Das Jahr 2010 – das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen?
Erstellt von Galaxykarl am Samstag 25. April 2009
Ein Aufruf zur Diskussion an Realisten – nicht für Spinner
In ungezählten Science-Fiction-Romanen und vielen SF–Filmen erleben einzelne Menschen, manchmal auch größere Gruppen, seltener die gesamte Menschheit das Glück oder Unglück eines ersten Kontaktes zu anderen Lebewesen, welche nicht von der Erde stammen, gemeinhin bezeichnet als Aliens. Natürlich ist der Titel dieses Artikels angelehnt an den zweiten Teil der Odyssee-Filme „2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“. Und 2009 dauert nur noch einige Monate…
Vielleicht haben Sie – ja auch Sie, der Nicht-SF-Konsument -, einige dieser Romane gelesen oder Filme zu diesem Thema gesehen. Je nach Qualität des Buches oder des Filmes haben Sie sich gut unterhalten, vielleicht aber auch nicht. Doch das ist jetzt nicht meine Frage. Das, was mich wirklich interessiert, ist: Was würden Sie tun, wenn es denn stattfindet? Unheimlicher die Frage: Was würden unsere Offiziellen, die Behörden, die Polizei, der Staat tun?
Wahrscheinlich würden sie erst mal schießen, und danach fragen. Was ja der bevorzugten amerikanischen oder menschlichen Vorgehensweise entspricht. Siehe z.B. den s/w-Filmklassiker von 1951 „The day, the earth stood still“ mit Michael Rennie als Klaatu (2008 neu verfilmt mit Keanu Reeves). Oder die ganze Sache nicht ernst nehmen, wahrscheinlich sogar für nicht real halten. Siehe „Contact“ (1997) mit Jodie Foster in der Hauptrolle als Astronomin, welche den Erstkontakt auf eine Weise erlebt, bei der ihr hinterher alle Beweise fehlen und logischerweise ihr niemand glaubt. Vielleicht haben wir aber auch das Glück einer friedlichen Begegnung wie in „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977) von Steven Spielberg oder wie in „Star Trek 08 – Der erste Kontakt“ (1996), wo die zerrissene Menschheit von den friedvollen, ja fast edlen Außerirdischen vom Planeten Vulkan besucht wird.
Doch zunächst fragen Sie sich: Was soll der Quatsch? Warum soll ich mich mit einer Sache befassen, die nie stattfinden wird? Was will der Spinner denn von mir? Ach… Sie sind also der Meinung, der Mensch sei die Krone der Schöpfung? Wir seien die einzig intelligente Spezies im Universum?
Dann möchte ich Sie mal auf den Boden der Tatsachen holen: Die Galaxis, welche wir Besitz ergreifend und typisch größenwahnsinnig als „unsere“ bezeichnen, beinhaltet nach aktuellem Stand der Astronomie schlappe 400 Milliarden Sonnen. Im Lauf der letzten 20 Jahre ist die Wissenschaft zu der Erkenntnis gelangt, dass es eher die Regel als die Ausnahme ist, dass fast jede Sonne von mindestens einem, viel wahrscheinlicher aber von mehreren, Planeten umkreist wird. Bis zu diesem Jahr 2009 sind den Astronomen „nur“ rund 350 extrasolare Planeten in anderen Sonnensystemen bekannt. Diese lächerlich geringe Zahl fußt auf den noch sehr umständlichen Methoden, welche uns seit relativ kurzer Zeit zur Verfügung stehen. Die beiden wichtigsten Verfahren benutzen im Prinzip nur die Helligkeitsschwankungen beobachteter Sonnen, vor deren Fläche sich ein umkreisender Planet regelmäßig schiebt und damit einen Teil des ausgesandten Lichtes zu uns verdeckt. Das zweiteffektivste Verfahren misst die minimalen Schwankungen des betreffenden Sternes selbst, wenn sich einer seiner Planeten auf den fast immer nicht perfekt runden Umlaufbahnen bewegt. Mit fortschreitender Optik, ferner operierenden Satelliten und Sonden dürfte diese Anzahl explosionsartig steigen. Aber direkt anmessen können wie extrasolare Planeten bis dato noch nicht, eine effektivere Technik hart noch ihrer Entdeckung.
Wenn also nur die Hälfte der anderen Sonnen ebenfalls Planeten besitzen, und nur jeder Millionste (!) davon Leben trägt, sprechen wir immerhin von 200.000 bewohnten Planeten. Und dies nur in „unserer“ Milchstraße. Die Astronomen haben aber bis zum heutigen Tag außer der Milchstraße noch mindestens weitere 450 Milliarden andere Galaxien geortet und täglich werden es mehr. Die Zahl der beobachtbaren Objekte im Universum wächst rapide mit dem Einsatz verbesserter oder neuer Messgeräte und Technologien. Das Hubble-Teleskop war hier ein richtiger Quantensprung. Jetzt noch zu behaupten, wir wären allein im Universum, ist blanke Ignoranz oder schierer Größenwahn. Für alle Gott-, Allah- oder sonst an irgendwelche Götter glaubenden Menschen stelle ich speziell ihnen die Frage: Sollte Gottes Schöpfung so gewaltig und mickrig zugleich sein, dass sie wahrhaft unendlich viele Sonnen, Planeten, Monde und Galaxien, Sternennebel und was zum Himmel noch alles geschaffen hat, und dann soll nur auf einem einzigen Planeten Leben existieren? Welch eine Verschwendung wäre dies!
Wenn wir uns nun unsere Position innerhalb der Milchstraße vergegenwärtigen, nämlich ziemlich weit draußen am äußeren Rand des Spiralarmes, den wir den Orionarm nennen, sitzen wir sozusagen „Am A… der Welt“. Das ist weit untertrieben ungefähr so, als würden sie die Insel Usum mit New York vergleichen (nichts gegen Usum). Nichtsdestotrotz sollte es auch hier zu einem Kontakt kommen können. Schließlich plärren wir seit über 100 Jahren Radiowellen und nur wenige Jahre später Fernsehwellen ins All. Seit dem Computerzeitalter, Satellitenkommunikation und zunehmender Raumfahrt innerhalb unseres Sonnensystems (Apollo-Flüge, Raumstationen Spacelab, Mir, ISS, interplanetare Satelliten, unter anderen auch die Voyager mit ihrer berühmten Goldplatte mit einer menschlichen Nachricht an E.T.) tun wir alles, um unsere möglichen Nachbarn auf uns aufmerksam zu machen.
Doch noch einmal meine Frage: Was tun wir, wenn es denn endlich passiert? Heben wir die Hand zu einem freundlichen Gruß, um unsere unbewaffnete Hand zu zeigen, was diese Geste ja auch ursprünglich bedeutete? Vielleicht interpretiert unser außerirdisches Gegenüber die erhobene Hand als Einleitung eines Angriffes und atomisiert uns einfach. Wir können natürlich auch munter drauflos plappern, aber warum soll E.T. deutsch oder albanisch oder kreolisch verstehen? Wenn wir einer fremden Lebensform begegnen, welche sicherlich nicht humanoid ist, laufen wir schreiend davon und alarmieren irgendeinen überforderten Trottel vom Militär? Oder einen Politiker? Was würden denn etwa Guido Westerwelle, Angela Merkel, Wladimir Putin oder meinetwegen Mahmud Ahmadinedschad (für alle Politik-Ignoranten: das ist der iranische, zu gern säbelrasselnde Präsident) zu den galaktischen Besuchern sagen? Würden Sie sich wohl fühlen, wenn solche Leute, völlig unvorbereitet die Interessen von uns allen, der ganzen Menschheit vertreten sollen? Also, mir läuft es da eiskalt den Rücken runter.
Macht sich den irgendjemand ernsthaft und wissenschaftlich – außer der SF-Gemeinde – überhaupt Gedanken darüber? Wer hat sich zum Beispiel das Begrüßungs-Szenario (Lichtorgel mit sphärischen Klängen unterstützt) aus „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ ausgedacht? Steven Spielberg? Dass man damit auch daneben liegen kann, hat man ja in „Independence Day“ gesehen. Mit größter Wahrscheinlichkeit hängt die Art des ersten Kontaktes von der Intelligenz und den Absichten der Aliens ab. Aber können wir uns darauf verlassen, dass deren zu erwartende Intelligenz – schließlich haben sie ja eine Technologie, welche gigantische Entfernungen überwindet – uns vor Missverständnissen bewahrt, welche rasch unser Ende bedeuten könnte?
Das bringt mich zu der nächsten Frage: Was wollen die Aliens bei uns? Wie sexy sind wir denn für eine anzunehmend überlegene Spezies?
Haben wir Glück…
• sind sie friedliche Forscher, die ihre Neugier auf uns befriedigen.
• sind sie ebenfalls einsam im Universum und suchen nach anderen Spezies.
• sind sie Geschäftsleute und suchen neue Handelsplätze und Produkte, welche auf ihren Planeten unbekannt sind.
Haben wir Pech…
• sind sie Eroberer. Aber was wollen sie mit einem Planeten anfangen, den wir mit allen Regeln der Kunst vergiften?
• sind sie schlichtweg aggressiv und vernichten uns. Dabei haben sie die besseren Karten: Überlegene Technologie, einen uneinigen Feind. Wer glaubt schon bei der aktuellen Weltpolitik an eine globale Befriedung der rund 200 verschiedenen menschlichen Gruppierungen durch äußere Feinde?
• sind sie Kolonisten. Aber warum dann ausgerechnet unseren Planeten? Es gibt doch mehr als genug, siehe oben.
• sind sie Chauvinisten und sehen uns als minderwertig an, versklaven uns oder beuten uns aus. Warum sollten sie sich nicht auch als Herrenrasse betrachten? Das hatten wir auf der Erde schon häufiger.
In jedem der aufgezählten Fälle ist aber eines ziemlich sicher: Eine große Masse der bald 7 Milliarden Menschen wird aus vielerlei Gründen in Panik geraten und es wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu Millionen Toten bei Unruhen, Aufständen und Massenhysterien kommen. Wie viele Kriminelle werden die Gunst der Stunde nutzen, um alle möglichen Schandtaten zu begehen? Wie viele Militärs werden auf ihre roten Knöpfe drücken, egal auf wen die Raketen gerichtet sind? Wie viele angsterfüllte Menschen werden auf alles ballern, was nicht wie ihr Nachbar aussieht?
Es ist anzunehmen, das E.T. nicht humanoid gebaut ist, vielleicht so fremd, dass wir allein aufgrund seines fremden Aussehens erst mit schießen und dann fragen stellen. Überspitzt gefragt: Wer denkt denn an Kommunikation, wenn der Außerirdische aussieht wie 500 Pfund Kartoffelsalat oder glibberig oder einfach angsterzeugend? Das wird uns Gott sei Dank wohl erspart bleiben, denn wie sollte solch ein Wesen die Technik entwickelt haben, die es beherrscht, wenn ihm entsprechend gegliederte und zu Feinmechanik fähige Extremitäten fehlen?
Da drängen sich doch Fragen auf, über die – hoffentlich – irgendjemand nachdenkt:
• Wer hat Pläne für solche Szenarien?
• Wer weiß, was er tun soll, innenpolitisch, militärisch, global, wenn der Fall eintritt?
• Liegen Notfallpläne in den Schubladen aller Regierungen und werden sie sich daran halten?
• Wenn ja, wer hat sie erstellt und taugen sie etwas?
• Was tun wir persönlich, wenn das erste Raumschiff landet?
• Gehen wir zur Arbeit, als sei nichts gewesen? Sicher nicht. Wir werden am Fernseher hängen, die Nachrichten verfolgen und hoffen, dass alles gut wird.
Vielleicht sollten wir es wie Perry Rhodan halten (für alle nicht SF-Fans: Perry Rhodan ist die größte SF-Romanserie der Welt mit aktuell rund 2.500 (Heft)Romanen und in ihrer Gesamtleistung leider völlig unterschätzt): Als Perry Rhodan seinen ersten Kontakt mit ein paar Arkoniden hatte – welche zu seinem Glück friedlich waren – tat er in den folgenden Jahrzehnten alles, um die Erde und die Menschheit möglichst lange vor einer Entdeckung durch weitere Außerirdische zu schützen und die Menschheit in jeglicher Hinsicht auf den irgendwann unvermeidlichen erweiterten Kontakt vorzubereiten.
Denn – wie gesagt – das Universum ist groß. Und wo eine außerirdische Rasse ist, sind garantiert viele, viele, sehr viele andere.
Copyright © 2009 by Werner Karl
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Der Tag, an dem die Erde still stand (Cinema Premium Edition, 2 DVDs)
Contact (Special Edition)
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Star Trek 08 – Der erste Kontakt
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Donnerstag 30. April 2009 um 11:28
Zu deiner Frage:
Antwort:
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Zu deiner Frage: Was würden Sie tun, wenn es denn stattfindet?
Antwort: Ich würde mich unglaublich schämen, denn sicherlich würden meine Mitmenschen mich bis auf die Knochen blamieren!
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Zu deiner Frage: Warum soll ich mich mit einer Sache befassen, die nie stattfinden wird?
Antwort: Ich bin tatsächlich der Meinung, dass so etwas nicht in unserer Lebensspanne stattfinden wird.
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Zu deiner Anmerkung : Wenn also nur die Hälfte der anderen Sonnen ebenfalls Planeten besitzen, und nur jeder Millionste (!) davon Leben trägt, sprechen wir immerhin von 200.000 bewohnten Planeten. Und dies nur in „unserer“ Milchstraße.
Antwort: Ich halte es tatsächlich für möglich, dass da noch Leben in unserer Milchstrasse exisitiert, jedoch dürfte die mittlere Entfernung zwischen zwei dieser Lebensformen etwa 1000 Lichjahre sein, womit zu unseren Lebenszeiten eine Kommunikation so gut wie ausgeschlossen sein dürfte, von einem Besuch ganz zu schweigen.
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Zu deiner Anmerkung: Wenn wir uns nun unsere Position innerhalb der Milchstraße vergegenwärtigen, nämlich ziemlich weit draußen am äußeren Rand des Spiralarmes, den wir den Orionarm nennen, sitzen wir sozusagen „Am A… der Welt“.
Antwort: Ich darf dich aufklären: Es scheint tatsächlich nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen so zu sein, dass eben auch nur in solchen entlegenen Seitenarmen überhaupt Leben unserer Art möglich ist, ich darf hier auf die zahlreichen Veröffentlichungen von Pr. Dr. Harald Lesch verweisen!
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Zu deiner Anmerkung: Das wird uns Gott sei Dank wohl erspart bleiben, denn wie sollte solch ein Wesen die Technik entwickelt haben, die es beherrscht, wenn ihm entsprechend gegliederte und zu Feinmechanik fähige Extremitäten fehlen?
Antwort: Ich halte es für möglich, dass möglicherweise von uns garnicht als solche erkannt werden, wie zum Beispiel, wenn sie auch Gasen oder Elektronmagnetischen Feldern bestehen. Was wenn Sie aus dunkler Materie bestehen würden, dann könnten wir sie auch nicht mal wahrnehmen!
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Zu deiner Schluss-Anmerkung: Denn – wie gesagt – das Universum ist groß. Und wo eine außerirdische Rasse ist, sind garantiert viele, viele, sehr viele andere.
Antwort: Ich denke mal die werden sich für so was wie uns nicht mal interessieren, dazu sind wir viel zu unreif, oder versuchst du etwa mit Armeisen über die Quantemechnik zu diskutieren. Soe sehe ich unseren momentanen Stand der Dinge! Mehr sind wir (noch) nicht! Wir sind sozusagen die Armeisen und zwar welche die beissen, und wenn ich einer dieser Aliens wäre und es würde der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass diese beissenden Armeisen versuchen würden in meine Haus zu gelangen (also ernsthafte Raumfahr zu betreiben und mich zu besuchen versuchen und ihr Verhalten nicht grundlegend verändert hätten), würde ich sie lieber zertreten, bevor sie womöglich noch gefährlich werden könnten…
Donnerstag 30. April 2009 um 15:35
Die NASA meinte ja auch, es ist nicht fraglich ob es was gibt, sondern wie weit es weg ist. Hawking sagte mal wenn jemand käme, würde er uns auslöschen. Als Beispiel wurden die Konquistadoren genannt. Es ist also nicht die Frage ob, sondern wann wir “gefressen” werden. Glücklicherweise neigt der Mensch dazu, sich selbst zu sprengen. Vielleicht sind wir ja schneller als die Aliens.