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Literatur-Blog

EIN NEUER FRÜHLING – Leseprobe aus dem Roman: Im Schatten der Dämonen. Weltennebel 3 – von Aileen P. Roberts

Erstellt von Aileen P. Roberts am 25. April 2012

EIN NEUER FRÜHLING

Leseprobe aus dem Roman:

Im Schatten der Dämonen – Weltennebel 3

von Aileen P. Roberts

In Gedanken versunken stand Darian vor dem düsteren Felsmassiv an der Grenze zum Zwergenland und dachte schaudernd an die Zeit, als er allein und verloren in den Gängen des Unterreichs umhergeirrt war. Aus eigener Kraft hätte er dort nie wieder herausgefunden, doch eine Gruppe von Tiefengnomen hatte sich seiner angenommen und ihm die Rückkehr ans Tageslicht ermöglicht. Nun wollte er sein Versprechen einlösen und ihnen die versprochene Belohnung zukommen lassen. Gestern Abend hatte er eigenhändig einen Rehbock geschossen, und dieser lag nun fertig zerlegt vor dem versteckten Zugang ins Unterreich. Schon seit einiger Zeit wartete Darian darauf, dass eines der kleinen pelzigen Wesen erschien.

»Wer weiß, wann diese Tiefengnome ins Freie kommen«, gab Hauptmann Torgal wieder einmal zu bedenken, so wie öfters in den letzten Stunden. »Ihr habt Euren guten Willen bewiesen, Darian, wir sollten wirklich zurück zum Lager gehen.«

»Nein«, erwiderte er bestimmt, »ich habe diesen Wesen mein Leben zu verdanken und möchte mich erkenntlich zeigen. Wenn ich das Fleisch einfach so hier liegen lasse, schleppt es am Ende ein Bär oder Wolf fort, und das wäre nicht richtig.«

Seufzend ließ sich der alte, grauhaarige Hauptmann auf den Boden sinken und schickte sich an, sein vom häufigen Gebrauch schon recht schartiges Schwert zu polieren.

Die Dunkelheit brach herein, und die beiden Männer setzten sich ans Lagerfeuer, wo sie sich leise über Darians Zeit im Reich der Dunkelelfen unterhielten. Die Verwunderung über viele der Dinge, die Darian aus dem Unterreich und der Dunkelelfehauptstadt Kyrâstin erzählte, stand Torgal noch immer offen ins Gesicht geschrieben. Sein ganzes, nun schon über sechzig Sommer dauerndes Leben hatte er Dunkelelfen für skrupellose, mörderische Wilde gehalten, und auch Darian war dieser Auffassung gewesen. Erst die Begegnung mit Mias Vater Zir’Avan und einigen anderen Dunkelelfen hatte den jungen König schließlich dazu bewegt, seine Meinung zu revidieren.

Funken sprühten auf, als Darian einen weiteren Ast ins Feuer warf, und auf einmal nahm er am Rande des Felsmassivs eine kleine, annähernd kniehohe Gestalt wahr, die neugierig ihren pelzigen Kopf ins Freie streckte.

Langsam, um den Tiefengnom nicht zu erschrecken, erhob er sich. »Fleisch – für euch«, sagte er in der knurrenden, abgehackten Sprache der Unterreichbewohner. Der kleine Tiefengnom mit den kugelrunden dunklen Augen, die aus einem pelzigen, bräunlich schwarzen Gesicht heraus starrten, blieb stocksteif stehen.

»Drrraggrann?«, knurrte er dann.

Darian nickte, denn so sprachen die Tiefengnome seinen Namen aus. Das kleine Wesen drehte seinen Kopf wieder in Richtung der Höhle, brummte etwas, und kurz darauf wuselten weitere fünf Tiefengnome aus der Öffnung heraus.

Darian machte Torgal, der mit gezogenem Schwert aufgesprungen war, ein beruhigendes Zeichen. Er wusste, dass der Hauptmann, im Gegensatz zu ihm, die Sprache der Tiefengnome nicht verstand und die dunklen Wesen mit den spitzen Zähnen als Bedrohung ansah.

Langsam und mit misstrauischen Blicken kamen die Tiefengnome näher, schnappten sich dann rasch die Fleischbrocken und verschwanden wieder in ihren dunklen Gängen.

»Gut, morgen früh können wir zurück zum Lager«, stellte Darian fest.

Kopfschüttelnd blickte Hauptmann Torgal zu der Stelle, wo die Tiefengnome verschwunden waren. »Wir leben wahrlich in seltsamen Zeiten.«

In nahezu verschwenderischer Pracht hatte der Frühling sein buntes Kleid über Albany gelegt, als Darian, seine Gefährtin Mia und der Zauberer Nordhalan erneut aufbrachen, nur wenige Tage, nachdem Darian seine Schuld bei den Tiefengnomen beglichen hatte. Von ihrem Lagerplatz am Rannocsee reisten sie nach Westen, um Darians und Mias kleine Tochter Leána abzuholen. Sie hofften, dass das Mädchen durch das geheime Eichentor auf der Nebelinsel bereits direkt aufs Festland, an die Westküste, gelangt war. Sollte dies nicht gelungen sein, stand ihnen eine längere Reise auf die im Westen liegende Insel der Nebelhexen bevor.

»Was ist, wenn sie irgendwo sonst raus kommt und nicht bei Cadman?« Darian machte sich große Sorgen um Leána, und auch an Mia bemerkte er leichte Anzeichen von Unruhe, selbst wenn sie sich bemühte, diese nicht zu zeigen.

»Tagilis hat gesagt, Lilith wird sie begleiten, ganz sicher kommen sie zurecht.«

Trotzdem drängte Darian seine Gefährten zur Eile. In der Ferne konnten sie einen Weiler erkennen, der sich in den Schutz uralter Bäume schmiegte. Kräftige Männer arbeiteten emsig am Bau einer neuen Straße.

»Wenn das Portal erst geschlossen ist, solltet ihr euch zu erkennen geben«, riet Nordhalan. »Sicher werden sich die Menschen dir und Atorian mit Freuden anschließen.«

»Atorian vielleicht schon, mir eher nicht«, gab Darian zu bedenken und dachte mit Grauen daran, wie er vor einigen Sommern sein Königreich hatte verkommen lassen, als er von einem teuflischen Dunkelelfenpilz abhängig gewesen war.

»Wir werden ihnen alles erklären«, meinte Mia aufmunternd und beobachtete lächelnd, wie Schwärme von Schmetterlingen über die Wiese vor ihnen flogen und in der Sonne die wildesten Tänze ausführten. Auch die Bäume waren bereits erblüht, überall tollten junge Hasen, Rehe, und hier und da sogar die scheuen Waldgnome umher.

Mia blieb stehen, schloss kurz die Augen und wenig später schwirrte eine große Gruppe von Heidefeen um sie herum. Die winzigen geflügelten Frauengestalten verharrten kurz, dann stoben sie auch schon wieder davon.

»Ich habe sie gebeten, nach Leána und Lilith zu suchen.« Sie hob bedauernd die Arme. »Ob sie das allerdings wirklich tun werden, weiß ich nicht. Sie lassen sich leicht ablenken, und wenn irgendwo eine besonders hübsche Blume blüht, kann es sein, dass mein Auftrag sofort wieder vergessen ist.«

»Trotzdem finde ich es beachtlich, dass du Elementarwesen beschwören kannst«, warf der große Zauberer mit dem langen grau-schwarzen Bart ein. »Keinem meiner Gilde ist das jemals gelungen.«

Mia lächelte zaghaft. Die Gabe, Elementarwesen zu beschwören, war ihr ausgeprägtestes Talent. Ansonsten beschränkten sich ihre magischen Fähigkeiten auf sehr einfache Zauber.

Ein lautes Geräusch ließ Darians Hand zu seinem Schwert fahren, aber dann entspannte er sich. In der Ferne stapfte nur eine Gruppe Waldtrolle durch das Unterholz, und die drei Gefährten eilten rasch weiter. Sie wollten sich nicht auf einen Kampf mit den groben Wesen einlassen, die sich zwar meist friedlich verhielten, jedoch zur Paarungszeit eine deutliche Neigung zu aggressiven Handlungen zeigten. Es dauerte nicht lange, und einige kleine Heidefeen kamen zurückgeschwirrt und tanzten aufgeregt vor Mia auf und ab.

»Sie sind ganz in der Nähe!« Sofort rannte Mia los, wobei ihr langer schwarzer Zopf wild hin und her pendelte. Selbst Darian, der wieder gut in Form und ein ausdauernder Läufer war, konnte sie kaum einholen. Nordhalan zählte bereits an die zweihundert Sommer und ging ihnen daher langsamer hinterher.

Ein strahlendes Lächeln überzog Mias Gesicht, als sie sah, wie zwei kleine Gestalten auf einem verhältnismäßig großen Pferd über die blumenübersäte Lichtung vor ihnen trabten. Ein Paar winziger brauner Wurzelgnome sprang erschrocken zur Seite, als das gräulich-braune Pferd mit der wallenden schwarzen Mähne angaloppierte und mit donnernden Sprüngen näher kam. Ein zweites dunkelbraunes Pferd, welches am Sattel angebunden war, folgte.

»Mutter!« Noch bevor der imposante Hengst richtig zum Stehen kam, war das schwarzhaarige Mädchen aus dem Sattel gesprungen und umarmte Mia stürmisch. Wenig später wurde auch Darian mit überschwänglicher Freude begrüßt und schloss seine kleine Tochter glücklich in die Arme.

Lilith, die zierliche blonde Frau mit der etwas eigenartig anmutenden Knollennase stieg langsam aus dem Sattel. »Aramia, Darian, ich bin so froh, dass ihr wohlbehalten aus dem Unterreich zurückgekehrt seid.«

Mit einem Lächeln umarmte Mia ihre Nebelhexenfreundin, während Leána Darian aufgeregt erzählte, dass sein Hengst Menhir nicht durch das Portal hätte gehen wollen, sie ihn aber dazu überredet habe. Ein schwarzer Blitz, der von links auf Leána zusprang, ließ Darian zusammenzucken. Dann jedoch erkannte er die schwarze Wölfin Fenja, die ihre kleine Freundin mit feuchten Küssen bedeckte.

»Fenja wollte unbedingt mitkommen«, sprudelte Leána los. »Und sie hat sich nicht so angestellt wie Menhir!«

»Ist denn alles gutgegangen?«, erkundigte sich Mia.

Lilith nickte und deutete auf das zweite Pferd, einen braunen Hengst, der etwas schmaler und eleganter als der kräftige Menhir war. »Liah konnte ich nicht mitnehmen, sie ist inzwischen hochträchtig, daher habe ich dir Lavos mitgebracht.«

Langsam ging Mia zu dem Pferd, das sie aus klugen Augen freundlich ansah.

»Er ist noch recht jung, aber gut ausgebildet. Ich denke, ihr werdet euch mögen.«

Zufrieden klopfte Mia dem Tier den Hals.»Ja, das denke ich auch.«

Leána hatte Darian an der Hand gefasst und zog ihn nun zu ihrer Mutter, wobei sie ununterbrochen vor sich hin plapperte.

»Hast du ihr schon erzählt, was ihre Aufgabe ist …«, begann Darian zögernd, aber Lilith schüttelte rasch den Kopf.

»Wir werden es später tun, wenn sie nicht mehr ganz so aufgeregt ist«, meinte Mia leise und streichelte ihrer quirligen Tochter über die dichten dunklen Haare.

»Was wollt ihr mir erzählen?«

»Du wirst bald deinen Großvater kennenlernen.« Mia beugte sich hinab und Leána sah sie mit ihren großen blauen Augen an.

»Ich habe einen Großvater?«

»Ja, er sieht allerdings etwas … nun ja … anders aus als wir. Er ist ein Dunkelelf und …«

Bevor sie ausgeredet hatte, erschien Nordhalan auf der Lichtung, und Leána rannte sofort freudig auf ihn zu.

»Bist du mein Großvater? Warum hast du denn gar kein Schwert? Haben alle Dunkelelfen so lange Bärte?«

Nach einem Augenblick der Überraschung nahm Nordhalan die Kleine auf seinen Arm. »Nein, ich bin kein Dunkelelf und sie tragen gar keine Bärte. Ich bin Nordhalan, ein Zauberer und Freund deiner Eltern.«

»Ach so.« Zuerst wirkte Leána enttäuscht, aber dann strahlte sie schon wieder. »Willst du auch mein Freund sein? War dein Vater vielleicht ein Zwerg, weil du so viele Haare im Gesicht hast?« Sie runzelte grübelnd ihre glatte Stirn. »Aber dafür bist du viel zu groß, es sei denn, deine Mutter war ein Bergtroll.«

»Leána, nicht alle Wesen sind aus verschiedenen Rassen entstanden«, erklärte Mia geduldig, »Nordhalan ist ein Mensch, und du wirst noch viele reinrassige Menschen kennenlernen.«

»Oh!« Nun schien sie sich ein wenig vor dem Zauberer zu fürchten und ging lieber rasch zu Darian zurück, dem sie ihre Arme um die Hüfte schlang.

»Keine Angst, Leána«, versicherte Nordhalan freundlich, »nicht alle Menschen sind schlecht.«

Sie nickte zustimmend, versteckte aber trotzdem schutzsuchend ihren Kopf an Darians Rücken.

»Komm, Leána, dein Onkel Atorian freut sich schon darauf, dich wiederzusehen, genauso wie Tagilis«, forderte Darian sie auf.

»Sie sind auch hier?« Leána begeisterte dies sichtlich, und sie fragte, ob sie auf Menhir reiten dürfe, was ihr Darian auch erlaubte. Jedoch bestand er darauf, die Zügel zu führen.

Glücklich thronte Leána auf dem großen Pferd und sah sich neugierig um, stellte dann jedoch enttäuscht fest: »Auf dem Festland sieht es gar nicht viel anders aus als auf der Nebelinsel.«

»Wo stand denn das Tor, welches aufs Festland führt?«, wollte nun Nordhalan wissen und musterte die kleine Nebelhexe Lilith unauffällig.

»Gar nicht weit von unserem Dorf entfernt«, erklärte sie mit heller, jedoch energischer Stimme. »Zwei ineinander verschlungene Eichen haben es bezeichnet, und auch auf der anderen Seite waren sehr ähnliche Bäume zu sehen. Es war faszinierend. Ich spürte nur ein kurzes Kribbeln, dann waren wir auf der anderen Seite.«

»Ich habe Cadman getroffen«, erzählte Leána und wippte im Takt von Menhirs ausgreifenden Schritten auf und ab. »Er hat sich gefreut, weil Fenja so ein hübscher großer Wolf geworden ist.«

»Wollte er nicht mitkommen?« Mia sah sich suchend um.

»Nein«, Lilith verzog ihren Mund, »ich denke, der alte Mann hat sich vor mir gefürchtet, weil ich eine Nebelhexe bin.«

Allmählich verstummten die Gespräche, und nachdem sie den ganzen Tag lang geritten waren, erreichten sie am Abend den geheimen Lagerplatz, der verborgen in einem schwer zugänglichen Tal an den Ufern des Rannocsees lag. Zusätzlich hatte Nordhalan noch einen Schutzzauber über die Siedlung gelegt, welche dem flüchtigen Betrachter vorgaukeln würde, die Halbinsel sei völlig unbewohnt. Mehrere mit Stroh oder Heidekraut gedeckte Holzhütten schmiegten sich in den Schutz hoher Bäume und Hecken; rund um das Dorf waren einige Felder angelegt worden, mit denen sich die knapp zwanzig Bewohner ihren nötigen Lebensunterhalt sicherten. Zunächst verhielt sich Leána ungewohnt ängstlich wegen der fremden menschlichen Männer, aber als sie ihren Onkel und Tagilis sah, legte sich ihre Scheu, und vor allem den Zwerg Edur schien sie sofort in ihr Herz zu schließen, denn er machte alle möglichen Scherze mit ihr und ließ sie auf seinen breiten Schultern reiten.

Nach dem Abendessen, als sich alle am Feuer in der größten Hütte versammelten, saß Leána bereits vertrauensvoll auf Nordhalans Schoß und lauschte halb schläfrig den Gesprächen der Erwachsenen, von denen sie vermutlich nicht allzu viel verstand.

Als Nordhalan ein wiederholtes Zupfen an seinem buschigen langen Bart spürte, sah er hinab zu dem kleinen Mädchen.

»Was machst du denn da?«, fragte er empört.

Leána hielt stolz seinen zu mehreren Zöpfen geflochtenen Bart in die Höhe. »Das sieht hübsch aus, außerdem hängt er dir dann nicht so leicht in der Suppe.«

Alle Anwesenden begannen laut zu lachen, während Nordhalan die Kleine mit säuerlicher Miene auf den Boden setzte.

»Mein Bart hat noch niemals in der Suppe gehangen«, betonte er.

»Vater, lässt du dir auch so einen Bart wachsen?«, bettelte sie. »Es macht Spaß, Zöpfe hineinzuflechten.«

Kopfschüttelnd und noch immer grinsend kniff Darian sie spielerisch in die zierliche Nase. »Nein, ich möchte keinen Bart tragen, und bitte lass den von Nordhalan in Zukunft in Ruhe. Ich glaube, er ist da etwas empfindlich.«

Leána seufzte abgrundtief. »Menschen verstehen einfach keinen Spaß, dass sagt Murk auch immer.«

Nur sehr mühsam gelang es Nordhalan, seine strenge Miene aufrecht zu erhalten, und als er zusah, wie die Kleine rasch auf Darians Schoß kletterte und an seiner Schulter einschlief, musste er sich eingestehen, dass er Darians Tochter schon jetzt in sein Herz geschlossen hatte.

Während Darian sich mit Torgal und Edur unterhielt, betrachtete Nordhalan ihn und Leána eingehend. Das Mädchen hatte die filigranen Züge und auch die rabenschwarzen Haare ihrer Mutter geerbt, wenngleich die von Aramia seidiger und glatter waren, Leánas Haar etwas dicker und leicht gelockt. Die großen blauen Augen hingegen stammten eindeutig von Darian, und auch ihr Lächeln erinnerte an den jungen Erben von Northcliff.

Diese kleine Familie wird es nicht einfach haben, überlegte der Zauberer bedrückt.

Noch an diesem Abend brachen hitzige Diskussionen aus, wie sie weiter vorgehen sollten, denn endlich schien die Ausführung ihres Auftrages, den sie von Merradann bekommen hatten, nicht mehr ganz unmöglich zu sein. Das Orakel – in Darians früherer Welt auch bekannt unter dem Namen Merlin – hatte sie aufgefordert, sämtliche Weltenportale in Albany zu schließen, damit Samukal keine weiteren Dämonen mehr durch diese beschwören konnte. Drei Zauberer von zwei unterschiedlichen Rassen bedurfte es, um diese Aufgabe zu bewerkstelligen. Doch erst im Dunkelelfenreich hatten sie dank Mias Urgroßvater Ray’Avan herausgefunden, dass Leána vermutlich eine Portalfinderin war. Heute beschlossen sie, in spätestens zwei Tagen zum Stein von Alahant aufzubrechen.

Doch selbst, wenn sich Leánas Fähigkeit wirklich zeigte – ob sie die Weltentore dann tatsächlich schließen können würden, schien eher fraglich. Denn noch hatten sie keine Nachricht von den Elfen erhalten, die versprochen hatten, im Frühling einen Zauberer zu schicken.

»Vielleicht wartet der Elfenmagier bereits am Stein«, mutmaßte Hauptmann Torgal und fuhr sich durch die kurzgeschnittenen grauen Haare. Darian wusste, dass Torgal all diese Magie ebenso suspekt war wie den anderen Männern, und umso höher rechnete er es ihm an, dass er zu seinem Versprechen stand, an seiner Seite um Northcliff zu kämpfen.

Langsam zerstreute sich die Menge, und die Männer zogen sich in die umliegenden Hütten zurück.

Darian hielt seine kleine Tochter im Arm und starrte grüblerisch ins Feuer. Nachdem Mia sich noch kurz und mit leise mit Lilith unterhalten hatte, trat sie zu ihm.

»Was hast du? Du wirkst so nachdenklich.«

Darian blickte zu ihr auf und betrachtete zärtlich, wie sich das Licht in ihren dunkelgrünen Augen fing und einen sanften Glanz auf ihr ebenmäßiges Gesicht zauberte.

»Leána wird niemals die Welt sehen, in der ich aufgewachsen bin«, sagte er mit leisem Bedauern. »Weißt du, vorher habe ich nicht wirklich daran gedacht, aber wäre es nicht vielleicht besser, wenn wir alle durch das Portal gingen und in der anderen Welt ein neues Leben anfingen?«

Mia zog ihren Stuhl näher zu ihm heran und streichelte ihm über die halblangen dunkelblonden Haare. »Willst du wirklich Samukal euer Königreich überlassen?«

»Nein, natürlich nicht«, gab er zu und schämte sich plötzlich seiner eigennützigen Gedanken. »Aber Leána ist noch so klein. Vielleicht wäre sie in der anderen Welt sicherer.«

»Ich weiß nicht, Darian, ich habe einige Zeit dort gelebt, und ich fand die andere Welt nicht sonderlich sicher.« Dann lachte sie plötzlich auf. »Und kannst du dir Tagilis, deinen Bruder oder Torgal und Nassàr vielleicht als normale Angestellte in einem Büro in London oder Edinburgh vorstellen? Mal abgesehen davon wären wir auch dort immer auf der Flucht, denn wir alle werden sehr viel älter als normale Menschen, und das würde irgendwann auffallen.«

»Du hast schon Recht.« Die Worte seiner Gefährtin hatten ein Lächeln auf sein Gesicht gezaubert. »Die drei würden vielleicht einige Zeit als verkappte und schrullige Antiquitätenhändler durchgehen«, scherzte Darian, wurde aber sogleich wieder ernst und seufzte tief. »Ich weiß, unsere Aufgabe liegt hier, und wir werden sie meistern!«

Aufmunternd drückte Mia seine Hand, dann nahm sie ihm ihre tief und selig schlafende Tochter aus dem Arm und legte sie sanft in eines der einfachen Holzbetten.

Nachdem es dunkel geworden war, erschien Zir’Avan, Mias Vater, in der Hütte. Aus dem Schatten jenseits des Feuerscheins kristallisierte sich die hochgewachsene, schlanke Gestalt des Dunkelelfen heraus, dessen Haut von deutlich dunklerer Farbe war als die der Menschen. Seine langen anthrazitfarbenen Haare hingen ihm bis beinahe zur Hüfte. Mal wieder beeindruckte Darian Zir’Avans eigenartige Aura aus Unerbittlichkeit, Würde und Stolz, wie er hochaufgerichtet, mit gestrafften Schultern dort in der Tür stand, und alles und jeden mit seinem durchdringenden Blick musterte. Dieses Wesen war ganz sicher der tödlichste Gegner, den man sich vorstellen konnte mit ganz eigenen, für Menschen häufig kaum nachvollziehbaren Moralvorstellungen. Jetzt trat der Dunkelelf leise und behutsam an Leánas Bett.

»Dies ist meine Enkeltochter?«, fragte er kaum hörbar und ein zärtlicher Ausdruck trat auf sein sonst so beherrschtes und meist unbewegtes Gesicht.

Mia lächelte stolz, und Darian war froh, dass sie sich jetzt besser mit ihrem Vater verstand. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie Zir’Avan nur Verachtung und Hass entgegengebracht, aber seitdem er ihr und ihren Gefährten im Unterreich sehr geholfen hatte, begann sie ihm langsam zu vertrauen.

»Ich bin von großem Stolz erfüllt. Dieses kleine Wesen ist wundervoll.«

»Warte nur, bis sie wach ist und anfängt, deine Haare zu Zöpfen zu drehen oder ähnlichen Unsinn«, warnte Darian schmunzelnd, was Zir’Avan jedoch nicht davon abhielt, sie weiterhin fasziniert zu betrachten.

Nur sichtlich ungern riss er sich von ihr los.

»Die Nacht bricht herein, wir sollten mit dem Training beginnen«, wandte er sich dann an Darian.

Ebenso wie die anderen Männer hier, übte dieser sich nun schon seit geraumer Zeit mit Zir’Avan im Schwertkampf, denn der Dunkelelf war ein Meister darin und konnte ihnen allen wertvolle Ratschläge geben. Torgal und seine Männer hatten zwar noch immer Vorbehalte gegen den Dunkelelfen, doch da er ihnen bislang keinen Anlass gegeben hatte, der ihr Misstrauen bestätigt hätte, nutzten sie diesen unerwartete Gelegenheit.

Da Zir’Avan das helle Tageslicht unangenehm war, warteten sie meist bis zum Einbruch der Nacht, entzündeten dann Feuer in dem verborgenen Tal und trainierten mit hölzernen Übungswaffen – mit richtigen Waffen wäre der Kampf gegen Mias Vater viel zu gefährlich gewesen. Auch heute ließ Zir’Avan sie Angriff und Verteidigung gegen die den Dunkelelfen eigenen wirbelnden Schläge üben. Obwohl Darian wusste, dass Zir’Avan nur mit halber Kraft angriff, sah er, dass Torgal, Nassàr und Fendor schon nach kurzer Zeit völlig erschöpft waren.

Darian selbst hielt sich ein klein wenig besser, da er bereits mit Bas’Akir geübt hatte, aber auch er wusste, dass er noch viel zu lernen hatte. Der Beste von ihnen war Atorian, dessen Klinge nur so durch die Luft zischte und der Zir’Avans Attacken meist zielsicher parierte. Leichte Eifersucht machte sich in Darian breit, und er nahm sich vor, härter zu trainieren. Allerdings hatte Atorian auch schon über zweihundertfünfzig Sommer und Winter Zeit gehabt, um seine Kriegskunst zu perfektionieren. Rein äußerlich wirkte er dabei nicht viel älter als Darian, der Anfang dreißig war. Die Erben von Northcliff konnten durchaus bis zu fünfhundert Jahre alt werden, wenn sie nicht vorher getötet wurden, und alterten auch rein äußerlich entsprechend langsam.

Die Männer und Mia hatten bereits eine ganze Weile trainiert und langsam, aber sicher erlahmten besonders die Schläge von Torgal und den älteren Männern. Gerade wollte Darian vorschlagen, das Training zu beenden, als die Männer ohnehin innehielten, denn plötzlich stand Leána vor ihnen, nur in ein dünnes Hemdchen gekleidet und mit zerzaustem Haar.

»Darf ich auch mitmachen?«, fragte sie begeistert, dann fiel ihr Blick auf Zir’Avan und sie ging ohne Scheu auf ihn zu. »Du hast dunkle Haut, so ähnlich wie eine Sumpfnyade«, stellte sie fest.

Zunächst schien Zir’Avan der Vergleich mit einer Sumpfnyade zu missfallen, dann zeichnete sich allerdings ein Schmunzeln auf seinem Gesicht ab. »Mein Name ist Zir’Avan, und ich bin dein Großvater.«

»Bringst du mir bei, auch so gut mit dem Schwert zu kämpfen?«, bat sie und fasste an den Griff seiner schlanken Elfenklinge.

»Natürlich, meine Kleine.« Sichtlich erfreut über das Interesse seiner Enkeltochter versprach er: »Ich werde dir ein kleines Schwert aus starkem Holz schnitzen.«

»Sie ist erst sechs, das kann noch warten«, mischte sich Darian jetzt ein und fasste seine Tochter an den Schultern.

»Kinder meines Volkes erhalten bereits in ihrem dritten Sommer ein Schwert.« Unverständnis stand in Zir’Avans Zügen.

»Leána ist aber keine Dunkelelfe.«

Beruhigend legte Mia ihrem Gefährten eine Hand auf die Schulter. »Auch auf der Nebelinsel hat sie schon spielerische Kämpfe mit den anderen Kindern ausgetragen, es wird ihr nicht schaden.«

»Mia, sie ist ein kleines Mädchen, das kann doch nicht dein Ernst sein!«

Mia nahm Darian an der Hand und führte ihn etwas abseits. »Es ist wichtig, dass Leána lernt, sich zu verteidigen. Sie hat Dunkelelfenblut in sich und wird sicher eine gute Kriegerin werden.«

»Sie ist …«, er fuchtelte wild in ihre Richtung, »klein und zart. Leána kann warten, bis sie meinetwegen fünfzehn oder sechzehn ist.«

»Sie soll ja noch nicht in einen richtigen Kampf ziehen. Aber jetzt lernt sie leichter und spielerisch, und Zir’Avan ist ein hervorragender Lehrmeister.«

Darian behagte die Vorstellung, dass Leána eine Kriegerin werden sollte überhaupt nicht, aber da er sich freute, dass Mia ihren Vater zu akzeptieren begann, willigte er schließlich ein. Nach längerem Nachdenken musste er sich auch eingestehen, dass es gut war, wenn Leána schon jetzt mit dem Training begann. Sicher, sie war ein kleines Kind, aber in dieser Welt war es wichtig, von Kindesbeinen an mit dem Schwert vertraut zu sein. Er selbst hatte den Umgang mit der Waffe erst mühselig und unter großer Anstrengung erlernen müssen, als er mit fünfundzwanzig hierher gekommen war.

Sie wird es leichter haben als ich, dachte er, wenngleich er sich kaum auszumalen wagte, dass dieses niedliche kleine Mädchen eines Tages gezwungen sein würde, jemanden zu töten. Aber das wäre wohl immer noch besser, als selbst getötet zu werden.

Im Augenblick sprang Leána wild um Edur herum und versuchte, ihn am Bart zu fassen.

»Musst du nicht eigentlich längst schlafen?«, keuchte der Zwerg irgendwann entnervt.

»Nein, ich habe Dunkelelfenblut in mir, ich kann viel länger wach bleiben«, erwiderte sie selbstbewusst, und setzte ihre Jagd fort.

Schließlich gab sich der junge Zwerg geschlagen. »Gut, aber ich bin kein Dunkelelf und muss ins Bett.«

»So, und wir haben jetzt noch das Vergnügen, Wache zu halten«, meinte Nassàr, eine Grimasse schneidend, zu seinem Freund Fendor. Als Mia und ihr Vater anboten, dies für sie zu übernehmen, schoben die beiden Männer trotzig ihr Kinn vor und schüttelten die Köpfe. Kurz drauf löste sich die Gruppe auf, und jeder verschwand in die umliegenden Hütten.

Langsam schritten Nassàr und Fendor zwischen den in Dunkelheit liegenden Holzhütten hindurch und überquerten den schmalen Damm, der aufs Festland führte. Ihr Lager, das während der letzten sechs Sommer und Winter zu einem kleinen Dorf angewachsen war, war nahezu perfekt vor feindlichen Blicken geschützt. Diese Insel lag am Rande eines Sees, war von Bäumen und Büschen bewachsen, und das Tal war nur durch einen Pass in den Bergen zugänglich.

»Besser wir halten selbst Wache als ein – Dunkelelf«, sprach Fendor Nassàrs Gedanken aus.

»Da hast du Recht.« Der alte grauhaarige Krieger fuhr sich über den Dreitagebart. »Seine Kampfkunst ist beeindruckend, aber ich würde ihm nicht mein Leben anvertrauen.«

Einträchtig umrundeten die Männer den See, um zu dem Pass zu gelangen, der hinauf in die wilden Berge führte.

»Ich wünschte, die kleine Kaya käme wieder vorbei«, begann Fendor irgendwann und blickte sehnsüchtig in den sternenübersäten Frühlingshimmel. Die junge Frau hatte vor einigen Monden den verletzten Tagilis von Ilmor zum Rannocsee begleitet und war kurze Zeit geblieben – nicht ohne mit ihrer quirligen und unkomplizierten Art allen Männern den Kopf zu verdrehen. Leider war sie dann jedoch wieder nach Ilmor abgereist.

»Meinst du nicht, sie ist etwas zu jung für dich?«, entgegnete Nassàr grinsend.

»Ach was, ich bin noch gut in Form.« Fendor fuhr sich durch das noch immer volle braune Haar. »Außerdem sehe ich jünger aus.«

»Ha, ha, wenn, dann kommt sie eher wegen dieses Halbelfen zurück. Sie hat ihm ganz schön glühende Blicke zugeworfen.«

»Was?« Fendor sah seinen Freund entsetzt an, bemerkte dann aber, dass dieser ihn nur aufziehen wollte.

»Blödsinn, Tagilis ist …« Der Krieger beendete seinen Satz nicht, sondern deutete schaudernd auf den nahen See, wo der Halbelf am Ufer saß, eine durchscheinende Gestalt vor sich, mit der er sich offensichtlich unterhielt. Die schwachen Strahlen des Mondlichts genügten, um die Umrisse der schwebenden Frau auf geisterhafte Weise nachzuzeichnen. »Das ist aber schon gruselig, oder?«

Mit einem Gefühl der Beklemmung nickte Nassàr. Als erfahrenen Krieger von über sechzig Sommern erschreckte ihn so schnell nichts, aber ein Halbelf von der Nebelinsel, der einen Geist als Gefährtin hatte, war doch etwas zu viel.

»Das sind eigenartige Zeiten, Fendor. Wir sind mit Nebelhexen, Dunkelelfen und anderen Halbwesen verbündet, am Ende wird noch ein Bergtroll zu unseren Gefährten zählen.«

Belustigt schlug Fendor seinem Freund auf die Schulter, und sie machten sich an den Aufstieg, um den Zauberer Nordhalan und ihren Gefährten Markat abzulösen, die am Eingang zum Tal Wache gehalten hatten…

Ende (von Kapitel 1)

Copyright (c) 2011/2012 by Aileen P. Roberts

Anmerkung der Redaktion: Wer wissen möchte, wie es weitergeht, der erfährt es in diesem Buch der Autorin, eine Rezension zur Unterstüzung anbei, Bestellmöglichkeiten über die Bestellinks:

Aileen P. Roberts
Im Schatten der Dämonen
Weltennebel 3

Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1. Auflage: 02/2012
TB 47590, Urban Fantasy
ISBN 978-3-442-47590-2
Titelgestaltung von UNO Werbeagentur, München unter Verwendung eines Motivs von Jürgen Gawron
Karte von Andreas Hancock

www.goldmann-verlag.de
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Als der Student Darian von Mia, einer Kommilitonin, erfährt, dass er in Wahrheit der lange verschollene Königssohn von Albany ist, glaubt er ihr zuerst kein Wort. Doch schneller, als es dem jungen Mann lieb ist, wird die für ihn fiktive Welt, von der Mia erzählt, zur Wirklichkeit. Zu seinem Entsetzen entpuppt sich sein Adoptivvater Samukal als Mörder seiner Eltern und als mächtiger Zauberer. Fehenius der Bruder Samukals, schafft es zudem, dass Darian bei seinem Volk in Ungnade fällt. Mit Mias Hilfe gelingt es Darian, seinen tot geglaubten Bruder Atorian zu befreien, der in einem unterirdischen Gefängnis vor sich hinvegetierte. Der Zauberer Nordhalan schließt sich ihnen an. Gemeinsam reisen die Brüder mit Mia ins Reich der Dunkelelfen. Mias Vater will ihnen helfen, einen Zauberer unter den Dunkelelfen zu finden, denn nur so können sie Samukal besiegen.

Samukal hat sich mit mächtigen Dämonen eingelassen. Während Atorian und Darian den Widerstand gegen Fehenius und Samukal organisieren, verliert der Zauberer nach und nach die Kontrolle über die Wesenheiten, die er herbeigerufen hat. Diese richten fürchterliches Unheil unter der Bevölkerung an. Darian bleibt nur eine Möglichkeit: Er muss die verschwundenen Drachen finden und nach Albany zurückbringen; bloß dann haben die Gefährten eine Chance, Samukal und seine Schergen zu besiegen.

Der dritte Teil ist noch düsterer als seine beiden Vorgänger. Die Autorin verschärft den Ernst der Lage zusehends. Ihre Protagonisten beginnen, sich weiter mehr zu entwickeln. Allen voran der mächtige Zauberer. Samukal, der Gegenspieler und Erzfeind Darians, verliert an Boden, als ihm die Kontrolle über die Geister bzw. Dämonen, die er rief, entgleitet. Der große Zauberer fängt allerdings an zu begreifen, dass eine viel mächtigere Figur die Fäden hinter den fürchterlichen Aktionen zieht, die diese Schreckgespenster ausführen. Ein Sinneswandel setzt bei diesem machtbesessenen Mann ein. Darian ist ihm ans Herz gewachsen, und da er ihn wie einen Sohn großgezogen hat, liebt er ihn auch wie einen Sohn. Das wird dem Zauberer klar, als er selber nicht mehr in der ersten Reihe mitspielt.

Atorian findet endlich die Wiedergeburt seiner großen Liebe. Das entspannt die Situation zwischen ihm und Mia. Diese ist einfach froh, dass der Bruder ihres Liebsten endlich aufhört, ihr Avancen zu machen. Das Verhältnis zwischen Mia und ihrem Vater wird immer besser. Dieser gesteht der jungen Frau, dass er ihre Mutter aufrichtig geliebt hat. Die Umstände ihrer Trennung ergeben endlich Sinn für Mia. Der Groll, den sie die ganze Zeit in ihrem Herzen pflegte, beginnt, sich aufzulösen. Darian ist froh, dass Atorian noch lebt, denn nun muss er nicht mehr auf den Thron zurückkehren. Er will bei Mia bleiben und mit ihr und ihrer beider Tochter zusammenleben. Die Protagonisten, die nur als Nebenfiguren auftreten, sind mit ihrem Handeln genauso agil und real eingebunden wie die Hauptfiguren des Dreiteilers. Durch viele kleine Aktionen und einigen Situationen, in der die Autorin ihre Figuren wirken lässt, bekommen diese mehr Tiefe. Natürlich hat Aileen P. Roberts reichlich Fallstricke für ihre Protagonisten aufgespannt und nicht jeder bekommt das, was er eigentlich verdient. Sei es denn im Guten oder im Bösen.

Mit dem dritten und letzten Teil der „Weltennebel“-Trilogie verabschiedet sich die Autorin mit einem fulminanten Abenteuer und Finale von ihren Figuren. Das Ende ist derart offen gesetzt, das eins sicher sein dürfte: Dies ist bestimmt nicht der letzte Besuch von Aileen P. Roberts in Albany. Wenn sie wieder einen Weg dorthin findet, dürfen die Leser sie bestimmt begleiten, um bekannte Gestalten wie Darian oder Mia ein Stück weit ihres Weges zu begleiten. Wer „Thondras Kinder“, ebenfalls von der Autorin, oder die Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ von Trudi Carvan, schätzt wird sich mit diesem Buch spannende Lesestunden schenken.

Copyright der Rezension © 2012 by Petra Weddehage (PW)

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Es kann gevotet werden vom 21. bis 27. November: “Weltennebel – Das Reich der Dunkelelfen” hat sich für den Lovely Books Leserpreis 2011 qualifiziert!

Erstellt von Aileen P. Roberts am 21. November 2011

Ab heute läuft die Abstimmung für den Leserpreis 2011 bei Lovely Books.
“Das Reich der Dunkelelfen” hat sich in der Kategorie Science Fiction & Fantasy qualifiziert.

Herzlichen Dank an alle Leser, die an der Nominierung teilgenommen haben!

Wenn euch das Buch gefallen hat, würde ich mich über eure Stimme sehr freuen :) bis zum 27. November könnt ihr abstimmen.

Hier beim SF-Basar gibt es übrigens eine  Rezension und ein Gewinnspiel zu diesem Buch

Zu bestellen bei: Buch 24

Autorenhomepage

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Aileen P. Roberts – Das Reich der Dunkelelfen. Weltennebel – Band 2

Erstellt von Detlef Hedderich am 13. November 2011

Aileen P. Roberts
Das Reich der Dunkelelfen
Weltennebel – Band 2

(sfbentry)
Goldmann
in der Verlagsgruppe Random House
ISBN 978-3-442-47519-3
Fantasy
Erschienen 15.08.2011
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagmotiv: © Luserke / Chris McGrath
Karte: © Andreas Hancock
Paperback Broschur, 512 Seiten

www.goldmann-verlag.de
www.aileen-p-roberts.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Autorin:

Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit “Thondras Kinder” ihr erstes großes Werk bei Goldmann. Claudia Lössl hat sich seitdem eine große Fangemeinde aufgebaut. Sie lebt mit ihrem Mann in Süddeutschland.

Das Buch:

Mit „Das Reich der Dunkelelfen“ setzt die Autorin Aileen P. Roberts ihre Weltennebel-Trilogie rund um den jungen Darian fort.

Darian, seinem tot geglaubten Bruder Atorian und dem Zauberer Nordhalan gelingt mit Hilfe von Mia die Flucht aus dem Kerker von Rodhill. Ihr einziges Streben ist es nun, das Land Albany von der Herrschaft Samukals zu befreien. Samukal ist es zwischenzeitlich gelungen die Herrschaft über das Land vollständig an sich zu reißen. Fehenius hat er aus dem Weg geräumt und im Volk konnte er den Glauben schüren, dass Darian für alles entstandene Unglück und Unrecht verantwortlich ist.

Um das Land und das Volk zurückzuerobern benötigen die Brüder und ihre Freunde jedoch Hilfe. Einige alte Bekannte sichern ihre Unterstützung zu. Dennoch macht sich Verzweiflung breit. Die Dracheninsel, auf der einst die Könige Albanys ihre Weihe erhielten, wurde zerstört, der mächtige Drache Apophyllion getötet und die übrigen Drachen sind verschwunden.

Hoffnung und Hilfe scheint das Orakel auf der Geisterinsel geben zu können, aber die Reise dorthin ist gefährlich und nur der Beginn einer noch viel längeren Suche. Eine Portalkarte soll es geben, aber diese ist seit langer Zeit verschwunden und soll sich nun tief unter der Erde im Reich der Dunkelelfen befinden.

Die Reise in das Reich der Dunkelelfen ist nicht nur abenteuerlich und eröffnet dem Leser einen Einblick in eine fantastisch beschriebene Welt unter der Erdoberfläche mit neuen fantastischen Wesen und ungewöhnlichen Lichtquellen, sondern stellt auch für Mia eine besondere Hürde dar. Hier muss sie sich mit der Welt ihres Vaters auseinandersetzen, eines Dunkelelfen von dem sie glaubt, dass er ihre Mutter einst geschändet und dabei sie gezeugt hat.

Erneut überzeugt Aileen P. Roberts mit ihrer bildgewaltigen Sprache und außergewöhnlichen Charakteren. Albany ist einfach wundervoll, es hat schöne und weniger schöne Seiten und eine Vielfalt an Völkern, die man wohl erst näher kennen lernen muss um zu erkennen, auf welcher Seite sie wirklich stehen.

Neben der eigentlichen Haupthandlung, in der es darum geht, dass die Königssöhne ihr Reich zurückerobern, geht es hier aber auch noch in Sachen Gefühle hoch her.

Dieses Buch ist sicherlich nur demjenigen Leser zu empfehlen, der auch den Vorgängerband kennt, aber es lohnt sich in jedem Fall. Wer Fantasy liebt, sollte „Das magische Portal – Weltennebel Band 1“ und „Das Reich der Dunkelelfen – Weltennebel Band 2“ in jedem Fall lesen. Und dann heißt es warten auf den Abschluss der Trilogie, der im Dezember 2011 erscheinen soll.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

BESTELLUNGEN WERDEN GERNE ENTGEGENGENOMMEN UND ERHÖHEN DIE PREISGELDER FÜR UNSERE AUTOREN BEI UNSEREM STORYWETTBEWERB – EINFACH HIER KLICKEN:

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Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie heist der Vorgängerband und der wie vielte Band ist der vorliegende dieser Reihe? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 500 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Eine alternative Teilnahme per Kommentar findet sich hier!

Gewonnen hat: Anna Richter, Meik Koenen, Lucas Leise, Petra Kaukemüller und Peter Kunhenn. Herzlichen Glückwunsch! Wir danken unserem Sponsoren und auch allen Teilnehmern!

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Buchrezenion von Iris Gasper: Aileen P. Roberts – Das Reich der Dunkelelfen. Weltennebel – Band 2

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. September 2011

Aileen P. Roberts
Das Reich der Dunkelelfen
Weltennebel – Band 2

(sfbentry)
Goldmann
in der Verlagsgruppe Random House
ISBN 978-3-442-47519-3
Fantasy
Erschienen 15.08.2011
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagmotiv: © Luserke / Chris McGrath
Karte: © Andreas Hancock
Paperback Broschur, 512 Seiten

www.goldmann-verlag.de
www.aileen-p-roberts.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Autorin:

Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit “Thondras Kinder” ihr erstes großes Werk bei Goldmann. Claudia Lössl hat sich seitdem eine große Fangemeinde aufgebaut. Sie lebt mit ihrem Mann in Süddeutschland.

Das Buch:

Mit „Das Reich der Dunkelelfen“ setzt die Autorin Aileen P. Roberts ihre Weltennebel-Trilogie rund um den jungen Darian fort.

Darian, seinem tot geglaubten Bruder Atorian und dem Zauberer Nordhalan gelingt mit Hilfe von Mia die Flucht aus dem Kerker von Rodhill. Ihr einziges Streben ist es nun, das Land Albany von der Herrschaft Samukals zu befreien. Samukal ist es zwischenzeitlich gelungen die Herrschaft über das Land vollständig an sich zu reißen. Fehenius hat er aus dem Weg geräumt und im Volk konnte er den Glauben schüren, dass Darian für alles entstandene Unglück und Unrecht verantwortlich ist.

Um das Land und das Volk zurückzuerobern benötigen die Brüder und ihre Freunde jedoch Hilfe. Einige alte Bekannte sichern ihre Unterstützung zu. Dennoch macht sich Verzweiflung breit. Die Dracheninsel, auf der einst die Könige Albanys ihre Weihe erhielten, wurde zerstört, der mächtige Drache Apophyllion getötet und die übrigen Drachen sind verschwunden.

Hoffnung und Hilfe scheint das Orakel auf der Geisterinsel geben zu können, aber die Reise dorthin ist gefährlich und nur der Beginn einer noch viel längeren Suche. Eine Portalkarte soll es geben, aber diese ist seit langer Zeit verschwunden und soll sich nun tief unter der Erde im Reich der Dunkelelfen befinden.

Die Reise in das Reich der Dunkelelfen ist nicht nur abenteuerlich und eröffnet dem Leser einen Einblick in eine fantastisch beschriebene Welt unter der Erdoberfläche mit neuen fantastischen Wesen und ungewöhnlichen Lichtquellen, sondern stellt auch für Mia eine besondere Hürde dar. Hier muss sie sich mit der Welt ihres Vaters auseinandersetzen, eines Dunkelelfen von dem sie glaubt, dass er ihre Mutter einst geschändet und dabei sie gezeugt hat.

Erneut überzeugt Aileen P. Roberts mit ihrer bildgewaltigen Sprache und außergewöhnlichen Charakteren. Albany ist einfach wundervoll, es hat schöne und weniger schöne Seiten und eine Vielfalt an Völkern, die man wohl erst näher kennen lernen muss um zu erkennen, auf welcher Seite sie wirklich stehen.

Neben der eigentlichen Haupthandlung, in der es darum geht, dass die Königssöhne ihr Reich zurückerobern, geht es hier aber auch noch in Sachen Gefühle hoch her.

Dieses Buch ist sicherlich nur demjenigen Leser zu empfehlen, der auch den Vorgängerband kennt, aber es lohnt sich in jedem Fall. Wer Fantasy liebt, sollte „Das magische Portal – Weltennebel Band 1“ und „Das Reich der Dunkelelfen – Weltennebel Band 2“ in jedem Fall lesen. Und dann heißt es warten auf den Abschluss der Trilogie, der im Dezember 2011 erscheinen soll.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

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Aileen P. Roberts liest am 10. Dezember bei Thalia in Erlangen aus Weltennebel Band II und III

Erstellt von Aileen P. Roberts am 22. August 2011

Lesung im Lesecafé (1. Stock)

Thalia Universitätsbuchhandlung GmbH VST 111 Palm & Enke
Hugenottenplatz 6
91054 Erlangen
thalia.erlangen@thalia.de

Beginn: 15 Uhr mit anschließender Signier- und Fragestunde

Eintritt frei!!


Das Reich der Dunkelelfen – Weltennebel:

Eine geheimnisvolle Prophezeiung und eine gefährliche Reise in ein dunkles Reich

Seit Darian zum ersten Mal durch ein magisches Portal das fantastische Reich Albany betrat, kämpft der junge König dort um seinen Thron. Doch Darians Feinde – der hinterlistige Zauberer Samukal und seine Verbündeten – scheinen die Oberhand zu gewinnen. Verzweifelt sucht Darian Hilfe bei einem mächtigen Orakel auf der Geisterinsel. Dessen geheimnisvolle Prophezeiung stellt Darian vor eine fast unlösbare Aufgabe: ausgerechnet im Reich der Dunkelelfen soll er den Schlüssel zur Rettung Albanys finden – bei den Todfeinden der Menschen …

Im Schatten der Dämonen – Weltennebel

Der brillante Abschluss der großen Romantic-Fantasy-Trilogie “Weltennebel”

Der Thron von Northcliff: Seit Darian, einst Student in London, durch ein magisches Portal seine eigentliche Heimat Albany betrat, führt er einen erbitterten Kampf um sein Erbe. Sein Gegenspieler, der Zauberer Samukal, verfügt über eine scheinbar unbesiegbare Waffe: Dämonen aus dem Zwischenreich, beschworen durch eine mächtige Formel. Doch dann verliert Samukal die Kontrolle über sie, und Albany versinkt im Chaos. Nur wenn es Darian gelingt, an der Seite seiner treuen Freunde und seiner großen Liebe die aus Albany verschwundenen Drachen zurückzuholen, wird seine Welt überleben …

Autorenhomepage

Rezension zu Band I von Iris Gasper

Interview auf sf-basar

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“Weltennebel vertreiben Sommerloch” – Autorenlesung mit Aileen P. Roberts. Bericht von Werner Karl.

Erstellt von Galaxykarl am 21. August 2011

Weltennebel vertreiben Sommerloch
Autorenlesung mit Aileen P. Roberts

Am gestrigen Samstag zogen in Erlangen Nebel auf. Mystische, zauberhafte, ja fantastische Nebel und verdrängten das Sommerloch. Wo? Im Lesecafé der Buchhandlung Thalia im Zentrum der Stadt (Wir hatten ja rechtzeitig eine Vorankündigung dazu hier im sfbasar). Aileen P. Roberts las aus ihrem neuesten Buch „Das magische Portal“, Band 1 der „Weltennebel“-Trilogie.

Und trotz des wirklich ersten sonnigen Wochenendes des nach langen Perioden regnerischen und stürmischen „Sommers“, fanden sich erstaunlich viele Besucher ein. Die fast 30 Fantasy- und Roberts-Fans bestanden zu gut einem Drittel aus Männern. Und ich habe aufgepasst; es waren nicht nur zufällig im Café ihren Cappuccino trinkende Lesefreunde, sondern gezielt zu dieser Lesung gekommene Gäste.

Nun ist es ja fast schon ein Zeichen für den Guten Ton, das ein Büchertempel eine Oase anbietet, in der sich ein Bücherfreund entspannt hinsetzen und in diesem oder jenem Buch blättern, ein wenig hineinschnuppern und sich dann für seinen Favoriten entscheiden kann. Umso angenehmer ist das, wenn man dabei eben eine Kaffeespezialität genießen kann. Und noch schöner ist es, wenn die Dame hinter dem Cafétresen – sei es aufgrund einer Anweisung oder eigener Aufmerksamkeit – die Bestellungen heißer Getränke auf die Zeit vor der Lesung beschränkt.

Nur hat man leider vergessen, dass fauchende, milchschaumspotzende und Kaffeebohnen mahlende Monstermaschinen auch außerhalb einer Lesung wenig zum Charakter – und Funktionieren! – einer Ruhe-, Genießer- oder Leseoase beitragen. Das Versäumnis kann man aber nicht der Buchhandlung zuweisen, sondern den Herstellern solcher Lärmgeräte. Aber das nur am Rande.

Viel wichtiger ist, dass uns Aileen P. Roberts erneut in eine Welt führt, in der aus den Nebeln fremder Länder sich langsam allerlei magische Wesen schälen. Ob dies nun zu Anfang noch schemenhafte Nebelfetzen sind, die sich zu Banjis, Zwergen, Pferden und Drachen formen und verdichten oder zu mordsgefährlichen Dunkelelfen, die so gar nichts mit dem üblichen Bild zu tun haben, dass man sich allenthalben von Elfen macht. Sie alle bilden eine Welt fern der unseren.

Roberts liest gut ein halbes Dutzend kleiner Abschnitte, erklärt Ausgangssituationen, verknüpft die Teile miteinander, ohne den Zuhörern zu viel zu verraten. Geschickt stoppt sie an Stellen, an denen man mehr hören möchte. Was ist mit Darian und Mia, der geheimnisvollen Frau, die den jungen Mann aus unserer modernen Zivilisation in die mittelalterlichen Weltennebel führt? Was hat es mit dem Feuer der Drachen zu tun? Und wer ist Freund und wer ist Feind?

Bei einige humorvollen Stellen merkt man der Autorin an, dass ihr diese auch zum Vorlesen besonders liegen. Sie genießt die Worte, die sofort bei den Zuhörern und ihr selbst ein Lächeln erzeugen und schafft es, einzelnen Handlungsträgern ein wenig eine eigene Stimme zu verleihen.

Leider war die Akustik – wie fast bei allen Buchhandlungen – nicht geeignet, die Stimme einer jungen Frau zu unterstützen. Auch ein Punkt, den sich Architekten und Ladeninhaber überlegen sollten. Wenn man schon Autoren für Lesungen gewinnen kann, dann sollten die Rahmenbedingungen auch so gut wie möglich sein. Schließlich sollen alle etwas davon haben: Das Publikum (was ja potenzielle Käufer sind), der Autor (neue Fans und ein direktes Feedback, wie sein Werk ankommt) und eben die Buchhandlung, die mit einer gelungenen Lesung den roten Teppich ausrollt für wiederholt kommende Gäste im Lesecafé und nicht zuletzt für weitere Buchverkäufe.

Copyright © 2011 by Werner Karl

Link zu den Buchrezensionen: Das magische Portal – Weltennebel von Aileen P. Roberts auf buchrezicenter.de

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Aileen P. Roberts und Stephan Lössl – interviewt von Werner Karl

Erstellt von Galaxykarl am 15. August 2011

Interview mit Aileen P. Roberts und Stephan Lössl

Das Interview führte Werner Karl

sfbasar: Herzlich willkommen Claudia und Stephan Lössl. Oder soll ich lieber Aileen P. Roberts sagen? Denn schließlich publizierst du, Claudia, unter diesem Pseudonym. Und warum benutzt du, Stephan, keines?
SL: Ich habe mir bislang zu einem Pseudonym ehrlich gesagt nur wenige Gedanken gemacht und die waren eher von der lustigen Art. Deshalb kam außer Esswerkzeug (z. B. Stephen T. Löffl) wenig dabei raus. Somit werde ich wohl einfach bei meinem richtigen Namen bleiben, obwohl ich ein Pseudonym auch nicht gänzlich ausschließen möchte.
APR: Ich höre auf beides.

sfbasar: Ihr beiden teilt viele Dinge miteinander, lebt sie zum Teil sogar: Die Liebe zu Schottland, Pferden – ihr habt sogar welche –, Fantasy und das Schreiben von Romanen. Waren es diese Gemeinsamkeiten, die euch zusammengeführt haben, oder haben sich diese erst nach eurem „Aufeinandertreffen“ gezeigt?
APR: Eines unserer ersten Aufeinandertreffen war meine Pferdebürste, die ich gezielt auf Stephans Kopf geworfen habe *räusper* und die anderen Gemeinsamkeiten? Na ja, die kamen erst nach und nach. Vor allem nach unserem ersten England/Schottlandurlaub Ende September, als es hier in Strömen gegossen hat und uns alle einstimmig für verrückt erklärt haben, mit dem Zelt in ein “kaltes Land“ zu fahren, in dem es vermutlich nicht mal sanitäre Anlagen oder Bäcker gibt?
SL: Wusstet ihr, dass Bürste und Brüste besonders für „Nichtmuttersprachler“ schwer auseinander zu halten sind? Aber nee, die Angaben oben sind korrekt, nur um Missverständnissen vorzubeugen.

sfbasar: Ihr seid beide in Bayern geboren und lebt auch hier. Andere Menschen schwärmen für die Südsee, einsame Inseln und ähnlich romantische Orte. Wie kam es zu eurer Leidenschaft ausgerechnet für Schottland? Ein Land außerhalb des Kontinentes und i. d. R. kühler und regnerischer als eure Heimat. Ist es die Magie, die sich dort scheinbar in jedem Fels, in jedem Baum finden lässt?
SL:  Der Pingelige würde jetzt auf Franken bestehen, aber wir sind da ja nicht so. Aber mal im Ernst: Schottland, ja, tatsächlich könnte man meinen, die Magie aus uralten Tagen schwelt noch heute im Nebel, verweilt in den Tälern oder träumt in den Tieren, die die Highlands bevölkern. Wenn man dann von einer prähistorischen Höhle aus Hochlandhirsche beobachtet, die dem Berggipfel nahe dahinziehen, ihre Geweihe teils verborgen in den tiefhängenden Wolken, dort wo sich Traum und Wirklichkeit vereinen, dann beginnt man an Magie zu glauben.
APR: Ich bin weder in Bayern noch in Franken geboren, sondern in Düsseldorf. Bin aber schon als kleines Kind hierher gezogen. Sagen wir´s mal so, ich gehöre zu der seltenen Spezies, der es in Deutschland im Sommer zu warm ist (okay, dieser nicht). Als “Heimat” im eigentlichen Sinne sehe ich D eigentlich nicht an. Es ist soweit ganz okay, aber als ich die ersten Male in den Highlands war, wusste ich, wo ich wirklich leben möchte!

sfbasar: Ihr habt beide Berufe gelernt, die auf den ersten Blick wenig mit magischen Welten, unerschrockenen Helden und zauberhaften Feen zu tun haben. Betrachtet ihr das Schreiben von Fantasy als Realitätsflucht – was ja generell der gesamten Zunft fantastischer Autoren unterstellt wird – oder was fasziniert euch an diesem Genre?
SL:  Fantasy als Realitätsflucht bekommt man tatsächlich oft zu hören. Ich behaupte genau das Gegenteil: Fantasy bedeutet, sich der Realität zuzuwenden, oder diese zu erweitern! Schreibt man, taucht man in eine andere Welt ein und oft enthüllen sich Dinge über einen selbst, Dinge, die mitnichten surreal sind, sondern Wahrheiten über die eigene Persönlichkeit zeigen können.
Es ist so eine Art Sehnsucht, die einen antreibt, sich auf eine phantastische Reise zu begeben und eine Welt samt ihrer Wesen und Charaktere entstehen zu lassen, die irgendetwas in uns widerspiegelt, eine tiefere Realität sogar. Dem Leser geht es da sicher meist ähnlich: er liest und manche Geschichten bewegen etwas in ihm, etwas Verborgenes im Unbewussten, für den Verstand bis dahin nicht greifbar, dennoch ist es präsent.
Mir fallen da gerade meine oben erwähnten Hirsche wieder ein. Während ihre Beine fest auf dem schottischen Boden fußen, so tragen sie doch mit Stolz ihr Geweih, auch wenn es im selben Moment für den Betrachter von den Wolken verhüllt bleibt.
Oder mit anderen Worten: Wohin könnten wir schon fliehen, sei es körperlich oder mit dem Geist, wo die Realität uns nicht folgt?
APR: Ich glaube auch, dass verdammt viel Realität in Fantasyromanen steckt – nur etwas anders verpackt. Und mal abgesehen davon, wenn einen die Realität manchmal nervt – was ganz sicher bei jedem von uns irgendwann der Fall ist – was spricht dagegen mal für ein paar Stunden zu fliehen?

sfbasar: Aileen: Du hast 2006 auch einen eigenen Verlag – Cuillin – gegründet. Dort sind bisher fast ein Dutzend Pferderomane und mehrere Fantasybücher erschienen. Inwieweit spiegelt das deine oben erwähnte Liebe zu Land und Tier wider, bzw. inwiefern hattest du weibliche Teenager als Zielgruppe im Auge? Scheinbar ist das ja ein unverwüstliches Thema: (Pubertäre) Mädchen und Pferde.
APR: Die spiegelt sich sehr deutlich in Rhiann und Deana wider und ganz sicher sind weibliche Teenager die Hauptzielgruppe, obwohl ich auch schon jede Menge Emails von begeisterten Müttern bekommen habe, denen die Bücher ebenfalls gefallen. Ich wollte mal etwas anderes schreiben, ein Buch, das ich mit 15, 16 oder 17 selbst gern gelesen hätte. Nicht das typische: Mädchen kauft Pferd, gewinnt nach kurzer Zeit jedes Turnier und bekommt am Ende den Sohn des Stallbesitzers noch mit dazu.
Rhiann dreht sich um Probleme in der Pubertät, Stress mit den Eltern, davon seinen eigenen Weg zu gehen, ja, Pferde kommen auch vor, aber eben keine “tollen Turnierpferde” sondern die in Deutschland sehr seltenen Highlandponies. Außerdem natürlich Schottland, Land und Leute – und klar – ein bisschen Romantik, das muss einfach sein.
SL: Und die Highlandponies geben durchaus brauchbare Turnierpferde ab.

sfbasar: Stephan: Du bist im Hauptberuf selbstständiger Lehrer für Tai-Chi-Chuan und Qi-Gong, darüber hinaus TCM-Ernährungsberater. Beides, meditatives Körpertraining und bewusste Ernährung, erhalten mehr und mehr Zulauf. Zum einen als Gegengewicht zu unserer hektischen Berufswelt und zum anderen wegen permanenter Lebensmittelskandale. Fast hat man den Eindruck, dass intelligentere Menschen – und Haushalte, die sich nicht mit Fast Food begnügen wollen und müssen – in beidem ein Leben wie zu früheren Zeiten erhoffen und dies eben damit wenigstens zum Teil ermöglichen. Stimmst du dieser Einschätzung zu oder liege ich hier völlig falsch?
SL:  Leider muss ich gestehen übe ich die gesundheitsorientierten Berufe nicht hauptberuflich aus. Dennoch kann ich sagen, es gibt zwar den Trend zu gesundheitsbewusstem Leben, aber es herrscht häufig noch die „Ich zahle, also sorgst du gefälligst dafür, dass es mir gut geht“–Mentalität vor. Bewusste Ernährung und Bewegungskünste wie Tai-Chi erfordern aktives Tun, der Praktizierende muss sich häufig umstellen und bewusst und regelmäßig an sich selbst arbeiten. Daran scheitert es häufig – leider, denn in der TCM Ernährung oder auch 5-Elemente Ernährung vermag man durchaus ein Leben wie in früheren Tagen zu finden. D.h. sich beispielsweise im Rhythmus der Jahreszeiten zu ernähren, möglichst naturbelassene Lebensmittel dann zu essen, wenn sie tatsächlich draußen wachsen, also keine Erdbeeren aus Spanien im Winter oder mit Vitamin C versehene Orangenmilch.

sfbasar: Noch einmal Stephan: Gesunde Ernährung und respektvoller Umgang mit dem eigenen Körper gehen an vielen Gesellschaftsschichten völlig vorbei. Sei es, weil sie es sich nicht leisten können, sei es, weil sie es nicht ernst nehmen oder einfach, weil viele Couch-Potatoes zu bequem geworden sind. Siehst du eine Gefahr für die Gesundheit der Menschheit, vor allem dann, wenn du an verfettete Amerikaner und Bürger anderer Industrienationen denkst?
SL: Ja, die sehe ich durchaus. Gesund sein bedeutet ja nicht nur, sich gesund zu ernähren oder den Körper mit regelmäßiger Leibesertüchtigung zu erfreuen, sondern setzt auch eine entsprechende Geisteshaltung voraus. Letztere erachte ich persönlich sogar als das wichtigste Element und da macht es uns unser Gesellschaftsystem schwer. Wir leben in steter Hektik, oft geben Firmen den Takt vor, der, einem Flächenbrand gleich, auf unser Privatleben übergreift.  So fällt es schwer, Zeit für sich zu finden und die Stille zu erfahren, in der unser Geist Heilung finden könnte. Die Folge: immer mehr Menschen brennen aus und das bewusst gekochte Essen fällt Fastfood, Mikrowelle und Tiefkühlkost zum Opfer. Aber: Ich glaube auch an den Wandel, und der wird vieles ändern.
APR: Da muss ich leider mal wieder widersprechen, was mich in Anbetracht der folgenden Frage zum Schmunzeln bringt. Die verfetteten Amerikaner – wobei man u.U. gar nicht unbedingt über den großen Teich schauen muss – wird ganz sicher die Einsicht nicht treffen und wenn, dann erst nach einem Tsunami, der es krachen lässt, dem Yellowstone der in die Luft geht oder einem dezenten Meteoriteneinschlag … Von selbst? Das wird wohl leider nur ein sehr kleiner Teil der Menschheit bleiben.
SL: So, schon ist der Ehekrach perfekt. Aber Tsunamis und Erdbeben sind ja gerade der Wandel von dem ich spreche.  Nichts anderes geschieht gerade in der Welt, so in Japan und der Bewusstseinswandel folgt ja auch. Zugegeben: in Amerika wird’s noch dauern.

sfbasar: Ihr beide wirkt auf mich als Paar völlig in sich stimmig, wenn ich mich so ausdrücken darf: Stephans Tätigkeiten, eure Liebe für ein mythisches Land und faszinierende Tiere, dazu eben Fantasy als Genre, in dem ihr beide schreibt. Das ist so wie aus einem Guss. Seht ihr euch selbst auch so oder müsst ihr hier lächeln?
SL: Ein Stück weit könnte man das sicher so beschreiben, aber auch wir kämpfen mit den alltäglichen Herausforderungen, wie zum Beispiel liegen gelassene Socken, deren Spuren man bis zur Einfahrt des Nachbar verfolgen kann.
APR: Kleine Anmerkung: Es handelt sich um meine Socken *g* und nicht zu vergessen die Rübenschnitzel im Fußraum des Autos.

sfbasar: Aileen: Du hast mittlerweile auch im Fantasybereich bei Goldmann einige Romane veröffentlicht und mit der „Weltennebel“-Trilogie haust du einen neuen Kracher auf den Tisch. Wie lange schreibst du an einem Buch und ab welchem Punkt weißt du, das wird ein Einzelroman und das wird ein Mehrteiler?
APR: Das ist jetzt nicht so ganz einfach zu beantworten, weil ich teilweise 2 Sachen parallel schreibe/geschrieben habe bzw. ein Buch noch korrigiert/lektoriert wird und das andere gerade in der Entstehung ist. Aber Weltennebel habe ich zum Beispiel 2009 begonnen. Also knapp 2 Jahre für 3 Teile.

sfbasar: In der Gerüchteküche hört man, dass nach Abschluss und Veröffentlichung aller drei Weltennebel-Romane bei euch ein gemeinsames Projekt – auch Fantasy – in Angriff genommen werden soll. Stimmt das Gerücht und wenn ja, was könnt ihr beide darüber schon den Fans verraten?
APR: Allzu viel können wir da noch nicht verraten, weil auch noch gar nicht raus ist, ob es jetzt wirklich High Fantasy oder doch eher in die historische Richtung geht. Sicher ist erst mal ein Fantasy/Zeitreise-Roman von mir, der voraussichtlich im September 2012 erscheint. Was danach kommt – mal sehen.
SL: Psst !
APR: Schon gut, die brave Ehefrau schweigt gehorsamst (wäre auch das erste Mal, *hihi*)

sfbasar: Ich habe auch einmal mit einem Freund eine Co-Produktion eines Science-Fiction Romans begonnen. Er sollte aus Alien-Sicht schreiben, ich aus Sicht der Menschen. Trotzdem haben wir uns nach einigen Kapiteln sozusagen auseinandergeschrieben und das Projekt vorerst auf Eis gelegt. Wie bekommt ihr das hin?
APR: Wir haben mehrere Schaukampfschwerter im Haus – also können wir das “ausdiskutieren”.
Nein, mal im Ernst, manchmal kracht es schon, aber irgendwie haben wir uns bisher immer geeinigt. Meist haben wir kapitelweise geschrieben und jeder das durchgelesen, was der andere zuvor geschrieben hat. Und das Grundgerüst haben wir gemeinsam erstellt.
SL: Da kann ich mich nur anschließen. Wichtig ist auch, sich vorher ein wenig abzusprechen, was in der Szene, die geschrieben werden soll, passieren muss.

sfbasar: Wenn ihr – jeweils für euch – einen neuen Roman beginnt, wie viel Vorarbeit macht ihr und in welchem Stadium beginnt ihr mit dem eigentlichen Schreiben? Vor allem: Hat jeder hier seine eigene Methode, Technik oder pflegt ihr hier eine ähnliche Arbeitsweise?
APR: Also ich für meinen Teil überlege mir den groben Plot. Anfang, Mittelteil, Ende (wobei bei Weltennebel das Ende relativ lange offen für mich war) und einige wichtige Stationen innerhalb des Buches. Dann natürlich die einzelnen Charaktere, die in einer Liste festgehalten werden, die sich nach und nach füllt. Dann lasse ich mir aber relativ viele Freiheiten, wie sich alles entwickelt. Haargenau planen liegt mir nicht …
SL: Nun, ich mache mir auch eine grobe Vorstellung, von dem was passieren soll und wie die Geschichte enden soll. Ich finde es gut, vorab schon ein Exposé zu erstellen, so dass man einen Leitfaden hat. Allerdings sehe ich das Exposé nicht als zwingend an, da eine Geschichte ihre ganz eigene Dynamik entwickelt und man einfach Raum braucht. Ich finde, man merkt einem Buch auch an, ob dessen Verlauf ganz genau geplant, oder besser gesagt konstruiert ist. Manchmal nimmt das der Geschichte die Lebendigkeit und das Leben selbst ist ja auch nicht wirklich planbar.

sfbasar: Ich nehme an, dass ihr euch gegenseitig als Kritiker nutzt und zu Ideen, Szenen und Handlungsabläufen austauscht. Wenn einer von euch dem anderen sagen muss, dieses oder jenes sei nicht gelungen, belastet das eure Partnerschaft? Könnt ihr als Ehepaar mit Kritik umgehen oder klammert ihr das aus und überlasst die Kritik anderen, z. B. Agenturen und Lektoren?
SL: Wir lesen gegenseitig die Bücher (deswegen werden meine Werke ja dauernd ausgebremst), aber bisher gab es hier noch keine Probleme mit Kritik. Gewiss, es brechen Diskussionen aus, aber es fliegen keine Bürsten mehr. Was Kritik im Allgemeinen anbelangt, so finde ich es immer nur schade, wenn die Geschichten mit anderen, in der Regel sehr bekannten Büchern verglichen werden, anstatt die Geschichte nur ganz allein für sich zu betrachten. Jedoch gibt es das bei uns in der Ehe nicht.
APR: Dem schließe ich mich mal an – wobei ich ja auch deine Bücher lese und mich selbst ausbremse.

sfbasar: Wie haltet ihr das mit dem komplexen Aufbau eines Romans? Plant ihr hier Kapitel für Kapitel und haltet euch mehr oder weniger dran oder lasst ihr euch – und eure Fantasie – „gesteuert“ treiben (hah, ein Oxymoron!) und seid selbst am Ende überrascht, wo ihr gelandet seid?
APR: Wie schon oben erwähnt, eigentlich eine Mischung aus beidem. Grobe Planung und dann “treiben lassen”.
SL: Genau, es muss wachsen, manchmal zur Sonne, manchmal in die Dunkelheit. Und tatsächlich, die Überraschung wartet häufig auf einen, wenn das Buch beginnt zu enden. (Ist das nicht noch so ein Oxy-dings-bums? Wäre auch ein guter Name für einen Ork)

sfbasar: Jeder Autor scheut sich davor, Textstellen, evtl. sogar ganze Abschnitte oder Nebenpersonen zu streichen, wenn sie für die Handlung nicht relevant sind und der Lektor mit dem Zeigefinger droht und unmissverständlich auf die Löschtaste deutet. Trifft euch das hart oder bleibt ihr hier cool und professionell? Und macht es dann auch so?
APR: Textstellen zu streichen ist ein Stück weit normal, und auch wenn man meist zuerst schlucken muss, gewöhnt man sich daran. Ehrlich gesagt bin ich meiner Lektorin sogar dankbar, weil es mir selbst ausgesprochen schwer fällt zu streichen und ich ohnehin zu dicken Wälzern neige.
2 Personen “musste” ich in Weltennebel streichen, aber die waren nicht wirklich wichtig und damit konnte ich ganz gut leben. Wären es jetzt Hauptcharaktere oder Figuren, die mir besonders am Herzen liegen, hätte ich vermutlich schon ein Problem damit.
SL: Ist mir mangels Veröffentlichungen noch nicht passiert, sollte aber nicht so das Problem sein. Manchmal ist es ja gut, wenn der Lektor das Geschriebene etwas distanzierter betrachtet und da Tipps gibt.

sfbasar: Überhaupt: Wie macht ihr eure Überarbeitungen? Wann habt ihr das Gefühl oder die Sicherheit „Ich bin fertig.“ Und wie lange plagen euch Zweifel? Oder verlasst ihr euch – ab welchem Zeitpunkt? – auf das Lektorat der Agentur oder des Verlages?
APR: Ich glaube, man hat nie das Gefühl, wirklich fertig zu sein, aber irgendwann muss man sein Buch einfach “gehen lassen”, denn im Endeffekt ist die Gefahr größer, etwas schlechter zu machen wenn man zu lange überlegt, was man noch anders oder besser machen könnte. Bei jedem meiner Bücher würde ich vermutlich im Nachhinein zumindest eine Kleinigkeit anders machen.
SL: Ich denke auch, man muss es irgendwann sein lassen, obwohl ich dazu neige, die Geschichte immer anzupassen, zu modifizieren oder sprachlich zu verbessern.

sfbasar: Auch wenn Schottland und das Genre Fantasy recht ergiebig für Romanstoffe sind, habt ihr Ideen oder zukünftige Projekte in petto, die andere Themen aufgreifen, evtl. sogar die Grenzen der Fantasy sprengen?
SL: Ja, da gibt es einige Ideen, aber bislang sind das eben nur Ideen. Sicher kann man das Thema Schottland verlassen, aber ich glaube die Phantasie niemals. Wie heißt es so schön in Michael Endes unendlicher Geschichte: Phantasien hat keine Grenzen, sprach zumindest der Gmork, und der muss es ja wissen.
APR: Vorstellbar ist so ziemlich alles, aber ich habe noch so viele Ideen, dass ich wohl vorerst bei Schottland/Fantasy bleiben werde.

sfbasar: Auf einer Autorenlesung habe ich euch beide in entsprechender Kleidung angetroffen. Sind solche Rollenspiel-Treffen ein Teil eurer Freizeit oder Teil des Autorengeschäftes? Verbindet ihr hier das Angenehme mit dem Nützlichen?
APR: Gelegentlich gehen wir schon auf Mittelaltermärkte und ähnliche Veranstaltungen. Teil des Autorengeschäfts – ich weiß nicht … Man muss sich ja nicht gewanden. Aber ich für meinen Teil tue es ganz gerne und ich finde, es passt gerade zu Fantasylesungen gut.
SL: Da schließe ich mich einfach mal an.

sfbasar: Ich hätte noch tausend weitere Fragen, aber leider würde das zu viel von eurer Zeit fürs Schreiben rauben und schließlich hoffen wir auf viele neue fantastische Geschichten von euch. Ich bedanke mich im Namen des sfbasars herzlich für eure Antworten und wünsche euch weiterhin viel Erfolg.
APR: Dir vielen Dank für deine interessanten Fragen und Gruß an den sfbasar
SL: Auch von mir Vielen Dank und einen herzlichen Gruß.

Copyright © 2011 by Aileen P. Robert, Stephan Lössl und Werner Karl

Aktueller Lesungstermin: 20.08.2011 umd 15:00 Uhr in der Buchhandlung Thalia in Erlangen

Autorenporträt Aileen P. Roberts im sfbasar
Autorenporträt Stephan Lössl im sfbasar

Bibliografie:

- 2011: “Weltennebel 3 – Im Schatten der Dämonen” (Dezember)
- 2011: “Weltennebel 2 – Das Reich der Dunkelelfen”
- 2011: “Weltennebel 1 – Das magische Portal
- 2010: Kurzgeschichte: “Kapitän Norwinns Rumkuchen” in der Fantasyanthologie “Die Köche – Bis(s) zum Mittagessen” vom Ulrich Burger Verlag
- 2010: Kurzgeschichte “Das Herz eines Kriegers” in der Fantasyanthologie “Weltentor” vom Noel Verlag
- 2010: „Im Schatten der Xashatâr“
- 2009: „Thondras Kinder – Am Ende der Zeit“
- 2009: „Thondras Kinder – Die Zeit der Sieben“
- 2009: „Deana und der Feenprinz: Ciarans Geheimnis“
- 2008: „Deana und der Feenprinz: “Highlandsommer”
- 2008: „Jenseits des Nebelmeers“
- 2008: „Dìonàrah – Das Geheimnis der Kelten: Band 2“
- 2007: „Dìonàrah – Das Geheimnis der Kelten: Band 1“
- 2007: „Die Tochter des Mondes“
- 2007: „Rhiann – Verschlungene Pfade“
- 2006: „Rhiann – Sturm über den Highlands“
- 2006: „Rhiann – Nebel über den Highlands“

Vorschau:
2012: Voraussichtlich September: Ein Fantasy/Zeitreiseroman wird bei Goldmann erscheinen

Bibliografie Stephan:
Synnivan – Das Buch der Flammen (noch unveröffentlicht)
Synnivan – Der Ruf des Blutes (noch unveröffentlicht)
Die Feuer von Erenor (noch unveröffentlicht)
Weitere Romane in Planung

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Buchrezenion von Iris Gasper: Aileen P. Roberts – Das magische Portal. Weltennebel.

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. August 2011

Aileen P. Roberts
Das magische Portal
Weltennebel

(sfbentry)
Goldmann
in der Verlagsgruppe Random House
ISBN 978-3-442-47518-6
Fantasy
Erschienen 21.06.2011
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München
Umschlagmotiv: © Agentur Luserke / Chris McGrath; © Schlück / Wheal Michael
Paperback Broschur, 512 Seiten

www.goldmann-verlag.de
www.aileen-p-roberts.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Autorin:

Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit “Thondras Kinder” ihr erstes großes Werk bei Goldmann. Claudia Lössl hat sich seitdem eine große Fangemeinde aufgebaut. Sie lebt mit ihrem Mann in Süddeutschland.

Das Buch:

„Das magische Portal – Weltennebel“ ist der erste Band einer Trilogie, die den Leser in die Welt des jungen Darian entführt. Darian lebt mit seinem Adoptivvater Samuel in London, er führt ein komfortables Leben und will im nächsten Jahr seinen Abschluss an der London Business School machen. Allerdings verändert sich sein Leben schlagartig als er seiner unscheinbaren Kommilitonin Mia näher kommt. Diese überredet ihn eine gemeinsame Reise nach Schottland zu unternehmen. Auf dieser Reise erfährt Darian, dass er der Thronerbe von Albany sein soll, einer magischen Welt, die man nur durch bestimmte Portale betreten und verlassen kann und auch nur mit Hilfe magischer Dinge.

Vor vielen Jahren wurde Darian als Baby durch das Portal vor Verschwörern in Sicherheit gebracht, aber nun ist er so alt, dass er den Thron besteigen soll. Darian zweifelt zunächst, doch nach und nach öffnen sich seine Sinne und er entdeckt auch in der Menschenwelt Wesen, die dort nicht hin gehören. Eines dieser Wesen ist Mia, denn in Wahrheit ist sie nicht unscheinbar, wie es zunächst scheint, sondern eine wunderschöne Nebelhexe und auch die Frau, bei der Darian sich sicher ist, sie zur Frau nehmen zu wollen. Allerdings ist das laut Mia eine Wunschvorstellung, denn Nebelhexen gehören nicht zu den geachteten Geschöpfen in der Welt Albanys.

Ein düsteres Kapitel aus Darians Vergangenheit ist sein Adoptivvater Samuel, denn dieser gehört zu den damaligen Verschwörern, die Darians Familie ausgelöscht haben. Nachdem Darian sich zunächst mit Samuel, dessen Name eigentlich Samukal ist, auseinandersetzen muss um an ein magisches Amulett zu kommen, gelingt ihm gemeinsam mit Mia die Flucht in die fantastische Parallelwelt, das Königreich Albany. Allerdings ist Darians Zukunft dort vollkommen anders als er es sich gedacht hat. Intrigen, Kämpfe und auch Drogen bestimmen fortan sein Leben. Wird es ihm gelingen sich in dieser Welt zurechtzufinden und das Volk wieder glücklich zu machen? Zunächst scheint er sich als schwacher Charakter zu erweisen, der an der ersten Niederlage seines Lebens zu zerbrechen droht, aber dann zeigt sich doch seine wahre Kämpfernatur.

Das Königreich Albany ist Fantasy pur. Aileen P. Roberts erschafft hier eine wundervolle Welt, die sich mit den passenden, einfachen und leicht verständlichen Worten der Autorin zu einem fantastischen, großen Ganzen entwickelt. Die Protagonisten sind liebenswert, aber sonderbar, in ihrem Handeln durchaus nicht immer geradlinig und oft auch nicht zu verstehen. Nebencharaktere werden hier genauso liebevoll ausgearbeitet wie Hauptcharaktere und machen das Geschehen in dieser zauberhaften Welt einfach zu einer runden Sache.

Die Liebe der Autorin zu Schottland wird auch in diesem Buch sehr deutlich. Albany ist ein wundervolles Land mit einer wilden, ursprünglichen Natur. Zahlreiche Landschaftsbeschreibungen lassen hier Bilder und Eindrücke eines natürlich geprägten Landes vor dem Auge des Lesers entstehen.

Eine Karte zu Beginn des Buches und ein Personenverzeichnis am Ende des Buches machen dem Leser die Orientierung leichter.

„Das magische Portal – Weltennebel“ wird schon in Kürze (15.08.2011) mit dem zweiten Band der Trilogie „Das Reich der Dunkelelfen – Weltennebel“ fortgesetzt. Der letzte Teil „Im Schatten der Dämonen – Weltennebel“ erscheint voraussichtlich im Dezember 2011.

Wer eintauchen möchte in eine Welt neuer und auch altbekannter fantastischer Wesen dem sei das Königreich Albany mit dem Thronerben Darian und seinen doch recht menschlichen Stärken und Schwächen ans Herz gelegt.

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Weltennebel – Autorenlesung mit Aileen P. Roberts am Samstag, dem 20. August 2011 in Erlangen.

Erstellt von Galaxykarl am 23. Juli 2011

Vorankündigung

Am Samstag, dem 20. August 2011, findet in der Buchhandlung Thalia in Erlangen eine Autorenlesung mit Aileen P. Roberts statt. Beginn ist 15:00 Uhr, voraussichtliches Ende gegen 16:00 Uhr. Sie wird aus ihrem neuesten Fantasy-Dreiteiler “Weltennebel”, erschienen im Goldmann-Verlag, lesen. Der Eintritt ist frei.

Adresse:
Buchhandlung Thalia
Lesecafé (1. Stock)
Erlangen
Hugenottenplatz 6

Aufruf an alle fränkischen Magier, Druiden, Trolle und Orks: Kommt in Massen und taucht ein in fantastische Nebel, schreitet durch ein magisches Portal und hört die Geschichte …

Und wer es nicht schafft, seinen Drachen zu satteln und nach Erlangen zu fliegen, dem sei versichtert: Wir werden an dieser Stelle von diesem Ereignis berichten. Versprochen.

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Weltennebel – Das magische Portal von Aileen P. Roberts: Jetzt mit Leseprobe

Erstellt von Aileen P. Roberts am 12. Mai 2011

Am 21. Juni erscheint Weltennebel – Das magische Portal, der Auftakt zu einer neuen Fantasytrilogie

Jetzt gibt es eine Leseprobe zum Buch: Bitte hier klicken

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