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Literatur-Blog

Archiv für die 'Medu Verlag' Kategorie

Aktuelles Frühjahrsprogramm 2012 des MEDU Verlags

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. März 2012

Historische und fantastische Romane laden zum Mitfiebern ein. Autobiographien gewähren Einblicke in außergewöhnliche Zeiten und Leben. Lyrikbände versprechen poetische Stunden. Sachbücher eröffnen eine kritische Perspektive und regen zum Nachdenken bzw. Umdenken an.

Nähere Informationen zu den Frühjahrsnovitäten finden Sie hier:

Gesamtverzeichnis des MEDU Verlags_Frühjahr 2012

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln mit Pressemeldungen, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens 1 Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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Kim Davey (Hrsg.) – Autoren: Jamina Sarahoui, Chiara Kaiser, Anna Jenatschke: Fridolin – Ein Pfau im Hühnerstall. (Wir verlosen drei Bücher dieses Titels!)

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Dezember 2011

Kim Davey (Hrsg.)
Autoren: Jamina Sarahoui, Chiara Kaiser, Anna Jenatschke
Fridolin – Ein Pfau im Hühnerstall

MEDU Verlag
ISBN 978-3-941955-42-4
Bilderbuch
Erschienen 2011
Coloration: Victoria Döll, Eva Hoffmann, Florian Lützelberger
Illustration: Agnes Zweier, Eugenia Eryschalov, Eva Prüglmeier
Charakter-Illustrationen: Jonas Steinberg, Florian Lützelberger
Marketing; Amelie Barth, Chiara Kaiser, Anna Jenatschke, Vanessa Bayer
Werbung: Anna Jenatschke, Vanessa Bayer
Technik: Anna Jenatschke
Umfang 47 Seiten

wwww.medu-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Vorwort

Das illustrierte Kinderbuch „Fridolin – ein Pfau im Hühnerstall“ ist das Ergebnis eines Schülerprojektes am Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt. Ein solches Projekt soll die Schülerinnen und Schüler nicht nur bei ihrer Studien- und Berufswahl unterstützen, sondern es soll ihnen auch auch verdeutlichen, welche Anforderungen von Hochschule und Berufswelt gestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten etwa ein Jahr lang in einem Projekt mit, das dann anschließend im Kontakt mit außerschulischen Projekt-Partnern verwirklicht wird. (Quelle: MEDU Verlag)

Klappentext:

Fridolin lebt zusammen mit seinem besten Freund Puff glücklich und unbeschwert inmitten ihrer Hühnerfamilie auf einem Bauernhof. Eines Tages sieht er beim Versteckspielen plötzlich sein eigenes Spiegelbild in einer Pfütze und erkennt: er sieht ja ganz anders aus als das Küken Puff und die Hühner! Aber warum nur? Die weise Henne Berta klärt ihn auf, dass sein Ei vor langer Zeit von einem Laster gefallen ist und er seither von den Hühnern großgezogen wurde. Aber wo ist denn dann seine leibliche Familie, wer sind diese Pfauen und wie sind sie wohl? Fridolin beschließt, sich auf die Suche nach seinen Wurzeln zu machen. [...] (Quelle: MEDU Verlag)

Fazit

Dieses Buch greift viele Themen auf, die jedes Kind schon einmal beschäftigt haben. Hier ging es um Freundschaft und Familie, aber auch ums Anderssein und das besondere Gefühl der Zugehörigkeit. Besonders gut aber griff das Buch das Thema der eigenen Identität auf und wodurch diese beeinflusst wird. Kindgerecht wurde dargestellt, welchen Anteil Familie, Freunde und Herkunftsort, an der eigenen Identität haben, und wie sich diese Anteile auswirken können. Gut thematisiert wurde, dass Aussehen nicht alles ist und man richtig gute Freunde nicht beeindrucken muss. Schnell wurde für jedes Kind verständlich, was der wahre Wert von Freundschaft ist. Unterstützt wurde die ganze Story durch sehr klare und kindgerechte Bilder im Comicstil, die aber nicht übermäßig auf das Kindchenschema zurückgriffen.

Etwas schade war jedoch, dass viele der Illustrationen in die Falz gedruckt und so schwerer erkennbar waren. Die Sätze  an sich eigneten sich hervorragend zum Selbstlesen für eine jüngere Altersgruppe, da sie sehr kurz und prägnant gehalten waren. Leider wurde hierbei aber nicht beachtet, dass für Erstleser eine bestimmte Art und Weise der Zeilentrennung beachtet werden sollte. Zu häufig wurde hier mitten im Satzglieder bzw. in der Sinneinheiten getrennt und über eine weitere Zeile hinweggeführt. Diese Zeilensprünge schaffen viele Erstleser aber nur schwer. Die Figur Fridolin und sein bester Freund Puff schafften Möglichkeiten zur Identifikation und waren zwei wirklich sympathische Charaktere.

Ein Buch, an dem bestimmt viele Kinder Gefallen finden werden.

Copyright © 2011 by Yvonne Rheinganz

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Fridolin lebt zusammen mit seinem besten Freund  glücklich und unbeschwert inmitten ihrer Hühnerfamilie auf einem Bauernhof, wie heißt der Freund? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Eine alternative Teilnahme per Kommentar findet sich hier!

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DIE GEWINNER LAUTEN: Wolfgang Bürssner, Petra Maria Voss und Doris Chrominski. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND AUCH UNSEREM SPONSOR!

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Klaus Müller – interviewt von Werner Karl

Erstellt von Galaxykarl am 15. Dezember 2011

Interview mit Klaus Müller

sfbasar: Herr Müller, leider gibt es in Deutschland sehr viele Männer mit gleichlautendem Namen, was mir die Recherche für dieses Interview nicht gerade leicht gemacht hat. Auch auf der Verlagsseite findet sich eine nur sehr spärliche Vita von Ihnen. Welcher Mensch steckt hinter (diesem) Klaus Müller?
KM: Zum Glück gibt es nur Männer und nicht auch noch Frauen mit diesem Namen! Manchmal kommt es mir fast so vor. Hinter mir steckt eigentlich gar nicht so viel, eher davor. Ich trage mein Anliegen, die menschliche Verkörperung der sozialen Marktwirtschaft geradezu wie ein Banner vor mir her. Daneben bin ich ein Familienmensch, der allerdings als ehemaliger Anwalt und Autor geistig so oft in eigenen Dimensionen unterwegs ist, dass meine Frau gelegentlich in Versuchung gerät, mich als verheirateten Single wahrzunehmen. Tatsächlich gestaltet es sich nicht einfach, in realen und fiktionalen Welten gleichermaßen zu funktionieren, eine Last, die letzten Endes auch meine Kinder austarieren müssen.

sfbasar: Den wenigen Daten kann man entnehmen, dass Sie gelernter Jurist sind und in entsprechenden Fachzeitschriften Rezensionen veröffentlicht haben oder noch tun. Welche Themen interessieren Sie hier besonders?
KM: Mein Themenschwerpunkt als aktiver Anwalt war immer das Handels-, Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht mit dem Schwerpunkt auf dem Recht der Kapitalgesellschaften. Im Strafrechtlichen haben mich immer die besondere Intelligenz hinter bestimmten Vermögensstraftaten sowie die menschlichen Motive hinter Kapitalverbrechen interessiert.

sfbasar: Jedes anspruchsvolle Wirtschaftsunternehmen beschäftigt eigene Juristen oder arbeitet mit Fachkanzleien zusammen. Wie sieht Ihr Tagesablauf aus und welche Bandbreite an Aufgaben müssen/dürfen Sie hier bewältigen?
KM: Inzwischen habe ich mich ja aufs Schreiben verlegt. Aber bis dahin war mein Job der eines geschäftsführenden Seniorpartners einer kooperationspartnerschaftlich verzweigten Rechtsanwaltssozietät in Zusammenarbeit mit vorwiegend kapitalgesellschaftlich organisierten Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern. Der Seniorpartner vertritt seine Organisation vorwiegend nach außen, regelt die Zusammenarbeit der Beteiligten und ermittelt in Zusammenarbeit mit ihnen die Richtlinien, nach denen die Kanzlei vorgeht. Dazu gehörte auch die tägliche Konferenz der Partner, in der über den Stand der Dinge unterrichtet, diverse Probleme erörtert und Strategien „ausbaldowert“ werden. Ansonsten hat er – im besten Falle – das letzte Wort und ein besonderes Veto.

sfbasar: Neben dem aktuellen Buch „Deutschland – Deppenland?!“ sind Sie Autor weiterer Bücher. Leider konnte auch hier das angeblich allwissende Internet keine gesichert auf Sie zurückführenden Titel aufzeigen. Wie lauten die Titel Ihrer Bücher und welche Themen behandeln Sie in ihnen? Sind es ausschließlich Sachbücher?
KM: Nein. Allerdings sind meine zuletzt im MEDU Verlag erschienenen Titel „Deutschland – Deppenland?!“ und „Die verkaufte Generation“ so etwas wie populistische Sachbücher, die neben der Faktenlage auch eigene Analysen, Meinungen und Befindlichkeiten wiedergeben. Ganz wie im richtigen Leben! Daneben befasse ich mich mit philosophisch angehauchten Themen, diversen Romanen, und allen möglichen weiteren Themengebieten bis hin zu reinen Spaßbüchern.

sfbasar: Nun sind Sachbücher per se nicht unbedingt Bestseller, wenn man einmal von Sarazzins letztem – und wie ich meine schrecklichem – Erguss absieht und auch Reiseführer und Kochbücher ausklammert. Zusätzlich ist Sachpolitik und Selbstkritik nicht jedermanns Sache. War es schwer, für fast 500 Seiten geballte Kritik einen Verlag zu finden?
KM: Erdenklich schwer, da viele Lektoren sich insgeheim zu Höherem berufen fühlen, insbesondere zum Kritiker. Der Wunsch alleine vermag indes die Sachkompetenz nicht zu ersetzen. Besondere Bedeutung in Sachen Erschwernis kam dabei der Selbstbetroffenheit der Lektoren zu, die sich an manchen Stellen selbst übel auf den Schlips getreten fühlten.

sfbasar: Nun wirft man uns Deutschen ja fast weltweit vor, wie seien die ewigen Nörgler und Jammerer. Und tatsächlich möchte man manchmal gut bezahlten Leuten entgegnen, dass sie auf hohem Niveau leben und trotzdem unzufrieden sind. Das Prinzip Prinzessin-auf-der-Erbse. Stimmen Sie diesem Vorurteil zu?
KM: Eine „blonde“ Prinzessin hätte es vielleicht nicht einmal bemerkt, aber schon rein mathematisch geht für viele die monatliche Rechnung nicht auf. Was nützt es, wenn man keine schmutzige Kohle mehr schleppen muss, aber die tolle Gasheizung nicht mehr bezahlen kann? Nicht das Anspruchdenken der Einzelnen an den Lebensstandard ist gewachsen, sondern die finanziellen Ansprüche, die an ihn gestellt werden. Von der Bildung über die Computerisierung bis hin zur Arbeitsplatzmobilität. Für viele Bürger in unserer Gesellschaft ist die Teilhabe daran alles längst unbezahlbar geworden. Und es trifft, von einigen Ausnahmen abgesehen, fast alle, nicht nur die Armen, auch die heutige Mittelschicht. Vor vier Dekaden musste man das 17-fache eines Durchschnittseinkommens erwirtschaften, um dem Einkommenssteuer-Höchstsatz zu unterfallen, heutzutage reicht das 2,5-fache.

sfbasar: Natürlich darf man Korruption, Misswirtschaft, Klüngelei und dergleichen Dinge mehr nicht kleinreden und schon gar nicht ignorieren. Und Sie zeigen ja nicht nur Mängel auf, sondern bieten auch Lösungsvorschläge an. Glauben Sie, dass aus der Riege der Verantwortlichen sich jemand auch nur einen einzigen Ihrer Punkte zu Herzen nimmt?
KM: Privat weiß jeder, was er verbricht. Aber jeder ist in diesem aktiven Verdrängungsprozess sich selbst der Nächste und jeder macht mit im Spiel gegen die Angst. So ähnlich hatten wir das ja schon einmal … Egal, ob in Versicherungen oder Banken, in der Werbung oder in all den Callcentern, ob in der Politik oder der Verwaltung. Jeder bescheißt so gut er kann, entweder direkt für sich oder über den Arbeits- oder Auftraggeber indirekt für sich.

sfbasar: Nun bearbeiten Sie in „Deutschland – Deppenland?!“ mehr oder weniger alles: Politik, Wirtschaft, Militär, Religion. Woher haben Sie die dafür zugrunde liegenden Daten? Aus den Medien? Aus Studien?
KM: Aus Medien, Studien und öffentlichen Statistiken, aus der Gegenüberstellung und Zuordnung dieser Daten, vor allem aber aus anwaltlicher Erfahrung und dem Abgleich des Individuellen mit dem Kollektiven.

sfbasar: Es fällt auf, dass Sie keinerlei Tabellen, Zahlen, Fakten aufführen. Fürchten Sie nicht den Vorwurf, dass Sie dieses oder jenes nur behaupten und nicht belegen können? Wiegt gesunder Menschenverstand Tonnen von – vielleicht absichtlich verwirrendem Zahlenmaterial – auf?
KM: Einer alten Weisheit zufolge sollte man keiner Statistik trauen, die man nicht selbst gefälscht hat. So halte ich es auch. Es geht in der Tat um den gesunden Menschenverstand und damit um das Tendenzielle und nicht um Absoluta. Jeder weiß es, und jeder, der Zahlenspielchen verlangt, hat bereits seine eigenen Fälschungen in der Tasche. Es geht um Gier, nicht um Zahlen. Und ob sie nun von zehn oder zwölf Autos überrollt worden ist, ist für die Leiche auch schon egal.

sfbasar: Ich unterstelle Ihnen ein gerüttelt Maß an hoher Allgemeinbildung, sensibler Aufmerksamkeit und den Scharfsinn, Dinge zu hinterfragen. Aber wie schreibt man so ein Buch? Hat Sie hier die Wut gepackt und Sie haben sich all Ihren Ärger, evtl. auch Frust und Angst von der Seele geschrieben?
KM: Natürlich hat mich die Wut gepackt. Ich habe nicht gerade Schaum vor dem Mund, aber was die deutsche Politik ihren Bürgern zumutet, das ist schon ungeheuerlich. Die Fehler, die „oben“ allüberall täglich fabriziert werden, müssen die ganz „unten“, jeder für sich alleine, Tag für Tag ausbaden. Um die Größenordnung klar zu machen: Circa 90 Prozent der Deutschen weist keine positive Vermögensbilanz aus. Das ist doch mal eine Hausnummer, oder? Als Wirtschaftsanwalt bin ich eigentlich angetreten, um den Kapitalismus und die soziale Marktwirtschaft im Volk zu unterstützen, aber nicht, um ein Unternehmen nach dem anderen abzuwickeln. Aber die Ordnung in diesem Lande sieht vor, dass derjenige, der sich gegenüber seiner eigenen Volkswirtschaft fair verhält, zwangsläufig untergehen muss.

sfbasar: Im Untertitel steht der Hinweis: „… im Lande der Dichter und Denker“. Wenn man Ihr Buch gelesen hat, täglich Nachrichten hört und aus der PISA-Studie erfährt, dass im Durchschnitt jeder Deutsche nur 2,5 Bücher pro Jahr liest, könnte man tatsächlich verzweifeln. Es scheint so, dass immer weniger Menschen wirklich über die Dinge um sie herum nachdenken. Fühlen Sie sich hier einsam und hoffen auf ein kleines Schärflein Mitstreiter?
KM: Die Versäumnisse der Schüler sind in Wahrheit Versäumnisse der Lehrer – sie zeigen sich eben nur bei den Schülern. Und das Verschulden der Erwachsenen ist wohl auch ihrer täglichen Existenzangst zuzuschreiben, der sie mit Verdrängung und Resignation statt mit Aufarbeitung begegnen. Trotzdem bin ich natürlich über jede einzelne Person froh, die sich möglichst unvoreingenommen dem Wohl unseres Landes und seiner Bürger widmet. Leider stellen sie zumeist ihre Fähigkeiten in den Dienst einer Organisation, innerhalb derer sie auf ein schnelles Emporkommen hoffen und so selbst anfällig für „Nettigkeiten“ werden. Ich selbst bin weder Vereinsmeier noch everybodies darling. Als überparteilicher, aber parteiischer Zeitzeuge lasse ich mich – trotz zahlreicher Anfragen – auch vor keinen parteipolitischen Karren spannen. Natürlich hat man mehr Feinde als Fans, wenn man sich in verschiedenen Gebieten mit seiner Kritik austobt und jeder irgendwann mit seinen spezifischen Dummheiten an der Reihe ist. Es ist nun einmal so: Irgendwo trifft man jeden. Weil es einfach so ist, weil das ganze Land mitmacht. Allerdings kann ich nicht in die Rolle des Papstes schlüpfen, der hier zur Exkulpation schreitet, dafür ist es noch viel zu früh. Am Ende stehe ich also zumeist alleine da und ein paar lachende Freunde in der Sache würden mir ganz gut tun.

sfbasar: Wir existieren in einer schnelllebigen Zeit. Oft könnte man meinen, die Zeit rast und die Dinge – meistens die Negativen – überschlagen sich. Die amerikanische Immobilienblase wurde zur Wirtschaftskrise, die Versäumnisse der Vergangenheit, die eigenen Fehler und die unserer europäischen Nachbarn bescheren uns eine hammerharte Finanzkrise, die nicht nur den gesamten Euroraum erfasst, sondern sich wie ein Flächenbrand ausweitet. Müssten Sie nicht schon wieder ein neues Buch schreiben? Die fast täglichen Hiobsbotschaften sind schneller als jede Druckmaschine. Kommen wir mit dem Denken der Realität nicht mehr hinterher?
KM: Heutzutage wird Kompliziertheit mit Kompetenz, Bildung mit Intelligenz, Einfachheit mit Dummheit und Effektivität mit einem Mangel an Intellekt verwechselt. Was will man da erwarten? Im Übrigen haben wir weder eine Finanzkrise noch eine Eurokrise. Dem Euro ist das, was zur Zeit geschieht nämlich völlig egal. Wir haben nur eine Wirtschaftskrise, und zwar da, wo sie in Europa schon immer war. Warum? Weil man wirtschaftlich Äpfel mit Birnen vergleicht und die Birnen nun das Anspruchsdenken der Äpfel angenommen haben. Haben Sie je von irischen, portugiesischen oder griechischen Technik- oder Wirtschaftserfolgen gehört? Warum sollten die sich jetzt einstellen? Wenn die keine Küste, schönstes Urlaubswetter und Tourismus hätten, dann wären die nicht einmal auf der Landkarte. Und die Banken machen dank ihrer, von Lobbyisten eingebrachten, beabsichtigten Gesetzeslücken das Geschäft ihres Lebens. Früher hätte man die beteiligten Politiker samt Bankern wegen Hochverrats an die Wand gestellt. Ansonsten verhalten sie sich wie Kapitalisten. Ein Unternehmer darf zwar sozialistisch denken, muss aber unternehmerisch handeln. Ein Politiker in einem Sozialstaat muss unternehmerisch denken, aber sozialistisch handeln.

sfbasar: Ich bin wahrlich kein Angela-Merkel-Fan, aber ihre bis zu dieser Stunde (15.12.11) noch aktuelle Ablehnung von Euro-Bonds, nach Baroso jetzt „Stabilitäts-Bonds“, scheint mir wie ein vernünftiger Fels in der Brandung. Alle rennen uns Deutschen die Hütte ein und wollen uns in die (finanzielle) Verantwortung für die Schuldenberge der schwachen Euro-Länder nehmen. Was ist Ihre Meinung?
KM: Ich könnte mich totlachen. Erst koppelt man einen Haufen Schwachwährungsländer aneinander in der ebenso dummen wie trügerischen Hoffnung, daraus langfristig eine Starkwährung statt einer Blase zu konstruieren, und dann soll ausgerechnet der hiesige Steuerzahler die miesen wirtschaftlichen Ergebnisse der anderen „Währungspartner“ ausgleichen. Man könnte es fast für einen Scherz halten. Was machen wir denn, wenn sich im Strudel der Ereignisse unsere eigene Leistungskraft erschöpft? Dumm aus der Wäsche gucken?

sfbasar: In so manchen Nachrichten fällt der Passus: „… in der Realwirtschaft“. Ist die Finanzkrise nur ein virtuelles Drama? Aufgeblähte Giga-Umsätze und Gewinne? Spekulativer Unsinn? Warum lassen wir es dann als Volk zu? Sollten wir nicht wie die US-Amerikaner auch eine „Occupy“-Bewegung auf bundesdeutsche Straßen bringen?
KM: Die sogenannte Finanzkrise ist tatsächlich ein virtuelles Drama, allerdings mit verheerenden tatsächlichen Auswirkungen, weil sie ganz reale Zahlungspflichten an die ungefragt Mitwirkenden und regelmäßig Unterlegenen knüpft. Die Logik dahinter: Die Wetten sind mehr als zehn Mal so groß wie die dahinter stehende Realwirtschaft, also sind auch die Wettverluste – weil eben nichts in der gleichen Größenordnung geschaffen wird – so hoch. Klar, dass die Bürger verlieren und die Banken als Initiatoren des Spiels gewinnen. Als Volk lassen wir all diesen Unsinn nur indirekt über die Wahlen und das unperfekte Wahlsystem zu. Die bestechlichen Garanten des großangelegten Betruges sitzen jenseits der Fünfprozentklausel wegen unseres Verhältniswahlrechts immer in unseren Parlamenten, dito in Brüssel. Und die Banken beschäftigen ihre „eigenen!“ Rating-Agenturen nun nicht nur mit der Herabstufung der Unternehmen, sondern gleich ganzer Staaten, um ihre eigenen Zinssätze ins Unermessliche zu treiben – und mit einem fein austarierten System dank bezahlter Politiker die Steuerzahler dafür bluten zu lassen. DAS Geschäft des beginnenden 21. Jahrhunderts. Die „Occupy“-Bewegung ist ja auch längst hierzulande aktiv, ich selbst war nicht selten Gast bei „Occupy-Frankfurt“.

sfbasar: Wenn Sie eine Legislaturperiode Bundeskanzler oder wenigstens Finanzminister wären; welche konkreten Maßnahmen würden Sie veranlassen? Ich bitte um Stichpunkte.
KM: Es ist so erschreckend einfach, ich sehe es geradezu bildlich vor mir. Aber dafür muss man handlungsfähig sein. Zu allererst müsste ein Gesetz seitens des Parlamentes durchgewunken werden, dass die Verknüpfung öffentlicher Ämter mit der Privatwirtschaft unter absolut drakonische Strafen stellte. Und den Rest findet man dann in meinem neuen Sachbuch, welches sich genau mit diesem Thema befasst.

sfbasar: Schreiben Sie an einem neuen Buch? Vielleicht mit dem Titel: „Nach der Weltwirtschaftskrise – Alte Fehler oder neue Wege?“ (Sie dürfen mir gerne diesen Titel abkaufen, haha.)
KM: Womit wir beim o.g. Thema wären. Ja, ein neues Buch zu diesen Themata kommt definitiv. Ich würde den guten Titelvorschlag allerdings in „Nach der Wirtschaftskrise ist vor der Wirtschaftskrise“ umändern. Wobei ich mich in Sachen Weltwirtschaftskrise immer frage, wie man als Nation so dämlich sein kann, sein eigenes, noch dazu mit Steuergeldern gefördertes, technisches Know-how in asiatische Unrechtsstaaten mit Genickschuss-Praktiken für Regime-Gegner zu transferieren? Aber dazu später …

sfbasar: Herr Klaus Müller, ich danke Ihnen für Ihre interessanten Ausführungen und hoffe, dass sehr viele Menschen dieses Interview und Ihr Buch lesen werden. Und sich ihre eigenen Gedanken machen. Herzlichen Dank.
KM: Auch ich bedanke mich für diese recht intelligent gestellten Fragen und erkenne mit Freude, dass sich bereits ein kleines Schärflein Mitstreiter zu entwickeln beginnt.

Copyright © 2011 by Klaus Müller und Werner Karl


Klaus Müller
Deutschland – Deppenland?!
Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Irrungen und Wirrungen im Lande der Dichter und Denker

Medu-Verlag, 2010
Softcover
Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Umfang 492 Seiten
ISBN 978-3-941955-31-8
Titelbild: Dieter Schütz

www.medu-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor (Verlagsinfo):

Klaus Müller, Jahrgang 1962, ist mit einer Juristin verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt und arbeitet nach diversen Tätigkeiten in der freien Wirtschaft seit mehr als 15 Jahren in Frankfurt am Main. Neben seiner früheren Tätigkeit als Seniorpartner in einer im Wesentlichen auf Wirtschafts- und Scheidungsrecht ausgerichteten Rechtsanwaltskanzlei veröffentlichte er Rezensionen in juristischen Fachzeitschriften und ist Autor diverser Buchtitel.

Zum Buch:

Deppenland?! Um es kurz zu machen: Ja, definitiv. Und das bezieht sich nicht auf uns, das Volk – in dem es selbstredend und zweifellos auch genügend Deppen gibt. Aber hier bekommen Vertreter von Politik und Wirtschaft so richtig einen vor den Latz geknallt. Und zwar zu Recht!

Mein Lieblingskapitel VIII 2: „Der Techniktransfer ins Ausland“:
Ich habe selbst in meiner Branche mehrfach Beispiele für bodenlose Dummheit von Management erlebt. Ein Beispiel: Einer der Marktführer eines bestimmten Produktes (das Ich hier leider nicht nennen darf, sonst weiß jeder, was und welche Firma ich meine) hatte in Bayern eine florierende Auftragslage. Top Qualität zu einem gerechtfertigten Preis sicherten über 150 Mitarbeitern Lohn und Brot. Irgendwann Anfang der 80er Jahre verfiel die Firmenleitung auf die geniale Idee Kosten sparen zu wollen und verlegte einen Teil der Kunststoffproduktion in ein osteuropäisches Ausland. Klar, in den ersten Jahren Null Steuern, mickrige Grundstückspreise, Arbeitssicherheit völlig unbekannt und Sklavenlöhne. So wurde produziert. Dass man dazu auch jahrelang Techniker, Meister, Manager und Spezialisten hinüberschicken musste, um dort Tugenden wie Qualität, Effektivität, Termintreue einzuführen, wurde unter den Tisch gekehrt. Von Innovationsfähigkeit und umweltgerechter Produktion einmal ganz zu schweigen. Die Kosten für Reisen, Spesen und Arbeitsausfall in Deutschland für alle die genannten Fachleute wurden nicht in die neuen Produktionskosten einkalkuliert. Man rechnete sich selbst die Zahlen schön.

Bald erkannten die Neueuropäer, dass sie auch Rechte und Ansprüche hatten und die Lohnkosten stiegen. Um es kurz zu machen: Der Betrieb verlagerte in den Folgejahren die Produktion von einem Land in das nächste; immer weiter nach Osten, in immer vermeintlich billigere Länder, schließlich landete er wo? Natürlich in China.

Und jetzt wird´s richtig lustig. Die Chinesen lächelten und übernahmen die Kunststoffteileherstellung. Kurz darauf die saubere Entgratung, danach den Zusammenbau. Immer schön mithilfe der deutschen Fachleute. Nach Jahren wachsender Verlagerung von einem Prozessschritt nach dem anderen nach China fehlte nur noch die abschließende farbige Dekoration. Als auch die – und damit die komplette Herstellung – in China einigermaßen zufriedenstellend lief, passierte Folgendes: Die chinesischen „Partner“ legten dem größten Kunden des ursprünglichen Herstellers ein fertiges Produkt auf den Tisch und sagten, es koste die Hälfte des bisherigen Preises. Die Folge? Der deutsche Mutterbetrieb kämpfte mit drohender Insolvenz und musste ein Drittel der Belegschaft entlassen, nicht „freistellen“ (zum Kotzen das Wort). Und was glauben Sie, wie hat der Kunde reagiert? Na klar, er hat gekauft. Und zwar von den Chinesen!

Wir blöd sind Manager und Politiker, die solche Joint Ventures ermöglichen und um ihren eigenen kurzfristigen Vorteils (scheinbarer politischer Erfolg und Cash-in-die-eigene-Tasche) tagtäglich durchführen?

Fazit

Klaus Müller legt mit gnadenloser und absolut nachvollziehbarer Logik solchen – und anderen – Schwachsinn an vielen Stellen unserer Gesellschaft offen. Und das ohne unverständliche Anglizismen und verschleierndem Wirtschaftsgebabbel. Ein weiteres Müssen-Sie-lesen-Kapitel: VI 7: „Folter als Mittel der Gefahrenabwehr am Beispiel Daschner“

„Deutschland – Deppenland?!“ müsste Pflichtlektüre an allen Gymnasien, Hochschulen und Universitäten sein. Leider wird dies das Kultusministerium zu verhindern wissen. Aber Ihre Wahl dieses Buch zu lesen, kann es nicht verhindern. In vielen Ländern dieser Welt wäre so ein Buch unmöglich. Machen wir täglich drei Kreuze, dass wir bei aller Bemängelung unseres Staates in einer freien Gesellschaft, in einer der besten Demokratien leben können, die dies ermöglicht.

Einen der wenigen Punkte, in dem ich dem Autor nicht zustimmen kann, möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. In Kapitel III 8 „Das Leid mit dem geheimen Wahlrecht“. Er stellt eine geheime Wahl gleich mit einer Heckenschützen-Mentalität. Jeder solle für die möglicherweise negativen Folgen seines Wahlverhaltens belangt werden können. Hier irrt er natürlich und beweist damit, dass auch er von Irrungen nicht gefeit ist. Er ist halt auch nur ein Mensch.

Trotzdem würde ich dieses Sachbuch jedem empfehlen, der den täglichen Blödsinn um sich herum beobachtet und am Verzweifeln ist. Sei beruhigt, Unbekannter, es gibt mehr Menschen als dich, die fähig sind, 1 und 1 zusammenzuzählen und sogar ein korrektes Ergebnis erhalten. Und sich nicht von täglichen Nebelkerzen unserer Politiker und Supermanagern eigenes Nachdenken verbieten lassen. Klaus Müller ist so ein Mensch.

Copyright © 2011 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

ZUM SFBASAR.DE-PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 5 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Klaus Müller – Deutschland – Deppenland?! Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Irrungen und Wirrungen im Lande der Dichter und Denker.

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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 5 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Klaus Müller – Deutschland – Deppenland?! Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Irrungen und Wirrungen im Lande der Dichter und Denker.

Erstellt von Detlef Hedderich am 5. Oktober 2011

Klaus Müller
Deutschland – Deppenland?!
Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Irrungen und Wirrungen im Lande der Dichter und Denker

Medu-Verlag, 2010
Softcover
Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
Umfang 492 Seiten
ISBN 978-3-941955-31-8
Titelbild: Dieter Schütz

www.medu-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor (Verlagsinfo):

Klaus Müller, Jahrgang 1962, ist mit einer Juristin verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt und arbeitet nach diversen Tätigkeiten in der freien Wirtschaft seit mehr als 15 Jahren in Frankfurt am Main. Neben seiner früheren Tätigkeit als Seniorpartner in einer im Wesentlichen auf Wirtschafts- und Scheidungsrecht ausgerichteten Rechtsanwaltskanzlei veröffentlichte er Rezensionen in juristischen Fachzeitschriften und ist Autor diverser Buchtitel.

Zum Buch:

Deppenland?! Um es kurz zu machen: Ja, definitiv. Und das bezieht sich nicht auf uns, das Volk – in dem es selbstredend und zweifellos auch genügend Deppen gibt. Aber hier bekommen Vertreter von Politik und Wirtschaft so richtig einen vor den Latz geknallt. Und zwar zu Recht!

Mein Lieblingskapitel VIII 2: „Der Techniktransfer ins Ausland“:
Ich habe selbst in meiner Branche mehrfach Beispiele für bodenlose Dummheit von Management erlebt. Ein Beispiel: Einer der Marktführer eines bestimmten Produktes (das Ich hier leider nicht nennen darf, sonst weiß jeder, was und welche Firma ich meine) hatte in Bayern eine florierende Auftragslage. Top Qualität zu einem gerechtfertigten Preis sicherten über 150 Mitarbeitern Lohn und Brot. Irgendwann Anfang der 80er Jahre verfiel die Firmenleitung auf die geniale Idee Kosten sparen zu wollen und verlegte einen Teil der Kunststoffproduktion in ein osteuropäisches Ausland. Klar, in den ersten Jahren Null Steuern, mickrige Grundstückspreise, Arbeitssicherheit völlig unbekannt und Sklavenlöhne. So wurde produziert. Dass man dazu auch jahrelang Techniker, Meister, Manager und Spezialisten hinüberschicken musste, um dort Tugenden wie Qualität, Effektivität, Termintreue einzuführen, wurde unter den Tisch gekehrt. Von Innovationsfähigkeit und umweltgerechter Produktion einmal ganz zu schweigen. Die Kosten für Reisen, Spesen und Arbeitsausfall in Deutschland für alle die genannten Fachleute wurden nicht in die neuen Produktionskosten einkalkuliert. Man rechnete sich selbst die Zahlen schön.

Bald erkannten die Neueuropäer, dass sie auch Rechte und Ansprüche hatten und die Lohnkosten stiegen. Um es kurz zu machen: Der Betrieb verlagerte in den Folgejahren die Produktion von einem Land in das nächste; immer weiter nach Osten, in immer vermeintlich billigere Länder, schließlich landete er wo? Natürlich in China.

Und jetzt wird´s richtig lustig. Die Chinesen lächelten und übernahmen die Kunststoffteileherstellung. Kurz darauf die saubere Entgratung, danach den Zusammenbau. Immer schön mithilfe der deutschen Fachleute. Nach Jahren wachsender Verlagerung von einem Prozessschritt nach dem anderen nach China fehlte nur noch die abschließende farbige Dekoration. Als auch die – und damit die komplette Herstellung – in China einigermaßen zufriedenstellend lief, passierte Folgendes: Die chinesischen „Partner“ legten dem größten Kunden des ursprünglichen Herstellers ein fertiges Produkt auf den Tisch und sagten, es koste die Hälfte des bisherigen Preises. Die Folge? Der deutsche Mutterbetrieb kämpfte mit drohender Insolvenz und musste ein Drittel der Belegschaft entlassen, nicht „freistellen“ (zum Kotzen das Wort). Und was glauben Sie, wie hat der Kunde reagiert? Na klar, er hat gekauft. Und zwar von den Chinesen!

Wir blöd sind Manager und Politiker, die solche Joint Ventures ermöglichen und um ihren eigenen kurzfristigen Vorteils (scheinbarer politischer Erfolg und Cash-in-die-eigene-Tasche) tagtäglich durchführen?

Fazit

Klaus Müller legt mit gnadenloser und absolut nachvollziehbarer Logik solchen – und anderen – Schwachsinn an vielen Stellen unserer Gesellschaft offen. Und das ohne unverständliche Anglizismen und verschleierndem Wirtschaftsgebabbel. Ein weiteres Müssen-Sie-lesen-Kapitel: VI 7: „Folter als Mittel der Gefahrenabwehr am Beispiel Daschner“

„Deutschland – Deppenland?!“ müsste Pflichtlektüre an allen Gymnasien, Hochschulen und Universitäten sein. Leider wird dies das Kultusministerium zu verhindern wissen. Aber Ihre Wahl dieses Buch zu lesen, kann es nicht verhindern. In vielen Ländern dieser Welt wäre so ein Buch unmöglich. Machen wir täglich drei Kreuze, dass wir bei aller Bemängelung unseres Staates in einer freien Gesellschaft, in einer der besten Demokratien leben können, die dies ermöglicht.

Einen der wenigen Punkte, in dem ich dem Autor nicht zustimmen kann, möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. In Kapitel III 8 „Das Leid mit dem geheimen Wahlrecht“. Er stellt eine geheime Wahl gleich mit einer Heckenschützen-Mentalität. Jeder solle für die möglicherweise negativen Folgen seines Wahlverhaltens belangt werden können. Hier irrt er natürlich und beweist damit, dass auch er von Irrungen nicht gefeit ist. Er ist halt auch nur ein Mensch.

Trotzdem würde ich dieses Sachbuch jedem empfehlen, der den täglichen Blödsinn um sich herum beobachtet und am Verzweifeln ist. Sei beruhigt, Unbekannter, es gibt mehr Menschen als dich, die fähig sind, 1 und 1 zusammenzuzählen und sogar ein korrektes Ergebnis erhalten. Und sich nicht von täglichen Nebelkerzen unserer Politiker und Supermanagern eigenes Nachdenken verbieten lassen. Klaus Müller ist so ein Mensch.

Copyright © 2011 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Als was bezeichnet der Rezensent das Buchkapitel VIII 2: „Der Techniktransfer ins Ausland“? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 50 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner lauten: Canan Scherer, Krystian Schlief, Michael Hilzer, Hillal Quenze und Petra Föhn. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN UNSEREM SPONSOREN UND ALLEN TEILNEHMERN!

Abgelegt unter Buchrezension, Bücher, Diskussionen, Medu Verlag, beendete Preisrätsel | 2 Kommentare »

PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Nadja Steinwachs – That’s life! … eigentlich, natürlich und na toll!

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. November 2010

Nadja Steinwachs
That’s life! … eigentlich, natürlich und na toll!

Medu-Verlag
ISBN 978-3-941955-10-3
Roman
Originalausgabe 2010
Umschlaggestaltung Daniela Tannebaum (Verlag)
Taschenbuch 248 Seiten

www.medu-verlag.de

Titel erhältlich bei Buch24.de

Zur Autorin

Neben der Vorliebe für Fotografie, Kunst, Musik, Tanz, Tiere und Reisen schreibt die 1981 in Herborn geborene Autorin Nadja Steinwachs gerne. Sie arbeitet als Heilpraktikerassistentin und Seminarleiterin für autogenes Training und hat vor ihrem ersten Roman „That’s Life!“ bereits ein Kinderbuch mit dem Titel „Pino, der kleine Pingpongball geht auf Reisen“ verfasst.

Zum Buch

Zitat der Inhaltsangabe

Emotional und provokant erzählt die Psychologiestudentin Emely Morgenstern von ihrem ganz alltäglichen Wahnsinn: Sie schreibt Gedanken- statt Tagebücher, rettet Würmer von der Straße und verkauft zu enge Jeans an zu dicke Mädchen. Sie philosophiert über das Leben und den unvermeidlichen Tod, lässt sich über den Superstarwahn und das Privatfernsehen aus, arbeitet mal als Altenpflegerin und mal im Immobiliengeschäft.

Offen und ehrlich veranschaulicht sie, dass das Leben zwar Partys bietet, nicht aber als Party verstanden werden sollte. In ihren kurzweiligen Geschichten aus der Welt des Alltäglichen kombiniert sie Spiel und Spaß mit der Ernsthaftigkeit des Lebens und stellt überraschend fest, dass letztlich beides möglich ist.

Eigentlich gibt es nicht viel mehr dazu zu schreiben, denn genau genommen gibt diese Inhaltsangabe sehr gut wieder, was man zu lesen bekommt.

Meine Meinung

Ich habe mich also ans Lesen gemacht und tauchte in Steinwachs Gedankenwelt ein. Wobei …? Das Buch ist in Ich-Form geschrieben, was zum Gedankenbuch passen würde, aber gleichzeitig als Roman deklariert. Die Protagonistin nennt sich Emely Morgenstern. Was davon Wirklichkeit oder Fiktion ist, zu Emely oder doch vielleicht Nadja gehört, scheint bisweilen fraglich, da das eine oder andere Puzzleteilchen aus dem Lebenslauf der Autorin doch dem der Protagonistin gleicht.

Zuerst erfährt der Leser, dass Emely Tagebücher nicht mag und lieber Gedankenbücher schreibt, genau wie in der Inhaltsangabe beschrieben. Und es stimmt. Seite für Seite findet man Gedanken, die sich mühelos aneinanderreihen und gleichzeitig kunstvoll ineinander verschlingen. Querbeet durch alle Themenbereiche lässt die Autorin ihre Leser spritzig, humorvoll, stellenweise biestig und leicht provokant an dem teilnehmen, was ihr so durch den Kopf spukt. Die Seiten blättern sich fast von alleine um und man fragt sich, wann das nächste Kapitel anfängt, dabei hat man längst begonnen, es zu lesen.

Die Leser erfahren von der überaus lebhaften Fantasie Emelys, die den kleinen Vampir als beruhigend empfindet, den kleinen Prinzen jedoch nicht so recht versteht. Dass sie vehemente Tierschützerin ist, die sich nicht nur darauf beschränkt, Regenwürmer von der Straße zu retten, sondern auch in einer Nacht und Nebelaktion Hasen aus ihrem Gefängnis befreit. Auch verkrachte Existenzen werden bei ihr nicht einfach in Grund und Boden verdammt. Leser erhaschen einen Blick auf eine etwas chaotische, aber gläubige junge Frau mit Prinzipien.

Ihr Rundumschlag gegen Integrationsverweigerung, Fleischesser, Sozialsystemschmarotzer (sie bezieht sich wirklich nur auf die Schmarotzer und nicht auf diejenigen, die wirklich hilfsbedürftig sind), vernachlässigte Kinder, etc. könnte den einen oder anderen Standup-Comedian vermutlich vor Neid erblassen lassen.

Allerdings kommt irgendwo zwischendrin ein Bruch. Das Buch verliert den Gedankenbuchcharakter und wird eigentlich das, was Emely gar nicht mag. Eine Art Tagebuch, in dem Reiseerfahrungen (okay, das war schon im Anfangsteil so, doch da wirkte diese Erfahrung einfach anders) genauso verarbeitet werden wie zerbrochene Beziehungen; der Tod ihr nahestehender Menschen genauso wie Drogen und der eine oder andere Blick in eine mehr oder weniger legale Welt in ihrer unmittelbaren Umgebung. Außerdem scheint Emely immer dann krank zu werden, wenn sie im Urlaub ist und dabei nicht unbedingt die besten Erfahrungen zu machen. Der Leser entdeckt eine Emely, die trotz aller Vorwürfe gegen eine mehr oder wenige bigotte Gesellschaft selbst die Tendenz dazu aufweist.

Beispiel: Sie wird Vegetarierin, weil sie die Qual der Tiere nicht erträgt. Fische, die nach ihrem eigenen Dafürhalten ebenfalls Qual empfinden, wenn sie im industriell anmutenden Fischfang qualvoll eingequetscht langsam ersticken, landen jedoch auf ihrem Teller. Oder: Sie ist gegen Drogen, trinkt aber gern und öfter einen über den Durst und ist auch nicht abgeneigt, Joints zu rauchen. Oder: Sie hilft zwar Obdachlosen, ist aber völlig gegen Zigeuner eingestellt, weil die einfach alle klauen. Sie ist gegen Wildfang exotischer Tiere, muss aber selbst anscheinend den einen oder anderen Exoten unbedingt haben, um ihn später mit schlechtem Gewissen in einem Zoo oder einer Auffangstation abliefern zu müssen, weil sie keine artgerechte Haltung bieten kann.

Außerdem spricht Emely neben ihren Jobs von einem Psychologiestudium und Patienten, wirkt gleichzeitig aber auch wie jemand, der die eine oder andere Therapiestunde nötig hätte. Das macht einerseits menschlich, andererseits fällt es überdeutlich auf. Vielleicht, weil ich nach dem Auftakt etwas anderes erwartet hatte, auch wenn von vornherein klar war, dass in dem anfänglich lockeren Stil nicht das Buch mit der Seitenzahl zustande gekommen wäre, das ich eben in Händen hielt. Die Kapitel scheinen übrigens chronologisch wild durcheinander zu springen. Manchmal kam es mir auch so vor, als ob sie in größerem zeitlichen Abstand verfasst worden wären.

Das Buch wird dadurch nicht schlecht. Innerhalb kurzer Zeit war es ausgelesen. Die entsprechenden Kapitel zogen sich etwas, waren aber immer noch in einem flüssigen, lebendigen Stil geschrieben. Und was im ersten Teil an spritziger Leichtigkeit im Standup-Comedian Stil herausragte, machte andererseits der zweite Teil durch eine überraschende … (Tiefe ist das falsche Wort) Ernsthaftigkeit (ist auch nicht richtig, aber kommt wenigstens andeutungsweise heran) wett. Allerdings: Wenn es hart zu werden droht, wendet Emely sich bisweilen ab, zieht sich zurück. Ein Schutzmechanismus, klar, der die innere Zerrissenheit der Figur noch mehr hervorhebt und damit gleichzeitig die Leichtigkeit im ersten Teil Lügen straft. Dieser Rückzug geschieht allerdings irgendwie oberflächlich. Emely denkt nicht weiter über das Erlebte nach bzw. lässt Leser in ihrem Gedankenbuch nicht wirklich daran teilhaben. Sie erzählt einfach davon und wirft die Tür hinter sich zu nach dem Motto „muss ich nicht haben“. Was wiederum die Ernsthaftigkeit zumindest in Teilen aushebelt. Vielleicht wäre es besser gewesen, alles unabhängig voneinander herauszubringen? Ich weiß es ehrlich gesagt noch immer nicht, egal wie oft ich das Buch zur Hand nehme, um einzelne Passagen nachzulesen.

Übrigens: Der Untertitel des Buches „… eigentlich, natürlich und na toll!“ wurde mir beim Schreiben gerade erst so richtig bewusst. Eigentlich ist Emely eine hilfsbereite junge Frau, wahrheitsliebend, mit Prinzipien und moralischen Grundsätzen, stark und neugierig aufs Leben – zumindest auf den ersten Blick. Aber natürlich hat sie ihre Fehler und Schwächen. Na toll! Damit ist sie ja auch nicht besser als wir alle.

Fazit

Ein Buch zum Entspannen, das aber auch Denkanstöße vermitteln kann. Und der Titel trifft es wirklich. Manchem Leser könnte das Buch auch als Spiegel dienen.

Copyright © 2010 by Antje Jürgens

Titel erhältlich bei Buch24.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Emely Morgenstern studiert welchen Fachbereich? Sobald 30 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! DIE GEWINNER LAUTEN: Rainer Wells, Linda Rauscher und Arndt Wetzenmaier. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN AUCH UNSEREM SPONSOR UND ALLEN TEILNEHMERN!

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 4 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Veronika Walden – Aufschrei der Seele.

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. November 2010

Veronika Walden
Aufschrei der Seele

Medu-Verlag
ISBN 978-3-941955-07-3
Erfahrungen
Originalausgabe 2010
Umschlaggestaltung Daniela Tannebaum (Verlag)
Softcover, 169 Seiten

www.medu-verlag.de

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Buch:

Über die Autorin vorweg etwas zu sagen ist unnötig, denn das Buch ist nicht nur von ihr, sondern es handelt auch von der 1946 geborenen und im Norden Deutschlands lebenden Veronika Walden. Genauer gesagt ist es ein Rückblick auf 25 Jahre Krankheit. Eine der Krankheiten, über die man gewöhnlich nicht einfach so laut spricht. Ein Erfahrungsbericht über das Funktionieren einer Frau, die neben Wahnvorstellungen und Depressionen Todessehnsucht verspürte und Wege aus ihrer Krankheit gesucht und teilweise gefunden hat.

Waldens Leben könnte Anfang der 1980er Jahre – von außen betrachtet – nicht schöner sein. Verheiratet, eine Tochter, ein schönes Zuhause in ihrer Traumwohnung mit nigelnagelneuer Einbauküche. Gut es gab immer mal wieder finanzielle Engpässe, weshalb sie schon kurz nach der Geburt ihrer Tochter Vanessa eine Arbeit suchen musste, um zum Familienunterhalt beizutragen. Dennoch, eigentlich scheint alles perfekt – und bis zu ihrem 35. Geburtstag hätte sie die Frage nach ihrem Befinden so beantwortet: Ich bin zufrieden mit meinem Leben und es geht mir gut. Ich liebe meinen Mann und meine Tochter über alles. Wir sind eine glückliche Familie.

Nur drei Jahre später haben sich massive Versagensängste in ihr Leben geschlichen und körperliche Beschwerden wie Schmerzen und Herzrhythmusstörungen oder Magen-Darm-Probleme dazugesellt. Beschwerden, auf die Ärzte ratlos reagieren, denn körperliche Ursachen liegen nicht vor. Lange Zeit versucht sie ihren Zustand nach außen so gut es geht zu verbergen, nicht ahnend, wie viel ihr persönliches Umfeld tatsächlich davon mitbekommt. Als eine Nachbarin in eine Nervenklinik eingewiesen wird bzw. diese ihr hinterher in ihrer Verzweiflung selbst erzählt, dass sie Mordfantasien gegen Walden hegt, ist plötzlich nichts mehr wie zuvor.

Abgesehen davon, dass die Ängste sich immer mehr verdichten – seltsamerweise nicht vor der Nachbarin mit den Mordfantasien – will sie selbst bisweilen am liebsten ihren Mann töten. Etwas, was für sie nicht nur unaussprechlich, sondern eigentlich auch unvorstellbar ist, denn Harmonie geht ihr über alles. Sogar über sich selbst.

Walden sucht Hilfe und findet sie auf einigen Umwegen bei einer Psychotherapeutin. Zwar muss sie die Behandlung selbst bezahlen, dafür stimmt die Chemie zwischen Patientin und Therapeutin und viele Erinnerungen und Dinge, die für Walden bislang nicht erkennbar waren, brechen sich ihre Bahn. Ihre Schuldgefühle bezüglich des Selbstmordes ihrer Mutter, nach dem sie wie selbstverständlich als gerade 17jährige die Versorgung ihres Vaters übernimmt, bis dieser wieder heiratet. Ihre Rolle als Hausmädchen und Kindermädchen im Haushalt ihrer Schwester aus der sie übergangslos in die Rolle der Ehefrau und Mutter schlüpft. Ein Mann, der eifersüchtig über sie wacht. Eine Ehe, in der der Mann das Geld heimbringt und seinen Hobbys frönt, während sie neben ihrer Arbeit den Haushalt ebenso wie die Finanzen führt, die Kindererziehung übernimmt und wenig eigene Interessen oder Freunde hat. Eine Ehe, die der ihrer Eltern sehr gleicht. Ihr eigener Hang zum Perfektionismus und zur Harmonie, der sie vieles schlucken lässt, bis es einfach nicht mehr geht und ihre Seele so laut um Hilfe zu rufen beginnt, dass sie es nicht mehr überhören kann.

Doch die Therapie ist langwierig und es fällt schwer bis fast unmöglich, ihre eigene Art, sich ständig zu überfordern, zu überwinden. Die Anforderungen, die das Familien- und Arbeitsleben an sie stellt, scheinen nahezu unvereinbar mit der Aufgabe, sich selbst zu finden. Erschwert wird das Ganze durch eine Waldens Krebserkrankung.

Der Glaube, diverse Therapien, und ihr eigener Wille zur Veränderung helfen, dennoch muss sie erkennen, dass es ein immerwährender Kampf sein wird und der Rückfall in alte Verhaltensmuster immer wieder passieren kann. Dass Vorwürfe alleine nicht richtig sind, dass ihr eigenes Verhalten die hauptsächliche, gar alleinige Ursache für ihren Zustand ist.

Ihre Ehe übersteht diese fast ein viertel Jahrhundert andauernde Belastungsprobe. Allerdings nur mehr oder weniger gut. Ihr Mann und sie driften auseinander, wobei nie eine wirkliche innere Verbundenheit zwischen ihnen bestand. Es fehlt die gemeinsame Sprache, die Themen, die wichtig sind, drohen immer wieder totgeschwiegen zu werden. Ihre zwischenzeitlich erwachsene Tochter heiratet, wird Mutter, und – ohne aktiv viel dagegen tun zu können – scheint sich abzuzeichnen, dass sich ihre Geschichte und die ihrer Mutter wiederholt.

Dennoch hat Walden den Mut nicht aufgegeben und kann heute mit ihrer Erkrankung umgehen.

Fazit:

Walden hat nicht nur den Mut gefunden, Hilfe zu suchen und den schmerzhaften, schwierigen Weg einer Therapie zu gehen. Sie ist darüber hinaus mit ihrer Erkrankung an die Öffentlichkeit gegangen und spricht klar und verständlich alles an. Denn auch wenn sie nicht allein ist, so wird diese Thematik heute noch trotz einiger Veränderungen mehr oder weniger wort- und/oder verständnislos übergangen.

Als ich zu lesen begann, kam mir automatisch der Satz „Die Angst ist für die Seele ebenso wichtig wie das Bad für den Körper.“ in den Sinn. Angst kann das Leben umkrempeln. Positiv, wenn man lernt, mit ihr umzugehen. Sie macht auf Dinge aufmerksam, die wir bereinigen müssen. Waldens Buch – in dem im Übrigen überraschenderweise genau der Satz vorkommt – ist ein Beweis, dass es funktioniert. Ein Buch, das auch anderen Mut machen könnte und deshalb empfehlenswert. Ich wünsche der Autorin von ganzem Herzen, dass ihr restlicher Weg sich mehr und mehr ebnet.

Copyright © 2010 by Antje Jürgens (AJ)

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Preisrätsel 4 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wann erschien das vorliegende Buch, welches Jahr, welchen Monat und in der wievielten Auflage? Sobald 40 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! DIE GEWINNER LAUTEN: Sabine Hess, Heiko Schmidtberger, Julia Perl und Esin Fieml. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN UNSEREM SPONSOREN UND AUCH ALLEN TEILNEHMERN!

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Veronika Walden: Aufschrei der Seele.

Erstellt von Detlef Hedderich am 18. Juni 2010

Veronika Walden
Aufschrei der Seele

Verlag :      MEDU VERLAG
ISBN :      978-3-941955-07-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      14,95 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 27,70 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      169 S. – 21,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 03.2010

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

Das Tabu: Eine seelische Erkrankung, über die man nicht spricht. Die Tragödie: Ein Familiendrama, das lange verborgen bleibt. Das Leben: Eine Achterbahnfahrt, die rasant, aber einsam ist.

Zwischen Depression und Wahnvorstellungen gefangen, scheint es für Veronika Walden keinen Ausweg zu geben Minute für Minute, Tag für Tag, Nacht für Nacht, jahrelang bis es ihr schließlich gelingt, sich ihrer Krankheit und der Vergangenheit zu stellen. Einem Krimi gleicht diese Geschichte, in der die Autorin ihren Weg aus der Hölle beschreibt und wagt, was alles andere als selbstverständlich ist: über eine Krankheit zu sprechen, die nach wie vor tabuisiert wird. Begleitet von der Liebe zum Leben und den Menschen findet sie zu Gott und schließlich zu sich selbst.

Sie will nicht belehren oder verurteilen, sondern verdeutlichen, dass der Mensch nicht perfekt ist, es sich aber lohnt, Mut zu fassen und zu sich selbst zu stehen damit selbstverständlich wird, was es leider noch nicht ist: Offenheit den Menschen gegenüber mit all ihren Sorgen und Schwächen.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wann erschien das vorliegende Buch, welches Jahr, welchen Monat und in der wievielten Auflage? Sobald 30 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner des Preisrätsels heißen: Christoph Schaub, Patrik Plaßmann und Annette Balthasar. Herzlichen Glückwunsch, die Titel wurden an die angegebenen Adressen versendet! Vielen Dank an alle Mitspieler! Besten Dank auch beim Verlag für die Preisrätseltitel!

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PRESSE: Frau stürzt sich vom Turm von Pisa in den Tod / Buchtip der Redaktion: Veronika Walden: Aufschrei der Seele.

Erstellt von Detlef Hedderich am 7. Juni 2010

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “AFP – (…) “Es war Selbstmord”, sagte eine Polizeisprecherin in der italienischen Stadt. Die 31-Jährige, die an Depressionen gelitten habe, habe die Absperrungen überwunden und sei hinunter gesprungen. (…)”

Gesamte Pressemeldung lesen.


Buchtip der Redaktion:

Veronika Walden
Aufschrei der Seele

Verlag :      MEDU VERLAG
ISBN :      978-3-941955-07-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      14,95 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 27,70 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      169 S. – 21,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 03.2010

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Das Tabu: Eine seelische Erkrankung, über die man nicht spricht. Die Tragödie: Ein Familiendrama, das lange verborgen bleibt. Das Leben: Eine Achterbahnfahrt, die rasant, aber einsam ist.

Zwischen Depression und Wahnvorstellungen gefangen, scheint es für Veronika Walden keinen Ausweg zu geben Minute für Minute, Tag für Tag, Nacht für Nacht, jahrelang bis es ihr schließlich gelingt, sich ihrer Krankheit und der Vergangenheit zu stellen. Einem Krimi gleicht diese Geschichte, in der die Autorin ihren Weg aus der Hölle beschreibt und wagt, was alles andere als selbstverständlich ist: über eine Krankheit zu sprechen, die nach wie vor tabuisiert wird. Begleitet von der Liebe zum Leben und den Menschen findet sie zu Gott und schließlich zu sich selbst.

Sie will nicht belehren oder verurteilen, sondern verdeutlichen, dass der Mensch nicht perfekt ist, es sich aber lohnt, Mut zu fassen und zu sich selbst zu stehen damit selbstverständlich wird, was es leider noch nicht ist: Offenheit den Menschen gegenüber mit all ihren Sorgen und Schwächen.

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln mit Pressemeldungen, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens 1 Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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