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Literatur-Blog

Archiv für die 'Krimi' Kategorie

Bekker, Alfred: Der Teufel von Münster. – BEI UNS FÜNFMAL IM PREISRÄTSEL!

Erstellt von Detlef Hedderich am 22. Mai 2012

Bekker, Alfred
Der Teufel von Münster

Verlag :      Emons, H J
ISBN :      978-3-89705-924-5
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,90 Eur[D] / 10,20 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      ca. 288 S. – 20,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      02.04.2012
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Ein Serienkiller geht um und der Einzige, der ihn stoppen kann, hält sich für einen Elbenkrieger!

Ein Serienkiller geht um im Münsterland, sein letztes Opfer wird auf dem berühmten Mittelaltermarkt von Telgte gefunden. Doch während Kriminalhauptkommissar Sven Haller von der Kripo Münster und Kriminalpsychologin Anna van der Pütten im Dunkeln tappen, heftet sich ein Ermittler an die Fersen des irren Mörders, der selbst wahnsinnig zu sein scheint: Er nennt sich Branagorn der Elbenkrieger und behauptet, aus einer anderen Welt zu stammen. Doch er scheint der Einzige zu sein, der es mit dem Mörder aufnehmen kann …

Mit Der Teufel von Münster gelingt Alfred Bekker ein beeindruckender Spagat zwischen Kriminalroman und Fantasy. Ein geheimnisvoller Elbenkrieger in der Welt der rationalen Ermittler bietet einen interessanten Ausgangspunkt für die vielschichtige und spannende Handlung. Die jeweilige Sicht der Hauptfiguren auf Branagorn ist dabei gegensätzlich und Grund für Auseinandersetzungen über seine Glaubwürdigkeit. Der Elbenkrieger ist zwar das mysteriöse Element und wird auch vom Leser immer wieder verdächtigt, in einer Phantasiewelt zu leben, gleichzeitig ist seine Perspektive aber konsequent ausgearbeitet, unterhaltsam und auch im Hinblick auf den Fall glaubwürdig. Auch die übrigen Figuren sind allesamt fesselnde, sehr gut ausgefeilte und voneinander abgegrenzte Persönlichkeiten, deren Beziehungsgeflecht dem Roman eine spannende Dynamik verleiht. Die lokalen Schauplätze werden anschaulich beschrieben und bieten eine lebendige Kulisse. Der Teufel von Münster ist gesellschaftskritisch und psychologisch überzeugend, dabei aber immer packend und unterhaltsam.

Alfred Bekker wurde 1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Orten Ladbergen und Lengerich auf. Er schreibt Krimis, Fantasy, historische Romane und Bücher für junge Leser. Seine Romane »Das Reich der Elben«, die »Drachenerde«-Saga und die »Gorian«-Trilogie haben ihn einem großen Publikum bekannt gemacht.

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Preisrätsel 5 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Während Kriminalhauptkommissar Sven Haller von der Kripo Münster und Kriminalpsychologin Anna van der Pütten im Dunkeln tappen, heftet sich ein Ermittler an die Fersen des irren Mörders, der selbst wahnsinnig zu sein scheint: Er nennt sich wie? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 500 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Eine alternative Teilnahme per Kommentar findet sich hier!

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Vaught, Susan: Kopfschuss. – BEI UNS DREI MAL IM PREISRÄSTEL!

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Mai 2012

Vaught, Susan
Kopfschuss

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Übersetzt von Lecker-Chewiwi, Ann
Verlag :      cbt
ISBN :      978-3-570-30415-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      8,99 Eur[D] / 9,30 Eur[A] / 13,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 04.05.2012
Seiten/Umfang :      384 S. – 18,3 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      22.08.2011

Medien :
Leseprobe(PDF)

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Ein außergewöhnlicher Thriller, der unter die Haut geht!

Er hat sich eine Kugel in den Kopf gejagt, soviel weiß er. Er ist halbseitig gelähmt, hat Erinnerungslücken und schleudert Wörter heraus, die er nicht sagen will und nicht sagen sollte. Das weiß er nur zu genau. Er ist ein Freak, auch das weiß er. Was er nicht weiß, ist: WARUM. Warum hat er das getan? Seine Mutter ist zerbrochen, seine Freunde gehen ihm aus dem Weg – und ihm fehlen anderthalb Jahre in seinem Hirn. Wird er die Wahrheit herausfinden? Eine verzweifelte Suche nach Indizien und Beweisen beginnt. Es ist das Puzzle seines Lebens …

Susan Vaught arbeitet als Neuropsychologin mit eben solchen Jugendlichen wie dem Protagonisten von Kopfschuss. Sie beschäftigt sich mit Hirnfunktionsstörungen sowie mit den Gründen und Ursachen für Suizid. Ihre Erfahrungen hat sie in diesen mehrfach ausgezeichneten Roman einfließen lassen, den sie ihren jugendlichen Patienten widmet.
Die Autorin hat bereits mehrere Jugendromane geschrieben, dies ist der erste, der auf Deutsch erscheint. Sie lebt mit ihrer Familie in Tennessee, USA.

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie viele Jahre fehlen dem Protagonisten in seinem Hirn? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Eine alternative Teilnahme per Kommentar findet sich hier!

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DER GHOSTWRITER – Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

Erstellt von Günther Lietz am 14. Mai 2012

Der Ghostwriter

Kriminalkurzgeschichte
von
Günther K. Lietz

Mit einem zufriedenem Lächeln klickte Peer auf Speichern. Endlich, er hatte es geschafft und das Manuskript fertiggestellt. Pünktlich, wie immer. Peer hing die Datei an eine E-Mail und schickte sie los. An einen unbekannten Auftraggeber. Jetzt noch alle Dateien wie gewünscht löschen und fertig.

Peer war Ghostwriter. Er schrieb Texte für andere Menschen, die dann nur noch ihren Namen daruntersetzten und seine Werke als die ihren Ausgaben. Vor allem der letzte Auftrag hatte es in sich. Peer war angestellt worden, um mehrere Romane für eine Art Detektiv-Serie zu schreiben. Sein Auftraggeber legte allerdings übertrieben viel wert auf Anonymität, zahlte aber auch gut.

Insgesamt fünf Romane waren in Auftrag gegeben worden. Eine der Vorgaben war dabei, dass die Geschichten und Morde so real wie möglich beschrieben werden sollten. Also aus dem Leben gegriffen und für den Leser stets nachvollziehbar, beinahe lehrbuchartig.

Für Peer kein Problem. Er recherchierte gerne und solange das Geld stimmte, schrieb er alles was sein Kunde wünschte. Wobei ihm bei diesem Auftrag schon mulmig zumute war. Der geisteskranke Protagonist nahm nämlich das Recht selbst in die Hand und richtete die Unschuldigen auf bestialische Art und Weise hin, war also im Grunde selbst der gesuchte Massenmörder im überspannenden Handlungsbogen.

Fünf Romane hatte Peer schon fertiggestellt. Aber bisher war noch keiner seiner Texte bei irgendeinem Verlag aufgetaucht. Das alleine war nicht ungewöhnlich. Aber stets, einige Wochen nach Abgabe, war in der Zeitung von einem bestialischen Mord an einem Kriminellen zu lesen. Und stets wurden die Morde genau so verübt, wie sie Peer beschrieben hatte. Er hatte bereits überlegt zur Polizei zu gehen, das aber wieder verworfen. Sicherlich war das pure Spinnerei. Immerhin wartete der letzte Roman mal mit einer etwas anderen Handlung auf.

Darin ging es nämlich um einen Autoren, der unwissentlich einem Serienmörder dabei half, seine Opfer zu töten. Und nun wollte der Serienmörder den Autoren aus dem Weg schaffen, um die Spuren zu verwischen. Peer fand die Sache witzig, erinnerte sie ihn doch ein wenig an seine derzeitige Auftragssituation. Zufälle gibt es, dachte er …

Ende

Copyright © 2012 by Günther K. Lietz, all rights reserved

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Der Alpen-Krimi Steirerherz von Claudia Rossbacher ist im Mai neu auf Platz 7 der Schwarzer-Bestsellerliste Taschenbuch eingestiegen. „Steirerherz“ ist im Februar 2012 im Gmeiner-Verlag erschienen!

Erstellt von Detlef Hedderich am 9. Mai 2012

Der Alpen-Krimi Steirerherz von Claudia Rossbacher ist im Mai neu auf Platz 7 der Schwarzer-Bestsellerliste Taschenbuch eingestiegen. „Steirerherz“ ist im Februar 2012 im Gmeiner-Verlag erschienen.

Die Schwarzer-Bestsellerlisten werden seit 1986 von dem Wiener Verlagsbüro Schwarzer herausgegeben, das wöchentliche und monatliche Umfragen bei einem repräsentativen Panel österreichischer Sortiments-Buchhandlungen durchführt. Die Bestsellerlisten stehen dem österreichischen Buchhandel monatlich als pdf-Datei im Posterformat zur Verfügung.

Abteilungsinspektorin Sandra Mohr und Chefinspektor Sascha Bergmann vom LKA in Graz werden in die Weststeiermark gerufen, um einen grausamen Mord aufzuklären. Die bildhübsche 19 jährige Studentin Valentina Trimmel wurde gepfählt und wie eine Vogelscheuche auf dem Kürbisacker ihres Vaters aufgestellt. Die Spuren führen zunächst nach Graz, wo der Freund des Opfers und dessen Vater, ein reicher Autohändler, ins Visier der Ermittler geraten. Sandra fürchtet, dass der Mörder ein weiteres Mal zuschlagen wird …

Claudia Rossbacher wurde in Wien geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Wien, Teheran und Jakarta. Im Anschluss an das Studium der Tourismuswirtschaft zog es sie in die Modemetropolen Europas und Japans, wo sie als Model im Scheinwerferlicht stand. Seit 2006 arbeitet sie als freie Autorin und Texterin in Wien.

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln mit Pressemeldungen, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens 1 Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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Lehmann, Christine: Gaisburger Schlachthof. – BEI UNS DREI EXEMPLARE IM PREISRÄTSEL!

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. Mai 2012

Lehmann, Christine
Gaisburger Schlachthof

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Verlag :      Argument Hamburg
ISBN :      978-3-88619-897-9
Einband :      Paperback
Preisinfo :      11,00 Eur[D] / 11,40 Eur[A] / 16,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 16.02.2012
Seiten/Umfang :      256 S. – 18,0 x 11,5 cm
Produktform :      B: Buch
Erscheinungsdatum :      2. Aufl. 2012
Aus der Reihe :      Ariadne Krimi 167

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Im alten Gaisburger Schlachthof hat sich ein Fitnessstudio für die High Society etabliert. Lisa Nerz’ Freundin Sally pflegt dort ihre gewichtige Weiblichkeit und erzählt Lisa Anekdoten aus der Welt der Wohltrainierten. Plötzlich stirbt eine junge Aerobic-Trainerin, und Sally wittert Mord. Lisa Nerz, die inzwischen für den Stuttgarter Anzeiger schreibt, stößt prompt auf eine Spur: Gegen den Studiobetreiber gab es ein Verfahren wegen Wirtschaftsbetrugs. Staatsanwalt war ein gewisser Weber, der ebenfalls dort trainiert. Dann aber laufen die Kraftproben aus dem Ruder: Eine weitere Leiche, ein nächtlicher Überfall und ein unverblümter Mordversuch halten die Journalistin in Atem …

Ein hochaktueller Plot voller Witz und Realismus und ein actionreiches Abenteuer mit der unverschämt toughen Hardboiled-Heldin Lisa Nerz.

Christine Lehmann lebt in Stuttgart und Wangen, arbeitet als Nachrichten- und Aktuellredakteurin beim SWR. Mit Lisa Nerz schuf sie eine provokante, sehr beliebte Serienfigur, die gern an Tabus und heiße Themen rührt. Lehmann schreibt auch Suspense-Romanzen, Kriminalhörspiele, Glossen und Essays.

PRESSESTIMMEN
»Christine Lehmann ist den meisten deutschen Krimischreibern stilistisch haushoch überlegen. Man kann sich diesen Sound nicht antrainieren. Bei Lehmann beruht er auf Menschenkenntnis, Lebenserfahrung, Selbstironie und Belesenheit.« Perlentaucher

»Einsam, aufsässig und notorisch respektlos – ein klarer Fall von hard-boiled woman.« Konkret

»Christine Lehmann schreibt mit Herz und, eine Rarität im D-Krimi, (Wort-)Witz.« Tobias Gohlis, Die Zeit

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Welche Tätigkeit verrichtet(e) die Autorin beim SWR? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! Eine alternative Teilnahme per Kommentar findet sich hier!

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Lehmann, Christine: Totensteige. – BEI UNS DREIMAL IM PREISRÄTSEL!

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. Mai 2012

Lehmann, Christine
Totensteige

Verlag :      Argument Hamburg
ISBN :      978-3-86754-189-3
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,90 Eur[D] / 13,30 Eur[A] / 18,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 25.11.2011
Seiten/Umfang :      544 S. – 18,0 x 11,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 07.03.2012
Aus der Reihe :      Ariadne Krimi 1189

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Ein Quantum Zweifel…

Ein Interview für die Wochenendausgabe: Lisa Nerz fährt zur Wasserburg Kalteneck, wo das Institut für Grenz­wissenschaften residiert. Ihr Gesprächspartner erweist sich ­jedoch als Leiche – im von innen verschlossenen Zimmer. Noch mysteriöser mutet an, dass ihm jemand die Eingeweide herausgeschnitten hat. Das Herz fehlt.

Irritiert von so viel Aberglauben zweifelt Nerz an der Lösung der Kripo, die zügig den Malergesellen Yuri Katzenjakob verhaftet. Der junge Mann hatte zwar Gelegenheit, aber weder Mittel noch Motiv. Lisa Nerz recherchiert und stößt auf seltsame Experimente, Gerüchte und viel Geld. Letzteres ruft Staatsanwalt Richard Weber auf den Plan.
Die Journalistin und der Staatsanwalt gehen Hinweisen auf eine mögliche Verschwörung nach. Die Spur führt zunächst nach Schottland. Doch in den dunklen Verliesen von Edinburgh wendet sich das Blatt: Nun sind Lisa Nerz, Richard Weber und ihre Begleiter das Ziel mysteriöser Anschläge. Im nächsten Moment werden sie als ausländische Attentäter von Polizei und Presse gejagt! Und die Gegner wissen immer ganz genau, wo sie gerade sind …

“Totensteige” ist ein dichter, sinnlicher Actionthriller mit sehr dunklen Nuancen: ein Gänsehaut-spannender Roman über Dinge, die man nicht sehen, aber durchaus zu spüren bekommen kann.

PRESSETEXT
Glauben Sie an Geister? Lisa Nerz tut das bestimmt nicht. Und doch spukt es in ihrem neuesten Fall, und zwar so heftig, dass irgendwann Europa in Gefahr ist … Anfang März erschien dieser furiose neue Kriminalroman von Christine Lehmann: TOTENSTEIGE. Klug, scharf, übersinnlich. (Argument)

Christine Lehmann lebt in Stuttgart und Wangen, arbeitet als Nachrichten- und Aktuellredakteurin beim SWR. Mit Lisa Nerz schuf sie eine provokante, sehr beliebte Serienfigur, die gern an Tabus und heiße Themen rührt. Lehmann schreibt auch Suspense-Romanzen, Kriminalhörspiele, Glossen und Essays.

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Krimizwerge”

Erstellt von Günther Lietz am 8. Mai 2012

“Krimizwerge”

sfbasar.de-Anthologie Band 8

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Freunde, liebe Besucher, liebe Leser, liebe Community und vor allem liebe Freunde der kriminalistischen Unterhaltung!

Inspiriert von guten Krimis, einem nebligen kalten Wetter und der Lust auf ein neues Projekt, habe ich mich entschlossen ebenfalls eine Anthologie zu betreuen. Mein gewähltes Thema ist der Krimi und der Titel der Anthologie lautet “Krimizwerge”.

Warum der Krimi, vor allem in seiner kurzen Form? Weil ich es kann! Weil wir es können! Und weil es mal etwas anderes ist als die phantastisch-utopischen Themen, denen ich mich sonst widme. Nach einer langen Strecke unterhaltsamer, aber dennoch kräftezehrenden Strecke Phantastik und Utopie, brauche ich auch mal eine kleine Pause, um den Kopf freizubekommen, mal einen Gang zurückzuschalten und mich zu sammeln. So ein Stück kriminalistischer Text ist sozusagen mein Energydrink, der mich erquickt und mir neue Flügel verpasst, mit denen ich wieder durchstarten kann.

Alle Communityautorinnen und -autoren sind natürlich herzlich zur Anthologie eingeladen und je mehr liebe Kreative sich daran beteiligen, um so schneller füllt sie sich und um so abwechslungsreicher die Storys. Ich werde jedenfalls fleißig versuchen “Krimizwerge” mit Leben zu füllen und freue mich über jeden weiteren Beitrag.

Liebe Grüße vom Tatort!
Günther K. Lietz

NEU! – DIE CLIQUE AUS DER INQUISITIONSTREET – Eine Kriminalkurzgeschichte von Miriam Kleve

PIRATEN – Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

BABYMORD – Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

VIELE KÖCHE VERDERBEN DEN BREI – Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

DAS VERHÖR – Eine Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

FESSELNDES ALTER – Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

KAMERA AB! Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

HAUPTSACHE ÜBERSTUNDEN – Eine Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

GLAS – Eine Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

DIE KINDER AUS DER INQUISITIONSTREET – Eine Kriminalkurzgeschichte von Miriam Kleve

DER LÖWE – Kurzkrimi von Michael Pick

VOR UND ZURÜCK – Kurzgeschichte von Sascha Ladra

BLUMBERG WILLS WISSEN – Eine Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

DER MANN IM SCHRANK – Eine Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

DER TWIST – Eine Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

HÄNDE.RINGEND.GESUCHT. – Eine Kriminalgeschichte von Miriam Kleve

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Außerdem planen wir davon ein eBook und am Ende vielleicht sogar eine Druckausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Günther K. Lietz

Bildrechte: Coverillustration “Krimizwerge© 2012 by Günther K. Lietz.

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DIE CLIQUE AUS DER INQUISITIONSTREET – Eine Kriminalkurzgeschichte von Miriam Kleve

Erstellt von Miriam Kleve am 7. Mai 2012

Die Clique aus der Inquisitionstreet

Kriminalkurzgeschichte

von

Miriam Kleve

Die Wagen standen mit der Motorhaube voran auf der großen Klippe, die Rome hoch überragte und als Love-Spot bekannt war. Die Sonne versank malerisch am Horizont. Die Stadt wirkte wie auf einem antiken Ölgemälde.

Die Clique hatte es sich vorne an der Kante gemütlich gemacht und genoss den Ausblick. Sie stützten sich an der Leitplanke ab und spuckten Kirschkerne in die Tiefe. Es waren Ferien und die Freunde genossen es, endlich mal wieder beisammen zu sein. Das Leben hatte sie in unterschiedliche Richtungen gedrängt, aber ihre Freundschaft war wie ein Gummiband, dass sie immer wieder nach Rome und zueinander zog.

„Wo bleibt denn Ann-Marie?“ Andy hatte es sich auf dem Boden bequem gemacht. Er drehte an der Lautstärke des CD-Spielers, der an seinem Rollstuhl festgemacht war. Andy wippte mit dem Kopf zum Takt von „Take The Power Back“ und sah gelegentlich die Straße hinab.

Kelly stöhnte auf. „Das kann dauern. Ann hat noch was zu erledigen.“ Kelly war zwar die Jüngste der Clique, hatte aber gleichzeitig mit ihnen die Highschool abgeschlossen. Seitdem war sie immer müde und leicht zu reizen, wie Tim fand.

Er saß jenseits der Leitplanke und ließ gemütlich seine Beine über dem Abgrund baumeln. Neben ihm lag ein Haufen Schokoladenriegelpapier. Unglücklich sah er auf den letzten Riegel, der in seiner Brusttasche steckte. Sein Vorrat schmolz immer so schnell dahin, während sein Bauch mit der gleichen Geschwindigkeit zulegte.

„Jetzt noch?“ fragte Tim abwesend. „Am Telefon hat sie gesagt das Treffen geht klar.“ Er beschloss sich dem Übel zu stellen und den Schokoladenriegel sofort zu vertilgen.

Kelly biss sich auf die Unterlippe und verfluchte sich innerlich, überhaupt den Mund aufgemacht zu haben. Dann beschloss sie, dass die Jungs es nicht anders haben wollten. „Ann hat einen Freund.“

Es war plötzlich ruhiger auf dem Love-Spot. Nur das Zirpen der Grillen, Tims Schmatzen und die ersten Zeilen von „Settle For Nothing“ waren zu hören. Andy schaltete die Musik aus.

„Schon länger?“ fragte er zögerlich. Seine Stimme zitterte leicht.

„Seit einigen Wochen. Die beiden gehen aufs gleiche College. Es ist Jimmy Glass.“ Kelly beschloss es so kurz und schmerzlos wie möglich zu machen. Sie wusste, dass Andy ein Auge auf Ann geworfen hatte.

„Oh“, kam es Tim über die Lippen. Er wuchtete seine Massen in die Höhe und machte einen Schritt über die Leitplanke hinweg. Während Andy sein Asthmaspray zog, wählte Tim auf dem CD-Spieler „Know Your Enemy“ aus und ließ sich dann neben seinen Freund plumpsen.

„Ich weiß nicht was ich sagen soll, ohne dass es peinlich wird“, erklärte Tim.

Andy sah ihn gequält lächelnd an. „Es wird gerade sehr peinlich, Kumpel.“

Tim nickte nur und sah dann über Rome hinweg. „Romantischer Sonnenuntergang.“ Er zog die Nase hoch. „Sollten wir öfter machen.“ Schweigen. Dann brachen beide in lautes Gelächter aus.

Kelly schüttelte verständnislos den Kopf. „Jungs.“ Sie sah einen weißen Ford Taurus SHO die Straße hochfahren. „Ann kommt.“

Der Ford bremste scharf neben den anderen Wagen und Dreck spritzte zur Seite weg. Die Fahrertüre schwang auf und Kelly stieg aus. Sie hatte sich in Schale geworfen und sah einfach umwerfend aus. Minirock, Bluse und Lederweste. Ihre blonde Löwenmähne verdeckte ein Großteil des Gesichts.

„Sorry, Leute. Ich wurde aufgehalten. Beinahe hätte ich es nicht geschafft.“ Sie öffnete eine der hinteren Wagentüren und reckte sich in den Innenraum. Dabei kamen ihre langen Beine besonders zur Geltung. „Dafür habe ich uns etwas mitgebracht.“

Andy und Tim saßen auf dem Boden und genossen einen besonders freizügigen Ausblick. Kelly schüttelte unmerklich den Kopf. Sie nahm sich vor, mal in einer ruhigen Minute mit Ann darüber zu reden, dass selbst die besten Freunde einfach auch nur Männer waren. Aber vielleicht gehörte das auch nur zu einem der neuen Spielchen, die Ann in letzter Zeit spielte.

Ann-Marie drehte sich freudestrahlend um und hielt ein Six-Pack hoch. „Bier für alle!“ rief sie fröhlich aus und trippelte zu den anderen.

„Wo hast du das denn her?“ kam es Kelly über die Lippen.

„Beziehungen“, lachte Kelly und zwängte sich zwischen Andy und Tim. „Ah, ‘Rage Against The Machine’“, erkannte sie das Album und reichte jedem eine Dose. „Nett.“ Sie gab Kelly auch ein Bier. „Auf unsere Freundschaft!“ rief sie aus, zog den Verschluss auf und setzte die Dose an. Die anderen sahen erstaunt zu, wie Ann-Marie ihr Bier in einem Zug leerte.

„Was hast du denn da?“ fragte Andy unvermittelt.

Ann-Marie griff an ihre linke Wange. Das Haar war etwas zur Seite gerutscht und nun war deutlich ein großer Bluterguss zu sehen. „Ach das. Ich habe gestern im Keller was hochholen wollen. Und ihr wisst ja wie das ist. Bevor man sich versieht läuft man im Dunkeln auch schon gegen den Türrahmen. Noch ein Bier? Im Auto liegen noch ein paar Dosen.“

„Geht nicht“, erklärte Tim und stellte seine Dose ab. „Der Coach hat gesagt Alkohol ist schlecht fürs Spiel. Und ich brauche das Stipendium. Der Coach sagt ich bin einer der besten Linebacker und habe das Zeug zum Profi.“

„Und was ist mir dir?“ Ann-Marie sah zu Andy.

Der stellte die Dose vorsichtig auf dem Boden ab. „Alkohol und Medikamente vertragen sich nicht. Sorry, ich muss passen.“

„Gilt auch für mich.“ Kelly gab das Bier an Ann-Marie zurück, die eine Schnute zog. „Es sind zwar Ferien, aber ich will trotzdem pauken. Mit etwas Glück bin ich früher mit der Uni fertig als gedacht und kann durchstarten.“

Ann-Marie seufzte und machte sich eine weitere Dose auf. „Leute, wann habt ihr angefangen so langweilig zu werden“ Sie lachte und trank, während sich die anderen vielsagende Blicke zuwarfen.

* * *

Die Clique traf sich am nächsten Morgen im Barney’s zum Frühstück. Ann-Marie war verkatert und hatte eine große Sonnenbrille aufgesetzt. Mit ihrer knappen beigen Leinenkombination zog sie prompt die Aufmerksamkeit der männlichen Gäste auf sich. Das war Andy unangenehm, denn damit rückte er auch in den Fokus. Kelly presste genervt  ihre Lippen fest zusammen, während sich Tim nur Gedanken über seine Bestellung machte.

„Leute, wie bin ich denn gestern nach Hause gekommen?“ fragte Ann-Marie und bestellte sich bei der Bedienung, Cathy Shelter, ein Wasser, um damit die Kopfschmerztabletten runterzuspülen.

„Tim hat dich heute Morgen über die Schulter geworfen und dann nach Hause geschleppt.“, erklärte Kelly. Sie entschied sich für einen starken Kaffee mit viel Zucker.

„Danke, mein Großer.“ Ann-Marie gähnte. „Ich hoffe, ich habe nichts Dummes angestellt.“ Sie lächelte in die Runde.

„Nein“, erklärte Tim und bestellte einen Burger, Pommes, Kuchen, eine extra große Cola und einige Pancakes. „Du hast mir bei euch zu Hause über den Rücken gekotzt. Aber das ist schon in Ordnung.“

Trotz Sonnenbrille war zu sehen, dass Ann-Marie rot anlief. „Sorry, Tim. Das war keine Absicht.“

„Dann hättest du weniger trinken sollen“, setzte Kelly spitz hinzu.

Andy sprang verbal dazwischen, bevor ein Streit entbrannte. „Nur die Ruhe, Freunde. Wir sehen uns zu selten, um die wertvolle Zeit zu vertrödeln. Wir sollten uns überlegen, was wir heute anstellen.“

Die Clique dachte darüber nach an den Strand zu gehen oder das alte Baumhaus zu besuchen, aber so richtig überzeugend war für sie keine der Ideen. Cathy brachte gerade die Bestellung, als Kelly ein Resümee zog: „Leute, wir haben uns verändert.“

Tim stapelte die Teller vor sich auf und lächelte glücklich. „Danke, Cathy.“

Erst jetzt schien Ann-Marie zu merken, wer sie bediente. „Cathy? Sorry, ich hatte dich gar nicht sofort erkannt.“

Die junge Bedienung lächelte gequält. „Schon in Ordnung, Ann.“ Beide waren im gleichen Alter und hatten auf der Highschool viele Kurse gemeinsam belegt.

„Was machst du so?“ hakte Ann-Marie nach und nippte an ihrem Mineralwasser. „Auf was für ein College gehst du?“

Cathy wurde rot. „Ich habe es erst einmal nach hinten geschoben. Gibt viel zu tun. Ich muss wieder los, mein Dad guckt schon.“

Ann-Marie sah Cahy hinterher, die in der Küche verschwand, um die nächste Bestellung fertig zu machen. „Die ist aber komisch geworden.“

„Cathy hatte viel Pech nach der Highschool“, erklärte Kelly. „Ihr Dad ist einem Betrüger aufgesessen und hat dabei auch Cathys Collegefond verloren. Ihre Mom hat die Scheidung eingereicht, das Haus ist weg und jetzt lebt Cathy mit ihrem Dad im Hinterzimmer des Barney’s. Deswegen hat auch ihr Freund mit ihr Schluss gemacht.“

Ann-Marie hob die Hand vor den Mund, was Kelly als affektierte Geste einstufte. „Das ist ja schrecklich. Das habe ich gar nicht gewusst.“

„Es passiert eine Menge in Rome, von dem du nichts weißt“, erklärte Kelly. „Vor allem in unserem Viertel.“

„Ich kann mich ja nicht um alles kümmern. Es gibt viel zu tun. Das College nimmt mich vollständig in Beschlag“, rechtfertigte sich Ann-Marie angesäuert. „Das lernen fällt nicht jedem so leicht wie dir.“

Kelly starrte Ann-Marie wütend an. Erneut versuchte Andy die Situation zu retten und plapperte über das Erste, was ihm einfiel. „Leute, habt ihr schon von der Einbruchsserie gehört?“ Andy pickte sich eine dicke Pommes von Tims Teller und tunkte sie in etwas Burgersauce. „Die Polizei ist ziemlich ratlos. Lamar sagt, er hätte noch nie soviel Hektik auf dem Revier erlebt. Die Einbrecher haben nämlich auch das Haus vom Bürgermeister ausgeraubt.“

„Bei Josh Cartwright wurde auch eingebrochen?“ Ann-Marie war fassungslos. „Ich meine, bei seinem Dad. Mein Gott, wie schrecklich für Josh. Wann war denn das?“

„Eine Woche vor den Ferien“, erklärte Tim mit vollem Mund. „Aber es ist schon davor losgegangen.“

Andy nickte. Er riss sich einen halben Pancake von Tims Stapel ab. „Im Abstand von mehreren Tagen. Seit mehr als acht Wochen. Es trifft aber immer nur die wohlhabenden Leute. Die treten der Polizei zwar kräftig in den Arsch, aber der Sheriff hat keine Ahnung, was er machen soll. Die Einbrecher leisten ganze Arbeit. Lamar sagt, so etwas Schnelles ist ihm noch nie untergekommen. Und ihr kennt meinen Bruder, der übertreibt nie.“

Die anderen nickten zustimmend. „Wie schnell sind die denn?“ wollte Kelly wissen.

„Verdammt schnell.“ Andy zog einmal kräftig am Trinkhalm von Tims Cola. „Sobald der Alarm ausgelöst wird sind alle auf den Beinen. Beim letzten Mal war der Wagen innerhalb von einer Minute vor Ort. Aber die Einbrecher waren schon weg. Lamar meint, das die wohl ganz gut organisiert vorgehen müssen. Sie klauen auch nur das wirklich wertvolle Zeug. Und zwar sehr gezielt.“

Ann-Marie dachte nach. „Wahrscheinlich ist mein Dad deswegen die ganze Zeit so gereizt. Ich meine, es ist ja sein Job die Leute zu versichern. Wenn die jetzt alle bestohlen werden, dann macht das keinen guten Eindruck bei bei seinen Chefs.“

Tim nickte kauend. Er trennte mit der Gabel ein Drittel vom Kuchen ab und schob das Stück auf einer Serviette zu Andy. „Auf dem Feld machen wir auch schnelle Spielzüge. Aber Einbrechen unter einer Minute? Unmöglich. Wer soll denn so etwas bewerkstelligen? Höchstens die Leichtathleten der Highschool oder die Leute vom Rome Sports College.“

Die vier Freunde dachten nach. Kelly biss sich auf ihre Unterlippe. „Ich meine, auch der alten Zeiten wegen, ich bin schon neugierig.“

Andy biss in den Kuchen. „Der alten Zeiten wegen klingt gut. Wäre ja nicht unser erstes Mal.“

„Ich könnte daheim mal mit meinem Daddy reden, was der so weiß“, meinte Ann-Marie. Sie war glücklich, dass es in der Clique doch noch Gemeinsamkeiten gab.

Tim nickte. „Gute Idee. Ich werde noch etwas Nervennahrung besorgen. Und dann treffen wir uns heute Nachmittag bei Andy daheim.“

* * *

„Mein Gott, was ist das denn hier?“ Ann-Marie drehte sich mehrmals auf der Stelle und besah sich erstaunt das Equipment, dass Andy in der Garage installiert hatte. „Also hier passt kein Auto mehr rein.“

Überall standen Computer, lagen Elektronikteile oder verliefen Kabel. Die Garage war ein Sammelsurium unterschiedlichster Gerätschaften. Andy hatte es sich, mit seinem Rollstuhl, vor einem der wuchtigen Computertische gemütlich gemacht. Hinter ihm an der Wand hing ein altes Poster der Bill Cosby Show.

„Mein kleines Reich. Von hier aus kann ich mit der ganzen Welt in Kontakt treten. Ich habe ganz viele Ideen. Es ist unglaublich, was man alles mit Computern anstellen kann. Ich war ja schon von Windows 2 und Windows 3 begeistert, aber das neue 3.1 ist einfach genial.“ Andy war ganz aufgregt.

Kelly, Ann-Marie und Tim sahen ihren Freund an und lächelten. Sie konnten seine Begeisterung für Computer schon lange nicht mehr nachvollziehen, aber sie waren glücklich ihn glücklich zu sehen.

„Mein Dad war unterwegs. Deswegen habe ich die Unterlagen aus dem Safe genommen und mitgebracht.“ sagte Ann-Marie und ging zu ihrem Ford Taurus. „Bis zum Abend sollte ich sie zurücklegen. Schaffen wir das?“

Tim nickte. „Klar schaffen wir das.“ Er zeigte ihr den Daumen hoch.

Die Clique setzte sich an die Arbeit und ging gezielt die Unterlagen durch. Ann-Marie schlug Tim mehrmals verspielt auf die Hände, wenn er mit schokoladebeschmierten Fingern die Akten durchblätterte und dabei seine Spuren hinterließ. Kelly sammelte in aller Ruhe die wichtigen Informationen, die Andy zur Sicherheit in eine Datenbank übertrug. Für alle Fälle.

Irgendwann flog der erste Papierflieger quer über den Tisch, dann gab es eine regelrechte Papierballschlacht, an deren Ende alle lachend auf dem Boden lagen und sich die Bäuche hielten.

„Wird wohl doch etwas länger dauern, die Unterlagen zurückzulegen“, kicherte Ann-Marie und schnappte nach Luft. „Wir sollten vorher auch mal mit dem Bügeleisen drübergehen.“

Kelly zog sich am Tisch hoch und ließ sich atemlos auf den Stuhl fallen. „Gute Idee“, stimmte sie vergnügt zu. „Was haben wir denn jetzt eigentlich alles zusammengetragen?“

Andy zog sich in eine aufrechte Sitzposition. „Ich würde ja gerne nachgucken. Aber irgendwie habe ich meinen Rollstuhl verloren.“

Erneut brachen die Freunde in lautes Gelächter aus. Tim ging nach Draußen und holte den Rollstuhl wieder rein. „Mal wieder etwas verbeult. Aber noch in Ordnung.“ Er half seinem Freund in das Gefährt und schob ihn an den Tisch ran. Anschließend setzte sich Tim ebenfalls. „Also, wie geht es weiter?“

Kelly zählte alle Leute auf, bei denen eingebrochen wurde. Die anderen hörten ganz genau zu. Am Ende gab es eine Liste mit beinahe zwanzig Einbrüchen.

„Laut der Polizei gibt es keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern. Einige sind zwar miteinander verwandt oder bekannt, aber eben nicht alle“ erklärte Andy. „Alle Einbrüche geschahen im Abstand von drei bis vier Tagen. Seit dem letzten Einbruch ist allerdings mehr Zeit vergangen. Lamar glaubt, das liegt an der erhöhten Polizeipräsenz in den reicheren Vierteln. Allerdings geht es nun in den ärmeren Viertel rauer zu.“

Kelly sah sich die Liste genau an. „Alles bekannte Namen. Einzig, dass alle reich sind ist eine Gemeinsamkeit. Aber das ist bei Einbrüchen normal. Kein Dieb versucht eine arme Kirchenmaus auszurauben.“

Die beiden Jungs nickten zustimmend. Nur Ann-Marie nicht. Sie hatte ihre Hand gehoben und sprach mit leiser Stimme. „Ich glaube es gibt eine weitere  Gemeinsamkeit. Um ehrlich zu sein, ich weiß es ganz genau.“

Die Köpfe von Ann-Maries Freunden ruckten augenblicklich in ihre Richtung. Sie zuckte mit den Schultern. „Um ehrlich zu sein. Alle haben ihre Versicherungen bei meinem Dad abgeschlossen. Aber das ist ja sein Job. Der Punkt ist der“, sie wirkte nun unsicher, „ich bin die Gemeinsamkeit.“

Kelly runzelte die Stirn. „Du? Wie soll ich das denn verstehen? Bis du unter die Einbrecher gegangen?“

Ann-Marie schüttelte energisch ihren Kopf, was ihre Löwenmähne wild herumwirbeln ließ. „Nein, natürlich nicht. Es ist aber so, dass all diese Leute Söhne oder Enkel haben. Und allesamt ungefähr in meinem Alter.“

„Das ist aber nicht ungewöhnlich. Immerhin sind es ja auch alles Kunden deines Vaters. Die kennst du deswegen halt.“

„Das stimmt schon, Kel. Aber … genau mit den Leuten von der Liste bin ich vor einigen Wochen auf einem Ausflug gewesen. Ich hätte es jedenfalls sein sollen.“

Die anderen sahen Ann-Marie neugierig an. „Wie meinst du das genau?“ fragte Andy nachdenklich.

Ann-Marie druckste erst herum, dann kam sie zur Sache. „Jimmy hat vor ein paar Wochen einen Ausflug für Freunde organisiert. Wir waren gerade zusammengekommen und ich war natürlich eingeladen. Es sollte ein Partywochenende werden.“

Andy schnaubte. „Jimmy Glass. Ich hätte es wissen sollen.“

„Nein, Andy. Hör endlich auf damit und vergiss mal die alten Streitigkeiten. Jimmy ist nicht mehr wie früher. Er ist viel erwachsener“, verteidigte Ann-Marie ihren Freund.

Nun schnaubte Kelly. „Ja, das haben wir alle gesehen, Ann.“

Ann-Marie funkelte Kelly wütend an. „Das ist ganz alleine meine Sache. Außerdem geht es doch gar nicht darum. Es geht nur um die Gemeinsamkeit. Und die ist nicht nur Jimmy, sondern die bin ich auch.“

„War an diesem Wochenende etwas besonderes?“ hakte Tim nach, der Andys Wut auf Jimmy zu umschiffen versuchte. „Vielleicht jemand mal mit den Schlüsseln alleine gewesen?“

Kelly schüttelte den Kopf. „Mit den Schlüsseln alleine würdest du die ganzen Sicherheitssysteme nicht ausgeschaltet bekommen.“

„Stimmt“, erklärte Ann-Marie. „Da brauchst du Zahlencodes und Safekombinationen. Und du musst wissen, wann die Leute unterwegs sind.“

„Außerdem“, fuhr Ann-Marie fort, „waren Jimmy und ich gar nicht dabei. Alle die Namen standen auf seiner Gästeliste. Jimmy hat kurzfristig abgesagt. Wir wollten … wir wollten unsere eigene Party feiern. Die Hütte war aber schon gemietet. Also hat er das Wochenende für sine Freunde trotzdem steigen lassen.“

„Okay“, sagte Kelly gedehnt. „Dann wäre die Sache ja geklärt. Die Gemeinsamkeit wäre dann dieses besagte Wochenende in der Hütte. Wir sollten also mit jemandem sprechen, der dabei war. Und die Auswahl scheint ja groß genug zu sein.“

Ann-Marie dachte kurz nach. „Wir sollten mit Bert van Beveren reden. Er ist in der Stadt und ein ziemlich netter Kerl. Berts Eltern machen in Antiquitäten und Kunst. Laut den Unterlagen meines Dads sind ihnen einige wertvolle alte Zertifikate und Briefe abhanden gekommen.“

* * *

„Ich bin sicher, wir hätten Lamar anrufen sollen“, maulte Andy, während ihn Tim über den knirschenden Kiesweg schob.

„Wenn wir uns irren, dann ist die ganze Sache nur peinlich.“ Tim schüttelte den Kopf. „Nein, wir machen das erst einmal alleine.“

Kelly kicherte nervös. „Als Kind war das cooler.“

„Du machst, dass ich mir gerade ziemlich doof vorkomme“, stimmte Ann-Marie lachend ein.

Das Anwesen der van Beverens war ein alter, eckiger Kasten mit drei Stockwerken, der inmitten eines ausladenden Parks lag. Auf den ersten Blick war zu erkennen, dass hier Geld zuhause war.

Bert war überrascht die Clique aus der Inquisitionstreet zu sehen. Als er Ann-Marie erkannte bat er die vier jedoch widerwillig herein.

Bert war hochgewachsen, muskulös und hatte ein kantiges Gesicht. Sein blondes Haar fiel bis knapp über die Ohren. Er lehnte lässig an der Bar des Hauses und nippte an einem Glas Bourbon. Obwohl er versuchte lässig zu wirken, war ihm die Nervosität anzumerken.

„Und warum kommt ihr jetzt ausgerechnet auf mich?“ wollte er wissen und sah Andy abfällig an. „Ihr hättet doch auch mit den anderen Jungs sprechen können.“

Tim kaute ein Pfefferminzkaugummi und schüttelte den Kopf. Berts Unbehagen schien ihm große Freude zu machen. „Nope. Du bist doch ein ziemlich netter Kerl, denke ich mir. Also wollen wir mit dir reden.“

„Dann sollten wir uns beeilen.“ Bert nickte in Andys Richtung. „Meine Eltern kommen bald zurück. Und sie mögen keine Schwarzen.“

„Kann ich verstehen“, stimmte Tim zu. „Ich haue auch lieber auf die Blonden.“ Seine Stimme war ruhig, aber Bert verstand die mitschwingende Drohung.

„Okay. Nur keinen Streit, Leute“, mischte sich Ann-Marie ein. „Bert, an dem Wochenende in der Hütte, ist da was besonderes passiert?“

Der Blonde schreckte ertappt zusammen. „Nein, überhaupt nichts“, presste er stotternd hervor. „Wir hatten unseren Spaß. Vielleicht ein paar Bier zuviel. Aber das war es auch schon. Warum wollt ihr das denn wissen?“

„Weil bei allen Familien eingebrochen wurde, von denen jemand auf der Party war.“ Kelly zog die Liste aus der Tasche.

Bert schluckte „Das kann Zufall sein. Es gibt viele Zufälle.“

„Quatsch mit Soße!“ rief Andy erregt aus und inhalierte sein Asthmaspray. „Ich werde hier warten, bis deine Eltern kommen. Und dann sollen die einem Schwarzen erklären, ob sie das für einen Zufall halten.“

„Hey, Mann, spinnst du?“ entfuhr er Bert. „Das könnt ihr nicht machen. Das gibt einen Skandal der die VIPs in Rome in Verruf bringt.“

„VIPs?“ wollte Tim wissen.

„So nennen sich die oberen eintausend der Stadt selbst.“ Ann-Marie fuhr sich durch ihr Haar. „Also ist doch etwas auf der Party passiert.“

Kelly lächelte Bert freundlich an. „Wir sind der Sache eh schon auf der Spur.“

„Genau“, sprach Andy weiter. „Du kannst es auf die zarte oder auf die harte Tour haben. Aber du bekommst es.“ Er klang wie eine der Filmrollen, die er so gerne mochte. Shaft oder Ricardo Tubbs. Seine Freunde wussten es nie so genau.

Bert hob abwehrend die Hände. „Es war nicht meine Idee. Wir hatten ja plötzlich zwei Plätze frei. Also das Doppelzimmer. Keiner hatte seine Freundin dabei. Dafür gab es ordentlich Bier. Und einer hatte Muntermacher mitgebracht. Ich weiß gar nicht mehr. Die kleinen Pillen gab es jedenfalls haufenweise in der Hütte. Dazu harte Musik. Und plötzlich stand sie da und hat uns ganz heiß gemacht. Sie meinte es ginge in Ordnung und sie sei gekommen, um etwas Spaß zu haben. Mit uns. Ganz unverbindlich.“

Die Clique war sprachlos über das, was sie gerade hörten. Tim lief sogar rot an als er langsam verstand, worauf Bert hinauswollte.

„Es lief alles nicht wie geplant.“ Tränen der Scham standen plötzlich in den Augen des van-Beveren-Sprösslings. „Irgendwie machte sich alles selbstständig. Aber sie wollte es ja auch. In jedem verdammten Zimmer, zu jeder verdammten Uhrzeit und mit jedem von uns verdammten Kerlen.“

Bert schleuderte sein Glas gegen die Wand, wo es klirrend zerschellte. Bourbon spritzt nach allen Seiten weg. „Ich fühle mich seitdem so dreckig. Ich habe einfach die Kontrolle verloren. Und dann wurde es schlimmer.“

„Wer?“ fragte Andy tonlos. „Wer?“

„Cathy“, kam es Bert leise über die Lippen. „Cathy Shelter.“

* * *

Die Clique traf Cathy im Barney’s an. Sie war bei der Arbeit und wirkte nervös. Erneut versuchte sie Ann-Maries Blicken auszuweichen.

„Cathy, wir würden gerne unter vier Augen mit dir reden“, erklärte Tim. Dann verbesserte er sich. „Ich meine natürlich zehn Augen.“

„Warum? Was wollt ihr von mir?“ Cathy sah unglücklich drein. Ihr hübsches Gesicht war plötzlich von Angst gezeichnet. „Wenn ihr nichts bestellen wollt, dann müsst ihr gehen.“

„Was ist hier los?“ fragte eine tiefe Stimme. Von hinten näherte sich Barney Shelter, Cathys Vater. „Liebes, gibt es Ärger?“

„Nein, Dad, die vier wollten gerade gehen.“

Tim schüttelte energisch den Kopf. „Nein, Mister Shelter. Tut mir leid, aber Cathy hat sich ordentlich Probleme aufgeladen.“

Mister Shelter sah seine Tochter an, der leise Tränen über die Wange rannen. „Liebes?“ Die Stimme des alten Mannes war besorgt. „Kleines?“

Die anderen Gäste waren nun aufmerksam geworden und sahen in Richtung der kleinen Gruppe. Einer von ihnen, ein schlanker Schwarzer, der wie eine ältere Version von Andy aussah, kam herüber. „Hi, Leute. Was ist hier los?“

„Lammy“, stöhnte Andy auf und fing sich einen unwirschen Blick seines großen Bruders ein. „Was machst du denn hier?“

„Ich wollte mir einen extrastarken Kaffee nach der Arbeit gönnen, Andrew. Aber scheinbar gibt es hier Probleme. Und ein guter Cop ist immer im Dienst. Wir sollten die Sache lieber hinten im Büro klären.“

Barney Shelter wurde rot und wirkte peinlich berührt. „Ja, natürlich.“

Lamar sah sich im Büro um. „Nett, sie haben einige Möbel hier untergestellt. Sogar Betten. Eine gute Idee. So ein Mittagsschläfchen steigert die Produktivität.“

Andy wusste nicht ob sein Bruder gerade unheimlich dumm oder unheimlich freundlich war. „Lamar, bei der Sache geht es um die Einbruchserie der letzten Wochen.“

Mister Shelter sah Andy neugierig an, während sich Cathy setzte. Sie war nur noch ein Häufchen Elend.

Ann-Marie stupste Tim mit dem Ellenbogen in die Seite und flüsterte ihm was ins Ohr. Tim nickte nur und ergriff das Wort: „Ja, es geht um die Einbruchserie. Zufällig haben wir die fehlende Verbindung entdeckt und sind ihr gefolgt. Was wir dabei herausgefunden haben, wird in Rome niemand gerne hören wollen.“

Tim war zudem unwohl, klare Worte finden zu müssen. Andy zog einen Schokoladenriegel aus der Tasche und gab ihn Andy. Glücklich riss dieser das Papier auf, während er weitersprach. Die Vorfreude auf den Keks und das Karamell machte ihm die Sache irgendwie leichter.

„Vor einigen Wochen gab es eine ausschweifende Wochenendparty. Eine sehr ausschweifende Party, bei der Alkohol und Drogen konsumiert wurden.“ Kelly nickte Tim aufmunternd zu. Er traf die richtigen Worte.

Tim bis ein Stück vom Schokoladenriegel ab und sprach kauend weiter: „Auf dieser Party erschien ein Überraschungsgast. Eine junge und hübsche Frau, die den, allesamt allein angereisten, Herren sexuelle Gefälligkeiten erwies. Und zwar allen.“

Mister Shelter sah ratlos in die Runde. „Das verstehe ich nicht. Was hat das mit meiner Cathy zu tun?“ Er drehte sich zu seiner Tochter und war über ihren Anblick schockiert. „Kleines?“ Tränen schossen ihm in die Augen. „O nein.“ Mit einem Schritt war er bei seiner Tochter und nahm sie tröstend in die Arme.

Lamar beugte sich zu Andy hinab. „Ich hoffe es kommt jetzt irgendeine Art von Happy Ende, Andrew. Ansonsten habt ihr gerade ordentlich Mist gebaut.“

Andy sah seinen großen Bruder ernst an. „Die Sache hat ein Ende, Lammy. Aber kein Gutes.“

Kelly flüsterte Tim erneut etwas ins Ohr. Der räusperte sich. „Mister Shelter, es tut mir leid. Aber die Sache ist noch nicht zu Ende. Denn an diesem Wochenende wurden Videoaufnahmen angefertigt, die nur einen Zweck hatten: Die Partygäste allesamt zu erpressen.“

Cathy schluchzte noch lauter, während Mister Shelter kalkweiß wurde. „Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.“

Tim sah ernst drein. Ihm war unwohl, doch jetzt wollte er es auch zu einem Ende bringen. „Leider doch. Mit den Videoaufnahmen erpresste Cathy Informationen, die für die Einbrüche gebraucht wurden. Sie erhielt Schlüssel, Codenummern und Tresorkombinationen. Sie erfuhr wann die Familie aus dem Haus war, was es Wertvolles zu stehlen gab und wo die Sachen lagerten.“

Kelly flüsterte Tim noch etwas zu und der Große nickte verstehend. „Die Einbrecher waren nicht besonders schnell, sondern besonders clever. Erst nach der Tat lösten sie den Alarm aus, um von der Tatsache abzulenken, dass sie über Insiderwissen und Hilfe verfügten.“

„Ach du Scheiße!“ fuhr es Lamar über die Lippen. Er raufte sich die Haare. „Leute, wenn das stimmt, das ist ja unglaublich. Der Sohn vom Bürgermeister soll darin verwickelt sein? Ach du Scheiße!“

Ann-Marie sah mitfühlend zu Cathy hinüber. „Cathy, es tut mir leid.“

„Ach quatsch!“ stieß Cathy Shelter zornig und beschämt vor. „Du hast mir alles kaputt gemacht. Ich konnte nie mit dir mithalten. Ich will jetzt jemanden anrufen.“

Lamar schüttelte den Kopf. „Ich informiere erst einmal die Kollegen, Cathy, und kläre dich über deine Rechte auf. Dann hast du deinen Anruf.“

* * *

Die Clique saß in Andys Garage und las die Tagespresse. Es gab keinen Artikel mehr über die Einbruchsserie. Doch die Leute auf der Straße wussten Bescheid und tuschelten hinter vorgehaltener Hand.

„Die VIPs versuchen ihr Ansehen zu retten. Es ist von Vorteil, wenn die Zeitungen der Stadt ihnen gehören.“, meinte Kelly und legte die Rome Times zur Seite. „Aber der Gerechtigkeit wurde genüge getan.“

„Wurde es?“ fragte Andy in den Raum hinein. „Cathy hat gestanden die Sache geplant zu haben. Das weiß ich von Lamar. Mein Bruder ist selbst fassungslos. Cathy konnte die Einbrüche unmöglich alleine verübt haben. Passenderweise hat Mister Shelter gestanden, die Sache mit seiner Tochter gemeinsam durchgezogen zu haben. Ihr ward ja dabei, als wir Cathy damit konfrontierten.“

Tim nickte. „Ja. Das traue ich ihm einfach nicht zu. Es wurden auch nur wenig Diebesgut bei ihnen gefunden. Und auch kaum Bargeld. Gerade so viel, wie sie vor Gericht als Beweise brauchen. Das stinkt doch bis zum Himmel.“

„Ihr mal wieder“, lachte Ann-Marie. „Seht Schatten wo Sonnenschein ist. Leute, freut euch doch. Die alte Bande hat mal wieder zugeschlagen und einen Fall gelöst. Also, freuen.“ Ann-Marie gab jedem einen schnellen Kuss auf die Stirn. „Ich muss los, Jimmy wartet.“

Andy blickte Ann-Marie noch hinterher, als sie mit ihrem Wagen schon lange um die Ecke gefahren war. „Die Sache stinkt. Und Jimmy Glass ist Scheiße.“

Kelly nickte. „Aber es ist ihre Sache, Andy. Wir können nichts dagegen machen. Und egal was wir sagen, Ann wird höchstens sauer. Aber sie wird uns nicht glauben. So funktioniert Liebe nun einmal. Sie macht oft blind.“

„Der Prozess gegen die Shelters wird sicherlich schnell durchgewunken.“ Andy seufzte. „Keine großen Fragen. Und Cathy war verdammt wütend auf Ann. Weiß einer warum?“

Kelly seufzte. „Du wirst es nicht gerne hören, Andy. Aber bis Jimmy mit Ann zusammenkam, war er mit Cathy zusammen. Er war es bestimmt auch, der sie zum Wochenende eingeladen hat. Und er stellt den Shelters einen Anwalt. Ann ist jedoch die bessere Partie. Jimmy hatte schon immer einen Sinn für hübsche Dinge und Geld. Gerechtigkeit ist etwas wovon die Armen träumen und was sich die Reichen kaufen.“

* * *

Tim hatte es sich auf einem Stapel Reifen gemütlich gemacht und knabberte an einem Schokoladenriegel. Es war bereits spät am Abend. Eigentlich hatte er sich schon lange mit Andy, Kelly und Ann-Marie zum Abendessen treffen wollen. Aber es war auch ein günstiger Zeitpunkt, um eine dringende Sache zu erledigen. Ohne die anderen.

Ein Auto war auf der Straße zu hören, bog in die Einfahrt und bremste dann mit quietschenden Reifen in der Garage. Jimmy Glass war nach Hause gekommen. Gut gelaunt stieg er aus seinem Wagen und erstarrte, als er Tim sah.

„Was machst du denn hier?“ fragte Jimmy wütend und machte einen Schritt auf Tim zu.

Der steckte das Schokoladenpapier in die Hosentasche. „Wir sollten da mal eine Sache unter Männern regeln, Jimmy.“

„Was? Wenn es um Ann-Marie geht, Liebe fällt wohin sie will. Ich kann nichts dafür, wenn du auch zu denen gehörst, die sich unglücklich verliebt haben.“

Tim schüttelte den Kopf. „Da hast du was falsch verstanden, Jimmy. Ann ist eine Freundin. Sie kann zusammensein, mit wem sie will. Aber jeder hat sie mit Respekt zu behandeln. Ich werde jetzt dafür sorgen, dass du dir das für die Zukunft merkst.“

Jimmy begriff, was Tim meinte und schlug ohne Vorwarnung zu. Der Hieb traf Tim mit voller Kraft, aber der lächelte nur unbeeindruckt. Jimmy wurde weiß wie Milch. „Tim … ich meine … Scheiße … Tim!“

Ende

Copyright © 2012 by Miriam Kleve

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Linda Castillo
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ISBN: 978-3-596-18452-1
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PIRATEN – Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

Erstellt von Günther Lietz am 30. April 2012

Piraten

Kriminalkurzgeschichte
von
Günther K. Lietz

Sie freute sich seit Tagen auf das lange Wochenende mit Jochen und den Kindern. Die Koffer waren gepackt, die Miezen bei den Großeltern untergebracht und der Hund bei Tante Agathe geparkt. Alle Geräte aus, die Taschentücher lagen bereit und das Navigationssystem war programmiert.

“Gabi, wo bleibst du denn?” rief Jochen. Benni und Susi saßen schon auf dem Rücksitz und streckten sich gegenseitig die Zungen raus.

“Noch einen Augenblick, Schatz.” Gabi steckte zwei Krimis ein, ein Rätselheft und mehrere Kugelschreiber, kontrollierte nochmals Waschmaschine und Herd, sah nach dem Bügeleisen und schloss dann die Haustüre. Jochen hockte schon hinter dem Steuer des Kombis und sah ungeduldig auf die Uhr, “Mausi, mach hin. Wir kommen sonst zu spät.”

Jochen war aufgeregt, immerhin war der Miniurlaub seine Idee und ein Hochzeitsgeschenk, an dem er die ganze Familie teilhaben ließ. Gabi wusste, dass ihr “Großer” vor allem an sich selbst gedacht hatte. Jochen liebte alles, was mit Piraten in Verbindung stand. Also hatte er einige Tage im Piratenland gebucht, einer großen Indoor-Ferienanlage. Während sich Draußen der letzte Schnee noch gegen die aufkommende Frühlingssonne wehrte, würde die ganze Familie karibisches Flair am künstlichen Strand genießen. Mit einem fantastischen Ausblick auf Piratenschiffe, abendliche Lichtershow und nachgespielte Freibeutergeschichten. Jochen war schon ganz gespannt. Zudem war es eigentlich eine Dienstreise und deswegen kostenlos. Und das fand Jochen besonders gut.

Das Piratenland war ausgebucht. Überall standen oder saßen Besucher in Badesachen. Animateure in Kostümen sorgten für Unterhaltung. Mit den Koffern schwer bepackt kämpften sich Jochen, Gabi, Benni und Susi bis zu den kleinen bunten Rundhäusern. Jochen hatte Tortuga gebucht, was einiges mehr kostete. Die Ausstattung war mit den anderen Häusern identisch und Gabi ging davon aus, dass der Aufpreis einfach nur wegen dem Namen zustande kam.

Im Haus gab es nur zwei Schlafzimmer, was die Kinder natürlich aufschreien ließ. Sie wollten getrennte Zimmer und nach einer halben Stunde Kinderjammern wurde Benni bei Jochen und Susi bei Gabi einquartiert. Nun war es an Jochen ein langes Gesicht zu ziehen, denn er hatte auf erotische Piratenspiele gehofft. Gabi hoffte dagegen auf Ruhe und Entspannung.

“Du ziehst dir sofort einen ordentlichen Badeanzug an, Fräulein!” donnerte Jochen durchs Haus. Er hatte vor Wut einen knallroten Kopf, was Susi vollkommen egal war.

“Papa, das ist heute ganz normal. Alle meine Freundinnen tragen einen Bikini”, versuchte Susi ihren Vater zu überzeugen, doch der war wie ein Fels in der Brandung.

“Sofort umziehen! Mir sind deine Freundinnen egal, mein Fräulein. Umziehen oder du bleibst im Haus!”

Susi zuckte mit den Schultern. “Bleibe ich halt im Haus und Simmse meinen Freundinnen, wie Steinzeit mein Vater ist.”

Jochen wollte erneut zum Brüllen ansetzen, aber Gabi packte ihn bei der Schulter. “Schatz, so sind Teenager einfach. Werde erwachsen.” Mit einem Lächeln verließ sie die Hütte und Jochen trabte seiner Frau grummelnd hinterher. Benni und Susi trotteten ebenfalls mit.

Am Strand gab es einen zum Haus gehörenden Strandkorb, den Jochen und Gabi augenblicklich in Beschlag nahmen. Benni stürzte sich sofort in die Wellen und hatte sichtlich seinen Spaß an der Sache. Susi machte sich dagegen auf den Weg zur Eisbar und genoss dabei sichtlich die Blicke der Jungs.

“Warum kann Susi nicht wie Benni sein?” schmollte Jochen und lehnte sich zurück, um seinen Sohn zu beobachten.

Gabi schlug ihren Krimi auf. “Weil Susi älter und reifer ist und neugierig auf Jungs.”

Das setzte Jochen erst recht zu. Er verkniff sich eine Antwort. “Ich hole mir einen Piraten-Hot-Dog. Willst du auch einen, Schatz?”

Gabi schüttelte geistesabwesend den Kopf. “Nein, ich lese lieber etwas. Schau dir doch mal alles an, damit sich wenigstens einer von uns hier auskennt. Wie wäre das?”

“Das wäre ganz fantastisch.” Jochen strahlte über das ganze Gesicht. “Wir sehen uns später.”

Gabi nickte. “In Ordnung. Viel Spaß. Aber arbeite nicht zuviel.”

Schon war er weg und Gabi atmete erleichtert auf. Endlich etwas Ruhe. Da traf sie auch schon ein tropfender Wasserball und durchnässte ihren Krimi. Erschrocken sah Gabi auf.

Ein junger Mann stürmte auf sie zu. Braungebrannt, durchtrainiert und mit einem verschmitzten Lächeln. “Entschuldigen Sie bitte, mir ist das Ding einfach so abhanden gekommen.”

“Kein Problem”, erklärte Gabi und warf ihm den Ball zurück.

Der junge Mann ließ den Wasserball zu Boden plumpsen und reichte Gabi die Hand. “Kevin Schmidt. Freut mich, Sie kennenzulernen.”

Gabi musterte den jungen Mann kurz, dann schüttelte sie seine Hand. “Gabriele Neubauer. Angenehm.”

Kevin setzte sich einfach neben Gabi und lächelte sie an. “Ich bin fast jedes Wochenende im Piratenland. Sie habe ich hier noch gar nicht gesehen. Neu?”

“Ja, mein Mann liebt Piraten über alles.” Gabi betonte das Wort Mann deutlich. “Sein Geschenk zum Hochzeittag.”

Kevin lachte auf. “Entschuldigen Sie, ich wollte nur höflich sein. Das soll keine Masche sein, um Sie anzubaggern.”

Gabi kam sich nun dumm vor. Was sollte ein junger Mann auch von ihr wollen. “Tut mir leid, ich weiß gar nicht, was in mich gefahren ist.” Gabi seufzte. “Ist halt mein erster Urlaub nach langem.”

“Keine Ursache. Mit dem Piratenland habe Sie die richtige Wahl getroffen. Hier ist es einfach wunderbar. Super zum Entspannen. Vor allem für Familien.”

“Ja, es hier ist hier sehr idyllisch.”

Kevin lächelte und deutete dann mit dem Kopf zum Strand hinunter. “Wollen Sie vielleicht mal ein paar Bälle werfen? Das macht richtig Spaß.”

Gabi dachte nach. Kevin war ein verdammt sympathischer Kerl. Also ließ sie sich breitschlagen. “In  Ordnung. Ich muss nur noch ein Lesezeichen einlegen.” Während sich Kevin schon mal den Ball schnappte und die paar Meter zu Strand schlenderte, griff Gabi ihren Ausweis aus der Tasche und legte ihn in den Krimi. Dann ging sie Kevin hinterher.

Die beiden spielten eine halbe Stunde mit dem Ball und die Zeit verging wie im Fluge. Kevin hatte sich am Wasser aufgebaut und immer wenn er den Ball verfehlte, musste er ihm in die Wellen hinterherspringen. Irgendwann schüttelte Kevin seinen Kopf und tausende von Tropfen flogen in alle Richtungen.

“Ich muss leider Schluss machen. Meine Freundin wartet schon”, erklärte er und reichte Gabi zum Abschied die Hand.

“Warten Sie einen Augenblick, Kevin.” Gabi lachte. “Ich möchte Ihnen noch etwas zeigen.”

“Nein, das ist nicht nötig. Ich habe es wirklich eilig.”

“Ach, Quatsch. Auf die Minute kommt es auch nicht mehr an.” Gabi lächelte Kevin freundlich an und griff ihn bei der Hand. “Kommen Sie schon. Ist schnell erledigt.” Mit sanfter Gewalt zog sie ihn zum Strandkorb und ließ sich dort in den Sitz fallen. “Puh, das war anstrengend. Aber auch unheimlich lustig.” Gabi klopfte neben sich auf den Platz. “Setzen Sie sich doch.”

Kevin sah unbehaglich drein. “Ich weiß nicht. Was wird Ihr Mann sagen?”

“Ach, dem ist das egal. Glauben Sie mir.” Sie grinste. “Der macht sein eigenes Ding, dieser Freibeuter.”

Mit einem gequälten Grinsen setzte sich Kevin. “Ich hoffe es geht schnell.”

“Aber sicher doch”, beruhigte ihn Gabi und kramte in ihrer Tasche. “Geldbörse, Handy, MP3-Player und der Schlüssel vom Häuschen. Alles weg. So ein Mist aber auch, ich bin wohl ausgeraubt worden.”

“Was? Sie sollten sofort den Bademeister verständigen”, empfahl Kevin. “Da muss doch was getan werden. Sie müssen unbedingt zur Polizei.”

Gabi winkte ab. “Quatsch. Ich bin auf alles vorbereitet. Haben Sie mal keine Angst.” Sie griff nach ihrem Krimi. “Bin ja nicht ganz blöd.” Gabi schüttelte ihren Ausweis aus dem Heft und hielt ihn Kevin vor die Nase. “Ich bin nämlich die Polizei. Mein Mann übrigens auch. Der Betreiber vom Piratenland hat uns gemeldet, dass sich in letzter Zeit vermehrt Trickbetrüger und Taschendiebe hier herumtreiben, mein lieber Kevin. War ja sehr geschickt von Ihnen mich abzulenken, während ihre Freundin die Tasche ausraubt und sich in unserem Häuschen umsieht.”

Kevin sah sich gehetzt um und entschloss sich aufzugeben. In Badehose aus dem warmen Piratenland in die kalte Natur zu fliehen, wahrscheinlich ohne Aussicht auf Erfolg, das ließ er dann doch lieber sein.

Gabi winkte zwei Kollegen in Zivil heran, die ihr Wochenende ebenfalls im Piratenland verbrachten. “Wissen Sie, Kevin, Ihre Freundin hätte mal einen Blick in meinen Krimi werfen sollen. Dann hätte sie gewusst, dass sich Verbrechen nicht lohnt.”

ENDE

Copyright (c) 2012 by Günther K. Lietz, all rights reserved.

Buchtipp:


Viveca Sten
Die toten von Sandhamn
Komissar Andreassons dritter Fall

Übersetzt von Dagmar Lendt
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-04388-4
Einband: gebunden
Seiten/Umfang: ca. 352 S.
Produktform: B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 1. Auflage 14.05.2012

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Der Nummer-Eins-Bestseller aus Schweden. Thomas Andreasson wird nach Sandhamn gerufen: Ein Mädchen ist verschwunden. Obwohl sofort eine fieberhafte Suche einsetzt, bleibt sie ohne Erfolg. Wo steckt Lina, und wer ist für ihr Verschwinden verantwortlich?Als Thomas’ Jugendfreundin Nora durch einen Zufall herausfindet, dass ihr Mann sie hintergeht, fährt sie trotz Eis und Schnee mit ihren Söhnen nach Sandhamn, um in Ruhe nachdenken zu können. Die Inselbewohner sind erschüttert, denn gerade ist ein Mädchen verschwunden – noch geben die Eltern die Hoffnung nicht auf, dass sie ihre Tochter lebend zurückbekommen. Doch dann machen ausgerechnet Noras Söhne beim Spielen eine schreckliche Entdeckung …

Knapp 100 Jahre zuvor: Der kleine Thorwald leidet unter den brutalen Ausbrüchen seines Vaters. Dieser vergöttert die Tochter, misshandelt aber den Sohn; die Mutter schaut untätig zu. Thorwald möchte von der Insel fliehen. Geschickt flicht Viveca Sten aus diesen beiden Erzählsträngen einen Roman, der jeden sofort in seinen Bann zieht und viel über das Leben auf der Schäreninsel im Lauf der Zeiten erzählt. Thomas Andreassons dritter Fall wurde in Schweden gleich nach Erscheinen ein Nummer-Eins-Bestseller und gilt für viele Leser als Stens bisher bester Krimi.

Viveca Sten ist Chefjuristin bei der dänischen und schwedischen Post. Sie wohnt mit Mann und drei Kindern vor den Toren von Stockholm. Seit sie ein kleines Kind war, hat sie die Sommer auf Sandhamn verbracht, wo ihre Familie seit mehreren Generationen ein Haus besitzt. In Schweden dominieren ihre Bücher die Bestseller listen, und auch in Deutschland wächst die Anzahl ihrer Fans.

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ISOLA LUCRETIA – Leseprobe aus dem gleichnamigen Science-Fiction-Kurzroman von Michael Pick

Erstellt von Michael Pick am 24. April 2012

Isola Lucretia

Leseprobe zu:

Isola Lucretia

Science Fiction-Kurzroman

von

Michael Pick

Das Laternenlicht auf der Via del Pellegrino war in dichten Nebel gehüllt. Sirius Savic schlug den Kragen seines Mantels hoch und hämmerte ein zweites Mal gegen das schwarzlackierte Gitterportal am St.-Anna Tor. Endlich steckte ein Schweizer Leibgardist sein rundes, übermüdetes Gesicht durch eine der Zinnen.

„Sirius Savic, MSP.“

Der Ermittler schlug die linke Seite seines Mantels zurück, in dessen Innenrevers seine silberne Dienstmarke in Form des Weltglobus` befestigt war.

Der Wachposten musterte ihn unbeeindruckt. Die aufkommende Dämmerung liftete die Schatten der Nacht über der Straße.

„Besser, Sie verschwinden schleunigst.“

Das Esperanto des Gardisten war stark akzentuiert; Sirius tippte auf eine deutsche Muttersprache.

„Ein ausgezeichneter Rat.“

Der Ermittler tastete die Taschen seines Mantels ab, als suche er etwas.

„Bedauerlicherweise hat ein gewisser …“, Sirius schien gefunden zu haben, wonach er gesucht hatte und zerrte ein nachlässig gefaltetes Papier hervor. Er blätterte es umständlich auseinander, wanderte mit den Augen darüber, bis er den gesuchten Passus gefunden hatte.

„… Kanzler Valgregor … ist Ihnen der Name ein Begriff?“

Der Wachposten verengte die Augenlider zu Schlitzen. Misstrauen war die vorderste Eigenschaft eines Ermittlers. Bezeichnend, dachte Sirius, und fand es unbequem, sich fragen zu müssen, wo sein eigenes Misstrauen war.

„Hier“, er wedelte mit dem Papier in der Hand, „besser, Sie lesen es selbst.“

Ohne den Blick von Sirius zu wenden, nahm der Gardist den Brief. Sirius grub derweil die Hände in die Manteltaschen. An den Rändern der Via del Pellegrino liefen hellgrüne Pipelines wie eine Reihe dicker Raupen. Der Vatikan besaß eine eigene Dampfversorgung. Sie gehörte zu einem System von Versorgungseinrichtungen, denen die Vatikanstadt ihre Selbstständigkeit verdankte.

Der Schweizer Leibgardist verschwand, wahrscheinlich, um seinen Vorgesetzten zu informieren. Im Abstand von zehn Metern befanden sich Druckventile an den Pipelines; zu jedem Haus zweigte ein Versorgungsrohr ab.

„Sie können passieren, Savic.“

Der Gardist war zurück. Drei weitere Soldaten der Vatikanarmee besetzten die inneren Zinnen und den Einlass. Sirius vernahm das Klicken von Ventilen, das Rauschen von Dampf, als er die Leitungen füllte, die Kraft, die er sammelte, um endlich herausgelassen zu werden. Am oberen Ende des Tores regulierten drei Drehventile die Geschwindigkeit, mit der der gusseiserne Einlass im St.-Anna-Portal geöffnet wurde.

Doch noch durfte Sirius die Vatikanstadt nicht betreten. Vier Gardisten schlüpften durch die halb offene Pforte und sicherten die Umgebung. Ein Unteroffizier folgte ihnen, spuckte geflissentlich vor Sirius auf den Gehsteig und musterte den Ermittler von oben bis unten.

„Nehmen Sie die Arme hoch.“

Die kleinen, runden Augen des Unteroffiziers flackerten vor Unruhe, während er andererseits bemüht war, sachliche Routine auszustrahlen. Sirius fragte sich, ob er an seiner Stelle genauso reagieren würde. Langsam, mit der linken Hand, zog Sirius seine Dienstwaffe, eine Kirilenko 13, ließ das Magazin aufschnappen und hielt den leeren Lauf in das Laternenlicht. Zwischen zwei Fingern empfing der Unteroffizier die Waffe und verstaute sie zusammen mit dem Magazin in einem durchsichtigen Beutel, wie sie Sirius zur Beweissicherung kannte.

Kurze Zeit später betrat der Ermittler zum ersten Mal in seinem Leben die Vatikanstadt.

Vom St.-Anna-Tor nehmen zwei Hauptstraßen ihren Ursprung. Der Via del Pellegrino obliegt es, den südlichen Teil der Vatikanstadt zu erschließen, während die Via di Belvedere durch den Norden und Westen der Enklave führt.

Der Unteroffizier und vier Leibgardisten geleiteten Sirius. Genauso gut hätte er ihr Gefangener sein können. Auch an den Ufern der Via di Belvedere liefen grüne Dampfpipelines.

Unmittelbar hinter dem Rohrsystem stießen gewaltige Steinquader aus dem Boden, die die Fundamente noch großartigerer Gebäude bildeten. Wie das Bett eines Flusses, der sich im Laufe der Evolution einen Weg durch die Granitblöcke gefressen hatte, schlängelte sich die Straße an Kirchen, der Banco di Vaticano, einigen kasernenartigen Unterkünften und anderen Gebäuden vorbei und lief zielstrebig auf einen Palazzo zu, zu dessen Eingang breite Marmortreppen führten.

„Palazzo del Cancelliere“, schnorrte der Unteroffizier.

Die rechte Flanke seines Schnurrbartes zitterte, während die aufgehende Sonne Sirius` Rücken wärmte.

„Worauf warten wir noch?“, rief er dem Schnurrbärtigen zu.

Jede Zeit hat ihr Ende.

Der Palazzo del Cancelliere lag am Cortile di Belvedere und glich zu dieser Stunde einem erwachenden Bienenstock. Tausend Geräusche lagen in der Luft, obgleich nicht eines von ihnen eindeutig zu definieren war. Sie glichen einem aufgeregten Flüstern, das jederzeit zu einem reißenden Strom anschwellen konnte.

Die hohen Decken im Erdgeschoss, Sirius schätzte den Abstand zum Boden auf drei Meter, entfalteten aus ihrer Fläche heraus eine Wuchtigkeit, die folgerichtig nicht durch Wandschmuck zu bändigen versucht wurde. Einzig an den Verbindungen zu den Decken fing Stuckwerk die Schlichtheit auf.

Die vier Leibgardisten blieben in der Eingangshalle zurück; der Unteroffizier begleitete Sirius durch ein Dutzend Räume, die in der Art eines Labyrinthes angeordnet waren. Einige von ihnen dienten als Schreibstuben, einige als Aufenthalte.

Sie gelangten in ein schlauchähnliches Zimmer, dessen Wände lindgrün schimmerten. Der Schnurrbart des Unteroffiziers knatterte hier so heftig wie ein Geigerzähler beim Anblick eines Brennstabes. Der Unteroffizier verlangsamte seine Schritte, als wäre er sich seines Weges nicht mehr sicher. Der Raum führte zu einer schwedischgelben Tür, die mit hellgrünen Intarsien verziert war.

Auf der Hälfte des Weges jedoch bog der Unteroffizier ab und lief gegen die Wand. So schien es Sirius im ersten Augenblick. Dann erkannte er die Schlitze, die eine Tür in die Wand zeichneten. Der Palazzo begann, Sirius zu gefallen.

Als Sirius den Raum hinter der Geheimtür betrat, salutierte sein Begleiter einer Person, die im Licht der aufgehenden Sonne hinter einem großen Schreibtisch saß. Der Leibgardist machte eine akkurate Kehrtwende und ließ Sirius zurück.

Der Mann am Schreibtisch lehnte sich nach hinten. Die Sonne blendete Sirius.

„Ermittler Savic …“

Der andere war sehr jung; unverbrauchte Stimme, im Übrigen akzentfreies Esperanto.

„Was für ein Zufall“, murmelte Sirius.

„Wie?“

„Ich hätte niemals angenommen, dass Sie den gleichen Namen wie ich tragen und zudem ebenfalls Ermittler sind.“

Auch wenn Sirius das Gesicht des Mannes nicht genau erkennen konnte, vermochte er sich dessen blöde Miene vorstellen. Es brauchte einige Augenblicke, bis der andere verstand.

„Ein Scherz.“

„Mein Name ist nicht Savic.“

„Nicht?“

Der Mann erhob sich und kam auf Sirius zu.

„Martinius, ich bin der Sekretär von Kanzler Valgregor.“

Der Sekretär machte eine Bewegung, als wollte er Sirius die Hand geben, zog sie aber hastig wieder zurück. Ein Aussätziger hatte ausgezeichnete Chancen auf eine bessere Behandlung.

„Ich bin froh, dass Sie nicht Savic heißen. Es hätte dauernd Verwechslungen gegeben.“

Martinius schwieg, wahrscheinlich erwog er die Möglichkeit, dass Sirius ihn auf den Arm nahm.

„Ich bringe Sie gleich zu Kanzler Valgregor. Wir warten noch auf jemanden.“

Der Sekretär kam einen Schritt näher. Über die glatt rasierten Wangen lief ein öliger Schimmer. Die hellblauen Augen passten weder zu den schwarzen Haaren noch der dunklen Kutte. Das Lächeln auf den blassen, dünnen Lippen wirkte fade.

Es polterte gegen die Tür. Bevor der Sekretär die Erlaubnis geben konnte, stürmte eine Frau in den Raum.

„Können Sie mir erklären, was das Ganze zu bedeuten hat?“

Sie trug eine weiße Haube, ansonsten bestand die Kleidung aus einer ebensolchen Kutte, wie sie Martinius übergezogen hatte.

„Wie, bei allen Heiligen, kann man nur auf die Idee kommen, diesen verfl…, diesen Ungläubigen die Erlaubnis zu geben, bei uns herum zu schnüffeln.“

„Das hätte ich auch gerne gewusst“, pflichtete Sirius bei und erntete einen giftigen Seitenblick.

Der Sekretär strich sich mit der Hand über sein Haar, verbindlich lächelnd.

„Ich bin sicher, der Kanzler wird Ihnen alle Fragen beantworten.“

Das Mädchen grummelte wie ein Bär. Martinius öffnete eine zweiflügelige Tür, die in einen saalähnlichen Raum führte. An der Ostseite des Zimmers flutete das Sonnenlicht durch große Fenster und traf auf der anderen Seite auf deckenhohe Bücherregale. Sirius hatte noch nie in seinem Leben eine solche Anzahl von Büchern gesehen.

Der Raum breitete sich über zehn Meter aus, doch seine Länge übertraf die Breite um das Fünffache. Aus dem Horizont des Zimmers schälte sich ein nussbrauner Schreibtisch heraus, hinter dem ein kahlköpfiger Mann in violetter Robe saß. Der Mann schrieb mit der Hand; flüssig, ohne Pause, ohne aufzusehen.

Martinius hüstelte in seine Faust. Das Mädchen warf dem Sekretär einen verächtlichen Blick zu, schüttelte den Kopf und setzte sich auf einen der Stühle, die vor dem Schreibtisch standen. Es war jener, der am weitesten von Sirius entfernt stand.

Der Mann in der violetten Robe mochte siebzig Jahre alt sein. Mit seinen schmalen Fingern musste er ausgezeichnet Klavierspielen, dachte Sirius. Das Mädchen stampfte mit dem Fuß. Der Sekretär blickte abwechselnd zum Schreiber und zur Nonne.

„Kanzler Valgregor …“

In dem Ton des Mädchens schwang unverhohlene Ungeduld.

„Ich verlange eine Erklärung!“

Zur Bekräftigung knallte sie die Faust auf den Tisch. Unbeeindruckt fuhr der Mann hinter dem Schreibtisch mit dem Geschreibe fort.

„Auch gut“, rief das Mädchen und stand auf. Sie hatte die mandelförmigen Augen zu schmalen Schlitzen verengt und presste die Lippen zu einem dünnen Strich. Dann drehte sie sich um und streifte Sirius mit einem verächtlichen Blick.

Es dauerte eine Weile, bis das Mädchen die ganze Länge des Raumes durchschritten hatte. Als die Tür zuschlug, zuckte der Sekretär zusammen.

In diesem Augenblick sah der Mann am Schreibtisch auf, drehte die Kappe auf den Füllfederhalter und lehnte sich zurück.

„Es freut mich, Sie kennenzulernen, Ermittler Savic. Ich habe Gutes über Sie gehört.“

Lob, fand Sirius, war ein süßer Stachel mit giftigem Inhalt.

„Mein Name ist Valgregor. Meine Aufgabe in der Vatikanstadt ist vergleichbar mit der eines Managers; oder anders ausgedrückt: Ich bin das Mädchen für alles.“

Der Mann lächelte, ohne Sirius aus den Augen zu lassen.

„Eine Berufung, um die man beneidet wird, die aber nicht beneidenswert ist.“

Valgregor hörte auf zu lächeln.

„Sie werden alle Unterstützung erhalten, die erforderlich ist, um den Fall zu lösen. Mein Sekretär“, der violett ummantelte Arm zeigte auf Martinius, „steht Ihnen zur Verfügung. Außerdem habe ich Ihnen unsere beste Ermittlerin zugeteilt. Sie haben sie gerade kennengelernt.“

„Danke“, sagte Sirius nach kurzer Bedenkzeit, „danke, aber nein, danke.“

(…)

© Michael Pick, 2012

Wie die Geschichte weiter geht erfährt man hier:

Michael Haitel (Hrsg.)
ELECTI. STORY CENTER 2011.3
AndroSF 22
ISBN 9783942533355
März 2012, 224 Seiten, Taschenbuch, EUR 13,90 (DE)

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Europa, irgendein Jahrhundert, irgendein Jahr. Der Vatikan ist die letzte kulturelle Hochburg Europas, das letzte Bollwerk von Demokratie, Menschenrechten und funktionierendem Gemeinwesen, umgeben von Dekadenz, Verfall, Verbrechen und Sünde. Irgendwo auf der Welt mag es noch Enklaven geben, die dem entsprechen, was der Vatikan in Europa repräsentiert – aber von ihnen erfährt man nur auf Umwegen, nur in Form vager Informationen und Nachrichten, fast ausnahmslos in Form von Gerüchten.
Und dann geschieht ein Verbrechen …

Friedhelm Rudolph: Electi
Michael Pick: Isola Lucretia
Bernd Illichmann: Die mathematische Formel der Liebe
Isabella Benz: Die Augen der Priester
Arno Endler: Hinter der Barriere
M. E. Rehor: Die elektrische Madonna

Steampunk-Geschichten aus anderen Zeiten …

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