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BEFREIUNG – Die Aktuelle eXperimenta Mai 2015 ist online und kann hier abgerufen werden!

Fast ununterbrochen werden wir im Augenblick mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in den Medien konfrontiert. Dabei liegt dieses Ende doch schon 70 Jahre zurück. Ein ganzes Menschenleben, sollte man meinen. Dennoch ist dieser Weltkrieg nur formal beendet. Da gibt es immer noch Menschen, die als Kind diesen wütenden Kampf erlebt haben. Solange diese Menschen noch unter uns sind, ist dieser Krieg noch da, weil ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Träume dieses Trauma am Leben halten.

Ein Krieg ist nicht dann zu Ende, wenn Militärs oder Politiker ihre Unterschrift unter einen Friedensvertrag gesetzt haben. Ein Krieg ist erst dann zu Ende, wenn er aus den Erinnerungen der Menschen verschwunden ist. Verschwinden ist aber nicht verdrängen, denn der historische Auftrag an die nachfolgenden Generationen heißt: Das grausame Geschehene immer wieder in Erinnerung zu rufen, um weitere Kriege zu vermeiden. 70 Jahre Kriegsende bedeuten auch siebzig Jahre Frieden im westlichen Teil Europas. Eine lange Zeit des Friedens, die es zu erhalten gilt.

Das Ende dieses Weltkrieges war auch gleichzeitig das Ende des Faschismus, zumindest in einem Teil Deutschlands. Während der Westen unter Führung der Alliierten in ein demokratisch kapitalistisches System überging, begann für die Bürgerinnen und Bürger der DDR der „Real existierende Sozialismus“, der dennoch nichts anderes war als ein „roter Faschismus“. Zum Glück ist auch diese Form des Faschismus überstanden. Wir sind jetzt wieder ein geeintes Land, und die Menschen, die hier leben, führen im Vergleich zu anderen Nationen, ein gutes Leben. Das soll auch so bleiben. Trotzdem sollten wir uns nicht auf den Errungenschaften eines demokratischen Kapitalismus ausruhen. Die gesellschaftliche Herausforderung, vor der wir jetzt stehen, heißt „Soziale Gerechtigkeit“. Die „Soziale Gerechtigkeit“ ist eine weitere Stufe der Demokratisierung und der damit verbundenen Ablösung des Kapitalismus.

Mit dem Raubtier Kapitalismus wird es keine Zukunft geben. Der Kapitalismus ist ein längst überholtes Gebilde, das übrigens das letzte noch gesellschaftliche Überbleibsel des Weltkrieges ist.

Rüdiger Heins

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• Die Einzelseiten-Ausgabe eignet sich zum Drucken auf Papier im Format DIN-A4 und zum Zusammenbasteln, zum Blättern.

• Die Doppelseiten-Ausgabe zeigt – quasi »ungeschnitten und am Stück« – die Schönheit der Fotografien bzw. Illustrationen der mitwirkenden Künstler.
Die Doppelseiten-Ausgabe ermöglicht uns, diesen Fotos und Illustrationen den Raum zu geben, den sie benötigen und verdienen. Allerdings bräuchte es für einen adäquaten Ausdruck einen Drucker für das Format DIN-A3, den wohl die wenigsten zu Hause im Einsatz haben dürften. Druckt man die DS-Ausgabe auf DIN-A4 aus, wird jede Seite auf dieses Format minimiert und eingepasst. Zum Lesen ist dann allerdings eine Lupe nötig …

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3 Comments

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  1. Martina Müller

    Fast ununterbrochen werden wir im Augenblick mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in den Medien konfrontiert. Dabei liegt dieses Ende doch schon 70 Jahre zurück. Ein ganzes Menschenleben, sollte man meinen. Dennoch ist dieser Weltkrieg nur formal beendet. Da gibt es immer noch Menschen, die als Kind diesen wütenden Kampf erlebt haben. Solange diese Menschen noch unter uns sind, ist dieser Krieg noch da, weil ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Träume dieses Trauma am Leben halten.

    BEFREIUNG – Die Aktuelle eXperimenta Mai 2015 ist online und kann hier abgerufen werden!

  2. Grundsätzlich kann ich Rüdiger Heins – vor allem was das Erinnern im Sinne von nicht vergessen betrifft – zustimmen. Nur die Aussage „Ein Krieg ist erst dann zu Ende, wenn er aus den Erinnerungen der Menschen verschwunden ist.“ finde ich problematisch.

    Für mich ist ein Krieg zu Ende, wenn die Waffen schweigen. Punkt. Was nicht die Aufgaben Wiederaufbau, Wiedergutmachung, Heilen in jeglichem Sinne betrifft. Das sind die schmerzlichen und selbstverständlich notwendigen Nachwehen jedes Krieges (und dauern sogar bis heute noch an!).

    Gefährlich wird es, wenn Zeitzeugen beider Seiten – also Täter und Opfer – verstorben sind. Und exakt in diesen Jahren befinden wir uns aktuell. IHRE Erinnerungen wach zu halten, ist wichtig, um neuerliche Kriegstreiber im Zaum zu halten und Fehldeutungen des Kriegsgeschehens zu unterbinden. DAS muss in das kollektive Gedächtnis aller Menschen Eingang finden. Ich vermeide hier bewusst die Wörter Völker oder Länder, da wir dieses Scheuklappendenken endlich ablegen und uns als Menschen dieses Planeten verstehen sollten.

    Auch die neuzeitliche Sprachregelung „Befreiung“ sehe ich zwiespältig. Natürlich wurde Europa – und der Rest der Welt – von den Alliierten von Hitler und seinem Nationalsozialismus und Rassismus befreit. Zunächst wurde das Dritte Reich aber besiegt. Gottseidank! Die indoktrinierten Anhänger, die fanatisierten Nazis, sicher große Teile der Bevölkerung, dachten bestimmt nicht an Befreiung, als die Alliierten dem endlich ein Ende setzten.

    Es ist unsere Aufgabe als Nachkriegsgenerationen ähnliche Entwicklungen, sprich Rassismus und Ausländerfeindlichkeit, zu bekämpfen. Darum kann ich Töne wie „Ach, hört doch endlich mit dem alten Scheiß auf“ nicht verstehen.

    Werner Karl

  3. Einverstanden, Werner: Ein Krieg ist dann zu Ende, wenn die Waffen Schweigen.

    Gruß Rüdiger Heins

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