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Literatur-Blog

DIE MACHT DER ASCHE – Eine Science Fiction Geschichte von Michael Bahner

Stevenson zog vorsichtig ein kleines, gut verschlossenes Reagenzgläschen aus einer gepolsterten Kartusche und betrachtete aufmerksam dessen Inhalt. Nichts weiter als feinster Staub; anthrazitfarben in dieser Konzentration und silbern schimmernd an Stellen, wo sich das Sonnenlicht darauf spiegelte. Als er das Röhrchen drehte, fiel ein Teil der Substanz in winzigen Flöckchen nach unten; dazwischen bildete sich eine winzige unscheinbare Wolke, die sich von Sekunde zu Sekunde mehr verdichtete; Strukturen erschienen, bildeten Wirbel und zogen Kreise. Dann verflüchtigen sie sich so geheimnisvoll, wie sie gekommen waren und fielen wieder als anthrazitfarbene Schicht am Boden des Röhrchens aus.

Anne Frasier Ich bin nicht tot – Bei uns jetzt zweimal im Preisrätsel.

Jude Fontaine galt als aufstrebender Stern der Mordkommission von Minneapolis, einer Großstadt im US-Staat Minnesota. Auch privat war ihr Leben endlich zur Ruhe gekommen, obwohl Judes Kindheit von einem Ereignis überschattet wurde, das aus ihrer Sicht ein nie gesühntes Verbrechen war: Ihre Mutter kam durch eine verirrte Kugel zu Tode, die offiziell Judes Bruder Alex versehentlich abgefeuert hatte. In ihrer Erinnerung war es jedoch der Vater, der den Abzug gezielt betätigte und mit dem Mord davonkam. Inzwischen um Gouverneur aufgestiegen, ist Philipp Schilling sogar Kandidat für einen Sitz im US-Senat. Jude hat mit ihm und dem Bruder gebrochen.

DRM – Shortstory von Susan Ott

„Hier ist das Interview mit der Mutter eines der Opfer. Sie gibt an, dass ihr Sohn, wie immer, sehr lange im Internet gesurft sei. Es muss so gegen drei Uhr in der Nacht gewesen sein, als sie von einem merkwürdigen Geruch geweckt wurde. Er erinnerte sie an Weihrauch in der Kirche. Als sie nachsehen wollte, woher der Geruch kam, sah sie ein grelles Leuchten aus der weit geöffneten Zimmertür ihres Sohnes, das erlosch, sobald sie die Schwelle zum Zimmer überschritt. Der Geruch kam eindeutig aus dem Zimmer. Hier fand sie dann auch ihren Sohn, dem jede Flüssigkeit aus dem Körper entfernt worden war. Sie bestätigte auf Nachfrage der Redaktion, dass ihr Sohn schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Vornehmlich ging es bei seinen Straftaten um illegales Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Werken.“

Ellen Sandberg: Die Vergessenen – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Manolis Lefteris ist heute Inhaber eines Autohauses. Ihm geht es gut, obwohl das in seinem Leben zunächst anders aussah. Erst die Begegnung mit Bernd Köster hat ihm sein heutiges Leben ermöglicht. Doch immer noch lasten die Vergangenheit und besonders die einstige Beichte seines Vaters auf ihm. Er ist auf der Suche nach Gerechtigkeit, nach wahrer Gerechtigkeit und genau deshalb erledigt er ganz spezielle Aufträge für Bernd Köster nebenher. Sein neuester Auftrag besteht darin Unterlagen aus den Händen eines gewissen Christian Wiesinger zu entwenden. Doch das gestaltet sich schwieriger als erwartet.

ABSCHIEDSESSEN – Shortstory von Barbara Wegener

Sie sah sich um. Alles war perfekt für den Abschiedsabend. Den langen Tisch mit der cremefarbenen Tischdecke zierten kleine Vasen mit einzelnen roten Rosen, Geschirr, Besteck, Gläser und Servietten waren perfekt angerichtet.Nun konnte sie sich selbst für den Empfang umkleiden. Doch Halt! Erst musste der Braten, der sich geruhsam über dem offenen Feuer drehte, noch einmal mit etwas Fett bestrichen werden. Es wäre eine Schande, würde er verbrennen. Schließlich hatte sie eine lange Zeit gebraucht, ihn so schmackhaft zu bekommen.

BELLA KOMMT NACH HAUSE – Eine Katzengeschichte von Miriam Kleve (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 4/2014 – geteilter Preis)

Es war dunkel und roch nach alten Schuhen. Und es war eng. Bella fuhr ihre Krallen aus und kratzte mit den Pfoten, wie eine Furie, an der Pappe. Sie mochte normalerweise die Dunkelheit. Aber das hier, das war die pure Finsternis. Und das machte Bella Angst. Um so mehr strengte sie sich an. Sie spürte, wie ihre Krallen immer mehr von der Pappe zerfetzten und dann bahnte sich auch schon der erste Lichtstrahl einen Weg in Bellas finsteren Kerker. Anders konnte dieser alte und mit Packband verschnürte Schuhkarton kaum bezeichnet werden.

Empfehlung der Redaktion und neu im Februar 2018: Ascheland (Kartoniert) Roman (Postapokalypse) von Kyr, Oliver

Deutschland, 2023, fünf Jahre nach dem Untergang der bekannten Welt: Zacharias Brandt wandert mit seiner dreibeinigen Hyäne Else durch das postapokalyptische Mitteldeutschland. Die wenigen Überlebenden sind weit verstreut und doch kennt man ihn überall. Er ist der Kindermacher, der vermutlich einzige Mann, der noch Nachkommen zeugen kann. Der ehemalige Zoowärter ist aber kein Freund der Menschen, die er für die Verwüstung der Welt verantwortlich macht. Doch wenn er etwas bekommen will, muss er auch etwas geben. Ist es ein Fluch oder ein Segen, dass er ihnen Hoffnung geben kann? Will er ihnen wirklich eine neue Generation schenken?

ALMAKHAN – Fantasy-Märchen von Felis Breitendorf

Der Reiter erscheint am Horizont, eilt, eine staubige Fontäne hinter sich herziehend, noch ein ganzes Stück weiter, ändert schließlich seine Richtung und reitet nun direkt, seine Geschwindigkeit einen Hauch langsamer, auf die Mauern der Stadt zu, die mit ihren hohen, zwiebeldächernen Türmen über diese hinaus schauen. An dem großen Holztor steigt er von seinem Reittier, zieht einen Lederbeutel unter seinen Umhängen hervor und schreitet selbstsicher auf die behelmten und mit langen Speeren bewaffneten Wächter zu. Eine kurze Debatte, ein Griff in den Beutel – einige zinnfarbene Münzen wechseln den Besitzer – und dem Fremden wird Einzug in Stadt gewährt.

Die Februarausgabe der eXperimenta ist ab dem 01.02.2018 online!

Es gibt viele Menschen, die „Die Kunst des Vergessens” beherrschen und sie als Rückzugsmöglichkeit nutzen, um etwas Ruhe in ihrem Leben einkehren zu lassen. Vergessen bedeutet auch Prioritäten zu setzen. Manches scheint nicht so wichtig zu sein, man entzieht sich vordergründig unwichtigen Dingen, die Hintergründig dann von anderen doch als wichtig wahrgenommen werden. Dabei kann die „Kunst des Vergessens” auch charmant sein, wenn man bereit dazu ist, Zwischenräume zu betreten, um „Die Kunst die Verzeihens” zu erfahren. Falls wir es nicht vergessen sollten, könnten wir ja in einer der nächsten Ausgaben der eXperimenta in der „Kunst des Verzeihens” üben.

Rex Stout Zu viele Köche (Nero-Wolfe-Serie, Bd. 5) – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Normalerweise verlässt Privatdetektiv Nero Wolfe seine luxuriöse Unterkunft (und seinen Orchideengarten) nicht. Es muss schon etwas Besonderes geschehen, um ihn aus New York zu locken. In der Regel hat es mit gutem Essen zu tun, denn Wolfe ist ein Feinschmecker. Obwohl er die Reise fürchtet, folgt er deshalb einer Einladung der „Quinze Maítres“: Fünfzehn grandiose Küchenmagier treffen sich alle fünf Jahre, um zu fachsimpeln, füreinander zu kochen – und zu streiten, denn sie sind Exzentriker, die ihre Rezepte eifersüchtig hüten und (kulinarische) Niederlagen weder vergessen noch vergeben.

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