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Federwelt Nr. 96, Oktober / November 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 5. Oktober 2012

Federwelt Nr. 96, Oktober / November 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Oktober / November 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

www.federwelt.de
www.facebook.com/uschtrin.verlag/
www.boerboom-vogt.de

Mein erster Blick auf das Cover von Nr. 96 hat mich gleich an Bart Simpson denken lassen. Und in beiden Fällen – Federwelt und Schule – ist Wiederholung ein probates Mittel, um etwas dauerhaft im Kopf zu verankern. Das Mantra „Ich darf kein Geld verschwenden!“ ist da sicherlich nicht der schlechteste Satz, den man sich immer wieder in Erinnerung rufen sollte. Insofern: Titelbild gelungen! Und …

In Zeiten moderner Technologie – sprich: Internet – sollte man den Artikel von Anke Gasch sehr aufmerksam lesen und befolgen. Ich hatte mich schon vor einiger Zeit mit der VG Wort beschäftigt, bin aber – wahrscheinlich wie viele andere Autoren – an der recht umständlichen Anmeldung gescheitert. Der anschließende Frust sollte uns alle nicht davon abhalten, diesen Weg, wenigstens ein kleines Geld zu verdienen, doch noch zu begehen. „Wissenswertes zur Verwertungsgesellschaft (VG) Wort und dem Wahrnehmungsvertrag“ ab Seite 44.

Jeder Autor gibt seinem Werk einen Titel, zumindest einen Arbeitstitel. Und auch hier kann man sich mehr Gedanken machen, als man vermuten könnte. Jedes Mosaiksteinchen, das einfach stimmig ist und passt, erhöht die Chancen, von einer Literaturagentur oder einem Verlag angenommen zu werden. „Die Titel“ ab Seite 11.

Der Teufel mag das Wort Weihwasser gar nicht hören. Für einen Autor ist es der Begriff Füllwörter. Wie ein Damoklesschwert schwebt dieses Urteil von Lektoren und Korrektoren über dem Haupt – nein, dem Geist – des Schreibenden. In Oliver Uschmanns Schreibwerkstatt – samt einem wirklich guten Link-Tipp – findet man Balsam für die Autorenseele auf Seite 29.

Es klingt wie eine Ergänzung zu meinem Artikel „Was kann ich tun, um ein berühmter Autor zu werden?“:
„Tipps zum Autorenmarketing“ ab Seite 22 und gleich im Anschluss „Checkliste für Lesungen und Buchevents“.

Wie immer bietet die Federwelt aber noch viel mehr und zum wiederholten Male bedauere ich, dass ich dieses Magazin viel zu spät entdeckt habe. Ich möchte es nicht mehr missen.

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Federwelt Nr. 95, August / September 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 5. August 2012

Federwelt Nr. 95, August / September 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, August / September 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

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Einen guten Roman zu schreiben, ist ja schon ein hartes Stück Arbeit und gelingt natürlich nicht jedem. Da kommt man schnell auf die Idee, sich mit einem anderen Autor zusammenzutun und so sich gegenseitig zu inspirieren und zu korrigieren. Außerdem haben zwei Köpfe mehr Einfälle als nur einer. So weit so gut. Ich hab das mal mit einem Autorenfreund probiert. Schon nach wenigen Kapiteln drifteten wir auseinander, wie die Geschichte ablaufen sollte. Auch unsere Stile waren schwer aufeinander abstimmbar. Und jetzt haben das 12 (!) AutorInnen getan. Wie das gehen kann, lesen Sie in diesem Beitrag:
• “Hurra, wir schreiben einen Gemeinschaftsroman!” – Aus zwölf Federn: “Die vierte Zeugin” (Teil 1)

Ein Interview geben? Gerne. Nur ein Bruchteil der Interviews entstehen live, auf einer Messe, in einer Buchhandlung, wo auch immer. Die meisten laufen heutzutage online ab: Man schickt dem Verlag oder Autor die Fragen und bekommt sie irgendwann mit den Antworten zurück. Man hat Zeit sich eine wohlformulierte Antwort auszudenken. Aber im Radio? Da ist jedes lange Nachdenken ein Interesse-Killer und langweilt Zuhörer und Interviewer. Wie man sich darauf vorbereiten kann, finden Sie hier:
• Erfolgreich Radiointerviews geben und akquirieren

„Ich Tarzan, du Jane!“ Ja, wenn Dialoge so einfach wären wie in den guten alten Tarzan-Abenteuern. Oder lieber doch nicht, denn die Handlung und weitere Erkenntnisse haben diese vier Wörter nicht ausgelöst, auch wenn sie uns als TV-Publikum heute noch geläufig sind. Wie es richtig geht, steht hier:
• Textküche (4): Dialoge schreiben

Wann ist ein Autor ein Autor? Erst dann, wenn er eines seiner Werke veröffentlicht hat? Nein, er ist es dann, wenn er sich hinsetzt und zu schreiben beginnt. Über die Qualität sagt das natürlich erst mal nichts aus. Aber jeder Autor, auch die Berühmten, die Reichen, die Bewunderten, haben einmal so angefangen. Einem unveröffentlichten Autor gleich in die Schublade „Nicht publiziert = schlecht“ zu stecken, ist schlichtweg falsch und vor allem: dumm. Nach harter Arbeit, viel Üben und Lernen werden aus Anfängern Profis, manchmal sogar Spitzenautoren, viele andere schaffen es nicht. Sie aber von Anfang an abzukanzeln, macht keinen Sinn und zeugt nur von Einfallslosigkeit oder Neid derjenigen, die sie schlecht reden. Eine Lanze für „erfolglose“ Autoren wird von David Schmidhofer gebrochen:
• „Hören wir auf, erfolglose Autoren zu verspotten“

Und das – und noch mehr – gibt es in der Federwelt 95:
• Wecke den Coach in dir! Interview mit Sabine Asgodom
• Wie man ein gutes Theaterstück schreibt
• 66 Verlagsadressen für SF, Horror, Fantasy, Mystery
• Der Seraph, Phantastische Literatur
• Kommentierter Normvertrag: §5 Nebenrechtsverwertung
• Terminkalender mit Wettbewerben und Stipendien
• Kolumnen von Oliver Uschmann, Goetz Buchholz, Michael Rossié u.v.m.

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Federwelt Nr. 94, Juni / Juli 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 15. Juni 2012

Federwelt Nr. 94, Juni / Juli 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Juni / Juli 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

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Werfen Sie doch mal einen Blick auf das Cover. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind eine der abgebildeten AutorInnen. Uah? Hab ich statt der FEDERWELT ein Horrormagazin erwischt? Nein, Sie sind schon richtig, goldrichtig. Ein klares Statement „JA zum Urheberrecht“ darf da schon mal in so einer drastischen Bildbotschaft dargestellt werden.

Das Internet ist eine fantastische Chance und eine Bedrohung zugleich für alle Kreativen. Es bietet Möglichkeiten, die frühere Generationen nicht hatten und nicht wie wir so einfach nutzen konnten. Aber auch nicht fürchten mussten. Ein Teil der Internetnutzer scheint zu glauben, dass alles und jederzeit verfügbar sein muss und daher auch nichts kosten darf. Doch wenn die Kreativen für ihre Arbeit keine Entlohnung erhalten, wie sollen sie da überleben können? Frei nach der alten Indianerweisheit „… und wenn der letzte Kreative gefällt worden ist, wird der User erkennen, dass man Chips nicht genießen kann“ werden sie aufwachen … und bezahlen müssen, hoffentlich freiwillig.

Aller Anfang ist schwer. Eine Binsenweisheit. Natürlich gilt das auch für einen Text, ob nun für einen längeren oder einen kürzeren. Schon mit den ersten Sätzen, nein, am besten gleich mit den ersten Worten, den Leser in Spannung versetzen; davon träumt jeder Autor. Und das weiße Blatt kann zum Albtraum werden, wenn man sich vor Augen führt, dass der erste Leser ein Agent, ein Lektor, ein Verlagsmensch ist. Welche Worte finden vor seinen professionellen Augen Gnade und Anerkennung? In der Textküche liefern zwei Profis die Zutaten dazu.

Die Artikelreihe zum Normvertrag bietet in ihrem dritten Teil die §§ „Verlagspflicht“ und „Absatzhonorar für Verlagsausgaben“. Die Tücke liegt wie immer im Detail. Genau hinsehen, nachrechnen und VOR der Unterschrift die Unterschiede kennen.

Viele werden nur darauf gewartet haben: „Der gläserne Autor“ Teil 2; Statements von media control, Verlagen und Agenturen. Für mich der interessanteste Beitrag des Heftes. In seiner Kolumne „Ich, der gläserne Autor“ knüpft Stephan Waldscheidt mit dezentem Humor an das Thema an. Hoffnung oder Galgenhumor? Entscheiden Sie selbst; auf jeden Fall lesenswert.

Von den Artikeln „Schreibende Mütter“, „Mentorat als Lehrform“ und „Heben Sie Ihr Backlist-Schätze“ hat mir Letzterer eine Überraschung verschafft und eine fest gefügte Meinung aufgebrochen. Titel aus der Backlist sind weit mehr als bloße Sammlerstücke oder Altpapier.

Im Terminkalender finden Sie aktuelle* Wettbewerbe, Stipendien und Seminare. Schnell reinschauen lohnt sich!

*Ich hatte ja erst vor Kurzem begonnen, die FEDERWELT zu rezensieren und hatte mit den Nr. 92, 93, 94 sozusagen Nachholbedarf. Ab sofort finden Sie aber an dieser Stelle immer das topaktuelle Heft vorgestellt.

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Federwelt Nr. 93, April / Mai 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 15. Juni 2012

Federwelt Nr. 93, April / Mai 2012 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, April / Mai 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

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Den „gläsernen Bürger“ fürchten wir alle nicht erst seit Orwells Dystopie „1984“ oder der ersten Volkszählung. Trotzdem schleudern wir unser Privatleben heutzutage freiwillig und völlig unbeschwert via Facebook in die ganze Welt. Erst langsam schwant so manchem, das er in diesem und anderen sozialen Netzwerken viel zu viel von sich verrät.

Wundert es da, das eine ganze Berufsgruppe – die Autoren und Autorinnen – mehr als nervös werden, wenn sie durch Media Control nicht nur gläsern werden, sondern bis in die letzte Faser ihres Erfolges durchleuchtet werden? Die FEDERWELT packt das heiße Thema zunächst von der Basis an und beleuchtet die Warenwirtschaft des Buchhandels. Frei nach Sun Tzu´s „Die Kunst des Krieges“ sollte man seinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können. Ob Media Control tatsächlich zum Feind von AutorInnen wird, wird sich noch herausstellen.

Was man ebenfalls wissen sollte, ist, wie ein Normvertrag zwischen Autor und Verlag aussieht oder aussehen sollte. Im zweiten Teil „Rechtseinräumungen“ werden Vertragsklauseln wieder kommentiert und wertvolle – weil in bare Münze umsetzbare – Tipps gegeben.

Wie sieht die digitale Welt für AutorInnen aus? Sind E-Books, E-Reader und Online-Leseproben schon der Weisheit letzter Schluss? Im Artikel „Die digitale Zukunft hat auch für Sie schon begonnen“ werden sechs Thesen Ernst Pipers vorgestellt und von Wolfgang Ehrhardt Heinold kommentiert.

In der Textküche wird dieses Mal mit Erzählerstimmen gekocht. Welche Zutaten brauche ich, damit meine Protagonisten nicht alle mit meiner Stimme sprechen, sondern durch Eigenheiten wirklich als Individuen erkennbar werden? Vorsicht Falle! Wer nur Freaks literarisch erschafft, hat eindeutig die Ziellinie übersprungen.

Unter den Kolumnen haben mir besonders Olivers Uschmanns Beitrag in der Schriftstellerwerkstatt gefallen: Der „Arbeitsplatz“ des Autors sollte nicht verschämt in der Kellerecke ein Gefühl des armen Poeten erzeugen, sondern das – berechtigte – Selbstwertgefühl des Autors fördern. Nur wer mit sich im Reinen ist, kann kreativ schreiben. Und diese Kolumne von Stephan Waldscheidt: „Wie ich den Roman des Jahrhunderts schrieb – beinahe“. Ich hab herzlich gelacht, kenne ich doch einige Kollegen, die sich hier wiederfinden dürften.

Sehr ernüchternd – und beruhigend: Michael Rossiés Rezitationskurs. Die Ausgabe 93 bietet natürlich noch viel mehr: Terminkalender, Prosa, Lyrik, Kurzmeldungen, Rezis und, und, und …

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Federwelt Nr. 92 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Erstellt von Galaxykarl am 8. Juni 2012

Federwelt – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren
Nr. 92, Februar / März 2012

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Febr./März 2012
Heft, 19 x 27 cm, 66 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Artikel & Interviews: Sandra Uschtrin
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelfoto: Sandra Uschtrin

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Seit 15 Jahren gibt es sie nun: die Federwelt, die Fachzeitschrift für Autoren und Autorinnen. 66 vollgepackte Seiten, die ich innerhalb zweier kurzweiliger Stunden verschlungen habe. Und ich bin froh, dass ich mit dieser Ausgabe (Nr. 92) die Federwelt nicht nur wie bisher aus der Entfernung registriert habe, sondern endlich auch von innen heraus.

Das Heft startet mit einem Interview mit Nele Neuhaus: „Vom PoD-Aschenputtel zur Ullstein-Prinzessin“. Welcher bislang unveröffentlichte Autor würde nicht gerne ihr „Schicksal“ teilen und sich mittels erträglichen Selbstkosten beim Erstling schließlich zum gut bezahlten Autor mausern wollen? Das Interview zeigt, dass es funktionieren kann: wenn man pfiffig ist und Ideen hat.

Brandneu (eben ab dieser Ausgabe) ist die Textküche: Zwei Textprofis lektorieren eingesandte Leseproben anonymer AutorInnen und zeigen, was sich hinter dem Wort Lektorat verbirgt und wie dies konkret an dem Textbeispiel aussieht.

Unter den Artikeln haben mir „USA – ein Markt für deutsche Bücher?“ und „Leben und Schreiben im Ausland“ besonders gut gefallen. Zeigen sie doch beide, das landläufige Vorstellungen zum „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und romantischem Auslandsleben (á la: „Ich hab eine Villa auf Mallorca“) sehr schnell einer harten und ernüchternden Realität weichen müssen. Weiterhin findet sich der erste Teil eines Normvertrages zwischen Autor und Verlag mit erklärenden Kommentaren im Heft. Auch nicht schlecht, wenn man nicht für alles gleich seinen Anwalt konsultieren muss, sondern sich hier in die Materie einlesen kann. Oder sich gleich das Buch „Traumziel Buch – und wie Sie es erreichen“ anschaffen. ISBN 978-3-932522-15-4 aus dem … na? Richtig. Uschtrin-Verlag.

Bei den Kolumnen gibt Felicia Englmann einen Einblick, wie sie den Sprung in die Verlagswelt geschafft hat, der Terminkalender listet (die inzwischen natürlich nicht mehr aktuellen) Wettbewerbe und Stipendien auf. Interessierte sollten sich also immer schnellstens die aktuelle Federwelt besorgen oder gleich das Jahresabo zum ermäßigten Preis gönnen (6 Ausgaben für insgesamt 36,–  € anstelle des Einzelpreises von 6,50 €).

Wenn es uns möglich ist, werden wir hier immer wieder Ausgaben der Federwelt vorstellen. Denn das diese Zeitschrift AutorInnen mehrfachen Nutzen bietet, kann ich wirklich nur bestätigen.

Copyright © 2012 by Werner Karl

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Buchrezension von Carl Reiner Holdt zu Werner Karls “Danger Zone – Science-Fiction Stories”

Erstellt von Detlef Hedderich am 1. März 2012

Werner Karl
Danger Zone – Science-Fiction Stories
Eine Hommage an The Twilight Zone®

(sfbentry)
Tredition, Erscheinungsdatum: 05.04.2011
Science Fiction
ISBN: 978-3-8424-0091-7
Bindung: Paperback
Seitenanzahl: 188
Titelbild von Crossvalley Smith “2 Million Lightyears from Home”
s/w-Illustrationen von Dennis Glies (1) und Antje Jürgens (2-5)

http://sfbasar.filmbesprechungen.de/fantasy/autorenportrat-werner-karl/
http://www.crossvalley-design.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Danger Zone ist eine Hommage an Twilight Zone®, einer Kult-Serie aus den 50er und 60er Jahren, noch bevor Klassifizierungen wie SCI-FI, Fantasy oder Phantastik üblich waren. Sie lief daher in Deutschland unter dem Titel „Unwahrscheinliche Geschichten“. Und das sind sie auch, die zwölf Stories von Werner Karl: Unwahrscheinliche Geschichten!
Ich habe mich keine Minute gelangweilt. Auch der Ausgang einer Story nahm für mich immer eine überraschende Wendung.

Danger Zone wird im Untertitel als eine Sammlung von Science Fiction Stories angekündigt. Das trifft nur bedingt zu, es handelt sich eher um Phantastische Literatur. Jede Zeit hat ihr eigenes Verhältnis zur Wissenschaft und zu den Verheißungen und Gefahren ihrer Technik. Darin zeigt sich eine gewisse Begrenzung des Genres SCI-FI, weil die tatsächliche Veränderung der Lebensumstände eher selten vorausgesehen und statt dessen nur der Ist-Zustand fortgeschrieben wird. So knüpft auch Danger Zone an das Technikbild der 60 Jahre an:  Lebewesen (ggf. auch exoterrestrische) vor Schaltpulten, „Geräte“ als erratische Blöcke in einem sonst eher psychologischen Handlungsgefüge. Dass Nano- und Gentechnik in naher Zukunft unter die Haut gehen und die Vernetzung von Mensch/ Mensch/ Maschine kurz bevor steht, wird nicht thematisiert. Oft wird überhaupt nicht auf Technik eingegangen. Sie erscheint in der Erzählperspektive vielmehr als Deus ex Machina. Manchmal zeigt sie sich sogar wie ein fremdes Artefakt in den Händen von Barbaren, wenn z.B. Strahl- und Distanzwaffen aus dramaturgischen Gründen lieber im massenhaften Nahkampf eingesetzt werden oder sogar nur als Ergänzung zum guten alten Schwert (Das Lied der Sirene, Die letzte Schlacht).

Kurz: Technik oder wissenschaftliche Spekulationen sind nicht die Themen des Autors. Das tut der psychologisch Relevanz seiner Stories keinerlei Abbruch! Vielmehr liegen para-psychische Fähigkeiten unter dem Stichwort „Mutanten“ in seinem Interesse: Die Geschichten sind bevölkert von Empathen mit besonderen Fähigkeiten (Zerrissene Herzen), Teleportern (Spring!), Gestaltwandlern (Das Lied der Sirene, Der perfekte Spion), der Fähigkeit, das Raumzeit-Kontinuum zu verbiegen (Das Krokodil) – was ich sonst nur aus Iljon Tychys „Sterntagebüchern“ kenne – und vor allem Gedankenlesern und -manipulatoren aller Art (Tage der Bestien, Das Krokodil, Das Lied der Sirene, 500 Pfund Kartoffelsalat).

Getreu der Devise von Dürrenmatt, eine Geschichte sei erst dann aus-erzählt, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen habe, befinden sich die Protagonisten mit wenigen Ausnahmen (Die Blase, Zerrissene Herzen, Zurück auf Anfang) kurz vor eben dieser Wendung. Ob sie ihre Lage einem fundamentalen Missverständnis zwischen Aliens verdanken, selbst dafür verantwortlich oder Opfer einer lieblosen, grausamen und manipulatorischen Mitwelt sind, sei der Neugier und Entdecker-Freude des Lesers überlassen.

Die Geschichten sind stilsicher geschrieben und gut lesbar mit solide aufgebauten Spannungsbögen. Einzig einer Story (Spring!) merkt man die mehrjährige Schaffenspause des Autors aufgrund unnötiger Partizipial-Konstruktionen und verschachtelter Sätze an. Kleinigkeiten, die ein gutes Lektorat beseitigen kann.

Insgesamt kann ich sagen: sehr gerne gelesen!

Copyright © 2012 by Carl Reiner Holdt

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Titel ist auch als Ebook erhältlich

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DEUTSCHLAND: Berliner U-Bahn-Schläger zu mehrjährigen Jugendstrafen wegen versuchten Mordes aus Habgier verurteilt! * KAUFTIPP DER REDAKTION: Schubert, Bernd – Spinner Schläger Messerstecher. Leitfaden für den Umgang mit körperlichen Übergriffen.

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. Dezember 2011

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “de.nachrichten.yahoo – AFP – (…) Die zwei Haupttäter im Alter von 18 Jahren erhielten wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und gefährlicher Körperverletzung sechs beziehungsweise fünfeinhalb Jahre Jugendhaft. Die zwei weiteren Angeklagten im Alter von 18 und 15 Jahren erhielten vier Jahre und neun Monate Jugendhaft sowie vier Jahre Jugendhaft wegen versuchten Mordes in einem Fall und wegen gefährlicher Körperverletzung. (…)”.

Quellenangabe zur Veröffentlichung (gesamte Pressemeldung) hier klicken!

Wie denken denn unserer Leser über dieses Thema? Wir freuen uns über jeden Eintrag in unseren Kommentaren! Wer seine Meinung hier abgibt erhöht ausserdem seine Chancen bei einem möglichen Preisrätsel zu diesem Titel!

BESTELLTIPP DER REDAKTION (ZUM BESTELLEN EINFACH AUF DAS COVER KLICKEN!):

Schubert, Bernd
Spinner Schläger Messerstecher

Leitfaden für den Umgang mit körperlichen Übergriffen

Im Buch blättern

Verlag :      Books on Demand
ISBN :      978-3-8423-6794-4
Einband :      gebunden
Preisinfo :      48,00 Eur[D] / 49,40 Eur[A] / 63,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      ca. 344 S. – 21,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      2. Aufl. 05.10.2011

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In diesem Fachbuch für Sicherheitskräfte wird aufgezeigt, wie man vorgehen sollte, wenn es zu Bedrohungslagen und körperlichen Übergriffen kommt. Von einfachen Belästigungen, bis hin zu Angriffen mit Messern. Ganz hautnah aus der jahrzehntelangen Praxissicht von Sicherheitskräften, quasi vom Profi für den Profi.

Aber auch für den interessierten Laien. Für Wachleute, Türsteher, Polizisten, Ordner, Ladendetektive, Personenschützer oder Justizbeamte. Sowie für Menschen anderer betroffener Berufszweige, wie beispielsweise Taxifahrer, Gastwirte, Pförtner, Flughafenpersonal, Kontrolleure, Ärzte, Schwestern oder Stewardessen. Oder auch für Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel – eben für all diejenigen, die in der Öffentlichkeit zwangsläufig mit den unterschiedlichsten Leuten zu tun haben.

Von unbewaffneten Maßnahmen, bis hin zu Schlagstockgebrauch und Schusswaffeneinsatz, wird hier manches auch kritisch beleuchtet. Es werden Fakten und Erfahrungswerte offengelegt, die bisher teilweise wenig Beachtung finden. Bernd Schubert, über 30 Jahre in der Sicherheitsbranche, als namhafter Sicherheitskräftetrainer und Escrimalehrer tätig, vermittelt hier Erkenntnisse aus erster Hand. Und auch über Escrima erfährt man hier manch Spannendes.

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln mit Pressemeldungen, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens 1 Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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Inderin ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen: Kleinste Frau der Welt misst knapp 63 Zentimeter! * KAUFTIPP DER REDAKTION: Paetz, Nicole: Drei Nummern zu groß – Kinderjahre mit hypophysärem Kleinwuchs.

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Dezember 2011

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “de.nachrichten.yahoo – AFP – Fr., 16. Dez 2011 – (…) Die junge Frau hat Achondroplasie, eine durch eine Mutation ausgelöste Form des Kleinwuchses. Amge, die so groß ist wie ein durchschnittliches vier Monate altes Baby, hat gerade ihren Highschool-Abschluss in der Tasche und möchte Bollywood-Schauspielerin werden. (…)”.

Quellenangabe zur Veröffentlichung (gesamte Pressemeldung) hier klicken!

Wie denken denn unserer Leser über dieses Thema? Wir freuen uns über jeden Eintrag in unseren Kommentaren! Wer seine Meinung hier abgibt erhöht ausserdem seine Chancen bei einem möglichen Preisrätsel zu diesem Titel!

BESTELLTIPP DER REDAKTION (ZUM BESTELLEN EINFACH AUF DAS COVER KLICKEN!):

Paetz, Nicole
Drei Nummern zu groß – Kinderjahre mit hypophysärem Kleinwuchs

Verlag :      edition riedenburg
ISBN :      978-3-902647-32-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      14,90 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 27,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 29.10.2010
Seiten/Umfang :      104 S., zahlr. farb. Fotos – 22,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 20.10.2010

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Talissa Cheyenne wird am 4. April 2003 aufgrund eines HELLP-Syndroms durch einen Kaiserschnitt mehr als 3 Monate zu früh auf die Welt geholt. Alles dreht sich um das kleine Wunder. Doch die extreme Frühgeburt bleibt nicht das einzige Problem: Im September 2007 wird bei Frühchen Talissa die seltene Diagnose „hypophysärer Kleinwuchs“ gestellt – ein Schicksalsschlag.

Von da an beherrschen schmerzvolle Hormon-Spritzen den familiären Alltag. Talissa und ihre Familie lernen erst mühsam, mit dem notwendigen Übel umzugehen. Nicht selten liegen die Nerven blank, Heulkrämpfe und sogar Erbrechen sind an der Tagesordnung.

Mutter Nicole Paetz erinnert sich im Tagebuch: “Jeden Tag, an dem ich meiner Tochter mit den Spritzen wehtue, entferne ich mich ein Stück von ihr. Ich habe das Gefühl, sie zu verlieren, vor allem ihr Vertrauen. Vor meinem inneren Auge sehe ich ein Schild, auf dem steht: ‘Du tust nur ihr Bestes!’ Aber es hilft nicht. Ich fühle mich schrecklich und weiß selbst nicht, was richtig ist. Gegen meinen Willen muss ich Talissa das schmerzvolle Spritzen als etwas Tolles, Sinnvolles und Schönes verkaufen. Dass das Spritzen in der Nacht nicht die Lösung ist, haben wir jedenfalls erkannt. Am Ende wacht Talissa doch immer auf, weint, und unser aller Schlafrhythmus ist gestört. Da wir von jahrelangem Spritzen ausgehen, müssen wir eine andere Lösung finden.”

Kurz vor ihrem siebten Geburtstag schreibt Talissa in einem Brief für ihr Buch: „Heute finde ich das Spritzen nicht mehr so schlimm, weil ich jetzt wachse. Darüber freue ich mich.“

Das hübsche Mädchen hat endlich seinen Weg gefunden und wächst nicht nur körperlich über sich hinaus. Dies bezeugt auch die im Buch abgedruckte Fotostrecke der ersten Lebensjahre Talissas.

Das vorliegende Buch basiert auf Tagebuchaufzeichnungen von Talissas Mutter Nicole. Informationen zum Thema Kleinwuchs / Kleinwüchsigkeit bei Kindern, Wachstumshormone, Wachstumshormonmangel, Wachstumshormontherapie bei Kindern sowie ein Glossar machen das Buch auch für Laien verständlich.

Suchworte: Hypophysärer Kleinwuchs, Diagnose, Ursache für Minderwuchs, Kleinwüchsigkeit, kleinwüchsig, minderwüchsig, Gründe für Kleinwuchs bei Kindern, Wachstumshormon produzieren, Wachstumshormonmangel herausfinden, Ursachen und Arten des Wachstumshormonmangels, partieller Wachstumshormonmangel, schwerer Wachstumshormonmangel, vollständiger Wachstumshormonmangel, Wachstumshormonrezeptorendefekt, Stimulationstests, MRT, Hypophyse, Röntgen linke Handwurzel, Knochenalter bestimmen, Endokrinologie, Frühgeburt als Urache für Wachstumshormonmangel, Spritzen von Wachstumshormonen, Depot-Spritzen, Nasenspray, Spritztraining, Wachstumsfugen geschlossen

Nicole Paetz wurde 1978 im Spreewald geboren. Ihr Wunsch nach Freiheit brachte sie zum Studium nach Hildesheim. Dort lernte sie im Sommer 2000 ihren Mann kennen. Mit 24 Jahren, nach erfolgreichem Studium zur Diplom-Pädagogin, wurde ihre Tochter Talissa Cheyenne in der 26+5 SSW viel zu früh geboren. Das Leben als Mama eines Extremfrühchens hat das Leben von Nicole Paetz seither entscheidend geprägt. In ihrem Buch “Drei Nummern zu groß” (edition riedenburg 2010) verarbeitet sie die ersten, von Frühgeburt und hypophysärer Kleinwüchsigkeit geprägten Lebensjahre ihrer Tochter Talissa, für die sie Tagebuch geschrieben hat.

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DAS WESEN DES HÜTERS – Eine Science-Fiction-Geschichte von Günther Kurt Lietz (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 4/2011)

Erstellt von Günther Lietz am 31. Oktober 2011

DAS WESEN DES HÜTERS

Science-Fiction-Geschichte
von
Günther Kurt Lietz
2002/2011

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages brachen sich in der Atmosphäre und ließen die kahle Wüstenlandschaft von Kadira in einem sanften Orange erstrahlen, das sich zum Himmel hin in ein goldenes Licht wandelte. In weiter Ferne stieg ein kleiner Modulfrachter der Ediken auf gleißenden Flammensäulen in die Höhe empor und ließ den lebensfeindlichen Planeten unter sich.

Nascha-Ra-Hua bedeutet wörtlich übersetzt „Hüter vom Wind“ und war der Name des schlanken Mannes, der einsam auf einer der unzähligen Klippen stand, die das weite Land wie ein gezackter Rahmen umgaben.

Bis auf einen kleinen Lendenschurz war sein gelenkiger Körper nackt und die schwarzviolette Haut badete in der untergehenden Sonne, sog die letzte, energiespendende Strahlung in sich auf. Die Atmung des einsamen Manns war flach und seine Brust hob sich nur unmerklich. Die Borsten im Nacken hatten sich aufgerichtet und filterten lebenswichtige Mineralien aus der Luft.

Der starke Hornkamm Nascha-Ra-Huas zitterte unmerklich. Dort wo er in die Stirn überging prangte eine kleine rote Narbe. Einst hatte sich an dieser Stelle das Nikar-Ra-Kima befunden, eine Körperdrüse. Doch war sie ihm bereits im Kindesalter entfernt worden und hatte so aus dem gewaltbereiten Vokadi einen friedlichen Vokadi-Ras geformt.

Nascha-Ra-Hua spürte den heißen Stein unter seinen Füßen. Er spürte wie der warme Wind über seinen Rücken strich und den Brutbeutel umschmeichelte. Der Blick seiner gelben Echsenaugen folgte dem Frachter, dessen menschlichen Mannschaft und der kostbaren Fracht.

Sie würde ihn finden, das wusste Nascha-Ra-Hua. Doch als sie kam war er trotzdem überrascht. Mit bebenden Nasenlöchern nahm er ihre Witterung auf und spürte dann die Anwesenheit der anderen auf seiner Haut, noch bevor sich eine feingliedrige Hand auf seine Schulter legte.

„Du hast dem Gesetz widersprochen und die Reliquie den Menschen ausgehändigt.“, sagte eine tiefe, warme Stimme. Es war die Stimme von Nima-Natul-Horan, seiner Geliebten.

Nascha-Ra-Hua drehte sich langsam zu ihr um. Seine Augen suchten die Ihren und er versank für einen kurzen Augenblick in ihrer Seele, bevor er sich an einer Erklärung versuchte. „Es stand uns nicht zu, die Reliquie zu besitzen. Sie gehört nicht unserem Volk. Wo war da Recht, frage ich dich? Ich bin der sanfte Wind der Frieden bringt und nicht der Sturm, der Zorn über seine Feinde wirft.“

Nima-Natul-Horan schmiegte sich an ihren Geliebten. Auch sie trug nur einen Lendenschurz und die Reibung ihrer nackten Körper aneinander hatte etwas erregendes an sich. Trotz der gefährlichen Situation. „Das Gesetz schützt unser Volk vor den Außerirdischen. Und vor unseren dunklen Brüdern.“ Sie atmete tief durch ihr drei Nasenlöcher ein und hauchte warme Luft in Nascha-Ra-Huas Mundhöhle. „Ich kenne dich, mein Geliebter. Deswegen fand ich dich vor ihnen. Aber es wird nicht lange dauern bis die Adepten dich gefangen nehmen. Du hast dich dem Hochverrat schuldig gemacht.“

„Habe ich das wirklich?“ Er lachte leise und strich mit der linken Hand über ihren Hornkamm, der sich durch einen starken Knochenschild und scharfe Konturen auszeichnete. Die Ausläufer endeten tief im Nacken, nur zwei Handbreit über dem Geschlechterbeutel. „Wir sind nicht die Richter dieses Universums. Ich kann den Gedanken kaum ertragen, dass wir uns schuldig machen, anderen Spezies ihr Erbe vorzuenthalten.“

Nun war Nima-Natul-Horan daran zu lachen. „Du bist so wunderbar ehrlich.“, sagte sie und schüttelte sanft den Kopf. In diesem Augenblick erlosch das Licht der Sonne endgültig und die Sterne begannen am Nachthimmel zu erblühen.

Die Augen der beiden Vokadi-Ras veränderten sich unmerklich. Das Gelb wurde leuchtender und glitzerte im Sternenlicht. Nascha-Ra-Hua liebte den Augenblick, wenn sich das Sichtspektrum verschob. Er bewunderte die Natur gerne bei Nacht, in der er sah wie am Tage. Nein, in der er besser sah als am Tage. Er glaubte die Wärme sehen zu können, die sich nun aus dem Boden löste und in die kühler werdende Nacht entfloh.

Nima-Natul-Horan schob ihre Hand unter Nascha-Ra-Huas Kinn und schmiegte ihre Wange an die seine. „Erinnerst du dich manchmal an die Kima-Zeremonie? An den Schwur in Frieden zu leben und dem Gesetz zu gehorchen? Nicht nur uns, sondern auch die anderen Wesen des Universums zu schützen? Was du getan hast erschüttert das Gesetz. Vielleicht führt uns deine Tat ins Verderben.“ Ihre Worte waren immer leiser geworden und kaum noch zu vernehmen. Sie glichen einem Flüstern. „Ich habe Angst, Nascha-Ra-Hua. Ich habe Angst, dich zu verlieren. Und ich habe Angst, unseren Frieden zu verlieren.“

„Warum? Was hat die Reliquie mit unserem Volk zu schaffen? Die Ältesten verbergen sich gerne hinter ihren Traditionen. Sie meiden den Kontakt mit den Außerirdischen. Aber diese Menschen sind doch gar nicht so übel. Ich habe sie von einer friedfertigen Seite kennengelernt.“

„Vielleicht trübt deine Zeit als Adept des Botschafters deine Objektivität.“, entgegnete Nima-Natul-Horan schärfer als sie eigentlich wollte. „Die Ediken führen ständig Krieg und verbannen, was sie nicht haben wollen. Und ausgerechnet jetzt sollen sie den Frieden akzeptiert haben? Mein Liebster, die Außerirdischen denken nur an sich selbst. An ihre Macht und an ihren Einfluss.“

Er liebte ihre wütende Art. Vorsichtig strich er mit seinen Fingerkrallen über ihren Hals und lächelte. „Auch wir leben in ständigem Krieg. Nur an der Oberfläche unterscheiden sich unsere Schlachtfelder und Absichten. Doch tief im Inneren ist es nur Tod und Verderben. Auch die Ältesten trachten nach Macht.“

„Vielleicht. Das gebe ich gerne zu. Vielleicht hast du richtig gehandelt. Aber sollten wir uns darüber wirklich Gedanken machen?“ Sie war besorgt. „Lass uns gehen. Lass uns gehen, bevor die Adepten zu nahe sind. Wir könnten in die Wüste fliehen. Ich kenne eine kleine Höhle. Es gibt dort ein wenig Wasser. Irgendwann haben sich die Gemüter abgekühlt und wir können vielleicht zurückkehren. Doch jetzt sind die Leute aufgebracht und werden dich richten wollen. Wir müssen ihnen Zeit geben, um sich zu beruhigen.“

Nascha-Ra-Hua schob sie ein Stück von sich weg und starrte sie fassungslos an. „Was sagst du da? Ich werde mich auf keinen Fall verstecken. Ich habe nichts getan und stehe zu meiner Tat. Ich habe dem Gesetz widersprochen, aber ich hatte Gründe. Die Ältesten werden diese Gründe akzeptieren müssen. Irgendwann werden sie mich verstehen und die Richtigkeit meiner Tat einsehen.“

„Und was ist wenn du erkennst, dass es falsch ist?

„Das werde ich nicht, meine Liebste. Glaub mir.“

„Ras selbst hat die Reliquie empfangen und vor den Menschen verborgen. Willst du ihn in Frage stellen?“

„Ich stelle nicht Ras sondern seine Propheten in Frage. Ich glaube sie kennen die wahre Lehre, aber sie gehen einen falschen Weg.“

„Die Menschen haben dich verdorben.“, warf ihm Nima-Natul-Horan bitter vor. In ihren Augen spiegelte sich eine tiefe Traurigkeit. „Lass uns von hier verschwinden. Bitte, ich flehe dich an.“

Nascha-Ra-Hua fasst sie mit den Händen an den Schultern. „Es wäre falsch, Liebste. Glaub mir. Jeder muss seinen Weg gehen. Ich muss es. Und du musst es auch. Nun bitte ich dich allerdings, deiner Pflicht nachzukommen. Es ist für uns alle das Beste.“

Eine Träne stahl sich aus ihrem Augenwinkel und rann über die zart gezeichnete Wange. Sie stoppte kurz in einem winzigen Grübchen, um dann ihren Weg fortzusetzen. „Sie werden es nicht verstehen.“, sagte sie leise und traurig, schüttelte sanft ihren Hornkamm und löste sich von ihm.

Nima-Natul-Horan trat einen Schritt zurück und tastete zu ihrem Lendenschurz hinunter. Nur zögerlich betätigte sie den Signalgeber und gab ihren Kameraden damit ihre Position und auch die seine bekannt. Sie tastete zu ihrer Stirn hoch und berührte den Sensor unter der Kopfhaut. „Adeptin Nima-Natul-Horan meldet den Gesuchten gefunden zu haben. Er hat sich freiwillig gestellt. Ich bitte um einen Transport zur Hauptstadt.“

Sie lauschte den Worten in ihrem Ohr, nickte mehrmals leicht und schaltete dann das Kommunikationsimplantat wieder ab. „Sie werden es nicht verstehen.“, flüsterte sie und ließ dann stumm ihren Tränen den Lauf. Nascha-Ra-Hua fasste sie sanft am Kinn und drückte seine Stirn an die ihre.

***

Die Zelle war klein und kahl. Sie war aus Sandstein erbaut und mit Bakterien gesichert worden. Eine in der Decke verborgene Beleuchtung spendete sanftes, orangenfarbenes Licht. Die einzige Türe nach draußen bestand aus Kunstfasern und war geschlossen.

An einer Seite des Raums war ein Quader aus der Wand gefahren, auf dem ein dünner Kalkstein lag. Nascha-Ra-Hua hatte es sich darauf bequem gemacht und ließ die letzten Tage vor seinem Auge nochmals vorbeiziehen.

Die Ältesten hatten sich stumm seine Worte angehört und zur Beratung zurückgezogen. Das war mehr als er verlangen konnte. Und obwohl ihn Nima-Natul-Horan gewarnt hatte, war die Verkündung des Urteils für ihn ein Schock.

Die Ältesten sahen vom Todesurteil ab, straften ihn aber mit dem Exil. Nascha-Ra-Hua war verdammt worden, auf einer entlegenen Kolonie sein Dasein zu fristen. Auf den ersten Blick war es eine schwere Strafe, fernab der Heimat und Muttersonne leben zu müssen. Doch konnte er aus dem Exil weiterhin wirken. Vielleicht konnte er sein Volk sogar aufrütteln und sie aus der Isolation führen.

Nascha-Ra-Hua erschrak als die Türe mit einem schabenden Geräusch zur Seite glitt. Vor ihm stand Nima-Natul-Horan, gekleidet in einen sandfarbenen Tarnanzug. Hinter ihr standen zwei Männer und blickten sich nervös um.

Nima-Natul-Horan stürzte auf Nascha-Ra-Huar zu, der aufgesprungen war, und fiel in seine Arme. „Wir müssen uns beeilen, Geliebter.“, flüsterte sie und hauchte ihm warm ins Gesicht. „Wir haben nur ein kleines Zeitfenster, bis die Sensoren wieder normal arbeiten.“

Nascha-Ra-Hua war froh Nima-Natul-Horan zu sehen. Dennoch schob er sie von sich weg. Er schüttelte heftig den Kopf. „Zu fliehen wäre der falsche Weg. Ich nehme die Strafe an. Egal wohin sie mich schicken, ich werde kämpfen, um den Vodokai-Ras meine Ansichten zu verdeutlichen.“

„Jetzt ist keine Zeit zum Diskutieren. Es ist nicht von Belang was Recht ist. Nascha-Ra-Hua, wenn du hier bleibst wirst du wirklich kämpfen müssen. Die Ältesten haben dich verschont, weil sie keinen Märtyrer gebären wollen. Sie schicken dich ins Exil, um den Mantel des Vergessens über dich auszubreiten. Sie wollen dich nach Amar-Kadi schicken.“ Sie schluckte schwer und ihr Hornkamm zitterte. „Nach Amar-Kadi.“, wiederholte sie ängstlich.

Schreckliche Bilder von einem verwüsteten Planeten und blutigen Schlachtfeldern blitzten vor Nascha-Ra-Huas Augen auf. Bilder von Tod und Verderben. Brüder die gegeneinander kämpften. Licht und Schatten eines Volks schlugen dort eine immerwährende Schlacht. „Ist das wahr?“ fragte er, um Beherrschung ringend.

Nima-Natul-Horan nickte. „Ich habe es eben erfahren. Freunde die mir teuer sind werden uns bei der Flucht helfen. Lass uns gehen. Bitte.“

Wieder nickte er, ließ sich von ihr an der Hand nehmen und aus der Zelle führen. Nima-Natul-Horan klebte einen Signalgeber an die Wand, der Nascha-Ra-Huas Lebenszeichen vortäuschen würde. So konnten sie sich ein wenig Zeit erkaufen.

Die beiden Nascha-Ra-Hua fremden Männer führten die Flüchtlinge sicher durch die unterirdische Anlage nach oben. Sie kannten sich aus und umgingen die Alarmsensoren. Ihre Hilfe konnte mit dem Tod bestraft werden. Doch sie schienen vor einer Strafe keine Angst zu haben, sondern sorgten sich vielmehr um Nascha-Ra-Huas Leben.

Am Ziel angelangt standen sie auf einem kleinen Sandplatz. Ein zweisitziges Schwebekrad stand bereit, die Packtaschen prall gefüllt. Während Nascha-Ra-Hua hinten aufsaß und die Sicherheitsgurte anlegte, verabschiedete sich Nima-Natul-Horan von den beiden Männern.

„Wir sind euch für eure Hilfe dankbar. Ihr habt selbstlos gehandelt.“

Einer der Männer schüttelte sanft den Kopf. „Nein, das war nicht selbstlos. Nascha-Ra-Hua ist ein wahrer Hüter des Wissens. Er weiß wann es Zeit ist loszulassen. Wir leben in selbstgewählter Isolation, spielen uns arrogant als Hüter des Universums auf und vergessen dabei, dass wir die anderen Völker nicht vor sich selbst, sondern vor uns schützen sollten. Seine Ideen und Erkenntnisse sind auch die unseren. Mit ihm haben wir einen Mann, dem wir lauschen und von dem wir lernen können. Vielleicht wird es ihm irgendwann gelingen, ein Umdenken zu erreichen. Wir dürfen nicht gegen die anderen Völker leben, sondern wir müssen mit den anderen Völkern leben. Nur so kann es uns gelingen der Bedrohung Herr zu werden, die aus unseren eigenen Reihen kommt.“

Nima-Natul-Horan drückte ihm sanft die Schulter. „Gut gesprochen, mein Freund. Unsere Herzen schlagen in einem gemeinsamen Wohlklang. Ich liebe Nascha-Ra-Hua und werde ihm helfen. Ob wahr oder falsch ist mir egal. Gemeinsam sollten wir alle unsere Ziele erreichen. Auch wenn sie verschieden aussehen, so sind sie doch alle gleich. Wir wollen in Frieden leben. Jeder.“

Nima-Natul-Horan drehte sich um, lief auf das Schwebekrad zu und ließ ihr altes Leben zurück, um ihrem Herzen zu folgen.

Ende

Copyright (c) 2002/2011 by Günther Kurt Lietz

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen20110122082624-7f63d0a3-100-30-100.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

BUCHEMPFEHLUNG DER REDAKTION:

DAS BUCH AUS DEM DIE VORLIEGENDE STORY STAMMT IST NOCH LIEFERBAR UND KANN BESTELLT WERDEN!

Welten voller Hoffnung
Anthologie. Sciencefiction, Fantasy, Phantastik. Kurzgeschichten

Herausgegeben von Jung, Barbara / Brüschke, Olaf
Verlag :      BeJot-Verlag
ISBN :      978-3-934582-11-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      13,00 Eur[D] / 13,40 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Seiten/Umfang :      228 S. – 15,5 x 22 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      09.2002
Gewicht :      370 g

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Die verschiedenen Geschichten (auch Gedichte) dieser Anthologie entstammen den Genres Science Fiction, Fantasy, Phantastik und Horror. Für das Projekt konnten zahlreiche Autorinnen und Autoren gewonnen werden, die sich in der Science Fiction bereits einen gewissen Namen gemacht haben. …

Sie beschäftigen sich auf unterhaltsame und spannende Weise sowohl mit zwischenmenschlichen als auch sozialen Problemen unserer künftigen oder einer fiktiven, fremden Welt. Dabei wird von Hoffnungen erzählt, die Lebewesen hegen, seien sie nun Bewohner eines realen oder eines fiktiven, phantastischen Lebensraums. Manche dieser Hoffnungen gehen in Erfüllung, andere nicht … Nicht zuletzt zeigen einige Geschichten, dass es auch in Zukunft möglich sein wird, mit ein wenig Nächstenliebe oder Menschlichkeit viel Not und Leid zu lindern.

Die großen, gesellschaftlichen Zusammenhänge finden nur am Rande Berücksichtigung. Vielmehr drehen sich die unterschiedlichen Beiträge um das Verhalten gegenüber dem direkten Kontrahenten, sei es Freund oder Feind, wobei es durchaus vorkommen mag, dass es sich bei dem Widersacher um die eigene Person handelt.

Leseproben:

“Imago
Claudia Toman

Die Rufe waren laut und ängstlich, überall im Berg verbreitete sich das unheimliche Gerücht und wurde zur schrecklichen Gewissheit. Etwas Furchtbares war bei den Arbeiten im ersten Stollen gefunden worden, etwas so Entsetzliches, dass ihr gesamtes Zuhause in Gefahr war. Niemand konnte diese Gefahr beim Namen nennen, und keiner wusste genau, was das für eine Entdeckung war, aber als man es zur Maahm gebracht hatte, war die Alte in Tränen ausgebrochen, und nun war man sicher, dass es nichts Schlimmeres geben konnte als das Ding aus dem ersten Stollen.

Die Maahm war die Älteste der Überlebenden im Berg, meist schlief sie oder sang vor sich hin, und nur ganz selten schrie sie noch oder jammerte. Für die Menschen war sie eine Heilige, eine Lebende der letzten und ersten Stunde, sie war die Einzige, die sich noch daran erinnern konnte, wie die Überlebenden vor vielen Dutzenden von Jahren in den Berg geflohen waren, alle anderen, die mit ihr gekommen waren, waren längst tot. Schon seit langem hatte die Maahm nicht von früher gesprochen, es war, als hätte sie ihre Geschichten mit der Zeit verloren, und ein halbes Jahrzehnt war sie nun völlig  …”

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

“Die Zeit des Peter W.
Bodo Kroll

Alles war ganz harmlos! Ich stand gerade in der Küche, als mir plötzlich schwindlig wurde. Mein Sehvermögen trübte sich für einen kurzen Moment. Es war, als ob der Bildschirm meines Computers nur noch eine ganz große Pixelauflösung hätte. Die Konturen wurden rasterhaft, die Farben reduzierten sich auf Schwarz und Weiß.

Auf einmal war alles wieder ganz normal.

Verwundert griff ich nach dem Wasserkocher, um den Tee für meine Frau und mich aufzugießen. Die Tassen standen vor mir auf der blau gesprenkelten Arbeitsplatte der weißen Einbauküche.

Der Kocher war irrsinnig schwer! Es war, als ob meine Hand überhaupt keine Kraft mehr hatte. Mühselig drückte ich den Wasserkocher in Richtung Tassen wie durch einen zähen Schleim.

Meinem Gefühl nach hatte ich Minuten gebraucht, um das Gefäß über die Tassen zu bekommen. Schweißperlen standen mir auf der Stirn.

Noch verrückter verhielt sich das Wasser! Es …”

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

“Logbuch
Corina Bomann

Washington Post, 27. Mai 2005
Sensationeller Fund in der Wüste von Nevada

Wie unsere Korrespondenten melden, handelte es sich bei der Kapsel, die Forscher bei Ausgrabungen zutage gefördert haben, wahrscheinlich um eine Botschaft außerirdischer Wesen, die, sofern ihre Echtheit bestätigt wird, unsere Theorien von der Evolution vollständig über den Haufen werfen und eine neue Debatte in der Erforschung der Menschheitsgeschichte entfachen wird. Noch wird die gesamte Angelegenheit top secret behandelt, unseren Reportern ist es allerdings gelungen, einen kleinen Blick auf das Material zu werfen, das unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen von internationalen Expertenteams untersucht wird.

Hier ein Teil der Übersetzung, die mit Hilfe modernster Computertechnologien erstellt wurden.

*
Ausriss aus dem Logbuch der Askareon, Tag 32 des Monats Dekaron, 6. Jahr nach Exodus

Nachdem nun genau fünf Jahresspannen vergangen sind, seit wir unseren Heimatplaneten Terra Numera verlassen haben, möchte ich diesen Tag dazu nutzen, neben den kalten technischen Daten unserer Reise etwas von unserer Geschichte zu erzählen. Der Grund ist simpel: Die Hoffnung, einen geeigneten Planeten zu finden, auf dem wir uns niederlassen können, schwindet mit jedem Tag …”

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

“Tausend Stimmen, längst verstummt
Armin Rößler

Flood fühlte seine Ohnmacht wachsen. Unbedeutend stand er da, ein winziger Punkt, und vor ihm ragte mächtig die Zitadelle auf. Das imposante Bauwerk war viel zu groß, um von einem Menschen in seiner Gesamtheit überblickt werden zu können. Sein Herz pochte laut, doch seine Gedanken waren halb betäubt. Ein lang ersehnter Traum ging in Erfüllung, aber just in diesem Moment erfüllte ihn nur noch Hilflosigkeit. Die unmittelbare Nähe zu seinem großen Ziel ließ ihn fast zurückschrecken. Wie viel einfacher wäre es, diesen letzten Schritt nicht zu tun! Der Antrieb, der ihn seine Zweifel überwinden ließ, kam letztlich aus ihm selbst. Jetzt aufzugeben, hieße, das Sehnen und Bangen beinahe seines ganzen Lebens zu verraten.

Das Tor, breit und hoch, öffnete sich geräuschlos. Nur ein schwacher Lichtschimmer drang aus dem Loch in der schwarzen Mauer. Bewegung kam in die kleine Menschengruppe, die andächtig davor verharrt hatte. Flood folgte den anderen wie ein Schaf seiner Herde. Ein alter Mann erwartete sie. Schon rein äußerlich kein Aurel. Zumindest nicht, wenn die vagen Berichte die Wahrheit erzählt hatten, denen Flood in der Vergangenheit so fasziniert gelauscht hatte. Dennoch musste der Alte offensichtlich ein Mensch sein, der schon seit langer Zeit im Inneren der Zitadelle lebte. Die Farbe seiner …”

Biographie:

Barbara Jung, wohnt und arbeitet in Frankfurt am Main. Die Protagonisten ihrer Bücher und Geschichten rekrutieren sich zumeist aus Vertretern von Minderheiten. Veröffentlichung von Science-Fiction-Romanen und Fantastik-Thrillern (sämtlich auch als eBooks) und Kinderbüchern, ferner zahlreiche Kurzgeschichten und Lyrik in Anthologien und Magazinen sowie Artikel in Literaturzeitschriften.

Bibliographie:

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Trauermarsch
296 S., 15,24 €, ISBN 3-93482-03-6
Im Buchhandel als Libri Book on Demand
Preis für die eBook-Editionen: 5,09 €

Tattoos
312 Seiten, 15,85 € – ISBN 3-934582-05-2
In jeder Buchhandlung als LIBRI Book on Demand
Preis für die eBook-Editionen: 5,09 €

Kreuzzug des Hasses
297 Seiten, 14,78 € – ISBN 3-934582-00-1
In jeder Buchhandlung als LIBRI Book on Demand
Preis für die eBook-Editionen: 5,09 €

SAKOTA’S PARADISE
LOST PLANETS Bd.1
Book on Demand
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, September 2000
Paperback
ISBN 3-934582-07-9 – 530 Seiten – 25,51 €
Preis für die eBook-Editionen: 6,60 €

RRIXSIEH = HOFFNUNG
Lost Planets Bd.2
Book on Demand
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, Oktober 2000
Paperback
ISBN 3-934582-08-7 – 600 Seiten – 27,61 €
Preis für die eBook-Editionen: 6,60 €

SPACE ROVERS
Lost Planets Bd.3
Book on Demand
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, November 2000
Paperback
ISBN 3-934582-09-5 – 384 Seiten – 19,17 €
Preis für die eBook-Editionen: 6,60 €

PLANETS OF NO RETURN
Lost Planets Bd.4
Book on Demand
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, Dezember 2000
Paperback
ISBN 3-934582-10-9 – 386 Seiten – 19,17 €
Preis für die eBook-Editionen: 6,60 €

Welten voller Hoffnung
Hrsg.: Barbara Jung / Olaf Brüschke
Kurzgeschichten aus den Genres
Sciencefiction / Fantasy / Phantastik
BeJot-Verlag Frankfurt am Main 2002
Paperback, 228 Seiten; ISBN: 3-934582-11-7
Preis: 13,00 Euro

DELFINE IM NEBEL
Hrsg.: Udo Mörsch
Geschichten von Emily
Unterhaltsame und fantastische Geschichten aus der Welt eines kleinen Mädchens,
ab ca. 4 J., 100 Seiten,
liebevoll illustriert mit vielen lustigen Zeichnungen.
ISBN 3-934582-04-4,
7,62 Euro Bestellen beim Buchhandel als Book on Demand

Marco Mars
Bd. 1: Die Entführung
BeJot Frankfurt a. Main 2003,
ISBN 3-93458216-8, 124 Seiten,
8.00 EURO

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Die Frankfurter Buchmesse 2011 – oder: die Geschichte eines (fast) perfekten Tages

Erstellt von Galaxykarl am 17. Oktober 2011

Die Frankfurter Buchmesse 2011
oder: die Geschichte eines (fast) perfekten Tages

06:00 Uhr Coburg

Pünktlichste Abfahrt mit zwei Bussen, vollgestopft mit dem fränkischen Kontingent der Büchersüchtigen; 100 Freunde des gedruckten Wortes, quer Beet durch alle Altersgruppen. Organisiert durch die Buchhandlung Riemann, Coburg. Es ist schweinekalt, aber die Damen der Buchhandlung sind hellwach, freundlich und kompetent. Teilnehmer checken, ein Survivalpack verteilen, bestehend aus Riemann-Stoffbeutel (der später noch eine wichtige Funktion erfüllen wird), Infomaterial zur Messe, Tagesablauf, Notfallnummern, ein Apfel, ein Schokoriegel als Energiespender und ein Stift.

07:15 Uhr

Wir erreichen die Autobahn und kurz darauf werden heißer Kaffee und Gebäck gereicht. Die Stimmung ist gut, unser Fahrer Steffen fährt, als würde er als Engel eine Wolke steuern und keinen Bus, so sanft schaukeln wir dahin. Mein Sitznachbar – ein älterer Herr – schweigt und ich will ihn nicht zur Morgenstunde zutexten und aus seiner Meditation oder seinen Gedanken reißen. Vielleicht geht er wie ich im Kopf schon den Tag durch: Hallenpläne, feste Zielpunkte, Termine, Ansprechpartner. Ich zücke meinen Terminkalender und versuche eine beste Route zu konstruieren.

08:30 Uhr

Nach einer freundlichen Begrüßung durch eine Mitarbeiterin der Buchhandlung ertönt eine Audio-Information der Frankfurter Messeorganisation. Professionell schildern abwechselnd eine männliche und eine weibliche Stimme, was auf uns zukommt, bzw. auf was wir zusteuern. Das Leitsystem und die Belegung der Messehallen werden erläutert und ich denke: Super, typisch deutsch. Wenn wir was können, dann organisieren. Und ich meine das nicht ironisch. Ich erinnere mich an frühere amerikanische Geschäftspartner, die dies kurz und prägnant formulierten: „You are a german, you’re prepared!“ Recht hatten sie.

09:10 Uhr

Wir treffen auf dem Messegelände ein: Einen gut gemeinten Rat, wir sollten doch unsere Mäntel im Bus lassen, ignoriere ich. Schließlich ist es immer noch schweinekalt. Ein kleiner Fußmarsch vom Parkplatz im kalten Schatten der riesigen Messegebäude zum Shuttlebus, der uns ins ferne Zielgebiet bringen soll, bestätigt mich in meiner Entscheidung. Später werde ich es bereuen.

09:20 Uhr

Mich trifft der Schlag: Massen von Menschen drängen sich schon vor den Gebäuden und Eingängen, die Rolltreppen sind Lindwürmer aus Tausenden Besuchern, die sich – ohne eine Lücke zu zeigen -, Etage für Etage noch oben wälzen. Dazwischen bunte Tupfer von Comic- und Manga-Fans, die an dem Cosplay-Wettbewerb teilnehmen oder sich einfach auch nur die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen, sich ein wenig exhibitionistisch zu verhalten.

Und dann hält mich nichts mehr auf. Bilde ich mich mir ein. Ich kämpfe mich durch dichte Menschenströme, garniert mit Kinderwagen, in denen vom Säugling bis zum Kleinkind alles vertreten ist. Was zur Hölle tun diese Eltern den Kindern an? Die Kinder sind jetzt schon genervt, müde, plärren und machen den Eltern und allen anderen Stress und ein Vorankommen schwer. Kaum hat man solche Stolpersteine überwunden, trifft man auf die zweite Kategorie von nervtötenden Besuchern: die mit einem Seekoffer großen Rollwägelchen ausgestatteten „Sammler“. Es wird alles eingepackt, was der Stand freiwillig – und wie ich beobachtet habe, auch unfreiwillig – hergibt. Eine weibliche Standbesatzung darauf angesprochen, lächelt und klärt mich auf: „Es wird immer geklaut, bei der Größe des Standes und dem Gedränge lässt sich das gar nicht vermeiden.“ Sie lächelt noch breiter: „Und je mehr unserer Bücher geklaut werden, desto mehr liegen wir mit unserem Angebot richtig.“ Ich bin baff. Sie lächelt immer noch, als sie mir eröffnet, dass dies in den Messekosten mit einkalkuliert ist. Und natürlich auch in den Buchpreisen. Na, super. Das war´s aber auch schon mit den kleinen Minuspunkten.

Denn ab jetzt pilgere ich von Stand zu Stand, bevorzugt bei den Verlagen, die uns, also den sfbasar und das Buchrezicenter mit Rezensions- und auch Verlosungstiteln ausstatten. Bei gut der Hälfte der Verlage ist meine Visitenkarte fast unnötig, man kennt uns. Ich freue mich, frage gezielt nach unseren Kontaktpersonen aus den Presse-, Vertriebs- und Marketingabteilungen und habe bei einem Drittel tatsächlich Glück, bei den anderen zwei Dritteln ist man freundlich und bereit, die aktuellsten Rezi-Wünsche aufzunehmen. Bin gespannt, ob die alle eintreffen. Einen guten Teil hätte ich auch mitnehmen können, aber wer will sich mit 30 Kilo Papier durch die Hallen kämpfen? Trotzdem kann ich bei einigen Titeln nicht Nein sagen und der Rucksack füllt sich zunehmend.

Mein Weg führt mich auch an den Stand von BoD, Book-on-Demand, Norderstedt. Ich mustere die Präsentation, als mich eine rattenscharfe blonde Mittdreißigerin anlächelt und fragt, was ich für einen Wunsch habe. Ich denke: Mädel, solche Fragen solltest gerade du nicht stellen und außerdem bin ich glücklich verheiratet. Sie schiebt, immer noch lächelnd, nach: „Kaffee oder Cappuccino?“ Letzteres. Bis zum Eintreffen der Pressedame versuche ich, in dem Angebot eine Linie, eine Struktur, ein Programm zu finden. Es gelingt mir nicht; dafür ist der Cappuccino erstklassig. Als die Dame schließlich auftaucht, beginne ich ganz locker mit einer Killerfrage: „Durch was unterscheiden Sie sich von den verteufelten DKZV (Druckkostenzuschussverlagen)? Sie holt Luft und spult ihr Programm ab: 39,– € für das „Grundpaket“, soll heißen: Erteilung einer ISBN-Nr. (die lt. meinem Kenntnisstand 78,– € kostet) und Listung in 1.000 (!?) Verkaufsplattformen á la Amazon, Booklooker, Buch24 usw. usw. Wir haben BoD-Titel rezensiert und brav auf solche Plattformen verlinkt und oft genug die Meldung bekommen: „Titel nicht bekannt / nicht verfügbar“. Woran das läge? Wir sind zu schnell. Aha, verständlich, schließlich mag es ein wenig dauern, einen neuen Titel in 1.000 Listen einzutragen. Wie viele Autoren werden von BoD betreut? Die Antwort hat mich umgehauen: 30.000! Zu dieser Zahl kein Kommentar, sie spricht für sich. Für die unter uns, die rechnen und noch nachdenken können.

Am Stand von Klett-Cotta stoße ich durch Zufall auf den Verantwortlichen für E-Books. Auf meine Frage, wie es in seinem Hause damit aussieht, bekomme ich die überraschende Aussage, dass gerade einmal 0,4 % des Geschäftes mit elektronischen Büchern stattfinden. Vielleicht liegt es hier auch am Genre, dass Klett-Cotta mit seiner elitären High-Fantasy Hobbit-Presse rund um das Werk von Tolkien bedient. Es passt einfach nicht, sich in epische Legenden und Schlachtenwelten zu begeben und dabei ein Ding aus Metall und Plastik auf dem Schoss zu haben. Bei anderen Verlagen mag dies anders sein. Wir Deutsche sind halt nicht die Amerikaner. In kleineren Städten gäbe es dort schon gar keine Buchhandlungen mehr, da der Bedarf über Verkaufsplattformen laufe und sich keine klassische Buchhandlung dort halten kann. In den Großstädten sieht es aber gottlob wieder anders aus. Der Rest ist eben dann elektronisches Lesefutter. Ich denke: glückliches Deutschland.

13:10 Uhr

Ein Blick auf die Uhr und der nächste Spurt beginnt. Um 13:30 Uhr darf ich Ralf Isau (Fantasyautor im Bereich Jugendbuch und Erwachsene) interviewen. Am verabredeten Stand ist er nicht, ach ja, der publiziert ja mittlerweile vorwiegend bei Randomhouse/cbj. Also wieder durch die ganze Halle zurück und ich komme leicht derangiert am Stand an. Die Pressedame erwartet mich schon und führt mich erfreulicherweise in ein kleines Kabuff, in dem wir vor den Blicken der Besucher wenigstens minimal abgeschirmt, das Interview in Ruhe abhalten können. Ich habe gerade noch ein paar Minuten Zeit mich wieder in Ordnung zu bringen und das Aufnahmegerät bereit zu machen, als er auch schon in Begleitung seiner Frau kommt. Ruhig, gelassen, sichtlich entspannt, trotz all der Hektik draußen. Er ist ein angenehmer Typ, das spüre ich in der ersten Minute. Das ganze Interview findet ihr (in Kürze) HIER.

Kaum fertig klingelt das Handy. Meines? Oder das der zig Leute um mich herum? Nein, meines. Die nächste Autorin, Nicole Steyer, fragt, wo ich stecke. Wieder durch die Halle, anderes Gebäude und da steht sie. Wir sprechen über ihre Kinderbücher, ihren 2012 erscheinenden Historienroman-Erstling bei Droemer-Knaur und die Verlagsbranche. Wir vereinbaren locker ein Interview und gehen gleich nach einem Gespräch mit einem Verlagsrepräsentanten zu einem verspäteten Mittagssnack ins Freie. Frischluft und ein bisschen weniger Menschen tun uns gut. Ich merke, wir sind Seelenverwandte, sie „tickt“ wie ich. Wir tauschen uns aus über Agenten, Lektoren, Marketing, Buchlesungen und all die Dinge, die nach dem Schreiben eines Rohtextes auf eine/n Autor/in zu rollen. Wer hier keine Wadelbeißernatur hat, wird scheitern, soviel steht fest.

15:45 Uhr

Die Zeit drängt; Nicole muss weg und ich hab auch noch fünf Verlage auf der Liste. Verdammt, in die Halle mit den Agenturen schaffe ich es nicht mehr. Egal, ich hab meine Agentur und scheinbar zu meinem großen Glück schon wieder eine Seelenverwandte in Form meiner Lektorin gefunden. Ne´ Rechtschreibfanatikerin wie ich. Ich entere die nun erfreulich dünner besetzten Rolltreppen und grinse über die ermatteten Messeopfer, die sich an allen Ecken und Enden zu Boden werfen und ihre Füße massieren oder erst mal durchatmen. Schnell noch ein Foto von einer Truppe Cosplay-Kandidaten gemacht. Ich zieh´ mein Programm fast im Laufschritt durch und ergattere noch ein paar Bücher für Recherchen zu Waffen, den Kelten, eines meiner Lieblingstiere, dem Wolf und eine Abhandlung über mittelalterliche Küche.

16:50 Uhr

Was hat man uns geraten? „Rechnen Sie mit langen Wegen zurück zum Parkplatz; wir fahren pünktlich ab.“ Die Drohung in den Worten war kaum zu überhören, wobei ich glaube, dass die Mädels der Buchhandlung Riemann eher einen Suchdienst engagieren würden, als ohne komplette Gruppe abzufahren. Ohne Stress komme ich rechtzeitig am Parkplatz an. Upps, wo ist der Bus? Auf jeden Fall nicht dort, wo er sein sollte. Ich blinzle ein wenig ratlos in die tief stehende Sonne. Da fallen mir ebenfalls verwirrte Leidensgenossen ins Auge. Sie tragen wie ich einen Riemann-Stoffbeutel bei sich. Aha, beim Mittagssnack auf dem Heyne-Empfang wurde das erwähnt. Verdammt, denn hatte ich aus Zeitgründen ausgelassen. Ausgerechnet Heyne! Nächstes Jahr passiert mir das nicht mehr, ich schwöre es. Nicht wegen der belegten Brötchen, sondern wegen der Chance, relevante Leute eines Verlages kennenzulernen.

17:30 Uhr

Die Uhr wird in Zukunft nach der Riemann-Zeit gestellt; geht genauer als die Atomuhr in Braunschweig. Die Stimmung ist locker und jeder hat was zu erzählen. Mein morgens noch stummer Nachbar entlarvt sich als pensionierter Notar, der schon 16-mal mit Riemann zur Buchmesse gefahren ist. Wir verfallen nach kurzer Zeit in ein angeregtes Gespräch zu E-Readern und E-Books. Frau Irmgard Clausen, die Chefin der Buchhandlung, stößt zu uns und sprüht vor Freundlichkeit und Fachwissen. Sie erkundigt sich nach unserem Tag und erntet allenthalben positive Äußerungen. Ich versichere ihr, dass sie mich jetzt auch in den nächsten 15 bis 20 Jahren an der Backe hat und kündige ihr diesen Bericht an. Ein Gläschen O-Saft mit oder ohne Prosecco verkürzt die Zeit bis zum Eintreffen in Coburg.

21:30 Uhr

Endlich Zuhause; ich gönne mir ein Dunkles, eine Dusche und sinke ins Bett. Anstelle von Schäfchen zähle ich Bücher, Bücher, Bücher …

Copyright © 2011 by Werner Karl

P. S. In dem Preis von 38,– € waren also die Hin- und Rückfahrt, die kleinen Verpflegungen, die Tageskarte und der Mittagssnack bei Heyne enthalten. Bücherherz, was willst du mehr?
P. P. S. Unter allen fett gedruckten Wörtern findet ihr Links zu den entsprechenden Namen.

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