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Literatur-Blog

Alfred Bekker-Lesungen auf der Lit Cologne und der Leipziger Buchmesse 2012! Erster Lesungstermin: KÖLN Freitag, 16.03.2012, 16:00 Uhr Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29-33, 50667 KÖLN

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. Dezember 2011

Alfred Bekker-Lesungen auf der Lit Cologne und der Leipziger Buchmesse 2012

Elben-Autor Alfred Bekker liest im Frühjahr 2012 im Rahmen der LitCologne und der Leipziger Buchmesse aus seinen Büchern für junge Leser. Im Einzelnen:

Lesung auf der Lit Cologne:

Lit.Kid.Cologne Alfred Bekker – Tutenchamun und die Grabräuber – Für
Kinder Ab 10 Jahre, KÖLN
Freitag, 16.03.2012, 16:00 Uhr
Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29-33, 50667 KÖLN

Lesungstermine auf der Leipziger Buchmesse:

Samstag, den 17.03.2012
von 10:30 – 11:00
in der Lesebude 2, Halle 2, Stand F309
Lesung aus: Mystic High School – Zeit der Werwölfe

Samstag 17.03.2012, 12:00 bis 12:30 Uhr, Halle 2 Lesetreff (C309/D306)
Lesung aus: Herrschaft der Alten

Sonntag, den 18.03.2012
von 12:00 – 12:30
in der Lesebude 1, Halle 2
Lesung aus: Avalon Space Fighter – Weltraumkrieg

Sonntag, den 18.03.2012
von 14:30 – 15:00
in der Lesebude 1, Halle 2
Gefährten der Magie

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HERRSCHAFT DER ALTEN – Zukunftsroman von Alfred Bekker (Leseprobe)

Erstellt von Detlef Hedderich am 10. Dezember 2011

HERRSCHAFT DER ALTEN

Zukunftsroman

von

Alfred Bekker

(Leseprobe)

„Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie
es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht
gemacht hat, damit du lange lebst und es
dir gut geht in dem Land, das der Herr,
dein Gott, dir gibt.“
(5. Mose, Dtn 5,6-21)

Weihnachten bleibe ich noch, dachte Benn. Aber wenn das neue Jahr anbricht, werde ich fliehen!

Es waren nur noch wenige Wochen bis das Jahr 2100 anbrechen würde. Und dieses Jahr, so hatte sich Benn Genzler vorgenommen, sollte nicht nur das alte Jahrhundert abschließen,sondern auch sein altes Leben.

Die Glastür glitt zur Seite und Benn trat hinaus in den Dachgarten des dreistöckigen Hauses, in dem er mit seinen Eltern und Großeltern wohnte.

Er ließ den Blick schweifen. Die Stadtlandschaft wurde unterbrochen von grünen Arealen. Ganze Stadtviertel waren in den letzten Jahrzehnten zurückgebaut worden. Man brauchte sie einfach nicht mehr. Vierzig Millionen Deutsche gab es noch – davon nur ein Viertel unter siebzig.

Benn gehörte mit seinen siebzehn Jahren leider dieser Minderheit an. Einer Minderheit, deren Interessen bei Wahlen gnadenlos überstimmt wurden und die mit den sogenannten Residenz-Gesetzen daran gehindert werden musste, das Land zu verlassen. Das gesetzliche Reisealter lag derzeit bei fünfundsiebzig Jahren, aber man diskutierte, ob man es angesichts der steigenden Lebenserwartung nicht auf achtzig hochsetzen sollte. Allerdings würde das wohl so schnell nicht geschehen, denn dazu war die Altersgruppe der unter Fünfundsiebzigjährigen einfach zahlenmäßig zu stark und ihre Lobby zu gut organisiert.

Benn sah den Gleitern zu, die in langen Kolonnen, scheinbar gewichtslos, über den Himmel zogen. Sie flogen vollkommen automatisch, koppelten sich durch ihre Steuersysteme aneinander an und nutzten den Windschatten der anderen.

Antigravitation hielt sie in der Luft. Ihre Triebwerke benötigten sie nur für Kolonnenwechsel-Manöver, ansonsten wurden sie durch Sonnen- und Windenergie vorangetrieben. Große Containergleiter waren darunter, aber auch Gleiter mit Passagierkabinen, die viel kleiner waren und gegenüber ersteren wie Insekten wirkten. Die ganze Stadt glich einem einzigen Bienenschwarm. Überall war der Himmel durchzogen von den Gleiterkolonnen, die sich auf virtuellen Straßen bewegten.

Aber es gab einen bedeutenden Unterschied zwischen den Containergleitern und den Personenkabinen: Der Flug von ersteren war grenzenlos. Im Warenverkehr herrschte globale Freizügigkeit. Aber für Personengleiter galt das nur dann, wenn die Insassen über siebzig waren.

Wer jünger war, hatte die Pflicht, eine Ausbildung zu machen und zu arbeiten und dann von seinem Verdienst drei Viertel an Steuern und Sozialabgaben abzuführen.

Sich in einem dieser Frachtschweber zu verstecken, dessen Kurs auf ein Land programmiert war, in dem man frei über sein Leben  und sein Geld bestimmen konnte, davon hatte Benn schon geträumt, als er zehn gewesen war. Damals allerdings aus einem ganz anderen Grund. Nämlich, weil er es schade fand, dass hierzulande seit einigen Jahrzehnten jegliche Individualsteuerung von Fahrzeugen verboten war. Sie galt als zu gefährlich und außerdem ökologisch bedenklich. Der wahre Grund war allerdings ein anderer: Auf diese Weise konnte nämlich besser verhindert werden, dass die jungen Leute das Land verließen, um dorthin  auszuwandern, wo etwas los war.

Eine Anzeige erschien in Benns linkem Auge: >Möchtest du jetzt deinen kostenlosen Bildungskurs fortsetzen?<, stand dort. Die Anzeige wurde direkt in seine Netzhaut projiziert.

Ein implantierter Chip verband jeden Bürger von klein auf mit dem Datennetz.

„Nein, jetzt nicht!“, sagte Benn laut.

>Abschalten der Aufforderung zur Teilnahme am virtuellen Bildungskurs nicht möglich. Du bist mit deiner Ausbildung zu weit im Rückstand.< Es folgte eine Übersicht über die einzelnen Programme und darüber, wie weit eine Pflichtteilnahme abgeleistet worden war – sowie welcher Erfolgsfaktor dabei hatte erreicht werden können. Lediglich in Informatik und in den Fremdsprachen hatte Benn sein Soll mehr als erfüllt.

Alle anderen Kursbereiche des Bildungsprogramms hatte er sträflich vernachlässigt und sich anscheinend auch kaum noch Mühe gegeben, einen einigermaßen akzeptablen Erfolgsfaktor zu erreichen.

Die Anzeige auf seiner Netzhaut blinkte aufdringlich und unangenehm.

So ein verfluchter Mist!, dachte Benn. Er kannte das schon.

Diese Anzeige ließ sich jetzt nicht mehr abschalten. Und was noch viel schlimmer war: Er konnte über seinen Netzhautadapter keine Nachrichten mehr empfangen, keine Filme sehen oder Spiele spielen, so lange er nicht wenigstens eine der noch ausstehenden Lektionen absolviert hatte. Aber es gab ein paar Tricks, um diese Funktion außer Kraft zu setzen.

Benn hob die linke Hand etwas an. Am Handgelenk war der Chip implantiert. Ein millimetergroßer Punkt zeigte den kleinen Holoprojektor an. Durch einen leichten Druck darauf entstand eine holografische Tastatur samt einem Display, dessen Auflösung es erlaubte, die Anzeige bis zu einer Größe von zwei mal zwei Metern anzuzeigen.

Für eine Operation wie diese war die Eingabe per Tastatur immer noch der einfachste Weg, wie Benn fand, auch wenn er Freunde kannte, die selbst bei Programmierarbeiten die verbale Eingabe oder den Input mittels der Gehirnströme bevorzugten.

Seine Finger berührten die holografischen Tasten – wobei berühren eigentlich nicht das richtige Wort war. Denn in Wahrheit war da nichts, außer einer Projektion. Aber das System bekam durch die jeweilige Position der Fingerspitzen die richtige Information.

Benns Hand glitt über die holografische, gegen das Sonnenlicht leicht durchscheinende Tastatur und ging in den Programmcode des Chips, der ihn mit dem Datennetz verband.

Es waren Rechneroperationen, in denen er inzwischen schon eine große Übung hatte. Mit Rechnern kannte er sich aus.
Information war der Schlüssel zum Verständnis der Welt, wie er früh herausgefunden hatte. Man musste mit Rechnersystemen umgehen können, sie verstehen und wissen, wie man sie notfalls manipulieren konnte. Das war der einzige Weg, um sich  wenigstens ein bisschen Freiheit vor ihrer allgegenwärtigen Kontrolle zu bewahren.

Und davon abgesehen, hatte er sich immer wieder mal was dazuverdienen können, wenn er anderen dabei half, ihre Systemewieder auf Vordermann zu bringen.

Wenig später war das Problem behoben.

Die Anzeige, die zuvor auf seine Netzhaut projiziert worden war, konnte er nun auch auf dem Holodisplay als frei in der Luft schwebende Schrift sehen. >Willst du jetzt eine Lektion machen oder später daran erinnert werden?<, stand da jetzt.

Eigentlich war das auch keine wirklich gute Alternative. Aber immer noch besser als die Blockade, die sein System vorher lahmgelegt hatte. Benn entschied sich natürlich für >später erinnern<, auch wenn er in Wirklichkeit natürlich alles andere als den Wunsch hatte, daran erinnert zu werden, dass er noch einige Lektionen im Rückstand war. Aber anders war das System seines Implantats einfach nicht wieder flottzukriegen.

Lebenslanges Lernen hieß die Devise. Aber mit den Unter-Achtzehnjährigen ging man in diesem Punkt besonders streng um. Es bestand eine allgemeine Ausbildungspflicht, der man durch das Absolvieren zertifizierter Online-Kurse Genüge tun konnte, sofern man sich einen Platz auf einer der sündhaft teuren Privatschulen nicht leisten konnte.

>Hi, warum meldest du dich nicht?<, blinkte der Anfang einer Nachricht auf. Benn schaltete die holografische Darstellung ab, sodass die Anzeige wieder auf seiner Netzhaut erfolgte. Schließlich war das mit Sicherheit eine private Nachricht, die nicht holografisch in handtellergroßen Buchstaben in der Luft schwebend zu lesen sein musste, sodass man sie vielleicht sogar noch aus einem der benachbarten Gebäude hätte lesen können. Auch wenn der Begriff Privatsphäre immer den Beiklang von altmodischer Rückständigkeit hatte, fand Benn es doch wichtig, sich einen kleinen Rest davon zu bewahren.

Benn stellte fest, dass er insgesamt bereits drei Nachrichten von Sara bekommen hatte. Und sie waren alle mit >dringend< gekennzeichnet.

Als er die Nachrichten öffnete, bemerkte er, dass sie alle drei identisch waren. >Können wir uns nachher sehen? Es gibt Probleme.<

Eine animierte 3-D-Kopfansicht machte dazu ein besorgtes Gesicht. Darunter stand in Großbuchstaben SARA JÖRGENSEN und eine Kennnummer.

Benn sah auf die Uhr.

Dann formulierte er eine Antwort. >Konnte mich nicht melden.

Komme nachher vorbei. Habe erst noch meinen Sozialdienst.<

Den Grund dafür, dass er sich nicht hatte melden können, durfte Benn natürlich nicht in die Nachricht hineinschreiben.

Noch war er nicht achtzehn und das bedeutete, dass das freie Datennetz für ihn ein paar Einschränkungen hatte.

Die Jugendschutzbestimmungen waren noch nicht einmal das Schlimmste. Die ließen sich für jemanden, der sich damit auskannte, einigermaßen leicht aushebeln.
Gefährlicher war, dass die von Kindern und Jugendlichen versandten Nachrichten automatisch auf Inhalte untersucht wurden, die auf eine sozial schädliche Entwicklung hinweisen konnten. Eine überwältigende Mehrheit der älteren Wähler war sogar dafür, diese Einschränkungen des elektronischen Postgeheimnisses auf bis zu Einundzwanzigjährige auszudehnen, denn angeblich konnten auf diese Weise potenzielle jugendliche Amokläufer herausgefiltert werden. Benn war jedoch überzeugt davon, dass es in Wahrheit um etwas ganz anderes ging. Man wollte junge Leute daran hindern, sich zur Flucht aus dem Geltungsbereich der Bundesgesetze zu verabreden. Schließlich brauchte man jeden von ihnen.

Wer hätte sonst all den Alten und Uralten die teure High-Tech-Pflege, die geklonten Ersatzorgane, die Implantate und die kybernetisch aufgerüsteten Hüft- und Kniegelenke erwirtschaften können? Man konnte schließlich in seinem Leben noch so viel Sport getrieben, auf seine Ernährung geachtet und an Vorsorgeprogrammen teilgenommen haben – jenseits des hundertsten Geburtstags häuften sich nun mal die kostenintensiven körperlichen Verschleißerscheinungen.

Von einer Alzheimer-Rückbildungstherapie oder einer Antigrav-Gehhilfe mal ganz zu schweigen. Das waren Dinge, von denen ohnehin nur diejenigen träumen konnten, die es geschafft hatten, trotz der rigiden Abgaben-Gesetze irgendwie ein kleines Vermögen zur Seite zu schaffen.

*

„Willst du noch was essen?“, fragte Benns Mutter. „Dann schiebe ich dir eine Portion in die Mikrowelle.“

Benn nannte seine Mutter meistens Felicitas. Sie wollte das so. Das hört sich nicht so alt an, hatte sie mal gemeint. Also tat Benn ihr den Gefallen und sprach sie so an, es sei denn, er wollte sie ärgern. Dann nannte er sie Mama – und wenn er sie ganz besonders ärgern wollte auch Mutter, was er dann mit ironischer Förmlichkeit betonte.

„Ich muss gleich noch los, um mein Sozialstundenkonto etwas aufzufüllen“, meinte er. „Aber irgendetwas Süßes kriege ich jetzt noch schnell runter.“

Felicitas aktivierte den Küchenrechner. Ein Display wurde an die Wand projiziert.
„Komm, such dir schnell was aus!“,

forderte sie ihn auf. „Ich muss nämlich auch gleich noch weg!“

Felicitas war wenig zu Hause. Aber das war kein Wunder.

Sie war dreiundvierzig Jahre alt, sportlich, erzählte jedem, der es nicht hören wollte, dass ihre Fitnesswerte denen einer zehn Jahre jüngeren Frau entsprachen, und pendelte ständig zwischen Hauptjob, erstem Nebenjob, zweitem Nebenjob und dem Ehrenamt hin und her. Zu dessen Übernahme war jeder Bürger zwischen dreißig und siebzig verpflichtet, während die Sechzehn- bis Dreißigjährigen ein gewisses Pensum an Stunden im Sozialdienst ableisten mussten.

Schließlich konnte man all die alten, kranken Hundertzwanzigjährigen nicht einfach vor sich hinvegetieren lassen, obwohl es oft genug trotzdem genau darauf  hinauslief. Für die Trocken-, Satt- und Sauber-Pflege waren bei vielen Hochbetagten, die keine großen Rücklagen hatten bilden können, ohnehin vollautomatische Robotsysteme verantwortlich. Aber es gab eben Dinge, bei denen auch der beste japanische Pflegeroboter eine menschliche Hilfskraft nicht zu ersetzen vermochte.

„Ich nehme nur ein paar Donuts“, meinte Benn.

„Ups, dein Zuckeranteil war heute schon hoch genug – und an Kalorien kannst du dir auch nichts mehr erlauben“, stellte Felicitas mit einem ernsten Blick fest, als sie auf die an die Wand projizierte und mit verblüffenden 3-D-Effekten ausgestattete Rechneranzeige sah. Eine holografische Grafik entstand und Benn verzog das Gesicht, als er die Botschaft mitgeteilt bekam.

Eine Kunststimme rechnete ihm vor, welche Nährstoffe Benn an diesem Tag bereits zu sich genommen hatte. Der ermittelte Kalorienüberschuss und der Überschuss an verzehrtem Zucker für den Fall, dass Benn die von ihm so heiß begehrten Donuts noch aß, wurden durch zwei bedrohlich aussehende, zylindrische und in karminrot leuchtende Säulen eindrucksvoll dargestellt.

Eine schwarze Säule am rechten Rand der Darstellung zeigte, um welchen Betrag die Ausgaben für seine Kranken- und Pflegeversicherung ansteigen würden, wenn er die Donuts doch aß und damit die für seine Person errechneten Kennzahlen überschritt. Eine blinkende Anzeige darunter wies auf das erhöhte Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes und Gefäßerkrankungen hin.

Außerdem stand da noch ein Hinweis auf die erhöhte Wahrscheinlichkeit, schon vor dem neunzigsten Lebensjahr Leistungen der Pflegekasse in Anspruch nehmen zu müssen.

Benn deaktivierte die Anzeige durch die Berührung eines Kontaktpunktes in der linken unteren Ecke der Darstellung, woraufhin eine Warnung eingeblendet wurde. >Diesen Hinweis wirklich ignorieren?<

Benn wählte die Option >ja< und wollte schon nach den Donuts greifen, als Felicitas sich einmischte.

„Kommt nicht in Frage, Benn!“

„Mama!“

„Noch höhere Abgaben für deine Versicherungen können wir uns nicht leisten, Benn.“

„Ein Donut wird mich nicht gleich zum Pflegefall machen.“

„Jetzt nicht – aber wenn du schon mit neunzig zum Pflegefall wirst, wird dein Kind – falls du so dumm sein solltest, eins in die Welt zu setzen – vielleicht fünfzig Jahre Zuzahlungen leisten müssen!“

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Benns Generation war von den Versicherungsarithmetikern auf einhundertvierzig Jahre berechnet worden. Da war längeres Fitbleiben erste Bürgerpflicht, sonst würde das für die Allgemeinheit unbezahlbar.

Benn überlegte sich, ob er trotzdem den Donut essen sollte.

Felicitas erriet offenbar seine Gedanken.

„Den Mehrbeitrag zahlst du von deinem Taschengeld!“, warnte sie.

Benn zog die Hand aus dem Fach zurück. „Erhöht sich eigentlich auch irgendeine Abgabe, wenn ich in der Nase bohre?“, maulte er. „Es besteht doch das Risiko, dass ich mir den Zeigefinger abbreche und dann nur noch eingeschränkt arbeitsfähig bin!“

„Du wirst lachen, wer seine Arbeitsfähigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig herabsetzt, dem können später Leistungen gekürzt werden. Zur Zeit erwägt man sogar, ob in solchen Fällen nicht nachträglich noch die Gratis-Bildungsprogramme bezahlt werden müssen.“

„Das fehlte gerade noch!“

Felicitas kannte sich mit diesen Vorschriften gut aus. Das hatte mit ihrem ersten Job zu tun. Sie war Sachbearbeiterin in der Bundestransferagentur und wenn das Thema auf dieses Gebiet kam, dann konnte sie quasi auf Knopfdruck die entsprechenden Vorschriften herunterbeten – und zwar ohne sie sich auf ihrem Netzhautdisplay anzeigen zu lassen. Zumindest behauptete sie das. Ob das wirklich stimmte, wusste nur sie allein, denn selbstverständlich hätte sie die passenden Vorschriften auch jederzeit über das Datennetz abrufen können.

„Du kannst ja bei der elektronischen Volksabstimmung dagegen stimmen, Benn!“, meinte sie.

„Hat sowieso keinen Sinn!“

„Jede Stimme zählt. Und die Frist geht noch bis Dienstag.“

„Wenn du zu einer extremen Minderheit gehörst, dann zählt deine Stimme null!“

An Volksabstimmungen durfte man schon ab sechzehn Jahren teilnehmen, aber Benn hatte bisher noch nie bei einer solchen Abstimmung mitgemacht. Die Beteiligung lag meistens unter zwanzig Prozent. Und bei solch einem Thema war ohnehin klar, wie die Sache ausging. Die Alten und Uralten waren in ihrer überwältigenden Mehrheit der Ansicht, dass die Jungen Drückeberger seien und dass man die gesetzlichen Vorschriften gegen das Blaumachen verschärfen musste. Die Jungen hatten keine Chance.

*

Auf dem Weg zu dem Ort, wo Benn seine Sozialdienststunden abzuleisten hatte, aß er noch einen Apfel. Obst war noch im Ernährungsplan drin, ohne dass er eine Beitragserhöhung befürchten musste.

Irgendwann wird man uns vielleicht auch noch vorschreiben, mit welchem Bein wir zuerst aus dem Bett steigen sollen, weil sich erwiesen hat, dass das Unfallrisiko höher ist, wenn es das linke war!, ging es Benn ärgerlich durch den Kopf. Die Bevormundung war allgegenwärtig. Und alles nur zu unserem Besten!, dachte Benn. Aber nicht mit mir!

Anno 2100 wird mein Jahr! Das Jahr, in dem ich mich verabschiede…

Benn verließ das Haus. Der Wind fühlte sich sehr warm an.

Die Tornado-Saison in Norddeutschland hatte wieder begonnen und Benn kam es manchmal so vor, als könnte man das riechen. Die charakteristischen feuchtwarmen Winde bliesen oft schon Tage vorher aus Norden oder Westen über die fast bis Osnabrück reichende emsländische Bucht. Aber zum Glück war das Haus, in dem Benn lebte, als tornadosicher zertifiziert worden.

Benn aktivierte mit Hilfe seiner Gehirnströme über sein Netzhaut-Menue ein Signal, das einen Gleiter rufen sollte.

Das Signal wurde wenig später bestätigt. Der nächste Personengleiter würde ihn orten und automatisch seinen Standort anfliegen, um ihn mitzunehmen. Die für die Benutzung fälligen Gebühren würden automatisch von seinem Konto abgebucht – beziehungsweise derzeit noch vom Konto seiner Eltern, er selbst war ja noch nicht erwerbstätig.

Benn blickte zum Himmel. Er sah, wie einer der Passagiergleiter sich aus seiner Kolonne löste und herabschwebte. Das elegante Fluggerät landete punktgenau neben ihm.

Die Schiebetür öffnete sich langsam und Benn stieg ein.

Außer ihm hatten noch zwei mittelalte Frauen in der Kabine Platz genommen. Benn schätzte sie auf achtzig, auch wenn sie sich alle Mühe gaben, noch wie flotte Sechziger auszusehen.

Ein Iris-Scanner identifizierte Benn und griff dabei über seine implantierte Schnittstelle auf sein Bewegungsprofil zu.

Ein Display erschien auf der Oberfläche einer Konsole.
>BENN GENZLER, HÄUFIG GEWÄHLTE ZIELE
1. WOHNADRESSE VON SARA JÖRGENSEN
2. RESIDENZ MIT INTEGRIERTER PFLEGE, APARTMENT 4078
3. HOLOPARK SÜD<

Die Liste auf dem Display zählte noch ein paar Dutzend weiterer Ziele auf. Benn stoppte das durch die Berührung eines Kontaktfeldes. Er wählte Ziel Nummer zwei aus und setzte sich.

*

Die RESIDENZ MIT INTEGRIERTER PFLEGE war ein sogenannter Mehrgenerationen-Wohnblock. Der Begriff stimmte insofern, als tatsächlich unter den Bewohnern vermutlich alle Generationen ab Mitte neunzig vertreten waren. In Apartment 4078 lebte Kevin Mölders.

Mölders war weit über hundertzwanzig und litt unter diversen Krankheiten und Schwächen, darunter auch unter einer Form von Muskelschwund. Er war über viele Jahre hinweg in einem gut dotierten Beruf als Dozent für Literaturwissenschaft tätig gewesen. Allerdings war die Uni, an der er gelehrt hatte, inzwischen geschlossen worden.

Nachdem schon die staatlichen allgemeinbildenden Schulen abgeschafft und durch Online-Angebote ersetzt worden waren, setzte man nun die Zahl der sogenannten „Präsenz“-Universitäten mit einem herkömmlichen Lehr- und Forschungsbetrieb herab.

Mölders hatte sich daraufhin noch einige Jahre mit Zeitverträgen durchgeschlagen und sich als Bearbeiter von Online-Klassiker-Ausgaben verdingt. Sein geplanter Wechsel an eine ausländische Uni war in letzter Sekunde gescheitert.

Er hätte damals als über Neunzigjähriger jederzeit das Land verlassen können, aber der Gesundheitscheck hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar rissen sich gut hundert Nationen, deren Bevölkerung mehr oder weniger stark schrumpfte und vergreiste um den Nachwuchs der anderen.

Aber je höher das Alter, desto höher auch die gesetzlichen Hürden, die diese Länder errichteten. Viele, darunter die USA, verlangten einen Gesundheitscheck, der die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch pflegeintensiver Krankheiten berechnete. Und bei Mölders war die spezielle Art von Muskelschwund, die ihn heute an das Antigrav-Aggregat kettete und von den Diensten eines Pflegeroboters abhängig machte, damals in einem noch symptomfreien Frühstadium diagnostiziert worden.

Es gab kein Land auf der ganzen Welt, dass sich bei Einwanderern freiwillig ein so hohes Pflegerisiko aufgehalst hätte.

Jedenfalls nicht für einen Literaturwissenschaftler – mochte er sich auch noch so viele Verdienste erworben haben. Bei einem Cyberwar-Abwehrspezialisten hätte der Fall vielleicht etwas anders ausgesehen.

Benn hatte sich Mölders‘ Geschichte schon dutzendfach anhören müssen. Dem alten Mann schien es einfach ein Bedürfnis zu sein, immer wieder über seine verpassten Chancen nachzusinnen. „Ich hätte mit achtzig das Land verlassen sollen, da wäre es noch gegangen!“, sagte er immer wieder und seufzte. Jedenfalls hatte sich Benn vorgenommen, diesen Fehler in seinem eigenen Leben nicht zu begehen.

Nein, dachte er,  ich werde gehen, solange mich da draußen in der Welt noch jemand haben will!

*

Als Benn das Apartment betrat, schwebte ihm Mölders entgegen.

Sein Körper war an einem Antigrav-Aggregat festgeschnallt.

„Na endlich! Ich habe schon gedacht, du kommst gar nicht mehr vorbei!“

„Tut mir leid, ging nicht früher“, meinte Benn.

Mölders schwebte plötzlich abrupt empor. Im nächsten Moment hing er an seinem Antigrav-Aggregat unter der Decke.

„Das Ding reagiert nicht richtig!“, klagte er – vollkommen hilflos in den Gurten hängend. „Der Adapter für die Gehirnströme scheint nicht korrekt eingestellt zu sein!“

„Das haben wir gleich“, versprach Benn.

„Immer, wenn man dich braucht, bist du nicht da! Ich habe versucht, dir eine Nachricht zu schicken!“

„Ja, ja …“

Benn hatte sein System so eingerichtet, dass Nachrichten von Mölders unterdrückt wurden. Alles, was mit der Ableistung seiner Sozialdienststunden zu tun hatte, wurde in einen Extra-Speicher umgeleitet. Es gab zwar eine Pflicht, diese Stunden abzuleisten, aber nirgends gab es die Pflicht zur dauernden Erreichbarkeit. Seine Mutter, die sich mit diesen Dingen noch besser auskannte, hatte gemeint, dass man die dauernde Erreichbarkeit jeden Bürgers eigentlich voraussetzte und wohl auch deshalb dazu in den Bestimmungen nichts zu finden sei.

„Gehen Sie in Ihr Menue!“, verlangte Benn.

„Das geht nicht! Es ist alles blockiert! Die Netzhaut-Anzeige zeigt wirre Zeichen!“

Benn atmete tief durch. Wirre Zeichen kommen durch wirre Impulse – und die haben Sie gesetzt, mein Lieber!, hätte er jetzt am liebsten gesagt, aber er schluckte diese Bemerkung gerade noch rechtzeitig herunter.

Benn seufzte. Es war immer wieder dasselbe. Die Technik war immer nur so gut wie derjenige, der sie bediente – und dieses Antigrav-Aggregat war offenbar einfach zu kompliziert für Mölders. Vor allem berücksichtigte das System wohl zu wenig, dass der alte Mann zu panischen Reaktionen neigte und dann in seinem Bedienungsmenue irgendwelche Operationen ausführte, nur um überhaupt etwas zu unternehmen.

Benn aktivierte das holografische Terminal seines Handgelenkchips.

Er richtete die Datenverbindung zum Rechner des Aggregats ein. Den Sicherheitscode brauchte er schon gar nicht mehr eingeben.

Dafür hatte er eine Routine eingerichtet, obwohl das eigentlich aus Sicherheitsgründen streng untersagt war.

Einen Augenblick später sah Benn das wirre Menue vor sich, das auch Mölders zur Zeit auf die Netzhaut projiziert wurde.

Zahlen, Buchstaben und irgendwelche exotischen Sonderzeichen aus Alphabeten, die Benn nicht einmal dem Namen nach kannte, bildeten scheinbar willkürliche Kolonnen.

Benns Finger schnellten über die holografischen, irgendwie immer etwas geisterhaft wirkenden Tasten, drangen manchmal sogar etwas durch sie hindurch.

Er startete das Hauptsystem neu. Die Anzeige ordnete sich.

Mölders schwebte langsam herab und das Aggregat drehte sich so, dass der Mann jetzt aufrecht vor Benn schwebte.

„Danke“, sagte er.

„Gern geschehen.“

„Aber wenn ich das nächste Mal so lange auf dich warten muss, dann werde ich die Signatur verweigern, die du für die Anerkennung deiner Zeit bei mir als Sozialstundenableistung brauchst!“

„Machen Sie das besser nicht“, sagte Benn. „Jemanden, der das System Ihres Antigravs so gut kennt wie ich, finden Sie nicht so schnell. Und jemand, der sich mit Rechnern so gut auskennt wie ich – den finden Sie erst recht nicht.“

Mölders knurrte etwas Unverständliches vor sich hin. Er verschluckte sich. Seit Langem litt er unter starken, chronischen Verschleimungen der Atemwege. Ein Alarmsignal ertönte.

Der Pflegeroboter – bis dahin nur eine regungslose, an eine Schaufensterpuppe des vorigen Jahrhunderts erinnernde Statue – erwachte zu seiner Art von mechanischem Scheinleben.

Es war ein preiswertes Modell von einigermaßen humanoider Gestalt. Es fehlten die teuren Details, die Kleidung war nur aufgemalt. Der Mund konnte sich bei der Sprachausgabe nicht bewegen und es gab nicht einmal eine Grob-Mimik. Aber das Antigrav-Modul, auf das Mölders schlicht und ergreifend angewiesen war, war teuer genug gewesen. Da war eben wohl einfach kein Pflegeroboter mehr drin gewesen, der irgendwelchen ästhetischen Mindestanforderungen genügt hätte.

Benn wusste – und hatte das bei seiner eigenen Ur-Urgroßmutter auch erlebt –, dass betagte Menschen sich oft mit ihren Pflegerobotern zu unterhalten anfingen, wie andere Leute das mit ihren Hunden taten. Und vielen blieb auch gar nichts anderes
übrig, denn trotz der allgemein geltenden Pflicht zur Ableistung von Sozialstunden, waren viele Pflegebedürftige die meiste Zeit über mit ihren Robotern allein.

Mölders würgte und lief inzwischen so dunkelrot an, dass man sich Sorgen machen konnte. Aber Benn hatte das schon öfter miterlebt. Vielleicht lag es daran, dass er inzwischen ziemlich abgestumpft war, was den erbärmlichen Anblick betraf, den Mölders in einem solchen Fall bot. Eigentlich sollte er dir mehr leidtun!, ging es ihm durch den Kopf. Er hatte ein flaues Gefühl in der Magengegend.

Es mochte ja sein, dass der alte Mann und die ganze Pflicht zum Sozialdienst ihn ziemlich nervte – aber tief in seinem Inneren hatte Benn dennoch das Empfinden, dass Mölders eigentlich etwas mehr Anteilnahme verdiente.

Vielleicht wollte Benn auch einfach nicht zu genau hinsehen müssen.

Der Blick in Mölders gequältes Gesicht war schließlich fast so, als wenn Benn in einen Spiegel mit Zeitmaschinen-Effekt geschaut hätte, der ihm seine eigene mögliche Zukunft vor Augen führte.

Benn hatte allerdings volles Vertrauen in Mölders’ Pflegeroboter.

Er wusste, dass man sich auf die Grundfunktionen dieser Maschine verlassen konnte und dass dem alten Mann nichts Ernsthaftes geschehen würde.

Jedenfalls nichts, was Benn hätte verhindern können. Das Modell war zwar einfach, aber dafür zuverlässig, wenn auch manchmal etwas rabiat.

Eine Klappe an der Schulter öffnete sich, ein mechanischer Arm, an dessen Ende sich eine Atemmaske befand, wurde ausgefahren. Die Atemmaske wurde Mölders auf das Gesicht gedrückt. Es zischte. Gleichzeitig bekam Mölders noch eine Injektion.

Das Ganze zog sich ein paar Minuten hin, dann war es vorbei.

Mölders hatte wieder eine normale Gesichtsfarbe angenommen und räusperte und hustete nur noch ein bisschen vor sich hin, während der Pflegeroboter sich wieder zwei Meter entfernte und automatisch in den Stand-by-Modus ging. Eigentlich hätte er noch einen medizinischen Bericht anbieten müssen, aber diese Funktion hatte Mölders offenbar abgeschaltet.

„Ich hoffe, es geht wieder“, sagte Benn.

„Es muss ja!“, ächzte Mölders. Sein schweres Atmen ließ allerdings ahnen, dass sein Zustand zwar nicht akut lebensbedrohlich war, aber trotzdem in einigen Punkten zu wünschen übrig ließ. „Und wenn ich sichergehen könnte, dass du meine Nachrichten nicht einfach ignorierst, wenn ich in höchster Gefahr bin, dann würde es mir noch besser gehen!“

„In höchster Gefahr…“, gab Benn zweifelnd zurück.

„Ja, ich weiß schon, was du meinst.“

„Wirklich?“ Benn runzelte die Stirn.

„Wer über hundertzwanzig und außerdem noch mit ein paar Krankheiten geschlagen ist, der ist sowieso ständig in höchster Gefahr …“

„So kann man das natürlich auch sehen!“

„Aber ich meine es wirklich ernst, Benn! Dieser Antigrav bringt mich nochmal um!“

„Dann seien Sie nicht so geizig und leisten sich endlich einen professionellen Wartungsservice für Ihr Pflege-Equipment!

Dann passiert auch nichts!“, erwiderte Benn in einem ziemlich ärgerlichen Tonfall.

„Kann ich mir nicht leisten“, meinte Mölders knapp. „Ich bin froh, dass du das machst.“

„Tut mir leid“, sagte Benn leise und war sich nicht sicher, was ihm jetzt eigentlich genau leidtat: Mölders Situation oder seine eigene Unfähigkeit, in diesem Fall angemessenes Mitleid zu zeigen.

*

Es war bereits spät, als Benn bei Sara eintraf. Er kannte Sara schon seit ihrer gemeinsamen Zeit in der Krabbelgruppe.

Freundschaften wurden entweder früh oder im Datennetz geschlossen, seit die öffentlichen Schulen abgeschafft worden waren.

Saras Mutter arbeitet in dem großzügigen Wohnzimmer, das fast eine ganze Etage ausmachte und gleichzeitig als Büro und Koordinationszentrale für einen Bio-Pizza-Lieferservice diente.

Saras Mutter hatte nur einen einzigen Job, hatte aber praktisch vierundzwanzig Stunden Bereitschaft. Wenn sie mal nicht zu Hause war, musste sie Kundenwünsche eben notfalls über den mobilen Netzzugang ihres Implantats entgegennehmen.

Das ging auch.

„Hallo Benn. Schön, dass du mal wieder vorbeischaust“, sagte Emily Jörgensen. Sie hatte einen bunten Kaffeebecher in
der Hand.

Von Sara wusste Benn, dass sie darin Stimmungsaufheller auflöste. Als Sara vor ein paar Jahren mal um ein Haar durch ihren Online-Kurs in Mathematik gefallen wäre, hatte sie die Pillen ihrer Mutter auch einmal probiert.

Heimlich.

Allerdings hatte sie sich nicht nur erheblich mit der Dosis vertan, sondern war auch noch allergisch gegen einen der Wirkstoffe, wie sich bei der Gelegenheit herausstellte.

Sie wäre um ein Haar daran gestorben. Man hatte ihr den Magen auspumpen müssen und natürlich wurden von da an deutlich erhöhte Krankenversicherungsbeiträge für sie fällig.

Auf die Dauer ließen sich die nur durch die Ableistung zusätzlicher Sozialstunden wieder senken. Für Sara war das eine Katastrophe, denn sie war ohnehin schon damit chronisch im Rückstand gewesen.

Saras Familiensituation war nicht ganz einfach. Ihr Vater war selten zu Hause.

Er war deutlich älter als Saras Mutter, ein Endsiebziger, der damit volle Reisefreiheit genoss. Dieser Umstand machte es möglich, dass er als selbstständiger Auslandsagent für deutsche Firmen sehr gut im Geschäft war. Da Jüngere nicht reisen durften, waren gerade exportorientierte Wirtschaftsunternehmen auf Leute wie ihn angewiesen.

Auslandsagenten führten die Verhandlungen vor Ort oder wurden eingesetzt, um die Umstände vor Ort auszuloten und sich ein umfassenderes Bild von dem Land und der Situation des Geschäftspartners zu machen.

Herr Jörgensen konnte sich vor Aufträgen kaum retten, war aber auch fast nie zu Hause.

„Ist Sara in ihrem Zimmer?“, fragte Benn.

„Ja, ja …“

Emily Jörgensen hörte schon gar nicht mehr richtig hin.

Auf einer der Holoprojektionen und Bildschirmflächen an der Wand tat sich etwas. Mehrere Pizza-Bestellungen gingen gleichzeitig ein, die koordiniert werden mussten.

Eine Anzeige blinkte auf.

Irgendein Pizzabäcker konnte zurzeit nicht liefern.

Es galt also für alle Fahrer, diesen Produktionsort gar nicht erst anzufahren und anderswo Ware aufzunehmen.

„Du kennst dich ja aus, Benn. Ich muss hier schnell mal ein paar Rückfragen beantworten“, sagte Saras Mutter.

„Okay.“

Benn ging zum Fitnessaufstieg. In alten Filmen und Online-Spielen mit historischem Background nannte man das eine Treppe.

Aber in der realen Welt waren stufenförmige Aufstiege erst seit einigen Jahren wieder in Mode gekommen.

Zur Zeit war es der letzte Schrei, Aufzüge zurückzubauen und gegen sogenannte „Treppen“ auszutauschen.

Benn ächzte die Stufen hinauf.

So was kommt dabei heraus, wenn alte Leute zeigen wollen, wie jugendlich und fit sie noch sind!, ging es ihm durch den Kopf. Wahrscheinlich war das eine Idee von Saras Vater gewesen. Typisch für seine Generation!, dachte Benn. Und typisch, dass er selbst zumeist gar nicht hier ist, um sich mit diesem Schwachsinn abzuquälen!

Jedenfalls war Benn heilfroh, dass er bisher durch seinen Einspruch erfolgreich hatte verhindern können, dass bei ihm zu Hause so ein innenarchitektonischer Unsinn gemacht wurde.

Schließlich erreichte er Saras Wohnbereich.

Nachdem er die Tür passiert hatte, hörte er sie auch. Sie spielte auf ihrer Violine ein Stück mit vielen Läufen. Der Bogen tanzte über die Saiten, die Finger bewegten sich mit der Geschwindigkeit und Präzision von Spinnenbeinen. Eine Strähne ihrer langen Haare war ihr dabei auf die Stirn geraten und hing nun mitten in ihrem Gesicht. Sie bemerkte das nicht.

Ihre Augen waren geschlossen und ihre ganze Konzentration galt nur den Noten, die in diesem Augenblick zweifellos auf ihrer Netzhautanzeige erschienen.

Benn sah ihr einige Augenblicke lang einfach nur zu.

Er mochte es, wenn sie so sehr in ihr Geigenspiel vertieft war und sie alles andere um sich herum zu vergessen schien.

Auf ihrem fein geschnittenen und an sich sehr glatten Gesicht erschien dann vor lauter Anstrengung manchmal eine Falte, die
sich senkrecht über die Stirn zog.

Eine Falte, die man auf den ersten Blick für ein Zeichen des Zorns halten konnte.

Aber damit hatte das nichts zu tun. Vielmehr zeigte sich darin ein Höchstmaß an Anspannung und Konzentration.

Plötzlich brach sie ihr Spiel ab.

Wahrscheinlich hatte ihr die Netzhautanzeige irgendeinen schwerwiegenden Fehler angezeigt. Etwas, das nur jemand hörte, der sich mit dieser Art von Musik auskannte – oder eben ein unbestechliches Rechnerprogramm, das darauf getrimmt war, einem beim Üben auf Fehler und Ungenauigkeiten hinzuweisen.

Sie öffnete die Augen und schrak im ersten Moment zusammen, als sie Benn sah.

„Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken!“

„Wie lange bist du schon hier?“

„Noch nicht lange. Aber es ist schön, dir beim Spielen zuzuhören.“

„Danke.“

„Du hast eine Begabung für Musik, das steht fest.“

„Für jemanden, der nur Online-Unterricht hatte, spiele ich ganz passabel“, meinte sie. „Aber den Feinschliff müsste man
woanders bekommen.“

Sie seufzte.

Benn wusste, was sie meinte. Ein Stipendium auf einem Music College in den USA oder Kanada – davon träumte sie.

Unterricht bei einem richtigen Lehrer. Bei jemandem, der selbst ein Künstler war und ihr nicht nur die richtige Technik zeigen konnte, sondern auch, wie man den inneren Kern eines Musikstücks verstehen und durch sein Spiel hervorbringen
konnte.

Und später – Auftritte auf den großen Bühnen der Welt. Bühnen – nicht Online-Auftritte. Länder wie die USA, Kanada oder Australien ließen auch jungen Leuten volle Reisefreiheit, denn sie brauchten nicht zu fürchten, dass die Jungen nicht zurückkehrten. Im Gegenteil. Dort gab es zwar auch nicht mehr Geburten und nicht mehr Kinder, aber die Bevölkerung wuchs dennoch durch Einwanderung, und deshalb war sie im Durchschnitt sehr viel jünger. Ja, es lohnte sich einzuwandern: Denn dort musste man weder einen Großteil seiner Zeit mit Sozialdiensten zubringen, noch den Hauptteil seines Verdienstes als Abgabe abführen.

Alles, was neu und aufregend war, schien in diesen Ländern stattzufinden. In diesem Punkt waren sich Sara und Benn seit einiger Zeit vollkommen einig.

Eine Zukunft gab es für sie nicht in dieser kleinen, mitteleuropäischen Gefängniszelle namens Deutschland, die sich erst für über Fünfundsiebzigjährige öffnete. Eine Zukunft, die diesen Namen verdiente, die gab es nur irgendwo da draußen.

„Es ist etwas Schreckliches passiert“, sagte Sara. „Und ich hoffe sehr, dass du das wieder in Ordnung bringst!“

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt.
Copyright © 2011 by Alfred Bekker (vertreten druch die Agentur Peter Molden), 1. Auflage 2011

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus114-minus54.jpg” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Bekker, Alfred
Herrschaft der Alten


Verlag :      edition zweihorn
ISBN :      978-3-935265-89-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      6,95 Eur[D] / 7,20 Eur[A] / 13,00 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      CXLVIII S. – 19,0 x 12,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 10.2011

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Die demographische Bombe ist geplatzt ein spannender Zukunftsroman um ein Land ohne Zukunft!

Deutschland im Jahr 2100. Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar gehören einer verschwindend kleinen Minderheit an: Sie sind Jugendliche!

Längst wird drei Viertel der Bevölkerung von den Alten und Uralten gestellt und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Schulen sind schon vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt worden der Großteil des Staatshaushalts wird schließlich für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht.
Damit aber die wenigen jungen Leute nicht scharenweise das konservative und innnovationsfeindliche Land verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr.

Auch wenn das unmöglich scheint: Benn ist wild entschlossen, aus diesem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Und er hat Glück! Die Auswirkung eines ungewöhnlich starken Sonnensturms, der die Erde trifft, eröffnet ihm und seinen Freunden die einmalige Chance zu einer dramatischen Flucht. Das Risiko, gefasst zu werden, ist hoch. Aber Benn weiß, dass seine Zukunft woanders liegt. Denn in über hundert anderen Ländern ist nichts so heiß begehrt wie die Jugend …

Alfred Bekker ist ein im Münsterland geborener und aufgewachsener Autor, der in fast allen Genres der Unterhaltungsliteratur tätig war. Er begann wie sein Romanheld mit Western-Romanen und wurde später Mitautor von “Jerry Cotton”. Außerdem schreibt er SF- und Fantasyromane sowie Kinder- und Jugendbücher.

BESTELLUNGEN WERDEN GERNE ENTGEGENGENOMMEN UND ERHÖHEN DIE PREISGELDER FÜR UNSERE AUTOREN BEI UNSEREM STORYWETTBEWERB – EINFACH HIER KLICKEN:

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR MIT PERSÖNLICHER WIDMUNG DES AUTORS (!): Bekker, Alfred – Überfall auf das Drachenschiff. Ein Mitratekrimi aus der Wikingerzeit.

Erstellt von Detlef Hedderich am 3. Dezember 2011

Alfred Bekker
Überfall auf das Drachenschiff

Ein Mitratekrimi aus der Wikingerzeit
Umschlagbild und s/w-Zeichnungen von Volker Fredrich
Erzählte Geschichte
160 Seiten
ISBN 978-3-423-71292-7
Euro 5,95 [D] 6,20 [A]
sFr 9,95 L
Ab 10 Jahre

BESTELLUNGEN WERDEN GERNE ENTGEGENGENOMMEN UND ERHÖHEN DIE PREISGELDER FÜR UNSERE AUTOREN BEI UNSEREM STORYWETTBEWERB – EINFACH HIER KLICKEN:

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Wer stahl den Schatz des Wikingers? Ein historischer Mitratekrimi für junge Leser.

Helge Helgeson, der alte Jarl von Haithabu ist tot! Die ganze Siedlung an der Schlei ist damit beschäftigt, ihrem verstorbenen Anführer ein würdiges Geleit ins Reich der Toten zu verschaffen.

Allen voran der Schiffsbauer Wulfhir Erikson. Der designierte Nachfolger Helge Helgesons ist verantwortlich für den Bau des Totenschiffs, in dem Helge nach Sitte vornehmer Wikinger bestattet werden soll. Doch in der Nacht vor der geplanten Beerdigung verschwindet das Schiff! Und mit ihm der Schatz, der den Toten auf seiner Reise begleiten sollte. Wer wagt solchen Frevel?

Als im Hause des Schiffbauers Wulfhir plötzlich Beutestücke aus dem Schatz auftauchen, gerät der neue Jarl unter einen schlimmen Verdacht: Hat er sich am Schatz des Toten bereichert? Die Sache wäre für Wulfhir wohl schlimm ausgegangen, wenn nicht seine beiden Kinder Solveig und Sven und der im selben Haushalt lebende Gunnar alles daran setzen würden, den wahren Täter zu finden.

Wichtig ist zu erwähnen, dass es sich bei den zu verlosenden Ex. um letzte Stücke der 1. Auflage handelt und die sieht so aus:

Die ganz oben abgebildete Ausgabe, die zurzeit im Handel befindliche, ist die 2.Auflage!

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar mit persönlicher Widmung des Autors (!): Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!):  Als im Hause des Schiffbauers Wulfhir plötzlich Beutestücke aus dem Schatz auftauchen, gerät der neue Jarl unter welchen schlimmen Verdacht, was soll er gemacht haben? (Antwort darauf findet sich auf unserer Homepage!) Sobald 300 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen und an den Autor weitergeleitet, der dann mit den Gewinnern die Widmungen bespricht und die Zusendung der Titel abspricht! Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen!

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Alfred Bekker: “Megakiller Reloaded – Cybergirl Edition” rezensiert von Alexandra Balzer (alea).

Erstellt von Detlef Hedderich am 15. Oktober 2011

Alfred Bekker
Megakiller Reloaded – Cybergirl Edition

Action Verlag, Essen, 01/2011
1 MP3-DVD in DVD-Hülle, Hörbuch, SF
ISBN 978-3-8621-0314-0
Laufzeit: ca. 225 Min.
Gelesen von Katharina Guleikoff
Musik von Thomas Nolte

www.action-verlag.com
www.alfredbecker.de
www.thomas-nolte-wellnessmusik.de/

Titel bei amazon.de

Produktbeschreibung:

Er ist überall. In jedem Chip, in jedem elektronischen Bauteil. In der Schiebetür eines Appartments, in der Sauerstoffversorgung eines Raumschiffs. Und an tausen anderen Stellen, wo man ihn nicht vermutet. Er ist ein Jäger. Auf tausend Welten zugleich, ein stiller Mörder. Wohin man auch flieht, er ist schon dort. Ein sich selbst reproduzierender Datensatz, der in der Lage ist, jedes Rechnersystem, in das er Eindringt zu manipulieren. Sein Ziel bin ich. Mein Name ist Eva Morley und ich nenne ihn den MEGAKILLER…

©2010 Alfred Bekker; (P)2010 Action Verlag

Rezension:

Eva Morley nennt sich selbst Privatagentin. Sie nimmt Aufträge von Personen und Konzernen an, die nicht immer ganz lupenrein sind. In einer digitalen Welt, in der Raumfahrt längst zum Alltag gehört, man sich von einem Ort zum anderen beamen kann und in der Menschen dank Gen-Technik ein biblisches Alter erreichen, hat sie ihre Fähigkeiten im Kampf, aber auch im subtilen Eindringen in Gebäude und Systeme zur Kunst erhoben. Nun, fast 100 Jahre alt, lebt sie ihre x-te Identität. Jemand wie sie kann nicht all die Jahre tun, was sie tut, und stets ihren gleichen Namen, ihre gleiche Anschrift und ihre gleiche Bankverbindung nutzen. Auch Eva Morley ist letztlich nur eine angenommene Identität.

Eine Identität mit Verfallsdatum, wie sie sehr schnell feststellen muss, denn unheimliche Dinge geschehen in ihrer Umgebung. Die Türen in ihrem Haus trachten ihr scheinbar nach dem Leben, ihr Gleiter gehorcht ihr nicht mehr. Schuld daran ist ein Virus, welches sie „Megakiller“ nennt – und es scheint überall zu sein, wo sie auch ist. Ein Jäger, der sie verfolgt und zur Strecke bringen will. Wohin sie auch flieht, welche Identität sie auch annimmt – der Megakiller ist da und wartet auf sie …

Die Idee eines omnipräsenten Virus, welches in einer durch und durch digitalisierten Welt Jagd auf eine Person macht, ist durchaus keck. Die Vorstellung, dass alles um einen herum von Chips gesteuert wird und ebenso jedes noch so kleine Haushaltsgerät plötzlich zu einem Killer mutieren kann, erscheint beängstigend und faszinierend zugleich. Die Umsetzung der Idee ist Bekker bei diesem Hörbuch leider nicht ganz gelungen. Zugunsten einer Nebenstory verschenkt er viel Potential. Stellenweise wirkt es, als sei der „Megakiller“ völlig in den Hintergrund getreten, bevor er wieder eher halbherzig in Erscheinung tritt. Die größte Action spielt sich dann auch nicht aufgrund des Killervirus„ ab, sondern eben aufgrund der Nebengeschichte. Ab etwa der Mitte des Hörbuchs wechselt die Story, wobei die Auflösung am Ende zum einen unbefriedigend erscheint, zum anderen nur halbgar erklärt, was wirklich geschehen ist. So bleibt am Schluss das Gefühl zurück, dass hier einige Chancen vergeben wurden.

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass es sich um eine „Cybergirl-Edition“ handelt. Offenbar existiert ein ursprünglicher Roman namens „Megakiller“, der auch als eBook zu haben ist und zudem im Juni 2011 als Hörbuch erscheint. Möglich, dass es sich bei dem vorliegenden Werk um eine Extraktion handelt und so der oben geschilderte Eindruck entsteht. Dazu würde auch ein Textfehler passen, der an einer Stelle auffiel – offenbar kam ursprünglich ein männlicher Protagonist zum Einsatz. Zum Technischen: Die Sprecherin macht einen sehr guten Eindruck. Laut Verlag ist dies ihre erste Rolle in einem Hörbuch, und hier kann man ihr nur gratulieren. Sie versteht es, Spannung und Emotionen zu transportieren. Zudem hat sie eine sehr angenehme Stimme, der man gerne über Stunden hinweg zuhört. Das Hörbuch kommt nicht auf mehreren CDs, sondern auf einer MP3-DVD. Das ist dann sehr praktisch, wenn man „Megakiller Reloaded“ auf einem mobilen Gerät oder am PC hören will, denn das Rippen geht in kürzester Zeit vonstatten.

Passend zum Datenträger wird die DVD in einer typischen Hülle ausgeliefert. Das Cover gefällt, im Regal macht das Hörbuch einen guten Eindruck. Alfred Bekker liefert mit „Megakiller Reloaded“ eine Story mit Schwächen, die man so von ihm eigentlich nicht kennt. Die Lesung ist jedoch sehr gut, der Datenträger ungewohnt, aber gerade für den mobilen Hörgenuss sehr praktisch.

Copyright © 2011 by Alexandra Balzer (alea)

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“Die Drachen-Attacke” – Alfred Bekker liest auf der Frankfurter Buchmesse im Forum Kinder- und Jugendbuch am 15.10.2011 von 16:15 – 16:45 Uhr!

Erstellt von Detlef Hedderich am 6. Oktober 2011

Das Abenteuer um den hochkultivierten Prinzen Candric, dessen Seele in den Körper des Ork-Barbaren Rhomroor versetzt wird,  geht weiter! Im dritten Band der Ueberreuter-Fantasy-Erfolgsreihe “Die Wilden Orks” erzählt Alfred Bekker wie Prinz Candric sich gemeinsam mit dem abtrünnigen Elbenmagier Asanil auf den Weg zur Drachenküste macht, um herauszufinden, warum es kaum noch versteinerte Dracheneier gibt …

Nach “Angriff” der Orks” und “Der Fluch des Zwergengolds” liegt mit “Die Drachen-Attacke” nun der dritte Band der Serie für junge Leser vor, der noch die Titel “Sturm auf das Elbenreich” und “Die Tricks der Trolle” im Frühjahr und Herbst 2011 folgen sollen.

Die Lesung findet auf der Frankfurter Buchmesse im Forum Kinder- und Jugendbuch am 15.10.2011 von 16:15 – 16:45 statt.

Näheres

Aktuelles Interview

Bekker, Alfred
Die Drachen-Attacke

Die wilden Orks

Illustriert von Schulz, Dirk
Verlag :      Ueberreuter, C
ISBN :      978-3-8000-5644-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      9,95 Eur[D] / 9,95 Eur[A] / 15,90 CHF UVP
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Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 03.05.2011
Seiten/Umfang :      176 S., 1 Ktn. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      07.2011

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Prinz Candric ist gemeinsam mit dem Elbenkrieger Lirandil und dem Magier Asanil unterwegs zur Drachenküste, um herauszufinden, warum es kaum noch versteinerte Dracheneier gibt. Und dann kommt es wieder zum magischen Seelentausch zwischen Candric und dem Ork Rhomroor …

Im Körper seines Ork-Freundes begegnet der junge Prinz einer Horde uralter, riesenhafter Drachen, die ganz Athranor bedroht.

Alfred Bekker ist ein im Münsterland geborener und aufgewachsener Autor, der in fast allen Genres der Unterhaltungsliteratur tätig war. Er begann wie sein Romanheld mit Western-Romanen und wurde später Mitautor von “Jerry Cotton”. Außerdem schreibt er SF- und Fantasyromane sowie Kinder- und Jugendbücher.

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DIE KORREKTUR – eine Science Fiction-Kurzgeschichte von Alfred Bekker

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Oktober 2011

DIE KORREKTUR


eine


Science Fiction-Kurzgeschichte


von


Alfred Bekker

Wie ein Reflex tauchte der Gedanke an Flucht in seinem Gehirn auf, während die Angst an die Oberfläche seines Bewußtseins stieg und dort für Chaos sorgte.

Aber Flucht war sinnlos und unmöglich.

Belgan war Realist genug, das zu erkennen, und so ließ er sich bereitwillig durch den kahlen Korridor führen.

Als sie ihn dann in den vorwiegend in beruhigenden Brauntönen gehaltenen Korrektur-Raum brachten, wich die Angst für einige Momente einem ungläubigen Staunen.

Einen Korrektur-Raum hatte er sich stets anders vorgestellt: furchtbarer, schreckenerregender, von der Atmosphäre eines Folterkellers erfüllt.

Was er sah, war jedoch ganz anders:  Das Dämmerlicht, das hier herrschte, ergab zusammen mit der Dominanz der Brauntöne fast soetwas wie Gemütlichkeit.

Nichts wies auf die Bedeutung dieses Raumes hin für diejenigen hin, die hier hereingeführt wurden – so wie Belgan.

Kein Hinweis auf das, was hier geschah.

Belgan bemerkte eine Liegefläche, elektronische Apparate und einige Medo-Robots, aber das alles gab es anderswo, an an weniger bedrückenden Orten auch.

Hätte er nicht gewußt, daß hier der Verlauf von Leben korregiert wurde – er hätte es kaum geglaubt.

Hinter einem Computerterminal saß ein angestrengt wirkender Mann, dessen Gesicht vom Licht des Bildschirms seltsam beleuchtet wurde.

Erst nach einiger Zeit sah dieser von seiner Arbeit auf und musterte den Gefangenen.

Sein Blick war teilnahmslos und gleichgültig.

“Sie sind Belgan?”

“Ja.”

“Freut mich. Mein Name ist Kalagges.”

“Die Freude liegt allerdings nicht auf meiner Seite.”

Kalagges zuckte mit den Schultern.

“Ich verstehe Sie irgendwie schon, aber wir sollten uns trotz allem nicht davon abhalten lassen, die höfliche Form zu wahren. Im Übrigen – ” War es der schwache Abglanz eines Lächelns, den Belgan im Gesicht des anderen bemerkte, oder täuschte er sich? “- haben Sie weder von mir, noch von irgendjemand anderem hier auch nur das Geringste zu befürchten.”

Dies hatte Belgan beruhigen sollen, verfehlte seinen Zweck aber gänzlich. Der Gefangene wollte etwas erwidern, doch es dauerte eine ganze weile, bis er sprechen konnte.

Kalagges wartete geduldig, als er Belgans Verfassung erkannte. Ja, er wahrte die Form und war höflich, aber fast wäre es Belgan lieber gewesen, wenn der andere voller Verachtung und mit einem Schuß Sadismus gesprochen hätte. Er hätte diesen Mann dann guten Gewissens und aus vollem Herzen hassen können, was ihm so etwas schwerfiel.

Das Gefühl des gerechten Zorns wollte sich einfach nicht in dem Maße einstellen, in dem Belgan es gerne gespürt hätte, um auf diese Weise ein Ventil zu haben.

“Nichts zu befürchten?” brachte er schließlich heraus. “Sie wollen aus mir einen anderen Menschen machen! Sie wollen mich auseinandernehmen und anschließend die Einzelteile so wieder zusammensetzen, wie es Ihnen gefällt! Sie – ”

“Belgan!”

Kalagges schüttelte tadelnd den Kopf. “Versuchen Sie, zu verstehen, versuchen Sie, Einsicht zu zeigen! Es hat überhaupt keinen Sinn, wenn Sie Ihre Kräfte mit fortwährender Renitenz vergeuden. Wirklich nicht!”

Nein, dachte Belgan dann. Es hat wirklich keinen Sinn!

“Wenn wir Sie korregiert haben, weden Sie sich besser fühlen. Verlassen Sie sich darauf!”

Kalagges beugte sich nun etwas vor, seine Augen verengten sich ein wenig und wirkten zum erstenmal gefährlich.

“Und vergessen Sie eines nicht, Belgan: Sie sind ein Verbrecher! Früher hat man Ihresgleichen mit Freiheitsentzug oder Tod bestraft. Sie sollten sich glücklich schätzen, in unserem Jahrhundert geboren zu sein. Wir bestrafen Sie nicht. Nicht im eigentlichen Sinn. Wir wollen nicht Rache oder Sühne, sondern Ihre Sozialisation korregieren.”

Belgan schwieg.

Es gab einfach nichts zu sagen.

Und es gab keine Möglichkeit, zu widerstehen.

“Ich will Ihnen damit keinesfalls Vorwürfe machen”, fuhr Kalagges dann fort. “Ein Mensch handelt in einer bestimmten Art und Weise auf Grund von Erfahrungen aus der Vergangenheit, die sich in seinem Gedächtnis festgesetzt haben. Verändert man sein Gedächtnis, seinen Erinnerungsspeicher (und damit faktisch auch seine Erfahrungen), sowerden danach zwangsläufig die Entscheidungen dieses Menschen anders ausfallen. Mehr werden wir auch mit Ihnen nicht tun. Wir werden Sie korregieren, oder, um ein älteres Wort zu verwenden: Wir werden Sie heilen.”

Kalagges klopfte auf das Computerterminal.

“Keine Angst, wir werden keinen Fehler machen, Belgan! Ich habe Ihre Daten gerade nocheinmal überflogen: kein schwieriger Fall. Ich weiß, in der Öffentlichkeit wird unsere Arbeit von verschiedener Seite oft negativ dargestellt, aber ich kann Ihnen versichern, daß nichts von dem, was man draußen so hört, wahr ist. Diese Kampagnen leben ausschließlich von Lügen.

Das will ich hoffen, dachte Belgan.

Aber er glaubte es nicht.

Flucht unmöglich, Widerstand zwecklos.

Es schien tatsächlich nichts anderes zu geben, als sich zu fügen, zu kapitulieren.

“Was, wenn doch etwas anderes geschieht, als es Ihrer Absicht entspricht?” fragte Belgan schwach.

“Dann”, entgegnete Kalagges mit einem Grinsen, “würden wir Sie hier bald wiedersehen.”

Es war alles perfekt, aber dennoch fürchtete Belgan sich. Würde man ihn tatsächlich heilen? Oder nur anpassen?

Belgan befürchtete das Zweite.

ENDE


Alfred Bekker,.DIE KORREKTUR (in: Science & Fantastica 3 – 1985)
(in: Chronos 7 – 1985)
(in: Golem 41 – 1990)
(in: A.Bekker, ‘Das Meer der Finsternis’, EPG1/1998)

Copyright (c) 1985/2011 by Alfred Bekker

Kaufempfehlung des Autors/der Redaktion:

Bekker, Alfred
Herrschaft der Alten


Verlag :      edition zweihorn
ISBN :      978-3-935265-89-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      6,95 Eur[D] / 7,20 Eur[A] / 13,00 CHF UVP
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Seiten/Umfang :      CXLVIII S. – 19,0 x 12,0 cm
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Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 10.2011

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Auch wenn das unmöglich scheint: Benn ist wild entschlossen, aus diesem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Und er hat Glück! Die Auswirkung eines ungewöhnlich starken Sonnensturms, der die Erde trifft, eröffnet ihm und seinen Freunden die einmalige Chance zu einer dramatischen Flucht. Das Risiko, gefasst zu werden, ist hoch. Aber Benn weiß, dass seine Zukunft woanders liegt. Denn in über hundert anderen Ländern ist nichts so heiß begehrt wie die Jugend …

Alfred Bekker ist ein im Münsterland geborener und aufgewachsener Autor, der in fast allen Genres der Unterhaltungsliteratur tätig war. Er begann wie sein Romanheld mit Western-Romanen und wurde später Mitautor von “Jerry Cotton”. Außerdem schreibt er SF- und Fantasyromane sowie Kinder- und Jugendbücher.

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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR MIT PERSÖNLICHER WIDMUNG DES AUTORS (!): Bekker, Alfred – Drachenschiffe vor Vinland. Ein Abenteuer aus der Wikingerzeit.

Erstellt von Detlef Hedderich am 18. August 2011

Bekker, Alfred
Drachenschiffe vor Vinland

Ein Abenteuer aus der Wikingerzeit

Im Buch blättern

Illustriert von Schulmeyer, Heribert
Verlag :      dtv
ISBN :      978-3-423-07718-7
Einband :      Paperback
Preisinfo :      5,95 Eur[D] / 6,20 Eur[A] / 7,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
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Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 05.07.2011
Seiten/Umfang :      ca. 128 S., Mit Illustrationen von Heribert Schulmeyer – 19,1 x 13,6 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      01.05.2009
Aus der Reihe :      dtv junior Tigerauge 7718

Um das Jahr 1000 verlassen drei Wikingerschiffe das unwirtliche Grönland, um jenseits des großen Meeres ein besseres Leben zu finden. Auch die Zwillinge Einar und Freya sind mit an Bord. Mit knapper Not überleben die 170 Passagiere samt Ziegen, Kühen und Gepäck die stürmische Fahrt. Doch kaum angekommen, machen Einar und Freya eine schreckliche Entdeckung …

Alfred Bekker ist ein im Münsterland geborener und aufgewachsener Autor, der in fast allen Genres der Unterhaltungsliteratur tätig war. Er begann wie sein Romanheld mit Western-Romanen und wurde später Mitautor von “Jerry Cotton”. Außerdem schreibt er SF- und Fantasyromane sowie Kinder- und Jugendbücher.

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Buchrezension von Walter Gasper: Alfred Bekker – Die Eisdämonen der Elben Band 7 – Elbenkinder.

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. August 2011

Alfred Bekker
Die Eisdämonen der Elben
Band 7 – Elbenkinder

(sfbentry)
Elbenkinder – Die Eisdämonen der Elben, 2011
Schneider Buch
Verlegt durch die Egmont Verlagsgesellschaften mbH
ISBN 9783505125614
Jugendbuch Fantasie
Erschienen im Juli 2011
Hardcoverbuch 202 Seiten

www.schneiderbuch.de
www.alfredbekker.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Das Buch “Die Eisdämonen der Elben” von Alfred Bekker aus dem SchneiderBuch-Verlag ist der siebte und letzte Band der Reihe rund um die Elbenkinder.

Zum Inhalt:

Im Eisland, dem nordöstlichsten Landstrich vom Zwischenland geschehen seltsame Dinge. Die Gletscher dehnen sich trotz Frühjahr aus und bedrohen die Stadt Mergond unter sich zu begraben. Es scheint so, als ob eine magische Kraft das Eis vorantreibt. Die von König Keandir entsandten Erkundungselben Lirandil und Sandrilas sind plötzlich verschollen. Nun machen sich unsere Elbenzwillinge Daron und Sarwen mit dem Erfinder Thamandor und seinem Flammenspeer auf, diese zu suchen. Die Hoffnung ruht nun auf Thamandor und seinem weiterentwickelndem Flammenspeer, um das Eis zu bekämpfen. Während ihrer Reise auf dem Rücken von Rarax, dem Riesenfledertier, begegnen sie im Eisland seltsamen und gefährlichen Eiskreaturen, bis sie in eine Eisfestung mit einem großen Eiskristall kommen. Hier erfahren unsere Abenteurer nun, dass eine geheimnisvolle Magie mit elbischen Ursprung hinter allem steckt. Diese gilt es nun zu besiegen.

Meine Meinung:

Alfred Bekker entführt unsere jungen Leser mit einer spannungsreichen und packenden Geschichte in das Zwischenland zu den Elbenzwillingen Daron und Sarwen. Auch diese Geschichte, wie alle vorhergehenden, ist geprägt von dem Ideenreichtum des Autors. Erschuf er wieder neue Lebewesen im Zwischenland, diesmal aus Eis, welche aufgrund der detaillierten Beschreibung fantastisch vorstellbar sind. Fantasievoll und erlebnisreich, ohne blutrünstige Gewalt,  beschreibt er den Weg und schlauen Kampf unserer Protagonisten gegen eine bekannte und doch fremde Magie der Elben, um somit den Bewohnern des Eislandes zu Hilfe zu kommen.

Natürlich werden wieder einige besondere Eigenschaften der Elben erwähnt und wer die Reihe der Elbenkinder kennt, wird erstaunt sein, da in dieser Folge der Thronfolger anfängt zu wachsen. Dies war für mich das Indiz, dass es tatsächlich auch die letzte Folge aus dieser Reihe sein wird. Im letzten Kapitel des Buches wird der weitere Lebensweg der Elbenzwillinge beschrieben, aber gemäß dem Nachwort wird die Geschichte des Zwischenlandes weitergehen, diesmal allerdings mit Zwergenkindern. Dies alles spielt in der Zeit, in der Daron König sein wird. Auch sollen einige Protagonisten aus der Elbenkinderreihe hier wieder eine Rolle spielen.
Warten wir es also ab, was Alfred Bekker uns demnächst aus dem Zwischenland präsentiert.

Fazit:

Hier heißt es, dieser fantastischen und gelungenen Reihe der Elbenkinder Abschied zu sagen. In diesem letzten Band hat Alfred Bekker wieder einmal seinen fantastischen Einfällen freien Lauf gelassen. Detailliert, fantasievoll und spannend beschreibt er das letzte Abenteuer der Elbenzwillinge. Die Kapitellängen, abgestimmt auf unsere jungen fantasiebegeisterten Leser, laden auch mal zu einer kurzen Leseeinlage mit der Gefahr des Zeitvergessens ein. Ein Buch wie seine Buchreihe, leicht verständlich und somit genau die richtige Lese-Kost für unsere jungen und jung gebliebenen Leser.

Copyright by Walter Gasper 2011

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Im Juli 2011 erscheinen drei neue Bücher für junge Leser von Elben- und Gorian-Autor Alfred Bekker

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. Juni 2011

Elbenkinder Bd.7.: Die Eisdämonen der Elben
Im rauen Eisland im Norden gehen seltsame Dinge vor sich: Es schneit unaufhörlich, die Gletscher dehnen sich aus und drohen eine Stadt unter sich zu begraben dabei ist eigentlich längst Frühling! Eine geheimnisvolle magische Kraft scheint das Eis voranzutreiben. Zwei Botschafter aus dem Zwischenland, die ausgeschickt wurden, um das Geheimnis aufzuklären, sind nicht mehr zurückgekehrt. Als die Elbenkinder Daron und Sarwen sich aufmachen, um die Verschwundenen zu suchen, erfahren sie, dass die Bedrohung viel größer ist als bisher angenommen. Und dass hinter alldem eine Macht steht, die ihnen wohlbekannt ist …
Nach der Elben-Trilogie und den sechs vorherigen Bänden der Elbenkinder-Reihe ist dies der insgesamt zehnte Elben-Roman von Alfred Bekker. Näheres

Die wilden Orks 3 – Die Drachenattacke
Prinz Candric ist gemeinsam mit dem Elbenkrieger Lirandil und dem Magier Asanil unterwegs zur Drachenküste, um herauszufinden, warum es kaum noch versteinerte Dracheneier gibt. Durch einen mächtigen Zauber tauschen Candric und der Ork Rhomroor ihre Seelen … Im Körper seines Ork-Freundes begegnet der junge Prinz einer Horde uralter, riesenhafter Drachen, die ganz Athranor bedroht. Näheres hier


Tutenchamun und die Grabräuber
Auf Tutenchamun wird ein Anschlag verübt, während er auf der Reise zum Begräbnis eines Priesters ist! Er überlebt zwar, muss aber die abenteuerliche Reise fortsetzen. Kurz nach dem prunkvollen Ritual wird das Grab ausgeraubt und Tutenchamun und Herkos wollen die Räuber finden. Sie decken dabei das gefährliche Komplott eines Beamten auf, der unbedingt Wesir werden möchte.

Dieses mystisch-historische Abenteuer ist die Fortsetzung des Alfred Bekker-Titels TUTENCHAMUN UND DIE MUMIENFÄLSCHER. Näheres

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Buchrezension von Walter Gasper: Alfred Bekker: Der Krieg der Elben Band 3 (LYX-Verlag / Februar 2008)

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. August 2010

Alfred Bekker
Der Krieg der Elben
Band 3

(sfbentry)
LYX-Verlag
ISBN: 9783802581427
High Fantasy
Februar 2008
Redaktion: Peter Thannisch
Karte: Daniel Ernle
Produktion: Susanne Beeh
Hardcover, 409 Seiten

www.egmont-lyx.de
www.alfredbekker.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Das Buch Der Krieg der Elben ist der 3. und letzte Teil der Elben-Trilogie von Alfred Bekker

Zum Buch:

Das Volk der Elben hat sich auf dem neuen Kontinent, Zwischenland genannt, inzwischen weit ausgebreitet. König Keandir wurde seinerzeit durch den Kampf mit dem so genannten augenlosen Seher von einer schwarzen Magie befallen (s. Band I. Das Reich der Elben). Diese gab er an seine Zwillingssöhne Andir und Magolas weiter. Während Andir sich immer mehr dem Studium seines Geistes und seiner elbischen Magie zuwandte und sich für die Regierungsgeschäfte als Thronfolger überhaupt nicht interessierte, ging es seinem Zwillingsbruder mit den Regierungsgeschäften nicht schnell genug. Durch die Hochzeit mit einer sterblichen Rhagarfrau gelangt er an ein kleines Königreich im Süden der Insel. Durch erbitterte Kriege und Bündnisse mit anderen Rhagarvölkern kann er sein Reich stark vergrößern. Um seinen Machthunger zu stillen, gab Magolas sich immer mehr der Finsternis hin. Erst recht, als das Leben seiner geliebten Ehefrau vor dem Ende steht. Er machte sich zu einem willigen Sklaven und Werkzeug von dem Herrscher Xaror, eine Kreatur der Finsternis und Bruder des augenlosen Sehers, um das Leben seiner sterblichen Frau durch einen magischen Trank zu verlängern, welchen er als Gegenleistung von Xaror erhält.

Selbst der Krieg gegen seinen Vater und sein gebürtiges Volk sowie seine eigenen Zwillinge Daron und Sarwen, welche durch dunkle Rituale Xaror später dienen sollen, setzt Magolas zwecks Lebenserhalt seiner geliebten Ehefrau aufs Spiel. Er schreckt vor nichts und niemanden zurück. Auch magische Artefakte für Xaror, welcher dieser für die Stärkung seiner finsteren Magie benötigt, um in die elbische Welt zurück zukommen, besorgt Magolas mit blutigen und kriegerischen Handlungen. So kommt es wie es kommen muss,  zu einer gnadenlosen und entscheidenden Schlacht zwischen den Elben, angeführt von König Keandir, und der Kreatur der Finsternis mit seiner Armee aus unglaublich schrecklichen und barbarischen tierischen Kriegern. Der Untergang der Elben scheint besiegelt zu sein und greifbar nahe, da nun auch noch Magolas gegen seinen Vater in den Krieg zieht.

Für Spannung hat Alfred Bekker mehr als genug gesorgt, erfand er doch immer neue gemeingefährliche Kreaturen der schwarzen Magie und Fantasieungeheuer, gegen die die Elben kämpfen mussten. Obwohl in dem spannungsgeladenen Buch viele blutige, schreckliche und ereignisreiche Schlachten beschrieben wurden, schaffte der Autor es immer wieder durch den geschickten Einsatz von schlachtenlosen interessanten Nebenschauplätzen dem Leser eine gewisse Ruhephase zu gönnen. Die Hauptprotagonisten wurden wieder durch den fantastischen und detailreichen Schreibstils zum Leben erweckt und entführten den Leser in eine andere Welt, eben in die Welt des Zwischenlandes. Aufgrund der Landkarte im Buch konnte der Leser die doch recht imposanten weiten Wege der Elben gut mitverfolgen.

Diese Trilogie kann ich nur jedem Fantasiebegeisterten empfehlen. Ist der erste Teil zwar noch etwas vage und vorsichtig, so kommt im zweiten Teil die spannende Handlung richtig in Fahrt. Dies hat der Autor für den dritten und finalen Teil übernommen und weiter gesteigert, sodass der Leser es kaum erwarten kann, das Ende lesend zu erreichen. Ich konnte das Buch nur sehr schwer aus den Händen legen, es hat mich voll in den Bann der Elben gezogen.

Um am dem Leben der Elben weiter teilhaben zu können, hat Alfred Bekker den Elbenzwillinge Daron und Sarwen eine eigene Bücherreihe gewidmet. Aus der Reihe Elbenkinder sind bislang fünf Bücher für unsere jungen, Fantasie begeisterten Leser erschienen.

Copyright by Walter Gasper 2010

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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