ZURÜCK AUF ANFANG – Science-Fiction-Story von Werner Karl
Erstellt von Galaxykarl am Sonntag 21. März 2010
ZURÜCK AUF ANFANG
Science-Fiction-Story
von
Werner Karl
Das Wesen betrachtete die uralte Galaxie mit einiger Aufmerksamkeit. Von seiner Beobachtungsposition aus wirkte die Sternansammlung wie ein Rad aus rund einem Dutzend zerfaserten Spiralarmen, welche den finsteren Kern in rasendem Wirbel umkreisten. Es hatte diesen Anblick schon unzählige Male gesehen, in verschiedensten Formen: Als Oval, als verrissenen Kreis, als hohle Kugel, als flache Linse und einer weiteren, unglaublichen Vielzahl von deformierten Körpern. Deformiert deshalb, weil ihnen allen ein ausschlaggebendes Merkmal gemein war. Der Kern, ansonsten ein hell strahlendes Zentrum dicht beieinander stehender Sterne, war schwarz. Der Grund dafür lag in der banalen Tatsache, dass diese Galaxien von einem Schwarzen Loch von innen aufgefressen wurden, wie eine biologische Lebensform von einem Parasiten.
Das Wesen, das unfreiwillig Tausende von Namen trug, welche ihm viele natürliche Lebewesen verliehen hatten, sich selbst aber immer nur mit einem Begriff identifizierte, seufzte innerlich und schwebte einige Lichtjahre näher an die todgeweihte Welteninsel heran.
Und wieder wird man mir die Schuld an der Vernichtung geben.
Frustriert hielt es inne und nahm die lautlosen Zerstörungsgeräusche wahr, mit dem Sonnen und Planeten, Monde und Asteroiden, ja ganze Sternsysteme zu Myriaden, wie unter Schmerzen brüllend, in den scheinbar unersättlichen Schlund hineinstürzten. Unglaubliche Massen an Material und ungezählte Leben wurden von den gigantischen Kräften zermalmt, zu atomarem Staub zermahlen und verschwanden aus dem sichtbaren Universum.
Doch nichts geht verloren im All, dachte es zufrieden. Weder in der Vergangenheit, weder in der Gegenwart, noch irgendwann in der Zukunft. Ja, es kannte diese Begriffe, auch wenn es aufgrund seines eigenen Alters, das nach Äonen maß, sie als belanglos betrachtete.
Es schwebte soweit an das Schauspiel heran, dass es das ganze Szenario wahrnehmen konnte. Trotzdem war es immer noch Millionen von Lichtjahre entfernt. Es spürte mit allen seinen Sinnen die Macht des Schwarzen Loches, das wuchs und wuchs, zerrte und fraß, immer mehr, immer schneller. Zum Ende hin würde die Geschwindigkeit, mit der es fraß, in wahnwitzige Raserei münden.
Es war schon immer so und nie wird es anders sein.
Zum milliardsten Male fragte es sich, wie lange es wohl selbst existieren würde. Wie viele dieser Dramen würde es noch miterleben, bis es vielleicht seinen eigenen Tod erlitt? Dabei war sich das Wesen überhaupt nicht im Klaren, ob es überhaupt sterben konnte. War es nicht selbst ein elementarer Bestandteil des Universums? Wer würde seine Aufgabe übernehmen, wenn es nicht mehr lebte? Traf der Begriff Leben auf das, was es darstellte, überhaupt zu? Und wer oder was würde die unendliche Aufgabe übernehmen – und auch erfüllen! – wenn es selbst … starb?
Sein scharfer Blick sah jedes Detail, jedes Staubkorn, das im Schlund des Schwarzen Loches starb.
Wenn ich dort hingehe, kann ich dann sterben? Will ich … sterben?
Im gleichen Augenblick verneinte es seine eigene Frage. Auch wenn es momentan keinen physikalischen Körper hatte – den es jederzeit und in jeder Form annehmen konnte -, so schob es doch mit aller Vehemenz den Gedanken an ein endgültiges Ende von sich.
Es ist meine Aufgabe!, dachte es mit heftiger Intensität und spürte die eigenen Kräfte, welche die Macht des Schwarzen Loches vor ihm um ein Vielfaches überragten. Und wie immer folgte unausweichlich die drängende Frage:
Von wem habe ich diese Aufgabe übertragen bekommen? Wer oder was steht über mir, dass es MIR einen solchen Auftrag erteilen kann?
Es konnte sich nicht mehr an das erste Mal erinnern, an dem es seine Aufgabe erfüllt hatte. Das Wesen konnte sich auch nicht erinnern, wie es wusste, was es zu tun hatte und wie es den Auftrag bewältigen sollte.
ICH KANN ES! Das genügt.
Die ohnehin schon arg geschrumpften Arme der Spiralgalaxie verloren rapide an Masse, das Loch schlang mit zunehmendem Appetit alles in sich hinein. Und dabei steigerte sich seine Gier in potentiellem Maße, sodass es immer rascher Materie einsaugte.
Für einen Zeitraum, den eine biologische Existenz vielleicht als eine ganze Lebensspanne bezeichnet hätte, sinnierte das Wesen darüber nach, ob es seine Aufgabe irgendwann einmal als langweilig empfinden könnte. Doch sogleich verwarf es heftig diese Anwandlung.
Ohne mich gibt es kein Leben! Und Leben zu erschaffen, in all seiner Vielfalt, Außergewöhnlichkeit, Extremität, Normalität, Exklusivität, ist die edelste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann.
Für eine weitere unbestimmte Strecke des Zeitstroms dachte es darüber nach, dass es in Wahrheit all diese Varianten des Lebens nicht bewusst formte, sondern es sich aus dem … Angebot definierte, welches schon vorher existiert hatte. Nur die Kombination des Materials wurde wieder und wieder und wieder, bis in alle Ewigkeiten, neu zusammengesetzt. Und das seit Äonen ohne einzige Wiederholung! Jeder Neuanfang war eine Premiere, jeder Akt eine Novität. Ja, es hatte Ähnlichkeiten gegeben. Immer. Wenn die Voraussetzungen ähnlich waren, lag das auf der Hand. Doch immer hatte es auch Unterschiede gegeben und würde es weiterhin geben. Der Einfallsreichtum der Natur war unendlich. Das Wesen konnte das aus Erfahrung nur bestätigen. In all den Epochen, die es durchlebt hatte, hatte es noch niemals Lebensformen entdeckt, die absolut identisch waren.
Es unterbrach seine Gedanken und nahm befriedigt zur Kenntnis, dass die Ausmaße des Schwarzen Loches nun mehr als die Hälfte der ursprünglichen Größe der Galaxie erreicht hatten und das Weltall dahinter wie ein unendlich großes ausgestanztes Loch wirkte. Die ehemals elegant geformten Spiralarme waren jetzt nicht mehr als zerfetzte, nur noch aus kümmerlichen Fasern bestehende Schwaden. Doch trotzdem waren dies noch Millionen von Himmelskörper, die sich wie die Lemminge in den tödlichen Ozean stürzten. Das Tempo der Vernichtung hatte nun Dimensionen angenommen, die völlig ausschlossen, dass auf den Planeten noch irgendetwas am Leben sein konnte.
Geduld … der Neubeginn wird kommen … nur Geduld.
Es empfand ehrliches Mitleid mit all dem Leben, das vor seinen nicht existenten Augen zugrunde gegangen war.
Im Gegensatz zu IHM kümmere ich mich um das Leben! ER spielt nur herum und lässt es dann im Stich. ICH NICHT!
Das Ende kündigte sich an. Selbst seine Wahrnehmung nahm die nun irrwitzig in den Untergang stürmenden Objekte jetzt als farblich verschobene Striche wahr. Selbstverständlich konnte das Wesen auf mannigfache Art seine Betrachtungsweise wählen und es wäre ihm ein Leichtes gewesen auf Normalsicht zu wechseln. Doch immer wieder war es fasziniert vom Akt des Desasters, in dem schon jetzt der Keim des Anfangs schlummerte.
Jetzt geht es zu Ende …
Mit einem letzten zigtausendfachen Aufblitzen verschwanden die allerletzten Reste der einst gewaltigen Sternoase aus dem All. Für eine Zeitspanne, die selbst für das Wesen einen Lidschlag bedeutete, blieb der Weltraum an dieser Stelle schwarz. Ein Schwarz, das eine Tiefe erreicht hatte, dies es unwirklich, bedrohlich, beängstigend erscheinen ließ. Zumindest für Lebewesen, welche die Chance gehabt hätten, das kosmische Ereignis zu beachten.
Es mag welche geben, in anderen Galaxien. Wenn ihre Technik schon so weit fortgeschritten ist. Doch die Lebewesen, die jetzt – in diesem Augenblick – existieren, werden diese Spektakel niemals sehen können. Das Licht braucht seine Zeit. Und das Licht wird erst ihre entfernten Nachkommen erreichen. Werden sie es verstehen?
Das Wesen, das sich selbst als Luzifer bezeichnete, als Lichtbringer, machte sich bereit.
Dann sprach es die heiligen Worte:
„Es werde Licht!“
- Ende -
Copyright © 2010 by Werner Karl
Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog
Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus154-minus54.jpg ” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.
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Sonntag 21. März 2010 um 15:42
Zitat:
Im Gegensatz zu IHM kümmere ich mich um das Leben! ER spielt nur herum und lässt es dann im Stich. ICH NICHT!
Was denkt sich dieses Wesen, das sich selbst als Luzifer bezeichnet, denn??
Er beobachtet doch nur und tut rein gar nichts. Das Ende geniessen um Neuanfang zu schaffen? Das gefällt mir nicht wirklich. Eine Machtposition ausnutzen und nicht helfen wollen und sich dann selbst als etwas besonderes empfinden?
Nein, Luzifer. In dir herrscht Dunkelheit!!
Sonntag 21. März 2010 um 18:52
Wollt Ihr mal was witzige hören? – Ich bin im Gegensatz zum überwiegenden Teil der Menschen auf diesem Planeten der Meinung, dass Wesen, die von ihren Möglichkeiten weit über denen der Menschen stehen, die Menschen nicht als das betrachten würden, als was der Mensch meint, betrachtet zu werden.
Das Gegenteil ist der Fall: für Wesen dieser Grössenordnung sind wir nur das, was für Menschen Ameisen sind. So gesehen muss ich katziane enttäuschen: wir sind nicht wichtig genug für solche Wesen! Oder rettest du Ameisen aus einem brennenden Wald?
Das selbe gilt aber auch für dich Werner: ich glaube kaum, dass wir für solch ein Wesen, für das die Gebote der Naturwissenschaft offenbar nicht gelten, irgendwie auch nur einen Gedanken wert wären, oder denkst du über die Zukunft von Ameisenhaufen nach!
Das Hauptproblem von Menschen musste ich leider im meinem bisherigen Leben immer erfahren, ist, dass sie immer alles aus ihrem Bewertungssystem und ihrer Perspektive heraus betrachten.
Wenn man aber wirklich grosse kosmische Zusammenhänge verstehen will, dann muss man das unterlassen.
Im Übrigen: kein Schwarzes Loch kann eine ganze Galaxis schlucken, das ist physikalisch nicht möglich, und daran hat sich selbst ein Schwarzes Loch zu halten!!
So, jetzt hab ich aber mal so richtig geklugscheissert!
Sonntag 21. März 2010 um 18:54
Ich finde die Story gut und meine, dass Werner weiterschreiben sollte in diese Richtung, vielleicht begegnen wir dabei ja wirklich noch dem Schöpfer?
Sonntag 21. März 2010 um 18:58
Hallo Werner, hat dir Günnie nicht erklärt, dass du bei deinen Storys einen “tag*” für deinen Autorennamen setzen musst? Ich habe das jetzt mal für dich erledigt, denk bitte in Zukunft dran!
*=Tags (separate multiple tags: autorname)
Sonntag 21. März 2010 um 19:53
Mir hat die Story sehr gut gefallen. Besonders gelungen finde ich die scheinbare Passivität der Wesenheit, die dem Leben schlussendlich seinen Lauf lässt. Das Ende regt auch zum Nachdenken an, was ich ebenfalls für gelungen halte.
@DH
Da der Mensch in seiner eigenen Vorstellung gefangen ist, sperrst Du Dich selbst in den Käfig der limitierten Vorstellungen. Ein fremdartige Wesenheit entzieht sich vollkommen einer menschlichen Beurteilung, denn ihre Ziele sind dem Menschen – der nur die Fortpflanzung kennt – unbekannt. Davon mal abgesehen, gibt es genug Myrmekologen. Kosmisch gesehen, in einem unendlichen Universum, ist also jedes Gedankenspiel erlaubt und vorstellbar.
Sonntag 21. März 2010 um 23:03
Lieber Taysal, und ganz besonders als Antwort an katziane: ich habe diese Ansicht durch meine jahrelangen Meditationen und der Reflektion mit der täglichen Umwelt und deren Bewohner gewonnen, und eins kann ich heute mit Sicherheit sagen: ich bin nicht stolz darauf ein Mensch zu sein, denn wenn man uns Menschen am Durchscnitt misst, dann schneiden wir ganz misserabel ab.
Und ich meine das auch im übertragenen Sinne: die Menschehit ist es meiner Ansicht garnicht Wert von solcher einer Wesenheit beachtet zu werden bzw. erst recht nicht geholfen zu bekommen. Und deshalb ist meiner Meinung nach auch jeder Glaube an einen gütigen Gott sinnlos: den haben wir garnicht verdient denn wir sind ja selbst als Menschen – jedenfalls im Durchschnitt – auch keine gütigen Wesen.
Schau dir an, was wir aus dieser Welt gemacht haben, gemessen an den Möglichkeiten, die wir hatten. Da halte ich es mit den Kommentaren von meinem alten Zen-Meister, der mich in meiner Jugend über viele Jahre unterrichtet hat: “…der Mensch bekommt genau die Welt, die er sich schafft, und er hat sich genau diese Welt geschafft, die er verdient und keine andere oder bessere…!”
Und da wir – jedenfalls sind das meine Erkenntnisse mit der Beschäftigung mit dem ZEN-Universum – ja als einzelne immer auch verantwortlich sind für die Gemeinschaft aller Menschen, wird diese Betrachtungsweise auch nicht dadurch enschärft, dass man meint, selbst alles richtig getan zu haben oder eine gewisse Minderheit der Menschen alles richtig machen.
Mal davon abgesehen, das es aus ZEN-Sicht kein “richtig” oder “falsch” gibt, sondern das diese Beurteiligen immer nur aus der persönlichen Persepektive und des eigenen Bewertungsystem resultieren!
Montag 22. März 2010 um 06:31
Hallo alle zusammen,
WOW, da hab ich wohl mit der Story ein Thema angeschnitten, das uns wirklich scheinbar alle bewegt. Auch wenn viele nicht an Gott glauben, so bin ich doch der Meinung, dass es im Universum Wesenheiten geben muss, die völlig anders gestrickt sind, die andere Werte haben, ganz anders denken und handeln. Danke Detlef für deinen Hinweis auf verschiedene Wahrnehmungen.
Luzifer ist laut alter Christen-Mythologie tatsächlich der Lichtbringer gewesen, sozusagen die rechte Hand einer Macht, welche wir Menschen Gott nennen. Und das markanteste Ereignis, wo Licht entstand, ist eben in der Genesis. Ich für mich sehe diesen Akt als ein kosmisches Ereignis, als einen Urknall (siehe auch mein Artikel “Multipler Urknall”).
Die Handlung von “Zurück auf Anfang” spielt vor dem Fall Luzifers. Und er ist bei weitem nicht untätig. ER sagt: “Es werde Licht” und schafft damit eine neue Galaxie, in der sich Leben entwickeln kann. Und ER ist es, der damit überhaupt erst die Voraussetzungen für Leben schafft. Nach m.M. hat er damit eine Aufgabe (subtil wird angedeutet, dass er diese von jemandem – Gott? – verliehen bekommen hat), die ihn ungemein mächtig macht. Hat Gott hier einen Konkurrenten aus seinem Dunstkreis entfernt? Haben sich Gott und Luzifer deswegen entzweit? Warum folgten Luzifer 2 Millionen Engel aus dem Himmel in die Verbanung? WENN Luzifer böse war, waren diese Millionen Engel dumm, blind, naiv?
Und zu Gott selbst: Er pfuscht mit seiner Schöpfung so herum, dass er fast alles Leben brutal auslöscht (siehe Sintflut), er kümmert sich einen Dreck um unschuldige Opfer durch Verbrechen, Krankheiten und Kriege. Es läßt es sogar zu, dass Kinder mannigfaltig abgeschlachtet werden (siehe Kinderkreuzzüge, angestachelt von SEINEN Vertreter auf Erden, von den Päpsten) und milliarden andere Beispiele.
Luzifer deutet dies von Afang an mit seinem Gedanken “Und wieder wird man mir die Schuld an der Vernichtung geben.”
Das was wir heute unter Luzifer verstehen ist der Satan, der Teufel, die aber für mich NICHT identisch sind mit dem Wesen des Luzifers aus meiner Story.
Und Detlef: Warum zur Hölle soll ein Schwarzes Loch nicht so gigantisch wachsen, das es eine Galaxie verschlingen kann? Bist du der kleine Bruder von Newton, Einstein oder Hawkins? Die sich übrigens auch alle des öfteren geirrt haben. Trau dem Universum doch ein wenig mehr zu, als was du dir als Mensch vorstellen kannst. Du sagst doch selbst, dass wir Dinge höchstwahrscheinlich gar nicht wahrnehmen können, weil wir weder das Hirn noch die Sinne dazu haben.
Eure Kommentare finde ich absolut klasse, haben sie doch den Keim eines weiteren “Splitters im Auge Gottes” aufgezeigt. Ich arbeite gerade am Abschluss meines Story-Bandes “Danger Zone”, der aktuell 12 Science-Fiction-Kurzgeschichten umfasst. Wenn ich für jede Geschichte einen Zeichner finde, der eine Story illustriert, dann bin ich endlich fertig.
mit galaktischen Grüßen
euer galaxykarl
Montag 22. März 2010 um 19:44
Lese mal die aktuelle Literatur zur Kosmologieforschung, darin wird genau erklärt, dass es eine Obergrenze für schwarze Löcher gibt und das ab einer bestimmten Grösse die Materie nicht mehr aufgenommen werden kann von einem Schwarzen Loch, weil die Anziehungkraft so gross ist, dass die Materie (wir sprechen hier lieber von Gasen denn aus nichts anderem bestehen Sonnen zu 99 %) durch die gewaltige Beschleunigung und durch den Drehimpuls des bisherigen Materials schon vor Erreichen des Schwarzschildradius sich selbst vernichtet und in Strahlung aufgeht.
Das wichtigste ist in diesem Moment, wenn ein Schwarzes Loch eine gewisse Grösse erreicht hat, gar nicht so sehr die Anziehungkraft der bereits gefressenen Materie, sondern der Drehimpuls der bisher gefressenen Materie.
Dieser Drehimpuls bleibt auch in einem Schwarzen Loch enthalten und wenn dieses zu gross wird, kann kaum noch weitere Materie ins Loch fallen, da der Drehimpuls neuer Materie/gase bereits durch den gewaltigen Drehimpuls dazu gebracht wurde, gegeneinander so zu reiben, dass sich restlos alles in Strahlung umwandelt.
Und ab einer gewissen Drehimpulsmenge des Schwarzen Loches passiert dies bereits vor Erreichen des Schwarzschildradius, so dass die Strahlung, die durch das Zerreiben der drehenden Gase die spiralförmig (das tut Materie/Gase immer, wenn es in ein Schwarzes Loch fällt) zum Schwarzen Loch sich bewegen, noch nicht so stark angezogen werden, dass sie vom Schwarzen Loch eingefangen wird.
Das passiert nur, wenn der Drehimpuls der bisher gefressenen Materie noch so niedrig ist, das der Schwarzschildradius unterschritten wird, wenn die Materie zu Strahlung/Licht wird, die dann ja von solch kleineren Löchern auch nicht mehr freigeben wird.
Nur wie gesagt, es gibt eine Obergrenze und bei der wird sozusagen die Materie vor dem Schwarzenschildradius in Licht bzw. in Strahlung verwandelt, die dann noch entkommen kann, so das solche grossen Objekte kaum noch weiterwachsen können.
Ausserdem sind solche Objekte nicht mehr unscheinbar Schwarz, weil vor Ihnen in den auf sie zulaufenden Strudeln ja laufend Materie in Energie umgewandelt wird, so das solche Objekte oft heller strahlen als ganze Galaxien.
Ich habs mal versucht in einfachen Worten auszudrücken und spezielle Sonderheiten weggelassen, weil das würde hier wirklich zu weit führen.
Aber glaub mir, ich weiss von was ich rede, denn ich habe bereits selbst Seminare dazu abgehalten.
Montag 22. März 2010 um 21:47
Zur aktuellen Literatur zur Kosmologieforschung sage ich nur:
“Und sie dreht sich doch.”
- Galileo Galilei
Montag 22. März 2010 um 22:08
hä?
Montag 22. März 2010 um 23:36
Gott ist tot! Es lebe der König!
Dienstag 23. März 2010 um 20:06
Püh, Banause, Du hast mein Zitat missverstanden. :/
@galaxykarl
Ignoriere die doofe Kritik einfach, ich finde Dein Story gut. Ich hoffe da kommt noch was nach in die Richtung.
Dienstag 23. März 2010 um 20:52
Ja, los! Vielleicht mal was mit Erzengel Gabriel auf einem Neutronenstern?
Mittwoch 24. März 2010 um 06:13
Hallo ihr beiden,
ich bin ja immer wieder erstaunt, wie Themen aus der Bibel auch Nicht-Christen beschäftigen, mich eingeschlossen. Ich hab tatsächlich noch zwei Stories dazu, welche aber erst im Taschenbuch “Danger Zone” erscheinen. Bei einem darf ich nicht mal den Titel verraten, sonst ist der Schluss vorweg genommen. Die andere Story trägt den Titel “Die letzte Schlacht” und da kommt wirklich der Erzengel Gabriel vor. Nebenbei bemerkt habe ich den Grundplot zu einem SF-Roman mit dem Arbeitstitel “Das Jesus-Projekt” schon lange in der elektronischen Schublade. Und da geht´s erst richtig ab. Wahrscheinlich werden mich dafür Hardcore-Christen steinigen. Das schöne an der Bibel als Quelle ist, dass sie jeder (?!) kennt und man eben nur sie als Recherche braucht, während andere SF-Romane schon mehr an Fachwissen erfordern, das man sich überall zusammenklauben muss.
mit galakitischen Grüßen
euer galaxykarl
Sonntag 1. Januar 2012 um 19:11
[...] ZURÜCK AUF ANFANG – Science-Fiction-Story von Werner Karl [...]
Sonntag 15. Januar 2012 um 17:19
Ich mag die Story total ! Gefallene Engel oder ehemals Günstlinge von Gott, die dann in die Verbannung geschickt werden fand ich schon immer ein recht spannendes Thema! Mein Lieblingsaspekt dieser Geschichte ist diese andere Betrachtungsweise von Luzifer. Bitte mehr davon!
Und um nochmal in die Diskussion über höhere Wesen einzusteigen…
Wieso sollte man sich ÜBERHAUPT keine Gedanken über seine Schöpfung( wenn wir jetzt mal annehmen, dass es tatsächlich einen Schöpfer gibt) machen? Wenn man sich die Mühe gibt etwas zu erschaffen(ganz gleich ob das jetzt ganze Galaxien oder vielleicht einfach nur Geschichten oder Gemälde sind) man interessiert sich doch dann was daraus wird. Oder etwa nicht? Kein Wesen kann so ignorant sein, das es sein eigenes Werk vollkommen missachtet.
Montag 16. Januar 2012 um 17:31
Richtig Chiara, kein Künstler wird sich Wochen, Monate vielleicht sogar Jahre lang mit seinem Werk abmühen und es hinterher dann achtlos liegenlassen? Man betrachtet es doch dann und macht sich Gedanken ob es gelungen ist und was man beim nächsten Projekt beser machen kann. Alles andere ist Ignoranz und Arroganz. Selbst Gott hat sein Werk korrigiert (Sodom&Gomirrha und die Sintflut).
mgg
galaxykarl
P.S. Wenn ich zeit habe, korrigiere ich alle Tippfehler in der Story. Verdammt noch mal, das macht mich fertig, diese Tastenteufel!
Montag 16. Januar 2012 um 18:37
Wo bleibt die Korrektur-KI hier auf Wordpress?
Dienstag 17. Januar 2012 um 05:58
KI? Künstliche Intelligenz? In Wordpress? Vielleicht aber das:
Karl-Identität?
Korrektur-Implantat?
Korinthen-Individuum?
Neenee, muss man alles selber machen …
mgg
galaxykarl
Dienstag 17. Januar 2012 um 08:21
Also eher NI(Natürliche Intelligenz)-korrigiert, haha.
Ihr redet die ganze Zeit von Künstler und Werk. Wenn man auf’s Klo geht, wird hinterher auch nichts näher betrachtet … Ok, es sei denn, man ist krank, gerade mal drei und will kein “Windelzwerg” mehr sein oder man heißt Joseph Beuys
und braucht noch was für die Ausstellung.
Nicht, dass ich unser Universum als Fäkalie bezeichnen würde
, aber das ist nur eine Sache des Betrachtungswinkels. Viele Bakterien und Tierchen erfreuen sich an unseren Ausscheidungen und würden sich wundern, dass wir denen nicht so viel Aufmerksamkeit schenken.
(Äh, das hatte jetzt natürlich nichts mit der Geschichte zu tun! War schon klar, oder?)
Dienstag 17. Januar 2012 um 10:46
Guten Morgen zusammen,
das ist erst der zweite Text, zum dem ich etwas sage. Falls ich also noch nicht den “Ton der Community” treffe, dass wird schon noch.
Schöpfungsgeschichten und Weltmodelle … man könnte sagen, ich sammle so etwas. Also erstmal Dankeschön für gleich zwei neue Blickwinkel:
> Galaxien von einem Schwarzen Loch von innen aufgefressen wurden, wie eine biologische Lebensform von einem Parasiten.
Bioastronomie vom Feinsten!
> Luzifer nutzt eine vergehende Galaxie um neues zu schaffen.
Das Schwarze Loch als “Eingang” zu einem Tunnel, an dessen Ende die Materie in einem eigenständigen Universum wieder er-scheint (Wortspiel beabsichtigt)? In der Fachliteratur gibt es dazu die Stichworte Wurmloch und Weißes Loch, wenn ich mich recht erinnere. Im Text fehlen mir dazu aber ein oder zwei explizite Gedanken oder habe ich sie im Mittelteil übersehen?
Weiters ist mir noch nicht ganz klar, ob die Autoren die hier eingestellten Texte als “fertig” ansehen oder zur Textarbeit einstellen. Daher beschränke ich mich mal auf drei Punkte.
Erster Satz:
> die Sternansammlung
Da habe ich spontan das Bild eines (einzelnen) Sternes vor Augen, der nicht weiß wie viele er ist. Befindet er sich etwa in einer größeren Methanolwolke.
Vorschlag: Stern-en-ansammlung oder für einen Galaxie auch Stern-haufen. Mit oder ohne “en” ist es mehr sachlich oder poetisch.
> Das Wesen, das sich selbst als Luzifer bezeichnete, als Lichtbringer, machte sich bereit.
Die Verwendung beider Namen wirkt auf mich wie eine Wortwiederholung. Dazu am Anfang noch “das Wesen”. Das sind mir irgendwie zu viele Beteiligte.
> Und wieder wird man mir die Schuld an der Vernichtung geben.
Luzifer als passiver Sündenbock oder aktiver Schöpfer? Die Frage habt ihr ja schon besprochen. Da bin ich beim Lesen auch drüber gestolpert. Vielleicht würde mir nochmaliges Lesen helfen. Wenn es die Intention des Textes ist, beim Leser den Blickwinkel von Bösewicht zu Schöpfer zu drehen, wäre das bei mir angekommen. Dann Danke für den dritten (gedrehten) Blickwinkel. Im dem Falle könnten vielleicht die Gedankengänge zu “Er … über mir” ganz entfallen, um den Aspekt der Einheit von Schöpfer und Zerstörer heraus zu stellen. Aber das wäre dann eine ganz andere Geschichte und ein anderer Text.
Grüße
Martin a.k.a. Forticus
Dienstag 17. Januar 2012 um 12:59
@Martin
. Ich denke, auf manche Sachen hat man halt was zu sagen, auf andere nicht.
Der “Ton der Community”? Du willst also in Resonanz schwingen? Damit jemand antwortet? Haha, lustige Idee
Ich bin zwar nicht der Autor, aber ich gebe trotzdem mal meinen Senf zu deinen Anmerkungen:
Man vermutet, dass in jeder Galaxie ein großes Schwarzes Loch sitzt. (Das wusstest du wahrscheinlich schon, wenn du Weltmodelle sammelst.) Direkt beobachten kann man die aber (noch) nicht. Es gibt nur Indizien, wenn auch starke, die das nahelegen. (Detlef hat in einem der obigen Kommentare auch angedeutet, dass es vermutlich eine Obergrenze für solche galaktischen SL gibt. Spannend.)
Das mit dem Wurmloch habe ich gar nicht so rausgelesen. Vielleicht muss ich mir die Geschichte nochmal zu Gemüte führen.
“Sternansammlung” ist, denke ich, ein ganz geläufiger Begriff, wobei “Sternenansammlung” genauso gut ist.
Dienstag 17. Januar 2012 um 14:44
Eine Obergrenze für rotiernde Schwarze Löcher. Starre SL sind davon vielleicht ausgenommen, das weiß man nicht, das solchen SL ja entstehen mussten und jedesmal, wenn sie Materie “auffressen” übernehmen sie auch den Drehimpuls ihrer “Opfer”. Möglicherweise können SL auch anders entstanden sein, das ist nicht auszuschliessen. Aber die SL im Zentrum von Galaxien, davon geht man jedenfalls bei beisherigen Stand der Wissenschaft aus, sind rotiernde SL und haben daher eine Obergrenze. Ausserdem sind viele SL im Zentrum von Galaxien in Ruhephasen, da sie die Gegend in der Mitte der Galaxien leergefressen haben und nun ein Ring mit geringer Gasdichte oder fast ohne Gase zwischen ihnen und den weiter weg liegenden Sternen. Sozusagen eine Pufferzohne. Ist aber von Galaxie zu Galaxie anders. Zu diesem Thema gibt es ja auch immer wieder neue Erkenntnisse…
Dienstag 17. Januar 2012 um 17:13
Genau. Der Drehimpuls ist eine Erhaltungsgröße. Da im Grunde jeder Stern – so auch ein Vorläuferstern eines SL – rotiert und das System SL und Futter (Gas, “Beutesterne” usw.) ebenfalls Drehimpuls hat, wird es wohl keine nichtrotierenden SL geben. (Ein bisschen klugscheißern muss sein
)
Das einzige, was ich über eine Obergrenze für galaktische SL gefunden habe, ist dieser Artikel. Im Wesentlichen sammelt sich das Futtermaterial in einer so genannten Akkretionsscheibe. Von außen kommt das Material und innen strömt es dann ins SL. Von außen nach innen haben die Teilchen immer höhere Geschwindigkeiten und reiben aneinander. Sie heizen sich dadurch enorm auf und strahlen auf die Art gigantische Mengen an thermischer Energie ab.
Und jetzt kommt’s: die Abstrahlung soll die Umgebung, insbesondere die einströmende Materie so stark beeinflussen (wegpusten), dass nichts mehr übrig bleibt. Das scheint mir ein typischer Fall für einen Regelprozess zu sein: wenn keine Materie mehr einströmt, dann versiegt auch die Strahlung, dann könnte wieder einströmen … Aber wahrscheinlich sind die Zeiträume dafür so groß, dass das bisher nicht wieder passiert ist?!
Dienstag 17. Januar 2012 um 20:39
Hallo Martin a.k.a. Forticus,
herzlich willkommen bei uns. Und es gilt bei uns der sogenannte „gute Ton“. Wir verstehen uns nicht unbedingt als Schreibwerkstatt, nehmen aber gerne sinnvolle Kritik und Vorschläge an. Alles, was einem Autor hilft, sich zu verbessern, ist willkommen.
Mein Augenmerk bei „Zurück auf Anfang“ richtete sich nicht auf eine astronomisch korrekte Beschreibung eines galaktischen Phänomens, sondern es galt – und gilt immer noch – der Figur Luzifers. Ohnehin verändern sich die Vorstellungen dessen, was im Universum abläuft mit jeder Entdeckung, ob wir sie nun „belegen“ können oder nicht. Die Grenze von Physik zu Philosophie scheint mir hier sehr dünn zu sein.
Aber eines nach dem anderen: Ich musste erwähnen, dass es sich bei dem Wesen um Luzifer handelt, denn sonst hätte jemand auf den Gedanken kommen können, ich beschreibe Gott. Und da ich eine steigende Zahl von Kirchenaustritten, sinkenden Religionsunterricht und gegen Null tendierenden Bibelkonsum (mich eingeschlossen) beobachte, musste ich erwähnen, dass Luzifer eben in der Übersetzung Lichtbringer bedeutet. Schon als Kind hat mich dieser Begriff umgehauen. Denn alles Tun des Teufels/Satans/Luzifers ist extrem negativ besetzt. Und Lichtbringer ist doch eindeutig positiv, oder nicht? Diese Diskrepanz war es auch, die mich zu der Story inspirierte.
Denn Gott war nicht allein im Nichts. Sondern er war umgeben von Myriaden Engeln, seiner Elitegarde den Erzengeln und natürlich Luzifer, seiner rechten Hand. Nirgends steht: „Und jetzt erschuf Gott die Engel“. Und Gott gab ihm diesen Namen und ergo die Aufgabe, die dieser Name impliziert. Der erste Satz in der Bibel wurde also nicht von Gott ausgesprochen, sondern von Luzifer! Er machte seinen Job. „Es werde Licht!“
Und er bedauert ja schon sehr frustriert, das ihm wohl wieder der (natürliche) Untergang auch dieser Galaxie als böses Wirken angelastet werden wird, anstelle des Erschaffens einer neuen Galaxie.
Und wir wissen nichts über den „Hunger“ eines Schwarzen Loches. Warum soll die Anziehungskraft einer steigenden Masse nicht auch so weit steigen, bis ein SL eine ganze Galaxie verschlungen hat? Und irgendwann hat jedes lineare System sich ausgereizt und wechselt ins Chaos. Siehe hierzu auch: http://sfbasar.filmbesprechungen.de/allgemein/multipler-urknall/
Ich weiß, das Detlef anderer Meinung ist, aber für den Plot der Story ist die Funktion SL eigentlich nur sekundär. Mir geht es um die Wesenheit Luzifer und einen anderen Blickwinkel auf ihn.
Und noch etwas: Ich bin kein Satanist oder so was. Und für die andere Fraktion: Ich bin auch kein Christ.
Mit galaktischen Grüßen
galaxykarl a.k.a. Werner Karl
Dienstag 24. Januar 2012 um 10:18
Ich halte die Vorstellung eines Teufels für ziemlich vorpupertär. Die Menschheit sollte sich von diesem Mythus distanzieren und verstehen, dass es den Teufel nur in uns selbst gibt. Es ist also nicht nötig, ein zusätzliches Wesen zu bemühen. Wir sind böse genug, deshlab können wir auch gute Seiten in uns entwickeln, da es die Diskrepanz ist zwischen diesen beiden Polen, die unsere Handlungen bestimmen.
Dienstag 24. Januar 2012 um 19:57
Und auch hier gilt meine Antwort auf deinen Kommentar, liebe Martina.
tstststststs…
mgg
galaxykarl
Mittwoch 25. Januar 2012 um 13:14
Insgesamt eine gute Story.
Inhaltlich mag ich mich nicht vertricken, nur insoweit, als mir hier auch eine nichtbiblische Auslegung möglich scheint. Im Übrigen ein interessantes Szenario und schöner Grundgedanke.
Stilistisch anspruchsvolle Methode, wie ich finde. Luzifer im Dialog mit sich selbst, was immer die Gefahr aufwirft, langweilig zu wirken, da nicht wirklich etwas passiert.
Mittwoch 25. Januar 2012 um 20:09
Damit es nicht langweilig wird, ist es eben eine sehr kurze Kurzgeschichte. Und es wird ja erst zum Schluss klar, WER hier beobachtet, agiert und gemeint ist. Und ja, nichtbiblisch, ist exakt meine Lesart, siehe “Das Jesus-Projekt”. Muss aber erst noch 5-6 Bücher schreiben, bevor das dran kommt.
mgg
galaxykarl
Donnerstag 26. Januar 2012 um 18:40
So Stück für Stück lese ich mich durch und bin auch hier gelandet.
Also ich fand es etwas langweilig und auch der Schluss konnte mich nicht begeistern. Lucifer hin oder her.
Und da hilft es auch nichts, dass die Geschichte kurz ist.
Die Fehlerchen wurden ja schon angesprochen. Am Stil könnte man schon noch etwas feilen. Ein paar Adjektive weniger und so bisschen auf Mehrzahl achten, Tippfehler raus, Füllwörterchen vermeiden und dem Ganzen einen etwas peppigeren und nicht so tragenden Anstrich verpassen. Ich fand die nicht vorhandenen Augen, mit denen er trotzdem sieht besonders niedlich.
Hust ma wenn de kein Hals hast… gelle !
Kann man lesen, muss man aber nicht.
LG
Nicki
Donnerstag 26. Januar 2012 um 18:42
Hartes Urteil von Nicki, Galaxy!
Freitag 27. Januar 2012 um 06:27
Liebe Nicki;
zu dein Kommentar: “Ein paar Adjektive weniger und so bisschen auf Mehrzahl achten, Tippfehler raus, Füllwörterchen vermeiden und dem Ganzen einen etwas peppigeren und nicht so tragenden Anstrich verpassen. Ich fand die nicht vorhandenen Augen, mit denen er trotzdem sieht besonders niedlich.”
Adjektive / Mehrzahl: Ich wüßte nicht, wo ich ein Adjetiv überflüssig aufgeführt hätte. Nähme ich eines weg, würde das Bild, das ich damit zeigen will, verändert werden. Eine Kugel ist in der Regel gefüllt, außer du denkst an einen Ball, aber eine ausgelutschte Galaxis ist sicher eher hohl als gefüllt. Ergo muss ich der Kugel eine Masse – oder eben keine – zuordnen. Eine Linse muss nicht flach sein, diese schon usw. Tippfehler: Bitte zeigen, ich hab keine mehr gesehen. Dito Füllwörter. Wenn du den Hinweis Mehrzahl auf “… ein Rad aus rund einem Dutzend zerfaserten Spiralarmen, welche den finsteren Kern in rasendem Wirbel umkreisten.” beziehst, dann ist das Wörtchen “umkreisten” auf die Spiralarme (Plural) bezogen und nicht auf das singulare Rad.
Wie soll man so ein wahrlich galaktisches, dramatisches Ereignis peppig erzählen? Da würde Stil mit Akt nicht harmonieren. Seine innere Frustriertheit aufgrund mangelnder Anerkennung (durch Unwissenheit der Betroffenen) kontrastiert mit seiner Genugtuung, dass es trotzdem eine Aufgabe hat, die es seit Äonen erfüllt. Da kann man keine atemberaubende Action draus basteln. Diese Vorgänge dauern (für uns) in Realzeit Tausende von Jahren, ja Millionen und Milliarden Jahre, für Luzifer sind es andere Zeitabläufe.
Das Wesen Luzifer hat keinen Körper, ergo auch keine Augen. Aber willst du so einer mächtigen Wesenheit die Fähigkeit absprechen, trotzdem etwas mit allen seinen Sinnen wahrzunehmen? Außerdem habe ich das ein paar Zeilen vorher sogar beschrieben. Darüber hinaus habe ich erwähnt, dass es jederzeit jedwelchen Körper annehmen kann (eine Parallele zu den mannigfaltigen Erscheinungsformen Luzifers in der Bibel), also kann es sicher auch Augen bilden, wenn es wolte. Was soll es aber mit Augen, wenn es auch auf seine ursprüngliche – und uns unbekannte – Art und Weise síeht, hört, fühlt, agiert?
Trotzdem freue ich mich, dass du die Geschichte kommentiert hast. Es hilft immer, wenn man Feedbacks zu seinen Texten bekommt. Es schärft meinen Blick auf die Wörter, die – ich gebe es zu – einem Autor schon mal vor den Augen verschwimmen können. An anderer Stelle habe ich schon verraten, dass ich mir meine Texte schon beim Schreiben eines Absatzes gleich mal selbst vorlese und auf Stimmigkeit, Redefluss und Klang achte.
Mit galaktischen Grüßen
galaxykarl
Freitag 27. Januar 2012 um 08:23
Von seiner Beobachtungsposition aus wirkte die Sternansammlung wie ein Rad aus rund einem Dutzend (von)zerfaserten (oder: zerfaserter Spiralarme) Spiralarmen, welche den finsteren Kern in rasendem Wirbel umkreisten.
und einer weiteren, unglaublichen Vielzahl von deformierten Körpern
(und in weiteren vielfältigen, deformierten Körpern?)
Weder in der Vergangenheit, weder in der Gegenwart, noch irgendwann in der Zukunft
(Weder in der Verganenheit, in der Gegenwart oder in der Zukunft.)
Es schwebte soweit an das Schauspiel heran, dass es das ganze Szenario wahrnehmen konnte. Trotzdem war es immer noch Millionen von Lichtjahre entfernt.
(Es schwebte näher an das Szenario heran, um das Szenario besser wahrnehmen zu können, war aber trotdem noch Millionen von Lichtjahre entfernt)… dass mit ss vermeiden und verdichteter schreiben, dann liest es sich besser).
Zum milliardsten Male fragte es sich, wie lange es wohl selbst existieren würde.
(Zum milliardsten Male fragte es sich, wie lange es noch existieren würde) wohl ist ein tolles Füllwort worauf man gut verzichten kann.
Wie viele dieser Dramen würde es noch miterleben, bis es vielleicht seinen eigenen Tod erlitt?
(lies es mal mit und dann ohne dem Wörtchen “vielleicht” … ein schönes Füllwort, das du nicht brauchst.)
Es ist meine Aufgabe!, dachte es mit heftiger Intensität und spürte die eigenen Kräfte, welche die Macht des Schwarzen Loches vor ihm um ein Vielfaches überragten. Und wie immer folgte unausweichlich die drängende Frage:
(Es ist meine Aufgabe, dachte es und spürte die eigenen Kräfte, welche die Macht des Schwarzen Loches um ein Vielfaches überragten… (das es vor ihm liegt wissen wir)
Okay, es ist noch mehr stilisches drin und mir fehlt leider die Zeit um den ganzen Text durchzusehen. Ich hoffe, meine Beispiele konnte dir helfen, lieber Galaxykarl und du bist nicht böse mit mir.
Lieber Gruß
Nicki
Freitag 27. Januar 2012 um 16:20
Liebe Nicky,
das ist schon was anderes, damit kann ich was anfangen. Ich werde gerne die Vorschläge aufgreifen, ja, ich denke, ich werde sie bis auf einen einbauen. Das “vielleicht” bezüglich seines eigenen Todes. Das muss drin bleiben, da er/es ja gar nicht weiß, ob er überhaupt sterben kann.
Das Böse ist immer und überall! Nach der berühmten österreichischen Philosophen-Combo EAV, hahaha.
Und böse bin ich doch niemanden, der hilft, einen Text besser zu gestalten. Und Stil ist wirklich etwas, an dem man bis in alle Ewigkeiten arbeiten kann. Gerne nehme ich diese Tipps an.
mgg
galaxykarl
Freitag 27. Januar 2012 um 16:54
Wie niedlich!
Freitag 27. Januar 2012 um 16:55
Das war ich nicht, das war meine Freundin Monika! Sorry!
Freitag 27. Januar 2012 um 16:57
Habe gerade meinen kalten Schwarzen Tee von gestern genommen und Colamix 0% Zucker reingeschüttet, schmeckt klasse die Mischung, warum gibt es sowas nicht, oder gibt es das doch schon?
Freitag 27. Januar 2012 um 17:12
Colamix mit 0% Zucker und vielen giftigen Süßstoffen?
Freitag 27. Januar 2012 um 17:28
Ne, ist mit Stevia gesüsst!
Freitag 27. Januar 2012 um 19:18
Für eine weitere unbestimmte Strecke des Zeitstroms dachte es darüber nach, dass es in Wahrheit all diese Varianten des Lebens nicht bewusst formte, sondern es (diese) sich aus dem … Angebot definierte (n), welche (s) schon vorher existiert hatte(n). Nur die Kombination des Materials wurde (wieder und wieder und wieder, das ist stilistisch nicht so toll !!!) bis in alle Ewigkeiten, neu zusammengesetzt.
Es unterbrach seine Gedanken und nahm befriedigt zur Kenntnis, dass die Ausmaße des Schwarzen Loches (nur noch halb so groß waren, wie die ursprüngliche Galaxy und das Weltall dahinter wie ein großes, ausgestanztes Loch wirkte?)nur mehr als die Hälfte der ursprünglichen Größe der Galaxie erreicht hatten und das Weltall dahinter wie ein unendlich großes ausgestanztes Loch wirkte. Die ehemals elegant geformten Spiralarme (stellten jetzt nur noch zerfetzte aus kümmerlichen Fäden bestehende Fäden dar?)nicht mehr als zerfetzte, nur noch aus kümmerlichen Fasern bestehende Schwaden.
Das Ende kündigte sich an. Selbst seine Wahrnehmung nahm die (nun, löschen) irrwitzigen in den Untergang stürmenden Objekte (jetzt löschen) als farblich verschobene Striche wahr.
Ist mir noch so nebenbei aufgefallen… muss mal gucken ob ich noch mehr sehe.
Mach ich doch gerne Galaxykarl… Leider habe ich im Moment nicht soo die Zeit … Überlege Dir mal, ob Du auf ein paar so Wörterchen wie “vielleicht” nicht doch verzichten kannst. Lies es in den Situationen mal ohne und mal wieder und denke dann für dich darüber nach, ob du es wirklich brauchst …
Es ist einfach manchmal zu kompliziert formuliert, da ist weniger oft mehr.
Lieber Gruß
Nicki
Freitag 27. Januar 2012 um 19:34
Von hintenherum durchs Auge?
Freitag 27. Januar 2012 um 19:36
Vielleicht bin ich ja doch ein komplizierter Mensch? Obwohl ja viele Frauen behaupten, wir Männer seien einfach gestrickt …
mgg
galaxykarl
Freitag 27. Januar 2012 um 20:41
lach.. ;.)
genau, von hintenherum durch die nicht vorhandenen Augen, die Lucifer erst dann hat, wenn er eine andere Form annimmt, oder so…
Grins !!!
Sorry, aber wenn man den ganzen Tag selber auf solche Dinge achtet, dann fallen sie einem halt ins Auge…
Lieber Gruß
Nicki
Samstag 28. Januar 2012 um 10:20
It´s a simple thing … it´s only magic!
with galactical greetings
galaxykarl
P.S. Hah, was bin ich heute wieder global, hihihi.
Samstag 28. Januar 2012 um 17:46
Zauberei und Magie…hui… und weg..
Lieber Gruß
Nicki