegenden Werk wird ein Abschnitt der Dari-Literatur behandelt, der die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes widerspiegelt.

Während in der Vergangenheit die Poesie eine größere Rolle spielte, hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch eine Prosa herausgebildet, die nach europäischem Vorbild besonders Essays, Memoiren, Theaterstücke, Reisebeschreibungen, Erzählungen und vor allem Kurzgeschichten umfasst, während der Roman in dieser Epoche als noch nicht ausgereift galt.

Afghanische Literaten stellen in ihren Werken die moderne afghanische Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen dar.

Behandelt werden vor allem sozialkritische, aber auch historische, folkloristische und psychologische Themen. Die Thematik wird im vorliegenden Werk an ausgewählten Beispielen exemplarisch demonstriert.

Als Zeitraum wurden die Jahre 1900 bis 1978 gewählt, d. h. von der Einbeziehung Afghanistans in die moderne Entwicklung bis zur sog. „Aprilrevolution“, nach der das Land in das bis heute andauernde Unglück geriet.

Angesichts des im deutschsprachigen Raume bislang vorherrschenden Defizits hinsichtlich der Kenntnis der gesellschaftlichen Probleme Afghanistans sowie der kulturellen Leistungen des afghanischen Volkes ist das Buch eine sachkundige und aussagekräftige Studie, die zugleich auch junge, hier lebende Afghanen mit der Literatur ihrer leidgeprüften Heimat vertr macht.

In keinem anderen deutschsprachigen Werk (und wohl auch nicht in anderen westlichen Sprachen) kann man einen so vollständigen Überblick über Dari-sprachige Autoren und ihre Werke finden.

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Korrekturbutton”

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. Februar 2012

“KORREKTURBUTTON”

sfbasar.de-Anthologie Band 1

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Besucher, liebe Leser heute kann ich einen weiteren Beitrag für unsere vorliegende Anthologie vorstellen, die nach und nach mit Kurzgeschichten unserer Autoren gefüllt werden wird. Dabei geht es uns vor allem um eine breitgefächerte Auswahl wie das jeweilige Thema behandelt werden kann. Wir hoffen auf Eure Unterstützung und darauf, dass Ihr uns hier oder direkt in dem entsprechenden Beitrag einen kurzen Kommentar schreibt, was Euch gefallen hat und was nicht, und vielleicht noch warum oder warum nicht. Das wäre wirklich hilfreich nicht nur für die beteiligten Autoren sondern auch für uns als Herausgeber, damit wir uns ein Bild machen können, was warum gewünscht wird und was nicht und warum nicht, was uns bei weiteren Anthologien helfen kann, die richtigen Themen zu finden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge – und vor allem die hinzugekommene Story – zum Themenkreis: “Korrekturbutton” sprechen:

DAS KORRIGIERTE LEBEN – Kurzgeschichte von Mona Mee

DER KORREKTURBUTTON – Eine phantastische Kurzgeschichte von Günther Kurt Lietz

DER KORREKTURKNOPF – Eine Kurzgeschichte von Chiara Kaiser

DIE COMPUTERGESTÜTZTE KORREKTUR ZUR KOMPETENZ- UND EVALUATIONSBEWERTUNG – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Yvonne Rheinganz

DIE KORREKTUR – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Alfred Bekker

DIE KORREKTUR DER DISHARMONIE – Eine Science-Fiction-Kurzgeschichte von Ariana Lazar

EINE FRAGE DER DIPLOMATIE – eine Science-Fiction-Geschichte von Leon Ferri

GEFANGEN – Leseprobe zu “DAS HERKULES-PROJEKT”, Roman von Marcus Hammerschmitt.

KANINCHEN AUF DEM MARS Oder: DIE KORREKTUR DER ARTENDOMINANZ IM SOLSYSTEM – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Felis Breitendorf

KORREKTUR MIT FOLGEN – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

KORREKTURBUTTON – Eine Kurzgeschichte von Susan Ott

MANUSKRIPTE – Eine Fantasy-Kurzgeschichte von Barbara Wegener

NEU! = MENSCH VERSUS ABDITUM MENTIS – ODER: DIE KORREKTUR DER INFORMATIONSVERBREITUNG VON KONTAKTEN MIT AUSSERIRDISCHEN – SF-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

PACKMASCHINE MIT KORREKTURKNOPF – eine Erzählung von Martina Müller

PUSH THE BUTTON … Leseprobe zu “Black Ice – Die Odyssee von Spacetrooper Beronice Savoy”, Science-Fiction Roman von Werner Karl

(wird weiter fortgesetzt!)

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:
.


Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Detlef Hedderich

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DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER BIDJOGOS – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. Mai 2011

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER BIDJOGOS


Eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben

von

Detlef Hedderich

.

Am Anfang erschuf Gott die Welt. Danach erschuf er einen Mann und eine Frau. Sie gebar vier Töchter und gab der ersten den Namen Urakuma, die zweite nannte sie Uminka, die dritte Uraga und die vierte Unkah.

Zunächst lebten die vier Geschwister in schöner Gemeinsamkeit, aber dann begannen sie einander nicht mehr richtig zuzuhören und schließlich zerstritten sie sich.

Als Gott den Streit unter den Schwestern bemerkte, trennte er sie von einander. Doch Urakuma und Uminka taten sich zusammen und gründeten eine Familie. Da schlossen sich auch die beiden anderen, Uraga und Unkah, zu einem Paar zusammen. Von diesen vier Frauen, stammen alle Menschen ab.

Urakuma und Uminka übertrug Gott die Macht über die Erde und machte dabei all ihren Reichtum zum Geschenk. Urakuma erhielt sogar die Macht über alle Elemente und Naturerscheinungen. Damit die beiden anderen Schwestern nicht leer ausgingen übertrug ihnen Urakuma die Macht über das Meer und die Fische und auch über den Regen.

Nach einiger Zeit waren aus den beiden Ehen so viele Kinder hervorgegangen, dass Gott sie auf verschiedene Länder der Erde verteilen mußte, damit sie nicht einander in Streit gerieten, denn es herrschte kein Frieden unter ihnen. Auf diese Weise entstanden die unterschiedlichen Völker und Rassen.

Schließlich mußte Gott für sie auch noch unterschiedliche Sprachen erfinden, damit sie sich immerhin in den Grenzen des eigenen Landes verständigen konnten. Deswegen haben die Menschen unterschiedliche Sprachen, obwohl sie einen gemeinsamen Vorfahren haben, Gott.


ENDE


Copyright (c) 2011 by Detlef Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus34-minus54.jpg” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung des Autors:



Baur, Thomas
Senegal, Gambia und Guinea-Bissau

Verlag :      Reise Know-How
ISBN :      978-3-8317-2041-5
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Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 19.04.2011
Seiten/Umfang :      ca. 384 S. – 18,0 x 10,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      5., neu bearbeitete und komplett aktualisierte Auf 04.2011
Gewicht :      363 g
Aus der Reihe :      Reiseführer

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Senegal, Gambia und Guinea-Bissau mit diesem kompetenten Reiseführer von Reise Know-How entdecken: Pulsierende Rhythmen, lebendige Traditionen, farbenprächtige Feste vor ursprünglichen Kulissen, Nationalparks mit intakter Tier- und Pflanzenwelt: Senegal und das kleine Gambia haben mehr zu bieten als nur gepflegten Badeurlaub mit weißen Traumstränden unter Palmen. Guinea-Bissau fristet noch ein touristisches Schattendasein, obwohl das Land sicher zu bereisen ist und in Gestalt des Bijagos-Archipels ein echtes Naturjuwel vorzuweisen hat.

Von den Ausläufern der Sahara über die moderne Metropole Dakar bis hinunter zu den immergrünen Regenwäldern der Casamance eröffnet sich ein facettenreiches Bild westafrikanischer Kultur und Lebensart. Eine funktionierende touristische Infrastruktur und ein bemerkenswert weltoffener, toleranter Islam erleichtern das Entdecken. Hilfreiche Tipps zeigen, wie man sich auch ohne großes Reisebudget und auf eigene Faust im “wirklichen Afrika” rasch zurechtfindet – denn das beginnt jenseits bewachter Hotelresorts und klimatisierter Ausflugsbusse.

Mit kleiner Sprachhilfe Wolof, Mandinka und Kreol.

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DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER TUPARI – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. April 2011

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER TUPARI


Eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben

von

Detlef Hedderich


Niemand kann sagen, was am Anfang war oder was denn der Anfang gewesen sein könnte, aber es wird erzählt, dass in ganz alten Zeiten zwei Schamanen, vom Volk der Tupari, an einem Fluß lebten, ihre Namen waren Eroite und Poratod. Eines Tages wurden von ihrem Feld Mais und Erdnüsse gestohlen und sie fanden sehr seltsame Spuren von Tieren auf der weichen Erde. Solche hatten sie nie zuvor gesehen.  Von nun an kamen Nacht für Nacht diese sonderbaren Tiere und  stahlen ihnen ihre Feldfrüchte. Das ärgerte Eroite. Und eines Tages faßte er Mut und ging der Spuren nach. Sie führten ihn zu einem engen Loch mitten auf der Lichtung des Waldes. Über diesem Loch lag ein großer schwerer Stein, den er nur mit aller größter Mühe hochheben konnte. Als das Loch groß genug war, kamen plötzlich Wesen herausgekrochen, die Menschen zwar ähnlich aber sehr, sehr häßlich waren. Dies waren die Kinno, die frühesten Verwandten der Tupari. Aus ihren Augenbrauen und Backenknochen wuchsen lange Hörner. Ihre Ohren waren lang und spitz wie die von Tapieren. Die Zähne ragten heraus wie Hauern von Ebern und zwischen den Fingern und Zehen hatten sie Schwimmhäute, wie die Enten.

Eroite und Poratod beschlossen aus ihnen richtige Menschen zu machen. Sie schnitten Ihnen die Hörner von den Augenwülsten und Backenknochen, beschnitten ihre Ohren und brachen die langen Zähne ab, so dass daraus richtige Menschenzähne wurden. Sie entfernten auch die Häute zwischen den Fingern und Zehen und gaben den Menschen den Atem und die Sprache.

Diese Menschen hatten hier aber nicht alle Platz, deshalb bauten sie ihre Häuser weiter weg entlang des Flusses. Nur die Tupari blieben an diesem Ort. Sehr viele Kenno waren aber noch unter der Erde geblieben, weil Eroite den Stein nicht länger hoch zu halten vermochte. Noch heute führen sie dort unten ein elendes Dasein. Sie essen nur Früchte der Arikuri-Palme und leiden großen Hunger. Sie haben darum auch keine Lust zu singen oder zu tanzen wie die Tupari. Nur der Schamane sieht die Kenno, wenn er sie dort unten im  Schlaf besucht. Für die gewöhnlichen Menschen sind sie unsichtbar.


ENDE


Copyright (c) 2011 by Detlef Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus54-minus54.jpg” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung des Autors:

Tworuschka, Monika / Tworuschka, Udo
Schöpfungsmythen

Verlag :      Primus
ISBN :      978-3-89678-736-1
Einband :      gebunden
Preisinfo :      14,95 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 23,50 CHF UVP
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Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Seiten/Umfang :      100 S., mit ca. 50 farb. Abb. – 22,0 x 22,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 03.2011
Aus der Reihe :      Wissen im Quadrat

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Kurzbeschreibung:
Monika und Udo Tworuschka geben dem Leser mit diesem Band einen spannenden Überblick über Schöpfungsmythen aus allen Zeiten und Kulturen: Ägypten, Vorderer Orient, Germanien Nordeuropa, Griechenland, Rom, Iran, Indien, China, Japan, Nord-Mittel und Südamerika, Afrika sowie Australien und Polynesien.

Wer hat die Welt, den Menschen, die Tiere geschaffen? Gibt es einen Schöpfer, oder ist alles irgendwie „geworden“? In ihren Schöpfungsmythen geben Menschen aller Kulturen Antworten auf die Frage nach der Weltentstehung. Viele Mythen besitzen auffallende Ähnlichkeiten trotz großer Unterschiede von Zeit und Raum. Oft ist von der Schöpfung aus einem Chaos die Rede. Zahlreiche Erzählungen sehen in der Schöpfung einen handwerklichen Vorgang. Die Schöpfergottheit wird als Schmied (Finnland, Polynesien), Töpfer, Gießer, Weber und Künstler dargestellt. Schöpfung durch das Wort oder das Einhauchen des Atems in den geschaffenen Menschen bildet ebenfalls ein Grundelement vieler Mythen. Monika und Udo Tworuschka geben dem Leser mit diesem Band einen spannenden Überblick über Schöpfungsmythen aus allen Zeiten und Kulturen: Ägypten, Vorderer Orient, Germanien Nordeuropa, Griechenland, Rom, Iran, Indien, China, Japan, Nord-Mittel und Südamerika, Afrika sowie Australien und Polynesien.

Monika Tworuschka ist promovierte Religions- und Politikwissenschaftlerin. Udo Tworuschka ist Professor für Religionswissenschaft in Jena. Zahlreiche Publikationen zu Religionen und religiösen Fragen. Bei Primus sind von ihnen bereits erschienen: Heilige Stätten. Die bedeutendsten Pilgerziele der Weltreligionen (2004), Udo Tworuschka (Hg.): Die Weltreligionen und wie sie sich gegenseitig sehen (2008).

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DIE BIOLOGISCHE UHR DER STÖRCHE – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 9. Januar 2011

DIE BIOLOGISCHE UHR DER STÖRCHE

eine

Science Fiction-Kurzgeschichte

von

Detlef Hedderich

Die Welt im Jahre 2050 war eine Welt ohne Kinder. Die letzten Geburten fanden im Jahre 2015 statt und so waren die jüngsten Frauen bereits 35 Jahre alt und so langsam wurde es knapp mit der Biologischen Uhr der Frauen der Welt. Warum plötzlich innerhalb eines Zeitraums von 15 Monaten anfang 2013 keinerlei Schwangerschaften mehr vorkamen, gilt noch immer als ungelöstes wissenschaftliches Rätsel. Um den momentanen Stand der Spezialisten festzustellen hatte die UN zu einem Symposion geladen. Jeder Staat der Erde sollte einen Vertreter seines Landes schicken und dieser durfte dann im großen Saal des UN-Gebäudes einen kleinen Kommentar vor den Vertretern aller Staaten zum Thema zum Besten geben.

Jonny Logan war der Vertreter des Staates “Britain Ghost Frame-Vision”. Dieser international anerkannte Staat bestand aus einer alten BP-Ölplattform vor der schottischen Ostküste, der hauptsächlich eine Plattform für IT-Server darstellte aber auch eine innere Infrastruktur hatte, samt Bevölkerung von 441 Mitgliedern und ein Bruttosozialprodukt von etwa zehn Milliarden EUR aufweisen konnte. Die meisten Bewohner von BGFV waren in der Beratungsbranche tätig, wobei sie ihre Arbeit über das Internet anboten und die Plattform so gut wie nie verlassen mußten, um ihrem jeweiligen Broterwerb gerecht zu werden.

Jonny Logan war von Haus aus Profipokerspieler und hatte sich die BFGV als Heimat gewählt, weil er dort den Status eines Sportlers hatte und nicht den eines Geschäftsinhabers oder Freiberuflers wie in den meisten anderen Staaten der Welt. Wenn Logan – online der Vertreter von BFGV im Bereich Pokerturniere – schließlich in all den Jahren auch als eine Art politischer Botschafter für den Plattformstaat fungierte, dann lag es daran, daß Logan auf Grund seiner Life-Poker-Erfahrung in der Zeit vor dem Onlinegeschäft, ein großes Geschick dafür hatte, Menschen einschätzen zu können. Diese Fähigkeit hat ihn in all den Jahren beim Lifepoker finanziell über Wasser gehalten. Daher war es kein Wunder, daß er Ahnung davon hatte und oft sehr schnell bemerkte, wenn sein Gegenüber ihn über den Tisch ziehen wollte oder ihm etwas vorzumachen versuchte.

Da es viele Vorträge waren, die man sich im großen Saal im UN-Gebäude anhören konnte, war das Ganze so eingerichtet worden, daß es von einem Essen begleitet wurde. Man konnte sich also ein Gericht bestellen, das einem dann an einem der den vielen Zuhörertische serviert wurde. Jonny Logan hatte sich eine gegrillte Geflügelplatte bestellt, mit Trüffelkartoffeln und püriertem Gemüse, umrahmt von kleinen gerösteten Vollkornbrötchen aus Roggenmehl, bestrichen mit irischer Kräuterbutter und Tintenfischpaste. Jonny ließ es sich nicht nehmen, trotz der angespannten Lage und den frustrierenden Berichten der Staatsvertreter der Länder dieser Welt, sich sein Essen schmecken zu lassen.

Als er schließlich an der Reihe war, einen Kommentar abzugeben, schnappte er sich seinen halb leergegessenen Teller und tippelte zum Podium, wo er sein Gericht neben sich stellte und noch immer leicht kauend ins Mikro sprach: “Liebe Vertreter der Staaten dieser Welt, wir wissen ja, daß es nur noch eine begrenzte Zeit ist, bis die jüngsten Frauen der Welt ein Alter erreicht haben, in dem es nicht mehr möglich sein wird, Kinder auf die Welt zu bringen, und das selbst dann, wenn wir noch herausfinden werden, woran es gelegen hat, daß die Menschen unfruchtbar wurden…”

Jonny ließ eine kurze Künstlerpause verstreichen während er sich von rechts nach links in dem großen Saal umschaute bis er seine Worte fortsetzte: “Trotz alldem finde ich, daß wir unsere verbliebenen Lebensjahre genießen sollten!” Daraufhin nahm er einen gegrillten Flügel von seinem Teller, hielt ihn nach oben vor sein Gesicht und sagte: “Es gibt nämlich auch noch schöne Dinge auf der Welt, wie zum Beispiel diesen absolut leckeren Storch hier, der vom Koch wunderbar zubereitet wurde und mir außerordentlich gemundet hat…!”

ENDE

Copyright (c) 2011 by Detlef Hedderich

Kaufempfehlung des Autors:

Der Storch und das Baby

Illustriert von Schulze, Marisa J
Verlag :      epubli GmbH
ISBN :      978-3-86931-270-5
Einband :      Paperback
Preisinfo :      20,99 Eur[D] / 21,60 Eur[A]
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Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Seiten/Umfang :      ca. 88 S. – 14,8 x 15,6 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      11.05.2010
Gewicht :      113 g


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Herr Storch hat verschlafen und kommt zu spät zur Arbeit. Seine Kollegen haben schon fast alle Babies abgeholt und es bleibt nur noch ein besonderes Baby für den heutigen Tag übrig. Das wird eine schöne Überraschung für Herrn Storch.

Ab da beginnt eine lustige kleine Reise, in der man einen moralischen Wandel des Hauptcharakters erlebt und dadurch ein originelles Happy End zustande kommt!

Das Buch besteht aus vielen bunten großen Illustrationen, damit Kinder, die noch nicht lesen können, die Geschichte auch gut verstehen können. Für das Erste Lesen gibt es ein wenig groß geschriebenen Text, der zum üben animiert.

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GEBURTSSCHMERZTEILUNG – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 4/2011)

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. Januar 2011

GEBURTSSCHMERZTEILUNG

eine


Science Fiction-Kurzgeschichte


von


Detlef Hedderich

Wir schreiben das Jahr 2030. Petra und Hoig Kaldessa betraten das neue Geburtszentrum des OTITAKO-Gesundheitskonsortiums, das erste Zentrum dieser Art in der europäischen Staatengemeinschaft. Der elektronische Wehengürtel, den Petra um ihren dicken Bauch trug, war heftig am Blinken. Die Wehengürtel täuschten sich niemals: die Geburt stand unmittelbar bevor.

Im Fahrstuhl wurden von der Erfassungshardware alle nötigen Daten der Patientin direkt vom Wehengürtel übernommen. Dieser Vorgang ersetzte alle gewöhnlichen Anmeldeprozeduren und verwaltungstechnischen Aufwendungen und lief absolut unbemerkt und stillschweigend ab. Bei dieser Datenübergabe wurden auch alle nötigen Patienteninformationen, wie Blutdruck, Puls und sonstige erforderlichen Daten in die Zentrumshardware übertragen, die damit genau wußte, um was es ging und wohin der Fahrstuhl die beiden Personen nun befördern würde.

Als der Fahrstuhl im 83. Stockwerk seine Türen öffnete stand Dr. Taimatzuki schon bereit und empfing das Paar um es in das entsprechende vollautomatisierte Behandlungszimmer zu führen. Dort angekommen erklärte er, wie die von dem Paar gebuchte Geburt ablaufen würde: “In diese vollautomatische Röhre wird die Schwangere gelegt und die Roboteinrichtung wird die komplette Geburt vornehmen. Ein Eingreifen des Menschen ist nicht mehr nötig. Da sie den Zusatz der Geburtsschmerzteilung gebucht haben, sollte sich der Partner auf diese bequeme Liege legen, die sich direkt neben der Geburtröhre befindet. So hat er Blickkontakt zu seiner Partnerin und kann mit ihr die Geburtsschmerzteilung koordinieren.”

Hoig Kaldessa tat was der Arzt gesagt hatte. Erst führte er seine Frau zur Geburtsröhre, die sich dort entkleidete und auf die Liege legte die automatisch in das innere der Röhre verschwand, nur der Kopf der Frau schaute noch daraus hervor. Petra Kaldessa schaute auf die Liege, die direkt neben der Geburtsröhre stand, auf der inzwischen ihr Mann sich hingelegt hatte und seiner Frau in die Augen schaute und mit den Worten: “Ich liebe dich, mein Schatz! Es wird alles gutgehen!” zu beruhigen versuchte.

Dr. Taimatzuki instruierte das Paar darüber – das diese Informationen eigentlich schon aus der Online-Anleitung kannte – wie die Schmerzteilung der Geburt von statten gehen würde: “Also, die Schmerzteilung ist ein absolut neuartiges Verfahren und in dieser Form bislang nur im Versuch angewendet worden, dort bewies die Technik jedoch seine 100 prozentige Sicherheit. Das Gerät wurde in die Geburtsröhre integriert und erfaßt auf Grund der DNA-Daten, die sie von der Schwangeren und dem Kind im Bauch der Mutter erfährt und leitet einen Teil der Schmerzen auf den leiblichen Vater über.

Wie hoch diese Dosis im Einzelnen ist, bestimmt der Partner, in dem er laut eine Prozentangabe macht um wieviel Prozent er den Anteil der Geburtsschmerzen übernehmen möchte. Ich möchte noch betonen, dass Frauen von Natur aus solche Schmerzen eher aushalten als Männer, daher rate ich dringend dazu mit einem sehr kleinen Wert, etwa 10 Prozent der Schmerzen anzufangen und zu sehen, wie weit der Mann dann diesen Geburtsschmerzanteil für sich noch weiter erhöhen kann.”

Eine Computerstimme aus den Hintergrund ertönte und erklärte, dass nun die Wehen ausgelöst werden würden und fragte den Ehemann, ob er mit 10  % Schmerzanteil einverstanden war, was dieser sofort mit ja beantwortete. Die Geburtswehen fingen an und Petra fing leise an zu stöhnen. Ihr Ehemann schaute seiner Frau direkt ins Gesicht. Da er noch keine merklichen Schmerzen vernahm, ließ er den Schmerzanteil auf 20 % erhöhen. Seine Frau fing weiter an zu stöhnen, so dass Hoig Kaldessa den Schmerzanteil auf 30 % dann auf 40 % und schließlich auf 50 % erhöhen ließ. Merkwürdig fand er nur, dass er kaum etwas außer einem starken Hitzegefühl und einen rasenden Puls verspürte. Von direkten Schmerzen bemerkte er nichts. Jedenfalls war er froh, als er sah, dass es seiner Frau wesentlich besser ging, sie ziemlich entspannt die Wehen überstand und schließlich auch das Baby nicht lange auf sich warten ließ. Am Ende war der kleine Junge, den die beiden schließlich mit nach hause nahmen, kerngesund.

Es war bereits 9 Uhr in der Frühe als das automatische Taxi die beiden nach Haus fuhr und direkt vor der Veranda ihres schönen Bauernhauses anhielt. Nachdem das Paar mit dem Neugeborenen aus dem Taxi stieg und die Treppe zur Veranda hochging staunte es nicht schlecht als ihr Briefträger tot, seine Hände noch in Briefe und Ledertasche verkrampft, zu ihren Füßen lag…

ENDE

Copyright (c) 2011 by Detlef Hedderich

Kaufempfehlung des Autors:

Mongan, Marie F
HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt

Die Mongan-Methode – 10000fach bewährt!

Verlag :      Mankau Verlag
ISBN :      978-3-938396-20-9
Einband :      Paperback
Preisinfo :      19,95 Eur[D] / 20,60 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Seiten/Umfang :      ca. 313 S., mit Audio-CD – 23,0 x 15,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      2. Aufl. 21.02.2010
Gewicht :      515 g

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Was kommt auf mich zu? Werde ich große Schmerzen haben? Wird alles gutgehen? Stimmen eigentlich die vielen Schauer-Geschichten, die man mir erzählt hat? Viele werdende Mütter haben ein mulmiges Gefühl, wenn es langsam aber sicher in Richtung Geburt geht. Doch warum ist die Geburt für viele Frauen ein so traumatisches und schmerzhaftes Erlebnis? Und warum enden heute mehr als ein Viertel aller Geburten mit einem Kaiserschnitt?

Die Antwort von HypnoBirthing ist einfach: Die tief in unserer Kultur verankerte Angst der Frauen vor der Geburt bewirkt im Körper drei entscheidende Reaktionen – die Muskeln verkrampfen sich, die Durchblutung wird reduziert und bestimmte Stress-Hormone werden ausgeschüttet. Alle diese Reaktionen bedingen und verschlimmern die Geburtsschmerzen. Bei der Mongan-Methode wird diese Angst mit Hilfe von Hypnose-Techniken systematisch abgebaut, auch solche aus traumatisch erlebten Geburten. Viele Schmerzen entstehen so erst gar nicht, die werdende Mutter kann sich tief entspannen und ihr Körper seine Aufgabe wesentlich besser erfüllen.

Zusätzlich vermindert HypnoBirthing Schmerzen durch besondere Atem-, Entspannungs- und Konzentrationsübungen drastisch, so dass Schmerzmittel fast immer überflüssig sind. Ebenso wird die Zahl der Kaiserschnitte und anderer ärztlicher Eingriffe stark reduziert. Nach der Geburt erholen sich die Frauen deutlich schneller und können so auch besser eine innige Bindung zu ihrem Kind aufbauen.

Das in diesem Buch beschriebene Programm ist keine Manipulation, sondern ein natürlicher Weg, die Geburt zu erleichtern. Lassen Sie sich dabei helfen, Ihr Kind voller Zuversicht, entspannt, sanft und friedlich zur Welt zu bringen! Dem Buch liegt eine HypnoBirthing-Entspannungs- und Übungs-CD bei.

Bei Zehntausenden Geburten bewährt – die erfolgreiche Geburtshilfe aus den USA!

Marie F. Mongan war Direktorin einer Hochschule für Frauen, bevor sie Direktorin des HypnoBirthing-Instituts in der Nähe von Concord, New Hampshire, wurde. Bei ihrem Hypnotherapie- und HypnoBirthing-Unterricht kann sie auf über 30 Jahre Erfahrung als Dozentin und psychologische Beraterin sowohl im Hochschul-, als auch im öffentlichen und im privaten Bereich zurückgreifen. Schon am Anfang ihrer Karriere wurde Mongan als eine der fünf besten Pädagogen von New Hampshire bezeichnet und erhielt ein Stipendium der Ford-Stiftung für die Harvard-Universität.

Sie ist offiziell vom Staat New Hampshire als psychologische Beraterin zugelassen und als klinische Hypnotherapeutin, Hypnoanästhesistin und Dozentin für Hypnotherapie zertifiziert. Für ihre Verdienste auf dem Gebiet der Hypnotherapie wurde Marie Mongan mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis des Vorsitzenden des Verbands amerikanischer Hypnotiseure (National Guild of Hypnotists President’s Award) und dem begehrten Charles-Tebbetts-Preis für ihre Arbeit zu Verständnis und Akzeptanz der Hypnotherapie in der Medizin. Außerdem erhielt sie auch den Preis der Ehemaligen des Plymouth-State-Colleges.

Im Frühjahr 1992 reiste Mongan als amerikanische Botschafterin der Bridges-for-Peace-Stiftung nach Moskau, um dort russische Frauen in Personalführung zu unterrichten.

Marie Mongan hat vier erwachsene Kinder, die sie alle mit der Dick-Read-Methode zur Welt gebracht hat, auf der die HypnoBirthing-Philosophie basiert. Neben dem HypnoBirthing-Programm, das sie in ihrem Buch “HypnoBirthing” vermittelt, hat sie auch in einem weiten Spektrum anderer Gruppen- und Einzeltherapien praktische Erfahrung.

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ARMER POET MIT HUND, FRAU UND SCHREIBMASCHINE – eine Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 6. Januar 2011

ARMER POET MIT HUND, FRAU UND SCHREIBMASCHINE

eine

Kurzgeschichte

von

Detlef Hedderich


Es klopfte an der Tür. Hank saß an seiner klapprigen alten Reiseschreibmaschine und brütete über ein Gedicht über drei Bankräuber. Er fragte: “Wer ist da?”

Von der Tür kam: “Ich bin es, Freddy vom Schnappsladen. Wollte mal meine Penunzen abholen.”

Hank hatte mit dem Tippen aufgehört und glotze vor sich hin, in der Hoffnung, daß ihm eine gute Erwiderung darauf einfallen würde. Doch dem war nicht so. “Ich habe keine Kohle, bin voll im Brand und ohne Hoffnung auf Besserung!”

Freddy antwortet von draußen: “Man Chinasky, mach doch mal die Tür auf, ich bin doch kein verdammter Penner,  der durch ne Tür quatschen muß!”

Ok, ok, dachte Hank, kann ja nicht schaden. Zu holen gab es hier eh nichts, und auf die Fresse hauen, würde ihm Freddy schon nicht. Jedenfalls nicht, wenn er ohne seine Jungs hier war. Was Hank hoffte.

Er schlurfte also zur Tür und ließ den Mann rein. Der zog sofort die Nase hoch und meinte zu Hank: “Man Chinasky, mach mal die Fenster auf, hier stinkt es ja wie in einem Pumakäfig!”

Hank hatte sich auf seinen Fernsehsessel gepflanzt, der vor dem TV-Tischchen stand, welcher aber leer war. Den Fernseher hatte er längst ins Pfandhaus geschafft und damit die letzte Bierration finanziert, wovon er nur noch drei Flaschen im Kühlschrank hatte, dann war die Kohle auch verbraucht.

Als er daran dachte, bekam er Durst und schlurfte zum Eisschrank, holte eine Flasche Bier raus, öffnete den Drehverschluß und nahm erstmal einen anständigen Schluck, bevor er wieder zum Sessel zurück schlurfte und sich reinplumpsen ließ, daß ihm der Schaum der Bierflasche bis an die Stirn spritzte. Unbeholfen wischte er die Tropfen mit der Hand weg und zog danach noch mal kräftig an seiner Pulle.

Freddy sah Hank angeekelt an und meinte: “Man Chinasky, du mußt unbedingt lüften, sonst verreckst du hier noch wegen Luftmangel!”

Hanks Antwort kam postwendend: “Ist noch keiner an schlechter Luft verstorben, erfroren aber schon! Die haben die Heizung abgestellt, weil keine Flocken dafür zur Verfügung standen.  Deshalb bleibt die Bude unbelüftet und wird warmgefurzt!”

“Man Chinasky, so kann man doch nicht leben”

“Man nicht”, antwortete Hank, “ich schon!”

“Chinasky, sprechen wir mal übers Geschäft! Du hast keine Kohle, was kannst du mir statt dessen geben. Ich hab dir wochenlang deine Rechnung angeschrieben und du Ratte läßt dich einfach nicht mehr blicken!”

Hank wußte darauf keine Antwort und zuckte nur mit den Schultern und nahm noch mal einen Schluck aus der Bierflasche.

Freddy ließ seinen Blick über die abgewohnten schäbigen Möbel gleiten und meinte: “Will dir ja nicht noch den Sessel unterm Arsch wegreißen, aber irgendwas mußt du mir heute schon mal anbieten!”

“Das mit dem Sessel kannste eh abhaken, der gehört dem Vermieter, wie alles hier in der Bude”, war seine obligatorische Antwort darauf.

Freddy schaute sich in dem Raum um, sah einen Sessel, ein abgewätzes Sofa und einen Beistelltisch und das leere TV-Tischchen. Sein Blick schweifte hinüber zu dem kleinen wackeligen Schreibtisch unter dem Fenster auf dem die alte Reiseschreibmaschine stand. Er fragte Hank: “Was ist mit der Schreibmaschine?”

“Wenn du willst, nimm sie mit, aber das ´R´ und das ´U´ klemmen, außerdem geht die Klingel nicht und das Farbband ist fast leer und fällt immer mal aus der Führung. Aber wenn es dich glücklich macht, pack sie ein und verkaufe sie.”

“Chinasky, was soll ich damit? Gleich hier am Haus in die Mülltonne klatschen?”

“Dann nimm doch eine Story, oder besser noch: ein paar Gedichte von mir mit. Vielleicht werd ich mal berühmt und du bekommst dann einen Haufen Knete, später mal!”

“Man, Chinasky, du glaubst doch nicht im Ernst, daß da jemals jemand was dafür bezahlt, für dein Geschreibsel?”

“Wofür mache ich das dann hier, die ganze Zeit?”

“Ist dein Leben, Chinsaky, ist ein freies Land und dein Leben, kannste mit machen, was du willst!”

Freddy schaute sich weiter um, so daß  er fast einmal ganz herum geschaut hatte in dem Raum, bis er kurz vorher auf einen Hundekorb blickte, der neben der Eingangstür stand, in dem ein magerer Kötter lag.

“Man Chinasky, die Töhle ist ja am verhungern, gib der doch mal was zu fressen”

“Hab nix, der bekommt ab und zu was von der alten Nachbarin aus dem Dritten. Die bringt ihm manchmal einige Knochen, wenn sie sich vorher eine Suppe daraus gekocht hat!”

“Chinasky, du alte Tierquäler!”

“Wenn du so ein Tierliebhaber bist, dann kannste mir den Kläffer ja abkaufen und dafür eine Flasche Schnaps locker machen und einen Teil der Rechnung streichen, aber ich sag dir auch: der wird es nicht mehr lange machen, da er schon sehr alt ist, außerdem hinkt er auf drei Beinen und ist auf dem linken Auge blind, deshalb mußt du deine Möbel umstellen, damit er nicht immer dagegen kracht. Außerdem furzt er den ganzen Tag, ist sozusagen meine Notheizung.”

Freddy schaute Hank an und schüttelte nur den Kopf. Schließlich ging sein Blick zurück auf die einzige andere Tür in dem Raum außer der Eingangstür.

“Was verbirgt sich dahinter?”, fragte er Hank, der zuckte wieder nur mit den Schultern und schlürfte den Rest aus seiner Pulle raus und meinte dann:

“Da pennt meine Alte, ist nur ein Bett, ein Schrank und eine Kommode drin, gehört alles dem Vermieter.”

Freddy war verdutzt: “Du alter, häßlicher, nichtsnutziger, versoffener Sack hast ne Frau?”

Hank antwortete: “Na klar, ist aber nicht besonders hübsch, mußte sie mir erst mal schönsaufen! Wenn du willst kannst du mal ne Runde drehen mit ihr, wenn es dich glücklich macht oder meine Rechnung ein wenig reduziert!”

“Man Hank, du würdest doch sogar deine Großmutter oder deine Mutter verkaufen, für ne Flasche”

“Geht nicht, sind beide schon tot”

Worauf Freddy verächtlich erwiderte: “Da können die aber froh sein, die glücklichen!”

Doch Hank verlor langsam die Contenance und wollte  Freddy festnageln: “Was jetzt, willst du nun einen wegstecken oder nicht?”

Freddy blickte erst die Tür zum Schlafzimmer an, dann Hank und wieder die Schlafzimmertür. Dann gab er sich einen Ruck und verschwand durch die Tür.

Nach 20  Sekunden kam er zurück und schnauzte Hank an: “Ok, ok, zeig mir noch mal den Hund…!”

ENDE

Copyright (c) 2011 by Detlef Hedderich

Kaufempfehlung des Autors:

Bukowski, Charles
Ein Maulwurf im Karton
Songs und Gedichte

Gelesen von Wameling, Gerd. Arrangiert von Weßbecher-Newman, Steffen. Gespielt von Hanks
Verlag :      steinbach sprechende bücher
ISBN :      978-3-86974-055-3
Preisinfo :      17,99 Eur[D] UVP / 18,20 Eur[A] UVP / 31,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      Laufzeit ca. 62 Min.
Produktform :      A: Audio-CD
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 07.2010
Audio-CD  -  Musikalische Inszenierung.  -  Sprache: Deutsch (Laufzeit: 62 Min.)

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ZUM 90. GEBURTSTAG: WAMELING MEETS BUKOWSKI!

Bukowski schreibt über das Komische und Tragische, das Sinnlose und Verrückt-Schöne in unserem Leben – er hat alles erlebt: Er kennt die Untiefen des Lebens und die Gipfel des Glücks, die Helden und Verlierer, die Einsamen und Suchenden auf der Schattenseite.

Ihnen gibt er immer wieder eine Stimme. Gerd Wameling bietet den Hörern durch seine poetische und gleichzeitig raue Interpretation dieser ausgewählten Bukowski-Gedichte ein unvergessliches Hörerlebnis. Durch die einzigartigen Kompositionen von Steffen Weßbecher-Newman eröffnen sich den Texten neue und ungeahnte Dimensionen.

Charles Bukowski wurde am 16. August 1920 in Andernach geboren. Er lebte seit seinem zweiten Lebensjahr in Los Angeles. Nach Jobs als Tankwart, Schlachthof- und Hafenarbeiter begann er zu schreiben und veröffentlichte weit über 40 Prosa- und Lyrikbände. Charles Bukowski starb am 9. März 1994 in San Pedro/L.A.

Gerd Wameling, geboren 1948 in Paderborn, ging 1974 an die Schaubühne in Berlin, deren Ensemble er fast 20 Jahre angehörte. Er spielte in diversen Fernseh- und Kinoproduktionen und ist einer der beliebtesten und bekanntesten deutschen Hörbuchsprecher.

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EIN LASTTAXI-FAHRER AUF ABWEGEN – eine Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

Erstellt von Detlef Hedderich am 3. Januar 2011

EIN LASTTAXI-FAHRER AUF ABWEGEN

eine

Kurzgeschichte

von

Detlef Hedderich

Ich mochte meinen Job. Ich wäre wirklich unglücklich gewesen,  hätte ich in einer Werkstatt oder einem Büro arbeiten müssen. Es war zwar nicht immer sicher, dass ich genügend Geld heimbrachte um meine Ausgaben wie Miete, Strom und Telefon bezahlen zu können, doch für nichts in der Welt hätte ich meinen Job als Lasttaxifahrer gegen einen anderen eingetauscht. Dazu war der Job einfach viel zu abwechslungsreich und zu spannend. Man wußte nie genau, welchen Auftrag man von der Funkzentrale bekommen würde. Ob der sich dann lohnen würde oder ein Flop war, blieb unbestimmt, bis man das Geld in den Händen hielt und seine Kilometer und die Arbeitszeit abgerechnet hatte.

Als ich an diesem Abend überlegte, ob ich Feierabend machen sollte oder nicht, meldete sich die Zentrale bei mir und fragte mich nach der Größe meines Autos mit dem ich unterwegs war. Die Frage, ob ich wirklich ein halbes Dutzend Koffer einladen könnte, beantwortete ich mit ja und freute mich, dass ich bei diesem Auftrag nicht nur das Geld der Taxiuhr für Kilometer und Zeit aufschreiben, sondern auch den Zuschlag fürs größere Auto plus Arbeitszeit fürs Kofferschleppen einheimsen konnte.

Mein Auftrag stand jetzt auf meinem Block: Vier große Koffer und zwei Taschen verschiedener Größe von einer Geschäftsfrau aus dem Villenviertel in Frankfurt zum Flughafen bringen und diese dort für die Dame als Übergepäck aufgeben, den Flugschein, der am Schalter hinterlegt war, zurück nach Frankfurt bringen, da der Flug erst am nächsten Tag stattfinden würde. Prima! So konnte ich die Taxiuhr hin und zurück durchlaufen lassen, denn der Flughafen galt als Stadtgebiet und daher würde der Kunde Hin- und Rückfahrzeit und -Kilometer zahlen müssen.

Als ich mit meinem Ford Transit am Tor der Villa an der Sprechanlage klingelte wurde sofort aufgedrückt und ich fuhr direkt vor den Dienstboteneingang. Hier klingelte ich erneut worauf die Tür ebenfalls aufgedrückt wurde. Ich schaute micht um, am Ende eines langen Ganges schimmerte Licht durch eine Glastür auf die ich zuging. Vorsichtig klopfte ich und sofort wurde mir von einer etwa 30jährigen Frau, die in ein Kostüm gekleidet war, geöffnet.

Die Dame schaute mich gutgelaunt lächelnd an, begrüßte mich freundlich und bugsierte mich zu einer geschmackvoll eingerichten Sitzecke, auf dessen Tisch sie mir eine Flasche Kola und eine  kleine Schüssel mit Kartoffelchips stellte und mich aufforderte, zuzugreifen. Ich nahm dankend an und sie meinte noch, dass sie mich rufen würde, nachdem sie ein kurzes Telefonat erledigt hätte.

Zufrieden mit mir und der Tatsache, dass meine Taxiuhr in meinem Auto ertragreich vor sich hintickte genoß ich meine Chips und das kalte Getränk, doch schon hörte ich die Lady rufen. Sofort sprang ich auf und folgte dem Ursprung der Stimme.

Nachdem ich auf sie traf winkte sie mir kurz ihr zu folgen. Wir betraten ein sehr geschackvolles Schlafzimmer mit einem riesigen Umkleideteil in welchem sie stehenblieb und ihre halblangen Haare hinten am Hals mit der Linken anhob und mich aufforderte, ihr den Reißverschluß ihres Pullis aufzumachen. Als das geschen war, war der Reißverschluss ihres Rockes dran. Nachdem sie sich der beiden Kleidungstücke entledigt hatte, forderte sie mich auf, ihr zum Bett zu folgen.

Das Bett war ein Wasserbett von enormer Größe. Sie setzte sich auf eine Ecke und deutete neben sich, so das ich mich ebenfalls aufs Bett setzte. Als sie anfing, mich auszukleiden, klingelte es plötzlich an der Sprechanlage, die direkt neben dem Bett angebracht war. Dort konnte man auf einem kleinen Bildschirm sehen, wie ein junger Mann vor dem Tor  draußen stand und in die Sprechanlage sprach: “Ich komme vom Callservice und bin heute ihr Begleiter!”

Erschrocken schaute mich die Dame mit großen Augen an und stieß geschockt hervor: “Sie sind der Lasttaxi-Fahrer…!”

ENDE

Copyright (c) 2011 by Detlef Hedderich

Leseempfehlung des Autors:

Abendstern, Tom
Tagebuch eines Lkw-Fahrers

Verlag :      Engelsdorfer Verlag
ISBN :      978-3-86901-769-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,00 Eur[D] / 9,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Seiten/Umfang :      113 S. – 19,0 x 12,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 16.02.2010

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Während seiner langjährigen Tätigkeit als Lkw-Fahrer quer durch Europa machte Tom Abendstern die unterschiedlichsten Entdeckungen und Erfahrungen: von merkwürdigen Zeitgenossen und seltsamen Begebenheiten bis hin zu Korruption und Schieberei. Seine Geschichten beruhen auf Tatsachen und handeln von amüsanten, kuriosen und manchmal auch gefährlichen Situationen. Der Autor schildert auch in der freien Marktwirtschaft gängige Vorgehensweisen, die nur selten an die Öffentlichkeit gelangen. Seine gute Beobachtungsgabe und sein Sinn für Humor machen dieses Büchlein zu einer unterhaltsamen Lektüre, sowohl für Insider als auch für diejenigen, die mit der Fernfahrer-Welt nicht vertraut sind.

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