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Federwelt Nr. 100, Juni/Juli 2013 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 2. Juni 2013

Federwelt Nr. 100, Juni/Juli 2013 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Juni/Juli 2013
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto und -collage: Carola Vogt und Peter Boerboom

www.federwelt.de
www.facebook.com/uschtrin.verlag/
www.boerboom-vogt.de

Wie unschwer schon auf dem Cover zu erkennen ist, feiert die Federwelt mit dieser Ausgabe ein Jubiläum: das 100. Heft! Und ich finde sowohl das neue Logo als auch das Feuerwerk dahinter mehr als passend und gelungen. Denn wieder einmal wird ein Feuerwerk an interessanten Beiträgen abgebrannt:

Natürlich darf auch in der Jubel-Ausgabe nicht das Thema fehlen, das uns alle beschäftigt: E-Books und ein passendes Marketing. In den Beiträgen „E-Books – Ihre Chance? Teil 3: Zurück zu Guttenberg …“ und „Von der Schnapsidee zum E-Book“ erfährt man Details, die man so auch noch nicht oder bisher nur angedeutet erfahren hat. Und sicher sind wir mit diesem sich rasch entwickelnden und verändernden Thema noch lange nicht durch. Als Autor gerade hier am Ball zu bleiben, sollte uns keine Ausgabe der Federwelt verpassen lassen.

Wer Fan von Daily Soaps und Telenovelas ist, sollte vielleicht den Artikel „Gute Unterhaltung mit Jens Schleicher, Folge 3: Akkordarbeit im Storydepartment“ nicht lesen. Als Zwangskonsument solch schrecklicher TV-Unterhaltung habe ich ohnehin den Eindruck, dass hier nach Schema F gefilmt wird und sich – egal, bei welcher Soap – Handlungen und Szenen sehr ähneln. Nichtsdestotrotz wird für angehende Drehbuchautoren diese Artikelserie interessant sein; ein kleines Lexikon mit speziellen Begriffen der Soap-Welt findet bei ihnen sicher Anklang; mich haben diese – natürlich Anglizismus–Bausteine eher in meiner Ablehnung solcher TV-Angebote bestätigt. Was nichts mit der Qualität von Jens Schleichers Artikel zu tun hat, sondern einfach nur mit dieser Form der TV-Unterhaltung.

Brandaktuell – weil bei jedem Buchprojekt immer und immer wieder anders – ist das Thema Exposé. In der 9. Folge der Textküche mit Gasch & Co. geht es um eine Aufgabe, die schon manchen Autor an den Rand des Wahnsinns gebracht hat: ein Exposé verfassen (Belletristik). Im Roman versucht man Spannung aufzubauen, nicht gleich am Anfang zu viel zu verraten, häppchenweise mit wohldosiertem Auf und Ab die Leser zu Tränen, Angstschweiß und Begeisterung hinzureißen, mit scheinbaren Erholungsphasen wieder auf den nächsten Höhepunkt vorzubereiten. Und im Exposé? Alles ganz anders. Völlig die „Hosen runterlassen“! Und das auch noch auf weniger als einer Handvoll Seiten. Ich finde, dies ist einer der besten Fixpunkte der Federwelt. (Anonym) Zu zeigen, was falsch ist, und von profunder Stelle aufgezeigt zu bekommen, wie man seine Chancen mit einem gelungenen Exposé verbessert und sich nicht gleich selbst abschießt.

Weitere gelungene Raketen dieser Ausgabe:
„Selbstmarketing, für Midlist-Autoren ein Muss“ von Titus Müller. Wirklich super!
„Reich werden: Kein Gewerbe für E-Book!“ von Goetz Buchholz. Sollte etliche E-Book-Autoren beruhigen.
„Lektoren-Wissen: nett zu haben oder unverzichtbar für AutorInnen?“ Interview mit Irene Rumler. Ich stimme für: unverzichtbar!
„Der Autorenrächer“ Glosse von Stephan Waldscheidt. Wie immer ein Schenkelklopfer. Wo kann ich meine Racheopfer anmelden und was kostet mich das? Hahaha.

Somit war auch die Jubiläumsausgabe wieder ein echter Kracher. Ich freu mich jetzt schon auf das Heft 200 … und alle anderen bis dahin.

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Federwelt Nr. 99, April/Mai 2013 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 3. April 2013

Federwelt Nr. 99, April/Mai 2013 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, April/Mai 2013
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Carola Vogt und Peter Boerboom

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Hier wieder die Beiträge, die mir am besten gefallen haben:

Liiert mit einem Autor / Der Part der Partnerin, Folge 2: Ulrike Kirchhoff
Schreiben und Familienleben sind zwei Dinge, die sich nicht unbedingt vertragen. Welche/r AutorIn kann hiervon nicht selbst ein Liedchen singen? Schreiben ist ein einsamer Beruf, viele müssen sich völlig abschotten und konzentrieren, jegliche Störung rollt den roten Teppich für soziale Konflikte aus. Wie man zu einer Lösung findet, die beides – Schreiben und Familie – in Einklang bringen kann, wird hier am Beispiel von Ulrike und Bodo Kirchhoff beschrieben. Ein Modell, das sicher nicht auf jeden passt.

Schreiben für Daily Soaps und Telenovelas, Teil 2: Die Entwicklung von Antagonisten
Das Böse ist immer und überall. Sowohl im realen Leben wie auch in Geschichten und Romanen. Jens Schleicher führt am Beispiel von Antihelden in Daily Soaps und Telenovelas auf, dass öfter der Antiheld im Gedächtnis des Publikums verhaftet bleibt, als der eigentliche Held; z. B. J. R. Ewing gegenüber dem eher faden Bobby oder moderner: Darth Vader als der anfänglich sehr blasse Luke Skywalker. Und der Antagonist ist nicht nur um des Bösen willen selbst böse, er hat auch Gründe dafür. Sie zu entwickeln, der Figur einzuverleiben, ist eine der Quellen für logische Handlungen und vielschichtige Konflikte. Ein super Beitrag, aufgrund dessen ich sofort meine aktuelle Arbeit einer entsprechenden Kontrolle unterzogen habe … und erfreut feststellen durfte, dass meine Finsterlinge nicht nur tumbe Schläger sind.

E-Books unter die Lupe genommen von Wolfgang Ehrhardt Heinold
Natürlich kann auch diese Ausgabe der Federwelt nicht ohne einen Beitrag zum Thema E-Book auskommen. Und das ist gut so, denn schließlich verunsichert aktuell (und wahrscheinlich noch sehr lange) kein Thema die Buchszene mehr. In diesem 2. Teil der Reihe geht es um Chancen, welche diese Publikationsform AutorInnen eröffnen kann. Der Titel des Beitrages lautet: „Zahlen, Trends und Prophetien unter die Lupe genommen“. Hier die einzelnen Punkte, die Sie sehr aufmerksam lesen – und dabei einen Teil der Angst vor E-Books verlieren – sollten:
Modell „Zielgruppenverlag“
Modell „Gigant ohne Geist“ Wer damit gemeint ist? Natürlich Amazon.
Modell „Fall der Preisbindung“
Modell „small is beautiful“
Modell „Der Buchhandel stirbt aus“ Leider fehlen hier die konkreten Beiträge.
Modell „E-Books in den USA“ Die Frage, ob diese Entwicklung auch in Deutschland stattfinden wird, bleibt leider ebenfalls ungeklärt.
Modell „Buchhandel in den USA“
Modell „Self-Publishing“

Kolumne: Vorlesen für Fortgeschrittene, Folge 39: Lampenfieber von Michael Rossié
Natürlich hat jeder Künstler Lampenfieber, wenn er einem zahlenmäßig mittleren oder größeren Publikum entgegentritt. Hier habe ich Balsam auf meine (typisch deutsche) Seele bekommen: Vorbereitung ist alles. Ein Mitglied einer Gruppe baumlanger Kanadier hatte einmal vor vielen Jahren mir lächelnd auf die Schulter geklopft und meine offensichtliche Nervosität mit folgenden Worten weggewischt: „You´re a german, you´re prepared!“ Stimmt. Einige kleine Dinge beachten und man kann sich auf den Vortrag selbst konzentrieren.

Ein Autor lässt die Hosen runter von Stephan Waldscheidt
Wo lässt man die Hosen runter? Nein, nicht im Schlafzimmer. Im Finanzamt! Stephan Waldscheidt hat hier mal eine Aufstellung seiner Einnahmen und Ausgaben als Schriftsteller für das Steuerjahr 2012 aufgelistet. Wenn Sie das lesen, werden Sie zwischen (Galgen) Humor und Entsetzen hin und hergerissen sein. Versprochen.

Weiterhin im Heft:
- Die bunte Welt der Pseudonyme
- Der Deutsche Literaturfonds
- Eine lyrische Stimme entwickeln
- Textküche, Folge 8: Humor; Zutatenliste
- Rezensionen: Digest; karawa.net
- Impulsbar: Personen beobachten und beschreiben
- Terminkalender
Und noch viel mehr …

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Federwelt Nr. 98, Februar/März 2013 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 9. Februar 2013

Federwelt Nr. 98, Februar/März 2013 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Februar/März 2013
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

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Ich habe oft das Gefühl, dass angehende und sogar renommierte Autoren mit der Zeit unsichtbare Scheuklappen entwickeln, die ihnen auf lange Sicht nicht gut tun. Sich mit etwas anderem als mit der Schreibarbeit zu beschäftigen, scheint unter ihrer Würde zu liegen. Desto mehr freut es mich, wenn man z. B. in der FEDERWELT Beiträge findet, die man sich ganz genau ansehen sollte. In der Kolumne „Reich werden (mit Goetz Buchholz)” geht es diesmal um Vorsorge-Vorurteile. Die ach so geschmähte Riester-Rente ist besser als ihr Ruf. Zitat: „Aber solange es noch nichts Besseres gibt, ist es allemal besser als Hartz IV. Und vor allem besser, als gar nichts zu tun.“ Zitat Ende. Sic!

In den beiden Artikeln „neobooks entdeckt die Bestseller von morgen“ von Yvonne Keller und „E-Books unter die Lupe genommen“ von Wolfgang Ehrhardt Heinold kann man – wieder mal – Einblicke in den Bereich der elektronischen Bücher nehmen, die vielen AutorInnen Schrecken und Ängste bereiten, in Wahrheit aber (nur) ein weiterer Weg sind, sein Werk zu verbreiten.

Die Kolumne „Rezitationskurs … die Endung „ig“ hat sofort alle Sprachalarmglocken in mir erklingen lassen. Dass Worte wie König, Honig, wenig und zackig korrekt Könich, Honich, wenich und zackich ausgesprochen werden sollen, lässt selbst mein fränkisches Sprachgefühl laut protestieren. Ich konnte es nicht glauben und forschte im Ausspracheduden nach. Tatsächlich: Der Kolumnenautor hat recht! Mir ist aber noch kein Autor begegnet, der sich an diese – in meinen Ohren grässliche – Regelung gehalten hätte. Sollte ich einmal ein wenig fränkisch – wenich – vorlesen, dann werde ich das unübertroffene aweng verwenden.

Und auch AutorInnen haben ihre speziellen „10 Gebote beim Schreiben von Prosatexten“. Raymond Obstfeld listet sie auf und ich kann – zumindest für mich – in wahrem Glauben folgen.

Darüber hinaus bietet die FEDERWELT 98:
- Liiert mit einem Partner. Der Part der Partnerin (Folge 1: Sonja Moor)
- Interview mit der Bastei Lübbe Academy
- Schreiben für Daily Soaps und Telenovelas: Charaktere mit Charakter (neue Serie mit Jens Schleicher)
- Textküche: Spannung erzeugen
- Neu: Impulsbar (Treffende Vergleiche finden)
- Neu: Rechtskolumne mit Prof. Lutz
- Neu: Krimikolumne mit Glaser & Klönne
- Prosa und Lyrik aus Kurt Drawerts Darmstädter Textwerkstatt
- Kolumnen von Michael Rossié u.v.m.
- Terminkalender

Also wie immer eine vollgepackte Zeitschrift, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.

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Federwelt Nr. 96, Oktober / November 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 5. Oktober 2012

Federwelt Nr. 96, Oktober / November 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Oktober / November 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

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Mein erster Blick auf das Cover von Nr. 96 hat mich gleich an Bart Simpson denken lassen. Und in beiden Fällen – Federwelt und Schule – ist Wiederholung ein probates Mittel, um etwas dauerhaft im Kopf zu verankern. Das Mantra „Ich darf kein Geld verschwenden!“ ist da sicherlich nicht der schlechteste Satz, den man sich immer wieder in Erinnerung rufen sollte. Insofern: Titelbild gelungen! Und …

In Zeiten moderner Technologie – sprich: Internet – sollte man den Artikel von Anke Gasch sehr aufmerksam lesen und befolgen. Ich hatte mich schon vor einiger Zeit mit der VG Wort beschäftigt, bin aber – wahrscheinlich wie viele andere Autoren – an der recht umständlichen Anmeldung gescheitert. Der anschließende Frust sollte uns alle nicht davon abhalten, diesen Weg, wenigstens ein kleines Geld zu verdienen, doch noch zu begehen. „Wissenswertes zur Verwertungsgesellschaft (VG) Wort und dem Wahrnehmungsvertrag“ ab Seite 44.

Jeder Autor gibt seinem Werk einen Titel, zumindest einen Arbeitstitel. Und auch hier kann man sich mehr Gedanken machen, als man vermuten könnte. Jedes Mosaiksteinchen, das einfach stimmig ist und passt, erhöht die Chancen, von einer Literaturagentur oder einem Verlag angenommen zu werden. „Die Titel“ ab Seite 11.

Der Teufel mag das Wort Weihwasser gar nicht hören. Für einen Autor ist es der Begriff Füllwörter. Wie ein Damoklesschwert schwebt dieses Urteil von Lektoren und Korrektoren über dem Haupt – nein, dem Geist – des Schreibenden. In Oliver Uschmanns Schreibwerkstatt – samt einem wirklich guten Link-Tipp – findet man Balsam für die Autorenseele auf Seite 29.

Es klingt wie eine Ergänzung zu meinem Artikel „Was kann ich tun, um ein berühmter Autor zu werden?“:
„Tipps zum Autorenmarketing“ ab Seite 22 und gleich im Anschluss „Checkliste für Lesungen und Buchevents“.

Wie immer bietet die Federwelt aber noch viel mehr und zum wiederholten Male bedauere ich, dass ich dieses Magazin viel zu spät entdeckt habe. Ich möchte es nicht mehr missen.

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Federwelt Nr. 95, August / September 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 5. August 2012

Federwelt Nr. 95, August / September 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, August / September 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

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Einen guten Roman zu schreiben, ist ja schon ein hartes Stück Arbeit und gelingt natürlich nicht jedem. Da kommt man schnell auf die Idee, sich mit einem anderen Autor zusammenzutun und so sich gegenseitig zu inspirieren und zu korrigieren. Außerdem haben zwei Köpfe mehr Einfälle als nur einer. So weit so gut. Ich hab das mal mit einem Autorenfreund probiert. Schon nach wenigen Kapiteln drifteten wir auseinander, wie die Geschichte ablaufen sollte. Auch unsere Stile waren schwer aufeinander abstimmbar. Und jetzt haben das 12 (!) AutorInnen getan. Wie das gehen kann, lesen Sie in diesem Beitrag:
• “Hurra, wir schreiben einen Gemeinschaftsroman!” – Aus zwölf Federn: “Die vierte Zeugin” (Teil 1)

Ein Interview geben? Gerne. Nur ein Bruchteil der Interviews entstehen live, auf einer Messe, in einer Buchhandlung, wo auch immer. Die meisten laufen heutzutage online ab: Man schickt dem Verlag oder Autor die Fragen und bekommt sie irgendwann mit den Antworten zurück. Man hat Zeit sich eine wohlformulierte Antwort auszudenken. Aber im Radio? Da ist jedes lange Nachdenken ein Interesse-Killer und langweilt Zuhörer und Interviewer. Wie man sich darauf vorbereiten kann, finden Sie hier:
• Erfolgreich Radiointerviews geben und akquirieren

„Ich Tarzan, du Jane!“ Ja, wenn Dialoge so einfach wären wie in den guten alten Tarzan-Abenteuern. Oder lieber doch nicht, denn die Handlung und weitere Erkenntnisse haben diese vier Wörter nicht ausgelöst, auch wenn sie uns als TV-Publikum heute noch geläufig sind. Wie es richtig geht, steht hier:
• Textküche (4): Dialoge schreiben

Wann ist ein Autor ein Autor? Erst dann, wenn er eines seiner Werke veröffentlicht hat? Nein, er ist es dann, wenn er sich hinsetzt und zu schreiben beginnt. Über die Qualität sagt das natürlich erst mal nichts aus. Aber jeder Autor, auch die Berühmten, die Reichen, die Bewunderten, haben einmal so angefangen. Einem unveröffentlichten Autor gleich in die Schublade „Nicht publiziert = schlecht“ zu stecken, ist schlichtweg falsch und vor allem: dumm. Nach harter Arbeit, viel Üben und Lernen werden aus Anfängern Profis, manchmal sogar Spitzenautoren, viele andere schaffen es nicht. Sie aber von Anfang an abzukanzeln, macht keinen Sinn und zeugt nur von Einfallslosigkeit oder Neid derjenigen, die sie schlecht reden. Eine Lanze für „erfolglose“ Autoren wird von David Schmidhofer gebrochen:
• „Hören wir auf, erfolglose Autoren zu verspotten“

Und das – und noch mehr – gibt es in der Federwelt 95:
• Wecke den Coach in dir! Interview mit Sabine Asgodom
• Wie man ein gutes Theaterstück schreibt
• 66 Verlagsadressen für SF, Horror, Fantasy, Mystery
• Der Seraph, Phantastische Literatur
• Kommentierter Normvertrag: §5 Nebenrechtsverwertung
• Terminkalender mit Wettbewerben und Stipendien
• Kolumnen von Oliver Uschmann, Goetz Buchholz, Michael Rossié u.v.m.

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Willkommen auf Terrassien von Werner Karl

Erstellt von Galaxykarl am 3. August 2012

Willkommen auf Terrassien

von Werner Karl

Herzlich willkommen auf meiner Terrasse. Das Bild zeigt den harmlosen Beginn eines kleinen Sommerabends mit saftigem Fleisch, Knoblauch-Paprika, geröstetem Brot, frischen Salaten und natürlich mehreren Hopfenkaltschalen mit Familie und Freunden.

Wenn Zeit und Wetter es erlauben, schnappe ich mir meinen Laptop und kann völlig in einer Geschichte versinken. Da stört es nicht, wenn der eine Nachbar rasen mäht, meine Katzen haufenweise Mäuse und anderes Getier anschleppen und verführerische Grilldüfte herüberwehen.

Und sollte ich einmal nicht schreiben, dann vertiefe ich mich in Recherchebücher, wie z. B.:

Knapp, Robert
Römer im Schatten der Geschichte
Gladiatoren, Prostituierte, Soldaten: Männer und Frauen im Römischen Reich

Klett-Cotta
ISBN 978-3-608-94703-8
Übersetzt von Ute Spengler
Umfang: 398 Seiten
Mit 30 Farbtafeln und weiteren s/w-Abbildungen
Hardcover
Erscheinungsdatum: 1. Aufl. 15.03.2012
Geschichte, Römisches Reich/Gesellschaft, Sozialwissenschaften

www.klett-cotta.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Robert Knapp ist emeritierter Professor für Alte Geschichte in Berkeley, University of California. Er hat sich vor der Erforschung der Mittel- und Unterschichten insbesondere der Epigrafik und der römischen Geschichte der iberischen Halbinsel gewidmet.
(Klappentext)

Zum Buch:

Kein antiker Staat, kein Imperium, das diese Bezeichnung wirklich verdient hat, ist bekannter als das antike Römische Reich. Und natürlich kennen wir viele bekannte Namen von Imperatoren wie Cäsar, Caligula und Nero. Namen von Heerführern – ob erfolgreich oder nicht – wie Scipio und Varus, oder Philosophen und Politiker wie Seneca und Cicero. Aber sie alle sind nach heutiger Bezeichnung Prominente, die Elite, die dünne Oberschicht. Über ihr Leben und Wirken gibt es massenhaft überlieferte Literatur und Belege.

Doch wie sieht es mit den einfachen Menschen aus? Selbstverständlich machen sie wie bei jedem Volk die Masse der Bevölkerung aus. In vielen Filmen über diese Zeit erscheinen sie als Randfiguren. Seltene Ausnahmen wie Spartacus als Sklave und Gladiator, später als Aufständischer, zeigen aber im Film nicht das wahre Bild. Wie lebte das einfache Volk? Hier ist der Titel des Buches perfekt gewählt: „Römer im Schatten der Geschichte“.

Gewöhnliche Männer und Frauen, Arme, Sklaven, Freigelassene, Soldaten, Prostituierte, Gladiatoren (nicht die wenigen berühmten, sondern die Masse) und letztendlich auch die „Outlaws“, Banditen und Piraten. Wie sah ihr Tag aus? Was bestimmte ihr Leben, ihr Handeln? Welchen Regeln und gesellschaftlichen Zwängen unterlagen sie?

Fazit:

„Römer im Schatten der Geschichte“ gibt uns hier detaillierte und oft genug erstaunliche Einblicke. Die 30 farbigen Bildtafeln zeigen auch durch scheinbar nebensächliche Gegenstände, wie o. g. Bevölkerungsgruppen im Alltag gelebt haben. Bei der Lektüre dieses Buches verrückte sich von Seite zu Seite mein Bild über die antiken Römer. Robert Knapp ist für mich der Guido Knopp für das Thema Rom.

Copyright © 2012 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

ODER:

Uwe Ellerbrock / Sylvia Winkelmann
Die Parther – Die vergessene Großmacht

Philip von Zabern, 2012
ISBN 978-3-8053-4454-8
Hardcover
Geschichte, Sachbuch
Seiten/Umfang: 289 Seiten
Umschlaggestaltung: Ines von Ketelhodt
Umschlagfoto: E. Thiem

www.zabern.de
www.wbg-wissenverbindet.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Roms Kriege mit den Parthern sind legendär, doch wer war das Volk, das Rom immer wieder in Bedrängnis brachte? Das Partherreich bestand fast 500 Jahre und erstreckte sich zu Zeiten seiner größten Ausdehnung vom heutigen Syrien bis nach Indien und vom Kaspischen Meer bis zum Golf von Persien. Dr. med. Uwe Ellerbrock ist Facharzt für Anästhesie und war 1985–2007 Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin im RegioKlinikum Elmshorn. Seit über 15 Jahren ist er begeisterter Sammler parthischer Münzen und beschäftigt sich intensiv mit dem Großreich.
(Verlagsinfo)

Ich gebe es zu: Ich habe weder Archäologie noch Geschichte studiert. Trotzdem zählte in der Schule Geschichte zu meinen Lieblingsfächern; und die Begeisterung für fremde – und alte! – Kulturen hält bis heute an. Natürlich kenne ich und sicher Millionen andere die Römer, ihr Imperium und viele Details aus ihrer Geschichte. Aber auch alle ihre Gegner? Die Parther? Sorry, nein. Und gerade deshalb hat es mich beinahe umgehauen (OK, sagen wir überrascht), dass ich so ein wichtiges Volk wie die Parther völlig übersehen habe … oder meine Geschichtslehrer diese sträflich unterschlagen haben.

Denn sie waren eine Macht, welche die Bezeichnung Großmacht wirklich verdient hat. Eine Zahl muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 500 Jahre! … haben sie den Römern das Leben schwer gemacht. Die Parther sind also nicht irgendwer, nicht irgendein aufsässiges Völklein, das mal den einen oder anderen Sieg gegen die Römer errungen hat, sondern eine dauerhafte Größe, mit der nicht nur die Römer zu rechnen hatten.

Dass „Die Parther“ nicht von einem Historiker oder Archäologen verfasst wurde, sondern von einem Privatmann, macht das Buch eigentlich noch interessanter, da hier der kopflastige Unterton fehlt, den so manche Abhandlung über historische Völker erfüllt. Die Faszination des Autors und seiner Co-Autorin (von der ich leider keine Info finden konnte) für dieses wirklich erstaunliche Volk ist deutlich zu spüren.

Copyright © 2012 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

ODER:

Heinrich Dickerhoff (Hrsg.)
Keltische Märchen – Zum Erzählen und Vorlesen

Königsfurt-Urania, 2012
ISBN: 978-3-86826-033-5
Märchen & Sagen
HC, 188 Seiten
Umschlaggestaltung: Jessica Quistorff unter Verwendung der Motive von Fotolia:
„Pot with gold coins“ © frenta und “Viking carvings from Urnes Viking Church” © Somatuscani

www.koenigsfurt-urania.com

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

Verlagsinfo:

Voller Poesie und Spiritualität erzählen diese Märchen von Gefahren und Abenteuern, von Abschied und Aufbruch, von Glück und Heimkehr in einer Zeit, die uns heute wieder nahe ist. Heinrich Dickerhoff, der derzeitige Präsident der Europäischen Märchengesellschaft, hat hier zwanzig typische keltische Geschichten, Zaubermärchen, aber auch Sagen und Legenden aus Irland und Schottland zusammengestellt und für das Erzählen oder laute Vorlesen bearbeitet. Es sind Geschichten über starke Frauen, Reisen in die Anderswelt und die Welt der Männer und Helden.

Mein Eindruck:

Märchen und Sagen, Mythen und Legenden … sie entführen uns in eine andere Welt. Bei den Kelten wird sie auch genau so genannt: die Anderswelt. Die Welt, in die ihre Toten einkehren und dort ein Dasein fristen, das gefürchtet oder erhofft wird. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie manche Geschichten durch alle Zeiten und Länder ihr Pendant in anderen Kulturen finden. Eines der keltischen Märchen kann man durchaus als eine Odyssee („Die Reise von Maelduins Boot“) bezeichnen. Und auch der griechische Herkules hat einen „Bruder“ in der keltischen Sagenwelt. Die meisten Märchen haben aber andere Inhalte und andere Verläufe, eben typische keltisch, einfach sagenhaft …

Ein wunderschönes Buch, auch optisch: Ein goldgefüllter Topf, umgeben von flimmernden Funken, Leuchtkäfern oder Elfen, wer weiß? Keltische Runen und mythische Tiere, ineinander verschlungen und voller tiefer Bedeutung.

Copyright © 2012 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

oder auch in Hefte wie Federwelt:

Federwelt Nr. 94, Juni / Juli 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Juni / Juli 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

www.federwelt.de
www.facebook.com/uschtrin.verlag/
www.boerboom-vogt.de

Werfen Sie doch mal einen Blick auf das Cover. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind eine der abgebildeten AutorInnen. Uah? Hab ich statt der FEDERWELT ein Horrormagazin erwischt? Nein, Sie sind schon richtig, goldrichtig. Ein klares Statement „JA zum Urheberrecht“ darf da schon mal in so einer drastischen Bildbotschaft dargestellt werden.

Das Internet ist eine fantastische Chance und eine Bedrohung zugleich für alle Kreativen. Es bietet Möglichkeiten, die frühere Generationen nicht hatten und nicht wie wir so einfach nutzen konnten. Aber auch nicht fürchten mussten. Ein Teil der Internetnutzer scheint zu glauben, dass alles und jederzeit verfügbar sein muss und daher auch nichts kosten darf. Doch wenn die Kreativen für ihre Arbeit keine Entlohnung erhalten, wie sollen sie da überleben können? Frei nach der alten Indianerweisheit „… und wenn der letzte Kreative gefällt worden ist, wird der User erkennen, dass man Chips nicht genießen kann“ werden sie aufwachen … und bezahlen müssen, hoffentlich freiwillig.

Aller Anfang ist schwer. Eine Binsenweisheit. Natürlich gilt das auch für einen Text, ob nun für einen längeren oder einen kürzeren. Schon mit den ersten Sätzen, nein, am besten gleich mit den ersten Worten, den Leser in Spannung versetzen; davon träumt jeder Autor. Und das weiße Blatt kann zum Albtraum werden, wenn man sich vor Augen führt, dass der erste Leser ein Agent, ein Lektor, ein Verlagsmensch ist. Welche Worte finden vor seinen professionellen Augen Gnade und Anerkennung? In der Textküche liefern zwei Profis die Zutaten dazu.

Die Artikelreihe zum Normvertrag bietet in ihrem dritten Teil die §§ „Verlagspflicht“ und „Absatzhonorar für Verlagsausgaben“. Die Tücke liegt wie immer im Detail. Genau hinsehen, nachrechnen und VOR der Unterschrift die Unterschiede kennen.

Viele werden nur darauf gewartet haben: „Der gläserne Autor“ Teil 2; Statements von media control, Verlagen und Agenturen. Für mich der interessanteste Beitrag des Heftes. In seiner Kolumne „Ich, der gläserne Autor“ knüpft Stephan Waldscheidt mit dezentem Humor an das Thema an. Hoffnung oder Galgenhumor? Entscheiden Sie selbst; auf jeden Fall lesenswert.

Von den Artikeln „Schreibende Mütter“, „Mentorat als Lehrform“ und „Heben Sie Ihr Backlist-Schätze“ hat mir Letzterer eine Überraschung verschafft und eine fest gefügte Meinung aufgebrochen. Titel aus der Backlist sind weit mehr als bloße Sammlerstücke oder Altpapier.

Im Terminkalender finden Sie aktuelle* Wettbewerbe, Stipendien und Seminare. Schnell reinschauen lohnt sich!

*Ich hatte ja erst vor Kurzem begonnen, die FEDERWELT zu rezensieren und hatte mit den Nr. 92, 93, 94 sozusagen Nachholbedarf. Ab sofort finden Sie aber an dieser Stelle immer das topaktuelle Heft vorgestellt.

Copyright © 2012 by Werner Karl

(übrigens: Heft 95 August/September 2012 wird in Kürze hier vorgestellt).

Euch allen einen wunderschönen Sommer, erholsame Urlaube und Entspannung pur. Wenn ich nicht wegfahre, ist Schreiben – und ein Gläschen Rotwein – für mich der reine Luxus.

Mit galaktischen Grüßen
galaxykarl

a.k.a. Werner Karl ;-)

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Federwelt Nr. 94, Juni / Juli 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 15. Juni 2012

Federwelt Nr. 94, Juni / Juli 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Juni / Juli 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

www.federwelt.de
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Werfen Sie doch mal einen Blick auf das Cover. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind eine der abgebildeten AutorInnen. Uah? Hab ich statt der FEDERWELT ein Horrormagazin erwischt? Nein, Sie sind schon richtig, goldrichtig. Ein klares Statement „JA zum Urheberrecht“ darf da schon mal in so einer drastischen Bildbotschaft dargestellt werden.

Das Internet ist eine fantastische Chance und eine Bedrohung zugleich für alle Kreativen. Es bietet Möglichkeiten, die frühere Generationen nicht hatten und nicht wie wir so einfach nutzen konnten. Aber auch nicht fürchten mussten. Ein Teil der Internetnutzer scheint zu glauben, dass alles und jederzeit verfügbar sein muss und daher auch nichts kosten darf. Doch wenn die Kreativen für ihre Arbeit keine Entlohnung erhalten, wie sollen sie da überleben können? Frei nach der alten Indianerweisheit „… und wenn der letzte Kreative gefällt worden ist, wird der User erkennen, dass man Chips nicht genießen kann“ werden sie aufwachen … und bezahlen müssen, hoffentlich freiwillig.

Aller Anfang ist schwer. Eine Binsenweisheit. Natürlich gilt das auch für einen Text, ob nun für einen längeren oder einen kürzeren. Schon mit den ersten Sätzen, nein, am besten gleich mit den ersten Worten, den Leser in Spannung versetzen; davon träumt jeder Autor. Und das weiße Blatt kann zum Albtraum werden, wenn man sich vor Augen führt, dass der erste Leser ein Agent, ein Lektor, ein Verlagsmensch ist. Welche Worte finden vor seinen professionellen Augen Gnade und Anerkennung? In der Textküche liefern zwei Profis die Zutaten dazu.

Die Artikelreihe zum Normvertrag bietet in ihrem dritten Teil die §§ „Verlagspflicht“ und „Absatzhonorar für Verlagsausgaben“. Die Tücke liegt wie immer im Detail. Genau hinsehen, nachrechnen und VOR der Unterschrift die Unterschiede kennen.

Viele werden nur darauf gewartet haben: „Der gläserne Autor“ Teil 2; Statements von media control, Verlagen und Agenturen. Für mich der interessanteste Beitrag des Heftes. In seiner Kolumne „Ich, der gläserne Autor“ knüpft Stephan Waldscheidt mit dezentem Humor an das Thema an. Hoffnung oder Galgenhumor? Entscheiden Sie selbst; auf jeden Fall lesenswert.

Von den Artikeln „Schreibende Mütter“, „Mentorat als Lehrform“ und „Heben Sie Ihr Backlist-Schätze“ hat mir Letzterer eine Überraschung verschafft und eine fest gefügte Meinung aufgebrochen. Titel aus der Backlist sind weit mehr als bloße Sammlerstücke oder Altpapier.

Im Terminkalender finden Sie aktuelle* Wettbewerbe, Stipendien und Seminare. Schnell reinschauen lohnt sich!

*Ich hatte ja erst vor Kurzem begonnen, die FEDERWELT zu rezensieren und hatte mit den Nr. 92, 93, 94 sozusagen Nachholbedarf. Ab sofort finden Sie aber an dieser Stelle immer das topaktuelle Heft vorgestellt.

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Federwelt Nr. 93, April / Mai 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 15. Juni 2012

Federwelt Nr. 93, April / Mai 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, April / Mai 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

www.federwelt.de
www.facebook.com/uschtrin.verlag/
www.boerboom-vogt.de

Den „gläsernen Bürger“ fürchten wir alle nicht erst seit Orwells Dystopie „1984“ oder der ersten Volkszählung. Trotzdem schleudern wir unser Privatleben heutzutage freiwillig und völlig unbeschwert via Facebook in die ganze Welt. Erst langsam schwant so manchem, das er in diesem und anderen sozialen Netzwerken viel zu viel von sich verrät.

Wundert es da, das eine ganze Berufsgruppe – die Autoren und Autorinnen – mehr als nervös werden, wenn sie durch Media Control nicht nur gläsern werden, sondern bis in die letzte Faser ihres Erfolges durchleuchtet werden? Die FEDERWELT packt das heiße Thema zunächst von der Basis an und beleuchtet die Warenwirtschaft des Buchhandels. Frei nach Sun Tzu´s „Die Kunst des Krieges“ sollte man seinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können. Ob Media Control tatsächlich zum Feind von AutorInnen wird, wird sich noch herausstellen.

Was man ebenfalls wissen sollte, ist, wie ein Normvertrag zwischen Autor und Verlag aussieht oder aussehen sollte. Im zweiten Teil „Rechtseinräumungen“ werden Vertragsklauseln wieder kommentiert und wertvolle – weil in bare Münze umsetzbare – Tipps gegeben.

Wie sieht die digitale Welt für AutorInnen aus? Sind E-Books, E-Reader und Online-Leseproben schon der Weisheit letzter Schluss? Im Artikel „Die digitale Zukunft hat auch für Sie schon begonnen“ werden sechs Thesen Ernst Pipers vorgestellt und von Wolfgang Ehrhardt Heinold kommentiert.

In der Textküche wird dieses Mal mit Erzählerstimmen gekocht. Welche Zutaten brauche ich, damit meine Protagonisten nicht alle mit meiner Stimme sprechen, sondern durch Eigenheiten wirklich als Individuen erkennbar werden? Vorsicht Falle! Wer nur Freaks literarisch erschafft, hat eindeutig die Ziellinie übersprungen.

Unter den Kolumnen haben mir besonders Olivers Uschmanns Beitrag in der Schriftstellerwerkstatt gefallen: Der „Arbeitsplatz“ des Autors sollte nicht verschämt in der Kellerecke ein Gefühl des armen Poeten erzeugen, sondern das – berechtigte – Selbstwertgefühl des Autors fördern. Nur wer mit sich im Reinen ist, kann kreativ schreiben. Und diese Kolumne von Stephan Waldscheidt: „Wie ich den Roman des Jahrhunderts schrieb – beinahe“. Ich hab herzlich gelacht, kenne ich doch einige Kollegen, die sich hier wiederfinden dürften.

Sehr ernüchternd – und beruhigend: Michael Rossiés Rezitationskurs. Die Ausgabe 93 bietet natürlich noch viel mehr: Terminkalender, Prosa, Lyrik, Kurzmeldungen, Rezis und, und, und …

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Federwelt Nr. 92 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 8. Juni 2012

Federwelt – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren
Nr. 92, Februar / März 2012

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Febr./März 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

www.federwelt.de
www.facebook.com/uschtrin.verlag/
www.boerboom-vogt.de

Seit 15 Jahren gibt es sie nun: die Federwelt, die Fachzeitschrift für Autoren und Autorinnen. 66 vollgepackte Seiten, die ich innerhalb zweier kurzweiliger Stunden verschlungen habe. Und ich bin froh, dass ich mit dieser Ausgabe (Nr. 92) die Federwelt nicht nur wie bisher aus der Entfernung registriert habe, sondern endlich auch von innen heraus.

Das Heft startet mit einem Interview mit Nele Neuhaus: „Vom PoD-Aschenputtel zur Ullstein-Prinzessin“. Welcher bislang unveröffentlichte Autor würde nicht gerne ihr „Schicksal“ teilen und sich mittels erträglichen Selbstkosten beim Erstling schließlich zum gut bezahlten Autor mausern wollen? Das Interview zeigt, dass es funktionieren kann: wenn man pfiffig ist und Ideen hat.

Brandneu (eben ab dieser Ausgabe) ist die Textküche: Zwei Textprofis lektorieren eingesandte Leseproben anonymer AutorInnen und zeigen, was sich hinter dem Wort Lektorat verbirgt und wie dies konkret an dem Textbeispiel aussieht.

Unter den Artikeln haben mir „USA – ein Markt für deutsche Bücher?“ und „Leben und Schreiben im Ausland“ besonders gut gefallen. Zeigen sie doch beide, das landläufige Vorstellungen zum „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und romantischem Auslandsleben (á la: „Ich hab eine Villa auf Mallorca“) sehr schnell einer harten und ernüchternden Realität weichen müssen. Weiterhin findet sich der erste Teil eines Normvertrages zwischen Autor und Verlag mit erklärenden Kommentaren im Heft. Auch nicht schlecht, wenn man nicht für alles gleich seinen Anwalt konsultieren muss, sondern sich hier in die Materie einlesen kann. Oder sich gleich das Buch „Traumziel Buch – und wie Sie es erreichen“ anschaffen. ISBN 978-3-932522-15-4 aus dem … na? Richtig. Uschtrin-Verlag.

Bei den Kolumnen gibt Felicia Englmann einen Einblick, wie sie den Sprung in die Verlagswelt geschafft hat, der Terminkalender listet (die inzwischen natürlich nicht mehr aktuellen) Wettbewerbe und Stipendien auf. Interessierte sollten sich also immer schnellstens die aktuelle Federwelt besorgen oder gleich das Jahresabo zum ermäßigten Preis gönnen (6 Ausgaben für insgesamt 36,–  € anstelle des Einzelpreises von 6,50 €).

Wenn es uns möglich ist, werden wir hier immer wieder Ausgaben der Federwelt vorstellen. Denn das diese Zeitschrift AutorInnen mehrfachen Nutzen bietet, kann ich wirklich nur bestätigen.

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Steffen Volkmer – interviewt von Werner Karl

Erstellt von Galaxykarl am 16. April 2012

Steffen Volkmer – interviewt von Werner Karl

Herr Steffen Volkmer ist für Presse- und Public Relations im Comic-Bereich der Panini-Verlags GmbH, Stuttgart zuständig. In der zweimonatlich erscheinenden Panini-Vorschau werden Comic-Fans umfassend über alle Neuerscheinungen aus dem Verlagsprogramm informiert. Längst hat die Vorschau die Grenze von reiner hauseigener Vorankündigung gesprengt, sondern bietet Szene-News, Infos zu Filmadaptionen, Events (wie z. B. den Erlanger Comic-Salon, in diesem Jahr vom 07.06. bis 10.06.2012), ganzseitige Leseproben, die Backlist, Händler-Adressen, Sammelfiguren und und und …

www.paninicomics.de
www.paninicomics.de/module/html/static/18/pv43.pdf

sfbasar: Herr Volkmer, Sie sind bekennender und begeisterter Comic-Fan und Sammler und dabei trotzdem – oder erst recht? – ein ernsthafter und erwachsener Mann. Wie nimmt heute Ihre Umgebung, also die Familie, Freunde und Nachbarn, Ihre Arbeit wahr?
SV: Also, ganz ehrlich „ernsthaft und erwachsen“ war eigentlich noch nie mein Ding. Das klingt mir schon viel zu langweilig, um es auch nur ausprobieren zu wollen. „Kreativ und etwas ausgeflippt“ gefällt mir deutlich besser. Von daher bin ich in meinem Umfeld eher ein Sonderfall und werde auch als solcher wahrgenommen. Aber ich verschaffe mir über mein Wissen, mein Auftreten und meine Erfahrung schon den notwendigen Respekt und kann mich in der Regel auch in einer Gruppe von Anzugträgern ganz gut behaupten. Da greift tatsächlich das „erst recht“ Prinzip: Menschen, die in der Comic-Branche arbeiten, werden ganz gerne unterschätzt und punkten dafür umso extremer. Um erfolgreich Comics zu machen und zu vermarkten, braucht man – wie überall in der Unterhaltungsbranche – einiges an Hintergrundwissen. Comics zu mögen und viele davon zu lesen ist wirklich nicht ausreichend.

sfbasar: Waren früher Comics ausschließlich für Kinder und Jugendliche gedacht, gibt es seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten, eine wachsende Fangemeinde im Erwachsenenalter. Trägt dies zur Anerkennung des Comics bei oder werden diese Erwachsenen als ewige Kinder betrachtet?
SV: Genau genommen waren Comics nie für Kinder gedacht. Obwohl es natürlich Comics für Kinder gibt, ist das Medium schon immer ein sehr erwachsenes gewesen. Wenn man sich die frühen Superhelden-Comics oder die Klassiker der franko-belgischen Schule wie zum Beispiel „Tim und Struppi“ anschaut, ist das doch sehr erwachsen. Nicht einmal die frühen Micky Maus-Comics waren wirklich kindgerecht. Aber in Deutschland hat man Comics wegen dem hohen Bildanteil gerne mit Bilderbüchern gleichgesetzt und dazu noch als verdummenden Schund abgetan. Ein national-geschichtliches Problem im Übrigen, da die Comics nach dem Weltkrieg als Kulturgut der Siegermächte zu uns kamen und von der Erwachsenengeneration als solche abgelehnt wurden, weswegen sie nur von der gegen ihre Eltern rebellierenden Jugend gelesen wurden. Comic als Kunstform hat hier erst in den letzten 10 bis 20 Jahren langsam Anerkennung gefunden und ist trotzdem immer noch weit davon entfernt, so akzeptiert zu sein, wie in den USA, Frankreich oder Japan – aber es wird besser.

sfbasar: Wo wir schon bei den Erwachsenen sind. Etliche Alben und Serien sind äußerst brutal (Punisher, Conan, Spawn), blutrünstig (Nekron, American Vampire, Jennifer Blood, The Walking Dead), sexistisch (Mangas, Manara, Black Cat) bis hart an der Grenze zur Pornografie. Und die genannten Beispiele sind nur einige aus der aktuellen Vorschau. Gibt es für Comics keine Altersbeschränkung, eine FSK-Angabe ähnlich wie bei Filmen?
SV: Comics zeigen keine Abbildung des Realen, wie Fotos und haben keine realen Protagonisten, wie Spielfilme. Sie sind die Verbindung von schreibender und bildender Kunst und damit Büchern und Gemälden näher als dem Film. Damit werden sie zurecht auch wie Bücher behandelt, für die es ja auch keine FSK-Angabe gibt, sondern bestenfalls Leser-Empfehlungen. Solche Altersempfehlungen schreiben die Verlage heute in der Regel auch auf ihre Comics, wo notwendig. Zudem wird über den Preis und die Vertriebsart gesteuert, an welche Käuferschaft sich ein Band richtet.  

sfbasar: Viele Comics sind wahre Kunstwerke und die Zeichner sind – zumindest in der Comic-Szene – berühmte Personen, doch außerhalb der Szene völlig Unbekannte. Würde man sie auf der Straße treffen, würde sich kein Mensch nach ihnen umdrehen. Was glauben Sie könnte der Grund dafür sein, dass diese Könner von der „normalen“ Bevölkerung nicht wahrgenommen werden? Leidet das Medium Comic immer noch unter dem Stempel Schund und kann o.g. Anteil an Erwachsenen hier immer noch nichts an diesem Vorurteil ändern?
SV: Wie bereits erwähnt, ist in Deutschland das „Schund“-Denken noch immer ein, wenngleich geringer werdendes, Problem. Aber auch in anderen Ländern werden Comic-Macher eher selten auf der Straße erkannt. Das ist aber kein auf die Comic-Szene bezogenes Phänomen, sondern eine Frage, wie jemand in der Öffentlichkeit steht und wie groß die Fangemeinde ist … Mal ehrlich: Wie viele Buchautoren, Regisseure oder Fotografen gibt es, die auf offener Straße erkannt werden? Erkannt werden die, deren Gesichter von den Medien transportiert werden und die davon leben: Das sind in erster Linie Schauspieler, Musiker und Models. Und selbst bei denen kommt es noch auf die Größe der Fangemeinde an. Und da hat auch die Comic-Szene ihre Superstars: Wenn zum Beispiel Simpsons-Erfinder Matt Groening irgendwo auftaucht, wird er immer erkannt.

sfbasar: Mir ist schon oft aufgefallen, dass viele Cover von den Könnern der zeichnenden Zunft geschaffen werden und wirklich atemberaubende und fantastische Bilder präsentieren, der Inhalt aber – ja, wie soll ich sagen? – von der 2. oder 3. Garde ausgefüllt wird. Sicher geschieht dies aus Kostengründen. Ähnlich war und ist dies bei Walt-Disney-Filmen und anderen Comic-Verfilmungen. Dort fällt es aber nicht auf, da eine gewisse Qualität immer gewahrt wird. Der Unterschied bei den gedruckten Comics ist aber oft gravierend. Ist das nicht Betrug am Kunden? Außen hui und innen pfui?
SV: Covergestaltung und Inhaltsgestaltung bei Comics sind zwei unterschiedliche Kunstformen innerhalb desselben Mediums, die jeweils von Spezialisten ausgeführt werden. Natürlich sind Cover ein Verkaufsargument und sollen bereits beim ersten Hinschauen ansprechen, das ist bei Büchern und Musikalben ja nicht anders. Die Zeichner, die die Innenseiten der Comics machen, sind aber alles andere als 2. und 3. Wahl. Sie haben das Können, Geschichten sequenziell und dynamisch umzusetzen. Wer Covers macht, ist eher ein Kunstmaler. Wann immer Comics ganz in einem solchen Stil gemacht wurden, waren sie zumeist statisch und zum unterhaltenden Lesen eher ungeeignet. Die Innenseiten folgen der Vorgabe, dass Bild, Text und Soundwords zu einer Einheit verschmelzen sollen – das kann ein „Gemälde“, auf dem das Auge betrachtend ruht, zumeist gar nicht erfüllen. Die Bilder sind also genau das, was sie sein sollen. Zudem liegt „gefallen“ ja immer auch im Auge des Betrachters.

sfbasar: Apropos Kosten. Hefte sind ja noch relativ preisgünstig, Alben, Hardcover und Sonderausgaben können aber unter Umständen so richtig ins Geld gehen. Ist dies der Zielgruppe Erwachsene geschuldet oder hat das nur etwas mit dem erzielbaren Gewinn zu tun?
SV: Preise sind zu einem Teil zielgruppenorientiert. Tatsächlich geht es bei den meisten Auflagen aber gar nicht anders, damit überhaupt ein kleiner Gewinn für den Verlag herausspringt. Comics sind wirklich ein aufwändig und teuer zu produzierendes Produkt.

sfbasar: Ein kräftiger Teil der Comics – wenn nicht gar der größte – wird durch Superhelden gestellt. Die Anzahl muskelstrotzender Heroen ist schier unendlich und von vielen gibt es auch noch Varianten. Zählt ein normaler Mensch nichts mehr? Kann ein normal Sterblicher denn keine Identifikationsfigur für Teenager und Erwachsene sein? Konkret: Ist es nur der Anblick dicker Muckies und praller Brüste und nicht mehr eine spannende Story, die einen Käufer zu einem Album greifen lässt?
SV: Da ist eigentlich die gesamte Aussage hinter der Frage falsch: Zum einen decken die Superhelden nicht den größten Teil der Comics ab, zum anderen sind sie selten Identifikationsfiguren für Teenager – da kommen wohl eher Bart und Lisa Simpson oder einige Manga-Helden in Frage, die nun wirklich nicht mit Traummaßen dienen können. Superhelden sind Popkultur und Zeitgeistspiegel. Die Künstler folgen natürlich Trends und Idealen der Gesellschaft. Schaut man sich die Superhelden in den 60er/70er Jahren an, so hatten die komplett andere Körper, andere Klamotten und andere technische Mittel. Außerdem muss einer der Fiktion den Anschein des Möglichen zu gegeben werden, damit sie funktionieren kann: Einem 200 Kilo Spider-Man würde niemand abnehmen, dass er sich am Netz von Hausdach zu Hausdach schwingt.

sfbasar: Dann mal eine Frage zu Handlungssträngen. Ein Superheld stirbt und die ganze Fangemeinde ist entsetzt. Logisch, dass der Held in einer der nächsten Ausgaben auf wundersame Weise wieder auftaucht, unverändert, geläutert, ins Gegenteil verkehrt, was auch immer. Aber er kehrt wieder. Wie oft lässt sich das wiederholen, bis es unglaubwürdig wird. Bis selbst Fans abwinken und sich anderen Helden zuwenden?
SV: Vermutlich nie. Die Fans wollen ja gar nicht, dass ihr Held stirbt. Aber er muss sich wandeln und ändern, damit man immer wieder neue Geschichten mit ihm erzählen kann. Genaugenommen sind Helden-Epen ja nichts anderes als Soaps mit Action.

sfbasar: Ähnlich befürchte ich dies bei Cross-Overn, also Auftritten von Helden in anderen Serien. Das Batman und Superman sich kennen, ist eine alte Sache. Und die Verquickung von Iron Man, Wolverine, Thor, Captain America und Konsorten zu den Avengers hat ja auch den Sprung in die Kinos geschafft. Haben Sie – oder die Zeichner, Verlage und Filmemacher in USA und anderswo – nicht Angst, dass sich das alles zu einem Brei vermanscht, den evtl. recht bald keiner mehr sehen will?
SV: Kaum. Wer in einer WG lebt, muss sich irgendwann begegnen und dann entweder etwas miteinander machen oder gegeneinander. Ob die WG da eine Studentenbude oder ein Universum ist, spielt keine Rolle … Aber es bietet immer Ansätze für neue Geschichten.

sfbasar: Brandaktuell wird in der Panini-Vorschau # 43 (Mai/Juni 2012) ein Relaunch des kompletten DC-Universums als DAS Sensations-Ereignis des Jahres behandelt. Ist das eine Konsequenz aus dem in der vorigen Frage angesprochenen Handlungschaos? Alles neu macht der Mai? Zurück auf Anfang? Konkret: Versprechen sich die Comic-Schöpfer dadurch nur neue Kundschaft oder ist wirklich mit neuen – und übersichtlicheren – Geschichten zu rechnen?
SV: Der Trend ging in den letzten Jahren tatsächlich zu immer komplexeren Geschichten, die immer nerdiger wurden und nur noch von wenigen Fans durchblickt werden konnten. Allerdings hatte sich die Fangemeinde da auch ein wenig isoliert. Dank der zahlreichen guten Verfilmungen hat sich die Leserschaft inzwischen wieder breiter aufgestellt, viele interessieren sich wieder stärker für die Superhelden. Dem trägt der Relaunch Rechnung, indem er Möglichkeiten für Neueinsteiger in die Geschichten bietet. Außerdem wurden die Helden optisch leicht überarbeitet, um zeitgemäßer zu sein und die Kreativen können ihre Geschichten losgelöst von alten Bürden erzählen, was zu wirklich erfrischenden Storylines geführt hat.

sfbasar: Die Synergie-Effekte von Buch/Film/Game/Comic sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden und sicher will sie niemand mehr missen. Ich habe aber den Eindruck, dass gerade hier die 2. oder 3. Garde an Autoren mehr gequält eine Handlung zusammenstrickt, als eine wirklich spannende Story zu erzählen. Stecken die in dem Dilemma fest, dass sie sich an die oft dürren Handlungen von Baller-Spielen halten wollen oder müssen? Ein Fan wird doch akzeptieren, dass die Szene aus dem Spiel stammt, die Story aber eine eigene – und eben möglicherweise fantastischere und spannendere – Geschichte erzählt, als es das Baller-Originial je vermocht hätte.
SV: Die Frage erscheint mir reichlich konstruiert, um die Qualität der Geschichten generell herabzuwürdigen. Das ist sicher nicht der Fall. Es gibt wie in jedem Medium natürlich bessere und schlechtere Storys – dass nun aber Medien übergreifende Geschichten per se schlechter sein sollen, ist soweit ich das beurteilen kann nicht richtig.

sfbasar: Moderne TV-Serien wie LOST, Fringe, sogar 24, die Endlos-Serie Stargate, leiden m. M. nach darunter, dass sie zu keinem Ende kommen. Es ist für Zuschauer schlichtweg unbefriedigend, wenn eine anfangs spannende Serie sich nicht auf irgendeine Art und Weise auflöst, erfüllt. Die Erscheinungsperioden von einer Sendung wöchentlich deckt sich einigermaßen mit dem Erscheinungsmodus von gleichartigen Comicserien. Hier die angepeilte Kundschaft bei der Stange zu halten, wird in Zeiten massenhafter Veröffentlichungen immer schwieriger. Z. B. hat man bei „Game of thrones“ zu dem Trick gegriffen, alle 10 Folgen der ersten Staffel an einem Wochenende zu bringen. Verlage lösen dieses Problem manchmal mit dem gleichzeitigen oder sehr raschen Erscheinen einer Trilogie oder Miniserie. Liegt hier eine Chance, verlorenes Publikum zu einem überschaubaren Kauf zu animieren?
SV: Die Veröffentlichungsart hat in Deutschland eher etwas mit den Vertriebswegen und Verkaufskoordination zu tun. Außerdem ist hierzulande das Tradepaper-Format (gerne auch als Sammelband bezeichnet) die beliebteste Comic-Art bei den Lesern, das hat sich über die Jahre so entwickelt, und die enthält eh schon mehrere Teile einer Serie.

sfbasar: Die Tricktechnik in Filmen ist mittlerweile so fantastisch, dass alles, was sich ein Kreativer vorstellen kann, auch filmisch realisiert werden kann. Bei Zeichnungen – ja, wirklichen Comic-Kunstwerken – war dies schon immer der Fall. Trotzdem erschlägt einen sowohl im Film als auch im Comic das Bild. Die Handlung und eine gute und nachvollziehbare Geschichte scheint immer mehr in den Hintergrund zu treten. Oft ist man geplättet vom Bilderrausch und fühlt sich trotzdem hinterher leer und ausgelaugt. Wie läuft aus ihrer Erfahrung die Zusammenarbeit von Zeichner und Texter? Diskutieren die vorher einen Plot, die Handlung, verschiedene Handlungsstränge, ein Auf und Ab der Story? Oder malt einer drauflos und hofft, dass jemand daraus eine Story strickt?
SV: Die in der Frage enthaltene Kritik kann ich so nicht teilen und ist wieder enorm generalisierend. Sicher ist aber, dass sich die Kreativen im Comic-Business sehr genau und viel absprechen, zumindest soweit ich das kennenlernen dürfte.

sfbasar: Jetzt mal eine Frage, die Ihnen vielleicht nicht gefallen wird: Seit einigen Jahren wird ein Gratis-Comic-Tag veranstaltet. Mit 30 angekündigten Titeln! Ich bin sicher kein Schmarotzer und habe mich gewundert, wie sich die Verlage so etwas leisten können. Ich habe letztes Jahr einen teilnehmenden Comicladen besucht und mir die angebotenen Hefte angesehen … und war maßlos enttäuscht. Anstelle irgendeines kompletten Heftes (auf ein Album hatte ich ja gar nicht gehofft oder es erwartet) fand ich kleine dünne Heftchen vor, die mehr oder weniger erweiterte Werbeprospekte waren. Der Inhalt hatte mitunter einige gute Seiten, trotzdem war es eben nicht mit den üblichen Heften und Alben vergleichbar. Warum macht man sich diese Mühe, enttäuscht manche Kunden und gibt nicht – sagen wir mal – unverkaufte, ältere  Exemplare als Gratis-Heft aus? Meinetwegen pro Kunde nur 1 Exemplar. Das wäre doch fair und sie würden sich die Druckkosten diese Extraheftchen sparen.
SV: Der Gratis-Comic-Tag ist eine Promotion-Aktion der Verlage für den Handel und für die Szene. Dabei geht es auch um die Vorstellung neuer Themen und darum, durch ein konzertiertes Event den Zulauf zu den Comic-Shops anzukurbeln. Das Ganze ist sehr erfolgreich und hat bisher fast nur positive Reaktionen von allen Seiten, insbesondere der Fans hervorgebracht, sonst hätte man den GCT nicht weitergemacht. Aber natürlich kann man es niemals allen recht machen.

sfbasar: Wie stehen Sie, bzw. der Panini-Verlag zur aktuellen Internet-Diskussion um ausgehebelte Urheberrechte und kostenlosen Zugang zu allem? Wenn die Kreativen nicht für ihre Arbeit bezahlt werden, wird es bald keine Kreativen mehr geben; sie werden verhungern. Oder sehen Sie das ganz anders?
SV: Leider wurde das Internet zu Beginn als „Free Content“-Plattform aufgebaut. Daher ist es für die User sehr schwer, sich an Bezahlsysteme zu gewöhnen. Trotzdem vertreten wir natürlich den Standpunkt, dass man für eine erbrachte Leistung auch im Net entlohnt werden sollte. Dabei darf aber die generelle Freiheit im Internet aber nicht beschnitten werden. Es geht nun darum, die Fans nach und nach umzugewöhnen und funktionierende Bezahl- und Sicherungssysteme für die Inhalte zu entwickeln. Staatlich verordnete Verbote und Beschneidungen, die viel zu leicht zu einer generellen Kontrolle führen, sind nach meiner Ansicht der falsche Weg.  

sfbasar: Konkret: Gibt es in Ihrem Genre Comic illegale Internet-Nutzung, Missbrauch und Verbreitung, die Sie rechtlich verfolgen?
SV: Es gibt einzelne Fälle, aber keinen der uns betrifft. Die Comic-Branche allgemein ist davon bislang noch weitestgehend verschont. Zum einen wohl, weil bei der Fangemeinde der Sammelwunsch recht hoch ist, zum anderen gibt einem ein eingescannter Comic nur wenig Lesefreude. Das ist schon anders als bei anderen Medien.

sfbasar: Wie sehen Sie die Zukunft des gedruckten Comics? Interaktive Hefte á la Harry-Potter-Zeitungen mit bewegten Bildern? Oder elektronische Bücher, also E-Books? Überhaupt: Ein E-Book kann ich ohne rechtliche Probleme nicht weiterverkaufen, noch nicht einmal auf einem Trödelmarkt; ein gedrucktes Heft oder Album schon. Geht mein E-Reader kaputt, geht jeglicher Inhalt verloren und ich müsste mir alle meine Comic-Alben neu kaufen. Wer tut sich das ernsthaft an? Ist das wirklich die Zukunft?
SV: Es gibt für Comics noch wenig wirklich gute „Reader“ … um einen Comic richtig genießen zu können, muss man seine eigene Lesegeschwindigkeit haben. Das funktioniert bislang eigentlich nur, wenn man den Comic in der Hand hält und blättern kann. Aber die technische Entwicklung geht weiter und es wird immer mehr e-Comics geben und auch Weiterentwicklungen, die Zwischendinge zwischen klassischem Comic und Animation sind, speziell fürs Net. Und auch die Fangemeinde für digitale Comics wird wachsen, da gibt es keine Zweifel. Persönlich glaube ich aber, dass im Comic-Genre eine funktionierende Koexistenz von Print und Digital möglich ist, sich vielleicht sogar Synergien ergeben. Ansätze dafür gibt es bereits, aber man muss abwarten, was sich da in den nächsten Jahren tut.

sfbasar: Herr Volkmer, herzlichen Dank für Ihre sehr aufschlussreichen Antworten. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft viel Erfolg und alles Gute.
SV: Gerne. Danke.

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