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DER STOFF, DER DIE GEDANKEN TRÄGT – Leseprobe aus dem Roman: “Die Papiermacherin” von Conny Walden.

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. März 2012

DER STOFF, DER DIE GEDANKEN TRÄGT

Leseprobe aus dem Roman: “Die Papiermacherin”

von Conny Walden

Alles kann durch Nicht-Handeln bewegt werden.
Lao-she

Li strich sich mit einer schnellen, nervösen Geste die einzelne blauschwarze Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich aus ihrer Frisur herausgestohlen hatte. Die junge Frau hielt den Blick gesenkt und wirkte äußerlich vollkommen ruhig. Doch in ihrem Inneren herrschte ein Höchstmaß an Anspannung.

Es bringt nichts ein, wenn der Bauer versucht, die Regenwolken zu beschleunigen, um genug Wasser für den Reisanbau zu haben!, erinnerte sie sich an eine Weisheit aus einem der aus feinstem Seidenpapier zusammengehefteten Bücher, deren Seiten von kunstfertigen Kalligrafen mit den Worten ehrwürdiger Weisen beschrieben worden waren.

Manchmal gab es kleine Zeichnungen, die diese Sinnsprüche illustrierten. Bilder, die oft nur aus wenigen Strichen bestanden und auf den ersten Blick wie beiläufig dahingezeichnet aussahen. Doch ein zweiter Blick offenbarte stets das außerordentliche Können, das den Herstellern solcher Bücher eigen war. Kein Wunder, dass solche Schriften mit unter ein Vermögen kosteten, wenn man nicht gerade freundschaftlich oder verwandtschaftlich mit jemandem verbunden war, der die Kunst ihrer Herstellung beherrschte.

Li versuchte, ihren Atem ruhig und stetig werden zu lassen,um auf diese Weise ihrer inneren Unruhe besser beizukommen. Der Blick ihrer dunklen Mandelaugen in dem feingeschnittenen, ebenmäßigen Gesicht richtete sich auf einen ernst dreinblickenden Mann, dessen zu einem Zopf geflochtenes Haar bereits grau durchwirkt war.

Ihr Vater.

Sein Name war Wang und er galt als einer der besten Papiermacher weit und breit.

Kaum jemand verstand diese Kunst so wie er, kannte das Geheimnis, wie heftig die Stoffe zu Brei zerstampft werden mussten, bevor aus ihnen der Stoff des Geistes und der Schrift werden konnte – Papier! Das Schöpfsieb zu handhaben erforderte viel Übung und Geschick, und selbst wenn die Blätter dann gepresst wurden, konnte man beim Lösen der Drehpresse noch alles verderben.

Wang nahm eines der fertig getrockneten Blätter emporund hielt es gegen das durchs offene Fenster hereinscheinende Sonnenlicht. Schließlich nickte der Meister, und sein bisdahin sehr streng wirkendes Gesicht entspannte sich etwas. Wang drehte den Kopf und sah seine Tochter an.

»Du bist eine gelehrige Schülerin gewesen«, sagte er. »Ich kann dir nichts mehr beibringen. Alles, was du jetzt noch zu lernen hast, wird die Erfahrung der Jahre bringen.«

»Ich danke dir für deine Worte«, sagte Li – unendlich erleichtertdarüber, dass die Blätter, die sie angefertigt hatte, dem strengen Blick von Meister Wang standhielten.

Ein verhaltenes Lächeln spielte um ihre Lippen. Das Gesicht ihres Vaters aber blieb ernst. Der Blick wirkte in sich gekehrt.

Nach dem Lis Mutter vor Jahren der Seuche anheimgefallen war, die Seidenhändler aus Xingqing in die Gegend brachten, hatte Li ihren Vater nie wieder wirklich unbeschwert erlebt. Fast die Hälfte der Bevölkerung in der kleinen Stadt am äußersten westlichen Rand des Reichs Xi Xia hatte das Fieber hinweggerafft. Darunter auch zwei von Lis insgesamt drei Brüdern. Der dritte Bruder war dann bei dem Überfall einer uigurischen Räuberbande ums Leben gekommen.

Gold und Seide flossen seit langer Zeit die Seidenstraße entlang. Neuerdings war vor allem der Handel mit Pferden hinzugekommen, denn das Reich des im fernen Bian regierenden Kaisers wurde andauernd von Aufständen bedroht. Dem entsprechend groß war dort der Bedarf der widerstreitenden Mächte an Reittieren. Doch nach Pferden, Gold und Seide gierten viele. Der Handel an der Seidenstraße hatte auch dem Papiermacher Wang und seiner Familie Wohlstand gebracht. Wo Verträge geschlossen, Warenlisten aufgeschrieben und Wechselausgestellt wurden, brauchte man diesen besonderen Stoff fast so dringend wie die Handelsware selbst.

Papier trug die Verse der Weisen aus Tibet, die Suren des Korans oder die Heilige Schrift der Nestorianer, die den Glauben an Jesus Christus bis an die Grenzen des Reichs der Mitte gebracht hatten, genauso wie Zahlen und Liefertermine. Überall waren daher die Künste der Papiermacher nicht minder gefragt als jene von Schreibern und Übersetzern.

»Die Kunst, die ich dich gelehrt habe, ist mehr wert als ein Klumpen Gold oder ein großer Besitz«, sagte Wang an seine Tochter gewandt. »Besitz kann man dir nehmen, dein Wissenaber nicht. Die Zeiten sind unsicher und der Reichtum zieht die Räuber an wie das Licht die Motten. Aber niemand kann dir deine Fertigkeit in der Kunst des Papiermachens nehmen, die ich in deine Seele gepflanzt habe, so wie es mein Vater beimir getan hat. Denk immer daran: Wissen und Können sind nicht nur dein wertvollster Besitz, sondern wohl auch der einzige, den du mit Sicherheit behalten wirst, bis deine Seele zu den Ahnen geht. «

»Ich werde dieses Wissen immer in Ehren halten«, versprach Li.

»Du weißt, dass ich aus Erfahrung spreche«, fuhr Wang fort.

Der Respekt gegenüber ihrem Vater verbot es Li, darauf hinzuweisen, dass sie diese Geschichte schon dutzendfach zu hören bekommen und ihre Lektion gewiss längst daraus gelernt hatte.

»Du warst noch ein Säugling, als wir die Hauptstadt verlassen mussten«, fuhr Wang fort.

»Aber es kommt mir manchmal vor,als sei es erst gestern gewesen … Eine gutgehende Papierherstellung gehörte mir und ich ließ zwanzig Gesellen für mich arbeiten!«

Wenn Wang von der Hauptstadt sprach, dann meinte er keineswegs die Hauptstadt von Xi Xia, sondern das ferne Bian, wo die Söhne des Himmels das Reich der Mitte regierten.

»Der Kaiserhof und die Verwaltung hatten einen so hohen Bedarf an frischem Papier, dass man sich das hier, am Rand der zivilisierten Welt, gar nicht vorzustellen vermag«, erklärte Wang.

»Und es gab so viele abgelegte Seidengewänder, die man verwenden konnte – hier dagegen müssen wir ja oft genug allemöglichen Lumpen zerstampfen, und wie du weißt, mengen einige meiner weniger ehrenhaften Konkurrenten sogar getrocknetes Gesträuch, Holzspäne und Stroh in den Papierbrei,was man den Blättern später auch ansieht! Ja, manche Blätter riechen sogar nach Hühnermist, Kamelhaaren und Dingen, die so unrein sind, dass ich mir gar nicht erst vorzustellen versuche, wie unsere edle Kunst da im wahrsten Sinn des Wortes in den Schmutz gezogen wird.«

Wang machte eine wegwerfende Handbewegung und verzog angewidert das Gesicht. Alleinder Gedanke, dass auf solch unreines Papier womöglich heilige Gebete oder hohe Poesie geschrieben wurden, erschien ihm wohl wie eine unerträgliche Entweihung. Nie wurde er müde, sich über solchen Frevel am sauber ausgeführten Handwerk aufzuregen. Dann schüttelte er den Kopf, und sein Gesichtsausdruck bekam einen Zug von Melancholie.

»Ich hätte in Bian mein Lebtag ein gutes Auskommen haben können, und wahrscheinlich hätte ich am Ende meiner Tage jedem meiner Söhne eine eigene Papiermanufaktur vererbt und jeder meiner Töchter eine reichliche Mitgift hinterlassen …« Wang ersparte es Li, sich das Verhängnis ein weiteres Mal in aller Ausführlichkeit berichten zu lassen. Ein Verhängnis, das mit der Machtergreifung eines Militärgouverneurs begann, der sich zum Kaiser aufgeschwungen hatte. Durch die Denunziation eines Konkurrenten war Wang auf eine Liste unliebsamer Personen gekommen. Nur die rasche Flucht hatte ihm und seiner Familiedas Leben gerettet.  Sein ehemaliger Besitz war in die Hände des Staates gelangt. Alles hatte er zurückgelassen und hier, im äußersten Westen, neu angefangen.

Xi Xia gehörte von Rechts wegen zwar noch zum Reich des Himmelssohnes, aber faktisch war das Gebiet unabhängig. Hier hatte sich Wang eine sichere Zukunft für seine Familieerhofft. Doch diese Hoffnung hatte sich nicht erfüllt. Seine Frau und seine Söhne waren tot – und in der Manufaktur, die Wang betrieb, arbeiteten nur drei angestellte Gesellen. Zweimal hatte Wang sie wieder aufbauen müssen. Einmal nach einem großen Feuer und ein anderes Mal nach dem Überfall von Steppenräubern.

»Am Ende mit leeren Händen vor die Ahnen zu treten – das wünsche ich niemandem!«, murmelte Wang vor sich hin.

Li wusste, dass er in diesem Augenblick mehr zu sich selbst als zu ihr sprach. Von draußen waren jetzt aufgeregte Stimmen zu hören. Einer der Gesellen aus der Manufaktur stürzte herein. »Reiter kommen! Es sind viele! Sie tragen Fackeln!«

»Bei allen Göttern«, murmelte Wang, und das Gesicht des Papiermachers wurde bleich.

»Verschließt Fenster und Türen!«, rief er und fasste dann den Gesellen bei den Schultern. »Sind die Türen und Läden der Werkstatt verschlossen, Gao?«

»Es wird uns nichts nützen!«, fürchtete der Geselle.

Li eilte zu einem der Fenster und schob den schweren Vorhangzur Seite. Das Donnern der Hufe war bereits unüberhörbar. Schreie gellten. Es waren von heiseren Männerstimmen ausgestoßene Befehle, und Li verstand zumindest ein paar Bruchstücke davon.

»Uiguren!«, stieß sie hervor.

In Xi Xia lebten Tanguten, Uiguren und Angehörige des Han-Volks aus dem Reich der Mitte seit jeher mehr oder weniger friedlich zusammen.

Auf den Märkten dominierten diese drei Sprachen zusammen mit dem Persischen, und Li war daher von klein auf mit dem Uigurischen in Berührung gekommen, viele der Händler und Karawanenführer sprachen einen der uigurischen Dialekte und man sagte, dass es fast unmöglich war, ein Pferd oder ein Kamel zu einem gerechten Preis zu erhandeln, wenn man diese Sprache nicht beherrschte. Li hatte immerhin genug davon aufgeschnappt, um sich einigermaßen verständigen zu können, so wie sie auch etwas Persisch verstand. Andernfalls hätte sie auf dem Markt keinen Handel abschließen können, denn kaum einer der Händler konnte sich gut genug in der Zunge des Han-Volks ausdrücken.

Mindestens hundert Reiter preschten die Hauptstraße entlang, in der sich fast alle Häuser des Ortes und die Stallungen der Karawansereien wie an einer Perlenkette aufreihten. Eine Schutzmauer aus angespitzten Palisaden umschloss zumindestden inneren Bereich der Siedlung, die um eine Wasserstelle herum angelegt worden war.

Meister Wangs Haus lag ebenso wie die Manufaktur außerhalbdieses geschützten Bereichs. Normalerweise zog man sich bei Gefahr hinter die Palisaden zurück – doch dazu war es längst zu spät. Die ersten Häuser brannten bereits. Die Angreifer schleuderten ihre pechgetränkten Fackeln auf die Dächer,die sofort Feuer fingen.

Die tangutischen Wächter warenvöllig unvorbereitet. Sie wurden schnell niedergekämpft. IhreTodesschreie mischten sich mit dem Prasseln der Flammen und dem panischen Stimmengewirr derer, die verzweifelt gegen die Lücke in den Palisaden drängten. Doch dort versuchte man gerade, die Tore zu schließen.

Von den Brustwehren aus empfing die Angreifer ein Pfeilhagel. Einige der Uiguren wurden aus dem Sattel geholt, aber noch ehe die tangutischen Bogenschützen ihren zweiten oder dritten Pfeil eingelegt hatten, kämpften die ersten Angreifer bereits die Wächter am Tor nieder und preschten in den inneren Bereich. Die ersten Uiguren hatten auch das Haus von Meister Wang erreicht. Im Vorbeijagen warf einer von ihnen eine Fackel durch das Fenster, ehe Li alle Läden schließen konnte. Die Fackel rollte über den Boden. Flammen erfassten einen Vorhang und papierenen Wandschmuck. Der Inhalt einer Öllampe entzündete sich, und es dauerte nur Augenblicke, bis dichter Qualm entstand.

»Hinaus!«, hörte sie den heiseren, hustenden Ruf ihres Vaters.

Sie sah seine Gestalt durch den beißenden Rauch taumeln, dann eine zweite – den Gesellen Gao.

Das ist ihr Ziel, durchfuhr es Li mit bitterer Wut im Herzen. Sie wollen uns ins Freie treiben … uns und das Vieh!

Der Qualm biss Li in den Augen. Zusammen mit ihrem Vater und Gao stürzte sie wenige Augenblicke später zur Tür hinaus ins Freie, wo sie die Uiguren bereits in Empfang nahmen.

»Los, schneller!«, rief einer von ihnen in schlechtem, akzentschwerem Chinesisch, um dann allerdings gleich in einen Uigurendialekt zu wechseln.

»Raus mit euch! Oder wir schneiden euch gleich die Kehle durch!« Das Gesicht des Uigurenwar durch eine Narbe gezeichnet, die sich von der linken Augenbraue diagonal über das gesamte Gesicht bis zumrechten Mundwinkel zog.

Ein Schwertstreich musste ihn aufdiese Weise entstellt haben. Er trug einen Helm, dem man noch ansehen konnte, dass das Falken-Abzeichen des Herrschers von Xi Xia grob entfernt worden war – ein Abzeichen, wie es die Außenposten und Kundschafter trugen, deren Aufgabe es war, rechtzeitig vor einem Überfall zu warnen.

Doch dazu waren jene Männer wohl einfach nicht mehr gekommen. Mochten die Götter wissen, wo jetzt die Aasfresseran ihren Gebeinen nagten. Ihre Ausrüstung hatten die Uiguren offenbar unter sich aufgeteilt.

Wang stieß unvermittelt einen Schrei des Entsetzens aus, als er sah, dass seine Werkstatt in hellen Flammen stand. Einer der Männer war ins Innere eingedrungen und kehrte jetzt mit einem Schöpfsieb zurück, bei dem er sich wohl nicht so recht im Klaren war, ob es irgend einen Wert besaß. Er warf es schließlich achtlos in den Staub, als ein Reiter heranpreschte und ihm etwas zurief. Li verstand die Worte sinngemäß. Offenbar hatten die Uiguren es geschafft, den Stadtkommandanten gefangen zu nehmen. Die Männer hoben die Arme hoch und stießen wilde Freudenschreie aus.

»Das gibt ein hohes Lösegeld«, rief der Mann mit der Narbe.

Li atmete tief durch. Darum ging es dieser Bande also in erster Linie: Lösegeld.

Wer reich oder mächtig oder noch besser beides gleichzeitig war, für dessen Freiheit würde viel Silber gezahlt werden und er hatte gute Aussichten, bald schon unversehrt zurückzukehren. Das Schicksal der anderen war dagegen völlig ungewiss. Für uns wird niemand zahlen!, dachte Li resignierend.

Die Kämpfe innerhalb der Befestigung waren abgeflaut. Hierund da war noch das Wimmern von verletzten Tanguten zuhören. Die Uiguren erstachen sie, um ihnen ungestört Waffen, Stiefel und Brustharnische abnehmen zu können. Zusammen mit den Pferden wurden Li, ihr Vater und der Geselle Gao auf den Platz vor dem Palisadentor getrieben.

Rinder und Hühner liefen dort herum, und einer der Uigurenkrieger regte sich darüber auf, dass auch unreine und für Muslime ungenießbare Schweine sich hier tummelten. Der Narbengesichtige trat auf Li zu, packte sie am Handgelenk und entriss ihr Armreifen und Kette. Beides ließ er nach kurzer Begutachtung in den Taschen seines Lederwamses verschwinden. Dann fasste er Li grob am Kinn, bog ihren Kopf zur Seite. Durch den Druck seiner Finger auf ihre Wangen zwang er sie, den Mund zu öffnen, so dass er ihre Zähne sehen konnte.

»Du siehst hübsch aus«, sagte er. »Mit etwas Glück können wir dich gut verkaufen.« Dann stieß er sie so schroff vorwärts, dass sie zu Boden fiel.

Ihr Vater wollte ihr helfen und machte ein paar schnelle, entschlossene Schritte auf den Narbigen zu, als wollte er sich auf ihn stürzen. Aber ein anderer Uigure hielt ihm die Spitzes eines Schwertes an die Kehle.

»Vorsicht«, stieß der Uigure grimmig hervor. »Ich werde dich Respekt lehren!« Er hob sein Schwert und holte aus.

»Lass ihn!«, gebot ihm die Stimme des Narbigen. Irritiert senkte der andere Uigure die Klinge.

»Wieso hast du Mitleid mit einem wie dem? Er hat dich doch angreifenwollen!«

»Mein Vater wollte mich nur schützen!«, mischte Li sichein.

Der Mann mit der Narbe achtete jedoch nicht weiter auf die junge Frau. Er deutete auf die Werkstatt, aus deren Fenstern jetzt dunkle Rauchsäulen quollen. »Gehört dir die Werkstatt?«, fragte er in barbarischem Chinesisch.

»Ja.«

»Also bist du einer, der den Stoff macht, auf dem die gemalten Worte stehen!«

»Ja, so ist es.«

»Gepriesen sei Allah!«, stieß er hervor und sandte dabei einen Blick in Richtung des Himmels. Er deutete auf das Schöpfsieb, das zuvor achtlos in den Staub geworfen worden war. »Dann gehört dir das?«

»Ja«, nickte Wang.

»Beim Propheten, ich habe deinesgleichen schon dabei zugesehen, wie ihr das Papier schöpft, auch wenn ich nicht verstanden habe, was man eigentlich dazu tun muss. Aber egal, so einen wie dich brauche ich!« Der Mann mit der Narbe ergriff das Sieb und warf es Wang zu. Dieser fing es auf.

»Mag sein, dass du die Worte des Propheten nicht zu lesen vermagst, aber Allah wird sehen, dass ich dabei geholfen habe, sein Buch zu verbreiten, in dem ich dich schlitzäugigen Heiden gefangen nahm! Wir nehmen alle mit, die zu dir gehören, Mann! Und dein Sieb behalte bei dir – denn du wirst schon sehr bald beweisen müssen, dass du die Wahrheit gesprochen und mich nicht angelogen hast!« Er bedachte Wang mit einem abschätzigen Blick und wandte sich anschließend an jenen Krieger, der Wang gerade noch den Kopf hatte abschlagen wollen. »Pass auf diesen Mann besonders gut auf und krümme ihm und allen, die für ihn arbeiten, kein Haar, Mahmut!«

»Wie du befiehlst, Herr!«, gab Mahmut etwas irritiert zurück. Der Mann mit der Narbe klopfte ihm heftig auf die Schulter. »In Samarkand und Buchara schreiben persische Gelehrte angeblich jeden Tag ein Buch! Sie diktieren ganzen Heerscharen von Kalligrafen ihre Weisheiten und füllen Bibliotheken, die so unsagbar groß sind, dass Allah es einem einfachen Mann wie mir nicht gestattet, sich das wirklich vorstellen zu können! Man braucht dort so dringend Papier wie das Wasser zum Trinken, und ich habe gehört, dass man einen guten Preis für einen Papiermacher erzielen kann, der sein Handwerk versteht!«

»Allah hat dir Weisheit gegeben, Herr!«, meinte Mahmut unterwürfig. Offenbar gehörte er zu der noch kleinen, aber immer zahlreicher werdenden Gruppe unter den Uiguren, die den Worten des Korans folgten, während gemein hin der Glaube an Mani und an einen immer währenden Kampf zwischen dem Licht und der Dunkelheit unter den Uiguren am meisten verbreitet war.

Mahmuts Haltung straffte sich. Er hob den Blick und sah abwartend zu seinem Anführer.

Der Narbengesichtige machte eine ausholende Geste und rief den in der Nähe wartenden Männern zu: »Es muss noch mehr Papiermacher hier geben. Findet sie alle! Man wird uns ihr Gewicht in Silber aufwiegen!«

»Wir sollten allerdings trotzdem so schnell wie möglich von hier verschwinden, Toruk!«, meinte Mahmut. »Der Kaiser von Xi Xia wird Jagd auf uns machen, bis wir die Grenzen seiner Herrschaft hinter uns gelassen haben!«

Toruk, der Narbengesichtige, lachte heiser auf. »Der Kaiservon Xi Xia ist ein armseliger Narr, der anscheinend glaubt, dass er sich nur denselben Titel zu geben braucht wie der Herr des Reichs der Mitte. Aber bei der Weisheit des Propheten Mani! Ein Sohn des Himmels wird dieser tangutische Emporkömmling nie werden – und vor seiner armseligen Macht braucht auch niemand zu zittern!«

Toruk wandte sich noch einmal Wang zu. »Zeig uns, mit wem du dein Handwerk verrichtest!«, forderte er. »Na los!«

Wang deutete auf Gao. »Das ist mein Geselle, und meine Tochter Li habe ich auch in die Geheimnisse dieser Kunst eingewiesen. Sie hat den Grad meisterlicher Vollkommenheit bereits erreicht.«

Toruks Blick wanderte zu der jungen Frau. Li gefiel die Art und Weise nicht, wie der Uigure sie ansah. Sein Gesicht verzogsich.

»Bist du noch Jungfrau?«, fragte er.

»Ja, Herr«, antwortete sie.

»Auch dafür ließe sich ein guter Preis erzielen! Wir werden sehen, für welches deiner Talente das Gebot höher ist!« …

(UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE)

Copyright 2011 by Conny Walden

Autorin: Conny Walden ist das Pseudonym für das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. (Im sfbasar.de als Pseudonym von Silke Bekker gelistet!) Alfred Bekker schreibt Fantasy, historische Romane, Kinder- und Jugendbücher. Seine Frau Silke Bekker veröffentlicht vor allem Humoresken und Erzählungen. Unter dem Pseudonym Conny Walden schreiben sie gemeinsam historische Romane. Weitere Romane des Autorenduos sind bei Goldmann in Vorbereitung. Zusätzliche Informationen unter www.alfredbekker.de

Bildrechte: “Waffentod – Im Meer der Zeiten” (Waffentod41.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Waffentod-74-minus-110-98.png(Waffentod41.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Die Fortsetzung – für alle die neugierig geworden sind wie es weitergeht – findet sich in dem Roman:

Conny Walden
Die Papiermacherin
Roman

Verlag :      Goldmann Verlag
ISBN :      978-3-442-47315-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 9,95 Eur[D] / ca. 10,30 Eur[A] / ca. 18,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 464 S. – 18,7 x 11,8 cm
Erscheinungsdatum :      14.03.2011

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Vorbestellbar ist bereits “Die Papiermacherin”, der zweite historische Mittelalter-Roman von Conny Walden, dessen Erscheinen der Verlag in gleicher Ausstattung für den März 2011 ankündigt.

“Eine leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen zwei Welten”, so die Verlagswerbung.

Um 1000 nach Christus in West-China: Eine Gruppe Papiermacher wird von Uiguren verschleppt und Richtung Westen gebracht. Unter ihnen sind auch Meister Wang und seine hübsche Tochter Li. In Samarkand lernt Li den sächsischen Ritter Arnulf von Ellingen kennen, der von der Papiermacherin sogleich fasziniert ist. Zwischen den beiden entfaltet sich eine leidenschaftliche Liebe. Doch als Arnulf Opfer einer Intrige wird, müssen beide fliehen, und eine abenteuerliche Reise über Venedig bis nach Magdeburg beginnt …

Näheres hier

Wer ist Conny Walden?
Conny Walden ist das Pseudonym für das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. Alfred Bekker schreibt Fantasy, historische Romane, Kinder- und Jugendbücher. Seine Frau Silke Bekker veröffentlicht vor allem Humoresken und Erzählungen. Unter dem Pseudonym Conny Walden schreiben sie gemeinsam historische Romane. Weitere historische Romane des Autorenduos sind bei Goldmann in Vorbereitung.

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Weitergehende Informationen unter:
www.AlfredBekker.de

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ÜBERFALL AUF DER KURISCHEN NEHRUNG – Leseprobe aus dem Roman: “Die Bernsteinhändlerin” von Conny Walden.

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. September 2010

Überfall auf der Kurischen Nehrung

von

Conny Walden

(Diese Story ist eine Leseprobe aus dem Roman: “Die Bernsteinhändlerin” mit freundlicher Genehmigung der Autorin.)

Mit einem großen Fest im Haus der reichen Lübecker Patrizierfamilie Isenbrandt wird die Verlobung zwischen Matthias Isenbrandt und Barbara Heusenbrink gefeiert, der Tochter des Bernsteinkönigs Heinrich Heusenbrink aus Riga. Zunächst ist Barbara gewillt, sich in diese Vernunftehe zu fügen, damit der Fortbestand ihres Handelshauses gesichert ist. An Liebe denkt Barbara nicht, aber sie erhofft sich zumindest Respekt. Doch bald wird ihr klar, dass sie von Matthias nicht einmal das erwarten kann: Er vergnügt sich hemmungslos mit anderen Patriziertöchtern und weniger ehrbaren Frauen. Die Verlobung wird trotz aller Zweifel geschlossen. Als Barbara jedoch vor einer tödlichen Intrige gewarnt wird, ist ihr endgültig klar, dass es nicht zu der Heirat kommen darf. Die Nachricht vom Tod ihrer Mutter in Riga liefert Barbara und ihrem Vater einen Vorwand, abzureisen.

Drei Jahre später: Der Glücksritter Erich von Belden schreitet ein, als eine Gruppe Reisender auf der Kurischen Nehrung von Räubern überfallen wird. Bei den Reisenden handelt es sich um Barbara und ihr Gefolge. Barbara soll im Auftrag ihres Vaters mit einem Würdenträger des Deutschen Ordens in der Marienburg verhandeln. Erich von Belden gelingt es, die Räuber in die Flucht zu schlagen. Da auch er nach Riga will, reist er zusammen mit Barbara. Dabei kommen die beiden sich bald näher, auch wenn ihnen bewusst ist, dass eine Liebesbeziehung auf Grund der Standesunterschiede keine Chance hat. Als sie in Riga ankommen, trennen sich beider Wege. Doch dann wird Barbara von Unbekannten entführt …

Sie mag noch sehr jung sein, und überdies ist es ungewöhnlich, dass eine Frau sich in derlei Geschäften wie dem Bernsteinhandel tummelt. Aber es sollte niemand Barbara Heusenbrink unterschätzen.

Nicht lange, und sie wird ihrem Vater, den man nicht umsonst den Bernsteinkönig heißt, in nichts nachstehen.

Jetzt, da Heinrich Heusenbrink schwach ist und sie noch keine Erfahrung besitzt, ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, ihrer beider ledig zu werden – sowohl des Vaters als auch der Tochter. Ob nun mithilfe der Natur oder durch die Unterstützung willfährigen und bewaffneten Gesindels, sei mir gleich.

Aus einem Reichart Luiwinger, dem Ältermann der Rigafahrer-Bruderschaft von Lübeck, zugeschriebenen Brief; unsigniert und undatiert, wahrscheinlich Anfang bis Mitte 1450 verfasst.

*

Die noch junge und unerfahrene Barbara Heusenbrink vertrat unerwarteterweise das Handelshaus Heusenbrink für ihren Vater, der in Riga unabkömmlich war und von dem ich durch Zuträger weiß, dass es mit seiner Gesundheit nicht zum Besten steht. Der Hochmeister aber sprach eine zweifache Warnung aus. Er sagte, dass noch nicht völlig sicher sei, ob die bisherigen Privilegien des Hauses Heusenbrink im Bernsteinhandel fürderhin im gleichen Umfang wie bisher garantiert werden könnten, auch wenn er selbst sich dafür einsetze und zuversichtlich sei. Und zweitens riet er davon ab, den Landweg nach Riga zu nehmen. Zwar sei man von der Marienburg bis Königsberg unter dem sicheren Schutz des Ordens, aber man könne derzeit nur davon abraten, den weiteren und einzigen Landweg über die Kurische Nehrung zu nehmen, um mit dem Wagen zurück nach Riga zu fahren, selbst wenn dieser durch Reiter begleitet würde. Lieber solle sie die Wartezeit für ein Schiff in Kauf nehmen, denn die Nehrung sei unsicher und voller Gesindel, und es sei zurzeit kein Ordensritter abkömmlich, um sie auf der gesamten Strecke zu schützen.

Sie aber sprach: »Da ich auch auf dem Herweg diese Strecke nahm und nun in großer Eile bin und geschäftliche Verpflichtungen es mir nicht erlauben, auf ein Schiff zu warten, ist es besser, ich nehme den Weg über die Nehrung, als dass ich etwa über das Land der Litauer fahre. Außerdem begleiten mich einige dem Haus Heusenbrink gleichermaßen treu ergebene und ihres Faches äußerst kundige Waffenknechte.

Wenn Ihr Euch wirklich um mich sorgt, so lasst uns endlich zu einer abschließenden Einigung über den Handel mit dem Gold der Ostsee kommen!« Damit meinte sie den Bernstein.

Aus den Protokollen des Melarius von Cleiwen, Leiters der Kanzlei des Hochmeisters des Deutschen Ordens auf der Marienburg; 1450

*

Die Flamme einer pechgetränkten Fackel flackerte unruhig im Wind, der vom Meer aus über die Nehrung strich. Hufschlag mischte sich in das Meeresrauschen und das Rascheln der Sträucher und Baumkronen.

»Jetzt!«, befahl eine heisere Männerstimme.

Die Lunten der Hakenbüchsen wurden gezündet – fünf an der Zahl. Innerhalb von Augenblicken konnte man sie mindestens zwanzig Schritt weit riechen – aber nur in Windrichtung.

Die Schützen hatten sich mit Bedacht so aufgestellt, dass diejenigen, auf die sie zielten, vollkommen arglos blieben, da der Wind den Geruch der glimmenden Lunten von ihnen wegtrug.

Fünfzig, sechzig Herzschläge – innerhalb dieser Zeit mussten die Hakenbüchsen abgefeuert werden, sonst war die Lunte abgebrannt, und man musste ein neues Stück Seil an der Vorderseite des Zündhakens befestigen und zum Glimmen bringen.

Die Schützen warteten in den Büschen, während sich das von zwei zusätzlichen Reitern begleitete Gespann in voller Fahrt näherte. Die zwei berittenen Begleiter waren bewaffnet.

Es handelte sich um Söldner, wie man sie in diesen Tagen überall anheuern konnte. Der Mann, der neben dem Kutscher saß, hielt eine Armbrust in den Händen und ließ seinen Blick unruhig umherschweifen.

Donnernd krachten die ersten beiden Schüsse aus den Rohren.

Eine Kugel ging dicht an dem Kutscher und seinem Beschützer vorbei und riss ein faustgroßes Loch in den Kutschbock.

Die zweite traf einen der beiden Reiter. Tödlich getroffen stürzte er zu Boden, sein Pferd preschte wiehernd davon.

Weitere Schüsse fielen, und gerade als der zweite Reiter sein Schwert zur Hälfte gezogen hatte, durchschlug eine Kugel sein rechtes Bein und fuhr danach in den Leib des Pferdes, das daraufhin zusammenbrach. Der Schrei des getroffenen Reiters mischte sich mit dem schrillen Wiehern des Pferdes, das wild um sich trat, während Ströme seines Blutes im sandigen, nur spärlich von sonnenverbranntem Gras bedeckten Erdreich versickerten.

Ein Dutzend Männer stürmte jetzt wild schreiend aus den Büschen. Der am Boden liegende Verletzte, dessen Hosenbein sich bereits über und über rot gefärbt hatte, hob abwehrend sein Schwert. Den Schwertstreich eines Angreifers konnte er noch parieren, dann traf ihn ein Axthieb am Kopf und setzte seinem Leben ein Ende.

Der Armbrustschütze auf dem Kutschbock hob seine Waffe und streckte einen der Angreifer nieder, bevor ihm selbst ein Wurfdolch im Hals stecken blieb und er röchelnd zur Seite sackte. Der Kutscher saß wie erstarrt daneben, bleich wie ein Leichentuch, während einige der Angreifer bereits die Zügel des Gespanns gefasst und die Pferde beruhigt hatten. Dann sprang er vom Bock – doch ehe er wieder auf die Beine kommen und zu fliehen vermochte, traf ihn ein Schuss und ließ ihn wimmernd am Boden liegen. Der Schlag mit einer Axt beendete auch sein Leben. Noch ein weiterer Schuss krachte und ließ das Holz eines Vorderrades splittern und den Wagen an dieser Seite ein Stück hinabsinken.

Schon kletterte jemand von hinten am Wagen empor und durchtrennte mit einem Langmesser die Schnüre, mit denen auf dem Dach die Gepäckstücke befestigt waren.

Ein Mann in fleckigem Lederwams trat von der Seite auf die Kutsche zu. Er hatte ein Loch in der Wange, das man ihm zweifellos irgendwann beigebracht hatte, um ihn als Verbrecher zu brandmarken. Der so grausam Gezeichnete benetzte Daumen und Zeigefinger mit der Zunge und löschte die Lunte seiner Hakenbüchse, denn es war nicht anzunehmen, dass er die Waffe noch einmal abfeuern musste; es schien ihm wohl besser zu sein, Pulver und Kugel zu sparen.

Er riss die Tür der Kutsche auf. »Raus mit Euch! Und zwar sofort!«

Im Inneren der Kutsche befand sich nur eine einzige Person– eine junge Frau, die dem Gebrandmarkten überraschend furchtlos entgegensah. Meergrüne, aufmerksame Augen beherrschten ihr fein geschnittenes, von dunkelblonden Haaren gekröntes Gesicht. Ihr entschlossen wirkender Blick stand in einem gewissen Kontrast zu den noch sehr jung wirkenden, weichen Gesichtszügen. Die Frisur trug sie hochgesteckt, aber die Strapazen der Reise hatten sie ein bisschen zerzaust, sodass sich ein paar Strähnen hervorstahlen. Mit einer beiläufigen, gleichermaßen elegant wie nüchtern wirkenden Handbewegung strich sie sich eine dieser Strähnen aus der Stirn.

Grob ergriff der Mann mit dem Loch in der Wange ihr Handgelenk und zog die Frau aus dem Wagen. Er fasste ihr Kinn und drehte ihren Kopf zur Seite.

»Das muss sie sein!«, meinte einer der anderen Männer – ein Kerl mit einem dunklen Bart, der ihm fast bis unter die Augen wuchs.

Der Gebrandmarkte nickte. Sein Blick hing an dem in Silber gefassten Bernsteinamulett, das die junge Frau um den Hals trug. Er griff zu und riss es ihr vom Hals. Dann hielt er es in die Sonne und sah sich die Gravur auf der Rückseite an. Lesen konnte er wahrscheinlich nicht, aber das H, das kunstvoll, fast nach Art eines Miniaturwappens gestaltet worden war, hatte er schon gesehen. »Kein Zweifel, sie ist die Frau, die wir suchen «, stellte er fest. »Barbara Heusenbrink – die Tochter des Mannes, den man in Riga den Bernsteinkönig nennt, weil angeblich jedes Stück des Ostseegoldes durch seine Hände geht!«

Barbara Heusenbrink versuchte ein Zittern zu unterdrücken.

Man hatte sie sehr eindringlich davor gewarnt, den Weg über die Nehrung zu nehmen, an deren Ende man mit einer Fähre die Meerenge überqueren konnte, die das Kurische Haff mit der Ostsee verband. Aber da das Land südlich des Haffs von den Litauern beherrscht wurde, war der Weg über die Nehrung die einzige Möglichkeit, auf dem Landweg nach Kurland zu kommen, ohne das Ordensterritorium zu verlassen.

Dass dieser Umstand Räuber dazu einlud, hier auf Beute zu warten, lag auf der Hand.

Aber Barbara war keineswegs vor einer Woche von der Marienburg aus aufgebrochen, ohne diese Risiken zu bedenken.

Die gut bewaffneten und dem Haus Heusenbrink treu ergebenen Männer, die sie begleiteten, waren normalerweise mit Leichtigkeit in der Lage, das gewöhnliche Diebesgesindel, das man auf dem Weg über die Nehrung antreffen konnte, in die Flucht zu schlagen. Es war auch keineswegs das erste Mal, dass Barbara diesen Weg nahm. Schon früher hatte sie ihren Vater auf Geschäftsreisen in den südlichen Teil des Ordensterritoriums bis in die nach Unabhängigkeit von der Oberhoheit der Kreuzritter strebenden Hansestädte wie Danzig, Elbing oder Thorn begleitet. Sie hatte geglaubt, das Risiko abschätzen zu können, zumal das gewöhnliche Diebesgesindel meistens schon Reißaus nahm, wenn es bemerkte, dass der Wagen von gut bewaffneten Söldnern begleitet wurde. Diejenigen, die sich auf der Nehrung auf die Lauer nach leichter Beute legten, waren in der Regel schlecht bewaffnete arme Hunde, die davor zurückscheuten, sich auf einen Kampf einzulassen. Wenn sie mit Widerstand zu rechnen hatten, zogen sie sich schnell zurück.

Ein Schwert zu ziehen reichte oft, um sie zu vertreiben.

Spätestens der Knall einer Hakenbüchse scheuchte sie davon und jagte ihnen einen derart großen Schrecken ein, dass man nicht damit zu rechnen brauchte, denselben Halunken auf der Reise noch einmal an anderer Stelle zu begegnen.

Aber die Männer, denen Barbara an diesem Unglückstag in die Hände gefallen war, gehörten ganz offensichtlich nicht in diese Kategorie. Allein ihre gute Bewaffnung sprach dagegen und hob sie von dem gewöhnlichen Gesindel ab.

Der Mann mit dem Loch in der Wange betrachtete erneut kurz das Amulett und steckte es dann unter sein Lederwams.

Er drehte sich zu seinen Männern um. »Holt die Pferde! Wir sollten hier so schnell wie möglich verschwinden …«

»Geht es Euch um Lösegeld?«, fragte Barbara, und ihre Stimme hatte dabei einen so sicheren, festen Klang, dass die Verwunderung darüber dem Gezeichneten ins Gesicht geschrieben stand.

Er verzog das Gesicht und trat auf Barbara zu. »Was glaubt Ihr denn, worum es uns geht?«, grinste er.

Barbara wich seinem Blick nicht aus. »Ihr solltet nicht auf ein Lösegeld spekulieren …«

»Da Ihr die Tochter des Bernsteinkönigs seid, würde Euer Vater doch gewiss jeden Preis für Euch bezahlen!«

»Aber Ihr würdet auch bezahlen müssen – und zwar sehr bitter. Denn mein Vater hätte die Macht, Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, um Eure Bande ausfindig zu machen und Euch Eurer Strafe zuzuführen. Begnügt Euch mit dem Gepäck und verschwindet! Andernfalls werdet Ihr Eure Köpfe schneller auf dem Richtblock wiederfinden, als Ihr es für möglich haltet.«

Das Gesicht des Gezeichneten verzog sich zu einer spöttischen Grimasse. Ihm schien eine höhnische Bemerkung auf der Zunge zu liegen, doch er verkniff sie sich und wandte sich zur Seite. Plötzlich erschollen Hufschläge.

Über eine nahe Dünung kam ein Reiter auf einem Apfelschimmel dahergeritten. Er war nach Art eines Ritters gekleidet, trug Wams, Kettenhemd und ein Übergewand, das mit einem weithin sichtbaren Wappen bestickt war. Es bestand aus einem stilisierten Schwert, das von einer Rose umkränzt wurde.

Der Helm wies einige Beulen auf.

An seiner linken Seite trug er ein Rapier, gleichzeitig steckte ein schwerer Beidhänder in einer links vom Sattelknauf befestigten Lederscheide. Hinten am Sattel waren ein Reflexbogen und ein Köcher mit Pfeilen befestigt.

»Wer kann das sein?«, fragte der Mann, der von hinten auf den Wagen geklettert war.

»Jedenfalls kein Kreuzritter!«, knurrte der Gezeichnete und rief dann: »Los, ladet eure Büchsen!«

Er trat einen Schritt seitwärts, hob den Lauf seiner Hakenbüchse und blickte zu einem großen, massig wirkenden Mann in einem Gewand aus fleckigem Leinen hinüber, der die Fackel hielt. Ärger spiegelte sich in seinem Gesicht, als er sah, dass der Fackelträger das Feuer bereits im Sand gelöscht hatte und somit keine der Hakenbüchsen zügig feuerbereit gemacht werden konnte, falls der Fremde feindliche Absichten hatte.

»Narr!«, zischte der Gezeichnete den Fackelträger an.

Der fremde Reiter zügelte seinen Apfelschimmel. Sofort erfasste er die Lage und griff zum Bogen.

Ehe der Armbrustschütze unter den Wegelagerern einen neuen Bolzen in seine Waffe einlegen konnte, hatte ein Pfeil des Fremden ihm den Hals durchbohrt, sodass er röchelnd zu Boden fiel.

Der Gezeichnete wollte Barbara mit sich reißen, aber nur einen Moment später steckte auch ihm ein Pfeil zitternd in der Brust und ließ ihn auf die Knie sinken. Er musste Barbara freigeben, und sie wich rasch einen Schritt zurück. Die Hakenbüchse glitt ihm aus der anderen Hand. Seine Finger legten sich jedoch sogleich um den Griff des kurzen Rapiers an seinem Gürtel. Er riss die Waffe noch eine Handbreit heraus, ehe er endgültig zusammensackte und reglos liegen blieb.

Innerhalb weniger Augenblicke ließ der Fremde weitere Pfeile durch die Luft schnellen, die fast allesamt mit grausamer Genauigkeit ihre Ziele fanden.

Der Tod ihres Anführers hatte der Bande offensichtlich jegliche Ordnung genommen. »Los, weg hier!«, hörte man einen der Männer rufen, der bereits von dannen lief.

Immer noch schoss der Fremde mit geradezu atemraubender Sicherheit und Schnelligkeit seine Pfeile ab. Es dauerte nur Momente, und die Männer des Gezeichneten lagen entweder getroffen auf dem Boden – oder sie waren bereits zwischen die nahe gelegenen Bäume und Büsche geflohen.

Der Fremde mit dem Rosenschwert-Wappen senkte schließlich die Waffe und entspannte die Sehne.  Dann ließ er den Apfelschimmel näher herantraben.

Barbara sah den Flüchtenden kurz nach. Einem von ihnen steckte ein Pfeil in der Schulter, und es war fraglich, wie weit er kommen würde. Der Reiter zügelte mit der Linken sein Pferd und stieg dann aus dem Sattel. Den Bogen behielt er in der Hand, einen Pfeil ebenfalls. Er schien seinem Sieg über die Wegelagerer noch nicht recht zu trauen.

Jedenfalls ließ er die Büsche, hinter denen die letzten von ihnen verschwunden waren, nicht aus den Augen. Dann schweifte sein Blick über die Toten, die auf dem Boden verstreut und teilweise in seltsam verrenkter Haltung dalagen.

Ungläubig starrte Barbara Heusenbrink ihren Ritter unterdessen an. Ihr Herz pochte wie wild, und ein dicker Kloß steckte ihr im Hals. Sie hatte das Wappen schon aus der Ferne wiedererkannt – und auch seinen Träger. Drei Jahre war es her, dass dieser Ritter in ihr Leben getreten war und ihm eine völlig neue Wendung gegeben hatte.

Und nun hatte Gottes Fügung sie gerade im rechten Moment wieder zusammengeführt. Sie schluckte, brachte jedoch im ersten Moment keinen Laut über die Lippen.

»Erich von Belden!«, flüsterte sie schließlich. »Dass ich Euch hier und jetzt wiedersehe …«

Er deutete eine Verbeugung an. »Ihr schient mir in arge Bedrängnis geraten zu sein, und da hielt ich es für meine Pflicht als Ritter, zu Eurem Schutz einzugreifen.«

Ein verhaltenes Lächeln spielte jetzt für einen kurzen Moment um ihre vollen Lippen. »Ich habe nicht vergessen, wie Ihr mir bereits vor drei Jahren in Lübeck das Leben gerettet habt – und jetzt seid Ihr mir erneut in bedrohlicher Lage zu Hilfe gekommen! Der Herr muss Euch geschickt haben – das eine wie das andere Mal!«

»Ich tat nur, was ich für meine Pflicht hielt – aber ich verhehle nicht, dass ich sie für Euch besonders gerne tat!«

Barbara schluckte wieder. »Jedenfalls bedanke ich mich in aller Form für Euer beherztes Eingreifen! Es im Alleingang mit einem Dutzend Gegner aufzunehmen erfordert sicher mehr Mut, als er selbst den meisten Eures Standes eigen ist!«

Erich von Belden machte zwei Schritte zur Seite, beugte sich über die Leiche des Gezeichneten und hob dessen Hakenbüchse auf. Er hielt die Waffe hoch und meinte: »Eine wahre Seuche sind diese Büchsen – und das Schlimme ist, dass jeder dahergelaufene Halunke sie benutzen kann, nachdem man es ihm einmal gezeigt hat!« Der Ritter hob seinen Bogen. »Das hier hingegen ist eine Kunst, und ein guter Schütze hat Jahre geübt, bevor er eine Wildente sicher im Flug zu treffen vermag.«

»So hat Eure Kunst über diese unchristlichen Waffen triumphiert!«, sagte Barbara.

Der Ritter nickte und warf die Hakenbüchse wieder zu Boden, bevor er dem Toten den Pfeil aus dem Leib zog. »Ja, diesmal«, murmelte er. »Eine Armbrust sollte eigentlich niemand gegen einen Christenmenschen verwenden – und doch war ich hundertmal Zeuge, wie das geschah. Bei Feuerwaffen würde es nicht anders sein, falls man sie genauso ächten würde.

Aber wer sollte das tun? Der Papst lässt seine Engelsburg schließlich auch von Feuerwaffen verteidigen!«

Ihrer beider Blicke trafen sich einen Wimpernschlag lang, und Erinnerungen stiegen in Barbara auf. Unwillkürlich dachte sie daran, wie sie am Fenster eines Lübecker Patrizierhauses gestanden und mit den Fingerspitzen das Fensterglas berührt hatte. Es war so glatt gezogen gewesen – klar und dabei auffallend sauber in die Rahmen eingesetzt, wie es nur Handwerker aus Venedig zustande brachten. Das Treiben, das sie damals auf der Straße beobachtet hatte, wurde vor ihrem inneren Auge wieder lebendig: Bilder, Stimmen, Gestalten, Pferde, Wagen …

Ein Reiter war ihr aufgefallen – hochgewachsen, etwa dreißig Jahre alt, wie ein Ritter gekleidet und bewaffnet. Besonders einprägsam war das Wappen mit dem Rosenschwert auf dem Waffenrock. Damals hatte Erich von Belden ein zweites Pferd mit sich geführt, das wohl als Packtier gedient hatte.

Ein Reisender, so hatte Barbara angenommen – wahrscheinlich ein verarmter Adelssohn, der sich als Söldner verdingte.

Die aufblühenden Hansestädte hatten – ebenso wie viele Landesfürsten – einen ständig wachsenden Bedarf an kampferfahrenen Landsknechten, die sie dann in Lohn und Brot nahmen.

Einen flüchtigen Augenblick nur waren sich auch damals ihre Blicke begegnet. Wenig später war er hinter der nächsten Straßenecke und aus ihrem Gesichtsfeld verschwunden. Zwei Schicksalswege, die sich wahrscheinlich nicht wieder kreuzen würden, so hatte sie damals zuerst gedacht. Doch nur kurze Zeit darauf sollte er ihr bereits erneut begegnen und sie davor bewahren, sehenden Auges in ihr Verderben zu stürzen.

Die drei Jahre, die seitdem vergangen waren, erschienen Barbara im Rückblick als eine Ewigkeit…

(UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE)

Copyright 2010 by Conny Walden

Autorin: Conny Walden ist das Pseudonym für das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. (Im sfbasar.de als Pseudonym von Silke Bekker gelistet!) Alfred Bekker schreibt Fantasy, historische Romane, Kinder- und Jugendbücher. Seine Frau Silke Bekker veröffentlicht vor allem Humoresken und Erzählungen. Unter dem Pseudonym Conny Walden schreiben sie gemeinsam historische Romane. Weitere Romane des Autorenduos sind bei Goldmann in Vorbereitung. Zusätzliche Informationen unter www.alfredbekker.de

Bildrechte: “Waffentod – Im Meer der Zeiten” (Waffentod41.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Waffentod-74-minus-120-98.png(Waffentod41.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Die Fortsetzung – für alle die neugierig geworden sind wie es weitergeht – findet sich in dem Roman:


Conny Walden
Die Bernsteinhändlerin

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (1. Juni 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442471230
ISBN-13: 978-3442471232
9,95 Euro

Titel bei buch24.de
Titel bei booklooker.de

Eine junge Kaufmannstochter zwischen Pflicht und Sehnsucht, Freiheit und Intrigen.

Lübeck 1450: Die junge Tochter eines Rigaer Kaufmannes soll eine Vernunftehe eingehen. Doch dann wird sie entführt …

Mit einem großen Fest wird die Verlobung zwischen Barbara Heusenbrink, der Tochter des Rigaer Bernsteinkönigs Heinrich Heusenbrink, und dem reichen Patriziersohn Matthias Isenbrandt gefeiert. Obwohl Barbara Matthias nicht liebt, willigt sie in die Vernunftehe ein. Kurz darauf lernt sie jedoch den Glücksritter Erich von Belden kennen, von dem sie sich magisch angezogen fühlt. Aber beiden ist klar, dass ihre Liebe keine Chance hat. Und dann wird Barbara von Bernsteinschmugglern nach Danzig entführt, die ihren Vater erpressen wollen …

Als opulenter historischer Roman erscheint “Die Bernsteinhändlerin” von Conny Walden im Juni 2010 im Goldmann Verlag als Goldklasse-Spitzentitel.

Hinter dem Namen Conny Walden verbirgt sich das Autorenpaar Silke und Alfred Bekker. Ansonsten verfasst Alfred Bekker Fantasy, Jugendbücher und Krimis, Silke Bekker veröffentlicht Humoresken und Erzählungen.

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Rezensionsanfragen für Freiexemplare zur Besprechung auf buchrezicenter.de werden gerne entgegengenommen, bitte per e-mail an: postmaster@alfredbekker.de

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Walden, Conny – Autorenporträt

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Mai 2010

Autorenporträt Conny Walden:

Conny WaldenConny Walden ist das Pseudonym für das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. Alfred Bekker schreibt Fantasy, historische Romane, Kinder- und Jugendbücher. Seine Frau Silke Bekker veröffentlicht vor allem Humoresken und Erzählungen. Unter dem Pseudonym Conny Walden schreiben sie gemeinsam historische Romane. Weitere historische Romane des Autorenduos sind bei Goldmann in Vorbereitung.

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“Die Papiermacherin”, der zweite historische Mittelalter-Roman von Conny Walden (Alfred und Silke Bekker) erscheint voraussichtlich im März 2011 und ist bereits vorbestellbar!

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. Mai 2010

Cover Die BernsteinhändlerinConny Walden
Die Bernsteinhändlerin

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (1. Juni 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442471230
ISBN-13: 978-3442471232
9,95 Euro

Titel bei buch24.de
Titel bei booklooker.de

Eine junge Kaufmannstochter zwischen Pflicht und Sehnsucht, Freiheit und Intrigen.

Lübeck 1450: Die junge Tochter eines Rigaer Kaufmannes soll eine Vernunftehe eingehen. Doch dann wird sie entführt …

Mit einem großen Fest wird die Verlobung zwischen Barbara Heusenbrink, der Tochter des Rigaer Bernsteinkönigs Heinrich Heusenbrink, und dem reichen Patriziersohn Matthias Isenbrandt gefeiert. Obwohl Barbara Matthias nicht liebt, willigt sie in die Vernunftehe ein. Kurz darauf lernt sie jedoch den Glücksritter Erich von Belden kennen, von dem sie sich magisch angezogen fühlt. Aber beiden ist klar, dass ihre Liebe keine Chance hat. Und dann wird Barbara von Bernsteinschmugglern nach Danzig entführt, die ihren Vater erpressen wollen …

Als opulenter historischer Roman erscheint “Die Bernsteinhändlerin” von Conny Walden im Juni 2010 im Goldmann Verlag als Goldklasse-Spitzentitel.

Hinter dem Namen Conny Walden verbirgt sich das Autorenpaar Silke und Alfred Bekker. Ansonsten verfasst Alfred Bekker Fantasy, Jugendbücher und Krimis, Silke Bekker veröffentlicht Humoresken und Erzählungen.

Rezensionsanfragen für Freiexemplare zur Besprechung auf buchrezicenter.de werden gerne entgegengenommen, bitte per e-mail an: postmaster@alfredbekker.de

“Die Bernsteinhändlerin” – ein praller Mittelalterroman von Conny Walden ist jetzt als Goldklasse-Spitzentitel des Goldmann-Verlages in den Handel gekommen.

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Vorbestellbar ist bereits “Die Papiermacherin”, der zweite historische Mittelalter-Roman von Conny Walden, dessen Erscheinen der Verlag in gleicher Ausstattung für den März 2011 ankündigt.

“Eine leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen zwei Welten”, so die Verlagswerbung.

Um 1000 nach Christus in West-China: Eine Gruppe Papiermacher wird von Uiguren verschleppt und Richtung Westen gebracht. Unter ihnen sind auch Meister Wang und seine hübsche Tochter Li. In Samarkand lernt Li den sächsischen Ritter Arnulf von Ellingen kennen, der von der Papiermacherin sogleich fasziniert ist. Zwischen den beiden entfaltet sich eine leidenschaftliche Liebe. Doch als Arnulf Opfer einer Intrige wird, müssen beide fliehen, und eine abenteuerliche Reise über Venedig bis nach Magdeburg beginnt …

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Wer ist Conny Walden?
Conny Walden ist das Pseudonym für das Autorenduo Alfred und Silke Bekker. Alfred Bekker schreibt Fantasy, historische Romane, Kinder- und Jugendbücher. Seine Frau Silke Bekker veröffentlicht vor allem Humoresken und Erzählungen. Unter dem Pseudonym Conny Walden schreiben sie gemeinsam historische Romane. Weitere historische Romane des Autorenduos sind bei Goldmann in Vorbereitung.

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Weitergehende Informationen unter:
www.AlfredBekker.de

Conny Walden
Die Papiermacherin
Roman

Verlag :      Goldmann Verlag
ISBN :      978-3-442-47315-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 9,95 Eur[D] / ca. 10,30 Eur[A] / ca. 18,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 464 S. – 18,7 x 11,8 cm
Erscheinungsdatum :      14.03.2011

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“Die Bernsteinhändlerin” von Conny Walden ab sofort im Buchhandel!

Erstellt von Detlef Hedderich am 13. Mai 2010

Cover Die BernsteinhändlerinConny Walden
Die Bernsteinhändlerin

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (1. Juni 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442471230
ISBN-13: 978-3442471232
9,95 Euro

Titel bei buch24.de
Titel bei booklooker.de

Eine junge Kaufmannstochter zwischen Pflicht und Sehnsucht, Freiheit und Intrigen.

Lübeck 1450: Die junge Tochter eines Rigaer Kaufmannes soll eine Vernunftehe eingehen. Doch dann wird sie entführt …

Mit einem großen Fest wird die Verlobung zwischen Barbara Heusenbrink, der Tochter des Rigaer Bernsteinkönigs Heinrich Heusenbrink, und dem reichen Patriziersohn Matthias Isenbrandt gefeiert. Obwohl Barbara Matthias nicht liebt, willigt sie in die Vernunftehe ein. Kurz darauf lernt sie jedoch den Glücksritter Erich von Belden kennen, von dem sie sich magisch angezogen fühlt. Aber beiden ist klar, dass ihre Liebe keine Chance hat. Und dann wird Barbara von Bernsteinschmugglern nach Danzig entführt, die ihren Vater erpressen wollen …

Als opulenter historischer Roman erscheint “Die Bernsteinhändlerin” von Conny Walden im Juni 2010 im Goldmann Verlag als Goldklasse-Spitzentitel.

Hinter dem Namen Conny Walden verbirgt sich das Autorenpaar Silke und Alfred Bekker. Ansonsten verfasst Alfred Bekker Fantasy, Jugendbücher und Krimis, Silke Bekker veröffentlicht Humoresken und Erzählungen.

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