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Literatur-Blog

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Die Abenteuer der Milena Himiko Komore”

Erstellt von Felis Breitendorf am 30. April 2013

Die Abenteuer der Milena Himiko Komore

sfbasar.de-Anthologie Band 33

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Liebe Besucher von sfbasar.de, liebe Leser unserer Homepage. Sicher haben sich einige von Euch schon des öffteren gefragt, was die Grafik unserer Seite, die eine untenherum unbekleidete Raumfahrerin mit einem Raumhelm in der linken Hand ihres künstlichen, cyborgartigen Arms zeigt, wohl zu bedeuten hat. Diese Anthologie soll nun ihre Geschichte, ihre Abenteuer, ihren Lebensweg in Form eines Episodenromanes schildern.

Alle Autoren, Community-Autoren und Fans unserer Seite sind herzlich dazu eingeladen, sich daran zu beteiligen. Wer gerne daran mitschreiben möchte, meldet sich bei uns. Oder wer seine Meinung dazu abgeben möchte oder einfach nur Verbesserungsvorschläge hat, kann unsere Kommentarfunktionen verwenden.

Es ist sehr begrüßenswert, dass mehrere Autoren an dem Projekt mitarbeiten. So werden die Mainstream-, die Hintergrundgeschichten bzw. der jeweilige Mythos von einem anderen Autoren verfaßt. Diese Teile wechseln sich im Cliffhangerprinzip ab. So wird sich der Leser sicherlich mit Freude wundern, wenn es stilistische Abweichungen und Abwechslungen gibt, welche bestimmt für die Gesamtgeschichte hilfreich sind und keine Langeweile aufkommen lassen.

Wer uns einfach nur loben möchte, der ist mit seiner Meinung natürlich erst recht willkommen! Wie auch immer, bitte nehmt teil daran, was unsere kleine Raumfahrerin so erleben wird! Die Buchrezensionslinks in dieser Anthologie lehnen sich leicht an die Tätigkeiten der Milena Himiko Komore an, die in Aktion tritt als Ermittlerin, Spezialagentin und mehr …

BUCHBESPRECHUNG: DANGEROUS DEAL von Andreas Schlüter – Rezension von Iris Gasper

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 1) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 2) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 3) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 4) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

NEU - DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 5) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 6) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 7) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 8) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 9) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 10) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 11) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 12) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

HÖRBUCHBESPRECHUNG: DER AUTOMATISCHE DETEKTIV von A. Lee Martinez – Rezension von Florian Hilleberg

BUCHBESPRECHUNG: DIE PFORTE von Patrick Lee – Rezensiert von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: EIN VERHÄNGNISVOLLER AUFTRAG (Mary Quinn 1) von Y. S. Lee – Rezension von Irene Salzmann

BUCHBESPRECHUNG: SCHATTENFREUNDIN von Christine Drews – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: TODESRITUAL von Nick Stone – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: UNDERGROUND von Lee Child – Rezension von Michael Drewniok

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Felis Breitendorf, Bella C. Moremo und Petra Weddehage

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Sagen – Mythen, Parabeln und Legenden”

Erstellt von Bella C. Moremo am 5. April 2013

“Sagen – Mythen, Parabeln und Legenden”

sfbasar.de-Anthologie Band 31

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Liebe Leser und Besucher, liebe Autoren und Community-Autoren!
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Bei einem Mythos handelt es sich um eine Erzählung, eine Sage, die religiös oder bezogen auf unterschiedliche Kulturen und deren Weltanschauung begründet ist.
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Eine Sage ist eine Erzählung die über viele Generationen hinweg mündlich weitergegeben wurde und dadurch erheblich von der Ursprungsfassung abweichen kann. Darüber hinaus entwickelt sie sich oftmals aus mythischen Motiven heraus.
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Eine Parabel weist, ähnlich einer Gleichung, eine symbolische Handlung auf, die den Leser zum Nachdenken anregt. Bei einer Fabel hingegen sind die tragenden Säulen: Tiermärchen, Fabelwesen und magische Elemente, die am Ende eine moralische Aussage beinhaltet.
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Bei Unsicherheiten in der Umsetzung bitte die bisherigen Texte ansehen. Ich wünsche allen viel Spaß und freue mich über wundervolle und aussagekräftige Texte, Geschichten und Märchen:

BUCHREZENSION: ALICA von Bernhard Hennen – Rezension von Christa Kuczinski

BUCHREZENSION: ASCHEHERZ von Nina Blazon – Rezension von Irene Salzmann

DAS GNADENGESUCH – eine Bittschrift von Ariana Lazar

DAS MÄDCHEN (Teil 1) – Leseprobe aus dem Fantasy-Roman “Der letzte Engel” von Zoran Drvenkar (sfb-Preisträger “Beste Leseprobe Winter 2012″)

DAS MÄDCHEN (Teil 2) – Leseprobe aus dem Fantasy-Roman “Der letzte Engel” von Zoran Drvenkar

(IN VORBEREITUNG) DAS MÄDCHEN (Teil 3) – Leseprobe aus dem Fantasy-Roman “Der letzte Engel” von Zoran Drvenkar

BUCHREZENSION: DAS TAL IM NEBEL – (DIE SIDHE DES KRISTALLS 1) von Tanja Bern – Rezension von Alexandra Balzer

DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT VOM STAMM – Stortstory von Bella C. Moremo

BUCHREZENSION: DER GLÜCKLICHSTE MENSCH DER WELT – MEINE REISE ZU DEN GESCHICHTENERZÄHLERN MAROKKOS von Tahir Shah – Rezension von Andrea Tillmanns

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER BIDJOGOS – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER TUPARI – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

EINE FÄHRTE VON SILENKA UND TIMIZO? – Leseprobe (Teil 2) aus dem Roman: “Das Geheimnis der Covevirol-Höhle” von Janus Junavorg

HEXENFEUER – Kurzgeschichte von Petra Weddehage

BUCHREZENSION: IN DER WÄLDER TIEFER NACHT von Kersten Hamilton – Rezensiert von Yvonne Rheinganz

BUCHREZENSION: LAMENTO – IM BANN DER FEENKÖNIGIN (Band 1) von Maggie Stiefvater – Rezension von Yvonne Rheinganz

NEU - LEGENDEN – Shortstory von Petra Weddehage

RAUNACHT – eine Kurzgeschichte von Judith C. Vogt

SIE SIND NUR MENSCHEN (Teil 1) – Phantastische Erzählung von Magret Schwekendiek

SIE SIND NUR MENSCHEN (Teil 2) – Phantastische Erzählung von Magret Schwekendiek

SIE SIND NUR MENSCHEN (Teil 3) – Phantastische Erzählung von Magret Schwekendiek

BUCHREZENSION: VALLEY – TAL DER WÄCHTER von Jonathan Stroud – Rezension von Richard Toellner

BUCHREZENSION: VALLEY – TAL DER WÄCHTER von Jonathan Stroud – Rezension von Christel Scheja

WO SIND SILENKA UND TIMIZO? – Leseprobe (Teil 1) aus dem Roman: “Das Geheimnis der Covevirol-Höhle” von Janus Junavorg

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Das sfbasar.de-Team
i.A. Bella C. Moremo

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DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 4) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

Erstellt von Felis Breitendorf am 27. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 4)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

(zum vorherigen Teil)

Der Corvidasus, der hoch oben im Geäst alles mitverfolgt, wird nervös, als Karssellu den ersten Pfeil auflegt und zerrt die Kette tiefer ins Blätterwerk des Baumes. Der Krieger legt auf den Vogel an, dieser duckt sich und das Geschoss verfehlt sein Ziel. Beim zweiten Versuch zielt der Junge nicht mehr direkt auf den Vogel, sondern auf den Teil der Kette, der zwischen den Blättern hindurchschimmert. Als der Vogel das Begehren des Kriegers erkennt, zerrt er die Kette blitzschnell in eine andere Richtung und verhindert so, dass der Pfeil ihm seine Beute entreißt. Als der dritte Pfeil den Köcher verläßt,  wird es dem Vogel zu brenzlig. Er setzt an, um sich mit der Kette in den  Klauen ein anderes Versteck zu suchen. Mit heftigem Geflatter erhebt sich der Vogel in die Lüfte. Zeitgleich läßt Karssellu den dritten Pfeil von der Sehne schnellen…

… als ich wieder zu mir komme, ist mein erster Gedanke: mein Arm. Ich versuche mit der rechten Hand an meine linke Schulter zu fassen. Das gelingt mir aber nicht. Ich versuche die Augen zu öffnen, aber irgendwie geht auch das nicht. Ich höre eine Stimme direkt an meinen Ohren, die leise auf mich einspricht:

„Frau Komore, bitte bleiben Sie ruhig. Sie befinden sich in meiner Obhut. Ich bin eine AAO-HS-13, eine Automatische Autonome Operationseinheit, Seriennummer 04432440098 HS 13. Bitte verhalten Sie sich ruhig, ich werde nach einer Betreuungsperson rufen lassen. Versuchen Sie sich bitte nicht zu bewegen und auch nicht die Augen zu öffnen.“

Oh weh, denke ich. Ich bin in einem Autodoc! Dann muß es wirklich schlimm um mich stehen. In Autodocs legt man eigentlich nur Personen, die auf der Kippe zwischen Leben und Tod stehen. Ich erinnere mich an das Blut, das fontainenartig aus meiner Schulter spritzte und wohl den ganzen Passagierbereich des Shuttles versaut haben dürfte. Hoffentlich geht es den Touristen gut, die mit mir im Shuttle saßen. Ich hoffe nur, dass dem kleinen Mädchen nichts passiert ist …

Weiter komme ich mit meinen Gedanken und Erinnerungen nicht, denn der Autodoc säuselt mir etwas in die Ohren. Ich muß mich konzentrieren, um alles mit zu bekommen:

„Frau Komore. Personal ist unterwegs. Ich werde nun die Atmung wieder an ihren Körper zurückdeligieren und schalte innerhalb der nächsten zwanzig Sekunden um. Bitte atmen Sie möglichst flach ein, bitte nicht zu schnell und bitte nicht zu tief, sonst bekommen Sie zu viel Sauerstoff in Ihre Lungen und ich müßte das dann nachregeln. Bitte atmen Sie JETZT!“

Erst als meine Atmung aussetzt, bemerke ich, dass ich die ganze Zeit über nicht selbstständig geatmet habe. Ich befolge die Anweisungen des Autodocs und atme flach und tief und langsam ein und aus. Es fühlt sich normal an. Ich frage mich, wann ich darauf verzichten kann, das Atmen bewußt zu veranlassen und wann mein Körper diese Tätigkeit wieder übernimmt. Ist schon sehr seltsam, so ein menschlicher Körper, denke ich, der so viele der täglichen Routinen von selbst macht. Doch wenn es einem bewußt wird, übernehmen wir plötzlich diese Tätigkeiten, bis der Körper diese langsam wieder ausführt. Ich kannte mal jemanden, dessen Gehirnsteuerung des automatischen Augenblinzelns nicht in Ordnung war und ihm drohte die Austrockung seiner Augen. Das Blinzeln mußte bewußt von ihm ausgeführt werden, bis ihm ein Chip eingesetzt wurde, der diese defekte Funktion seines Gehirns übernommen hat. Immer wenn ich mich daran erinnere, muß ich ebenfalls daran denken zu blinzeln, bis ich wieder vergesse, das zu machen und mein Körper wieder übernimmt. Aber das kann mir im Moment nicht passieren, denn meine Augen sind bandagiert und ich kann sie überhaupt nicht öffnen.

Ich höre, wie eine pneumatische Tür aufgleitet und eine Person den Raum betritt. Offenbar hat der Autodoc die Außenlautsprecher und Micros eingeschaltet. Die Stimme einer weiblichen Person klingt mir recht laut in den Ohren, bis der Autodoc nachregelt und die Lautstärke etwas reduziert:

„Liebe Milena Komore, ich bin Doktor Heike Schütz und hier die verantwortliche Schichtleiterin auf der Pirogow. Ich werde die Automatische Autonome Operationseinheit nun anleiten, Sie in die stehende Position zu bringen und die Funktion Ihrer Augen wieder zu aktivieren. Desweiteren wird sich die Kopfeinheit öffnen, so dass Sie mich anschauen und antworten können …“

Ich spüre wie der Autodoc sich von der liegenden Position in die Aufrechte verändert und mir die Verklebung meiner Augenlider entfernt. Ich öffne vorsichtig die Augen und sehe eine attraktive Frau in den 50ern, die in einen weißen Hosenanzug gekleidet ist und vor mir auf einem Plastikstuhl sitzt, ein Namensschildchen auf der rechten Brust trägt und ein tragbares Terminal in den Händen hält. Ich antworte ihr:

„Die Pirogow, ist das nicht ein medizinischer Raumkreuzer?“

„Richtig. Wir sind das derzeitige diensthabende medizinische Forschungs- und Versorgungsschiff innerhalb der BASE 1431-A.“

„Können Sie mir sagen, was passiert ist und in welchem Zustand ich mich befinde?“

„Was genau passiert ist, wird Ihnen Dr. Sage von der Palem und ERK-Major Tochlavski von der Guangzhou erklären, die sich beide auf dem Weg hierher befinden. Ihrem Körper geht es soweit gut. Leider ist Ihr linker Arm, wie Sie sich bestimmt erinnern werden, nicht mehr vorhanden. Wir haben Ihr Körpersystem stabilisiert, eine Traumatabehandlung vorgenommen und die Schmerzrezeptoren mit einem Schmerzunterdrückungschip verbunden. Sie sollten keine Schmerzen verspüren, was dieses fehlende Körperteil angeht.

„Ich danke Ihnen Doktor Schütz, ich habe tatsächlich keine Schmerzen. Wie lange wird es denn dauern, bis ich einen neuen Arm bekommen kann und er herangezüchtet wurde?“

„Frau Komore, wir haben bereits einen fertigen Arm für sie herangezüchtet. Er steht bereit zur Anpflanzung. Sie sind ja schon seit zehn Tagen im Autodoc, da war genügend Zeit, das vorzubereiten.“

„Oh, zehn Tage schon, das ist lang …“

„Ich höre gerade über meinen Akustikchip, dass Dr. Sage und ERK-Major Tochlavski eingetroffen sind. Ich werde sie nun herbringen lassen …“

„OK, vielen Dank …“ Mein Bauchgefühl und mein Verstand sagen mir, dass hier etwas Ungewöhnliches im Gange ist, denn normalerweise dauert es keine zehn Tage, um jemanden nach einem derartigen Unfall zu stabilisieren. Ausserdem ist es schon recht ungewöhnlich, dass nach einer solch langen Zeit der nachgezüchtete Arm nicht bereits angepflanzt worden ist. Offenbar hat man mich absichtlich so lange auf Eis gelegt, um Vorbereitungen für was auch immer in die Wege zu leiten…


Der dritte Pfeil trifft sein Ziel. Der schwarze Corvidasus stößt einen ohrenbetäubenden Schmerzensschrei aus und die Kette fällt zu Boden. Wilde Rufe von sich gebend verschwindet er in der Ferne. Die Kette unterdessen liegt in der Nähe des Baumes im hohen Gras und  Karssellu, der den Fall beobachtet hat, läuft auf die Stelle zu und  zieht die Kette hinter sich her, zu den Männern des Fischerdorfes, die alles mit angesehen haben. Als der junge Krieger vor den Häuptling tritt, übergibt er ihm die Kette, der sie daraufhin in die Höhe hieft: „Du junger Krieger hast meine Tochter wahrlich verdient und deshalb gebe ich sie dir zur Frau. Wenn deine Leute einverstanden sind, will ich sie alle zu uns einladen, damit wir eure Hochzeit feiern können.


Als sich die pneumatischen Türen erneut öffnen, kann ich einen 1,90 Meter großen Mann in Uniform mit Bürstenhaarschnitt und einen Techniker in einen Allzweckoverall und eine Universalweste gekleidet erblicken, der um die 1,75 Größe haben dürfte und einen verwegenen Lockenkopf und einen ungewöhnlichen unmodischen Spitzbart trägt. Beide treten in die Patientenzelle und setzen sich auf Plastikstühle, wie bereits die Ärztin einen benutzt.

Nachdem alle Höflichkeitsfloßkeln ausgetauscht sind, erklärt man mir, wie es zu dem Unfall mit dem Shuttle gekommen war. Ich erfahre, dass die Chipkarte, die ich in die Außentasche meines Overalls gesteckt hatte, der Grund für das Desaster gewesen sein soll. Auf meine Anfrage, wie denn solch eine kleine Karte so etwas auslösen könne, erwidert mir Dr. Sage von der Palem:

„Frau Komore, wie Sie ja bereits von Dr. Graf erfahren haben, gibt das Metall, das wir in der Vulkanhöhle fanden, eine ganz leichte Hyperraumstrahlung ab, was darauf hindeutet, dass die früheren Bewohner mit ihren Raumschiffen nicht nur im Weltall unterwegs waren, sondern sich mit ihren Raumfahrzeugen durch den Hyperraum bewegt haben müssen. Nachdem es nun zu diesem zweiten Shuttleunglück gekommen ist, sind wir sicher, dass das Metall dafür der Auslöser ist. Dieses Mal waren alle Meßstationen der Palem geöffnet und wir haben sozusagen life miterleben dürfen, was mit dem Shuttle passiert ist, in dem Sie saßen. Beim ersten Shuttleunfall war ja kein wissenschalftiches Team vor Ort, was die Beobachtung hätte interpretieren können. Dieses Mal aber konnten wir analysieren, dass ihr Arm, der durch den Boden des Shuttles schlug, mitsamt der Chipkarte in den Hyperraum verschwand.“

„Mein Arm ist im Hyperraum verschwunden?“

„Das ist er und seien Sie froh, dass Sie die Chipkarte, die unserer Meinung nach aus diesem Metall gefertigt wurde, das in der Höhle gefunden wurde, in die Aussentasche ihres Overalls gesteckt haben. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Sie sie woanders an Ihrem Körper verstaut hätten.“

„Sie meinen, ich hatte Glück im Unglück?“

„Exakt!“

„Na ja, besser wäre es doch wohl gewesen, ich hätte die Chipkarte gar nicht am Körper getragen, sondern ins Gepäck gesteckt, oder?“

„Natürlich.“

„Was bedeutet, dass das Metall in der Vulkanhöhle den Ureinwohnern als Hyperraumantrieb gedient haben muß.“

„Das ist richtig. Wir wissen allerdings nicht, wie man dieses Metall abschirmen oder beeinflußen kann, denn die Ureinwohner müssen ja irgendwie dieses Metall kontrolliert haben, ansonsten hätten sie es nicht zum Hyperraumflug verwenden könnnen.“

„Mit anderen Worten: Das Metall wurde als Beschichtung der Flugkörper benutzt, die dann über einen uns unbekannten Effekt gesteuert wurden, so dass man in den Hyperraum eintreten und auch wieder austreten kann.“

„Richtig, und wie Ihnen ja auch bereits bekannt ist, wurden die Flugkörper der Ureinwohner mittels Gauskanonen in den Orbit befördert, denn Raketentreibstoffe und –motoren waren ihnen offenbar unbekannt. Wir haben inzwischen einige Tests durchgeführt und kleinere Metallteile in den Orbit geschossen und konnten beobachten, dass ab einer bestimmten Entfernung vom Schwerkrafttrichter des Planeten, dieses Metall einfach ein Hyperraumtor öffnet und darin verschwindet.“

„Hat man denn feststellen können, wie und wo und ob es wieder ausgetreten ist?“

„Leider nicht.“

„Dann dürfte es ja schwierig sein, dieses Metall zu untersuchen, da man es nicht vom Planeten wegtransportieren kann.“

„Das stimmt. Deshalb wurde beschlossen auf dem Planeten eine Forschungsstation in direkter Nähe des Vulkans zu errichten, zusammen mit einem kleinen Raumflughafen. Das Ganze wird vom restlichen Planeten abgeschirmt und steht unter der Kontrolle der VPS.“

„Dr. Sage, ich danke Ihnen für Ihre ausführlichen Ausführungen und ihre Offenheit.“

„Ich danke Ihnen, Frau Komore!“

Ich verabschiede mich von dem Mann, der noch darauf hinweist, dass alles weitere, was den militärischen Teil der Sache angeht, ERK-Major Tochlavski von der Guangzhou mit mir unter vier Augen besprechen wird.

Nachdem auch die Ärztin den Raum verlassen hat, stellt Tochlavski ein merkwürdig aussehendes Gerät auf, das er zuvor aus seiner Tasche gezogen hat. Er erklärt mir, dass das ein Abschirmgerät sei, denn was er mir nun zu sagen habe, würde strengster militärischer Geheimhaltung unterliegen.

„Frau Komore, zuerst darf ich Ihnen sagen, dass man inzwischen einen Ermittler eingesetzt hat, der Humbold Stiner, seines Zeichens Abteilungsleiter der Industriespionageabwehr der Plastico, befragt hat und der beweisen konnte, dass die Chipkarte nicht von ihm stammte, sondern es sich um eine Fälschung handelt. Er äußerte den Verdacht, dass damit die Alonis-AG möglicherweise bewirken wollte, die Plasti-Congenius EBG in Mißkredit gegenüber der ERK zu bringen.“

„Was glauben Sie, ERK-Major Tochlavski?“

„Ich bin mir nicht sicher, denn nachdem sich der Ermittler nochmal eingehend mit den Verantwortlichen der Alonis-AG auseinandergesetzt hat, konnten diese glaubhaft machen, dass ihnen eine solche Vorgehensweise völlig fremd und absurd vorkommen würde. Im Gegenteil vermutet man dort, dass man selbst instrumentalisiert worden sei, denn einige Zusammenhänge würden darauf hinweisen, dass ihr Pressesprecher, Louis Shäffer, dahinterstecken soll, der offenbar eigenen Zielen nachgegangen sei.“

„Und hat man Louis Shäffer inzwischen gefunden und befragt?“

„Leider nicht, Frau Komore, denn der ist inzwischen unauffindbar. Entweder ist er im Ring oder auf dem Planeten untergetaucht oder ganz aus dem System verschwunden. Das muß aber kurz vor Ihrem Shuttleunglück geschehen sein, denn seit diesem haben wir ein strenges Abflugverbot veranlaßt. Man vermutet bei der Alonis inzwischen, dass Louis Shäffer nicht das sei, was man bisher von ihm dachte. Inzwischen ist man sich sogar sicher, denn Shäffer hat eine große Menge an Daten entwendet, Firmengeheimnisse. Wir sind noch am Verhandeln, denn man will uns nicht so recht sagen, um welche Art Daten es sich dabei gehandelt hat. Angeblich ist man noch am Analysieren.“

„Wenn der Mann gefunden wird, darf ich dann erfahren, was dahintersteckt?“

„Das kann ich Ihnen zusagen. Vielleicht sind Sie es sogar, die ihn eines Tages aufspüren wird. Damit sind wir schon beim nächsten Thema, über das ich mit Ihnen sprechen möchte, Frau Komore.“

„Ist dieses Thema der eigentliche Grund für den Abhörschutz?“

„Das ist richtig. Zuvor muß ich Ihnen aber noch mitteilen, dass, wenn Sie meinem folgenden Vorschlag nicht folgen möchten, ich eine Teillöschung Ihres Gedächtnisses veranlassen muß, damit die Geheimhaltung gewahrt bleibt. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, kann ich das verstehen, müßte das aber jetzt wissen!“

Da war es wieder, dieses Bauchgefühl, und mein Verstand machte einen großen Hüpfer …

Es geschah alles so, wie die Kalgonkin es vorausgesagt hatten. Das Dorf wurde durch die neuen Möglichkeiten des Metalls unsagbar reich und die Bewohner genossen diesen Reichtum, ohne zu vergessen, wem sie das zu verdanken hatten. So wurden auch die Bewohner des nahen Jägerdorfes bedacht und konnten an diesem Reichtum teilhaben. Luscina und Karssellu wurden angesehene Eheleute, die vier Kinder bekamen und einige Jahre später in die nächstgrößere Stadt zogen, die sich inzwischen aus dem Markt entwickelt hatte. Dort kümmerten sie sich um den Verkauf der Fischereierzeugnisse und forcierten damit den Handel und Tausch. Am Ende wurde die Stadt zur Hauptstadt des Landes und sehr viel später eine richtig große Metropole, doch das geschah lange nach ihrem Tod …

(Zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 1

Flambiert

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc-Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-21-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 14.03.2012
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 21,5 x 14,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 04.2012

Die religiösen Spinner hatten allesamt Recht, die letzten Tagen sind angebrochen, das Ende ist nah. Na ja, ganz sicher kann man sich da nicht sein, aber die riesigen außerirdischen Lettern, die den Himmel an allen Winkeln der Erde beleuchten, könnten ein starkes Argument dafür sein …

Die Menschen in Amerika verfallen in Panik und pfeifen auf die Vorschriften der einst so mächtigen Lebensmittelbehörde FDA. Lebensmittel-Cops wie Tony Chu, der Bundesagent mit der manchmal hilfreichen, aber immer widerlichen Gabe, mit seinem übersinnlichen Gaumen psychische Visionen über den Ursprung seiner Nahrung heraufzubeschwören, kämpfen an allen Fronten, um dem Endzeitchaos beizukommen. Während alles drunter und drüber geht, Essverrückte Cholesterinamok laufen, Diktatoren zum Schlag gegen die freie Welt ausholen und die NASA die Aliens aus Area 51 rauskramt, plant Tonys Nemesis, der übergelaufene FDA-Agent Mason, seinen nächsten Schachzug …

Ein weiterer Band des abstrus talentierten und kreativen Comic-Gespanns Layman und Guillory, die in jedem Kapitel dieser unwahrscheinlichen Comic-Serie mehr verrückte Ideen abfackeln als andere Comic-Künstler in ihrer gesamten Laufbahn. Prämiert mit dem EISNER Award für die “Beste Comic-Serie 2011″, ein echter Hochgenuss!

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys und Leseproben unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 3) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

Erstellt von Felis Breitendorf am 20. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 3)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

(zum vorherigen Teil)
Tief betrübt huscht Luscina zur anderen Seite des Walls und fällt schluchzend vor den Kalgonkins auf die Knie: „Ach ihr weisesten aller Kalgonkins, was soll ich nur machen, könnt Ihr mir keinen Rat erteilen? Wie ihr wißt, ist mein Herz bereits vergeben und meinem Vater zu widersprechen traue ich mich nicht.” Die Kalgonkins wissen natürlich um die zarte Liebe zwischen der Häuptlingstochter und dem jungen Krieger und raunen ihr zu: „Kleine Luscina, zieh dir derbe Männerkleidung an und wandere die Küste nach Osten entlang, bis zur Flussmündung am roten Fluss. Dort wirst du ein schlankes Praduboot finden und darin eine Harpune. Fahre mit dem Boot aufs Meer hinaus und achte nicht auf die Wellen, auch wenn diese das Boot wie eine Nussschale hin und herschleudern werden. Das Praduboot wird dich in unserem Auftrag zu der Stelle bringen, an der sich die Kette auf dem Meeresgrund befindet. Dann nimm die Harpune und schleudere sie mit aller Kraft. Anschliessend holst du das Harpunenseil ein und birgst die Kette.

Als ich endlich die Vulkanhöhle betrete, spüre ich die Bedeutung, die dieses Bauwerk hat. Ein Ingenieur der Palem tritt an mich heran, während ich zur gewaltigen Abschussrampe hinaufschaue, die inzwischen von einem Gerüst umrahmt ist, auf dem sich eine Menge von Technikern und Wissenschaftlern tummelt.

Der Ingenieur stellt sich mir mit den Worten vor: „Frau Komore, ich bin Dr. Axel Graf von der Forschungsabteilung der Palem und möchte Sie herzlich willkommen heißen.“

Ich schaue kurz von der Abschussrampe in das Gesicht des Ingenieurs und dann wieder hinauf und antworte ihm: „Dr. Graf, was können Sie mir sagen, von dem ich noch nichts weiß?“

Der Mann schaut kurz auf seinen Multirechner und mir anschließend in die Augen: „Da kann ich Ihnen eine wirklich interessante Neuigkeit mitteilen. Das Gebilde hier ist nicht nur eine Abschussrampe, wie Sie unzweifelhaft bereits erkannt haben dürften, sondern auch noch eine gigantische Gaus-Kanone!“

„Eine Gaus-Kanone?“

„Ja, ein Gebilde, das mittels Elektromagnetismus – hergestellt durch riesige Spulen – ein Objekt direkt in den Weltraum zu schiessen in der Lage ist …“

Ich unterbreche ihn mit meinen murmelnden Worten: „… und das vor mehr als hunderttausend Jahren in Betrieb war …?“

Worauf Dr. Graf den Faden wieder aufnimmt: „Das ist auch der Grund dafür, warum diese Rampe so unglaublich hoch ist. Für eine normale Abschussrampe von raketengetriebenen Objekten hätte ein Zwanzigstel der Höhe ausgereicht. Aus diesem Grund hatten die Erbauer dieses Objektes offensichtlich auch in einen Vulkan dieser Größe gebaut, der oben offen ist.“

„Sie meinen, freistehend wäre solch ein Gebilde nicht stabil?“

„Eher nicht, wenn Sie nach oben schauen, sehen Sie, dass auf den letzten zwanzig Prozent bis zur Vulkanöffnung hin Streben angebracht waren und zum Teil noch immer sind, die das Gebilde fixieren und stabilisieren.“

„Das möchte ich mir gern von dort oben anschauen. Ist der Aufzug bereits in Betrieb?“


Des Nachts schleicht sich Luscina aus dem Dorf und folgt dem Ratschlag der Kalgonkins. Alles ist so wie versprochen. Und als sie mit dem Boot aufs Meer hinausfährt, überkommt sie dennoch eine große Angst, denn die Wellen sind sehr hoch und um sie herum treiben die Reste weiterer Fischerboote, mit denen die Fischer offenbar vor ihr versucht hatten, die Kette zu bergen. Als sie die Stelle erreicht, wirft sie die Harpune so fest sie kann  und stürzt dabei fast ins tosende Wasser. Doch sie ist erfolgreich, holt die Kette vom Meeresgrund herauf und fährt mit dem Boot wieder zurück in die Mündung. Dort hat sich wider ihres Wissens eine Menschenmenge versammelt. Die Dorfbewohner klatschen Beifall, als der Häuptling, der seine Tochter nicht erkennt, die Kette aus dem Boot hebt und sie nach oben in die Luft hält, um sie allen zu zeigen. Ein Jubel breitet sich bei den Dorfbewohnern und den Besuchern aus, doch plötzlich stößt der Corvidasus erneut aus der Luft herab und schnappt sich die Kette um damit zu flüchten …

Nachdem ich mir selbst ein Bild von dem Ungetüm gemacht habe, sitze ich am Fuße der Rampe an einem Klapptisch und nehme einen schwarzen Tee mit etwas Schaumgebäck zu mir, während ich die gesammelten Daten auf einem Rechner durchgehe. Ich bin mir sicher, dass dieses Artefakt eine ganz große Sache ist. Nur warum das so ist, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren. Jedenfalls nicht in allen Konsequenzen. Ich frage mich, warum diese Wesen, die diese Abschußrampe gebaut haben, einen solchen Weg gegangen sind, um in den Weltraum zu gelangen und was sie dort dann vorgefunden haben und wie sie sich dort oben im Weltraum fortbewegt und manöveriert haben, so ganz ohne die Entdeckung von Raketentriebwerken. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier noch einige Puzzlestücke fehlen. Ich schaue mir noch mal die Daten über die Funde an, die man hier in der Höhle gemacht hat, bei denen die Wissenschaftler davon ausgehen, dass es sich um Teile der Raumflugkörper gehandelt habe. Nachdem ich mir die Datenauflistung darüber auf den Bildschirm hole, bin ich etwas durcheinander. Offenbar handelt es sich bei einigen Funden um ein den Menschen unbekanntes Metall, das aus einem Erz hergestellt wurde, das sehr merkwürdige Eigenschaften zu besitzen scheint. Ich winke Dr. Graf zu mir und befrage ihn danach.

Er scheint etwas verlegen, antwortet mir dann auch eher zögerlich: „Hhmm, wie soll ich mich ausdrücken? … Eigentlich sind diese Daten unmöglich, wir haben deshalb das Material auch einsammeln und in einem Strahlenschutzbehälter versiegeln lassen. Offenbar gibt das Material schwach radioaktive Strahlung ab und liefert zudem eine Reihe von widersprüchlichen Datenwerten. Ich möchte aus diesem Grund ein Strahlungslabor hier aufbauen und keinesfalls etwas davon in den Orbit gelangen lassen, geschweige denn, in die Palem. Die Gefahr ist zu groß, dass wir eine Kontamination auslösen. Ich habe die Mitarbeiter, die dieses Metall gefunden haben, ausserdem in Quarantäne gestellt sowie das Einsammeln des Materials in Schutzanzügen ausführen lassen.“

Ich antworte: „Das hört sich sehr mysteriös an, könnte es nicht sein, dass wir alle hier bereits verseucht sind oder Strahlung abbekommen haben, die noch nicht zuzuordnen ist?“

„Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich schlage vor, dass wir abwarten, bis das Strahlungslabor hier eingetroffen ist und aufgestellt wurde. Danach dürften wir Klarheit haben. Ich habe diese Höhle bereits ebenfalls unter Quarantäne gestellt. Vorerst.“

Ich nicke ihm zu und mir ist klar, dass ich jetzt erstmal nicht hier weg kann, bis das Strahlungslabor eintrifft. Ich mache mir so meine Gedanken, denn immerhin haben bereits Mitarbeiter der Plastico hier gewirkt und nach dem Fund sind sie wieder in den Orbit gereist. Jedenfalls gehe ich mal davon aus. Wenn es sich wirklich um ein Strahlungsseuchenszenario handelt, dann ist bereits der gesamte Orbit befallen.

Mit krächzendem Schnarren aus seinem halb geöffneten Schnabel fliegt der Corvidasus davon. Durch sein zusätzliches Gewicht in den Klauen nimmt er nur sehr schwerfällig an Höhe und Geschwindigkeit zu. Um dem Vogel doch noch sein Diebesgut zu entreißen, werfen die Fischer mit Steinen nach dem Corvidasus. Doch es scheint, als haben böse Mächte dem Tier übernatürliche Kräfte verliehen, denn es gelingt ihm, den Geschossen auszuweichen. Auch Luscina versucht den Dieb zu stoppen und wirft ihre Harpune in Richtung der herabhängenden Kette. Aber auch ihre Bemühungen sind vergebens und die Laute aus dem Schnabel des Tieres klingen wie Hohn und Spott. Bei ihren Bemühungen verliert Luscina weite Teile ihrer Verkleidung und alle Anwesenden erkennen, dass sie die Kette aus dem Meer geborgen hat. Doch das hilft der Häuptlingstochter nun auch nichts mehr, denn der Vogel hat sich inzwischen auf einem der obersten Äste einer hohen Boralehe in Sicherheit gebracht.


Vierundzwanzig Stunden später liegen die ersten Ergebnisse vor: Das Strahlungslabor hat herausgefunden, dass, was die Menschen angeht, die sich in der Höhle aufgehalten haben, Entwarnung gegeben werden kann. Das Metall selbst wurde ebenfalls untersucht und was dabei herausgekommen ist, hat allen Beteiligten buchstäblich die Sprache verschlagen: Das Metall gibt eine ganz leichte Hyperraumstrahlung ab, was darauf hindeutet, dass die früheren Bewohner mit ihren Raumschiffen nicht nur im Weltall unterwegs waren, sondern sich mit ihren Raumfahrzeugen durch den Hyperraum bewegt haben müssen. Was aber sehr mehrkwürdig ist, denn nach über hunderttausend Jahren sollte die Strahlung längst nicht mehr nachweisbar sein. Was wiederrum bedeutet, dass das Metall selbst diese Strahlung zu produzieren scheint …

Aus diesem Grund hat Dr. Graf nun auch noch ein Elementarteilchenmikroskop aus der Palem herbestellt und die strengen Richtlinien im Umgang mit dem Metall noch weiter erhöht. Kein Gramm davon darf nun aus der Höhle herauskommen. Deshalb wird der Eingangsbereich der Höhle und der des Vulkaneingangs mit einer Dekontaminationsschleuse ausgestattet, die zudem ein Metalldetektoranalyseverfahren in Gang setzt, sobald jemand durch diese Schleuse hindurchschreitet.

Ich für meinen Teil habe diese Prozedur noch vor mir, denn ich will mich nochmal mit den Leuten von der Plastico treffen, um herauszufinden, was man dort von dieser immanenten Strahlungsfähigkeit des Materials weiß.

Die Stille, die über dem Festplatz liegt, wird durch das Geräusch eines herantrabenden Plogomonsters gebrochen. Die Fischer beobachten, wie ein junger Krieger des nahen Kriegerdorfes, herangeritten kommt. Es ist Karssellu, der Liebste von Luscina, der vom Tier steigt und seine Angebetete beschützend in die Arme nimmt. Es scheint ihm völlig egal zu sein, was die Menschen und Luscinas Vater darüber denken. Unter Schluchtzen erzählt ihm seine Liebste, was vorgefallen war und  Karssellu hört ihr aufmerksam zu. Dabei schaut er immer wieder zum Baum hinüber, auf dem der Vogel zu erkennen ist. Nachdem der junge Krieger nun weiß, was geschehen ist, läuft er zu seinem Reittier und holt seinen Bogen und einen Köcher voller Pfeile …

Als ich sechsunddreißig  Stunden später im Termial des Weltraumbahnhofes mein Ticket löse, liegt für mich dort ein Umschlag bereit. Ich öffne ihn und es kommt eine Visitenkarte zum Vorschein. Als Adressat lese ich „Humbold Stiner“, seines Zeichens Abteilungsleiter der Industriespionageabwehr der Plastico. Als ich die Karte, in der sich offenbar ein Chip befindet, an meinem Mobilleser entlangstreiche, erscheint auf dem kleinen Bildschirm meines Gerätes ein Gesicht eines glatzköpfigen Mannes in den Vierzigern, der mich mit den Worten begrüßt:

„Frau Himiko, ich habe eine Nachricht für Sie, die ich Ihnen allerding nur persönlich mitteilen kann. Kommen Sie bitte so bald als möglich zu mir ins Büro im Orbitalgebäude der Plastico. Ich befinde mich im Hauptgebäude im 144. Stockwerk blau. Benutzen Sie die Chipkarte für den Aufzug, dann werden Sie automatisch zu mir geleitet. Dies ist eine Aufzeichnung, die sich innerhalb von 15 Minuten selbst löscht …“

Ich bin etwas irritiert, ein Abteilungsleiter der Plastico – was hat das denn jetzt wieder zu bedeuten? Offenbar gibt es noch einige Geheimnisse, die mir dort vorenthalten wurden.

Ich stecke die Chipkarte in die linke Außentasche am Oberarm meines Overalls, den ich mir von den Technikern der Palem ausgeliehen habe und begebe mich auf den Weg zum Gate meines Shuttles. Als ich im Fluggastbereich innerhalb des Shuttles Platz genommen habe, bemerke ich, dass ausser mir nur drei weitere Pasagiere an Bord sind. Offenbar ein Paar mit seiner kleinen Tochter, die aussehen, als wären sie Touristen. Merkwürdig, dass keine Mitarbeiter oder Bedienstete der Raumstädte mitfliegen. Mich beschleicht ein ungutes Gefühl. Aus diesem Grund schnalle ich mich an meinen Sitz fest, in der Hoffnung, dass mir das ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Nachdem das Shuttle in die Startphase gelangt ist und vom Planeten abhebt, bestelle ich einen Drink aus der Selbstbedienungsautomatenbar und -Küche und setze mich dann wieder auf meinen Platz. Das Getränk stelle ich in die dafür vorgesehene Halterung. Es ist in einem geschlossenen Wegwerfbehälter mit Ventilsaugrohr eingeschlossen, der für den schwerelosen Flug geeignet ist. Auf solche Annehmlichkeiten, wie künstliche Schwerkraft und einer Bedienung, hat man hier bewußt verzichtet, um die Preise für den Flug von und zum Planeten so günstig wie möglich zu halten. Sind schon ein wenig merkwürdig, diese automatischen Shuttles, die vor allem Gegenstände in die und von der Umlaufbahn hin- und hertransportieren. Die Touris sind heftig am Schwatzen und machen Fotos von sich und dem Ausblick aus den kleinen Fenstern des Shuttles. Ich schnalle mich wieder an und spüre leicht den sich verändernden Schub, der mich etwas in meinen Sitz drückt.

Das Shuttle ist auf dem Weg in den freien Weltraum, als das Licht der Fenster sich verändert. Da hier oben die Atmosphäre immer dünner wird, kann auch das Licht der Sonne nicht mehr großartig gestreut werden. Innerhalb weniger Minuten zeigen die Shuttlefenster dann nur noch den dunklen Weltraum. Da das Shuttle seine Lage verändert, sieht man den Planeten nun im oberen Bereich der Fenster, denn das Shuttle fliegt nach der Lageveränderung praktisch auf dem Kopf.  Es wird sich mit seiner Unterseite den Weltraumstädten nähern um dort anzudocken. Mit einem leichten Vibrieren schaltet das automatische Shuttles seine Motoren ab. Plötzlich spüre ich einen starken Zug an meinem linken Oberarm in Richtung Boden, also dorthin, wo sich nun der freie Weltraum befindet. Wie in Zeitlupe sehe ich, wie mein Arm aus dem Gelenk gerissen wird, gewaltige Blutfontainen um sich spritzend. Der Ärmel wird ebefalls direkt am Gelenk abgetrennt. Zusammen mit meinem Arm durchschlägt er mit einem lauten Krachen den Boden des Shuttles und produziert dort ein Loch, durch das mein Körperteil verschwindet, bevor mir schwarz vor Augen wird und ich die Besinnung verliere … (…)

(Zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:


Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 3

Eiskalt serviert!

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc-Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-20-9
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 20.09.2011
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 14,5 x 21,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2011

Zum ersten Mal läuft es so richtig schön rund im Leben des cibophatischen Kriminalermittlers Tony Chu. Ja, richtig gelesen: Tony Chu, der Mann mit dem übersinnlichen Gaumen, dem Schicksal und Vorgesetzte im wahrsten Sinne des Wortes Scheiße fressen lassen, hat grüne Welle. Er hat eine Freundin (und sie sieht sogar richtig gut aus). Er hat einen Partner, dem er vertraut. Und sogar mit seinem Stinkstiefel von einem Boss kommt er gut klar. Aber all is nicht well: Sein psycho- und cibopathischer Ex-Partner ist noch auf freiem Fuss und intrigiert gegen die FDA. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die bei beiden Feinschmecker aufeinander treffen, die Fetzen fliegen und Körperteile verspeist werden …

“Chew – Bulle mit Biss” ist eine der originellsten und erfolgreichsten Independent-Comic-Importe aus den USA. Ausgezeichnet mit dem EISNER-Award als “Beste Comic-Serie des Jahres 2011″.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
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Titel bei Libri.de

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DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 2) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

Erstellt von Felis Breitendorf am 13. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 2)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

(zum vorherigen Teil)
Die Sonne ist noch nicht voll aufgegangen, als die ersten Boote von den benachbarten Fischerdörfern am Ufer anlegen und allerlei Speisen und Geschenke mitbringen. Die Fischer des Horts der Kalgonkin haben alle eingeladen, mit ihnen zu feiern. Nachdem sich die Gäste vor den Kalgonkin verneigt haben und sich alle vor diesen niederlassen, um gemeinsam bei Musik und Gesang die Speisen zu genießen, geschieht das Aussergewöhnliche: Ein Rauschen lässt die Luft vibrieren. Alle Gespräche verstummen und die Anwesenden schauen um sich, bis sie am Himmel etwas sehen, was die Strahlen der Sonne reflektiert und immer näher kommt …

Da spricht der Höchste der Kalgonkin vom Hort der Kalgonkin mit sonorer menschlicher Stimme: “Ihr Fischer und auch ihr Besucher, hört meine Worte! Die Geister und Urahnen aller Mächtigen der Verborgenen Welt hinter der Welt gewähren Euch nun ein überaus wertvolles Geschenk! Es handelt sich um ein Metall, aus dem Ihr mit etwas Geschick allerlei Nützliches fertigen könnt und das Euch auf ein höheres Daseinsniveau heben wird. Findet heraus, was Ihr damit alles verrichten könnt, doch geht sorgsam damit um und verwendet Verworfenes wieder. Denn im Lichte des Feuers könnt Ihr das Material nach Belieben formen, biegen und bearbeiten und daraus viele nützliche Dinge herstellen, die Ihr Euch bisher kaum zu träumen gewagt habt …”

Während er zu den Fischern spricht, verstärkt sich das Glitzern am Himmel, bis die Konturen einer Kette erkennbar werden, die so voller Pracht hernieder schwebt,  dass sich die Fischer verbeugen und Ihre Köpfe gen Boden senken. Der Größte der Kalgonkin fügt hinzu: “Behandelt das Material sparsam! Legt einige Glieder ins Feuer und trennt es vom Rest! Bestimmt einen der Euren, der die restliche Kette verwahrt und verwendet immer nur so viel davon, wie Ihr benötigt!” Bei diesen Worten ist die Kette schon so tief gesunken, dass einige Männer die Arme danach ausstrecken, um das neue Material in Empfang zu nehmen …

Ich nehme den pneumatischen Röhrenzug, der die beiden Weltraumstädte Omega-City und Plasti-Village verbindet. Die Fahrt ist nichts für Leute, die unter Höhenangst oder ähnlichen Beschwerden leiden, denn die Bahnkabinen sowie die dazugehörige Röhre sind aus einem durchsichtigen Material gefertigt. Dies bedingt absolute Sicht auf den Orbit sowie auf den Planeten und die sie umkreisenden Raumstädte. Je nachdem in welchem Sichtmodus man sich gerade befindet, hat man das Gefühl, dass sich der Planet unter einem befindet oder dass man auf dem Kopf stehend über sich den Planeten hat und unter sich die den Planeten umkreisenden Habitate und Satelittenstädte. Wobei ihre Dächer sich zu den eigenen Fußsohlen hinzustrecken scheinen. Ganz so, wie man dies aus einigen Trickbildern kennt, wo man entweder ein Gesicht oder eine Landschaft zu sehen glaubt. Wenn man kurz die Augen schließt und sie wieder öffnet, springt die planetare Szenerie ständig von oben nach unten und zurück. So hat man hin und wieder das Gefühl abzustürzen, das sich abwechselt mit dem Eindruck, dass einem etwas auf den Kopf krachen würde. Begleitet wird man dabei von den Eskarpaden des Innenohrs und dessen Gleichgewichtssinn, das sich einfach nicht entscheiden will, ob man nun nach unten oder nach oben schaut. Wenn einem dabei der Schwindel überkommt, ist es am besten, stur geradeaus zu schauen. Auf keinen Fall sollte man die Augen schließen, denn dann dreht sich das innere Karusell so richtig und man findet sich kurze Zeit später in eine Tüte kotzend vor.

Die Röhre, die Plasti-Village mit Omega-City verbindet, darf man sich nicht als starre Konstruktion vorstellen. An einigen Stellen besteht sie aus beweglichen Gelenken, die in der Lage sind, die kleinen Bewegungen der Kurskorrekturen zur Stabilisierung der Raumstädte im Orbit zu tolerieren. Die teleskopartigen Abschnitte machen das ganze Konstrukt auch gegen kleinere Stöße und Schübe unempfindlich. Meist – jedoch nicht in jedem Fall – geht die Röhre, die eigentlich aus einem Bündel von drei Röhren besteht, durch die Mitte einer jeweiligen Orbitalstadt. Omega-City besteht aus mehreren Klötzen, die zum größten Teil aus Hybridstahl und Kettenglas bestehen. Das Ganze wirkt auf den ersten Blick etwas chaotisch, da sich vieles von den Konstruktteilen gegenseitig spiegelt und viele Winkel unkonventionell anmuten. Durchsetzt sind die Glas- und Stahlkuben von Auslegern, die ständig um ihrem Mittelpunkt kreisen, so dass in ihrem Innerem die Fliehkräfte eine Art Schwerkraft produzieren, die sich individuellen Verhältnissen anpasst, je nachdem wie schnell sich diese Ausleger drehen. Die Dreierröhre führt durch die gesamte City. Kommend von einer anderen Stadt und auf der anderen Seite geht die Röhre durch mehrere andere Orbitalkonstrukte und Habitate, bis sie schließlich auf Plasti-Village stößt.

Plasti-Village kann man sich gut als Zigarrenkiste vorstellen, in dessen Mitte eine lange Stricknadel steckt, so dass sich die gesamte Zigarrenkiste darum dreht. Bedingt durch die Schwerkraftgesetze bewirkt die Fliehkraft, dass die vom Mittelpunkt der Röhrenbahn am weitesten entfernten Bereiche die höchsten, und die dem Mittelpunkt am nächsten liegenden Bereiche, die geringsten Schwerkräfte aufweisen. Aus diesem Grund sind die verschiedenen Komplexe für Wohnen, Arbeiten und Freizeit an den dafür günstigsten Stellen untergebracht. Durch die gewaltigen Ausmaße des sich drehenden Objektes halten sich die ansonsten so störenden Corioluskräfte in Maßen. Die sinnbildliche lange Stricknadel, durch dessen Inneres die dreifach gebündelten Röhren der Bahn führt, ist gespickt mit langen Stacheln, an denen Fracht- und Kuriershuttles ständig an- und ablegen. Da das sich unaufhörlich um seine Achse drehende Hauptgebäude so gewaltige Ausmaße hat, weist dieses insgesamt siebenhundert Stockwerke auf. Dreihundertfünfzig davon auf jeder Seite, wobei sich der relative Boden dieser Stockwerke immer von der langen stillstehenden Stricknadel nach aussen hin befindet und die jeweilige Decke immer zur Stricknadel zeigt. Die beiden Hälften dieses Gebäudekonstruktes sind sozusagen Kopf an Kopf angebracht. Die Fußböden hingegen zeigen ins All oder zum Planeten.

In diesem Hauptgebäude der Plasti-Village befinden sich alle Wohneinheiten der Mitarbeiter als auch alle Verwaltungstrakte, sämtliche Produktionsstätten, die auf Schwerkraft angewiesen sind, was auch für den Freizeitbereich gilt. Als die Röhrenbahn im Empfangsportal, dem Bahnhof von Plasti-Village, angehalten hat, begebe ich mich sofort auf den Weg zur Direktion der Plastico. Man hat mir hier ein Treffen mit den wichtigsten Verantwortlichen des Konzerns angeboten und nicht nur den Pressesprecher vorgeschoben, wie das bei der Alonis AG der Fall war. Natürlich habe ich dieses Angebot sofort angenommen.


Kurz bevor die Fischer die Kette ergreifen können, fliegt der riesige schwarze Corvidasus heran und schnappt sich mit Schnabel und Krallen die Kette und flattert damit fort in Richtung des Wassers. Die Münder der staunenden Fischer stehen weit geöffnet und auch die Kalgonkin schweigen, doch die unsichtbaren Geister lassen sich das von ihnen gegebene Geschenk nicht von diesem unverschämten Vogel fortstehlen. Auch wenn dieser ein riesiges Exemplar seiner Gattung ist, so gelingt es ihm nicht, die schwere Kette weiter über das Wasser zu transportieren. Das Metall ist von zu hohem Gewicht und drückt den Corvidasus nieder, so dass ihm im Angesichts seines Todes nichts anderes übrig bleibt, als die Last über den Wassern  fallen zu lassen.

So trifft die Kette auf das Wasser und geht sofort unter. “Was machen wir jetzt?”, raunen einige Fischer und wenden sich ratlos an die Säulen der Kalgonkins. Doch diese stehen starr und schweigen. Da steht der Häuptling der Fischer auf und spricht: “Bestimmt findet sich ein geschickter Fischer, der uns unser Geschenk zurückholen kann und sich darauf versteht, mit einer Harpune, einem Speer oder Netz die Kette zu bergen. Wem dies gelingt, wird meine einzige Tochter zur Frau erhalten”. Zur Bekräftigung seiner Worte deutet er auf das wunderschöne Mädchen, das sich hinter ihm befindet. Luscina, die Tochter des Anführers schaut erschrocken auf, Tränen treten ihr in die Augen und lassen sie wie Saphire glänzen. Niemand ahnt, dass sie sich heimlich mit einem Krieger des nahegelegenen Jägerdorfes am Fuße des Berges trifft. Ihr Liebster namens Karssellu gehört nicht zu den Fischern, daher ist er nicht zugegen und erfährt nichts von der Entscheidung ihres Vaters. Da Karssellu kein Fischer, sondern ein Jäger ist, besteht kaum eine Chance, dass er die Aufgabe, die Rettung der Metallkette, für sich beanspruchen kann.

Am Empfang der Plastico hat man mich schon erwartet und so geleitet mich eine Mitarbeiterin, gekleidet in einem milchigen fast durchsichtigen Plastikkleid, das an den entsprechenden prekären Stellen Schriftzüge und Grafische Logos aufweist, in einen großen Konferenzraum, in dem schon ein knappes Dutzend Personen um einen großen langen Tisch auf mich zu warten scheinen. Ich werde zu einem Platz in der Mitte des Tisches geleitet. Kurz stellt mir meine Begleiterin die wartenden Personen vor. Anwesend sind der stellvertretene Generaldirektor, einige Fachleute aus dem Sektor Raumschifftechnik und –entwicklung, zudem eine Reihe von Rechtsfachleuten, bei denen ich mir sicher bin, dass zwei von diesen Rechtsverdrehern aufgerüstete Personen sind, wenn nicht gar Träger von KI-Prozessoren. Ihre unnatürliche Ruhe und die extrem aufmerksam beobachtenden Augen, die ständig in Bewegung sind, ohne dass sie dabei auch nur annährend den Kopf oder andere Körperteile bewegen, sind für mich die verräterischsten Zeichen.

Als ich mir eines von den angebotenen Getränken einschenke, beginnt der stellvertretende Generaldirektor Samuel Bender Jr., ein glatzköpfiger Mann in höherem Alter aber mit offensichtlichen Aufstraffungen im Hals- und Kopfbereich, eine Erklärung abzugeben:

„Frau Komore, ich möchte mich im Namen der Plasti-Congenius EBG dafür entschuldigen, dass wir Sie, beziehungsweise die ERK als auch die VPS bislang im Dunkeln darüber gelassen haben, was wir hier auf Brendon V innerhalb eines Vulkans gefunden haben. Wir waren uns bis vor kurzem uneinig darüber, ob diese Entdeckung zu den Dingen gehört, die bei der VPS meldepflichtig sind oder vielleicht auch nur beim Institut für Ausserirdische Artefakte, dem IFAA. Ich übergebe nun an den Fachmann unseres Konzerns, der bei Entdeckungen dieser Art zuständig ist. Ich darf Ihnen also Dr. Plazebo Puerto Hunore vorstellen“, wobei Bender auf einen kleinen dunkelhaarigen Mann mittleren Alters – offenbar von mexikanischer Abstammung – deutet, der sofort das Wort ergreift, nachdem er sich kurz geräuspert hat:

„Sehr geehrte Frau Himiko Komore, ich habe hier eine dreidimensionale Darstellung des Objektes, das wir im Wirilos-Vulkan in der Hochebene im südlichen Kontinent Paradas gefunden haben.“

Per Knopfdruck startet Hunore eine dreidimensionale Darstellung, die in der Mitte des Tisches aus einer Erhebung erscheint. Sie zeigt zuerst einen Vulkan aus der Vogelperspektive, der deutlich in die Höhe ragt. Durch die Art des enorm spitzen Vulkankegels überragt dieser selbst die größten Urwaldriesen. Durch den dichten Bewuchs von Flechten und ähnlichen Pflanzen wirkte er dennoch nicht als Fremdkörper. Das Objekt wird von der virtuellen Kamera mehrmals umflogen, ohne dass sich ein Zugang erkennen lässt. Nachdem Hunore erneut auf einen Knopf drückt, springt die Kameraperspektive auf eine Stelle am Fuße des Vulkans.

Hunore: „Wie Sie sehen, gibt es keinerlei sichtbaren Eingang zum Objekt. Der Eingang zu diesem Objekt wurde nur durch Zufall entdeckt, als bei einer Jagdtour, an der auch einige unserer führenden Mitarbeiter teilgenommen haben, ein Agati ins Dickicht am Fuße des Vulkans flüchtete.“

Erneut drückt Hunore auf den Knopf und die Kameraperspektive bewegt sich in das Dickicht am Fuße des Vulkans, bis sich schließlich im Halbdunkeln etwas abzeichnet, was entfernt an eine Tür erinnert, die etwa die Höhe eines normalen Menschen hat. Einzig der obere Teil der Tür weist eine Art Torbogen auf.

Hunore weiter: „Dieser Eingang ist aus einem Material gefertigt, das keiner gängigen menschlichen Fabrikation ähnelt. Eine Analyse hat ergeben, dass es sich um Holz, welches hier vor etwa hunderttausend Jahren gewachsen war, handeln könnte, das von einem unbekannten Material – nicht natürlichen Ursprungs – überzogen wurde.“

In der nächsten Szene sieht man, wie ein in einem weißen Overall gekleideter Mitarbeiter die Tür öffnet und hineinschreitet. Dabei verfolgt ihn die virtuelle Kamera, so dass deutlich auf dem Rücken die Beschriftung Plasti-Congenius EBG und darunter in etwas kleinerer Schrift Forschung B 5 zu erkennen ist.

Nachdem der Weißgekleidete einige Gänge und weitere schottartige Türen durchschritten hat und plötzlich stehen bleibt, schaue ich kurz in die Gesichter der anwesenden Personen im Konferenzsaal. Was mir dabei auffällt, ist das allgemeine Desinteresse an der 3D-Vorführung. Offenbar hatten diese Leute den Film x-mal angeschaut und darüber gesprochen. Einzig die beiden meiner Meinung nach KI-unterstützten Rechtsverdreher scheinen ein gewisses lauerndes Interesse zu besitzen, jedoch nicht an dem Film, sondern mehr an meinen Reaktionen darauf, die sie in meinem Gesicht zu lesen glauben. Die beiden blicken derart durchdringend mit ihren künstlichen Augen, die weder blinzeln noch sonst eine Reaktion offenbaren, so dass ich davon ausgehen muss, dass es sich bei ihnen eher um Fachleute für psychologisches Einfühlungsvermögen als um Experten für Rechtsfragen handelt.

Die 3D-Vorführung zeigt den Plastico-Mitarbeiter, wie dieser schließlich durch eine große Tür schreitet, die Ähnlichkeit mit der Tür am Fuße des Vulkans besitzt. Dahinter offenbart sich eine riesige hallenartige Höhle, bei der es sich offensichtlich um den gesamten Innenbereich des Vulkankegels zu handeln scheint. Unmengen von M5-Standard Lampen, die zuhauf angebracht sind, beleuchten ein gewaltiges Gebilde in der Mitte der Höhle. Entfernt erinnert es an einen riesigen Turm oder auch an eine historische terranische Startrampe für Weltraumraketen.

Als Hunore ansetzen will, um weitere Erklärungen abzugeben, ergreife ich kurzentschlossen das Wort und teile den Anwesenden mit, dass ich mich zum Planeten begeben werde, um zusammen mit meinem Wissenschafts- und Technik-Team weitere Untersuchungen direkt im Vulkankegel zu veranlassen.

So begebe ich mich zur Abflughalle, um das Shuttle zum Planeten zu nehmen. Ich will mich selbst davon überzeugen, was es mit der Vulkanhöhle auf sich hat, die offensichtlich eine Startrampe für Flugkörper gewesen war. Ich will mir persönlich ein Bild davon machen, auf mein Bauchgefühl achten, wenn ich das uralte Monument betrete …

Am Raumhafen auf dem Planeten empfängt mich ein Mitarbeiter der Palem mit einem Schwebegleiter. Er berichtet mir davon, dass die Wissenschaftler, die ich zum Vulkan geschickt habe, bereits erste Ergebnisse liefern können. Offenbar kommen sie zum gleichen Schluß, wie schon die Fachleute der Plastico: Bei den Erbauern des Artefaktes mußte es sich um ein raumfahrendes Volk gehandelt haben, das vor über hunderttausend Jahren auf diesem Planeten heimisch gewesen war. (…)

(Zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 2

Reif für die Insel

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc-Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-19-3
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 01.03.2011
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 21,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 05.2011

Im Kampf gegen die internationale Geflügelmafia verschlägt es Sonderermittler Tony Chu in die Südsee. Treibt auf der Insel Yamapalü ein Vampir sein Unwesen? Was hat es mit der mysteriösen Gallusfrucht auf sich? Und wer oder was ist Poyo? Um den Geheimnissen von Yamapalü auf die Spur zu kommen, wird sich Tony nicht allein auf seinen hellseherischen Geschmackssinn verlassen können. Denn während er auf eigene Faust ermittelt, ist ihm Lin Sae Woo, die scharfe Topagentin des Landwirtschaftsministeriums, dicht auf den Fersen.

CHEW – BULLE MIT BISS ist einer der originellsten und erfolgreichsten Independent-Comic-Importe aus den USA. Ausgezeichnet mit dem Harvey und dem EISNER Award als “Beste Neue Serie 2010″!

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DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 1) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

Erstellt von Felis Breitendorf am 6. März 2013

DAS ERSTE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 1)

von

Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

Am Ufer des Großen Wassers steht das Dorf der Fischer, der “Hort der Kalgonkin”. Die Kalgonkin sind die großen steinernen Säulen, aeonenalt und von unbekannter Herkunft, die das Dorf wie eine schützende Sichel vom Rest des Landes abschirmen. Auf der anderen Seite befindet sich das Meer und die Säulen reichen links und rechts vom Dorf bis ins Wasser. Die Spalten zwischen den Säulen sind so schmal, dass kein Ausgewachsener sie durchschreiten kann. Die Fischer verehren die Kalgonkin, da sie sich von Ihnen nicht nur physisch beschützt und behütet fühlen, sondern von ihnen auch die seelische Kraft erhalten, ihr Leben zu meistern. Nach jedem erfolgreichen Fang begehen die Fischer zu Ehren der Kalgonkin ein Fest. In der Nacht vor einem Fest geschieht es, dass in der Nähe des Dorfes, aber außerhalb der schützenden Säulen, ein großer schwarzer Corvidasus, ein Vogel, dem eine gewisse Verschlagenheit nachgesagt wird, auf einem Ast einschläft. Ob dieser nun etwas Böses träumt oder ob er nur friert, ist nicht sicher, jedenfalls wacht er erst mitten in der Nacht auf. Und wie er so in die Finsternis starrt und darüber nachsinnt, was ihn so plötzlich aus dem Schlaf geschreckt haben mochte, da hört er ein leises, seltsames Raunen, wie wenn im Winde die schaukelnden Äste der Boralehen Zwiesprache halten.

Ich heiße Milena Himiko Komore. Ich bin Ermittlerin im Dienste der ERK (Externe Raumkontrolle). Meine Aufgaben bestehen im Ermitteln und Klären von außersolaren Problemen im Einflussbereich der Regierung der Vereinten Planetensysteme (VPS).

Auf dem Planeten Brandon 5 ist die Menschheit seit 400 Jahren anwesend. B5 umkreist eine Sonne vom G-Typ. Etwas heißer und blauer als Sol, kaum der Rede wert, dafür ist der Abstand zum Muttergestirn etwas weiter entfernt. Es gibt keine spürbaren Jahreszeiten, dafür hat B5 zwei Monde. Einen vom Typ Luna und einen etwas kleineren von der Größe von Ceres, so dass es mit Ebbe und Flut etwas durcheinander läuft und die Meere unberechenbar macht. Die Schwerkraft beläuft sich auf rund 0,98 G. Die Tage dauern 20,5 Stunden. Die Nächte sind mit zwei Monden nicht ganz so dunkel wie auf Terra. Kurzum, B5 ist ein Glücksfall, weil hier kein Terraforming nötig war und daher die Kosten geringer als bei Planeten, die erst einmal für viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte bearbeitet werden müssen. Auf B5 ist die Flora und Fauna leicht reptillastig. Es gibt aber auch einige eingeführte Arten an Vögeln und Säugetieren von Terra, die selbst eine Vielzahl von Tieren hervorgebracht haben. Intelligente Lebewesen wurden auf B5 nicht angetroffen. Man fand aber Artefakte, die von einer uralten Kultur zeugen. Was man fand, waren Gegenstände und Gebilde, die man nicht wirklich verstand. Funktionierende Technik konnte man nicht finden, nur einige Bruchstücke von Metallen, deren Funktion für die Menschen nur schwer nachvollziehbar war. Jedenfalls fand man auf B5 nichts wirklich Spektakuläres. Um so erstaunter waren die Entscheidungsträger in der Regierung der VPS, als man von dem Fiasko hörte, das im Orbit von B5 fast zur Katastrophe geführt hätte.

B5 wird von einer gewaltigen Armada an Weltraumstädten und Habitaten umkreist. Die Shuttles, die vom Planeten auf- und absteigen, sind Standarttransporter für Menschen und Waren jeglicher Couleur. Diese Shuttles sind KI-gesteuerte Vehikel, die von den Weltraumbahnhöfen der drei Hauptkontinente des Planeten, der über fünf große Ozeane verfügt, ständig zwischen Planet und Weltraumstädten hin- und herpendeln. Die meisten Bewohner leben im Orbit. Der Planet selbst dient hauptsächlich zur Ausbeutung und Herstellung von Nahrungsmitteln, für die es sich lohnt, sie in den Orbit zu transportieren. Und schließlich dienen ausgesuchte Gebiete auf dem Planeten als Erholungs- und Entspannungsorte, in denen sich die Arbeiter der Schwerindustrie im Orbit von ihrer in der künstlichen Umgebung getanen Arbeiten erholen. Was die Tiere auf dem Planeten angeht, dient ein Teil von ihnen der Fleischwirtschaft. Der andere Teil wird für die Jagd bereitgehalten. Ansonsten ist B5 ein riesiger Haufen Steine und Biomasse. Und natürlich dient er als Schwerkrafttrichter und Hort von Dingen und Lebewesen, die man nicht in den Orbit gelangen lassen möchte. Dazu gehören vor allem die affenartigen Agati, die auf allen Kontinenten leben, Ungeziefer gleich, zu jeder Gelegenheit schonungslos abgeschlachtet werden, weil weder ihr Fleisch genießbar ist, noch sie zu andren Zwecken sich als brauchbar erwiesen haben. Zudem geben sie einen für die Menschen äußerst unangenehmen Geruch von sich.

Das Unglück mit dem Transportshuttle, bei dem Güter vom Planeten in eine der Raumstädte transportiert werden sollten, hatte zumindest keine Menschenleben gekostet. Das Shuttle hatte sich in fast schwerelosem Raum befunden, als es plötzlich von innen heraus zerrissen wurde. Was genau passierte und von was es zerstört wurde, ist niemals richtig aufgeklärt worden. Offiziell hat sich die ERK hierher bemüht, um das aufzuklären. Inoffiziell gibt es aber einen anderen Grund: Eine geheime Nachricht wurde von einem Kurierschiff des VPS-Abschirmdienstes aufgefangen, dass man erheblich mehr Material an außersolaren Artefakten auf diesem Planeten gefunden habe. Es war die Rede von einer riesigen Abschussbasis für Raumflugkörper. Mehr oder Genaueres hatte die Nachricht jedoch nicht beinhaltet. Ob und was nun tatsächlich dahintersteckt, das herauszufinden, ist hier meine eigentliche Aufgabe als ERK-Beamtin. Als Unterstützung steht mir das gesamte Personal und eine Menge an KIs eines Aufklärungskreuzers mit technisch-wissenschaftlicher Ausrichtung zur Verfügung. Dieser Kreuzer, die Palem, befindet sich im Orbit unweit der Raumstädte. So ist es mir ein Leichtes, als erstes bei den Vertretungen von zwei großen Konzernen meine Recherchen zu beginnen. Mit einem Null-G-Shuttle setze ich von der Palem zur Raumstadt Omega-City über, um mich mit dem Pressesprecher der Alonis-AG zu treffen.


Um besser hören zu können, neigt der Corvidasus den Kopf, und ist erstaunt, dass er tatsächlich in der Lage ist, die steinernen Kalgonkin bei ihren Gesprächen verstehen zu können:

“Und was hast du dazu zu sagen, o Größter der Kalgonkin?”

“Der Geist des Großen Suchonaja hat mir berichtet, dass die Fischer des Hortes ein Geschenk erhalten sollen. Ein Metall, das so fein bearbeitet werden kann, dass es um Längen besser dazu geeignet ist, die großen Baccudies zu fangen, die wegen ihrer scharfen Krallenzähne jedes Netz durchtrennen und entfliehen können. Die Baccudies könnten die Fischer reich machen, denn auf den Märkten ist dieser Fisch so begehrt, dass dafür ein Vermögen bezahlt wird. Eine reiche Zeit wird anbrechen für alle, die hier im Hort ihr bisher so karges Dasein fristen.“

Der Corvidasus strengt sich an, aber da der Wind gedreht hat, kann er keine weiteren Worte mehr verstehen. Er tröstet sich damit, dass er zumindest einen Teil der Gespräche der Säulen vernommen hat, was schon an sich außergewöhnlich ist. Er nimmt sich vor, Augen und Ohren offen zu halten, denn er sinnt danach, auch etwas von diesem neuartigen Metall für sich zu beanspruchen und nicht alles den Fischern zu überlassen.

Als ich ins Atrium der Null-G-Gallerie von Omega-City schwebe und mich das eigenartiges Gefühl beschleicht, beobachtet zu werden, bestätigt sich dies, als mein implantierter Kommunikationschip piept. Ich tippe mir kurz ans rechte Ohr und vernehme die Stimme von Louis Shäffer, dem Pressesprecher der Alonis-AG: „Frau Komore, ich befinde mich zu Ihrer Rechten, an den gläsernen Aufzügen …“

Ich drehe meinen Kopf in die angegebene Richtung und sehe einen hageren Typen in einem schwarzen Kaloni-Anzug zu mir herüberwinken. Ich mache mich auf den Weg und seine Stimme in meinem Ohr erklärt mir derweil, dass wir uns am besten ins 0,8-G-Café im gläsernen Rondell der Stadt begeben sollten. Ich bin einverstanden.

„Ein wenig Schwerkraft”, fährt er fort, „ist sicherlich angenehmer, wenn man sich zu einem Gespräch mit Kaffee und Kuchen hinsetzen möchte. Außerdem ist man im Nullachter ungestörter, denn hier sind die Preise recht hoch, so dass nur wenige Bewohner sich das leisten möchten.“

„Ja, einen Kaffee oder einen Tee könnte ich jetzt tatsächlich gebrauchen.“

Nachdem wir Platz genommen haben, bestelle ich per Netzdrive erst einmal einen Schwarzen Tee vom Planeten mit einem Zimt-Plätzchen aus eigener Orbital-Produktion. Mein Gegenüber nimmt einen Shuffle-Cocktail mit mir unbekannten Ingredienzien.

Auf meine Frage, was er mir zur Sache mit dem zerstörten Shuttle sagen könne, antwortet er: “Frau Komore, wir von der Alonis-AG sind da völlig überfragt. Wir wissen auch nicht mehr als allgemein bekannt ist. Wenn ich ehrlich bin, finde ich es schon ein wenig befremdlich, dass die ERK eine BASE losschickt, um eine solche Nichtigkeit zu untersuchen.“

„Sie wissen doch, dass wir entweder einen Hyperraum-Jumper schicken können, der mit menschlicher Besatzung ewig unterwegs ist.  Oder eine BASE, die mittels eines künstlichen Wurms am Sprungpunkt eines jeden Sternes von BASE-Ring zu BASE-Ring springen kann. Eine BASE war in diesem Fall die Wahl, weil wir dadurch die Möglichkeit geboten bekommen, eine ganze Reihe an Aufklärungskreuzern samt Forschungspersonal und eine fast unbegrenzte Menge an Equipment zur Verfügung zu haben.“

Mit süffisantem Lächeln entgegnet Louis Shäffer: „Nicht zu vergessen, die Militärkreuzer!“

Ich grinse.

„Mit welchem Aufwand und Problemen rechnen Sie denn in diesem Fall? Und warum ist die ERK eigentlich so sehr an dieser Sache interessiert?“

„Herr Shäffer, ich kann Ihnen darüber nichts sagen. Wie Sie sich vorstellen können, habe ich meine Anweisungen.“

„Wie schade!“

Nachdem uns eine schwebende Bedienungsdrohne unsere Bestellungen serviert hat, beiße ich erst in das Zimtplätzchen, um dieses mit dem Schwarzen Tee im Mund zu vermischen. Der Tee hat einen sehr nussigen Nachgeschmack, beim Plätzchen schmecke ich neben dem Zimt-Aroma noch eine Note von Koriander und Petersilie mit. Das Ganze entwickelt sich im Mund zu einer Geschmacksexplosion und ich atme tief durch die Nase, damit ich diesen Eindruck noch ein wenig genießen kann. Schließlich lasse ich das nun weiche Gebäck und die Flüssigkeit sanft die Kehle hinabgleiten und frage:

„Was mich noch interessieren würde: Ich habe erfahren, dass die Alonis-AG neben Raum-Habitaten auch Raumschiffe herstellt und eine ziemlich umfangreiche Forschungsabteilung ihr Eigen nennen darf. Welche Ambitionen hat Ihr Unternehmen, wenn es um Sprungtechnik und Hyperraumflug geht, Herr Shäffer?“

„Ich kann Ihnen versichern, Frau Komore, dass sich diese Ambitionen ausschließlich auf den unterlichtschnellen Raumverkehr beziehen. Also darauf, was in einem Planetensystem transportiert wird. Insbesondere der Ausbeutung des umfangreichen Asteroidenfeldes jenseits der inneren Planeten gilt  dabei unser Hauptaugenmerk. Hier möchten wir Markführer werden. So wie wir das bereits im systemischen Innerverkehr sind.“

„Und was Flüge zum und vom Asteroideneld betrifft, ist die Plasti-Congenius-EBG noch immer ihr schärfster Konkurrent, richtig?“

„Exakt. Aber im Gegensatz zu uns scheint die Plastico, wie sie hier genannt wird, auch an überlichtschneller Raumtechnik interessiert zu sein. Vielleicht sollten Sie sich dieses Unternehmen mal zur Brust nehmen, wenn Sie Vermutungen haben, dass der Shuttleunfall irgendwie damit zu tun haben könnte.“

„Ich weiß, dass die Plastico an Überlichttechnik arbeitet”. Meine Antwort schien ihn zu verblüffen.  „Einige Bauteile der BASE-Technik wurden früher von ihr geliefert …“

„… bis die VPS und die ERK ihr nicht mehr vertrauten und diese Bauteile nun selbst herstellen, wie ich weiß.“

Ich nicke bestätigend. „Sie scheinen ja gut informiert zu sein, was die VPS und die ERK so tun?“

Er lächelt mich gelassen an: „Nicht wirklich, Frau Komore. Ich möchte mich jetzt gerne von Ihnen verabschieden. Sie können ja noch den Ausblick und den leckeren Kuchen genießen. Der Kaffee ist auch sehr gut hier; probieren Sie den braunen Asoti!“

„Einverstanden. Ich melde mich bei Ihnen, sollte ich noch Fragen haben. Wenn Ihnen noch etwas einfällt, wissen Sie, wie Sie mich erreichen.”

Er nickt, steht auf, ergreift meine hingestreckte Hand und küsst sie kurz, lächelt mich freundlich an und dreht sich um. Kurz darauf verschwindet er mit dem gläsernen Fahrstuhl. Ich schaue ihm nach und kann nicht anders, als darüber nachzudenken, warum mir mein Bauchgefühl sagt, dass hier etwas nicht stimmt und man mich hinters Licht führen will. (…)

(zum nächsten Teil)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Bella C. Moremo

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 1

Leichenschmaus

Zeichnungen von Guillory, Rob
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-942649-18-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 13.09.2010
Seiten/Umfang :      ca. 148 S. – 21,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2010

Tony Chu ist ein Gesetzeshüter mit vielen Talenten, eines davon reichlich absonderlich: Tony Chu ist ein ein Geschmacksknospen-Telepath, auch als Cibopath bekannt. Will heißen, was immer sich auch in den Mund des Beamten Chu verirrt, sei es ein drei Tage altes Käsebrötchen, ein Royal TS oder Blut von einem Mordtatort, löst bei dem Crime-Gourmet eine geistige Vision aus, die ihm alles über seine Speise verrät – der Teig, aus dem seine Backwaren geknetet wurden, das Schlachthaus, in dem das Getier für seinen Burger sein Ende fand, und … die letzten Stunden im Leben des Mordopfers. Diese Fähigkeit hat aus Tony einen strikten Vegetarier und einen bissigen Polizeiermittler gemacht, der sich seine Fälle auf der Zunge zergehen lässt. Es ist eine dreckige Welt da draußen, und ein cibopathischer Detektiv muss im Dienst von Recht und Ordnung viele Geschmacklosigkeiten erdulden und viele widerliche Sachen in den Mund nehmen …

Nach einem Nahrungsmittelskandal, der Millionen von Todesopfern gefordert und zu einem weltweiten Verbot von Hühnerfleisch gesorgt hat, ist die FDA, die Arznei- und Nahrungsmittelbehörde, die einflussreichste Verbrechensermittlungstelle der Welt und der Handel mit illegalen Geflügel eine der schwersten geahndeten Straftaten. Als sich Tony Chus seltsames Talent bis zu den obersten Rängen der FDA rumgesprochen hat, wird der Geschmackspolizist für die Sondereinheit der Nahrungsmittelbehörde angeheuert, die sich mit den abnormalsten und verdrehtesten Verbrechen befasst, die diese abnormale und verdrehte Welt einem Polizisten nur auftischen kann.

CHEW ist ein Ereignis und eine mittelschwere Geschmackssensation! Gefeiert als eine der besten amerikanischen Newcomer-Comicreihen seit langem hat John Laymans und Rob Guillorys stilsicherer Mix aus Krimi-Satire, überbordendem Genre-Spaß und Gourmet-Action sämtliche Bestseller- und Pull-Listen der letzten zwei Jahre durcheinandergewirbelt und die wichtigsten Auszeichnungen der Comic-Industrie eingeheimst, darunter den EISNER und den HARVEY Award als “Beste Neue Comic-Serie 2010″.

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GEH WEITER… – Eine Reflexion über die Beziehungslosigkeit von Bella C. Moremo

Erstellt von Bella C. Moremo am 3. Oktober 2012

GEH WEITER…

Eine Reflexion über die Beziehungslosigkeit

von

Bella C. Moremo

Mir ist bereits im Vorfeld klar, was du sagen wirst, sind es doch die selben Worte die ich auch benutze. „Hallo, wie geht’s?“

Gut sage ich, beschissen liegt mir auf der Zunge.

Resigniert stelle ich die erwartete Gegenfrage: „Und dir?“

Die Antwort habe ich schon wieder vergessen, kaum das sie mich erreicht.

Meine Gedanken kreisen einzig um die Worte: geh weiter, geh weiter…

Aber natürlich, du tust es nicht.

„Was machst du so.“

Ich seufze leise auf, zu spät.

Was meinst du? Gestern, heute, morgen?

Ein Schulterzucken meinerseits.

Falsch, das war Falsch!

Ich erkenne, dass du dich gerade gemütlich einrichtest, in der Erwartung mir etwas von meiner kostbaren Zeit zu stehlen.

„Also, ich …“

Ich habe dich nicht verstanden, war gerade damit beschäftigt dem Käfer zuzusehen, wie er zielstrebig den Bordstein hinauf krabbelt. Er wenigstens hat es schafft, seinen Weg unbehelligt von dir fortzusetzen. Aber egal, rede ruhig weiter, ich höre dir interessiert zu.

Sieht mein Gesicht auch konzentriert aus? Dich kann ich ja leider nicht fragen…

Du stockst, wie, hast du schon gesagt was du sagen wolltest?

Dein Blick geht gen Himmel, meiner auch.

„Oh, die Sonne scheint.“

Gibt es vielleicht zwei gelbe Scheiben und ich habe die Zweite übersehen?

Vorsichtshalber nicke ich.

Du trippelst von einem Bein auf das andere.

Widerwillig verschlucke ich die Worte, die mir auf der Zunge liegen: Du brauchst Bewegung, spürst du es nicht?

Nein, tust du nicht. Schade!

Stattdessen spüre ich deinen anklagenden Blick auf mir ruhn. Wieso eigentlich? Habe ich dir nicht die ganze Zeit zugehört?

„Na ja, ich muss dann man los,“ sage ich um es voranzutreiben.

Du jedoch hast anscheinend nur das Los gehört und beginnst mir zu erzählen, was du so machst oder gemacht hast oder noch vor hast zu machen.

Meine Augen gehen auf der Suche nach Abwechselung auf Wanderschaft, während du einen Schritt zur Seite machst.

Ich habe mich getäuscht, der Käfer kam auch nicht unbehelligt davon.

Meine Geduld neigt sich dem Ende zu: „Sorry, aber jetzt muss ich wirklich los.“

Obwohl ich keine Uhr trage bin ich mir sicher, dass seit unserer Begegnung bereits mehrere Stunden vergangen sind.

Du zeigst Erbarmen und nickst verständnisvoll.

Klar, Verständnis, dass habe ich mir auch verdient. Oder doch nicht? Na egal.

Mit einem entschuldigenden Lächeln gehe ich weiter und denke flüchtig: Wie war doch gleich dein Name?

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Bella C. Moremo

Bildrechte: Besinnliche Momente und Reflexionen” (Besinnlich-die-zweite.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Besinnliche Momente und Reflexionen” (BESINNLICHE MOMENTE-SUBCOVER-100-minus-100-0) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Autorin:

Mai, Jochen / Rettig, Daniel
Ich denke, also spinn ich

Warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen

Verlag :      dtv
ISBN :      978-3-423-34763-1
Einband :      Paperback
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Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 07.09.2012
Seiten/Umfang :      ca. 384 S. – 19,1 x 12,4 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      01.11.2012
Aus der Reihe :      dtv Fortsetzungsnummer 50 34763 – dtv Sachbuch

Warum macht gute Laune hilfsbereiter?
Warum gehen Männer fremd?
Warum sind hinterher immer alle klüger?
Warum überschätzen wir uns so oft?
Warum steigern Verbote die Lust?
.
Der Mensch ist kein durch und durch rationales Wesen. Unser Verhalten, unsere Entscheidungen sind beeinflussbar – und dabei ist uns oft gar nicht bewusst, welche Kräfte wirken. Jochen Mai und Daniel Rettig haben die interessantesten psychologischen Phänomene zusammengetragen. Sie zeigen, wie wir ticken: im Leben, in der Liebe und im Alltag.

Den Jo-Jo-Effekt haben viele am eigenen Leib leidvoll nach einer Diät erfahren, aber kennen Sie auch den Fischteich-Effekt, das Mona-Lisa-Syndrom oder das TINAPrinzip? Über zahlreiche psychologische Gesetze und Phänomene wissen wir wenig, dabei bestimmen sie tagtäglich unser Verhalten, beeinflussen Entscheidungen oder machen uns anfällig für Manipulationen. Jochen Mai und Daniel Rettig zeigen, wie wir im Leben, in der Liebe und im Alltag ticken.

Jochen Mai , geb. 1968, ist Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsjournalist und Leiter des Ressorts Management + Erfolg bei der “WirtschaftsWoche”. Sein Blog und Jobportal wurde 2009 mit dem Lead-Award ausgezeichnet. Jochen Mai ist ein gefragter Redner, Diskussionsteilnehmer und Social-Media-Experte.

Daniel Rettig , geb.1981 in Köln, absolvierte die Kölner Journalistenschule und studierte parallel dazu Volkswirtschaft und Politik. Prakitka u. a. beim “Spiegel”, der “Financial Times Deutschland” und der “WirtschaftsWoche”. Dort arbeitet der Diplom-Volkswirt seit 2008 als Redakteur im Ressort Management & Erfolg. In seinem Blog schreibt er über Psychologie im Beruf und Privatleben.

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ZEITVERSCHIEBUNG – eine Kurzgeschichte von Bella C. Moremo

Erstellt von Bella C. Moremo am 18. September 2012

Zeitverschiebung

Eine Kurzgeschichte

von

Bella C. Moremo

Zufrieden saß das Ehepaar Michaela und Thomas B. auf der Terrasse ihres Hotels, indem sie vor einigen Tagen ein Zimmer bezogen hatten. Zugegeben, unter absoluter Ruhe hatten sie sich etwas anderes vorgestellt. Thomas hatte vergessen, sich die Bilder des Hotels und dessen Lage genauer anzusehen. Sonst hätte er sicherlich bemerkt, dass der günstige Preis daher rührte, dass das Hotel direkt an einer stark befahrenen Straße lag. Doch auch diese Tatsache hätte sie am Ende nicht davon abhalten können, die Reise zu buchen. Seit Jahren hatten sie auf einen schönen Urlaub in der Sonne gespart und der wurde nun wahr, mit oder ohne Blick zum Strand.

Gerade goss sich Michaela einen Kaffee nach, während Thomas interessiert in einer deutschen Zeitung las, als sie von einem lauten Knallen aufgeschreckt wurde. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite war ein Unfall geschehen. Ein kleiner Corsa war gegen einen steinernen Blumenkübel geprallt.

Michaela wandte sich Thomas zu, der noch immer ganz vertieft einen Artikel las und scheinbar nichts mitbekommen hatte.

Gerade wollte sie ihm von dem Unfall erzählen, als er ihr ins Wort fiel: „Michaela, Sachen gibt es. Hier steht, dass die Deutschen, die in Ibiza Urlaub machen, zu bequem seien, um sich um die Belange der Einheimischen zu kümmern. Als Beispiel wird hier ein Fall von unterlassener Hilfeleistung angegeben.“

Thomas Stimme klang empört als er fortfuhr: „Gestern geschah auf einer vielbefahrenen Straße mitten in Kleinibiza ein Unfall. Der Einheimische Javier Rodriguez fuhr mit 50 Sachen gegen einen Steinkübel am Straßenrand. Da er nicht angeschnallt war, prallte er mit dem Kopf gegen das Armaturenbrett und wurde bewusstlos.“

Michaela lauschte Thomas Redestrom nur mit halben Ohr. Ihr Blick richtete sich erneut auf den kleinen Corsa, der mit verbeulter Haube am Straßenrand stand. Gespannt wartete sie darauf, dass der Fahrer ausstieg, doch es rührte sich nichts. Normalerweise herrschte hier immer reger Verkehr, doch ausgerechnet jetzt war die Straße wie leergefegt. Aus den Augenwinkeln beobachtete sie wie eine alte Frau, aus einem Fenster schaute und gleich darauf wieder verschwand.

„Michaela, hörst du mir überhaupt zu?“, fragte Thomas, während er aufsah und ihrem Blick in Richtung des Unfalls folgte. Desinteressiert wandte er sich wieder seiner Lektüre zu und las laut vor: „Niemand eilte ihm zu Hilfe, obwohl gegenüber auf der Hotelterrasse ein deutsches Paar saß. Die Frau sah scheinbar nur zu, während ihr Mann gemütlich in einer Zeitung las.“

Hier stoppte Thomas, sein Gesicht lief rot an, als er Michaela, die sich ihm aufgeschreckt zuwandte, ins Ohr brüllte: „Unglaublich, da saßen doch tatsächlich Leute in der Nähe und reagierten nicht. Typisch, dass es in den Augen der einheimischen Presse mal wieder Deutsche sein müssen. Aber das war ja klar. Denk nur an unsere Landsleute, die sich hier als König über alles und jeden aufspielen, oder an den Typen, der sich mit stolzgeschwellter Brust, König von Mallorca schimpfen lässt. Kein Wunder, dass unser Ruf ruiniert ist und Urlauber wie wir, die nur ihre wohlverdiente Ruhe genissen möchten, es ausbaden müssen.“

Michaela wollte ihren Mann gerade dazu überreden, die Zeitung beiseite zu legen um nach dem Fahrer des Corsa zu schauen, als sie beobachtete wie die alte Frau in Begleitung eines jungen Mannes aus dem Haus trat. Dieser lief zu dem Auto, öffnete die Tür und zog den Fahrer an den Straßenrand. Schon hörte Michaela die Sirene eines Krankenwagens. Erleichtert sank sie in ihren Stuhl zurück.

Thomas, der völlig aufgewühlt weiter las, wurde immer lauter, je näher der Krankenwagen kam. Am Ende schrie er, um die Sirene zu übertönen: „Eine alte Frau, die den Unfall bemerkte, eilte dem Verletzten zu Hilfe. Während ihr Enkel erste Hilfe leistete und den Bewusstlosen aus dem Auto zog, rief sie bereits im Haus den Notruf. Das deutsche Paar reagierte weder auf den offensichtlichen Verletzten noch auf den Krankenwagen, der innerhalb weniger Minuten zur Stelle war.“

Hier schwoll Thomas Stimme in unbekannte Höhen an: „Das ist doch wirklich eine Unverschämtheit, vielleicht bemerkten die Leute den Unfall wirklich nicht. Immerhin fahren hier den ganzen Tag über Krankenwagen durch die Straßen.“

Zur Bestätigung warf er dem Krankenwagen ihm gegenüber einen wütenden Blick zu und schrie seiner Frau den letzten Absatz, geradezu ins Ohr: „Unglaublich, hier steht noch, das eine aufgebrachte Gruppe Einheimischer, ihre aufgestaute Wut über die überhebliche Haltung vieler Urlauber, an genau diesem Deutschen Paar ausgelassen hätte.“

Dann warf er mit einer solchen Wucht die Zeitung auf den Tisch, dass Michaela zusammenzuckte. Ihr Blick fiel auf das Datum der Zeitungsausgabe, ihre Hand legte sich beruhigend auf den Arm ihres Mannes: „Ach Thomas, glaub doch nicht alles was in der Zeitung steht. Sieh doch, sie haben sich geirrt, der 29. ist doch erst Morgen…“

Doch sie verstummte, als sie sah, wie der Krankenwagen abfuhr und den Blick auf eine dahinterliegende Gasse freigab, aus der immer mehr wütend aussehende Einheimische, direkt in ihre Richtung strömten.

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Bella C. Moremo

Bildrechte: “Zeitlinien – manchmal gehen Uhren anders (Zeitlinien5.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Kaufempfehlung der Redaktion:

Niffenegger, Audrey
Die Frau des Zeitreisenden

Roman

Im Buch blättern

Übersetzt von Jakobeit, Brigitte
Verlag :      Fischer Taschenbuch
ISBN :      978-3-596-50983-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      10,00 Eur[D] / 10,30 Eur[A] / 14,90 CHF UVP
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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 14.05.2012
Seiten/Umfang :      ca. 832 S. – 14,4 x 9,2 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      10. Aufl. 19.01.2012
Aus der Reihe :      Fischer Taschenbibliothek 50983

»Die Frau des Zeitreisenden« ist der literarische Überraschungserfolg aus den USA. Selten wurde so aufwühlend, so anders und neu über die Liebe geschrieben.

Clare ist Kunststudentin und eine Botticelli-Schönheit, Henry ein verwegener und lebenshungriger Bibliothekar. Clare fällt aus allen Himmeln, jedes Mal aufs Neue, wenn Henry vor ihr steht. Denn Henry ist ein Zeitreisender, ohne jede Ankündigung verstellt sich seine innere Uhr. Plötzlich und unerwartet stürzt er los, nie ist sicher, aus welcher Zeit er kommt und in welcher Zeit er bei Clare landet, aber immer ist sicher, dass er wieder bei ihr landet. Als sie sich das erste Mal begegnen, ist Clare sechs und Henry 36, aber in Wahrheit ist Henry nur acht Jahre älter als sie und schon lange mit ihr verheiratet. Absurdes wird zur Normalität. Seine Zeitreisen sind das brennende Geheimnis, das Henry und Clare mit jeder Trennung noch inniger vereint.

Audrey Niffenegger ist es gelungen, über die Schönheit der Dauer und das Staunen der Sehnsucht zu schreiben, von der Liebe wie zum ersten Mal zu erzählen. Meisterhaft verknüpft Niffenegger die originelle Idee der Zeitreise mit der einzigartigen, tief bewegenden Liebesgeschichte. Genial inszeniert, mitreißend erzählt.

Audrey Niffenegger lebt als Schriftstellerin und bildende Künstlerin in Chicago. Ihr erster Roman ‘Die Frau des Zeitreisenden’ steht seit Erscheinen 2004 auf den Bestsellerlisten und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Niffenegger liebt ‘Alice im Wunderland’ und Rilke, sammelt Schmetterlinge, Bücher und Comics.

Brigitte Jakobeit, Jg. 1955, lebt in Hamburg und übersetzt seit 1990 englischsprachige Literatur, darunter die Autobiographien von Miles Davis und Milos Forman sowie Bücher von John Boyne, Paula Fox, Alistair MacLeod, Audrey Niffenegger und Jonathan Safran Foer.

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DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT VOM STAMM – Stortstory von Bella C. Moremo

Erstellt von Bella C. Moremo am 31. Juli 2012

DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT VOM STAMM

Stortstory

von

Bella C. Moremo

Während Adam am Küchentisch saß und ein Stück Kuchen aß, beobachtete Eva voller Neugier, was sich auf dem Nachbargrundstück tat. Vor kurzem hatten ihre früheren  Nachbarn die Flucht ergriffen und Evas Tochter das Haus erstanden.

Seit den frühen Morgenstunden war dort ein stetiges Kommen und Gehen.

Evas Blick glitt über den unbeholfen wirkenden Mann, der mit hängenden Schultern den Regieanweisungen seiner Frau, kommentarlos folgte.

Mit den Vorbesitzern hatte es ja eigentlich sehr harmonisch begonnen. Doch an dem Tag, an dem die Nachbarn eine hohe Palisade errichteten, wurde Evas nachbarschaftliche Anteilnahme empfindlich gestört.

Jeden Tag hatte sie in Abwesenheit der Bewohner dem Nachbargrundstück einen Besuch abgestattet, damit auch ja alles seine Richtigkeit hatte.

Darüber hinaus hatte sie ihre Nachbarn auf die übervolle Mülltonne hingewiesen, deren Gestank bis auf ihr Grundstück gedrungen war und ihnen den wertvollen Tipp gegeben, die Weißwäsche nicht mit einem billigen Waschmittel zu waschen, um den ekelhaften Grauschleier und die vergilbten Streifen aus den Unterhosen, nachhaltig zu entfernen.

Ihre selbstlose Hilfsbereitschaft, Post und Päckchen des Paares sicher bei sich bis zu dessen Rückkehr aufzubewahren, war unverständlicherweise auf Abwehr gestoßen. Und das, obwohl ihr aufgefallen war, dass die Waren aus der Beate Use Kollektion diverse Mängel aufwiesen.

Selbst Klatsch und Tratsch, den sie in mühevoller fast schon detektivischer Kleinarbeit von den übrigen Anwohnern der Straße in Erfahrung gebracht hatte, waren in keinster Weise gewürdigt worden.

„Undank ist der Welten Lohn“, war seither Evas Leitspruch. Menschen wie ihre früheren Nachbarn, gehörten zu der Sorte, auf die dieser Spruch zutraf.

Um besser sehen zu können, beugte sich Eva weiter aus dem Fenster und wurde von Adam, der bisher still auf seinem Platz gesessen hatte, gestört.

„Die Leute tuscheln über uns. Wenn das so weitergeht, sind wir die Nächsten, die von hier wegziehen müssen.“

Eva musterte ihren Mann von oben herab und entgegnete scharf: „Wir sind nichts anderes als ein älteres Ehepaar, das sich für die Belange ihrer Mitmenschen interessiert.“

„Du hast natürlich recht,“ erwiderte ihr Mann kleinlaut und schaute sehnsüchtig auf das letzte Apfelkuchenstück, das allerdings auf dem Teller seiner Frau ruhte.

Doch seine Worte bekam Eva nicht mehr mit. Sie beobachtete ihre Tochter, die mit einem Feldstecher durch das Fenster des Nachbargebäudes schaute und den Arbeitseifer ihres Mannes im Auge behielt, bis das Inventar aus dem Umzugswagen, der vor der Einfahrt des gegenüberliegenden Gebäudes stand, abgeladen war.

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, murmelte Eva mit einem stolzen Lächeln und beobachtete mit zusammengekniffenen Augen, wie ihr Schwiegersohn in eine verhutzelte Frucht biss, die ihm seine frisch Angetraute als kleinen Pausensnack gönnte.

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Bella C. Moremo

Kaufempfehlung der Autorin:


Walther, Markus
EspressoProsa. Klein. Stark. (Manchmal) schwarz.

Verlag :      Acabus Verlag
ISBN :      978-3-86282-126-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      10,90 Eur[D] / 10,90 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 21.03.2012
Seiten/Umfang :      128 S. – 20,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 05.2012
Gewicht :      141 g

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53 Kurzgeschichten to go

Was haben Espresso und Kurzgeschichten gemeinsam?
Beide werden ihrer Größe wegen – oder sollte man vielleicht eher sagen wegen ihrer geringen Menge – oft unterschätzt. Doch so wie in dem kleinen Tässchen eine geballte Ladung Koffein steckt, können sich selbst in der kürzesten Geschichte Universen auftun und sogar ganze Leben entfalten – manchmal braucht es nur eine Seite. In einer hohen Konzentration können sich hier Sinn und Unsinn frei entfalten und den Geist erhellen oder manchmal einfach nur belustigen.
EspressoProsa ist die Fortsetzung von Kleine Scheißhausgeschichten und entfaltet ebenso wie sein Vorgänger Humor und Geistreiches über die Wunderlichkeiten des Alltags und der Welt. Kurzweilig, aber dennoch pointiert versüßen sie die eine oder andere Tasse Kaffee. Und auch wer Kaffee und Humor lieber schwarz genießt, wird auf seine Kosten kommen.

Markus Walther, geboren 1972 in Köln, lebt seit 2006 mit seiner Frau und zwei Töchtern im bergischen Rösrath. Als ausgebildeter Werbetechniker begeisterte er sich bald für die Schriftgestaltung und machte sich 1998 als Kalligraph selbstständig. Neben dem Hobby der Malerei entwickelte sich das Schreiben.

»Meine literarischen Wurzeln liegen in den Texten von Terry Pratchett, Douglas Adams aber auch Mark Twain, Isaac Asimov, Edgar Allan Poe und Stephen King. Der Schwerpunkt meiner eigenen schriftstellerischen Arbeit liegt in der Gattung der Kurz- und Kürzestgeschichte. Ich finde es faszinierend, wie viel Un/Sinn auf eine Buchseite passt. Dabei darf der Minimalismus niemals auf Kosten des Lesevergnügens gehen. Die Gratwanderung zwischen Klischee und Pointe, Independent und Mainstream führt mich quer durch sämtliche Genres der Bücherwelt, in denen ich mich auch als Leser zuhause fühle.«

Neben den eigenen Buchprojekten engagiert sich Markus Walther u.a. zur Zeit im Autoren-Forum www.federfeuer.de als Moderator, schreibt für das Literatur-Portal www.globaltalk.de die Kolumne „Reden wir über …“ und ist Initiator und Mitorganisator der jährlich stattfindenden „Langen Lohmarer Lesenacht“.

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KATZENZAUBER – Fantasy-Kurzgeschichte von Bella C. Moremo

Erstellt von Bella C. Moremo am 5. April 2012

KATZENZAUBER

Fantasy-Kurzgeschichte
von
Bella C. Moremo

Die Hecke, die das Grundstück wie eine Mauer umgab, verbarg eine Gruppe schwarzer Kater, die durch das hohe Gras schlichen und die Laube beobachten.

An diesem Spätsommerabend drang Kerzenschein zwischen dem Spalt der zugezogenen Vorhänge des Gartenhauses bis weit auf das Grundstück hinaus und markierte so den Weg zu der geheimen Versammlung.

Eine Flut von Glückwünschen prasselte auf Eugenia, die Ranghöchste unter den älteren Damen, herab. Sie hatte gerade verkündet, dass ihre Enkelin trotz des zarten Alters bereits magische Anlagen aufwies und bei dieser Gelegenheit ihre Schwestern ermahnt, wie bedeutsam der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe für die Zukunft ihres Zirkels sei.

Wie es sich für eine angehende Hexe gehörte, erhielt nun auch ihre Enkelin einen Zweitnamen, der ihrem Äußeren und dem zu erwarteten Charakter entsprach. Die alte Dame war sich bewusst, dass der erwählte Name Aufsehen erregen würde, genauso wie die winzige Katze, die ihr Näschen über den Korbrand schob und verschlafen in die Runde blinzelte. Eugenia hob das schneeweiße Wollknäuel aus dem Korb und drückte es liebevoll an ihre Brust.

„Ihr Name ist Snow Storm!“

*

Mit ihrem weizenblondem Haar stach Ginger aus der breiten Masse der dunkelhaarigen Kinder heraus. Nach dem Unterricht verabredeten sich einige von ihnen zu einem ihrer nächtlichen Ausflüge.

Ginger verkniff sich die Frage, ob sie an dem Streifzug teilnehmen dürfte.

Die Nacht war ihr persönlicher Feind.

Ihr schneeweißes Fell verriet Ginger. Sie fiel den Menschen zu schnell auf.

Am Abend saß sie auf der Fensterbank und schaute in die Nacht hinaus.

Schneeflocken fielen vom Himmel und legten sich wie Baumwolle über die Häuser und Vorgärten. Mit gespitzten Ohren lauschte sie dem Gespräch im Nebenzimmer. Die Beratung der Hexen war in vollem Gange, die  Ranghöchste nannte das vorherrschende Problem gerade beim Namen: „Die Hexer sind eitel, übersättigt und glauben uns überlegen zu sein. Heute Nacht müssen wir besonders wachsam sein… “

Das strenge Gesicht ihrer Großmutter erschien an der Tür. Eugenia sah ihre Enkeltochter missbilligend an. Die kleine Katze wandte sich ab und drückte ihre Nase gegen das kühle Glas.

Ihre ganze Aufmerksamkeit richtete sich auf die Schatten, die sich wie Spukgestalten von der Umgebung abhoben. Einige bogen um die Hausecken, andere sprangen von den niedrigen Garagendächern zu Boden und schlossen sich ihren Kameraden an. Sie alle schien es in eine Richtung zu ziehen.

Gingers weißes Fell sträubte sich und ihre Schurrhaare bebten vor Aufregung.

Die junge Katze huschte durch den Flur, sprang auf die Türklinge und zwängte sich durch den Türspalt. Mit einem Satz stand sie auf der Außentreppe, schlitterte die vereisten Stufen hinab und flitzte zwischen den tiefhängenden Büschen hindurch. Sie folgte den Spuren und wich geschickt den hellen Lichtkegeln der Straßenlaternen aus.

Die Kirchenglocke schlug Mitternacht.

Je näher sie dem Stadtrand kam, um so höher türmte sich der Schnee am Wegesrand auf und erschwerte ein Vorwärtskommen. Die Katze mühte sich gerade um einen festen Halt, als sie im Nackenfell gepackt wurde. Ein grau gestromter Kater funkelte sie an und ließ Ginger in die Schneewehe zurückplumpsen.

„Sieh mal einer an. Eine winzige weiße Hexe. Spionierst du etwa meinen Leuten hinterher?“

„Dann sind wir ja schon zu zweit“, entgegnete Ginger und setzte alles auf eine Karte.

„Ich wette du gehörst gar nicht zu ihnen, du siehst anders aus.“

Der Kater sackte in sich zusammen und wirkte nun gar nicht mehr furchterregend.

„Ich bin Jade und du hast Recht, ich gehöre zu niemandem. “

„Ich bin übrigens Ginger.“

Der Kater fuhr sich mit einer Pfote über die Schurrhaare, an denen einige Eiskristalle hafteten.

„Ehrlich gesagt folge ich ihnen nur wegen meines Bruders.“

Ginger, die den Eindruck gewonnen hatte, dass es sich bei Jade um einen freundlichen Kater handelte, wurde wütend.

„Du willst zu ihnen gehören, obwohl sie unseren Bezirk unsicher machen. Weißt du denn nicht um die Gefahr? Die Menschen werden glauben, dass es zu viele von uns gibt und gegen uns und euch vorgehen.“

Jade hielt mitten in der Bewegung inne.

Erstaunt, als hätte er sich bisher keinerlei Gedanken über die Konsequenzen gemacht, entgegnete er: „Quatsch, es ist doch nur ein Spiel.“

Der Kater zuckte nervös mit den Ohren: „Es geht ihnen scheinbar um etwas, das sich in eurem Besitz befindet.“

Ginger flüsterte: „Pst, hörst du das auch?“

Der aufkommende Wind trug eigenartige Laute mit sich.

Jade sprang mit einem eleganten Satz über die Schneewehe hinweg und lief mit erhobenem Schwanz die Straße entlang. Ginger stolperte hinter ihm her und hatte Mühe mit ihm Schritt zu halten. Sie passierten einen Parkplatz, dahinter begann der eigentliche Autofriedhof.

Sie huschten zwischen dem alten Metall hindurch und erklommen einen hohen Reifenstapel. Vorsichtig spähten sie von dort aus hinunter. Unten sahen sie die Hexer in Begleitung einer Meute riesiger Hunde.

Die kleine Katze beobachtete, wie sich ein schwarzer Kater aus der Gruppe löste.

„Das ist mein Bruder“, raunte Jade.

Zeitgleich trat ein räudig aussehender Hund vor.

„Wenn ihr uns den kostbarsten Besitz der Hexen übergebt, werden wir dafür sorgen, dass ihr deren Bezirk übernehmen könnt“, grollte der Hund mit einer heimtückischen Stimme.

Ein Raunen ging durch die Gruppe der Kater. Ihre Blicke richteten sich auf den Anführer, der sich seelenruhig hinter dem verstümmelten Ohr kratzte.

„Warum sollten wir ausgerechnet in dieser Nacht mit unserer Suche Erfolg haben?“

„Die Zeichen am Himmel stimmen überein. Alle hundert Jahre steht uns eine Nacht zur Verfügung, in der wir Unruhe stiften und Macht über die Hexen erlangen können. Haltet Ausschau nach Snow Storm.

Ginger zuckte zusammen, während Jade besorgt zum Himmel schaute, der sich inzwischen bedrohlich verdunkelt hatte.

„Ich schätze wir sollten von hier verschwinden.“

Quälend langsam machten sie sich an den Abstieg. Immer wieder rutschte Ginger ab und nur ihrem Begleiter war es zu verdanken, dass sie nicht in die Tiefe stürzte. Kaum berührten ihre Pfoten den Boden, rannte Ginger auch schon, gefolgt von Jade quer über den Platz auf den Ausgang zu. In ihrem Bezirk angekommen, hielt sie an und ließ sich erschöpft in den Schnee fallen.

„Also so schnell erreicht uns der Schneesturm nun auch wieder nicht.“

„Würdest du deinem Bruder helfen, wenn du wüsstest, wo das zu finden wäre, was sie suchen?“

Der Kater ließ sich neben Ginger nieder und schaute an ihr vorbei zu den schmucken Häusern hinüber.

„Jeder ist sich selbst der Nächste, dass habe ich mit den Jahren gelernt!“

Ginger stand auf und schüttelte ihr Fell. Jade, der mit geschlossenen Augen im Schnee lag, hing weiterhin seinen Gedanken nach.

„Ich muss jetzt gehen. Es sind nicht alle so, weißt du… Ich hoffe, wir sehen uns wieder, wenn diese Nacht vorüber ist.“

Bevor er reagieren konnte, war sie schon entwischt.

Sie hielt mitten im Lauf inne. Dunkle Schemen, die hinter Büschen hervortraten, unter parkenden Autos hervorkrochen oder aus Kellerfenstern schlüpften, entpuppten sich zu ihrer Erleichterung als eine Gruppe junger Katzen. Sie umringten Ginger und redeten auf sie ein: „Eugenia hat alle Hexen informiert. Sie sagte, dass du dich heimlich davon geschlichen hättest.“

Ginger umriss mit knappen Worten, was sich auf dem abgelegenen Autofriedhof zugetragen hatte. Ihr Bericht klang nach dem Hirngespinst einer Traumwandlerin. Doch niemand lachte, keiner nannte sie eine Lügnerin oder verhöhnte sie gar. Ginger brauchte einen Moment um zu begreifen, dass die Katzen ihre Aufmerksamkeit auf etwas gerichtet hatten, das sich hinter ihr befinden musste. Verwirrt drehte sie sich um und erblickte Jade der ihnen entgegenlief. Das einsetzende Raunen innerhalb der Gruppe und die verwunderten Ausrufe wurden immer lauter. Ihr Zweitname war mittlerweile mehrmals gefallen. Das der Kater ihn gehört hatte und eins und eins zusammenzählte, erkannte Ginger an seinem Blick.

Voller Sorge, dass sich Jade angesichts der veränderten Situation nun doch als ihr Feind outen könnte, trat sie einen Schritt zurück und tauchte in den Schutz der vielen Körper unter. „Warte!“

Ihre Blicke trafen sich für einen Moment inmitten der anderen Katzen. Ginger war sich plötzlich sicher, dass von diesem Kater keinerlei Gefahr ausging.

„Die Hunde nähern sich der Stadt und die Kater beginnen, den gesamten Bezirk zu umzingeln. Ich hätte eine Idee, wie wir sie aufhalten können …“

Als die Kirchenglocke die Ein Uhr-Marke überschritt, erreichten sie den Stadtrand.

Bisher waren ihnen vereinzelt Kater begegnet, die kurzerhand von einigen der Katzen, die sich im Schatten der Häuser aufhielten, überrumpelt und außer Gefecht gesetzt wurden. Wie Jade vorhergesehen hatte, brachen je weiter die Nacht voranschritt, die Reihen der notorischen Einzelgänger auseinander.

Der Kater stoppte mitten im Lauf, so dass Ginger gegen ihn prallte. Sie veränderten ihre Positionen als sich wenige Meter vor ihnen, riesige Gestalten aus dem Schneegestöber schälten.

Jade schnappte nach Gingers Nackenpartie und zerrte sie hinter sich her. Was überaus gewalttätig wirkte, war in Wahrheit ein zarter Biss. Je näher die Werwölfe ihrem vermeintlichen Opfer kamen, umso enger zog sich der Kreis der Katzen um sie zusammen. Direkt über einer hohen Schneewehe ließ Jade Ginger fallen. Sie plumpste in den lockeren Schnee, der in sich zusammenfiel und die kleine Katze unter sich begrub.

Nur noch gedämpft drangen die aufbrandenden Geräusche zu ihr durch. Im Geiste stellte sie sich vor, wie der ganze Hexenzirkel, geschlossen nach vorne trat und mit gemeinsamen Kräften den Fluch, der wiederum hundert Jahre überdauern würde, erneuerte.

Stille trat ein. Als Nächstes wurde Ginger unter dem Schnee hervorgezogen. Dass es Jade war, erkannte sie erst, als sein Gesicht dicht über ihrem auftauchte.

„Es war gar nicht so leicht, dich wiederzufinden,“ raunte er.

Eine autoritär wirkende Katze bahnte sich ihren Weg durch das Gewusel, das sich sogleich in alle Himmelsrichtungen zerstreute. Die jungen Katzen wurden von ihren Müttern und Großmüttern zielstrebig eingefangen und traten unter schwachem Protest den Rückweg an.

Eugenie schaute von ihrer Enkelin zu Jade. Seine aufrechte Körperhaltung signalisierte seine Entschlossenheit, Ginger auch weiterhin beschützen zu wollen.

Es gab kein vernünftiges Argument, das gegen diese Freundschaft sprach.

In hundert Jahren, wenn Ginger und Jades heldenhafte Tat längst in Vergessenheit geraten wäre, würde es abermals eine weiße Katze geben, die ihre Gemeinschaft daran erinnern würde, dass man nur gemeinsam gegen die Schattenseiten einer modernen Welt bestehen konnte.

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Bella C. Moremo

Bildrechte: Coverillustration “Schwarze Katzen” (20110205113353-e67c2f3d.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Schwarze-Katzen-400×600-41-50-41.jpg” (Originaltitel: 20110205113353-e67c2f3d-400×600.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Autorin:

Hennen, Bernhard
Alica


Verlag :      cbt
ISBN :      978-3-570-30806-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      7,99 Eur[D] / 8,30 Eur[A] / 11,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 06.03.2012
Seiten/Umfang :      336 S. – 18,3 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      12.03.2012

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Ein verwunschenes Schloss, ein Tor ins Reich der Märchen, ein magisches Abenteuer.

Eigentlich dachte Alica, dass die zwei Ferienwochen auf dem abgelegenen Gut ihrer Großeltern einfach nur langweilig werden würden. Doch schnell merkt sie, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt: Ein Geisterfalke treibt dort sein Unwesen und der junge, gut aussehende Husar François erscheint ihr im Spiegel. Um den Falken zu erlösen, reist Alica in die Vergangenheit und trifft dort auf den echten François – und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Zurück in der Gegenwart verstrickt sie sich immer tiefer in schwarze Magie und riskiert alles, um François wiederzusehen …

Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Als Journalist bereiste er den Orient und Mittelamerika, bevor er sich ganz dem Schreiben fantastischer Romane widmete. Mit seinen Elfen-Romanen stürmte er alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Hennen lebt mit seiner Familie in Krefeld.

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