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Steffen Volkmer – interviewt von Werner Karl

Erstellt von Galaxykarl am 16. April 2012

Steffen Volkmer – interviewt von Werner Karl

Herr Steffen Volkmer ist für Presse- und Public Relations im Comic-Bereich der Panini-Verlags GmbH, Stuttgart zuständig. In der zweimonatlich erscheinenden Panini-Vorschau werden Comic-Fans umfassend über alle Neuerscheinungen aus dem Verlagsprogramm informiert. Längst hat die Vorschau die Grenze von reiner hauseigener Vorankündigung gesprengt, sondern bietet Szene-News, Infos zu Filmadaptionen, Events (wie z. B. den Erlanger Comic-Salon, in diesem Jahr vom 07.06. bis 10.06.2012), ganzseitige Leseproben, die Backlist, Händler-Adressen, Sammelfiguren und und und …

www.paninicomics.de
www.paninicomics.de/module/html/static/18/pv43.pdf

sfbasar: Herr Volkmer, Sie sind bekennender und begeisterter Comic-Fan und Sammler und dabei trotzdem – oder erst recht? – ein ernsthafter und erwachsener Mann. Wie nimmt heute Ihre Umgebung, also die Familie, Freunde und Nachbarn, Ihre Arbeit wahr?
SV: Also, ganz ehrlich „ernsthaft und erwachsen“ war eigentlich noch nie mein Ding. Das klingt mir schon viel zu langweilig, um es auch nur ausprobieren zu wollen. „Kreativ und etwas ausgeflippt“ gefällt mir deutlich besser. Von daher bin ich in meinem Umfeld eher ein Sonderfall und werde auch als solcher wahrgenommen. Aber ich verschaffe mir über mein Wissen, mein Auftreten und meine Erfahrung schon den notwendigen Respekt und kann mich in der Regel auch in einer Gruppe von Anzugträgern ganz gut behaupten. Da greift tatsächlich das „erst recht“ Prinzip: Menschen, die in der Comic-Branche arbeiten, werden ganz gerne unterschätzt und punkten dafür umso extremer. Um erfolgreich Comics zu machen und zu vermarkten, braucht man – wie überall in der Unterhaltungsbranche – einiges an Hintergrundwissen. Comics zu mögen und viele davon zu lesen ist wirklich nicht ausreichend.

sfbasar: Waren früher Comics ausschließlich für Kinder und Jugendliche gedacht, gibt es seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten, eine wachsende Fangemeinde im Erwachsenenalter. Trägt dies zur Anerkennung des Comics bei oder werden diese Erwachsenen als ewige Kinder betrachtet?
SV: Genau genommen waren Comics nie für Kinder gedacht. Obwohl es natürlich Comics für Kinder gibt, ist das Medium schon immer ein sehr erwachsenes gewesen. Wenn man sich die frühen Superhelden-Comics oder die Klassiker der franko-belgischen Schule wie zum Beispiel „Tim und Struppi“ anschaut, ist das doch sehr erwachsen. Nicht einmal die frühen Micky Maus-Comics waren wirklich kindgerecht. Aber in Deutschland hat man Comics wegen dem hohen Bildanteil gerne mit Bilderbüchern gleichgesetzt und dazu noch als verdummenden Schund abgetan. Ein national-geschichtliches Problem im Übrigen, da die Comics nach dem Weltkrieg als Kulturgut der Siegermächte zu uns kamen und von der Erwachsenengeneration als solche abgelehnt wurden, weswegen sie nur von der gegen ihre Eltern rebellierenden Jugend gelesen wurden. Comic als Kunstform hat hier erst in den letzten 10 bis 20 Jahren langsam Anerkennung gefunden und ist trotzdem immer noch weit davon entfernt, so akzeptiert zu sein, wie in den USA, Frankreich oder Japan – aber es wird besser.

sfbasar: Wo wir schon bei den Erwachsenen sind. Etliche Alben und Serien sind äußerst brutal (Punisher, Conan, Spawn), blutrünstig (Nekron, American Vampire, Jennifer Blood, The Walking Dead), sexistisch (Mangas, Manara, Black Cat) bis hart an der Grenze zur Pornografie. Und die genannten Beispiele sind nur einige aus der aktuellen Vorschau. Gibt es für Comics keine Altersbeschränkung, eine FSK-Angabe ähnlich wie bei Filmen?
SV: Comics zeigen keine Abbildung des Realen, wie Fotos und haben keine realen Protagonisten, wie Spielfilme. Sie sind die Verbindung von schreibender und bildender Kunst und damit Büchern und Gemälden näher als dem Film. Damit werden sie zurecht auch wie Bücher behandelt, für die es ja auch keine FSK-Angabe gibt, sondern bestenfalls Leser-Empfehlungen. Solche Altersempfehlungen schreiben die Verlage heute in der Regel auch auf ihre Comics, wo notwendig. Zudem wird über den Preis und die Vertriebsart gesteuert, an welche Käuferschaft sich ein Band richtet.  

sfbasar: Viele Comics sind wahre Kunstwerke und die Zeichner sind – zumindest in der Comic-Szene – berühmte Personen, doch außerhalb der Szene völlig Unbekannte. Würde man sie auf der Straße treffen, würde sich kein Mensch nach ihnen umdrehen. Was glauben Sie könnte der Grund dafür sein, dass diese Könner von der „normalen“ Bevölkerung nicht wahrgenommen werden? Leidet das Medium Comic immer noch unter dem Stempel Schund und kann o.g. Anteil an Erwachsenen hier immer noch nichts an diesem Vorurteil ändern?
SV: Wie bereits erwähnt, ist in Deutschland das „Schund“-Denken noch immer ein, wenngleich geringer werdendes, Problem. Aber auch in anderen Ländern werden Comic-Macher eher selten auf der Straße erkannt. Das ist aber kein auf die Comic-Szene bezogenes Phänomen, sondern eine Frage, wie jemand in der Öffentlichkeit steht und wie groß die Fangemeinde ist … Mal ehrlich: Wie viele Buchautoren, Regisseure oder Fotografen gibt es, die auf offener Straße erkannt werden? Erkannt werden die, deren Gesichter von den Medien transportiert werden und die davon leben: Das sind in erster Linie Schauspieler, Musiker und Models. Und selbst bei denen kommt es noch auf die Größe der Fangemeinde an. Und da hat auch die Comic-Szene ihre Superstars: Wenn zum Beispiel Simpsons-Erfinder Matt Groening irgendwo auftaucht, wird er immer erkannt.

sfbasar: Mir ist schon oft aufgefallen, dass viele Cover von den Könnern der zeichnenden Zunft geschaffen werden und wirklich atemberaubende und fantastische Bilder präsentieren, der Inhalt aber – ja, wie soll ich sagen? – von der 2. oder 3. Garde ausgefüllt wird. Sicher geschieht dies aus Kostengründen. Ähnlich war und ist dies bei Walt-Disney-Filmen und anderen Comic-Verfilmungen. Dort fällt es aber nicht auf, da eine gewisse Qualität immer gewahrt wird. Der Unterschied bei den gedruckten Comics ist aber oft gravierend. Ist das nicht Betrug am Kunden? Außen hui und innen pfui?
SV: Covergestaltung und Inhaltsgestaltung bei Comics sind zwei unterschiedliche Kunstformen innerhalb desselben Mediums, die jeweils von Spezialisten ausgeführt werden. Natürlich sind Cover ein Verkaufsargument und sollen bereits beim ersten Hinschauen ansprechen, das ist bei Büchern und Musikalben ja nicht anders. Die Zeichner, die die Innenseiten der Comics machen, sind aber alles andere als 2. und 3. Wahl. Sie haben das Können, Geschichten sequenziell und dynamisch umzusetzen. Wer Covers macht, ist eher ein Kunstmaler. Wann immer Comics ganz in einem solchen Stil gemacht wurden, waren sie zumeist statisch und zum unterhaltenden Lesen eher ungeeignet. Die Innenseiten folgen der Vorgabe, dass Bild, Text und Soundwords zu einer Einheit verschmelzen sollen – das kann ein „Gemälde“, auf dem das Auge betrachtend ruht, zumeist gar nicht erfüllen. Die Bilder sind also genau das, was sie sein sollen. Zudem liegt „gefallen“ ja immer auch im Auge des Betrachters.

sfbasar: Apropos Kosten. Hefte sind ja noch relativ preisgünstig, Alben, Hardcover und Sonderausgaben können aber unter Umständen so richtig ins Geld gehen. Ist dies der Zielgruppe Erwachsene geschuldet oder hat das nur etwas mit dem erzielbaren Gewinn zu tun?
SV: Preise sind zu einem Teil zielgruppenorientiert. Tatsächlich geht es bei den meisten Auflagen aber gar nicht anders, damit überhaupt ein kleiner Gewinn für den Verlag herausspringt. Comics sind wirklich ein aufwändig und teuer zu produzierendes Produkt.

sfbasar: Ein kräftiger Teil der Comics – wenn nicht gar der größte – wird durch Superhelden gestellt. Die Anzahl muskelstrotzender Heroen ist schier unendlich und von vielen gibt es auch noch Varianten. Zählt ein normaler Mensch nichts mehr? Kann ein normal Sterblicher denn keine Identifikationsfigur für Teenager und Erwachsene sein? Konkret: Ist es nur der Anblick dicker Muckies und praller Brüste und nicht mehr eine spannende Story, die einen Käufer zu einem Album greifen lässt?
SV: Da ist eigentlich die gesamte Aussage hinter der Frage falsch: Zum einen decken die Superhelden nicht den größten Teil der Comics ab, zum anderen sind sie selten Identifikationsfiguren für Teenager – da kommen wohl eher Bart und Lisa Simpson oder einige Manga-Helden in Frage, die nun wirklich nicht mit Traummaßen dienen können. Superhelden sind Popkultur und Zeitgeistspiegel. Die Künstler folgen natürlich Trends und Idealen der Gesellschaft. Schaut man sich die Superhelden in den 60er/70er Jahren an, so hatten die komplett andere Körper, andere Klamotten und andere technische Mittel. Außerdem muss einer der Fiktion den Anschein des Möglichen zu gegeben werden, damit sie funktionieren kann: Einem 200 Kilo Spider-Man würde niemand abnehmen, dass er sich am Netz von Hausdach zu Hausdach schwingt.

sfbasar: Dann mal eine Frage zu Handlungssträngen. Ein Superheld stirbt und die ganze Fangemeinde ist entsetzt. Logisch, dass der Held in einer der nächsten Ausgaben auf wundersame Weise wieder auftaucht, unverändert, geläutert, ins Gegenteil verkehrt, was auch immer. Aber er kehrt wieder. Wie oft lässt sich das wiederholen, bis es unglaubwürdig wird. Bis selbst Fans abwinken und sich anderen Helden zuwenden?
SV: Vermutlich nie. Die Fans wollen ja gar nicht, dass ihr Held stirbt. Aber er muss sich wandeln und ändern, damit man immer wieder neue Geschichten mit ihm erzählen kann. Genaugenommen sind Helden-Epen ja nichts anderes als Soaps mit Action.

sfbasar: Ähnlich befürchte ich dies bei Cross-Overn, also Auftritten von Helden in anderen Serien. Das Batman und Superman sich kennen, ist eine alte Sache. Und die Verquickung von Iron Man, Wolverine, Thor, Captain America und Konsorten zu den Avengers hat ja auch den Sprung in die Kinos geschafft. Haben Sie – oder die Zeichner, Verlage und Filmemacher in USA und anderswo – nicht Angst, dass sich das alles zu einem Brei vermanscht, den evtl. recht bald keiner mehr sehen will?
SV: Kaum. Wer in einer WG lebt, muss sich irgendwann begegnen und dann entweder etwas miteinander machen oder gegeneinander. Ob die WG da eine Studentenbude oder ein Universum ist, spielt keine Rolle … Aber es bietet immer Ansätze für neue Geschichten.

sfbasar: Brandaktuell wird in der Panini-Vorschau # 43 (Mai/Juni 2012) ein Relaunch des kompletten DC-Universums als DAS Sensations-Ereignis des Jahres behandelt. Ist das eine Konsequenz aus dem in der vorigen Frage angesprochenen Handlungschaos? Alles neu macht der Mai? Zurück auf Anfang? Konkret: Versprechen sich die Comic-Schöpfer dadurch nur neue Kundschaft oder ist wirklich mit neuen – und übersichtlicheren – Geschichten zu rechnen?
SV: Der Trend ging in den letzten Jahren tatsächlich zu immer komplexeren Geschichten, die immer nerdiger wurden und nur noch von wenigen Fans durchblickt werden konnten. Allerdings hatte sich die Fangemeinde da auch ein wenig isoliert. Dank der zahlreichen guten Verfilmungen hat sich die Leserschaft inzwischen wieder breiter aufgestellt, viele interessieren sich wieder stärker für die Superhelden. Dem trägt der Relaunch Rechnung, indem er Möglichkeiten für Neueinsteiger in die Geschichten bietet. Außerdem wurden die Helden optisch leicht überarbeitet, um zeitgemäßer zu sein und die Kreativen können ihre Geschichten losgelöst von alten Bürden erzählen, was zu wirklich erfrischenden Storylines geführt hat.

sfbasar: Die Synergie-Effekte von Buch/Film/Game/Comic sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden und sicher will sie niemand mehr missen. Ich habe aber den Eindruck, dass gerade hier die 2. oder 3. Garde an Autoren mehr gequält eine Handlung zusammenstrickt, als eine wirklich spannende Story zu erzählen. Stecken die in dem Dilemma fest, dass sie sich an die oft dürren Handlungen von Baller-Spielen halten wollen oder müssen? Ein Fan wird doch akzeptieren, dass die Szene aus dem Spiel stammt, die Story aber eine eigene – und eben möglicherweise fantastischere und spannendere – Geschichte erzählt, als es das Baller-Originial je vermocht hätte.
SV: Die Frage erscheint mir reichlich konstruiert, um die Qualität der Geschichten generell herabzuwürdigen. Das ist sicher nicht der Fall. Es gibt wie in jedem Medium natürlich bessere und schlechtere Storys – dass nun aber Medien übergreifende Geschichten per se schlechter sein sollen, ist soweit ich das beurteilen kann nicht richtig.

sfbasar: Moderne TV-Serien wie LOST, Fringe, sogar 24, die Endlos-Serie Stargate, leiden m. M. nach darunter, dass sie zu keinem Ende kommen. Es ist für Zuschauer schlichtweg unbefriedigend, wenn eine anfangs spannende Serie sich nicht auf irgendeine Art und Weise auflöst, erfüllt. Die Erscheinungsperioden von einer Sendung wöchentlich deckt sich einigermaßen mit dem Erscheinungsmodus von gleichartigen Comicserien. Hier die angepeilte Kundschaft bei der Stange zu halten, wird in Zeiten massenhafter Veröffentlichungen immer schwieriger. Z. B. hat man bei „Game of thrones“ zu dem Trick gegriffen, alle 10 Folgen der ersten Staffel an einem Wochenende zu bringen. Verlage lösen dieses Problem manchmal mit dem gleichzeitigen oder sehr raschen Erscheinen einer Trilogie oder Miniserie. Liegt hier eine Chance, verlorenes Publikum zu einem überschaubaren Kauf zu animieren?
SV: Die Veröffentlichungsart hat in Deutschland eher etwas mit den Vertriebswegen und Verkaufskoordination zu tun. Außerdem ist hierzulande das Tradepaper-Format (gerne auch als Sammelband bezeichnet) die beliebteste Comic-Art bei den Lesern, das hat sich über die Jahre so entwickelt, und die enthält eh schon mehrere Teile einer Serie.

sfbasar: Die Tricktechnik in Filmen ist mittlerweile so fantastisch, dass alles, was sich ein Kreativer vorstellen kann, auch filmisch realisiert werden kann. Bei Zeichnungen – ja, wirklichen Comic-Kunstwerken – war dies schon immer der Fall. Trotzdem erschlägt einen sowohl im Film als auch im Comic das Bild. Die Handlung und eine gute und nachvollziehbare Geschichte scheint immer mehr in den Hintergrund zu treten. Oft ist man geplättet vom Bilderrausch und fühlt sich trotzdem hinterher leer und ausgelaugt. Wie läuft aus ihrer Erfahrung die Zusammenarbeit von Zeichner und Texter? Diskutieren die vorher einen Plot, die Handlung, verschiedene Handlungsstränge, ein Auf und Ab der Story? Oder malt einer drauflos und hofft, dass jemand daraus eine Story strickt?
SV: Die in der Frage enthaltene Kritik kann ich so nicht teilen und ist wieder enorm generalisierend. Sicher ist aber, dass sich die Kreativen im Comic-Business sehr genau und viel absprechen, zumindest soweit ich das kennenlernen dürfte.

sfbasar: Jetzt mal eine Frage, die Ihnen vielleicht nicht gefallen wird: Seit einigen Jahren wird ein Gratis-Comic-Tag veranstaltet. Mit 30 angekündigten Titeln! Ich bin sicher kein Schmarotzer und habe mich gewundert, wie sich die Verlage so etwas leisten können. Ich habe letztes Jahr einen teilnehmenden Comicladen besucht und mir die angebotenen Hefte angesehen … und war maßlos enttäuscht. Anstelle irgendeines kompletten Heftes (auf ein Album hatte ich ja gar nicht gehofft oder es erwartet) fand ich kleine dünne Heftchen vor, die mehr oder weniger erweiterte Werbeprospekte waren. Der Inhalt hatte mitunter einige gute Seiten, trotzdem war es eben nicht mit den üblichen Heften und Alben vergleichbar. Warum macht man sich diese Mühe, enttäuscht manche Kunden und gibt nicht – sagen wir mal – unverkaufte, ältere  Exemplare als Gratis-Heft aus? Meinetwegen pro Kunde nur 1 Exemplar. Das wäre doch fair und sie würden sich die Druckkosten diese Extraheftchen sparen.
SV: Der Gratis-Comic-Tag ist eine Promotion-Aktion der Verlage für den Handel und für die Szene. Dabei geht es auch um die Vorstellung neuer Themen und darum, durch ein konzertiertes Event den Zulauf zu den Comic-Shops anzukurbeln. Das Ganze ist sehr erfolgreich und hat bisher fast nur positive Reaktionen von allen Seiten, insbesondere der Fans hervorgebracht, sonst hätte man den GCT nicht weitergemacht. Aber natürlich kann man es niemals allen recht machen.

sfbasar: Wie stehen Sie, bzw. der Panini-Verlag zur aktuellen Internet-Diskussion um ausgehebelte Urheberrechte und kostenlosen Zugang zu allem? Wenn die Kreativen nicht für ihre Arbeit bezahlt werden, wird es bald keine Kreativen mehr geben; sie werden verhungern. Oder sehen Sie das ganz anders?
SV: Leider wurde das Internet zu Beginn als „Free Content“-Plattform aufgebaut. Daher ist es für die User sehr schwer, sich an Bezahlsysteme zu gewöhnen. Trotzdem vertreten wir natürlich den Standpunkt, dass man für eine erbrachte Leistung auch im Net entlohnt werden sollte. Dabei darf aber die generelle Freiheit im Internet aber nicht beschnitten werden. Es geht nun darum, die Fans nach und nach umzugewöhnen und funktionierende Bezahl- und Sicherungssysteme für die Inhalte zu entwickeln. Staatlich verordnete Verbote und Beschneidungen, die viel zu leicht zu einer generellen Kontrolle führen, sind nach meiner Ansicht der falsche Weg.  

sfbasar: Konkret: Gibt es in Ihrem Genre Comic illegale Internet-Nutzung, Missbrauch und Verbreitung, die Sie rechtlich verfolgen?
SV: Es gibt einzelne Fälle, aber keinen der uns betrifft. Die Comic-Branche allgemein ist davon bislang noch weitestgehend verschont. Zum einen wohl, weil bei der Fangemeinde der Sammelwunsch recht hoch ist, zum anderen gibt einem ein eingescannter Comic nur wenig Lesefreude. Das ist schon anders als bei anderen Medien.

sfbasar: Wie sehen Sie die Zukunft des gedruckten Comics? Interaktive Hefte á la Harry-Potter-Zeitungen mit bewegten Bildern? Oder elektronische Bücher, also E-Books? Überhaupt: Ein E-Book kann ich ohne rechtliche Probleme nicht weiterverkaufen, noch nicht einmal auf einem Trödelmarkt; ein gedrucktes Heft oder Album schon. Geht mein E-Reader kaputt, geht jeglicher Inhalt verloren und ich müsste mir alle meine Comic-Alben neu kaufen. Wer tut sich das ernsthaft an? Ist das wirklich die Zukunft?
SV: Es gibt für Comics noch wenig wirklich gute „Reader“ … um einen Comic richtig genießen zu können, muss man seine eigene Lesegeschwindigkeit haben. Das funktioniert bislang eigentlich nur, wenn man den Comic in der Hand hält und blättern kann. Aber die technische Entwicklung geht weiter und es wird immer mehr e-Comics geben und auch Weiterentwicklungen, die Zwischendinge zwischen klassischem Comic und Animation sind, speziell fürs Net. Und auch die Fangemeinde für digitale Comics wird wachsen, da gibt es keine Zweifel. Persönlich glaube ich aber, dass im Comic-Genre eine funktionierende Koexistenz von Print und Digital möglich ist, sich vielleicht sogar Synergien ergeben. Ansätze dafür gibt es bereits, aber man muss abwarten, was sich da in den nächsten Jahren tut.

sfbasar: Herr Volkmer, herzlichen Dank für Ihre sehr aufschlussreichen Antworten. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft viel Erfolg und alles Gute.
SV: Gerne. Danke.

Copyright © 2012 by Werner Karl und Steffen Volkmer

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STERZ 104/105 ist erschienen, sehr umfangreich, sehr vielfältig, sehr “bunt”!

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. März 2012

Näheres wie auch Bestellungen unter www.sterz.mur.at

Nach dem STERZ ist vor dem STERZ, daher

“Einladung zur Beteiligung”

Krise ist diesmal das STERZ-Thema, so aktuell wie ewig wiederkehrend:

Theoretische Überlegungen wie persönliche Erfahrungen in jedweder abdruckbaren Form, also schriftlich in Lyrik wie Prosa, Essay, wissenschaftlicher Abhandlung (etwa 6.000 Zeichen) etc. und bildlich per Grafik, Foto, Comic u.a.m. möglichst gut, möglichst schön, möglichst schnell, letztmöglichst bis zur Jahresmitte über 8010 Graz, Mandellstr.10 oder <zeitschrift@sterz.mur.at>

STERZ, Kreativmagazin im Format 29/39 cm, ist ein Forum für den Diskurs zu jeweils einem Thema in Lyrik, Prosa, Essay, wissensch. Abhandlung, Bild(er)geschichte, Grafik, Fotografie, Objekt u. a. m. Im STERZ treffen Anfänger auf Meister, Liebhaber auf “Profis”, Interessierte auf Kreative. STERZ erscheint seit 1977.Unter ALLE finden sich die bisherigen Ausgaben. STERZ wird über Abonnements vertrieben sowie durch Handverkauf und im Buch- und Zeitschriftenhandel in Österreich. Im STERZ werden unterschiedliche kreative Äußerungen zu einem Gesamtkunstwerk vereinigt. Das STERZ-Augenmerk gilt aufstrebenden Talenten. STERZ-Beiträge sollen etwa 6.000 Zeichen haben. STERZ-Biografien sind individuell und bunt. Beiträge auf Kopie, CD oder über <zeitschrift@sterz.mur.at>. (Narrative) Grafiken brauchen nicht auf das Thema einzugehen. STERZ erhält sich gerade selbst und zahlt keine Honorare. Inländische Mitarbeiter erhalten drei Belegexemplare, ausländische eines (+ 2 gegen Portoersatz). STERZ-Autoren behalten das Copyright. STERZ veröffentlicht nur Erstdrucke.

Zur Einstimmung

Unvollständiges zu >KRISE<

Panta rhei – alles bewegt sich, alles verändert sich, alles fließt. Nichts bleibt gleich – es ist unmöglich, sagt Heraklit, zwei Mal in denselben Fluss zu steigen.

Wir Menschen haben aber einen Hang zum Statischen, zur Ausdehnung des augenblicklichen Zustands. Doch jeder Fluss, um beim Beispiel des Heraklit zu bleiben, gelangt irgendwann nach Engen, Schnellen und Fällen zu einem Zusammenfluss, zu einem See, zum Meer und beendet damit ein Dauern vom Ursprung weg: Eine Krise im Verlauf eines Flusses?

Das Wort Krise wird für eine bedrohliche Ausnahmesituation verwendet und dabei ist sie im Ganzen gesehen eigentlich das Übliche. Wir sind einfach nur hin- und hergerissen zwischen gleichmäßigem Fortgang und Zuspitzung.

Unser Leben vollzieht sich ja zwischen zwei existenziellen Krisen, der Geburt als Premiere und dem Tod, dem Ende der Vorstellung, unserem endgültigen Abgang. Dazwischen versuchen wir uns einerseits so einzurichten, als würden wir ewig leben – und das ist als Verdrängungsleistung unsere Spezialität: oh Augenblick, verweile doch, du bist so schön – andererseits sind wir eine äußerst dynamische Spezies, haben (immer) ein Ziel vor Augen, wollen alles verändern, alles neu und besser machen und dabei doch die Gleichen bleiben, wenn schon nicht dieselben, so doch die selben Gleichen.

Wir beginnen dramatisch mit dem Akt der Geburt, aber bald sind wir keine Neugeborenen mehr, keine Babys, keine Kinder, keine erwartungsfrohen Jugendlichen, keine hoffnungsvollen Erwachsenen, wir erreichen den Gipfel unserer Schaffenskraft, werden deutlich älter, setzen uns aufs Altenteil, werden gebrechlich, inkompetent, geistig wie körperlich, und sind spätestens nach so 100 Jahren hinüber.

Jedes Mal ein Übergang, den man als neuen Morgen erhoffen oder als bedrohliche Krise befürchten muss, aber bei all diesen Etappen, in denen sich das Leben früher oder später ändert, können und wollen wir nicht so recht glauben, dass eine Phase zu ihrem Ende kommt, und doch ist man unwiderruflich weg, weg vom Säugling, von der Kindheit, der Jugend, der Fürsorge für die Kinder, dem vollen Leben, dem beschaulichen Dasein der Ruheständler. Nur meine Tante widersteht beharrlich der letzten Krise und ist schon längst ins zweite Lebensjahrhundert eingetreten.

Diese Übergänge der Lebensabschnitte sind natürliche Krisen, die könnten wir an Älteren erkennen und uns darauf vorbereiten, wenn wir nur können wollten. Aber eigentlich sind das keine echten Krisen, sondern Wandlungen des Lebens.

Spannender sind schon die Krisen aus nicht entsprechenden Leistungen als Baby, Verweigerungen als Kleinkind, Versagen in der Schule, Exzessen der Pubertät, Konflikten zwischen auf- und absteigenden Generationen, aus Problemen bei der Berufs- und Partnerwahl … Dazu die drastischen Zuspitzungen von all dem, was zwar lange währt, aber immer weniger oder überhaupt nicht mehr gut wird. Es sammelt sich an, staut sich auf, der Damm bricht, die Krise nimmt uns in Beschlag und verlangt nach Bewältigung.

Der Status quo endet, die Krise gebiert Neues: Besseres, Schlechteres – Anderes. Berufliche Misserfolge, Scheidungen, Unfälle, Krankheiten, Todesfälle und andere Tragödien können ganze Familien in die Existenzkrise stürzen, aber was ist das alles schon gegen die Krisen, die von außen über uns hereinbrechen können wie Erdbeben, Not, Krieg, Vertreibung, Vernichtung?

Irgendwie müssen wir mit diesen Zuspitzungen und Brüchen des Lebens zurechtkommen. Manche sehen keinen Ausweg und bringen sich um, viele verzweifeln und erholen sich nie mehr so recht, bei anderen wiederum mobilisiert die Ausnahmesituation unglaubliche Kräfte. Viele tragen die Verwundungen ein Leben lang mit sich, ja drücken sie noch ihren Kindern aufs Aug, geben ihre Traumatisierung an ihre Nachkommen weiter.

Nicht nur Einzelne schleppen solche Traumatisierungen mit sich, ganze Völker, Ethnien, Staaten können davon betroffen und in ihrem Wesen bestimmt sein, was weitere verheerende Folgen nach sich ziehen kann: Der Einfall der Barbaren (= Völkerwanderung), das Amselfeld, der 30-jährige Krieg, die Pogrome der Gegenreformation, die Napoleonischen Verwüstungen …, von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts ganz zu schweigen.

Dieser Wechsel von Stetigkeit und Zuspitzung, ob selbst verursacht oder „unschuldig“ erlitten, die andauernden Verdrängungen und die plötzlich erzwungenen Entscheidungen, unser scheinbar ewiges Leben und unsere doch offensichtliche Vergänglichkeit, die Spannung daraus macht uns Menschen so dynamisch und so unberechenbar.

Man braucht ja auch nichts Besonderes zu unternehmen, man kann scheinbar auf alles vorbereitet sein, die nächste Zuspitzung, die fällige Krise kommt bestimmt und erwischt uns nur allzu oft am falschen Fuß – stehend, wenn wir nicht ohnehin bereits darniederliegen.

Dann werden selbst die Trägen munter, raffen sich auf, um die neue Situation zu begreifen, zu meistern, zu überleben, das Beste daraus zu machen, um dann wieder in den Zustand gewohnter Lethargie zu verfallen.

Unsere letzten großen Kriege haben die ganze Welt in die schwersten Krisen überhaupt gestürzt. Völlig rat- und orientierungslos sind wir daraus hervorgegangen, aber bald schon konnten wir uns am neuen alten Feind orientieren, hatten wir uns beim Wiederaufbau eingesetzt, machten es uns gemütlich in den 60ern, wollten uns ein wenig erholen, die Trivialität des wiedergewonnenen Normallebens genießen, der neue alte Feind wurde auch immer unwirklicher.

Da kommen die sogenannten 68er und machen Rabatz, schrecken uns aus unserer Nierentisch-Gemütlichkeit auf und zwingen uns in eine neue Krise, diesmal eine mentale, eine inhaltliche, und das alles scheinbar aus Jux und Tollerei. Hamma das verdient, fragen sich viele, wo wir es doch endlich ein wenig angenehm hatten?

Er habe, verkündete der fesche junge österreichische Finanzminister – nein, nicht der Grasser, sondern der Androsch – ein Patentrezept gefunden: Defizit spending. Verschulde dich in der Not und zahle zurück in guter Zeit. Demnach müssen wir jetzt vierzig Jahre pure Not gelitten haben ohne jede Gelegenheit zum Zurückzahlen.

Die Generation, die zwei Kriege durchgemacht hatte, brauchte die Demaskierung dieses Zaubergags nicht mehr zu erleben, sie hatte es wenigstens ein Mal schön. So recht hatte sie ihr spätes Glück ja doch nicht genießen können, es waren gebrannte Kinder, die den dritten Weltkrieg erwarteten, den zweiten schwarzen Freitag, einen abermaligen Untergang, aus dem Atomkrieg etwa, irgendeinen.

Die wenigen, die noch leben, können es jetzt trotzdem kaum fassen, dass sie doch noch von einer der Krisen eingeholt wurden, vor denen sie sich so gefürchtet hatten. Über 60 Jahre ohne grobe Krisen, das konnte sich keiner vorstellen, und als sie da war, konnte es kaum einer fassen – man gewöhnt sich ja doch an alles, wider besseres Wissen.

Die Mutter hatte bis zum Schluss ihren alten Küchenherd im Keller aufbewahrt, mit dem sie vier Kinder durch Krieg und Nachkrieg gebracht hatte. Wenn wieder alles zusammenbricht, sagte sie immer, die Versorgung mit Strom, Gas, Öl, …  womit heizen, wie kochen?

Ach ja, von der „Krise als Chance“ haben wir noch gar nicht geredet – das überlassen wir dann doch besser den Sonntagsrednern und anderen Psalmodisten, diese Chance sollen die doch auch haben, wenn die Umstände sie immer wieder zwingen, solches abzusondern.

Der STERZ eilt von Heft zu Heft und damit von Krise zu Krise. Jede Ausgabe beinhaltet viele Beurteilungs-, Entscheidungs- und Gestaltungskrisen, Schaffenskrisen eben. Der Gipfelsieg und der Absturz in die krisige Leere danach ist voraussehbar.

Beteiligen Sie sich an diesem krisenreich zu erringenden Sieg nicht achtend der Krise danach, die (Pseudo-)Aristoteles so schön auf den Begriff bringt:

“Omne animal post coitum triste praeter gallum, qui cantat.” –

Danach ist jedes Lebewesen traurig, ausgenommen der Hahn, der singt:

Also, lasst uns nach dem STERZ voll Herzblut fröhlich krähen mit Beiträgen zu KRISE in Schrift und Bild wie Lyrik, Prosa, Essay, wissenschaftlicher Abhandlung, Grafik, Foto, Comic, … möglichst gut, möglichst schön, möglichst bald, letztmöglichst bis zur Jahresmitte per Post (8010 Graz, Mandellstr.10) oder Mail (<zeitschrift@sterz.mur.at>).

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln mit Pressemeldungen, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens 1 Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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Frank Festa (Hg.) : Omen 3 – Das Horror-Journal.

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. November 2011

Frank Festa (Hg.)
Omen 3 – Das Horror-Journal

(sfbentry)
Deutsche Erstausgabe = Originalausgabe: November 2011 (Festa Verlag/Omen 1703)
Übersetzung: Alexander Amberg, Andreas Diesel
Cover: F. Fiedler
255 S.
ISBN-13: 978-3-935822-74-9

Titel bei Buch24.de
Titel bei Libri.de

Geduld zahlt sich (manchmal) aus

Was lange währt, wird endlich gut, und was richtig lange währt, wird manchmal sogar besser: Fünf Jahre liegen zwischen der zweiten und dritten „Omen“-Ausgabe, was durchaus ein Rekord sein könnte. „Omen 3“ ist damit auch trotziger Ausdruck einer Hartnäckigkeit, die dem Herausgeber durch ökonomisch schwere Zeiten geholfen hat. In den vergangenen Jahren war das Festa-Schiff in stürmisches Wetter geraten, das im Verlagsprogramm manchen angekündigten Titel spurlos versinken ließ. Herausgeber Frank Festa fasst die Problematik in seinem Vorwort zu „Omen 3“ knapp aber schlüssig in diese Worte: „Aber so ist das Leben, genau so. Der Horror.“

Die dritte „Omen“-Ausgabe blieb stets im Programm. Dass sie schließlich veröffentlicht wurde, darf man wie gesagt als Geste berechtigten, auch persönlichen Triumphes sowie – hoffentlich – als Indiz für eine Konsolidierung des Festa-Verlags werten, ohne dessen Bücher der deutsche Grusel-Fan fast gänzlich in einem von zahnlosen Vampir-Lovern bevölkerten Trash-Sumpf gefangen säße: eine schreckliche Vorstellung!

Inhaltlich blieb es bei der bewährten „Omen“-Mischung aus Kurzgeschichten und Artikeln, wobei primär im Verlagshaus Festa beheimatete oder dort kurz vor dem Einzug stehende Schriftsteller zu Wort kommen; eine legitime Selektion, da diese Mieter einerseits ihr Handwerk verstehen, während der Leser andererseits gern Näheres über sie bzw. ihre Werke wissen möchte.

Zudem beschäftigt sich der mit Abstand beste Beitrag dieses Bandes mit einem Non-Festa-Autoren (ein Zustand, der sich hoffentlich irgendwann ändern wird): Der Künstler und lebenslange Freund John Mayer erinnert (sich) in „Die dunkle Muse von Karl Edward Wagner“ an das tragische Schicksal dieses Horror- und Fantasy-Autoren, der den ungewöhnlichen „Sword-&-Sorcery“-Barbaren Kane schuf. Sein Text ist ebenso informativ wie ergreifend, da Mayer, der selbst auf ein schwieriges Leben zurückblickt, immerhin ansatzweise begreiflich machen kann, wieso ein talentierter Mensch wie Wagner sich selbst zugrunderichtete.

Diverse Oden an Mr. Lumley

„Omen 3“ ist seitens des Herausgebers ansonsten dem britischen Schriftsteller Brian Lumley gewidmet. Es gibt ein (inzwischen tüchtig angejahrtes) Interview mit ihm, dessen „Necroscope“-Saga wohl den zentralen Stützpfeiler des Festa-Verlagsprogramms bildet. Lumley gibt Auskunft über die Genese dieser vielbändigen Erfolgsserie und seine zahlreichen weiteren Werke. Herausgeber Festa erinnert sich in „Something about Brian“ an seine persönliche Verbindung mit Lumley, der ihm längst ein Freund geworden ist.

Ein weiterer Freund, der aus der Schweiz stammende Komiker Helmi Sigg, legt die Fan-Story „Silberne Ketten – Aus dem Leben von Brian L.“ vor, die möglicherweise tatsächlich komisch ist – der Rezensent ist zwar anderer Ansicht, beansprucht in dieser Hinsicht aber keine Urteilshoheit –, aber immerhin kompetent geschrieben Lumleys reales Leben mit der „Necroscope“-Reihe verknüpft und ungeahnte Parallelen enthüllt.

Der so Geehrte trägt drei frühe und vor allem unbekannte Storys bei. Während „Die Vorlesung“ auf einen Schlussgag hinausläuft, dessen Bart mindestens ebenso lang wie die Geschichte der modernen Phantastik ist, stellen „Die Muschel aus Zypern“ und „Die Tiefseemuschel“ zwei spannende Gruselgeschichten dar, die sich aufeinander beziehen und in „Omen 3“ wie die Schalen einer echten Muschel als erster und letzter Beitrag die übrigen Interviews, Berichte und Storys umschließen: eine hübsche Idee, die gut funktioniert.

Deutsche Phantastik einst

Wenn man die übrigen Erzählungen Revue passieren lässt, wirkt „Omen 3“ wie ein Nachtrag zur (leider) eingestellten Festa-Reihe „Die bizarre Bibliothek“. Vor allem Karl Hans Strobls (1877-1946) recht ausführliche Erzählung „Der betrogene Tod“ aus dem Jahre 1924 erinnert an die große Tradition der deutschen Phantastik, die durch den auch kulturellen Nazi-Terror einen Schlag erhielt, von dem sie sich nie wirklich erholte bzw. zu der sie den Anschluss nach 1945 nicht mehr fand. „Der betrogene Tod“ bietet nicht nur eine gruselige Geschichte, sondern auch ein Feuerwerk selten gewordener oder ausgestorbener Wörter und Formulierungen. Was sich anfangs mühsam liest, entfaltet schnell einen eigenen Zauber: Diese Geschichte wirkt heute noch mehr als 1924 wie eine Überlieferung aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges!

Was diese deutsche Phantastik auszeichnet, erläutert Strobls‘ Zeitgenosse Anton Altrichter (1882-1954) in einem Nachwort, das Frank Festa dessen Erzählung anschließt. Dieser Beitrag ist doppelt interessant: als Information und als historisches Dokument, wobei heute diese beiden Ebenen nicht voneinander zu trennen sind bzw. getrennt werden dürfen. Leider fehlt ein moderner Blick auf Strobl und Altrichter, die beide ihr Leben und Wirken ab 1933 eng mit dem Nationalsozialismus verknüpften. Altrichters Beitrag lässt entsprechendes „völkisches“ Gedankengut durchscheinen, und auch Strobl mischt bereits „Blut-&-Boden“-Elemente in seine Version der Vergangenheit.

Thematisch breiter geht Jakob Elias Poritzky (1876-1935) – der eigentlich Isak Porycki hieß – in seinem Beitrag „Fantasten“ auf zeitgenössische deutsche und europäische Autoren ein. Er weiß die eigentümliche Mischung aus Verfremdung, Halluzination und schwüler – schnell schwülstiger – Erotik deutlich zu machen, die Autoren wie Hanns Heinz Ewers, Karl Heinz Strobl, Alfred Kubin und andere kennzeichnen. Zudem legt Poritzky die Wurzeln solcher „bizarren Phantastik“ offen und folgt ihnen bis ins Mittelalter. Leider fehlt auch hier eine aktuelle Bewertung dieses Beitrags. So bleibt Poritzkys „Fantasten“ vor allem eine – interessant zu lesende – literaturhistorische Kuriosität.

Deutscher Horror heute

Hatte uns Frank Festa in den früheren „Omen“-Ausgaben vor dem deutschen Grusel des 21. Jahrhunderts bewahrt, mogelt er dieses Mal (versuchsweise?) zwei (glücklicherweise) kurze Storys aus diesem unseren Lande ein. Uwe Vöhls „Nyctalus“ und Christian Endres‘ „Instinktiv“ spiegeln ein bekanntes Dilemma wider: Handwerklich durchaus kompetent geschrieben, präsentiert der eine Autor ein tausendfach erzähltes (und in zweitausend Horrorfilmen verwurstetes) „Post-Doomsday“-Garn ohne Überraschungen und mit einem tragisch gemeinten aber kalt lassenden Schlussakkord. Der andere richtet den Blick in die in die Vergangenheit und produziert eine weitere jener Lovecraft-&-Poe-Pastiches, die vor allem in sich selbst ruhen, einer deutschen Phantastik aber keine neuen Impulse bringen.

Was haben wir noch? – Storys

In seinen Story-Sammlungen lässt Frank Festa gern Versuchsballons steigen. Dieses Mal lernen wir mit zwei Kurzgeschichten den in Großbritannien bereits bekannten, ausschließlich unter Pseudonym arbeitenden „John B. Ford“ (*1963) kennen. Auch er stützt sich schwer auf surreale Großmeister des Genres; Thomas Owen (1910-2002), Walter de la Mare (1873-1956) oder Jean Ray (1887-1964) kommen einem in den Sinn. Herausgeber Festa vergleicht ihn mit Thomas Ligotti, doch auch diese Fußstapfen sind definitiv zu groß. Tatsächlich bieten „Die Illusion des Lebens“ und noch mehr „Der Feind in uns“ leidlich groteske Stimmungsbilder, die in eine Handlung eingebettet werden, die sich sehr oder allzu bekannter Horror-Motive bedient.

„Der Wurm von Vendren“ ist eine weitere Geschichte, die Brian McNaughton (1935-2004) in einer an Clark Ashton Smith angelehnten „Weird-Fantasy“-Welt ansiedelt, wobei McNaughton die exotische Dekadenz des Vorbilds zugunsten eines trockenen, rabenschwarzen Humors in den Hintergrund rückt. Während McNaughton mit „Ringard und Dendra“ – einer u. a. in Festas Anthologie „Necrophobia II – Die graue Madonna“ aufgenommenen Story – eher witzlos blieb, erfüllt „Der Wurm von Vendren“ die Intentionen seines Verfassers deutlich besser.

Was haben wir noch? – Interviews

Seit einiger Zeit orientiert sich Frank Festa teilweise neu. Zu den klassischen Verlags-Standbeinen wie Lovecraft, Lumley oder F. Paul Wilson kommen verstärkt Autoren, die den Horror entweder hemmungslos bizarr (Carlton Mellick III) oder gnadenlos blutig (Brett McBean) servieren; oft gelingt ihnen sogar beides.

In den Startlöchern steht bei Festa Edward Lee, der in den USA seit Jahren mit morbid sexuellen, exzessiv gewalttätigen Horror-Thrillern für Furore sorgt. Was den Leser erwartet, fasst Frank Festa in „Einige Gedanken zu Edward Lee“ zusammen; er dürfte recht heftig über uns kommen …

Wie man die junge US-Generation mit religiösem Gedankengut vertraut macht, erläutert uns der Theologe und Horror-Schriftsteller Kim Paffenroth. So lässt sich beispielsweise das Phänomen der Auferstehung durch den Ausbruch einer globalen Zombie-Epidemie begreiflich machen. Paffenroth scheint dies ernst zu meinen. Seine beiden im Festa-Verlag erschienenen Romane lassen sich glücklicherweise auch unter Vernachlässigung solchen Subtextes gut lesen.

Schließlich gibt noch Laurell K. Hamilton Auskunft über ihren Werdegang und ihre Erfolgsserie um die Totenlenkerin & Vampir-Henkerin Anita Blake, mit der die Autorin nachdrücklich beweist, dass sexuelle Drastik dem Genre immer noch besser bekommt als die genitalfreie Minne jener Edwards & Bellas, die den Horror immer schlimmer in Verruf bringen.

Unterm Strich

Abgeschlossen wird „Omen 3“ durch ein Verzeichnis der bis Oktober 2011 (tatsächlich) erschienenen Festa-Titel – eine beeindruckende Liste, die verdeutlicht, welche Akzente ein ‚Kleinverlag‘ zu setzen vermag, der nicht mit dem Mainstream schwimmt, sondern nach neuen Namen und neuen Entwicklungen sucht.

Der Leser wünscht sich ein „Horror-Journal“ wie das „Omen“ öfter, der Realist muss anerkennen, dass der Markt für solche Werke begrenzt ist. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: Wenn das Festa-Programm schon keinen vierten Band der „Necrophobia“-Reihe mehr beinhaltet, wird es – und sei es wieder erst in Jahren – vielleicht ein „Omen 4“ geben.

[md]

Titel bei Buch24.de
Titel bei Libri.de

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Exodus 28 Themenband „Von fernen und anderen Reisen“

Erstellt von Galaxykarl am 22. Oktober 2011

René Moreau, Heinz Wipperfürth, Olaf Kemmler (Hrsg.)
Exodus 28 Themenband „Von fernen und anderen Reisen“
Magazin für Science Fiction Stories & Phantastische Grafik

Exodus, (D) 9/2011
ISSN 1860-675X
Umfang 100 Seiten
DIN A4, Softcover, viele s/w und vollfarbige Grafiken
s/w-Illustrationen von Oliver Engelhard, Mario Franke, Thomas Franke, Mark Freier, Thomas Hofmann, Andrä Martyna, Raven of Light, Klaus G. Schimanski, Chris Schlicht, Hubert Schweizer
…und in der Galerie: Lothar Bauer, 10 Farbgrafiken

www.exodusmagazin.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Diese Ausgabe des Magazins beinhaltet wieder einmal eine ganze Reihe vielfältiger fantastischer Geschichten. Allerdings dieses Mal als Themenband oder Anthologie unter dem Leitmotiv „Von fernen und anderen Reisen“. Nun ist es ja gerade in der Fantastik nicht schwierig, hierzu entsprechende Beiträge zu finden. Einige wurden von den Autoren auch speziell für diese Ausgabe geschrieben.

Und wieder dürfen wir durch die Höhen und Tiefen des Alls, des Lebens und der Psyche der Protagonisten reisen. Und durch die Vielseitigkeit und recht unterschiedliche Qualität der Autoren. Leider auch durch einige weniger gut gelungene Arbeiten. Aber darüber sollte sich jeder seine eigene Meinung machen und deswegen verzichte ich hier auf eine Bewertung.

10 Kurzgeschichten von …
Helmuth W. Mommers: „Goddbye James!“
Bernard Craw: „Prüfung“
Matthias Falke: “Die Geschichte der MORNING DOVE“
Antje Ippensen: „Quanten Qata“
Rolf Krohn: „Silberlicht“
Wolf Welling: Venezia muore“
Gundula Sell: “Der Grünspan“
Erik Simon: „Thalassa! Thalassa!“
Frank W. Haubold: “Am Ende der Reise”
Frank Neugebauer: „Rückreise“

Von den durchweg gelungenen Grafiken Lothar Bauers gefallen mir „Last Rocket to the Stars“ und „My Thoughts disappear …“  auf Seite 60 am besten. Während das erstgenannte Bild fast schon eine ganze Geschichte erzählt, drückt Letzteres eine gut spürbare Melancholie aus. Von den Illustratoren haben mir besonders Hubert Schweizer, Thomas Franke und Oliver Engelhard gefallen. Mark Freiers Arbeit auf Seite 93 wäre der absolute Spitzenreiter, wenn er weniger zerstückelt hätte. Hier wäre weniger mehr gewesen. Aber diese Art von Bildern – und die kräftigen Farben – mag ich sehr gerne; hat ein wenig von „The Twilight Zone“. Die überaus gelungene Coverarbeit, die ich wirklich saugut (´tschuldigung) finde, stammt ebenfalls von Lothar Bauer.

Copyright © 2011 by Werner Karl

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LUFTSCHACHT VERLAG JULI 2011 Verlagsnotizen / Pressestimmen

Erstellt von Detlef Hedderich am 7. Juli 2011

VERLAGSNOTIZEN


Wahl zur Hotlist 2011 °
30 Titel hat ein Kuratorium aus 141 Novitäten unabhängiger Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Wahl zur Hotlist 2011 ausgewählt. Über sie müssen nun die Jury und das Publikum entscheiden. Eine Jury stellt sieben Titel der Hotlist zusammen,  drei weitere Titel kommen von Seiten des Publikums, das bis 15. August auf www.hotlist-online.com abstimmen kann. Aus dem Luftschacht Verlag steht Martin Mandlers Debütroman 23 Tage zur Wahl. Über Ihre Stimme würden wir uns freuen.

Backlist-Tipp des Monats °
Drei junge Männer. Drei Lebensgeschichten. Eine Reise um die Welt. Hermann Mensings Roman Pop Life erzählt in atemberaubenden Wirbeln die Geschichte einer Generation, die mit den Beatles aufwuchs und all die Orte, die heute touristische Massenziele sind, noch in ihrem Urzustand sah. “Mit äußerst feinem Gespür (…) bringt Hermann Mensing die großen Themen des Lebens so beiläufig und doch authentisch zur Sprache, dass man am Ende erschrocken und ergriffen ist vom Leben jedes einzelnen der drei Helden, weil sie beispielhaft für das eigene stehen.” (WDR) >> zum Buch

Böse Fische ° “Die Leserschaft ab dem dritten Lebensjahr wird gebannt sein!” schreibt Peter Mayr in Der Standard über Die Geschichte vom Zyphius von Robert Göschel. Und er findet zudem den Trailer zum Buch sehr nett, auch wenn Laurens den Fisch eher als einen “Sepio” empfindet und Valentin das ziemlich egal zu sein scheint. Wir wissen’s auch nicht. >> zum Buchtrailer

Ferienlektüre ° Urlaubszeit dient Vielen als Gelegenheit, sich ein längst ungelesenes Buch vorzunehmen. Dabei handelt es sich oft um Der Mann ohne Eigenschaften oder Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Als Tipp des Verlags sei an dieser Stelle auch Oisín Currans Roman Mopus ans Herz gelegt. Für Zugreisende unbedingt Ulrike Ulrichs fern bleiben. Und jedem USA-Reisenden Alexander Schimmelbuschs Debüt aus 2005: Im Sinkflug.


PRESSESTIMMEN ZUM FRÜHJAHRSPROGRAMM

Martin Mandler, 23 Tage ° Über das Zurückgelassen- und Verlassenwerden. Über Menschen einer Generation, die darauf konditioniert wurden, berühmt und wichtig werden zu wollen. Die es aber wie 99 Prozent aller Menschen nicht werden und ein stinknormales Leben führen.

„Aber was da sehnsüchtig und etwas selbstmitleidig daherkommt, entpuppt sich bald als messerscharfe Analyse eines Zustandes, den wir alle kennen: Das Alleinsein. Die Gedankenspirale führt vom Alleinsein zur Einsamkeit und zur Frage nach der Bedeutsamkeit des einzelnen, einsamen Menschen. (…) 23 Tage ist ein Muss für LeserInnen im frühen und späteren Mittelalter – also von  ungefähr 25 bis 45 – und alle, die an diesem Alter interessiert sind.“ (DRS3)

„Ein Typ wie der Reformator Martin Luther hat in absoluter Einsamkeit die komplette Bibel übersetzt – ein halbes Jahrtausend später hält es der Waschlappen aus 23 Tage nicht einmal 48 Stunden mit sich selbst aus. Über diesen ‚Niedergang‘ einer wehleidigen ‚Bildungselite‘ hat Martin Mandler dieses beobachtungsscharfe, untergründig nervöse Debüt hingelegt. Schwacher Held. Starker Autor. Gutes Gespann.“ (WDR 1Live)

„Autor Mandler setzt sich in 23 Tage geistreich und witzig mit der heutigen Generation junger Berufstätiger auseinander, die mit dem Anspruch auf die ganz große Karriere aufwächst und sich dann mit den Beschränkungen des durchschnittlichen Lebens abfinden muss.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Wählen Sie den Titel auf die Hotlist 2011: www.hotlist-online.com

Stephan Alfare, Der dritte Bettenturm ° In einem Krankenhaus erwacht Victor Flenner. Nach einem Vorfall, an den er sich dunkel erinnern kann, von der Intensivmedizin im letzten Augenblick ins Leben zurückgeholt.

„Stephan Alfare schöpft aus der Erfahrung und orientiert sich an der Empirie, sodass hier auf plastische Weise ein Milieu vor Augen entsteht, das nichts gemein hat mit der aseptischen Geistwelt der Konzeptkunst und der anämischen Fiktionswelt der Literaturschulen. Hier erzählt einer, weil er weiß und weil er muss – und es auch kann.“ (The Gap)

„Es paart sich hier der Gegensatz zwischen schaurig und schön zu einem wichtigen Element dieser direkten, wilden Prosa.“ (Culturmag)


Johannes Weinberger, Schwarz und voller Vögel °
Der Schriftsteller Weinberger zwingt den Patienten Weinberger auf einen Weg aus der psychischen Erkrankung. Er tut dies durch die Anwendung und Gegenüberstellung hochpoetischer Bilder und grotesk-komischer Dialoge.

„Ein unwahrscheinlich intensives, schmerzhaftes Buch.“ (RBB-Radio eins)

„Weinbergers Sichtweisen sind allerdings nicht nur schmerzhaft und gewaltsam, sie sind stellenweise auch durchaus amüsant zu lesen. Dabei ist auch zu spüren, wie sich der Patient von seiner Krankheit emanzipiert. Ein großes Buch, weil es sich mit traumhafter Sprache dem Trauma annähert und den Leser ins Hirn des Patienten einsperrt. Ein Buch, das einem dadurch aber auch die Luft abschnürt.“ (Radio FM4)


Sylvia Geist, Letzte Freunde °
Die Eroberung von Nähe am Rande berstender Beziehungsgeflechte wird zum verbindenden Moment in den Erzählungen von Sylvia Geist.

„Kaum eine Erzählung in diesem Band, aus der man nicht mit Fragen entlassen wird. Mit einem hellwachen Hirn. Weil wir es hier mit einer Autorin zu tun haben, die uns zumutet und zutraut, selber denken und phantasieren zu können.“ (Deutschlandradio)

„Auch ihr neuer Band mit fünf Erzählungen fasziniert durch ungewöhnliche Wahrnehmungen und exakte, plastische Sprache.“ (Neue Presse)

Leopold Maurer, Mann am Mars ° Mit feinem Humor und großem Gespür für absurde Szenerien führt Leopold Maurer seine skurrilen Helden durch die Öden des roten Planeten und erzählt so nach und nach die rührende Geschichte eines zweifellos neurotischen, doch stets charmanten Weltenforschers.

„(…) eine psychedelische Comicreise in sauerstoffarme Regionen (…), die nichts anderes ist als feinstes Ecstasy in roten, in sehr, sehr roten Bildern.“ (Raveline)

„Skurile, formal reduzierte Strips und krude Szenen mit feinem Witz: ein heiterer, aber auch nachdenklicher Comic.“ (Börsenblatt)

„Die Zeichnungen sind schmucklos, die Gags bitter und die Verweise breit gestreut. Leopold Maurer hat mit seinem Comic ‚Mann am Mars‘ eine Mischung aus zeitungstypischem Funny-Strip, existenzialistischer Weltbetrachtung und popkulturellen Referenzen gefunden. Und damit eine Nische besetzt: die des philosophischen DIY-Strips.“ (uMag)

Robert Göschl, Die Geschichte vom Zyphius ° Tief in den dunklen Abgründen der Meere lebt ein Fisch, vor dem sich alle Welt fürchtet: der Zyphius!

„Die Leserschaft ab dem dritten Lebensjahr wird gebannt sein: Dafür sorgen vor allem auch die eindringlichen Illustrationen im Querformat. Es starren einen ganz große Augen an, man sieht die scharfen Zähne, die Krallen.“ (Der Standard)

„Lena und ich haben gleich nochmal von Vorne begonnen und im Wissen um das Ende herzhaft gelacht. Das Poster hängt in ihrem Zimmer. Nicht nur als Andenken an die lesens- und sehenswerte Geschichte, sondern auch als Momentaufnahme einer schönen gemeinsamen Lese- und Bastelzeit. Genau diese wird uns von diesem Buch geschenkt – zeitlos, alterslos und doch mit einer Botschaft, die jeder versteht.“ (Literatwo)

Mit herzlichen Grüßen
°LUFTSCHACHT |  www.luftschacht.com | http://www.facebook.com/luftschacht
Malzgasse 12/2 ° 1020 Wien, FN 212572 g

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Exodus 22 – Magazin für Science Fiction Stories & Phantastische Grafik

Erstellt von Galaxykarl am 17. Juli 2010

René Moreau, Heinz Wipperfürth, Olaf Kemmler (Hrsg.)
Exodus 22
Magazin für Science Fiction Stories & Phantastische Grafik

Exodus, (D) Originalausgabe 12/2007, 2.Auflage 6/2010
ISSN 1860-675X
Umfang 70 Seiten
DIN A4, Softcover und 7 Grafikseiten vollfarbig
s/w-Illustrationen von Lothar Bauer, Thomas Franke, Frank G. Gerigk, Thomas Hofmann,
Olaf Kemmer, Manfred Lafrentz, Mario Moritz und Robert Straumann

www.exodusmagazin.de

Die Zweitauflage eines SF-Magazins? Man höre und staune: War die ursprüngliche Ausgabe vom Dezember 2007 noch s/w gedruckt, hat die Nachfrage – und die technischen Möglichkeiten – nun erfreuliche Früchte getragen. Eine zweite Auflage einer längst vergriffenen Magazin-Ausgabe mit vollfarbigem Cover und einem Künstlerporträt, das jetzt erst richtig zur Geltung kommt. Allein schon deswegen rentieren sich die paar Euro für alle jene, die Science Fiction nicht nur literarisch, sondern auch optisch genießen wollen.

Dazu wieder 11 SF-Stories, die an Anwechslung nichts vermissen lassen:

„Instant man“ von Uwe Anton: Ein Sklave, ein Diener, ein Spielzeug, das garantiert 30 Tage hält und danach im Müll landet? Eine elegante Lösung für das Problem, das man sich nicht zu sehr an ein künstlich erschaffenes Lebewesen gewöhnen sollte. Ich glaube, wenn es jemanden gelingen würde, solche Wesen zu züchten, wären sie tatsächlich ein Verkaufsschlager.

„Im Albbyss, keine Zeit mehr“ von Thomas Franke: Dem Autor nach eine „Literarische Miniatur“. Vielleicht hätte ihr ein klein wenig mehr Länge gut getan.

„Herr der Sterne, Herr der Schmerzen“ von Olaf Kemmer: Einem Gott ist langweilig. Und das hat böse Folgen für die Bewohner so mancher Welt. Doch irgendwann…Hat mir am besten gefallen.

„Das Mädchen von der Mondstraße“ von Johann und Günter Braun: Ein Erdenmann bestellt sich aus einem Katalog eine außerirdische Frau. Klar, dass hier zwei Kulturen – im Endeffekt unvereinbar – aufeinander treffen und…scheitern.

„Der Bethagi-Zwischenfall“ von Christian Weis: Ab wann weiß man, dass eine Simulation noch eine ist? Ab wann ist eine Situation so real, dass sich die Grenzen verwischen? Gut, aber vorhersehbar.

„Mitten in das Leben“ von Guido Seifert: Drogen verschaffen dem Konsumenten angeblich Zugang zu neuen Welten. Leider ist es aber nur immer und immer wieder die Flucht aus der einzig realen. Und scheinbar wird sich auch in der Zukunft daran nichts ändern… gottseidank!

„Wie die Welt entstand“ von Wolfgang G. Fienhold: Kurz und gut. Nichts für Gläubige. Jedem Atheisten wird sie gefallen.

„Besucher aus der Ferne“ von Helmut Hirsch: Verlorene Menschenkolonie wird erneut aus der alten Heimat besucht. Das Beste an der Story waren die halbintelligenten Flugratten. Für die Länge der Story hat man sich irgendetwas Neues, Überraschendes am Ende erhofft, leider kam nichts.

„Morgen im Hominidenpark“ von Andreas Debray: Noch eine Geschichte, welche Hardcore-Christen wenig begeistern wird.

„Kentaurische Affären“ von Frank Neugebauer: Die Epsilon-Strahlen machen interstellaren Raumflug möglich und die Berichte dieser Expedition liegen nun vor…

„Das Tier“ von Thomas Franke: Die zweite „Literarische Miniatur“ im Heft, hat mir besser gefallen als die erste.

Das Künstlerporträt im Mittelteil stellt sicher das Highlight dieser Exodus-Ausgabe dar, trotz der etwas schwülstigen Lobhudelei von Uwe Mörsch, welche allerdings die Bilder in keiner Weise benachteiligen. Die Arbeiten „Die Fremden“, „Fliegenfänger“ und „Eisplanet“ können absolut auch international durchaus mit bekannteren Künstlern mithalten. „Raumkoller“ hat was von 50er-Jahre Bug-eye-Monster und „Gefühle“ würde eher in SimCity mit seinen pubertären Phantasien passen.

Rundherum eine schöne Ausgabe. Schade nur, dass sich die vielen Leserzuschriften oft genug als Autoren oder Rezensenten verschiedener (e)-Magazine erweisen. Gibt es denn keine Zuschriften von „Nur“-Lesern?

Copyright © 2010 by Werner Karl

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 10 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: KULTUR-HEROLD Nr. 59 des Nachrichtenmagazins für Kunst und Literatur.

Erstellt von Detlef Hedderich am 7. Juli 2010

Neu erschienen: KULTUR-HEROLD Nr. 59 des Nachrichtenmagazins für Kunst und Literatur.

Nr. 59 des Nachrichtenmagazins für Kunst und Literatur, DER KULTUR-HEROLD. Traditionell gibt es in der aktuellen Ausgabe eines der dienstältesten Kleinzeitschriften im deutssprachigen Raum vor allem viele Artikel, Nachrichten, Termine und Ausschreibungen/Wettbewerbe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dazu eine Kurzgeschichte von Hanno Berg, Kurzprosa von J. Heinrich Heikamp und eine ganze Seite mit Limericks von Silvia Wolf, Heinrich Schmidt, Franz Kovacs und Timothy Mc Neal.

Der Kultur-Herold 59 hat 36 Seiten im Format A 5 und kostet als Einzelheft nur Euro 2.00. Wer kein Heft, keine wichtige Nachricht, verpassen will, sollte unbedingt ein 4er-Abo bestellen (ist jederzeit kündbar!).

www.kultur-herold.de
www.crago-verlag.de

Einzelpreis Euro 2.00
4er-Abo Euro 7.20

1983 bis 2010 = 27 Jahre Der Kultur-Herold

Comics aus dem Crago-Verlag gibt es auch hier:
www.comic-heft.net

Preisrätsel 10 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie viel Seiten hat der KULTUR-HEROLD Nr. 59 und was kostet er? Sobald 50 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Die Gewinner des Preisrätsels heißen: Andreas Groth, Thomas Müller, Ralf Kleine-Schwarz, Oliver Schönepauck, Susanne Miessen, Guido Ott, Gudrun Klaas, Ilse Kerner, Michael Kraus und Dominik Langhans. Herzlichen Glückwunsch, die Titel wurden an die angegebenen Adressen versendet! Vielen Dank an alle Mitspieler! Besten Dank auch beim Verlag für die Preisrätseltitel!

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Cthuloide Welten 18

Erstellt von Günther Lietz am 21. Mai 2010

Cthuloide Welten 18
Ausgabe April 2010

Pegasus Press Softcover
132 Seiten, ISSN 1610-5362
www.cthuloide-welten.de

Auch mit Ausgabe 18 der „Cthuloide Welten“ kommt wieder ein dickes Paket an Artikeln, Abenteuern und Informationen daher, schön eingepackt auf mehr als einhundertdreißig Seiten. Nach einem trockenen Vorwort von Frank Heller und einen Überblick über die Neuheiten bis zum Druck des Magazins (unter anderem nun auch Cthulhu für „Savage Worlds“ von Reality Blurs), geht es sofort zu den Artikeln.

Den Anfang macht dabei das Abenteuer „Der Schattengang“, aus der Feder von Nils Hinrichsen, mit Illustrationen von Ralph G. Kretschmann. Das Abenteuer spielt im Mittelalter und ist in der Schweiz angesiedelt. Es basiert auf der Novelle „Die schwarze Spinne“ von Jeremias Gottheit aus dem Jahre 1841. Der Text der Novelle steht zusätzlich auf der Homepage des Magazins bereit.

Das Abenteuer ist ausführlich geschrieben, enthält sämtliche Charakterwerte und auch dazugehörige Handouts, um den Spielern das passende Wissen zu vermitteln. Besonders schön sind dabei die Illustrationen geworden. Sie unterstreichen gut die Atmosphäre. Räuber, ein Pakt, eklige Krabbeltiere – „Der Schattengang“ ist ein spannendes Abenteuer.

Spannend ist auch das zweite Abenteuer im Magazin: „Suite 608“. Es spielt in den 1920ern und führt die Ermittler in ein luxeriöses Spukhotel. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Spieler hier ordentlich mitmischen. Daniel Neugebauer und Sebastian Weitkamp haben das Abenteuer geschrieben, das vor allem durch sein Ambiente überzeugt. Von Herrn Weitkamp stammt auch gleich der nächste Artikel, der das Hotel Arcadia als (laut Magazin) universellen Szenario-Schauplatz vorstellt. Wobei der Begriff generisch sicherlich passender wäre.

Abenteuer und Artikel sind gut und flüssig geschrieben. Illustrationen, Bilder und Kartenmaterial unterstreichen den Text noch und sind hilfreiche Mittel zum Visualisieren der Schauplätze und Personen. Zudem gibt es noch eine kleine Übersicht, was die Übernachtungen in den europäischen Hotels kosten.

Der nächste Artikel ist „Magie ist keine Zauberei“ und stammt von Daniel Neugebauer. Scheinbar kommt kaum eine Ausgabe der „Cthuloide Welten“ ohne Houdini oder Zauberkünstler aus. In diesem Artikel wird die Kunst der Zauberei genauer beschrieben, geht der Autor etwas auf die unterschiedlichen Arten der Darbietung ein und stellt die größten bekannten Magier vor. Das ist zwar schön zu lesen, aber leider wird kein Wort über die Zauberei und Magier der Moderne verloren.

Ein wenig moderner kommt dagegen Sebastian Mangels Porträt über Fritz Haber daher, dem Vater des Gaskriegs. Der Artikel ist weitgehend neutral geschrieben und versucht der Person Haber gerecht zu werden. Zudem gibt es Vorschläge zu Abenteuern, in denen Fritz Haber eine wichtige Rolle spielen oder am Rande auftauchen könnte. Der Artikel ist geschichtlich interessant, da Haber eine faszinierende Persönlichkeit war.

Historisch weniger eingeschränkt, dafür aber auch mit weniger Bezug zur Realität, ist der Artikel „Snofrus Schwert“. Es handelt sich dabei um eine Geheimorganisation, die sich gegen das kriechende Chaos stellt und in Ägypten beheimatet ist. Im Grunde handelt es sich um fanatische Terroristen, die auch gegen den Mythos vorgehen. Der Text stammt im Original von Donato Ranzato, Koen Goorickx, Wolfgang Hübner und Adam Crossingham, in einer Übersetzung von Markus Widmer.

In dem Artikel „Die Tempelritter“ beschäftigt sich Sam Johnson mit dem Orden der Templer und gibt seine, klischeehaften Ansichten wieder, die sogar den Tempelrittern aus anderen Publikationen widersprechen dürften. Darauf weist der Autor allerdings deutlich hin. Ziel ist immerhin keine fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema oder eine Vertiefung bisheriger Ausführungen, sondern eine andere Sicht- und Herangehensweise. Der Artikel ist gut geschrieben und die Umsetzung Johnsons weiß zu gefallen. Für die Übersetzung des Textes zeigt sich Kai Zimmermann verantwortlich.

Entgegen des üblichen Konzepts präsentiert Ausgabe 18 eine Kurzgeschichte, die aus der Feder von Astrid Mosler stammt. Diese wurde für den Mittelalter-Quellenband geschrieben, fand dann aber dort keinen Platz mehr. So können sich die Leser der „Cthuloide Welten“ an diesem kleinen Goldstück erfreuen, in dem die Liebe der Männer schamlos ausgenutzt wird, um ans Ziel zu gelangen. Gut geschrieben, spannend und mit einem schönen Finale.

Ein weiteres Kleinod ist das Interview mit dem Cthulhu-Übersetzer Robert Maier, der für Projekte wie „Horror im Orient-Express“, „Unfassbare Mächte“, „Innsmouth“ und „Berge des Wahnsinns“ zuständig war. Nun stellt er sich den Fragen der Redaktion und lässt ein wenig hinter die Kulissen seiner Tätigkeit gucken. Und schnell wird deutlich, was bei Übersetzern für Klassenunterschiede herrschen, was einen Discounter und was einen Profi ausmacht. Und mit Maier hat Pegasus Press einen der besten Übersetzer überhaupt verpflichtet, denn immerhin ist Robert Maier ein Mann, der weiß worauf es wirklich ankommt. Wer von ihm übersetzte Texte liest erkennt nämlich sehr schnell, dass der Inhalt harmonisch und natürlich wirkt, keinesfalls gestelzt und konstruiert. Auf jeden Fall ein klasse Interview!

Den Abschluss des Magazins bildet („Unspeakable Vault“ ist so genial, der Strip läuft außer Konkurrenz) ein weiterer Regelartikel von Thomas Michalski, in dem er sich weiterhin mit den Grundregeln des Spiels auseinandersetzt und Optionen anbietet, um moderner, eleganter und dennoch mit bekanntem Stil zu spielen. Diesmal beschäftigt er sich mit Wahnsinn, geistiger Gesundheit und Stabilität. Michalski präsentiert einige neue Thesen und zeigt Möglichkeiten auf, die das eigene Spiel bereichern können. Das ist allerdings eine Stilfrage, die jeder für sich beantworten muss. Der Artikel sorgt zumindest für eine kritische Betrachtungsweise der Originalregeln.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass auch die achtzehnte Ausgabe der „Cthuloide Welten“ Unterhaltung und Information vom Feinsten präsentiert. Die Aufmachung ist hochwertig und toll illustriert. Zuckerstückchen in Cthulhus Kaffeetasse sind eindeutig die Kurzgeschichte und das Interview, aber auch die anderen Artikel wissen zu gefallen. Das Schlusslicht bildet – obwohl noch immer gelungen – „Snofrus Schwert“.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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PRESSE: “Roman Polanski kämpft weiter gegen Auslieferung” / Redaktionstip: Das schändliche Unrecht an Roman Polanski…

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. April 2010

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “Paris (dpa) – Für den in der Schweiz unter Hausarrest stehenden Starregisseur Roman Polanski ist der Kampf gegen eine mögliche Auslieferung in die USA noch nicht beendet.(…)”

Gesamte Pressemeldung lesen.

Redaktionstip:

Steinbach, Kerstin / Hoevels, Fritz Erik / Rouge, Anna / Reissner, Simone / Priskil, Peter / Lévy, Bernard H
Das schändliche Unrecht an Roman Polanski. Die Vernichtung der Besseren Zeit und der neue Kinderschänder-Wahn. Hurra, unser Kaiser hat einen Preis gewonnen!

Ketzerbriefe 157/158, Sonderheft Kinderschänder-Wahn.

Herausgegeben von Bund gegen Anpassung
Verlag :      AHRIMAN-Verlag
ISBN :      978-3-89484-248-2
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,00 Eur[D] / 9,30 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 112 S. – 22,5 x 15,5 cm
Erscheinungsdatum :      12.2009
Gewicht :      240 g
Aus der Reihe :      Ketzerbriefe 157/158

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de

In dieser Ausgabe:

* In memoriam Saddam Hussein
* Kerstin Steinbach
Die Vernichtung der Besseren Zeit und der neue Kinderschänder-Wahn
* Leserzuschriften
* Adenauers Wiederkehr
* Eine sexuelle Attacke einer Dreijährigen
* Zwei Kindheitserlebnisse
* Anna Rouge
Der sexuelle Mief der Jugend
* Simone Reißner
Freedom and Pornography: Keiner kommt hier lebend raus
* Das schändliche Unrecht an Roman Polanski
* Persönlicher Brief an Roman Polanski
* Peter Priskil
Zum Tod von Jacques Chessex
Erstes Zusatz-Opfer im Fall von Roman Polanski
* Fritz Erik Hoevels
Nachtrag
* Bernard-Henri Lévy
Für Roman Polanski
* Leserzuschrift: Drecks-Schweiz – Gebt Roman Polanski wieder frei!
* Protest auf der Frankfurter Buchmesse: Freiheit für Roman Polanski!
* Letzte & Allerletzte Meldung
* Fritz Erik Hoevels
Hurra, unser Kaiser hat einen Preis gewonnen!
* Ein Jahr Obama
* Rezension von Fritz Erik Hoevels
Hubertus Mynarek: Eine Jugend im Osten des Dritten Reiches
* Ein aufschlußreicher E-Mail-Briefwechsel
* Kurz und pregnant

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PRESSEMELDUNG / VIDEO: “So nah waren wir der Sonne noch nie!” / Lesetip: “Special: Unsere Sonne – Motor des Weltraumwetters” – Sonderheft: Sterne und Weltraum (Spektrum der Wissenschaft).

Erstellt von Detlef Hedderich am 22. April 2010

PRESSEMELDUNG / VIDEO (ZITAT): Yahoo! Magazin – 22. April 2010: “Der NASA sind atemberaubende Aufnahmen von gewaltigen Explosionen auf der Sonne gelungen…” Video anschauen.

Leseempfelung der Redaktion:


Sonderheft: Sterne und Weltraum
Special: Unsere Sonne – Motor des Weltraumwetters

Verlag :      Spektrum der Wissenschaft
ISBN :      978-3-938639-69-6
Einband :      kartoniert
Preisinfo :      8,90 Eur[D] / 9,20 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      98 S., zahlr. meist farb. Abb. – 29,8 x 21 cm
Aus der Reihe :      Sterne und Weltraum Special

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Eine der offenkundigsten Eigenschaften der Sonne ist, dass sie uns mit Licht und Wärme versorgt. Doch die Wirkungen der Sonne auf unseren Planeten sind weit subtiler. Kurz nach der Erfindung der Fernrohre wurden bereits die Sonnenflecken entdeckt und über deren Einfluss auf das Wetter spekuliert.

Großen Auftrieb erhielt die Erforschung der solarterrestrischen Beziehungen in den 1950er Jahren im internationalen Geophysikalischen Jahr. Das 2007 begonnene internationale Heliophysikalische Jahr bildet den Rahmen für erneute weltweite Anstrengungen der Wissenschaftler, die Prozesse genauer zu erforschen. Raumsonden liefern dazu wertvolle Daten.

An der Auswertung und Interpretation sind viele Forscher auch aus Deutschland beteiligt. Einige dieser Wissenschaftler stellen in dem vorliegenden Sonderheft das heutige Wissen vor.

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