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Archiv für die 'Phantastik' Kategorie

Heller, Peter: Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. Mai 2013

Heller, Peter
Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte

Übersetzt von Bonné, Eva
Verlag :      Bastei Lübbe
ISBN :      978-3-8479-0519-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,99 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 28,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 23.04.2013
Seiten/Umfang :      320 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 2013 19.04.2013

KLAPPENTEXT
Eine Liebeserklärung an die Welt, wie sie hätte sein können. Die Welt ist untergegangen, aber Hig hat überlebt. Ebenso sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn – brutal, aber verlässlich – beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jaspar ist sein treuer Copilot. Man schlägt sich halt so durch. Dann empfängt er plötzlich ein Funksignal. Gibt es doch noch Leben, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste – und seine größte Hoffnung.

PRESSETEXT
In seinem Debütroman Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte, der vor wenigen Tagen auf Deutsch erschienen ist, schreibt der amerikanische Autor und Spezialist für Extremexpeditionen über das Ende der Welt und warum es sich dennoch lohnt, überlebt zu haben. Die Welt ist untergegangen, aber Hig hat überlebt. Ebenso sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn – brutal, aber verlässlich – beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jaspar ist sein treuer Copilot. Man schlägt sich halt so durch. Dann empfängt er plötzlich ein Funksignal. Gibt es doch noch Leben, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste – und seine größte Hoffnung. Peter Hellers Roman hat im Ausland gleichermaßen Publikum und Kritiker begeistert. Das Buch wurde zum Überraschungserfolg in den USA und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Das Buch wurde zum Überraschungserfolg in welchem Land? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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Jack Slaughter-Tochter Des Lichts 19: Die Dämonenfabrik – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. Mai 2013

Jack Slaughter-Tochter Des Lichts 19: Die Dämonenfabrik

EAN: 0602537051151
Universal Music Vertrieb – A Division of Universal Music GmbH

Audio-CD

KLAPPENTEXT
Im Verborgenen tobt seit Jahrtausenden ein blutiger Krieg zwischen Gut und Böse. Die Menschheit allein ist zu schwach, die entseelte Dunkelheit zu besiegen. Doch in Zeiten größter Verzweiflung wird eine Kämpferin geboren, die sich tapfer den Dämonen und Mächten der Finsternis entgegen stellt. Jene Kriegerin ist die Tochter des Lichts, die mit ihrer Kraft gegen die erbarmungslosen Bestien der Hölle antreten muss. Sie nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, aber ihre Feinde sollten dies besser tun. Begleiten wir die Tochter des Lichts auf seinem Weg. Ihr Name ist … Jack Slaughter. Folge 19: Die Dämonenfabrik Professor Doom findet ein neues Zuhause in einer geheimen Militäranlage in den Black Hills. Eine attraktive Vampirin wird seine neue Assistentin. Sie liefert Doom untote Körper für seine satanischen Experimente. Und dem Professor gelingt etwas, das noch niemandem zuvor gelungen ist. Er erschafft dämonische Supermänner, die Jack Slaughter endgültig ausradieren sollen. Dooms Chancen stehen diesmal gut, denn Jacks Zauber-Barbie Ponytail ist plötzlich verschwunden. Ohne sie ist die Lage aussichtslos!

PRESSETEXT
Jack Slaughter, die Tochter des Lichts, hätte mal wieder alle Hände voll zu tun, Jacksonville vor dem Untergang zu retten, ist doch eine Armee von fiesen Superdämonen im Anmarsch! Doch Jacks Zauber-Barbie Ponytail wurde gestohlen! Die rosa Glitzerspur in seiner Jackentasche führt zu Alan Poppins, seines Zeichens leidenschaftlicher Barbiepuppen-Sammler und Besitzer des Girlie-Paradieses „Dolls R Us“. Die Zeit drängt, und nur eine kann Jack jetzt noch helfen: Parapsychologin und Model Dr. Kim Novak, die lässig jeden Barbie-Look-Alike-Contest gewinnen würde, soll Poppins bezirzen, um ihn zu entlarven. Dass sie hierbei im knappen Bikini durch die Story catwalked, versteht sich von selbst – man braucht ja auch im Hörspiel was fürs Auge!

Titel bei Libri.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wo findet Professor Doom ein neues Zuhause? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen!

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John Sinclair – Folge 83 (CD) – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 7. Mai 2013

John Sinclair – Folge 83
Autor/en: Jason Dark

ISBN: 3785747055
EAN: 9783785747056
Libri: 7134193
Ein Leben unter Toten.
Laufzeit ca. 78 Minuten.
Vorgelesen von Frank Glaubrecht, Alexandra Lange, Jürgen Prochnow
Lübbe Audio

April 2013 – Audio-CD

KLAPPENTEXT
Crossover mit DORIAN HUNTER! Lady Sarah Goldwyn erhält einen Brief ihrer langjährigen Freundin Diane Coleman, in dem diese sie zum “Fest der Toten” auf eine Seniorenresidenz nach Schottland einlädt. Ein geschmackloser Scherz? Oder doch ein versteckter Hilferuf …? Noch bevor Lady Sarah zu- oder absagen kann, ist Diane Coleman tot – und John Sinclair und Sarah erleben auf ihrer Reise nach Schottland das Grauen … In dieser Folge ist als Special Guest der Dämonen-Killer DORIAN HUNTER zu hören. Im Gegenzug ist JOHN SINCLAIR zu Gast in der DORIAN HUNTER-Folge 21. Beide Hörspiele kann man unabhängig voneinander hören – zusammen versprechen sie aber das doppelte Hörvergnügen! Eine fesselnde Komposition aus düsterer Gruselatmosphäre, temporeicher Action, einem phänomenalen Soundtrack und den besten Stimmen Hollywoods. VON SINCLAIR-SCHÖPFER JASON DARK PERSÖNLICH EMPFOHLEN!

PRESSETEXT
Im Sinclair-Jubiläumsjahr erscheint mit der 83. Folge der Hörspiele ein weiteres Special: „Ein Leben unter Toten“ ist ein Crossover mit der Serie über Dämonen-Killer Dorian Hunter. Hunter und Sinclair bearbeiten den gleichen Fall, allerdings ohne sich zu kennen. John Sinclair ist also in der Dorian Hunter-Folge „Herbstwind“ (Folge 21) zu hören und umgekehrt Hunter bei Sinclair.

Die Idee zum gemeinsamen Projekt ist entstanden, als das Sinclair-Team überlegte, einen Hollywoodstar für eine Gastrolle zu gewinnen. „Sofort kam uns Jürgen Prochnow in den Sinn“, erzählt Regisseur Dennis Ehrhardt. Und Prochnow sagte tatsächlich zu! „Und die Chance, eine solche Hollywoodgröße im Studio zu haben, führte dann schnell zu der Idee, ihn nicht nur für eine Serie einzusetzen.“

Und so taucht Jürgen Prochnow als Bösewicht Doc Rawson nicht nur bei John Sinclair auf, sondern auch in der Welt von Dorian Hunter.

Ein Crossover-Projekt wie das von Lübbe Audio und Folgenreich, dem Label von Dorian Hunter – und zu einer Begegnung der beiden Hörspiel-Helden, die allerdings nicht ganz friedlich verläuft.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wann erschien der Titel? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 5) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

Erstellt von Felis Breitendorf am 30. April 2013

DAS ZWEITE ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE

Episodengeschichte (Teil 5)

von

Felis Breitendorf & Petra Weddehage


(Zum vorherigen Teil)

Es ist so fremd und so alleine in dieser Galaxis. Es vermisst die Klänge und Farben seiner Heimat. Doch es ist ein Wissenschaftler und durch den Riss geflogen, um zu schauen, wie dieser geschlossen werden kann. Das Überleben seiner Spezies, ja seiner ganzen Galaxis, hängt davon ab. Doch nun scheint sein Ende nahe und es wird wohl seine Mission nicht zu Ende führen können. Niemand hat ahnen können, dass es hier in diesem kalten Raum keine Klänge gibt, die es umschmeichelt, keine Farben, die ihm helfen, sein Ziel zu erreichen. Seine Kräfte schwinden und so ist es nun auf diesem tristen Planetoiden gelandet, angezogen von einer Farbe so hell wie die Sterne. Hoffnungsvoll schaut es das Objekt an, das es gefunden hat. Seine Messungen haben ergeben, dass es mindestens so alt ist, wie dieser Ort hier. Wer hat es erschaffen und warum ist es zurückgelassen worden?

Der Wissenschaftler in ihm beginnt sich interessante Theorien auszudenken. Dieses runde, schwarze Ding strahlt etwas aus. Es ist wohl Energie aber leider keine, die es brauchen kann. Verzweiflung wogt durch das Wesen und läßt seinen Körper erzittern und dunkel schimmern. Kraftlos beschließt es zu meditieren.

***

“Ich bin einverstanden. Wenn ich Ihrem Vorschlag nicht zustimme, dürfen sie anschliessend eine Teillöschung meines Gedächtnisses durchführen, was dieses Gespräch betrifft, Major Tochlavski.”

Der Mann schaut mich kurz mit seinen durchdringenen Augen an und ich bemerke, dass sie einen fast stahlgrauen Farbton besitzen. Er notiert etwas in seinen Handcomputer. Danach drückt er einige Knöpfe an dem vor ihm stehenden Gerät, damit die Abhörsicherheit gewährleistet ist. Dann spricht er mit klarer durchdringender Stimme:

“Frau Komore, wie Sie sich sicherlich vorstellen können, gibt es einen Grund, warum wir Ihnen noch keinen Ersatzarm haben anpflanzen lassen, nachdem sie Ihren Shuttleunfall hatten …”

“Das hatte ich mir schon gedacht …”

“Jedenfalls geht es hier um die höchste Geheimhaltungsstufe und um die Sicherheit der Regierung der Vereinten Planetensysteme. Die VPS sind im Besitz eines außerirdischen Artefaktes in der Größe eines kleinen Schwalbeneies. Dieses Gerät ist in der Lage, eine für unsere Begriffe fast unendlich große Menge Engergie zu speichern. Außerdem kann dieses Artefakt einige erstaunliche Dinge, die ich Ihnen jetzt nicht ausführlich erläutern möchte. Dazu später, wenn Sie meinem Vorschlag zugestimmt haben. Nur so viel: Das Artefakt haben wir in einen künstlichen Arm eingebaut mit dessen Hilfe der Träger eine ganze Reihe von Fähigkeiten nutzen kann. Welche genau das sind, dazu kommen wir ebenfalls später. Können Sie sich vorstellen, dieses Gerät an Ihren Körper anpflanzen zu lassen und dann die damit möglich werdenden Aufgaben zu erledigen?”

Da ich noch immer – wenn auch in stehender Weise – im Autodoc eingeschlossen bin und nur der Kopfbereich der Maschine geöffnet ist, damit ich dieses Gespräch führen kann, sind auch noch alle Kontrollen in Betrieb und so höre ich das akkustische Signal, das meinen Herzschlag signalisiert. Ich höre, wie sich dieser Rhythmus beschleunigt, was meine Aufregung nicht besser ausdrücken könnte. Mir ist klar, dass ich jetzt an einer Wegscheide meines Lebens stehe und dass ich bestimmte Entscheidungen nicht mehr werde rückgängig machen können. Ich horche in mich hinein. Ich denke an mein bisheriges Leben und wie ich es mir eingerichtet habe und ob ich damit glücklich bin. Der Major scheint zu ahnen, was mich bewegt und welche bedeutende Wahl ich zu treffen habe. Doch er läßt mir die Zeit, auch wenn er mich dabei mit seinen durchdringenden Augen aufmerksam beobachtet. Ich finde, dass ich mehr erfahren muß, um mich zu entscheiden und frage ihn:

“Würde ich dann zum Militär gehören und nicht mehr zur ERK?”

“Frau Komore, Sie würden direkt der VPS unterstellt sein. Besser gesagt direkt dem Regierungsrat der VPS.”

“Ich würde also nicht mehr als ERK-Ermittlerin in Aktion treten? Und müßte ich militärische Aktionen durchführen?”

“Vornehmlich wären Sie VPS-Spezial-Agentin für besondere Aufgaben. Ihr Einsatzbereich würde sehr breit aufgestellt sein. Das könnten Ermittlungen für das ERK sein, aber auch polizeiliche und auch geheimdienstliche Aufträge bis hin zu militärischen Aufträgen, die vom Rat der VPS bewilligt werden müssen.”

“Was würde sich für mich ändern, für mein Leben?”

“Zuersteinmal würde sich ändern, dass ihre Tätigkeiten der Geheimhaltung unterliegen ebenso wie ihre technischen Ausstattungen und die Natur der Aufträge.”

“Würde ich denn weiterhin zur Unterstützung Teams von anderen Fachbereichen einschliesslich der technischen Ausrüstung erhalten? Und würde ich weiterhin als Teamleiterin andere Fachbereiche befehligen und leiten?”

“Das wird sich eher einschränken, insbesondere der Umgang mit anderen Menschen wird sich reduzieren, also der Umgang mit Kollegen und Fachleuten. Sie werden hauptsächlich mit ihrer festen Partnerin arbeiten, sozusagen im Zweierteam …”

“… ich bekomme eine feste Partnerin?”

“Wie soll ich es sagen, Sie werden ein eigenes Schiff erhalten, das von einer Emergenten KI kontrolliert wird und mit der Sie zusammenarbeiten würden.”

“Eine KI?”

Mit ihrem Schiff, aus einer ehemaligen Kolonie, sind sie nun hier in dieser Einöde, einem Asteroidenfeld, unterwegs. Ihr Auftrag ist einfach: Asteroiden suchen, finden, katalogisieren, analysieren und markieren. „Auf keinen Fall wollen wir havarieren“, denkt der Käpt´n und Anführer der vierköpfigen Mannschaft mit tiefschwarzem Humor. Und nun das, ein einfacher aber lebensbedrohlicher Fehler soll ihnen allen den Kopf kosten? Die Crew der ASTARDE, ein Schiff des Besitzers einer ehemaligen Bergbaukolonie, ist von einem Brocken unglücklich erwischt worden. Fast alle Energiezellen sind dabei zerstört worden, ausgerechnet die bereits geleerten Zellen sind verschont geblieben. So machen sie sich auf die Suche nach einem Landeplatz. Da entdecken sie innerhalb des Asteroidenfeldes einen Planetoiden, der vorher von den Sensoren nicht entdeckt wurde. Die Instrumente zeigen immer noch nichts an, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen und so beschließt der Käpt´n dort zu landen. „Und dann …”, denkt er bei sich, reiß ich Murphy, diesem alten Suffkopp, den Ar— auf“.

***

Jetzt ist meine Neugierde wirklich geweckt. Eine KI, die ein Schiff befehligt oder kontrolliert? Das sind ja ganz neue Töne! Ich dachte immer, dass die Paranoia des Militärs es nicht zulassen würde, einer KI die alleinige Befehlsgewalt eines Raumschiffes zu übertragen, vor allem dann, wenn es bewaffnet ist. Dann kann es sich ja nur um ein sehr kleines unbedeutendes Schiff handeln, das weder Bewaffnung noch gefährliche Güter an Bord hat. Deshalb wird meine nächste Frage auch ein wenig forscher:

“Sie meinen, ich bekomme ein Shuttle, das von einer KI gesteuert wird und damit werde ich auf den entsprechenden Planeten landen und meinen jeweiligen Auftrag ausführen?”

“Frau Komore,” presst der Major aus sich heraus, wobei ihm seine Genervtheit darüber, dass er mir nicht zu viele Details offenbaren kann, bevor ich nicht fest zugesagt habe, ins Gesicht geschrieben steht, “ich verstehe ja, dass Sie mehr Information haben möchten.  Bedenken Sie bitte, dass wir nur eine begrenzte Menge an Daten Ihrem Gedächtnis entnehmen können. Ohne dabei Schäden anzurichten, stoßen wir bereits jetzt an diese Grenze. Ich schlage vor, dass ich mir einen Kaffee hole und Sie sich inzwischen Gedanken machen, ob Sie den letzten Schritt tatsächlich gehen möchten.”

Auf die Frage des Majors an den Autodoc, ob ich bereits in der Lage sei, ebenfalls einen Kaffee zu goutieren, lehnt dieser  strickt ab und verlässt den Raum.

In meinem Kopf beginnt sich das Karussell zu drehen. Natürlich bin ich inzwischen ganz heiß darauf, die Fähigkeiten des neuen Wunderarms auszutesten. Auf der anderen Seite ist die Sache mit der Geheimhaltung ziemlich heikel. Sowas führt meistens zur Einsamkeit, denn man kann ja dann mit niemandem mehr offen sprechen. Hinzu kommt die Sache mit der KI. Ich bin da wirklich ein gebranntes Kind. KIs sind in meinem Leben immer als Problemmacher aufgetreten. Selten mal, dass diese neunmalklugen Dinger mir in irgendeiner Weise hilfreich waren. Warum will man ausgerechnet mir eine solche Maschine aufbürden. Auch noch eine Emergente. Das ist eine ganz andere Sache als ein Computerprogramm oder selbst eine Sub-KI, die nach festen Regeln “denkt”. Auch mit perfektem Wissen über die kompletten Bestandteile und Fähigkeiten einer solchen Emergenten KI, lassen sich die Ergebnisse kaum vorhersagen. Es bleibt ein unvorhersehbares Risiko, einer Emergenten KI bestimmte Aufgaben zu überlassen, die für Menschen oder deren Sicherheitssystem von Bedeutung sind. Da ist es meist “sicherer”, sich “nichtbewußten” Subroutinen und -programmen anzuvertrauen, als solchen bewußten künstlichen Wesen. Mir wird klar, dass mich solche Gedanken nicht wirklich weiter bringen oder zu einer Lösung für mich führen werden. Ich werde nicht umhin kommen, ein Risiko einzugehen.

Als Major Tochlavski den Raum mit einem Becher Kaffee in den Händen betritt, habe ich mich zu einer Enscheidung durchgerungen. Ich werde mich darauf einlassen, auf dieses neue Abenteuer als Super-Agentin.

Als ich Major Tochlavski mitteile, den vorgeschlagenen Weg zu gehen, scheint er doch irgendwie nachdenklich. Bestimmt denkt er, dass ich nicht wirklich verstanden habe, auf was ich mich da einlasse. Er hinterfragt meine Enscheidung jedoch nicht, sondern steht mir und meinen Fragen nun bedingungslos zur Verfügung. Ich frage deshalb geradeheraus: “Wie kommt es, dass ich für diese sicherlich verantwortungsvolle Aufgabe überhaupt in Frage komme?”

Der Major schaut mir in die Augen und antwortet: “Sie sind eine von fünf Personen, die in Frage kommen. Ihr Shuttleunfall hat schließlich dazu geführt, dass wir uns spontan entschlossen haben, Ihnen dieses Angebot zu machen.”

Ich schweige einen Moment und frage dann eher vorsichtig: “Was passiert, wenn ich mich als ungeeignet für diese Aufgabe erweise? Dann wird man mich sicherlich nicht wieder gehen lassen. Und eine Löschung des Gedächtnisses in größerem Umfang ist ja dann auch nicht mehr möglich.”

Der Major scheint mit einer solchen Frage gerechnet zu haben und anwortet: “Dazu wird es wohl nicht kommen, denn die Auswahl auf fünf Personen, die für diese Aufgabe in Frage kommen, schließt dies nahezu aus. Wir haben uns ein derart detailiertes Bild von ihrem Wesen, ihrer Psyche und ihrem Verantwortungsgefühl und nicht zuletzt von ihren Fähigkeiten, die Sie vor allem als ERK-Ermittlerin im Laufe der Jahre allzuoft bewiesen haben, machen können, dass wir ein Versagen im Prinzip ausgeschlossen haben.”

“Und wenn doch?”

“Wenn doch, werden wir einen entsprechenden Weg oder eine Lösung finden, mit der wir alle leben können. Ein bisschen Vertrauen Ihrerseits sollte es schon auch geben,” wobei er zum ersten Mal eine Andeutung eines Grinsens macht und fortfährt: “schliesslich bringen wir Ihnen ja auch ein erhebliches Maß an Vertrauen entgegen, wenn wir das Objekt in Ihre Hände geben, besser gesagt in Ihren neuen Arm einbauen.”

“Jetzt möchte ich mehr darüber wissen, was es mit dem ARTEFAKT auf sich hat und wie das mit dem Arm funktionieren wird, Major!”

(wird fortgesetzt!)

Copyright © 2013 by Felis Breitendorf & Petra Weddehage

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Die Raumfahrerin” (Raumfahrerin 22,5mm hoch.jpg) © 2013 by Detlef Hedderich/sfbasar.de

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Layman, John
Chew – Bulle mit Biss 5

Erste Liga

Zeichnungen von Guillory, Rob. Übersetzt von Frisch, Marc Oliver
Verlag :      Cross Cult
ISBN :      978-3-86425-130-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      16,80 Eur[D] / 17,30 Eur[A] / 24,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 10.08.2012
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 18,0 x 12,0 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 12.2012

Tony Chu – der cibopathische Bundesagent, der von allem, was seinen Gaumen kitzelt, übernatürliche Eindrücke erhält und damit bereits so manch heiklen Fall gelöst hat – ist entführt worden. Er wurde in einen Hinterhalt gelockt, K. O. geschlagen, an einen abgelegenen Ort verschleppt und ohne die geringste Chance auf Flucht festgesetzt. Um von seinen Fähigkeiten zu profitieren, plant Tonys Entführer, ihn mit einem Menü seiner Wahl zu füttern, um herauszufinden, was Tony „sehen“ kann. Tonys Tochter Olive wurde aus dem gleichen Grund entführt. Zwei Kidnapper, zwei Entführte und zwei sehr unterschiedliche Ergebnisse …Der fünfte Band der mit dem Harvey-Award und mehreren Eisner-Awards ausgezeichneten Serie über Bullen und Buletten, Köche und Kannibalen, Erleuchtete und Entführer!

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys und Leseproben unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Lykanthropie – Werwolfgeschichten aus dem sfbasar”

Erstellt von Margret Schwekendiek am 29. April 2013

Lykanthrophie – Werwolfgeschichten aus dem sfbasar

sfbasar.de-Anthologie Band 26

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Lykanthropie – dieser Begriff bezeichnet die Verwandlung vom Menschen in einen Wolf, damit kann man es auch als Mensch-Wolf-Sein definieren. Die tief verwurzelte Angst des Menschen vor dem Wolf beschäftigt Schriftsteller und andere kreative Köpfe schon seit vielen Jahren. Es gibt eine Reihe von bemerkenswerten Geschichten, Romanen und natürlich auch Filmen, die sich mit diesem Thema im weitesten Sinne beschäftigen. Dabei geht es um die Verwandlung an sich, unglückliche Werwölfe, die große Liebe zwischen Mensch und Wolf oder den Kampf gegen andere Fabelwesen. Auch das Aufziehen eines Kindes im Wolfsrudel, wie Kipling es im Dschungelbuch spannend beschrieben hat, bietet sich als Thema an. In Märchen geht es häufig um den großen bösen Wolf, und nur selten kommt er gut dabei weg. Warum nicht mal eines der alten Märchen nehmen und in eine moderne Form bringen? Ich könnte mir vorstellen, dass Rotkäppchen, aber auch der Wolf und die sieben Geißlein in einer anderen Fassung einen ganz besonderen Reiz besitzen.

Es wäre schön, wenn diese Hinweise eure Phantasie beflügeln und viele Wolfsgeschichten zusammenkommen. Ich freue mich darauf, wenn unheimliche, unheimlich schöne oder auch einfach nur skurrile Stories eine bunte Mischung mit dem Oberbegriff Wolf-Sein ergeben. Die Bandbreite der menschlichen Phantasie ist unerschöpflich und bringt eine Menge Lesespaß. Nun zu den Beiträgen:

FILMBESPRECHUNG: BLUE MOON – ALS WERWOLF GEBOREN (USA 2011) – Regie: Joe Nimziki – Rezension von Johannes Schäfer

DES TEUFELS MUSTERSCHÜLER – Kurzgeschichte von Margret Schwekendiek

BUCHBESPRECHUNG: DIE DUNKLEN WÄCHTER 3 – ZARTER MOND von Rachel Hawthorne – Rezension von Petra Weddehage

FILMBESPRECHUNG: DIE NACHT DER WÖLFE (Kanada 2010) – Regie: Philippe Gagnon – Rezension von Johannes Schäfer

BUCHBESPRECHUNG: DIE WERWÖLFE von Christoph Hardebusch – Rezension von Alexandra Balzer

HÖRBUCHBESPRECHUNG: DIE WERWÖLFE (Hörbuch) von Christoph Hardebusch – Rezension von Sandra Stockem

BUCHBESPRECHUNG: DUNKLES VERLANGEN – WOLF SHADOW 3 von Eileen Wilks – Rezension von Irene Salzmann

GELIEBTE ZWISCHEN DEN WELTEN – Kurzgeschichte von Anna Breitzke

BUCHBESPRECHUNG: HEIMKEHR – MERCY THOMPSON 1 von Patricia Briggs & David Lawrence – Rezension von Christel Scheja

BUCHBESPRECHUNG: UNDERWORLD 2: EVOLUTION – DER OFFIZIELLE ROMAN ZUM FILM von Greg Cox – Rezension von Irene Salzmann

BUCHBESPRECHUNG: RED RIDING HOOD – UNTER DEM WOLFSMOND von Leslie Johnson – Rezension von Yvonne Rheinganz

KARTENSPIELBESPRECHUNG: WERWÖLFE von Ted Alsbach – Rezension von Günther Lietz

WOLF – Kurzgeschichte von Margret Schwekendiek

BUCHBESPRECHUNG: WOLFENBLUT (Band 2) von Di Toft – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: WOLFSFIEBER – KREATUREN DER NACHT/NIGHT CREATURES 4 von Lori Handeland – Rezension von Irene Salzmann

BUCHBESPRECHUNG: WOLFSGESANG von Lori Handeland – Rezension von Irene Salzmann

NEU - WÖLFIN DES LICHTS – Leseprobe (Teil 1) der Fantasy- Trilogie „Roseend“ von Christa Kuczinski

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Außerdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muß das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Margret Schwekendiek

Bildrechte: LYKANTHROPIE – Werwolfgeschichten aus dem sfbasar” (werwolfgeschichten.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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WÖLFIN DES LICHTS – Leseprobe (Teil 1) der Fantasy- Trilogie „Roseend“ von Christa Kuczinski

Erstellt von Christa Kuczinski am 29. April 2013

WÖLFIN DES LICHTS

Leseprobe (Teil 1)

der Fantasy- Trilogie „Roseend“

von

Christa Kuczinski

Sara fühlte ihren Lippenstift zwischen den Fingern und schob ihn unwirsch zur Seite. Endlich spürte sie den kalten Gegenstand, hörte mit ihren überaus guten Ohren das leise Klimpern des Schlüsselbundes und beförderte ihn zutage. Bevor sich die Tür vollständig öffnete, schlüpfte sie hindurch und ließ sie hinter sich ins Schloss fallen. Aufatmend lehnte sie sich gegen die schwere Eichentür ihres neuen Zuhauses, das sie erst vor wenigen Wochen bezogen hatte.

In diesem winzigen Dorf, das, wenn man es genau nahm, nur aus einer Ansammlung windschiefer Cottages bestand, fühlte sie sich sicher und geborgen.

Sie stieß sich von der Tür ab und folgte dem silbernen Lichtstrahl, der durch das Oberfenster der Eingangstür fiel, bis in ihr kleines Badezimmer. Bereits unterwegs entledigte sie sich ihrer Pumps und des dunkelblauen Blazers ihres Kostüms. Den ganzen Nachmittag über war sie fahrig gewesen und erleichtert, als sie endlich Feierabend machen konnte. Ihr Chef hatte sie verständnisvoll angesehen, als ob er wüsste, wie sie sich an solchen Tagen und vor allem Nächten fühlte, in denen sie den überwältigenden Wunsch nach Freiheit verspürte.

Doch zuvor würde sie ein entspannendes Bad genießen und den Mief der Stadt so gut es ging aus ihren langen schwarzen Haaren entfernen. Sie beugte sich zum Wasserhahn vor, drehte auf heiß und beobachtete, wie das Wasser in die Badewanne strömte. Das Licht des langsam aufgehenden Mondes hatte freien Zugang durch das Fenster und tauchte den kleinen Raum in einen weichen Schimmer. Mit einer geschmeidigen Bewegung streifte Sara ihre restliche Kleidung ab und stieg über den Wannenrand hinweg in das dampfende Wasser. Wie immer verzichtete sie auf einen Badezusatz, sie mochte den oftmals unterschwelligen, beißenden Geruch nicht, der ihr das unangenehme Gefühl gab ihre Nase wäre verstopft. Kurz tauchte sie unter, lehnte sich mit dem Kopf gegen den Rand und schloss die Augen.

Da das Bad im hinteren Teil des Cottages lag, bemerkte sie nicht das vorsichtige Herantasten in der Dunkelheit außerhalb der Mauern. Etwas schlich an der Vorderseite entlang und verschwand seitlich den Hang hinab in Richtung des düsteren Waldes.

Kurz darauf stellten sich ihr die feinen Härchen an den Armen auf. Der Zeitpunkt, den sie schon den ganzen Tag herbeisehnte, kam schneller als erwartet. Sara stieg aus der Wanne und konzentrierte sich auf ihr Vorhaben. Ein Sprühregen an Wassertropfen fiel auf die hellen Fliesen und spritzte gegen die gekachelten Wände. Das stetige Tropfen des Wasserhahns nahm an Lautstärke zu und hallte in dem kleinen Raum wider, als würde sie sich nicht in einem Badezimmer, sondern in einer riesigen Tropfsteinhöhle befinden. Für einen Augenblick spürte sie anstelle von Hitze einen kühlen Luftzug. Sara war bereit für einen ihrer geliebten nächtlichen Ausflüge.

***

Die schwarze Wölfin huschte durch die angelehnte Hintertür hinaus in den verwilderten Garten. Tief sog sie die frische Nachtluft ein, jauchzte leise auf und sprang wie ein übermütiger Welpe durch das hohe Gras. Sie besann sich und schaute sich argwöhnisch in alle Richtungen um. Nichts deutete auf ungewöhnliche Vorkommnisse hin und doch verspürte sie für einen kurzen Moment drohende Gefahr. Nun etwas vorsichtiger schlüpfte sie unter der niedrigen Hecke hindurch, lief seitlich den Hang hinab, und verschwand im dichten Unterholz. Mit gespitzten Ohren lauschte sie den Geräuschen der Umgebung. Tief in sich spürte sie die ihr vertraute Wildheit, die sie nur allzu oft unterdrücken musste, in dieser Nacht jedoch genoss sie ihre Freiheit in vollen Zügen. Die fließende Bewegung ihrer Muskeln, die sich in ihrer Spannkraft durch ihren ganzen Körper fortsetzten, trieb sie immer weiter voran. Der dunkle Wald verbarg sie vor der restlichen Welt und vermittelte ihr ein tiefes Gefühl der Geborgenheit. Die Vielfalt der Gerüche, die ihr in die Nase stachen, ließen sie mehrmals aufgeregt winseln. Neben dem Findling zu ihrer Rechten roch sie das süße Aroma des Todes, das einigen Grasbüscheln anhaftete und deutlich machte, dass hier vor kurzem ein Fuchs mit seiner Beute vorbeigeschlichen war. Modrige Fäulnis stieg vom weichen Waldboden auf und die Luft trug die Ausdünstungen unzähliger Wildtiere mit sich. Dennoch trottete die Wölfin gemächlich den ausgetretenen Pfad entlang, der sie zu einer kleinen Lichtung führte. Bei ihrem letzten Ausflug hatte sie diesen verborgenen Ort entdeckt und er eignete sich hervorragend für das, was sie vorhatte.

Nicht mehr ausschließlich auf die Geräusche ihrer Umgebung konzentriert, ließ sie sich auf dem offenen Platz nieder und reckte ihre Schnauze dem sternenklaren Himmel entgegen. Tief atmete sie die aromatische Luft ein und spürte ein drängendes Grollen, das sich unaufhaltsam seinen Weg durch ihre Kehle bahnte. Die Wölfin verharrte mit geschlossenen Augen und übersah so den dunklen Schatten, der sich seitlich am Waldsaum entlang systematisch in ihre Richtung bewegte. Erst als eine kraftvolle, tiefe Stimme in ihren Gesang einfiel, bemerkte Sara erschrocken, dass sie keineswegs alleine war. Aus bernsteinfarbenen Augen, in denen sich das helle Mondlicht spiegelte, fixierte sie den imposanten Wolf in ihrer Nähe, der aus dem Halbdunkel der Bäume hervortrat. Erstaunt, ihn nicht eher entdeckt zu haben, fiel ihr erst jetzt auf, dass sich der kühle Nachtwind gedreht hatte und in ihre Richtung wehte. Der schwere Geruch von feuchter Erde, vermischt mit einem starken maskulinen Duft, drang ihr in die Nase und verwirrte sie für einen kurzen Moment. Mit gehetztem Blick auf den Wolf – sein silbernes Fell mit dem markanten schwarzen Streifen, der sich über seinen kraftvollen Rücken zog, hatte sich ihr eingeprägt – drehte sie sich um die eigene Achse und schoss, einen weiten Umweg nehmend, zurück in ihren Garten.

Copyright © der Leseprobe 2013 by Christa Kuczinski (mit freundlicher Genehmigung des Verlages und im Auftrag der Autorin)

Bildrechte: LYKANTHROPIE – Werwolfgeschichten aus dem sfbasar” (werwolfgeschichten.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildrechte: Coverillustration “Schwarze Katzen” (20110205113353-e67c2f3d-400×600.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Weiter gehts direkt im Buch der Autorin:


Christa Kuczinski
Roseend „Wölfin des Lichts“

[Kindle Edition]

Verlag :The Missing Text; Auflage: 1 (29. März 2013)
ISBN : ASIN: B00C6BF8Q2
Preisinfo :2,99 Euro
Seiten/Umfang : 389 KB
Erscheinungsdatum : 29. März 2013
Covergestaltung: Qen Ademaj

Titel als ebook (Kindle Edition) bei amazon.de

Buchrückseite

Die junge Sara ist seit Jahren auf der Flucht. In dem kleinen, abgelegenen Ort Roseend findet sie endlich ein neues Zuhause. Und die netten, zuvorkommenden Einwohner scheinen auch irgendwie anders zu sein – genau so anders wie sie selbst. Sara verliebt sich in Jack, der offenbar eine Vormachtstellung im Ort hat. Doch ganz so einfach, wie sie es sich erhofft, ist die Beziehung nicht, denn der Vollmond verändert nicht nur die Dorfbewohner und Jack, er verändert auch Sara, und es zeigt sich, dass sie doch nicht so ist, wie die anderen. Werden Sara und Jack den Kampf um ihre Liebe gewinnen können – oder wird Saras Vergangenheit und ihr Geheimnis um ihre Andersartigkeit alles zerstören? “Roseend – Wölfin des Lichts” ist der Beginn einer Werwolfsaga um Liebe und dunkle Geheimnisse.

www.Christa-Kuczinski.de
https://twitter.com/C_Kuczinski
https://www.facebook.com/Chr.Kuczinski?fref=ts

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Gaylin, Alison: Aschebraut – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. April 2013

Gaylin, Alison
Aschebraut

Übersetzt von Hege, Uta
Verlag :      Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN :      978-3-548-28379-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,99 Eur[D] / 10,30 Eur[A] / 13,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 23.04.2013
Seiten/Umfang :      ca. 464 S.
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      12.04.2013
Aus der Reihe :      Ullstein Taschenbuch 28379
Ullstein Belletristik  28379
Ein Brenna-Spector-Krimi  2

Brenna Spector hat eine besondere Gabe: Sie kann sich an alles erinnern, jeden Moment ihres Lebens sehen, riechen, hören, schmecken. In ihrem Job als Privatdetektivin ist das ein Segen, für sie persönlich ein Fluch. Ihr neuester Fall: ein vermisstes Mädchen. Brenna gerät schnell in einen Strudel aus Obsessionen, Sex, Schuld und Mord – und privaten Alpträumen. Ist die Vermisste etwa Brennas vor Jahren spurlos verschwundene kleine Schwester?

Alison Gaylin lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in den USA. Aschebraut ist nach Dornröschenschlaf der zweite Teil der Serie um Brenna Spector, der Detektivin mit dem autobiographischen Gedächtnis.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wann genau erschien der Titel? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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DAS ULTIMATIVE EINKAUFSERLEBNIS – Shortstory von Petra Weddehage

Erstellt von Petra Weddehage am 26. April 2013

DAS ULTIMATIVE EINKAUFSERLEBNIS

Shortstory

von

Petra Weddehage

Eines Morgens stand es da auf unserem Festplatz, einfach so, wie von Zauberhand platziert. Ein riesiges buntes Zelt mit vielen blinkenden Lichtern und einem riesigen Werbeschild mit Leuchtreklame. Hier waren Wörter zu sehen wie: „Billig, Super, Absolut Genial, Rabatte, 10% auf alles!“ Die Leute strömten neugierig herbei.

Hübsche Frauen und Männer verteilten Luftballons und Bonbons, sowie Proben von Shampoo, kleine Lippenstifte und Lose. Da es ein Samstag und somit die ganze Familie zu Hause war, beschlossen meine Eltern mit mir und meinen Geschwistern zu dem Spektakel zu gehen, das sich fast vor unserer Haustür abspielte.

Mit leuchtenden Augen schauten Brigitte und Michael auf die leuchtenden, bunten Lampen. Sogleich bekamen wir süße Lutscher geschenkt und für jeden gab es einen Luftballon. Nun fühlte ich mich mit meinen 13 Jahren doch schon zu groß dafür und beschloss ihn später meiner Mutter zu geben. Die konnte derlei Dinge immer gut gebrauchen um damit einer Geburtstagsparty den richtigen Pfiff zu verleihen. Eine schöne, schlanke Frau gab mir einen kleinen Lippenstift und zwinkerte mir lächelnd zu. Ich fühlte mich sogleich verstanden, sie schien genau zu wissen, was ich gerade gedacht hatte. ´Nun ja´, dachte ich bei mir, ´das ist halt Verkaufsstrategie´. Dieses Thema hatten wir gerade in der Schule. Wir lernten wie die Werbung uns auch unbewusst beeinflusste.

Als ich mich gerade umdrehen wollte, fiel das Sonnenlicht auf die junge Frau und ihre Augen schienen rot aufzuleuchten. Das sah doch recht gruselig aus und ich bekam innerlich eine Gänsehaut. Ich tat es als Leuchteffekt ab wie bei den Fotos auf denen die Augen der Leute auch rot aufleuchteten wenn im falschen Licht fotografiert wurde. Dafür gab es ja Bildbearbeitungsprogramme.

Meine Mutter rief: „Luzia, nun trödle nicht so herum, komm, es gibt noch viel zu sehen.“ Eilig betraten wir das Zelt. Ich blieb mit offenem Mund stehen, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Irgendwie wirkte das Zelt im Innenraum größer als es von außen zu sein schien. Es sah ein wenig aus wie auf dem Jahrmarkt. Überall gab es Verkaufsstände mit den interessantesten Kleidern und Accessoires zu bestaunen. Sogar ein Pferdekarussell und Essensstände waren aufgebaut. Viele kleine Kinder stürzten auf das Karussell zu, da das Fahren darauf umsonst war. Allerdings mussten sie jeweils ein neues Ticket ziehen. Dies erschien mir nur fair. So konnten auch andere Kinder damit fahren und die Pferde, Kutschen und andere fantasievolle Figuren, wie die entzückenden Einhörner und der gläserne Pegasus, waren nicht dauernd besetzt.

Meine Mutter stieß einen Schrei des Entzückens aus und stürzte sich auf ein Regal voller Schuhe. Unser Vater hatte inzwischen von einem der Mitarbeiter einen Einkaufswagen bekommen. Wir Kinder wurden mit Stofftaschen in verschiedenen Farben beschenkt. Darin waren je drei Lose. Neugierig öffnete ich eins davon. ´Ein Makeup Set plus ein Styling´, stand auf meinem einen Zettel. Auf dem anderen: ´Ein Outfit Deiner Wahl` und auf dem dritten Los: ´Ein cooles Handy`. Kurz verschwamm die Schrift vor meinen Augen doch ich konnte nicht erkennen was nun darauf stand. Ein leichter Schwindel erfasste mich, so jung und schon Kreislaufprobleme, das konnte ja heiter werden, dachte ich sarkastisch. Kurz darauf ging es mir wieder gut und ich war bereit, meine Gewinne zu nutzen. Ob Mama das mit meinen Haaren wohl erlauben würde?

Ich sah mich nach meiner Mutter um, die war ganz im Kaufrausch versunken und ihr Einkaufswagen war schon gut bestückt. Mein Vater sah mit einem seligen Lächeln zu mir. Er hatte ebenfalls einen großen Einkaufswagen den er vor sich herschob. Während meine Mutter ihrem Schuhtick frönte, hatte er sich auf Werkzeuge und Sportartikel gestürzt. So langsam wurde mir die Sache unheimlich, doch noch bevor ich meine Mutter fragen konnte, ob das mit dem Styling O.K. ging, war wieder die junge Frau vom Eingang bei mir. „Nun junge Dame, was hast Du den Schönes gewonnen.“, fragte sie mich freundlich. Verdattert reichte ich ihr meine Lose. Sie stieß einen freudigen Laut aus: „Nein was bist Du für ein Glückspilz. Lucrezia“, rief sie im Befehlston, „hier ist jemand für Dich!“

Sofort und damit meine ich wirklich augenblicklich sah ich eine weitere wunderschöne Frau mit dunklem Haar vor mir. Noch ehe ich mich wundern konnte, hatte sie mich schon mit in einen anderen Bereich genommen, der von einem rosa Vorhang verdeckt wurde. Dahinter verbarg sich ein fantastischer Anblick. Kleider, Schuhe, Hüte, Taschen und unglaublich viel Schmuck, sowie tolle Haarspangen und viele Kosmetika waren da zu bestaunen. Ruckzuck war ich von drei weiteren Damen umgeben, die mir helfen wollten, meinen Gewinn einzufordern. Während ich die Haare gewaschen bekam und von einer wundervollen, einschläfernden Musik berieselt wurde, begann ich mir keine Gedanken mehr darüber zu machen, was Mama wohl zu den Farbkombinationen in meinem Haar sagen würde, wenn ich fertig umgestylt war. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin.

Als ich fertig war, sah ich mich erstaunt im Spiegel an. Meine zottigen braunen Haare glänzten in einem dunklen mahagonibraunen Ton und die sehr poppig rosa eingeschweißten Strähnen vervollständigten meine Frisur. Mein Haar floss in sanften Wellen meinen Rücken hinunter. Hier stutze ich kurz, war es nicht länger als vorher? Mein Haar war doch nur Schulterlang gewesen. Dazu sah das Makeup einfach super aus. Natürlich passend zu dem rosa Touch, der sich auch in meiner Garderobe wiederfand. Ein Kleid mit Spitzen und Rüschen in schwarz, mit rosa Stoffrosen besetzt und mit silbernen Fäden bestickt ließen mich wie eine Gothic Prinzessin aussehen. Dazu hatte ich schwarze Schuhe an, die ebenfalls mit silbernen Fäden durchwoben waren. Die dazu passende Handtasche und eine tolle Haarspange vervollständigten mein Outfit.

Dann ging es daran mein Handy auszusuchen. Schnell fand ich eins, das meinem neuen Aussehen entsprach. Die Farben passten ebenfalls zu meiner neuen Gestalt.

Zum Schluss wurde ich mit dem gesamten Team fotografiert. Lucrezia flüsterte mir zu: „Ab und an wirst Du eine Nachricht auf Deinem Handy von uns bekommen. Ich hab Dir eigens eine App aufgespielt. So weißt Du wo wir sind und kannst Dir ab und an ein paar Proben holen oder Dir von uns schicken lassen.“ Das fand ich aber sehr nett von ihr und bedankte mich artig. Hier verzog sie kurz ihr Gesicht als wenn ihr mein Dank gar nicht so recht war.

Ich betrat wieder den Innenraum des Zeltes und sah wie meine Familie auf mich zukam. Wie ich selber hatten auch sie ein neues Outfit und nette Spielereien bekommen.

Mama hatte zudem alles bezahlt was Papa und sie sich ausgesucht hatten. Meine Schwester hatte für ihre Spielzeugautos eine Garage und eine Waschanlage sowie allerlei Zubehör gewonnen. Mein Bruder eine Ritterburg samt Drachen und Rittern mit Burgfräulein und weiterem Schnickschnack. Dazu hatten alle ebenfalls ein Handy bekommen. Mein Bruder war völlig hin und weg, da seine Glücksfee ihm zudem noch Apps mit kostenlosen Spielen geladen hatte.

Mama und Papa waren gestylt und sahen aus wie Topmodels, die sich gleich zu einer exklusiven Party aufmachen wollten.

Mama meinte erfreut: „So billig habe ich noch nie eingekauft. Ich habe für alle genug Kleidung und Schuhe für das ganze Jahr bekommen und nicht einmal einen Bruchteil des eigentlichen Wertes bezahlt.“

Als wir das Zelt verlassen wollten waren da wieder die netten jungen Männer und Frauen. „Entschuldigen sie, bitte. Wären sie so nett uns kurz zu sagen wie es ihnen bei uns gefallen hat.“ Meine Mutter schielte auf ihre neue Uhr. Der junge Mann der meine Mama angesprochen hatte sagte sofort: „Natürlich bekommen sie dafür ein kleines Präsent von uns.“ So beantworteten meine Eltern die Fragen der Verkäufer und bekamen zum Schluss noch jeder eine riesige Tüte mit Lebensmitteln geschenkt. Wir Kinder bekamen ebenfalls neue Tüten mit allerlei Süßkram.

Da hörte ich wie gesagt wurde: „Wenn sie kurz hier unterschreiben würden damit wir ihnen auch weiterhin kostenlose Proben zusenden können!“ schlich ich mich an den Verkäufer ran. Der Zettel den die Verkäufer meinen Eltern hinhielten schien vor meinen Augen zu verschwimmen und neue Sätze erschienen. Ich las etwas wie: Drei Jahre Höllenqualen, vier Jahre Kohlenschippen, Eltern haften für ihre Kinder … doch schon veränderte sich die Schrift wieder. Ich wollte mir die Augen reiben und dachte gerade noch daran, dass ich ja Wimperntusche aufgetragen bekommen hatte.

Kurz darauf gingen wir nach Hause. Wir alle waren zufrieden und ich hatte den seltsamen Vorfall mit der Schrift schon vergessen. Von meinem Fenster aus konnte ich das Zelt blinken sehen. Leute strömten hinein und kamen mit zufriedenen Gesichtern wieder hinaus. Die Leuchtreklame blinkte wie verrückt und so konnte ich nicht schlafen. Irgendwann musste ich wohl doch eingenickt sein. Irgend etwas weckte mich und ich sah neugierig aus dem Fenster. Das Zelt leuchtete immer noch, aber was ich nun sah schien einem Alptraum entsprungen zu sein. Die netten jungen Frauen und Männer hatten auf einmal Hörner und Schwänze, ihre Haut war rot und ihre Augen leuchteten gelb. Die Leuchtschrift hatte sich ebenfalls verändert hier stand nun statt der protzigen einlullenden Werbung: „Jedes verschenkte Kleidungsstück: 1 Jahr Seelenqualen. Alle Proben: 5 Jahre Höllenqualen. Pro Handy: 2 Jahre Kohlenschüppen. Eltern haften für ihre Kinder. Tretet ein und … lasst alle Hoffnung fahren.“

Copyright (C) 2013 by Petra Weddehage.

Bildrechte: Coverillustration “Überraschungsgeschichten-der-besonderen-Art1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Connolly, John
Das Portal der Dämonen

Übersetzt von Koob-Pawis, Petra
Verlag :      cbj
ISBN :      978-3-570-22371-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      7,99 Eur[D] / 8,30 Eur[A] / 11,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 16.01.2013
Seiten/Umfang :      320 S. – 18,3 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      14.01.2013

Medien :
Leseprobe(PDF)

Der 11-jährige Samuel ist eigentlich ein ganz normaler Junge, bis seinen gelangweilten Vorstadtnachbarn nichts Besseres einfällt, als ein wenig Dämonenbeschwörung zu üben. Das klappt dummerweise überraschend gut und nun sind die dämlichen Nachbarn nicht nur von Dämonen besessen, sondern diese fiesen Gestalten auch noch hinter Samuel und seinem Dackel Boswell her. Die waren nämlich unfreiwillige Zeugen, als die Hobby-Satanisten das Portal im Universum auftaten, durch das der finstere Lord nun seine Trupps in die Welt der Menschen entsendet. So muss Samuel nun den Untergang der Menschheit verhindern – irgendwie …

John Connolly, geboren in Dublin, wurde weltweit berühmt durch seine »Charlie Parker«-Thrillerserie. All seine Romane stürmten die Bestsellerlisten und als erster Nichtamerikaner gewann er den Shamus Award. »Das Portal der Dämonen« ist sein erstes Kinderbuch.

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LEGENDEN – Shortstory von Petra Weddehage

Erstellt von Petra Weddehage am 26. April 2013

LEGENDEN

Shortstory

von

Petra Weddehage

Der Himmel war so hell und klar wie schon lange nicht mehr. Dieser fantastische Blauton hätte jeden Künstler in Ekstase versetzt. Die Strahlen der Sonne brachten die Blumen zum Blühen und die Wiesen glänzten in einem saftigen Grün. Endlich war der Frühling gekommen.

Die Sonnenstrahlen drangen auch durch das dichte Blättergewirr des Tausend-Jahre-Waldes. Der Waldkönig hatte seine Gemahlin und seine Kinder um sich versammelt. Sie befanden sich auf einer wunderschönen Lichtung. In der Ferne war das Rauschen eines Wasserfalles zu hören, der dem kleinen Teich durch sein Wasser neues Leben einhauchte.

Die Nixen, die wie immer aus ihrem Wasserschloss gekommen waren um mit dem König und seinen Untertanen den Beginn des Frühlings zu feiern, sangen: „Neues Wasser, bringt neues Leben. Neues Leben bringt neue Seelen.“

Aus allen Teilen des Waldes waren sie zusammengekommen, die Einhörner und die Waldfeen, die Elfen und die Faune. Hoch oben aus der Luft sanken Pferde, mit Flügeln wie aus schimmerndem Glas, zu Boden. Bald waren alle Bewohner des Waldes eingetroffen und eine andächtige Stille legte sich über den Wald.

„Wann kommt den jetzt endlich die Geschichte, Mama“, fragte ein kleiner Pegasus voller Ungeduld. „Jetzt mein kleiner Untertan.“ ertönte die Stimme des Herrschers und er begann seine Erzählung:

„Es war einmal der Mensch, es war das schrecklichste Wesen auf dieser Welt. Diese Monster waren teilweise sehr schön anzusehen, doch brachen sie immer wieder die Verträge mit uns Naturgeschöpfen. So waren wir vom Aussterben bedroht. Unsere letzte Hoffnung lag in einer der anderen Dimensionen. Wir flohen in die Welt der Fantasie, nur dort konnten wir überleben. Die Magie war fast gänzlich aus der Welt der Menschen, die der Technik den Vorzug gaben, verschwunden. Nur mit einer letzten, gemeinsamen Kraftanstrengung überwanden unsere Vorfahren den hauchzarten, jedoch kaum zu durchdringenden, Schleier in diese Welt. Diese Dimension war abhängig von den Träumen und Wünschen der Menschen und das erwies sich für unser Überleben als wahrer Glücksfall. Umso mehr ihre eigene Welt in Rauch, Feuer und Maschinen voller technischer Raffinessen versank, desto mehr sehnten sich die Menschen nach einer anderen Lebensweise. Vor allem die Kinder waren ein kaum zu zügelnder Quell fantastischer Ideen. Sie wollten auf Drachen reiten und mit magischen Pferden durch die Lüfte segeln. Die männlichen Kinder wollten auf die höchsten Bäume steigen, als Piraten das Meer überqueren oder einfach nur an einem Strand hohe Sandburgen bauen. Die Mädchen träumten von Feen, Elfen und Waldtieren, die ihnen freundlich gesinnt seien und die Sprache der Menschen verstehen. Sie träumten von Palästen, wunderschönen Gewändern und wünschten sich Fahrten in einer goldenen Kutsche. Sie wollten im Prinzessinnengewand auf einem Ball tanzen. Die Wünsche wurden umso zahlreicher, je grausamer und hoffnungsloser ihr eigener Alltag sich gestaltete.

Eines Tages geschah folgendes:

Jasper war ein Junge von vierzehn Jahren. Er lebte in einem Hochhaus im vierzehnten Stock mit vierzehn weiteren Bewohnern. Seine Welt war alles andere als schön zu nennen. Überall gab es Fabriken, in denen die Menschen sich zu Tode schufteten. Es gab zahlreiche Computer und noch effektivere Maschinen, die dem Boden ihre Schätze entrissen. Mit Raumschiffen wurde hin und wieder ein Versuch gestartet eine zweite Erde zu finden. Diese Hoffnung zerplatze wie eine Seifenblase, da die Entfernungen zu den nächsten bewohnbaren Sternensystemen zu groß waren, um sie zu überwinden. Auch die Urbarmachung der Planeten in der näheren Umgebung scheiterte durch die Gier der Diktatoren und Menschen in Machtpositionen. Die Überbevölkerung der Welt war nicht mehr zu stoppen. Im Laufe der Jahrhunderte hatten sich die Religionen vermischt und es entstand: DIE EINE NEUE KIRCHE.

Durch einen gerissenen Schachzug, indem sie sich die Verzweiflung der Menschen zu Nutze machten, gelang es ihnen auch die weltlichen Belange an sich zu reißen. So brachen Chaos und Anarchie, vermischt mit einem furchtbaren Irrglauben noch schneller über die Menschheit herein.

Verbote waren an der Tagesordnung. Es war verboten zu verhüten, Abtreibung war ebenfalls verboten. Es gab immer mehr Krankheiten und durch den Nahrungsmangel wurden Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen geboren, denen keine schöne Zukunft bevorstand. Die Folge davon waren immer mehr Kinder, die irgendwo ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen wurden. Es gab nie genug Waisenhäuser um die Kleinen aufzunehmen oder die hungrigen Mäuler zu füttern. Dann beschlossen die Kirchenoberhäupter, dass alle Menschen das Gleiche erhalten sollten, egal ob sie arbeiteten oder nicht. Es gab einen Kleidungstil je für Männer und Frauen. Die Männer trugen einen sackartigen Kaftan und einen Kapuzenumhang, wobei sie damit ihre Köpfe bedecken sollten. Die Farben wurden verbannt und so gab es nur ein tristes Grau das alle trugen. Frauen wurde wieder einmal alles, was in der Welt schief lief, angekreidet. Ihr verderbter Einfluss sollte schuld daran sein, dass es den Menschen so schlecht ging. Sie mussten ihre Figur und ihre Haare unter langen klobigen Gewändern und Tüchern verbergen. Jeder machte mittlerweile die gleiche Arbeit und bekam das gleiche zu essen. Es waren katastrophale Zustände. Die Sterblichkeitsrate der Neugeborenen erreichte einen traurigen Rekord. Nur auf dem Schwarzmarkt konnte man zu unglaublichen Preisen noch Zigaretten, Alkohol oder Medikamente bekommen.

Die einzigen die im Luxus hausten waren die Oberhäupter der mittlerweile EINEN KIRCHE, die es ja ach so gut mit den Menschen meinten. Das Böse findet immer einen Weg um sich zu bereichern. Chaos war vorprogrammiert.

Es gab immer neue Krankheiten die dafür sorgten, dass ab und an die Weltbevölkerung reduziert wurde, aber es gab immer noch zu viele Menschen. Gegen die rasante Vermehrung der Erdenbewohner schien es kein Mittel zu geben. Für Jasper gab es nur noch graue Gestalten, die sich durch die Gegend bewegten. Die Menschen wirkten wie seelenlose Roboter, unbelebt und mechanisch. Sie beteten dreimal am Tag. Doch der einzig wahre Gott hatte seine Augen verschlossen, die Ohren bedeckt und seine Lippen fest aufeinandergepresst. Auch ein Gott kann irgendwann den Wahnsinn seiner Kinder nicht mehr ertragen und beginnt sich abzuwenden.

Jasper saß vor seinem Computer und tauchte in eine unreale Welt ein. Dank eines Helmes und eines Handschuhs konnte er in Welten reisen, die er selbst mit ein paar Tastenbefehlen erstellt hatte. Darin war er ein wahrer Meister. Sein Talent hielt er wohlweislich vor allen verborgen, sogar vor seinen Eltern. Es gab noch andere Kinder wie ihn, die mit ihm in der anderen Welt zahlreiche fantastische Abenteuer erlebten. Sie erträumten sich große Wälder, feenhafte Mütter und nette Väter, Königen gleich. In dieser Welt ernährten sich die Menschen von Früchten und lebten mit allen Tieren und Fabelwesen in Frieden.

In der Welt der Menschen geschah es, dass eine kleine Gruppe eine große, gefährliche Waffe entwickelte. Sie waren so fanatisch, das sie diese Waffe eines Tages einsetzten, mit verheerenden Folgen. Damit hatten sie nicht gerechnet, doch es war zu spät. Die Welt zersprang und so wurde der Planet namens Erde vollständig zerstört. Von einem Moment zum anderen war die Welt verschwunden, aufgelöst als hätte sie nie existiert. Denn die Wahrscheinlichkeit für eine Welt ohne Hoffnung wurde immer geringer, sie wäre also über kurz oder lang auf jeden Fall verschwunden. Die Menschen hatten ihr Ende selber beschleunigt.

Dann geschah das große Wunder. Unsere Traumwelt war durch die Wünsche der Kinder so real geworden, dass sie den Platz der anderen Welt einnehmen durfte. Alle Kinder, der nun nicht mehr existierenden Welt, leben nunmehr hier bei uns. Ihr denkt bestimmt das müssen doch sehr viele gewesen sein. Nein, da irrt ihr. Durch eine Krankheit wurden die Männer und Frauen steril und es gab immer weniger Geburten. Nur ein paar hundert Kinder lebten noch auf der Welt, bevor sie zerbarst. Nun leben sie alle hier bei uns, vom kleinsten Säugling bis zum vierzehnjährigen Jasper. Doch leben sie hier nicht in der Gestalt der Menschen, da sich viele vor diesen grausamen Wesen gefürchtet hätten. Und da wo Furcht gesät wird sind auch der Hass und die damit eingehende Zerstörung nicht mehr weit. Der eine wahre Gott gab ihnen die Gestalt der Feen und Waldelfen.“

Damit beendete der Waldkönig seine Geschichte und ein ehrfurchtsvolles Schweigen breitete sich unter den Zuhörern aus. Alle dachten, wie gut sie es doch hatten in dieser paradiesischen Welt.

Auf einmal ertönten liebliche Klänge und wunderschöne Wesen in hauchzarten Gewändern wurden sichtbar. Sie leuchteten voller Farbenpracht und ihre Flügel glänzten schimmernd im Sonnenlicht.

Da rief der König erfreut: „Seht liebe Kinder dort kommt der eine wahre Gott, mit seinem Feenvolk, um mit uns zu feiern. Den hier ist wahrlich das Paradies.“

Sein prächtiges Geweih ruckte herum und alle sahen ihren neuen Freunden entgegen. Das Kind das den Neuankömmlingen voranschritt war wunderschön und eindeutig göttlich.

Copyright (C) 2013 by Petra Weddehage.

Bildrechte: “Sagen” (Zeichnung-Sagen.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Beer, Anika
Wenn die Nacht in Scherben fällt

Verlag :      cbj
ISBN :      978-3-570-40202-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,99 Eur[D] / 13,40 Eur[A] / 18,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 03.04.2013
Seiten/Umfang :      416 S. – 20,6 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Produktform (detailliert) :      B504
Erscheinungsdatum :      13.05.2013

Bildgewaltig, unglaublich atmosphärisch und absolut mitreißend.

Schon immer waren Träume für Nele etwas ganz Besonderes, denn sie besitzt die Fähigkeit, sie zu steuern, wie es ihr gefällt. Doch als sie mit ihren Eltern von München nach Erlfeld zieht, taucht auf einmal jemand in ihrem Traum auf, den sie selbst nicht erschaffen hat: Seth, ein junger Mann, den sie unheimlich und zugleich anziehend findet. Aber was macht er in ihrem Traum? Als Nele sich in der neuen Schule mit Jari anfreundet, hofft sie, in ihm jemanden gefunden zu haben, dem sie sich anvertrauen kann. Doch dann verschwindet Jari wie vom Erdboden verschluckt. Nele macht sich auf die Suche nach ihm, und findet heraus, dass nicht nur er in Gefahr ist – sondern die gesamte Traumwelt zu zerbrechen droht …

Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der fantastischen Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine Stelle an der Universität annahm. Nach „Als die schwarzen Feen kamen“ ist „Wenn die Nacht in Scherben fällt” ihr zweiter Jugendroman.

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Vintage – Steampunk-, Retro-Science-Fiction- und Alternativwelt-Geschichten”

Erstellt von Michael Bahner am 25. April 2013

“Vintage – Steampunk-, Retro-Science-Fiction- und Alternativwelt-Geschichten”

sfbasar.de-Anthologie Band 25

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

(…) In einer Wolke aus heißen Abgasen und wirbelndem Pulverschnee kommt der Cruiser zum Stehen, auf dem Parkplatz direkt vor dem Laden. Das gute Stück ist funkelnagelneu, vor knapp zehn Minuten hat er auch noch so ausgesehen. Und jetzt: bis zum Verdeck verspritzt von Dreck und Kacke aus den Straßen. Nichts mehr zu erkennen vom feuerroten, glitzernden Lack. Meine schöne Steam Lizzy wird erstmal eine Menge Streicheleinheiten brauchen, ein dampfendes Schaumbad und einen gehörigen Schuss Schmiermittel. Langsam senkt sie sich auf ihr ausgeklapptes Fahrwerk, pfötchensanft, begleitet vom sonoren Summen der Steam-Stream-Turbine – eine aufgemotzte Josh 100. Der Klang sträubt mir die Nackenhaare bis in die Spitzen, trotz der Kälte jagt er mir heiße Schauer über den Rücken, die mir den Bauch wärmen und die Lenden zum Glühen bringen. Währenddessen kämpfe ich mich durch den Schnee zum Schaufenster, fest verpackt in Trenchcoat, Schal und Handschuhe. Den Bogart bewahre ich mit der Rechten vor einem Rundflug über den Parkplatz. Hinter den beschlagenen Scheiben flimmern eine Reihe von Televisoren. Alle flackern synchron, sie zeigen dieselben Bilder, dasselbe Programm, milchig und trübe durch die Schicht kondensierter Wassertröpfchen. Aber natürlich erkenne ich ihn sofort: JFK mit dem Arm in der Schlinge. Oder sollte ich sagen: den Kopf? Sein geliebter Ford Spinup Roadster spinnt – haha, schönes Wortspiel! -, sackt auf einer Seite ab, und die Kugeln von diesem Karnickel, diesem Oswald the Rabbit oder so ähnlich, tackern den Fahrer aus dem Sitz. Gerade mal so dem Tod von der Schippe gesprungen. Möglicherweise ist was dran, dass er in der Sache Robert Zimmerman die Hände im Spiel hat. Er und das FBI sollen das Idol einer jungen aufmüpfigen politischen Bewegung gekidnappt und für ihre eigenen Ziele … naja … umerzogen haben, einen Typen, Zimmerman, der sich zusammen mit seiner schauerlichen Mundharmonika Bob Dylan nennt. Was ich in dieser Sache allerdings noch unternehmen werde, kann ich nicht sagen. Ich bin ein bisschen planlos … sagen wir uninspiriert, das hört sich besser an. (…)

Liebe LeserInnen, liebe Community-AutorenInnen,

was haben wir denn da? Die dampfgetriebenen Autos gehören zum Steampunk und die geschichtlich verdrehten, erdichteten beziehungsweise neu verwobenen Ereignisse in das Szenario einer Alternativweltgeschichte. Retro-Science-Fiction ist das alles: es gibt fliegende Autos, wir haben die Zeit rückwärts gedreht und befinden uns in einer Handlung in vergangenen Zeiten, die sich so allerdings nie zugetragen haben könnte. Was eine Alternativwelt von einer Parallelwelt unterscheidet, hat Leon Ferri bereits ausführlich und sehr anschaulich in seinem Editorial zur Zeitlinien-Anthologie beschrieben, deshalb möchte ich an dieser Stelle lediglich darauf verweisen. Nur so viel: bei Parallelwelten besteht die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Welten hin- und herzuspringen, bei Alternativwelten nicht. Das bedeutet, eine Alternativweltgeschichte spielt einzig und allein in einer alternativen Realität ohne Bezug zu anderen Welten. Prinzipiell sind also alle Steampunk-Geschichten gleichermaßen Alternativweltgeschichten. Retro-Science-Fiction-Geschichten wiederum können in unserer Welt spielen, müssen aber nicht. In ihnen werden vergangene Zeiten wieder lebendig. Allerdings sollten diese nicht zu lange zurück liegen. Am besten beschränken wir uns auf, sagen wir, die Epochen ab Anfang des 20. Jahrhunderts. Das hört sich jetzt ein bisschen restriktiv an – vielleicht ist es das, vielleicht auch nicht. Das sollte euch aber nicht davon abhalten, eure Geschichten für diese Anthologie zu nominieren. Diskutieren können wir immer noch darüber. Andere kennen sich in Steampunk-Universen bestimmt besser aus als ich, aber die Epochen dieser Geschichten liegen nach meiner Vermutung oft noch ein oder zwei Jahrhunderte davor! Ihr seht, ich habe reichlich Spielraum und Möglichkeiten, mir eure Geschichten einzuverleiben – euer Einverständnis vorausgesetzt.

Einem dieser drei Themen müssen eure Geschichten, Essays oder sonstigen literarischen Ergüsse also zuzuordnen sein. Da diese Begriffe an sich schon gemeinsame Schnittmengen implizieren (Steampunk- und in großen Teilen auch Alternativweltgeschichten sind per se im Thema Retro-Science-Fiction enthalten) und die Grenzen schon recht weit gesteckt sind, werdet ihr sicherlich keine Schwierigkeiten haben, in diese Vintage-Welten hinein zu finden.

Wieso, zum Kuckuck, heißt diese Anthologie eigentlich Vintage? Was ist Vintage überhaupt? Handelt es sich vielleicht um eine wochenendliche Fress- und Sauftour durchs Elsass, die von ortsansässigen Wirtsleuten und alkoholgeilen Tingelbrüdern und -schwestern nach dem letzten Viertele in weinseliger Eintracht aus der Taufe gehoben wurde, in dem Bestreben, unter anderem auch beider Sprachen zu vereinen? Auch wenn mir der Gedanke an das Bouquet eines würzigen Roten, der in kristallener Karaffe neben dampfenden Flammkuchen auf mich wartet, buchstäblich das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt, hat das leider nichts mit dieser Anthologie zu tun.

Zugegeben, ich musste erst recherchieren, was es mit diesem Begriff auf sich hat. Da reichte es leider nicht, das betagte Englisch-Deutsch-Wörterbuch zur Rate zu ziehen, denn dort – im kleinen Gelben – fand ich nur die Weinlese. Erst im Internet wurde ich fündig und belehrt, dass es sich bei Vintage um eine Mode- bzw. Designrichtung handelt. Kleidung und Möbel wurden im Stil der 1930er bis 1970er Jahre angefertigt, in gewisser Weise in einem Retro-Look (Quelle: Wikipedia). Automobilisten haben den Begriff bereits auf Wagen ausgeweitet (Vintage Cars), die im Stil den Autos vergangener Jahrzehnte nachempfunden sind. Jetzt dehnen wir ihn noch weiter und packen alles rein, was … also … im Untertitel steht: Steampunk-, Retro-Science-Fiction- und Alternativweltgeschichten. Und warum machen wir das? Der Begriff Vintage ist kurz und griffig und weist im Wesentlich in die Richtung, die wir mit dieser Anthologie beschreiten wollen.

Liebe Community-AutorInnen, spitzt also die Bleistifte, schwärzt die Federn, entbröselt eure Tastaturen, lasst die Hirne qualmen, respektive dampfen, und rückt leeren Blättern und Festplatten zu Leibe.

Euer Herausgeber Michael Bahner … kann’s kaum erwarten. Neue Beträge sind in Rot gekennzeichnet!

BUCHBESPRECHUNG: Cherie Priest – Boneshaker – Rezensiert von: Rezensiert von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: DAS SERUM DES DOCTOR NICOLA von Petra Hartmann – Rezension von Michael Drewniok

DER FALL DER GESTOHLENEN BROSCHE – Fantasy-Story von Günther Kurt Lietz

DER HUND – Science Fiction Story von Ralf Boldt

BUCHBESPRECHUNG: DER KURIOSE FALL DES SPRING HEELED JACK – BURTON & SWINBURNE (BD. 1) von Mark Hodder – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: DER ZENSOR von Marcus Hammerschmitt – Rezension von Werner Karl

DIE LOKOMOTIVE (Leseprobe:) Auftrag – Eine Erzählung von Marcus Hammerschmitt

BUCHBESPRECHUNG: DIE NEUEN HERSCHER – von Lyon Sprague de Camp und P. Schuyler Miller – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: DIE RÄDER DER WELT von Jay Lake – Rezensiert von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: EIN QUANTUM TOD von Simon R. Green – Rezension von Petra Weddehage

BUCHBESPRECHUNG: ERINNERUNGEN AN MORGEN – STEAMPUNK 1 von Alisha Bionda (Hrsg.) – Rezension von Elmar Huber

BUCHBESPRECHUNG: GRAU – Eddie Russett 1 von Jasper Fforde – Rezensiert von Armin Möhle

BUCHBESPRECHUNG: IMMORALITY ENGINE – NEWBURY & HOBBES 3 von George Mann – Rezension von Alisha Bionda

FILMBESPRECHUNG: IRON SKY – WIR KOMMEN IN FRIEDEN – Regie: Timo Vuorensola Finnland/Deutschland/Australien 2012 – Rezension von Michael Drewniok

ISOLA LUCRETIA – Leseprobe aus dem gleichnamigen Science-Fiction-Kurzroman von Michael Pick

BUCHBESPRECHUNG: OSIRIS RITUAL – Hobbes & Newbury 2 von George Mann – Rezensiert von: Alisha Bionda

OTTERMAN´S – Leseprobe (Teil 1) aus dem Roman “Silenus” von Robert Jackson Bennett

IN VORBEREITUNG – OTTERMAN´S – Leseprobe (Teil 2) aus dem Roman “Silenus” von Robert Jackson Bennett

BUCHBESPRECHUNG: SILENUS von Robert Jackson Bennett – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: SILENUS von Robert Jackson Bennett – Rezension von Yvonne Rheinganz

NEU - VENEDIG AN EINEM WINTERTAG – Leseprobe aus dem Steampunk-Roman “Die zerbrochene Puppe” von Judith und Christian Vogt

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Michael Bahner

Bildrechte: “Vintage (Steampunk5.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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