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Literatur-Blog

Exodus 22 – Magazin für Science Fiction Stories & Phantastische Grafik

Erstellt von Galaxykarl am Samstag 17. Juli 2010

René Moreau, Heinz Wipperfürth, Olaf Kemmler (Hrsg.)
Exodus 22
Magazin für Science Fiction Stories & Phantastische Grafik

Exodus, (D) Originalausgabe 12/2007, 2.Auflage 6/2010
ISSN 1860-675X
Umfang 70 Seiten
DIN A4, Softcover und 7 Grafikseiten vollfarbig
s/w-Illustrationen von Lothar Bauer, Thomas Franke, Frank G. Gerigk, Thomas Hofmann,
Olaf Kemmer, Manfred Lafrentz, Mario Moritz und Robert Straumann

www.exodusmagazin.de

Die Zweitauflage eines SF-Magazins? Man höre und staune: War die ursprüngliche Ausgabe vom Dezember 2007 noch s/w gedruckt, hat die Nachfrage – und die technischen Möglichkeiten – nun erfreuliche Früchte getragen. Eine zweite Auflage einer längst vergriffenen Magazin-Ausgabe mit vollfarbigem Cover und einem Künstlerporträt, das jetzt erst richtig zur Geltung kommt. Allein schon deswegen rentieren sich die paar Euro für alle jene, die Science Fiction nicht nur literarisch, sondern auch optisch genießen wollen.

Dazu wieder 11 SF-Stories, die an Anwechslung nichts vermissen lassen:

„Instant man“ von Uwe Anton: Ein Sklave, ein Diener, ein Spielzeug, das garantiert 30 Tage hält und danach im Müll landet? Eine elegante Lösung für das Problem, das man sich nicht zu sehr an ein künstlich erschaffenes Lebewesen gewöhnen sollte. Ich glaube, wenn es jemanden gelingen würde, solche Wesen zu züchten, wären sie tatsächlich ein Verkaufsschlager.

„Im Albbyss, keine Zeit mehr“ von Thomas Franke: Dem Autor nach eine „Literarische Miniatur“. Vielleicht hätte ihr ein klein wenig mehr Länge gut getan.

„Herr der Sterne, Herr der Schmerzen“ von Olaf Kemmer: Einem Gott ist langweilig. Und das hat böse Folgen für die Bewohner so mancher Welt. Doch irgendwann…Hat mir am besten gefallen.

„Das Mädchen von der Mondstraße“ von Johann und Günter Braun: Ein Erdenmann bestellt sich aus einem Katalog eine außerirdische Frau. Klar, dass hier zwei Kulturen – im Endeffekt unvereinbar – aufeinander treffen und…scheitern.

„Der Bethagi-Zwischenfall“ von Christian Weis: Ab wann weiß man, dass eine Simulation noch eine ist? Ab wann ist eine Situation so real, dass sich die Grenzen verwischen? Gut, aber vorhersehbar.

„Mitten in das Leben“ von Guido Seifert: Drogen verschaffen dem Konsumenten angeblich Zugang zu neuen Welten. Leider ist es aber nur immer und immer wieder die Flucht aus der einzig realen. Und scheinbar wird sich auch in der Zukunft daran nichts ändern… gottseidank!

„Wie die Welt entstand“ von Wolfgang G. Fienhold: Kurz und gut. Nichts für Gläubige. Jedem Atheisten wird sie gefallen.

„Besucher aus der Ferne“ von Helmut Hirsch: Verlorene Menschenkolonie wird erneut aus der alten Heimat besucht. Das Beste an der Story waren die halbintelligenten Flugratten. Für die Länge der Story hat man sich irgendetwas Neues, Überraschendes am Ende erhofft, leider kam nichts.

„Morgen im Hominidenpark“ von Andreas Debray: Noch eine Geschichte, welche Hardcore-Christen wenig begeistern wird.

„Kentaurische Affären“ von Frank Neugebauer: Die Epsilon-Strahlen machen interstellaren Raumflug möglich und die Berichte dieser Expedition liegen nun vor…

„Das Tier“ von Thomas Franke: Die zweite „Literarische Miniatur“ im Heft, hat mir besser gefallen als die erste.

Das Künstlerporträt im Mittelteil stellt sicher das Highlight dieser Exodus-Ausgabe dar, trotz der etwas schwülstigen Lobhudelei von Uwe Mörsch, welche allerdings die Bilder in keiner Weise benachteiligen. Die Arbeiten „Die Fremden“, „Fliegenfänger“ und „Eisplanet“ können absolut auch international durchaus mit bekannteren Künstlern mithalten. „Raumkoller“ hat was von 50er-Jahre Bug-eye-Monster und „Gefühle“ würde eher in SimCity mit seinen pubertären Phantasien passen.

Rundherum eine schöne Ausgabe. Schade nur, dass sich die vielen Leserzuschriften oft genug als Autoren oder Rezensenten verschiedener (e)-Magazine erweisen. Gibt es denn keine Zuschriften von „Nur“-Lesern?

Copyright © 2010 by Werner Karl

Ein Kommentar zu “Exodus 22 – Magazin für Science Fiction Stories & Phantastische Grafik”

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