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DEUTSCHLAND: Berliner U-Bahn-Schläger zu mehrjährigen Jugendstrafen wegen versuchten Mordes aus Habgier verurteilt! * KAUFTIPP DER REDAKTION: Schubert, Bernd – Spinner Schläger Messerstecher. Leitfaden für den Umgang mit körperlichen Übergriffen.

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. Dezember 2011

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “de.nachrichten.yahoo – AFP – (…) Die zwei Haupttäter im Alter von 18 Jahren erhielten wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und gefährlicher Körperverletzung sechs beziehungsweise fünfeinhalb Jahre Jugendhaft. Die zwei weiteren Angeklagten im Alter von 18 und 15 Jahren erhielten vier Jahre und neun Monate Jugendhaft sowie vier Jahre Jugendhaft wegen versuchten Mordes in einem Fall und wegen gefährlicher Körperverletzung. (…)”.

Quellenangabe zur Veröffentlichung (gesamte Pressemeldung) hier klicken!

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BESTELLTIPP DER REDAKTION (ZUM BESTELLEN EINFACH AUF DAS COVER KLICKEN!):

Schubert, Bernd
Spinner Schläger Messerstecher

Leitfaden für den Umgang mit körperlichen Übergriffen

Im Buch blättern

Verlag :      Books on Demand
ISBN :      978-3-8423-6794-4
Einband :      gebunden
Preisinfo :      48,00 Eur[D] / 49,40 Eur[A] / 63,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      ca. 344 S. – 21,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      2. Aufl. 05.10.2011

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In diesem Fachbuch für Sicherheitskräfte wird aufgezeigt, wie man vorgehen sollte, wenn es zu Bedrohungslagen und körperlichen Übergriffen kommt. Von einfachen Belästigungen, bis hin zu Angriffen mit Messern. Ganz hautnah aus der jahrzehntelangen Praxissicht von Sicherheitskräften, quasi vom Profi für den Profi.

Aber auch für den interessierten Laien. Für Wachleute, Türsteher, Polizisten, Ordner, Ladendetektive, Personenschützer oder Justizbeamte. Sowie für Menschen anderer betroffener Berufszweige, wie beispielsweise Taxifahrer, Gastwirte, Pförtner, Flughafenpersonal, Kontrolleure, Ärzte, Schwestern oder Stewardessen. Oder auch für Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel – eben für all diejenigen, die in der Öffentlichkeit zwangsläufig mit den unterschiedlichsten Leuten zu tun haben.

Von unbewaffneten Maßnahmen, bis hin zu Schlagstockgebrauch und Schusswaffeneinsatz, wird hier manches auch kritisch beleuchtet. Es werden Fakten und Erfahrungswerte offengelegt, die bisher teilweise wenig Beachtung finden. Bernd Schubert, über 30 Jahre in der Sicherheitsbranche, als namhafter Sicherheitskräftetrainer und Escrimalehrer tätig, vermittelt hier Erkenntnisse aus erster Hand. Und auch über Escrima erfährt man hier manch Spannendes.

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Inderin ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen: Kleinste Frau der Welt misst knapp 63 Zentimeter! * KAUFTIPP DER REDAKTION: Paetz, Nicole: Drei Nummern zu groß – Kinderjahre mit hypophysärem Kleinwuchs.

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Dezember 2011

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “de.nachrichten.yahoo – AFP – Fr., 16. Dez 2011 – (…) Die junge Frau hat Achondroplasie, eine durch eine Mutation ausgelöste Form des Kleinwuchses. Amge, die so groß ist wie ein durchschnittliches vier Monate altes Baby, hat gerade ihren Highschool-Abschluss in der Tasche und möchte Bollywood-Schauspielerin werden. (…)”.

Quellenangabe zur Veröffentlichung (gesamte Pressemeldung) hier klicken!

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BESTELLTIPP DER REDAKTION (ZUM BESTELLEN EINFACH AUF DAS COVER KLICKEN!):

Paetz, Nicole
Drei Nummern zu groß – Kinderjahre mit hypophysärem Kleinwuchs

Verlag :      edition riedenburg
ISBN :      978-3-902647-32-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      14,90 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 27,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 29.10.2010
Seiten/Umfang :      104 S., zahlr. farb. Fotos – 22,0 x 14,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 20.10.2010

Medien:

Umschlag Rueckseite(JPG)
Leseprobe(PDF)

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Talissa Cheyenne wird am 4. April 2003 aufgrund eines HELLP-Syndroms durch einen Kaiserschnitt mehr als 3 Monate zu früh auf die Welt geholt. Alles dreht sich um das kleine Wunder. Doch die extreme Frühgeburt bleibt nicht das einzige Problem: Im September 2007 wird bei Frühchen Talissa die seltene Diagnose „hypophysärer Kleinwuchs“ gestellt – ein Schicksalsschlag.

Von da an beherrschen schmerzvolle Hormon-Spritzen den familiären Alltag. Talissa und ihre Familie lernen erst mühsam, mit dem notwendigen Übel umzugehen. Nicht selten liegen die Nerven blank, Heulkrämpfe und sogar Erbrechen sind an der Tagesordnung.

Mutter Nicole Paetz erinnert sich im Tagebuch: “Jeden Tag, an dem ich meiner Tochter mit den Spritzen wehtue, entferne ich mich ein Stück von ihr. Ich habe das Gefühl, sie zu verlieren, vor allem ihr Vertrauen. Vor meinem inneren Auge sehe ich ein Schild, auf dem steht: ‘Du tust nur ihr Bestes!’ Aber es hilft nicht. Ich fühle mich schrecklich und weiß selbst nicht, was richtig ist. Gegen meinen Willen muss ich Talissa das schmerzvolle Spritzen als etwas Tolles, Sinnvolles und Schönes verkaufen. Dass das Spritzen in der Nacht nicht die Lösung ist, haben wir jedenfalls erkannt. Am Ende wacht Talissa doch immer auf, weint, und unser aller Schlafrhythmus ist gestört. Da wir von jahrelangem Spritzen ausgehen, müssen wir eine andere Lösung finden.”

Kurz vor ihrem siebten Geburtstag schreibt Talissa in einem Brief für ihr Buch: „Heute finde ich das Spritzen nicht mehr so schlimm, weil ich jetzt wachse. Darüber freue ich mich.“

Das hübsche Mädchen hat endlich seinen Weg gefunden und wächst nicht nur körperlich über sich hinaus. Dies bezeugt auch die im Buch abgedruckte Fotostrecke der ersten Lebensjahre Talissas.

Das vorliegende Buch basiert auf Tagebuchaufzeichnungen von Talissas Mutter Nicole. Informationen zum Thema Kleinwuchs / Kleinwüchsigkeit bei Kindern, Wachstumshormone, Wachstumshormonmangel, Wachstumshormontherapie bei Kindern sowie ein Glossar machen das Buch auch für Laien verständlich.

Suchworte: Hypophysärer Kleinwuchs, Diagnose, Ursache für Minderwuchs, Kleinwüchsigkeit, kleinwüchsig, minderwüchsig, Gründe für Kleinwuchs bei Kindern, Wachstumshormon produzieren, Wachstumshormonmangel herausfinden, Ursachen und Arten des Wachstumshormonmangels, partieller Wachstumshormonmangel, schwerer Wachstumshormonmangel, vollständiger Wachstumshormonmangel, Wachstumshormonrezeptorendefekt, Stimulationstests, MRT, Hypophyse, Röntgen linke Handwurzel, Knochenalter bestimmen, Endokrinologie, Frühgeburt als Urache für Wachstumshormonmangel, Spritzen von Wachstumshormonen, Depot-Spritzen, Nasenspray, Spritztraining, Wachstumsfugen geschlossen

Nicole Paetz wurde 1978 im Spreewald geboren. Ihr Wunsch nach Freiheit brachte sie zum Studium nach Hildesheim. Dort lernte sie im Sommer 2000 ihren Mann kennen. Mit 24 Jahren, nach erfolgreichem Studium zur Diplom-Pädagogin, wurde ihre Tochter Talissa Cheyenne in der 26+5 SSW viel zu früh geboren. Das Leben als Mama eines Extremfrühchens hat das Leben von Nicole Paetz seither entscheidend geprägt. In ihrem Buch “Drei Nummern zu groß” (edition riedenburg 2010) verarbeitet sie die ersten, von Frühgeburt und hypophysärer Kleinwüchsigkeit geprägten Lebensjahre ihrer Tochter Talissa, für die sie Tagebuch geschrieben hat.

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DAS WESEN DES HÜTERS – Eine Science-Fiction-Geschichte von Günther Kurt Lietz (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 4/2011)

Erstellt von Günther Lietz am 31. Oktober 2011

Das Wesen des Hüters

Science-Fiction-Geschichte
von
Günther Kurt Lietz
2002/2011

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages brachen sich in der Atmosphäre und ließen die kahle Wüstenlandschaft von Kadira in einem sanften Orange erstrahlen, das sich zum Himmel hin in ein goldenes Licht wandelte. In weiter Ferne stieg ein kleiner Modulfrachter der Ediken auf gleißenden Flammensäulen in die Höhe empor und ließ den lebensfeindlichen Planeten unter sich.

Nascha-Ra-Hua bedeutet wörtlich übersetzt „Hüter vom Wind“ und war der Name des schlanken Mannes, der einsam auf einer der unzähligen Klippen stand, die das weite Land wie ein gezackter Rahmen umgaben.

Bis auf einen kleinen Lendenschurz war sein gelenkiger Körper nackt und die schwarzviolette Haut badete in der untergehenden Sonne, sog die letzte, energiespendende Strahlung in sich auf. Die Atmung des einsamen Manns war flach und seine Brust hob sich nur unmerklich. Die Borsten im Nacken hatten sich aufgerichtet und filterten lebenswichtige Mineralien aus der Luft.

Der starke Hornkamm Nascha-Ra-Huas zitterte unmerklich. Dort wo er in die Stirn überging prangte eine kleine rote Narbe. Einst hatte sich an dieser Stelle das Nikar-Ra-Kima befunden, eine Körperdrüse. Doch war sie ihm bereits im Kindesalter entfernt worden und hatte so aus dem gewaltbereiten Vokadi einen friedlichen Vokadi-Ras geformt.

Nascha-Ra-Hua spürte den heißen Stein unter seinen Füßen. Er spürte wie der warme Wind über seinen Rücken strich und den Brutbeutel umschmeichelte. Der Blick seiner gelben Echsenaugen folgte dem Frachter, dessen menschlichen Mannschaft und der kostbaren Fracht.

Sie würde ihn finden, das wusste Nascha-Ra-Hua. Doch als sie kam war er trotzdem überrascht. Mit bebenden Nasenlöchern nahm er ihre Witterung auf und spürte dann die Anwesenheit der anderen auf seiner Haut, noch bevor sich eine feingliedrige Hand auf seine Schulter legte.

„Du hast dem Gesetz widersprochen und die Reliquie den Menschen ausgehändigt.“, sagte eine tiefe, warme Stimme. Es war die Stimme von Nima-Natul-Horan, seiner Geliebten.

Nascha-Ra-Hua drehte sich langsam zu ihr um. Seine Augen suchten die Ihren und er versank für einen kurzen Augenblick in ihrer Seele, bevor er sich an einer Erklärung versuchte. „Es stand uns nicht zu, die Reliquie zu besitzen. Sie gehört nicht unserem Volk. Wo war da Recht, frage ich dich? Ich bin der sanfte Wind der Frieden bringt und nicht der Sturm, der Zorn über seine Feinde wirft.“

Nima-Natul-Horan schmiegte sich an ihren Geliebten. Auch sie trug nur einen Lendenschurz und die Reibung ihrer nackten Körper aneinander hatte etwas erregendes an sich. Trotz der gefährlichen Situation. „Das Gesetz schützt unser Volk vor den Außerirdischen. Und vor unseren dunklen Brüdern.“ Sie atmete tief durch ihr drei Nasenlöcher ein und hauchte warme Luft in Nascha-Ra-Huas Mundhöhle. „Ich kenne dich, mein Geliebter. Deswegen fand ich dich vor ihnen. Aber es wird nicht lange dauern bis die Adepten dich gefangen nehmen. Du hast dich dem Hochverrat schuldig gemacht.“

„Habe ich das wirklich?“ Er lachte leise und strich mit der linken Hand über ihren Hornkamm, der sich durch einen starken Knochenschild und scharfe Konturen auszeichnete. Die Ausläufer endeten tief im Nacken, nur zwei Handbreit über dem Geschlechterbeutel. „Wir sind nicht die Richter dieses Universums. Ich kann den Gedanken kaum ertragen, dass wir uns schuldig machen, anderen Spezies ihr Erbe vorzuenthalten.“

Nun war Nima-Natul-Horan daran zu lachen. „Du bist so wunderbar ehrlich.“, sagte sie und schüttelte sanft den Kopf. In diesem Augenblick erlosch das Licht der Sonne endgültig und die Sterne begannen am Nachthimmel zu erblühen.

Die Augen der beiden Vokadi-Ras veränderten sich unmerklich. Das Gelb wurde leuchtender und glitzerte im Sternenlicht. Nascha-Ra-Hua liebte den Augenblick, wenn sich das Sichtspektrum verschob. Er bewunderte die Natur gerne bei Nacht, in der er sah wie am Tage. Nein, in der er besser sah als am Tage. Er glaubte die Wärme sehen zu können, die sich nun aus dem Boden löste und in die kühler werdende Nacht entfloh.

Nima-Natul-Horan schob ihre Hand unter Nascha-Ra-Huas Kinn und schmiegte ihre Wange an die seine. „Erinnerst du dich manchmal an die Kima-Zeremonie? An den Schwur in Frieden zu leben und dem Gesetz zu gehorchen? Nicht nur uns, sondern auch die anderen Wesen des Universums zu schützen? Was du getan hast erschüttert das Gesetz. Vielleicht führt uns deine Tat ins Verderben.“ Ihre Worte waren immer leiser geworden und kaum noch zu vernehmen. Sie glichen einem Flüstern. „Ich habe Angst, Nascha-Ra-Hua. Ich habe Angst, dich zu verlieren. Und ich habe Angst, unseren Frieden zu verlieren.“

„Warum? Was hat die Reliquie mit unserem Volk zu schaffen? Die Ältesten verbergen sich gerne hinter ihren Traditionen. Sie meiden den Kontakt mit den Außerirdischen. Aber diese Menschen sind doch gar nicht so übel. Ich habe sie von einer friedfertigen Seite kennengelernt.“

„Vielleicht trübt deine Zeit als Adept des Botschafters deine Objektivität.“, entgegnete Nima-Natul-Horan schärfer als sie eigentlich wollte. „Die Ediken führen ständig Krieg und verbannen, was sie nicht haben wollen. Und ausgerechnet jetzt sollen sie den Frieden akzeptiert haben? Mein Liebster, die Außerirdischen denken nur an sich selbst. An ihre Macht und an ihren Einfluss.“

Er liebte ihre wütende Art. Vorsichtig strich er mit seinen Fingerkrallen über ihren Hals und lächelte. „Auch wir leben in ständigem Krieg. Nur an der Oberfläche unterscheiden sich unsere Schlachtfelder und Absichten. Doch tief im Inneren ist es nur Tod und Verderben. Auch die Ältesten trachten nach Macht.“

„Vielleicht. Das gebe ich gerne zu. Vielleicht hast du richtig gehandelt. Aber sollten wir uns darüber wirklich Gedanken machen?“ Sie war besorgt. „Lass uns gehen. Lass uns gehen, bevor die Adepten zu nahe sind. Wir könnten in die Wüste fliehen. Ich kenne eine kleine Höhle. Es gibt dort ein wenig Wasser. Irgendwann haben sich die Gemüter abgekühlt und wir können vielleicht zurückkehren. Doch jetzt sind die Leute aufgebracht und werden dich richten wollen. Wir müssen ihnen Zeit geben, um sich zu beruhigen.“

Nascha-Ra-Hua schob sie ein Stück von sich weg und starrte sie fassungslos an. „Was sagst du da? Ich werde mich auf keinen Fall verstecken. Ich habe nichts getan und stehe zu meiner Tat. Ich habe dem Gesetz widersprochen, aber ich hatte Gründe. Die Ältesten werden diese Gründe akzeptieren müssen. Irgendwann werden sie mich verstehen und die Richtigkeit meiner Tat einsehen.“

„Und was ist wenn du erkennst, dass es falsch ist?

„Das werde ich nicht, meine Liebste. Glaub mir.“

„Ras selbst hat die Reliquie empfangen und vor den Menschen verborgen. Willst du ihn in Frage stellen?“

„Ich stelle nicht Ras sondern seine Propheten in Frage. Ich glaube sie kennen die wahre Lehre, aber sie gehen einen falschen Weg.“

„Die Menschen haben dich verdorben.“, warf ihm Nima-Natul-Horan bitter vor. In ihren Augen spiegelte sich eine tiefe Traurigkeit. „Lass uns von hier verschwinden. Bitte, ich flehe dich an.“

Nascha-Ra-Hua fasst sie mit den Händen an den Schultern. „Es wäre falsch, Liebste. Glaub mir. Jeder muss seinen Weg gehen. Ich muss es. Und du musst es auch. Nun bitte ich dich allerdings, deiner Pflicht nachzukommen. Es ist für uns alle das Beste.“

Eine Träne stahl sich aus ihrem Augenwinkel und rann über die zart gezeichnete Wange. Sie stoppte kurz in einem winzigen Grübchen, um dann ihren Weg fortzusetzen. „Sie werden es nicht verstehen.“, sagte sie leise und traurig, schüttelte sanft ihren Hornkamm und löste sich von ihm.

Nima-Natul-Horan trat einen Schritt zurück und tastete zu ihrem Lendenschurz hinunter. Nur zögerlich betätigte sie den Signalgeber und gab ihren Kameraden damit ihre Position und auch die seine bekannt. Sie tastete zu ihrer Stirn hoch und berührte den Sensor unter der Kopfhaut. „Adeptin Nima-Natul-Horan meldet den Gesuchten gefunden zu haben. Er hat sich freiwillig gestellt. Ich bitte um einen Transport zur Hauptstadt.“

Sie lauschte den Worten in ihrem Ohr, nickte mehrmals leicht und schaltete dann das Kommunikationsimplantat wieder ab. „Sie werden es nicht verstehen.“, flüsterte sie und ließ dann stumm ihren Tränen den Lauf. Nascha-Ra-Hua fasste sie sanft am Kinn und drückte seine Stirn an die ihre.

***

Die Zelle war klein und kahl. Sie war aus Sandstein erbaut und mit Bakterien gesichert worden. Eine in der Decke verborgene Beleuchtung spendete sanftes, orangenfarbenes Licht. Die einzige Türe nach draußen bestand aus Kunstfasern und war geschlossen.

An einer Seite des Raums war ein Quader aus der Wand gefahren, auf dem ein dünner Kalkstein lag. Nascha-Ra-Hua hatte es sich darauf bequem gemacht und ließ die letzten Tage vor seinem Auge nochmals vorbeiziehen.

Die Ältesten hatten sich stumm seine Worte angehört und zur Beratung zurückgezogen. Das war mehr als er verlangen konnte. Und obwohl ihn Nima-Natul-Horan gewarnt hatte, war die Verkündung des Urteils für ihn ein Schock.

Die Ältesten sahen vom Todesurteil ab, straften ihn aber mit dem Exil. Nascha-Ra-Hua war verdammt worden, auf einer entlegenen Kolonie sein Dasein zu fristen. Auf den ersten Blick war es eine schwere Strafe, fernab der Heimat und Muttersonne leben zu müssen. Doch konnte er aus dem Exil weiterhin wirken. Vielleicht konnte er sein Volk sogar aufrütteln und sie aus der Isolation führen.

Nascha-Ra-Hua erschrak als die Türe mit einem schabenden Geräusch zur Seite glitt. Vor ihm stand Nima-Natul-Horan, gekleidet in einen sandfarbenen Tarnanzug. Hinter ihr standen zwei Männer und blickten sich nervös um.

Nima-Natul-Horan stürzte auf Nascha-Ra-Huar zu, der aufgesprungen war, und fiel in seine Arme. „Wir müssen uns beeilen, Geliebter.“, flüsterte sie und hauchte ihm warm ins Gesicht. „Wir haben nur ein kleines Zeitfenster, bis die Sensoren wieder normal arbeiten.“

Nascha-Ra-Hua war froh Nima-Natul-Horan zu sehen. Dennoch schob er sie von sich weg. Er schüttelte heftig den Kopf. „Zu fliehen wäre der falsche Weg. Ich nehme die Strafe an. Egal wohin sie mich schicken, ich werde kämpfen, um den Vodokai-Ras meine Ansichten zu verdeutlichen.“

„Jetzt ist keine Zeit zum Diskutieren. Es ist nicht von Belang was Recht ist. Nascha-Ra-Hua, wenn du hier bleibst wirst du wirklich kämpfen müssen. Die Ältesten haben dich verschont, weil sie keinen Märtyrer gebären wollen. Sie schicken dich ins Exil, um den Mantel des Vergessens über dich auszubreiten. Sie wollen dich nach Amar-Kadi schicken.“ Sie schluckte schwer und ihr Hornkamm zitterte. „Nach Amar-Kadi.“, wiederholte sie ängstlich.

Schreckliche Bilder von einem verwüsteten Planeten und blutigen Schlachtfeldern blitzten vor Nascha-Ra-Huas Augen auf. Bilder von Tod und Verderben. Brüder die gegeneinander kämpften. Licht und Schatten eines Volks schlugen dort eine immerwährende Schlacht. „Ist das wahr?“ fragte er, um Beherrschung ringend.

Nima-Natul-Horan nickte. „Ich habe es eben erfahren. Freunde die mir teuer sind werden uns bei der Flucht helfen. Lass uns gehen. Bitte.“

Wieder nickte er, ließ sich von ihr an der Hand nehmen und aus der Zelle führen. Nima-Natul-Horan klebte einen Signalgeber an die Wand, der Nascha-Ra-Huas Lebenszeichen vortäuschen würde. So konnten sie sich ein wenig Zeit erkaufen.

Die beiden Nascha-Ra-Hua fremden Männer führten die Flüchtlinge sicher durch die unterirdische Anlage nach oben. Sie kannten sich aus und umgingen die Alarmsensoren. Ihre Hilfe konnte mit dem Tod bestraft werden. Doch sie schienen vor einer Strafe keine Angst zu haben, sondern sorgten sich vielmehr um Nascha-Ra-Huas Leben.

Am Ziel angelangt standen sie auf einem kleinen Sandplatz. Ein zweisitziges Schwebekrad stand bereit, die Packtaschen prall gefüllt. Während Nascha-Ra-Hua hinten aufsaß und die Sicherheitsgurte anlegte, verabschiedete sich Nima-Natul-Horan von den beiden Männern.

„Wir sind euch für eure Hilfe dankbar. Ihr habt selbstlos gehandelt.“

Einer der Männer schüttelte sanft den Kopf. „Nein, das war nicht selbstlos. Nascha-Ra-Hua ist ein wahrer Hüter des Wissens. Er weiß wann es Zeit ist loszulassen. Wir leben in selbstgewählter Isolation, spielen uns arrogant als Hüter des Universums auf und vergessen dabei, dass wir die anderen Völker nicht vor sich selbst, sondern vor uns schützen sollten. Seine Ideen und Erkenntnisse sind auch die unseren. Mit ihm haben wir einen Mann, dem wir lauschen und von dem wir lernen können. Vielleicht wird es ihm irgendwann gelingen, ein Umdenken zu erreichen. Wir dürfen nicht gegen die anderen Völker leben, sondern wir müssen mit den anderen Völkern leben. Nur so kann es uns gelingen der Bedrohung Herr zu werden, die aus unseren eigenen Reihen kommt.“

Nima-Natul-Horan drückte ihm sanft die Schulter. „Gut gesprochen, mein Freund. Unsere Herzen schlagen in einem gemeinsamen Wohlklang. Ich liebe Nascha-Ra-Hua und werde ihm helfen. Ob wahr oder falsch ist mir egal. Gemeinsam sollten wir alle unsere Ziele erreichen. Auch wenn sie verschieden aussehen, so sind sie doch alle gleich. Wir wollen in Frieden leben. Jeder.“

Nima-Natul-Horan drehte sich um, lief auf das Schwebekrad zu und ließ ihr altes Leben zurück, um ihrem Herzen zu folgen.

Ende

Copyright (c) 2002/2011 by Günther Kurt Lietz

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen20110122082624-7f63d0a3-100-30-100.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

BUCHEMPFEHLUNG DER REDAKTION:

DAS BUCH AUS DEM DIE VORLIEGENDE STORY STAMMT IST NOCH LIEFERBAR UND KANN BESTELLT WERDEN!

Welten voller Hoffnung
Anthologie. Sciencefiction, Fantasy, Phantastik. Kurzgeschichten

Herausgegeben von Jung, Barbara / Brüschke, Olaf
Verlag :      BeJot-Verlag
ISBN :      978-3-934582-11-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      13,00 Eur[D] / 13,40 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Seiten/Umfang :      228 S. – 15,5 x 22 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      09.2002
Gewicht :      370 g

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Die verschiedenen Geschichten (auch Gedichte) dieser Anthologie entstammen den Genres Science Fiction, Fantasy, Phantastik und Horror. Für das Projekt konnten zahlreiche Autorinnen und Autoren gewonnen werden, die sich in der Science Fiction bereits einen gewissen Namen gemacht haben. …

Sie beschäftigen sich auf unterhaltsame und spannende Weise sowohl mit zwischenmenschlichen als auch sozialen Problemen unserer künftigen oder einer fiktiven, fremden Welt. Dabei wird von Hoffnungen erzählt, die Lebewesen hegen, seien sie nun Bewohner eines realen oder eines fiktiven, phantastischen Lebensraums. Manche dieser Hoffnungen gehen in Erfüllung, andere nicht … Nicht zuletzt zeigen einige Geschichten, dass es auch in Zukunft möglich sein wird, mit ein wenig Nächstenliebe oder Menschlichkeit viel Not und Leid zu lindern.

Die großen, gesellschaftlichen Zusammenhänge finden nur am Rande Berücksichtigung. Vielmehr drehen sich die unterschiedlichen Beiträge um das Verhalten gegenüber dem direkten Kontrahenten, sei es Freund oder Feind, wobei es durchaus vorkommen mag, dass es sich bei dem Widersacher um die eigene Person handelt.

Leseproben:

“Imago
Claudia Toman

Die Rufe waren laut und ängstlich, überall im Berg verbreitete sich das unheimliche Gerücht und wurde zur schrecklichen Gewissheit. Etwas Furchtbares war bei den Arbeiten im ersten Stollen gefunden worden, etwas so Entsetzliches, dass ihr gesamtes Zuhause in Gefahr war. Niemand konnte diese Gefahr beim Namen nennen, und keiner wusste genau, was das für eine Entdeckung war, aber als man es zur Maahm gebracht hatte, war die Alte in Tränen ausgebrochen, und nun war man sicher, dass es nichts Schlimmeres geben konnte als das Ding aus dem ersten Stollen.

Die Maahm war die Älteste der Überlebenden im Berg, meist schlief sie oder sang vor sich hin, und nur ganz selten schrie sie noch oder jammerte. Für die Menschen war sie eine Heilige, eine Lebende der letzten und ersten Stunde, sie war die Einzige, die sich noch daran erinnern konnte, wie die Überlebenden vor vielen Dutzenden von Jahren in den Berg geflohen waren, alle anderen, die mit ihr gekommen waren, waren längst tot. Schon seit langem hatte die Maahm nicht von früher gesprochen, es war, als hätte sie ihre Geschichten mit der Zeit verloren, und ein halbes Jahrzehnt war sie nun völlig  …”

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“Die Zeit des Peter W.
Bodo Kroll

Alles war ganz harmlos! Ich stand gerade in der Küche, als mir plötzlich schwindlig wurde. Mein Sehvermögen trübte sich für einen kurzen Moment. Es war, als ob der Bildschirm meines Computers nur noch eine ganz große Pixelauflösung hätte. Die Konturen wurden rasterhaft, die Farben reduzierten sich auf Schwarz und Weiß.

Auf einmal war alles wieder ganz normal.

Verwundert griff ich nach dem Wasserkocher, um den Tee für meine Frau und mich aufzugießen. Die Tassen standen vor mir auf der blau gesprenkelten Arbeitsplatte der weißen Einbauküche.

Der Kocher war irrsinnig schwer! Es war, als ob meine Hand überhaupt keine Kraft mehr hatte. Mühselig drückte ich den Wasserkocher in Richtung Tassen wie durch einen zähen Schleim.

Meinem Gefühl nach hatte ich Minuten gebraucht, um das Gefäß über die Tassen zu bekommen. Schweißperlen standen mir auf der Stirn.

Noch verrückter verhielt sich das Wasser! Es …”

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“Logbuch
Corina Bomann

Washington Post, 27. Mai 2005
Sensationeller Fund in der Wüste von Nevada

Wie unsere Korrespondenten melden, handelte es sich bei der Kapsel, die Forscher bei Ausgrabungen zutage gefördert haben, wahrscheinlich um eine Botschaft außerirdischer Wesen, die, sofern ihre Echtheit bestätigt wird, unsere Theorien von der Evolution vollständig über den Haufen werfen und eine neue Debatte in der Erforschung der Menschheitsgeschichte entfachen wird. Noch wird die gesamte Angelegenheit top secret behandelt, unseren Reportern ist es allerdings gelungen, einen kleinen Blick auf das Material zu werfen, das unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen von internationalen Expertenteams untersucht wird.

Hier ein Teil der Übersetzung, die mit Hilfe modernster Computertechnologien erstellt wurden.

*
Ausriss aus dem Logbuch der Askareon, Tag 32 des Monats Dekaron, 6. Jahr nach Exodus

Nachdem nun genau fünf Jahresspannen vergangen sind, seit wir unseren Heimatplaneten Terra Numera verlassen haben, möchte ich diesen Tag dazu nutzen, neben den kalten technischen Daten unserer Reise etwas von unserer Geschichte zu erzählen. Der Grund ist simpel: Die Hoffnung, einen geeigneten Planeten zu finden, auf dem wir uns niederlassen können, schwindet mit jedem Tag …”

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“Tausend Stimmen, längst verstummt
Armin Rößler

Flood fühlte seine Ohnmacht wachsen. Unbedeutend stand er da, ein winziger Punkt, und vor ihm ragte mächtig die Zitadelle auf. Das imposante Bauwerk war viel zu groß, um von einem Menschen in seiner Gesamtheit überblickt werden zu können. Sein Herz pochte laut, doch seine Gedanken waren halb betäubt. Ein lang ersehnter Traum ging in Erfüllung, aber just in diesem Moment erfüllte ihn nur noch Hilflosigkeit. Die unmittelbare Nähe zu seinem großen Ziel ließ ihn fast zurückschrecken. Wie viel einfacher wäre es, diesen letzten Schritt nicht zu tun! Der Antrieb, der ihn seine Zweifel überwinden ließ, kam letztlich aus ihm selbst. Jetzt aufzugeben, hieße, das Sehnen und Bangen beinahe seines ganzen Lebens zu verraten.

Das Tor, breit und hoch, öffnete sich geräuschlos. Nur ein schwacher Lichtschimmer drang aus dem Loch in der schwarzen Mauer. Bewegung kam in die kleine Menschengruppe, die andächtig davor verharrt hatte. Flood folgte den anderen wie ein Schaf seiner Herde. Ein alter Mann erwartete sie. Schon rein äußerlich kein Aurel. Zumindest nicht, wenn die vagen Berichte die Wahrheit erzählt hatten, denen Flood in der Vergangenheit so fasziniert gelauscht hatte. Dennoch musste der Alte offensichtlich ein Mensch sein, der schon seit langer Zeit im Inneren der Zitadelle lebte. Die Farbe seiner …”

Biographie:

Barbara Jung, wohnt und arbeitet in Frankfurt am Main. Die Protagonisten ihrer Bücher und Geschichten rekrutieren sich zumeist aus Vertretern von Minderheiten. Veröffentlichung von Science-Fiction-Romanen und Fantastik-Thrillern (sämtlich auch als eBooks) und Kinderbüchern, ferner zahlreiche Kurzgeschichten und Lyrik in Anthologien und Magazinen sowie Artikel in Literaturzeitschriften.

Bibliographie:

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Trauermarsch
296 S., 15,24 €, ISBN 3-93482-03-6
Im Buchhandel als Libri Book on Demand
Preis für die eBook-Editionen: 5,09 €

Tattoos
312 Seiten, 15,85 € – ISBN 3-934582-05-2
In jeder Buchhandlung als LIBRI Book on Demand
Preis für die eBook-Editionen: 5,09 €

Kreuzzug des Hasses
297 Seiten, 14,78 € – ISBN 3-934582-00-1
In jeder Buchhandlung als LIBRI Book on Demand
Preis für die eBook-Editionen: 5,09 €

SAKOTA’S PARADISE
LOST PLANETS Bd.1
Book on Demand
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, September 2000
Paperback
ISBN 3-934582-07-9 – 530 Seiten – 25,51 €
Preis für die eBook-Editionen: 6,60 €

RRIXSIEH = HOFFNUNG
Lost Planets Bd.2
Book on Demand
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, Oktober 2000
Paperback
ISBN 3-934582-08-7 – 600 Seiten – 27,61 €
Preis für die eBook-Editionen: 6,60 €

SPACE ROVERS
Lost Planets Bd.3
Book on Demand
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, November 2000
Paperback
ISBN 3-934582-09-5 – 384 Seiten – 19,17 €
Preis für die eBook-Editionen: 6,60 €

PLANETS OF NO RETURN
Lost Planets Bd.4
Book on Demand
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, Dezember 2000
Paperback
ISBN 3-934582-10-9 – 386 Seiten – 19,17 €
Preis für die eBook-Editionen: 6,60 €

Welten voller Hoffnung
Hrsg.: Barbara Jung / Olaf Brüschke
Kurzgeschichten aus den Genres
Sciencefiction / Fantasy / Phantastik
BeJot-Verlag Frankfurt am Main 2002
Paperback, 228 Seiten; ISBN: 3-934582-11-7
Preis: 13,00 Euro

DELFINE IM NEBEL
Hrsg.: Udo Mörsch
Geschichten von Emily
Unterhaltsame und fantastische Geschichten aus der Welt eines kleinen Mädchens,
ab ca. 4 J., 100 Seiten,
liebevoll illustriert mit vielen lustigen Zeichnungen.
ISBN 3-934582-04-4,
7,62 Euro Bestellen beim Buchhandel als Book on Demand

Marco Mars
Bd. 1: Die Entführung
BeJot Frankfurt a. Main 2003,
ISBN 3-93458216-8, 124 Seiten,
8.00 EURO

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Die Frankfurter Buchmesse 2011 – oder: die Geschichte eines (fast) perfekten Tages

Erstellt von Galaxykarl am 17. Oktober 2011

Die Frankfurter Buchmesse 2011
oder: die Geschichte eines (fast) perfekten Tages

06:00 Uhr Coburg

Pünktlichste Abfahrt mit zwei Bussen, vollgestopft mit dem fränkischen Kontingent der Büchersüchtigen; 100 Freunde des gedruckten Wortes, quer Beet durch alle Altersgruppen. Organisiert durch die Buchhandlung Riemann, Coburg. Es ist schweinekalt, aber die Damen der Buchhandlung sind hellwach, freundlich und kompetent. Teilnehmer checken, ein Survivalpack verteilen, bestehend aus Riemann-Stoffbeutel (der später noch eine wichtige Funktion erfüllen wird), Infomaterial zur Messe, Tagesablauf, Notfallnummern, ein Apfel, ein Schokoriegel als Energiespender und ein Stift.

07:15 Uhr

Wir erreichen die Autobahn und kurz darauf werden heißer Kaffee und Gebäck gereicht. Die Stimmung ist gut, unser Fahrer Steffen fährt, als würde er als Engel eine Wolke steuern und keinen Bus, so sanft schaukeln wir dahin. Mein Sitznachbar – ein älterer Herr – schweigt und ich will ihn nicht zur Morgenstunde zutexten und aus seiner Meditation oder seinen Gedanken reißen. Vielleicht geht er wie ich im Kopf schon den Tag durch: Hallenpläne, feste Zielpunkte, Termine, Ansprechpartner. Ich zücke meinen Terminkalender und versuche eine beste Route zu konstruieren.

08:30 Uhr

Nach einer freundlichen Begrüßung durch eine Mitarbeiterin der Buchhandlung ertönt eine Audio-Information der Frankfurter Messeorganisation. Professionell schildern abwechselnd eine männliche und eine weibliche Stimme, was auf uns zukommt, bzw. auf was wir zusteuern. Das Leitsystem und die Belegung der Messehallen werden erläutert und ich denke: Super, typisch deutsch. Wenn wir was können, dann organisieren. Und ich meine das nicht ironisch. Ich erinnere mich an frühere amerikanische Geschäftspartner, die dies kurz und prägnant formulierten: „You are a german, you’re prepared!“ Recht hatten sie.

09:10 Uhr

Wir treffen auf dem Messegelände ein: Einen gut gemeinten Rat, wir sollten doch unsere Mäntel im Bus lassen, ignoriere ich. Schließlich ist es immer noch schweinekalt. Ein kleiner Fußmarsch vom Parkplatz im kalten Schatten der riesigen Messegebäude zum Shuttlebus, der uns ins ferne Zielgebiet bringen soll, bestätigt mich in meiner Entscheidung. Später werde ich es bereuen.

09:20 Uhr

Mich trifft der Schlag: Massen von Menschen drängen sich schon vor den Gebäuden und Eingängen, die Rolltreppen sind Lindwürmer aus Tausenden Besuchern, die sich – ohne eine Lücke zu zeigen -, Etage für Etage noch oben wälzen. Dazwischen bunte Tupfer von Comic- und Manga-Fans, die an dem Cosplay-Wettbewerb teilnehmen oder sich einfach auch nur die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen, sich ein wenig exhibitionistisch zu verhalten.

Und dann hält mich nichts mehr auf. Bilde ich mich mir ein. Ich kämpfe mich durch dichte Menschenströme, garniert mit Kinderwagen, in denen vom Säugling bis zum Kleinkind alles vertreten ist. Was zur Hölle tun diese Eltern den Kindern an? Die Kinder sind jetzt schon genervt, müde, plärren und machen den Eltern und allen anderen Stress und ein Vorankommen schwer. Kaum hat man solche Stolpersteine überwunden, trifft man auf die zweite Kategorie von nervtötenden Besuchern: die mit einem Seekoffer großen Rollwägelchen ausgestatteten „Sammler“. Es wird alles eingepackt, was der Stand freiwillig – und wie ich beobachtet habe, auch unfreiwillig – hergibt. Eine weibliche Standbesatzung darauf angesprochen, lächelt und klärt mich auf: „Es wird immer geklaut, bei der Größe des Standes und dem Gedränge lässt sich das gar nicht vermeiden.“ Sie lächelt noch breiter: „Und je mehr unserer Bücher geklaut werden, desto mehr liegen wir mit unserem Angebot richtig.“ Ich bin baff. Sie lächelt immer noch, als sie mir eröffnet, dass dies in den Messekosten mit einkalkuliert ist. Und natürlich auch in den Buchpreisen. Na, super. Das war´s aber auch schon mit den kleinen Minuspunkten.

Denn ab jetzt pilgere ich von Stand zu Stand, bevorzugt bei den Verlagen, die uns, also den sfbasar und das Buchrezicenter mit Rezensions- und auch Verlosungstiteln ausstatten. Bei gut der Hälfte der Verlage ist meine Visitenkarte fast unnötig, man kennt uns. Ich freue mich, frage gezielt nach unseren Kontaktpersonen aus den Presse-, Vertriebs- und Marketingabteilungen und habe bei einem Drittel tatsächlich Glück, bei den anderen zwei Dritteln ist man freundlich und bereit, die aktuellsten Rezi-Wünsche aufzunehmen. Bin gespannt, ob die alle eintreffen. Einen guten Teil hätte ich auch mitnehmen können, aber wer will sich mit 30 Kilo Papier durch die Hallen kämpfen? Trotzdem kann ich bei einigen Titeln nicht Nein sagen und der Rucksack füllt sich zunehmend.

Mein Weg führt mich auch an den Stand von BoD, Book-on-Demand, Norderstedt. Ich mustere die Präsentation, als mich eine rattenscharfe blonde Mittdreißigerin anlächelt und fragt, was ich für einen Wunsch habe. Ich denke: Mädel, solche Fragen solltest gerade du nicht stellen und außerdem bin ich glücklich verheiratet. Sie schiebt, immer noch lächelnd, nach: „Kaffee oder Cappuccino?“ Letzteres. Bis zum Eintreffen der Pressedame versuche ich, in dem Angebot eine Linie, eine Struktur, ein Programm zu finden. Es gelingt mir nicht; dafür ist der Cappuccino erstklassig. Als die Dame schließlich auftaucht, beginne ich ganz locker mit einer Killerfrage: „Durch was unterscheiden Sie sich von den verteufelten DKZV (Druckkostenzuschussverlagen)? Sie holt Luft und spult ihr Programm ab: 39,– € für das „Grundpaket“, soll heißen: Erteilung einer ISBN-Nr. (die lt. meinem Kenntnisstand 78,– € kostet) und Listung in 1.000 (!?) Verkaufsplattformen á la Amazon, Booklooker, Buch24 usw. usw. Wir haben BoD-Titel rezensiert und brav auf solche Plattformen verlinkt und oft genug die Meldung bekommen: „Titel nicht bekannt / nicht verfügbar“. Woran das läge? Wir sind zu schnell. Aha, verständlich, schließlich mag es ein wenig dauern, einen neuen Titel in 1.000 Listen einzutragen. Wie viele Autoren werden von BoD betreut? Die Antwort hat mich umgehauen: 30.000! Zu dieser Zahl kein Kommentar, sie spricht für sich. Für die unter uns, die rechnen und noch nachdenken können.

Am Stand von Klett-Cotta stoße ich durch Zufall auf den Verantwortlichen für E-Books. Auf meine Frage, wie es in seinem Hause damit aussieht, bekomme ich die überraschende Aussage, dass gerade einmal 0,4 % des Geschäftes mit elektronischen Büchern stattfinden. Vielleicht liegt es hier auch am Genre, dass Klett-Cotta mit seiner elitären High-Fantasy Hobbit-Presse rund um das Werk von Tolkien bedient. Es passt einfach nicht, sich in epische Legenden und Schlachtenwelten zu begeben und dabei ein Ding aus Metall und Plastik auf dem Schoss zu haben. Bei anderen Verlagen mag dies anders sein. Wir Deutsche sind halt nicht die Amerikaner. In kleineren Städten gäbe es dort schon gar keine Buchhandlungen mehr, da der Bedarf über Verkaufsplattformen laufe und sich keine klassische Buchhandlung dort halten kann. In den Großstädten sieht es aber gottlob wieder anders aus. Der Rest ist eben dann elektronisches Lesefutter. Ich denke: glückliches Deutschland.

13:10 Uhr

Ein Blick auf die Uhr und der nächste Spurt beginnt. Um 13:30 Uhr darf ich Ralf Isau (Fantasyautor im Bereich Jugendbuch und Erwachsene) interviewen. Am verabredeten Stand ist er nicht, ach ja, der publiziert ja mittlerweile vorwiegend bei Randomhouse/cbj. Also wieder durch die ganze Halle zurück und ich komme leicht derangiert am Stand an. Die Pressedame erwartet mich schon und führt mich erfreulicherweise in ein kleines Kabuff, in dem wir vor den Blicken der Besucher wenigstens minimal abgeschirmt, das Interview in Ruhe abhalten können. Ich habe gerade noch ein paar Minuten Zeit mich wieder in Ordnung zu bringen und das Aufnahmegerät bereit zu machen, als er auch schon in Begleitung seiner Frau kommt. Ruhig, gelassen, sichtlich entspannt, trotz all der Hektik draußen. Er ist ein angenehmer Typ, das spüre ich in der ersten Minute. Das ganze Interview findet ihr (in Kürze) HIER.

Kaum fertig klingelt das Handy. Meines? Oder das der zig Leute um mich herum? Nein, meines. Die nächste Autorin, Nicole Steyer, fragt, wo ich stecke. Wieder durch die Halle, anderes Gebäude und da steht sie. Wir sprechen über ihre Kinderbücher, ihren 2012 erscheinenden Historienroman-Erstling bei Droemer-Knaur und die Verlagsbranche. Wir vereinbaren locker ein Interview und gehen gleich nach einem Gespräch mit einem Verlagsrepräsentanten zu einem verspäteten Mittagssnack ins Freie. Frischluft und ein bisschen weniger Menschen tun uns gut. Ich merke, wir sind Seelenverwandte, sie „tickt“ wie ich. Wir tauschen uns aus über Agenten, Lektoren, Marketing, Buchlesungen und all die Dinge, die nach dem Schreiben eines Rohtextes auf eine/n Autor/in zu rollen. Wer hier keine Wadelbeißernatur hat, wird scheitern, soviel steht fest.

15:45 Uhr

Die Zeit drängt; Nicole muss weg und ich hab auch noch fünf Verlage auf der Liste. Verdammt, in die Halle mit den Agenturen schaffe ich es nicht mehr. Egal, ich hab meine Agentur und scheinbar zu meinem großen Glück schon wieder eine Seelenverwandte in Form meiner Lektorin gefunden. Ne´ Rechtschreibfanatikerin wie ich. Ich entere die nun erfreulich dünner besetzten Rolltreppen und grinse über die ermatteten Messeopfer, die sich an allen Ecken und Enden zu Boden werfen und ihre Füße massieren oder erst mal durchatmen. Schnell noch ein Foto von einer Truppe Cosplay-Kandidaten gemacht. Ich zieh´ mein Programm fast im Laufschritt durch und ergattere noch ein paar Bücher für Recherchen zu Waffen, den Kelten, eines meiner Lieblingstiere, dem Wolf und eine Abhandlung über mittelalterliche Küche.

16:50 Uhr

Was hat man uns geraten? „Rechnen Sie mit langen Wegen zurück zum Parkplatz; wir fahren pünktlich ab.“ Die Drohung in den Worten war kaum zu überhören, wobei ich glaube, dass die Mädels der Buchhandlung Riemann eher einen Suchdienst engagieren würden, als ohne komplette Gruppe abzufahren. Ohne Stress komme ich rechtzeitig am Parkplatz an. Upps, wo ist der Bus? Auf jeden Fall nicht dort, wo er sein sollte. Ich blinzle ein wenig ratlos in die tief stehende Sonne. Da fallen mir ebenfalls verwirrte Leidensgenossen ins Auge. Sie tragen wie ich einen Riemann-Stoffbeutel bei sich. Aha, beim Mittagssnack auf dem Heyne-Empfang wurde das erwähnt. Verdammt, denn hatte ich aus Zeitgründen ausgelassen. Ausgerechnet Heyne! Nächstes Jahr passiert mir das nicht mehr, ich schwöre es. Nicht wegen der belegten Brötchen, sondern wegen der Chance, relevante Leute eines Verlages kennenzulernen.

17:30 Uhr

Die Uhr wird in Zukunft nach der Riemann-Zeit gestellt; geht genauer als die Atomuhr in Braunschweig. Die Stimmung ist locker und jeder hat was zu erzählen. Mein morgens noch stummer Nachbar entlarvt sich als pensionierter Notar, der schon 16-mal mit Riemann zur Buchmesse gefahren ist. Wir verfallen nach kurzer Zeit in ein angeregtes Gespräch zu E-Readern und E-Books. Frau Irmgard Clausen, die Chefin der Buchhandlung, stößt zu uns und sprüht vor Freundlichkeit und Fachwissen. Sie erkundigt sich nach unserem Tag und erntet allenthalben positive Äußerungen. Ich versichere ihr, dass sie mich jetzt auch in den nächsten 15 bis 20 Jahren an der Backe hat und kündige ihr diesen Bericht an. Ein Gläschen O-Saft mit oder ohne Prosecco verkürzt die Zeit bis zum Eintreffen in Coburg.

21:30 Uhr

Endlich Zuhause; ich gönne mir ein Dunkles, eine Dusche und sinke ins Bett. Anstelle von Schäfchen zähle ich Bücher, Bücher, Bücher …

Copyright © 2011 by Werner Karl

P. S. In dem Preis von 38,– € waren also die Hin- und Rückfahrt, die kleinen Verpflegungen, die Tageskarte und der Mittagssnack bei Heyne enthalten. Bücherherz, was willst du mehr?
P. P. S. Unter allen fett gedruckten Wörtern findet ihr Links zu den entsprechenden Namen.

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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR MIT PERSÖNLICHER WIDMUNG DER AUTORIN (!): Henke, Susanne – Makellose Morde to go. Erlesene Verbrechen und herzerfrischende Gemeinheiten.

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. August 2011

Henke, Susanne
Makellose Morde to go

Erlesene Verbrechen und herzerfrischende Gemeinheiten

Herausgegeben von von Eichborn, Vito
Verlag :      Books on Demand
ISBN :      978-3-8391-9252-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      9,90 Eur[D] / 10,20 Eur[A] / 17,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      ca. 128 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      6. Aufl. 18.12.2009
Gewicht :      102 g
Aus der Reihe :      Edition BoD

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Schwarzer Humor in der Edition BoD – Vito von Eichborn präsentiert “Makellose Morde to go” von Susanne Henke!

Es muss  nicht immer Coffein sein. Auch Literatur belebt. Vor allem, wenn es um (unfreiwilliges) Ableben geht. Und darin ist die Hamburger Autorin, deren Geschichten Vito von Eichborn für den aktuellen Titel seiner Reihe für herausragende Neuerscheinungen ausgewählt hat, Expertin. Gut und Böse sind wunderbar gemischt in dieser Sammlung erlesener Verbrechen und herzerfrischender Gemeinheiten. Oft in ein und derselben Person.

„Mit ihren weißen Fluffhaaren sehen sie aus wie ein Löwenzahnstrauß. Einmal pusten, und sie lösen sich in Luft auf. Wenn es doch nur so einfach wäre.“

Aufgeben? Niemals. Henkes Helden sind der Traum eines jeden Arbeitgebers: engagiert, flexibel und lösungsorientiert. Kein Einsatz ist ihnen zu hoch für Quote oder Kundenglück, den Platz in der ersten Reihe, das Lächeln der Liebsten oder die ungestörte Ruhe ihres Refugiums. Menschen wie du und ich, scharfzüngig seziert und pointiert in den Abgrund gestoßen.  Ein giftig-guter Cocktail garstiger Geschichten, der (schaden-) freudigen Genuss verspricht.

“Wer Geschichten à la Roald Dahl mag, wird dieses Büchlein lieben” Hamburger Morgenpost

“Minimalistisch, makaber, menschlich” Literaturkritik.de

Susanne Henke, Storyteller, Spezialgebiet unfreiwilliges Ableben und andere Abgründe, lebt mit ihrem Mann in Hamburg und beantwortet seit 2005 die Frage “Was wäre, wenn …? in ihren Geschichten von ganz normalen Menschen.  Mehr unter http://www.storysite.de

Vito von Eichborn war Journalist, dann Lektor im S. Fischer Verlag, bevor er 1980 den Eichborn Verlag gründete, dessen Programm noch heute ein breites Spektrum umfasst: Humor, Kochbücher und Ratgeber, Sachbücher aller Art, klassische und moderne Literatur sowie die Andere Bibliothek. Nach seinem Ausstieg im Jahre 1995 war er u.a. Geschäftsführer bei Rotbuch/EuropŠische Verlagsanstalt und sechs Jahre Verleger des Europa-Verlags. Seit 2005 ist Vito von Eichborn selbständig als Publizist tätig und fungiert u.a. seit März 2006 als Herausgeber der Edition BoD.

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar mit persönlicher Widmung der Autorin (!): Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!):  Wie heißt die tägliche Dosis, mit der die Autorin auf ihrem Blog  den kleinen Krimihunger stillt? (Antwort darauf findet sich möglicherweise auf folgenden Links: http://www.storysite.de / http://storysite.wordpress.com / http://www.twitter.com/storysite / http://www.facebook.com/Susanne.Henke) Sobald 30 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen und an die Autorin weitergeleitet, die dann mit den Gewinnern die Widmungen bespricht und die Zusendung der Titel abspricht! Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! DIE GEWINNER LAUTEN: Daniela Hollweck, Sabine Kettschau und Angela (sturmwind). HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR BEDANKEN UNS BEI ALLEN TEILNEHMERN UND VOR ALLEM BEI DER AUTORIN, DIE DIESES GEWINNSPIEL MIT WIDMUNGSEXEMPLAREN MÖGLICH GEMACHT HAT! DIESE MELDET SICH DIREKT PER E-MAIL BEI DEN GEWINNERN!

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Panta rhei – Wie neue Drucktechnik die Buch- und Verlagsbranche verändert

Erstellt von Galaxykarl am 16. August 2011

Panta rhei – Wie neue Drucktechnik die Buch- und Verlagsbranche verändert
Von A wie analog, über D wie digital und DKVZ, zu Z wie Zukunft

Stillstand ist Rückschritt. Erich Kästner, Karl Marx und Reinhold Würth
Wer sich nicht anpasst, geht früher oder später unter. Quelle unbekannt
Das einzig Beständige ist die Veränderung. Heraklit

Panta rhei

Es ist ein alter Hut, dass neue Technologien bestehende verdrängen. Dies war zu allen Zeiten so, ist heute so und wird auch in Zukunft nicht anders sein. Auf die Druckbranche bezogen sehen wir das an ausgestorbenen Drucktechniken wie Lithografie, Buchdruck und zumindest dem grafischen Siebdruck. Auch die dazu passenden Berufe verschwinden vom Markt und werden durch neue ersetzt. Auch artverwandte Berufe innerhalb der Branche verlieren ihre Daseinsberechtigung, wenn neue Techniken und Materialien alte überflügeln. So gibt es z. B. keine (Blei)Setzer, Fotoretuscheure und Druckvorlagenhersteller mehr. Sogar mein Beruf – Siebdrucker – heißt seit Kurzem Medientechnologe Siebdruck.

Sie sind schuld!

Und als Privatperson haben auch Sie zum Verschwinden solcher Berufe beigetragen. Wie? Durch die millionenfache Verwendung von Digitalkameras anstelle von herkömmlichen Kameras mit Film. Die Konsequenz? Hersteller wie Agfa und Kodak stellen seit Jahren fast kein klassisches Filmmaterial mehr her; schlicht und ergreifend deswegen, weil die massenhafte Nachfrage nach Filmmaterial sich in rasendem Tempo gegen Null neigt. Was macht nun eine Drucktechnik, die aber bis dato Filme zur Herstellung von Druckvorlagen genötigte? Sie passt sich an und entwickelt wiederum neue Technologien, wie z. B. im Offsetdruck Computer-to-Plate (CtP) und im Siebdruck entsprechend Computer-to-Screen (CtS). Und hier sind die neuen Ideen noch lange nicht ausgereizt. LED- und Laserbelichter finden mehr und mehr Verbreitung und ersetzen die Arbeitsschritte Filmherstellung, Umkopieren von Negativ- auf Positivfilm, Film- und Nutzenmontage usw. Alles passé. Das wird entweder gar nicht mehr benötigt oder passiert alles am Computer, durch (hoffentlich ausgebildetes) entsprechendes Fachpersonal.

„Was interessiert mich das?“

Warum erwähne ich das alles hier in einem Artikel, der sich eigentlich auch mit dem umstrittenen Thema Druckkostenzuschussverlag (DKZV) beschäftigen will? Weil eben genau auch hier diese Veränderungen in der Technik zu Veränderungen in den Berufen führen. „Was soll mich als (angehende/r) Autor/in das alles interessieren?“ Eben weil es leider nicht nur bei o. g. Anpassungen bleibt, sondern es ergeben sich auch Veränderungen im Geschäftsbereich. Firmen – Verlage! – ändern ihre Angebote, Dienstleistungen und finden neue Wege Geld zu verdienen; was grundsätzlich ja nichts Schlechtes ist. Doch wie immer und überall gibt es Personen und Firmen, die dem Endkunden nun kräftig über den Tisch ziehen. Sie nutzen die Unkenntnis bei der Kundschaft zu der neuen Technologie gnadenlos aus und kassieren ab, solange es geht. Wie lange? Bis Konkurrenten auftauchen und eben saubere Angebote auch mit der neuen Technologie präsentieren. Doch dazu später mehr.

„Analog“ und Digital

Jetzt ein bisschen Drucktechnik; es geht leider nicht ohne, wenn Sie verstehen wollen, warum DKZV so und nicht anders handeln.

Im Grunde hat jede bisherige Drucktechnik unterschieden nach Motivteilen mit und ohne Farbe; druckende und nicht druckende Stellen und wenn sie noch so klein waren. Das menschliche Auge lässt sich recht leicht täuschen, indem man ein Bild/Foto in so kleine Bestandteile (Rasterpunkte) zerlegt, dass das Auge schon bei geringer Betrachtungsdistanz die einzelnen Teile nicht mehr auflösen kann. Die farbige Information wird zusätzlich in die vier Rasterfarben (Cyan, Yellow, Magenta und Schwarz) zerlegt, welche nacheinander und übereinander gedruckt wurden und ja auch noch werden. Die Folge waren zu Beginn des Farbdruckes 4 Druckgänge nacheinander; das Papier mit der ersten Farbe wurde erneut in die Druckmaschine eingelegt und nach der Umrüstung auf die Druckform mit der zweiten Farbe eben zum zweiten Mal bedruckt usw., bis alle 4 Rasterfarben das komplette Bild ergaben. Rasch folgten Maschinen mit 4 (und mehr) Druckwerken und es ging deutlich flotter voran. Moderne Druckmaschinen erzielen rasende Druckgeschwindigkeiten und können kostengünstig sehr hohe Auflagen realisieren. Sie als Privatperson erleben dies in ihrem Briefkasten mit Massenwerbungen.

Sie haben bemerkt, dass ich das Wort analog in Anführungszeichen gesetzt habe? Im Grunde ist es falsch, hier von analog zu sprechen, denn wenn ich zwischen Information Ja und Nein, druckend und nicht druckend unterscheide, ist das eben die Definition von digital. Aber im Kontext von alten Drucktechniken zur neuen „Digitaldrucktechnik“ darf mir diese Unterscheidung auf diese Weise erlaubt sein.

Was ist denn nun Digitaldruck?

Im Grunde ist jeder Computer-Drucker – ob nun mit Tinte oder Lasertoner – eine Digitaldruckmaschine. Sie erstellen Ihr Werk (einen Text, eine Grafik oder was auch immer) am PC und schicken die Datei zum Drucker. Sie benötigen keine besonderen Filme, Druckvorlagen, müssen keine Druckmaschine mechanisch für den Druckprozess einrichten; all das fällt weg. Sie drucken los. An dieser Stelle muss ich immer lachen, wenn jemand daherkommt und vom „papierlosen Büro“ faselt. Seit es PC-Drucker gibt, wurde noch nie so viel Papier bedruckt wie heute. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun stellen Sie sich Ihren Büro- oder Heimdrucker ein paar Maßeinheiten größer vor; und ich meine das wörtlich. Es gibt Digitaldruckmaschinen mit Arbeitsbreiten von 60, 137, 152, 210, 250, 350 und 500 cm. Und es werden noch Größere gebaut. Man unterscheidet nach Flachbett- und Rollendruckmaschinen. Einsatzbereich ist die Werbetechnik, Messebau und grafische Industrie. Sie erinnern sich an o. e. Untergang reiner grafischer Siebdrucker? Fast alle entsprechenden Aufträge werden nun von Werbetechnikfirmen erledigt und nicht mehr vom grafischen Siebdrucker. Gottlob gibt es noch zig Bereiche, in der die Technologie Siebdruck konkurrenzlos ist. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Die Digitaldruckmaschinen, die uns Schreiberlinge aber interessieren, sind Offset-Digitaldruckmaschinen, die sich von den vorgenannten deutlich unterscheiden. Aber eines haben sie trotzdem gemeinsam: Es sind keine Druckformen mehr nötig. Und jetzt kommt der nächste Schritt …

Die Druckkosten

Für alle „alten“, sprich „analogen“ Techniken (Buchdruck, Offsetdruck, Siebdruck, Tiefdruck, Flexodruck), aber gilt: Für jede einzelne Druckfarbe benötigt man eine eigene Druckvorlage (Bleilettern, Offsetplatten, Siebdruckschablonen, Tiefdruckzylinder, Flexoklischees). Diese müssen fachgerecht hergestellt werden – ob nun mit oder ohne Film ist hier zweitrangig -, sie müssen in die Maschine eingerichtet und alle 4 Farben passgerecht zueinander ausgerichtet werden. Dann erfolgt ein Andruck (Makulatur), um die Farben exakt abzustimmen. Erst wenn alles passt, kann der eigentliche Auflagendruck stattfinden. Diese Beschreibungen sind hier extrem gekürzt und verallgemeinert dargestellt, aber Sie erkennen, dass hier ein technischer Aufwand an Material, Zeit und Know-how dahinter steckt.

Das sind Kosten, die man – alleine schon für den Druckprozess – hat, wenn man ein Buch oder ein anderes Printprodukt herstellen will. Dann fallen natürlich die Preprint-Kosten an für Satz, Korrektur, Lektorat, Grafik und Layout für Cover, Innenillustrationen, Bildrechte usw. usw.

Dazu natürlich das Material selbst: Papier, Umschlagkarton, Druckfarben, Hilfsmittel usw., selbstverständlich Arbeitszeit, Abschreibungen, Betriebskosten uvm.

Der Wandel

Ein klassischer Verlag hat – und tut es noch! – sich also sehr genau überlegt, welchen Autor und welches Werk er auf diese Weise publiziert. Mit den alten Drucktechniken hat er alle Vorkosten, ob er nun später eine kleine oder große Erstauflage drucken will. Also was tut er?
- Er prüft eingehende Manuskripte und Exposés auf das Genaueste – oder überlässt dies zunehmend Literaturagenturen – und entscheidet, ob er den Autor und das Werk annimmt.
- Damit erfolgt eine Auslese, ein Filter, der missglückte Werke aussiebt.
- Der Verlag übernimmt ohne Kosten für den Autor die Lektoratsarbeit und macht aus einem guten Text einen noch besseren.
- Der Verlag beschäftigt professionelle Grafiker – oder bedient sich entsprechender Grafikdienste – und erstellt ein in seinen Augen optimal verkaufsförderndes Cover.
- Der Verlag hat sein typisches Erscheinungsbild und Logo, eine bestimmte Reihe, die für den Leser und Käufer einen möglichst hohen Wiedererkennungswert erzeugen soll. Das geht soweit, dass ein Autor „sein“ typisches Layout verpasst bekommt (siehe z. B. Sergej Lukianenko bei Heyne).
- Der Verlag trifft eine ganze Reihe an Marketingmaßnahmen, um Autor und Werk in den Markt zu puschen – die Konkurrenz schläft nicht: Poster, Werbeaufsteller (Displays), Flyer und Lesezeichen, bucht evtl. Lesungen, präsentiert Autor und Werk auf Buchmessen und anderen Veranstaltungen.
- Der Verlag hat Kontakte zu den überaus wichtigen Buchhandelsketten, besitzt dort Kontingente (Regalplätze).
- Der Verlag trägt die Kosten der ISBN-Nr., ohne die ein Buch nur schwierig zu finden und zu erstehen ist. OK, diese Kosten sind relativ gering, aber immerhin.
- Und vor allem: Der Verlag hat ein Interesse daran, an den erhofften guten Verkauf des Erstlings weitere Bücher des Autors zu platzieren. Denn mit Eintagsfliegen macht ein klassischer Verlag nur selten ein Geschäft. Wenn ein Autor gut im Markt steht, sind die Aufbauwerbemaßnahmen erbracht und es geht „nur“ noch um die aktuelle Werbung für die folgenden Titel.

Wie arbeitet nun ein Druckkostenzuschussverlag?

- Er verlangt von dem Autor die Erstellung einer komplett druckfertigen Datei, i. d. R. im Dateiformat pdf.
- D. h., der Autor ist nun nicht mehr nur der Kreative, der Schaffende, der Künstler, sondern er ist Drucktechniker, Grafiker und Computerfachmann in einer Person. Sie sollen also nicht nur Ihren Text perfekt abliefern, samt Rechtschreibkorrektur und Lektorat, sondern Sie sollen auch noch mit Ihnen unbekannten Begriffen wie Satzspiegel, Randbeschnitt, Passermarkierungen, Layout, Typografie, Vorblättern, Bildformaten, Dateigrößen, evtl. Datenkomprimierung und dergleichen so firm sein, dass der DKZV nichts mehr daran bearbeiten muss.
- Wenn doch – und davon können Sie als Drucklaie ausgehen -, ja, dann bietet man Ihnen o. g. Arbeitsschritte als „Service“ an. Ich habe Angaben gelesen, wo für eine Normseite (http://de.wikipedia.org/wiki/Normseite, also 30 Zeilen á 60 Anschläge), eine Lektoratsbearbeitung mit 8,– € / Seite angeboten wird. Bei einem mittleren Roman mit 400 Seiten macht das mal schlappe 3.200,– €. So verdient man Geld.
- Der DKZV „prüft“ auch Ihr Manuskript und erweckt in Ihnen die gleiche Hoffnung, die Sie bei einem klassischen Verlag hegen: Dass Sie angenommen werden. Und prompt, ja, Ihr Werk wurde für eine Veröffentlichung für wert befunden. Wie toll. Man müsse nur noch o. g. kostenpflichtige Lektoratsarbeit machen, dann steht einer Drucklegung nichts im Wege.
- Ein Schritt weiter: Wenn Sie die Kosten eben als Autor alle selbst übernehmen, welchen Ansporn hat den nun ein DKZV noch, um Sie in den Markt zu bringen? Die paar Links zu den Verkaufsplattformen, meinetwegen entsprechende Gebühren, stehen in keinem Verhältnis zum Erfolg.
- Sie tragen als Autor alle Kosten, tragen das Risiko, haben keine Kontrolle – geschweige denn Einfluss – über die Werbemaßnahmen Ihres Werkes.
- Und wenn erwartungsgemäß die Verkaufszahlen sich von Null bis Mäßig gestalten, tragen Sie auch noch den Stempel des Unverkäuflichen. „Der Autor X verkauft sich nicht.“ Sie „verbrennen“ damit Ihre eigene Attraktivität gegenüber den klassischen Verlagen.
- Sie werden vom Künstler zum Kunden des DKZV – und das steht wortwörtlich in den meisten Geschäftsbedingungen.
- Book-on-Demand bedeutet Buch-auf-Bestellung. Also hat hier der DKZV auch kein Risiko. Er muss nur dann drucken, wenn Bestellungen vorliegen. Natürlich wird er nicht wegen Ihren 5 bestellten Büchern die Druckmaschine anwerfen. Aber der Digitaldruckmaschine ist es völlig egal, ob sie Ihre 5, danach die 20 vom Autor Müller, die 13 von Autorin Meier und die 68 von Autor Huber druckt. Die bestellten Bücher können bei gleichem Format (und das schreibt ja der DKZV vor) nacheinander zum Druck und zur Weiterverarbeitung (Schneiden, Zusammentragen, Binden, Heften) gehen.
- Die kreative Leistung erbringt der Autor.
- Die druckfertige Erstellung einer Datei erbringt der Autor.
- Die Kosten für ISBN-Nr. und „Bearbeitung“ der Datei erbringt der Autor.
- Das Risiko eines Flops und „Eigenverbrennung“ trägt der Autor.

Für mich – und sicher auch für Sie – ergeben sich also folgende Fragen, die man solchen Firmen stellen darf und muss. Und auf eine erschöpfende Antwort bestehen sollte:

- Wenn o. g. Digitaldrucktechnik es erlaubt, auch Auflagen ab 1 Stück oder meinetwegen 10 oder 100 oder 500 zu realisieren, warum soll also ein Autor in Vorkosten treten? Es gibt also hier kein finanzielles Risiko.
- Was – außer der ISBN-Nr. – ist denn in den Kosten, die ein DKZV verlangt, drin?
- Allein auf 70.000 publizierte Titel innerhalb der letzten 2 Jahre hinzuweisen, genügt nicht. Viel wichtiger ist die Frage, wie hoch waren die Auflagen und echten Verkaufszahlen? Und hier genügt es nicht, 5 erfolgreiche Beispiele aufzuführen.
- Welche Werbemaßnahmen trifft ein DKZV konkret und wie kann ein Autor dies nachvollziehen? Von Nachkontrollieren möchte ich hier ja gar nicht sprechen.
- Wenn angeblich die Auflagenzahlen eines Titel früher bei 10.000, später dann nur noch bei 4.000 Exemplaren in der Erstauflage waren, warum gibt es denn überhaupt noch klassische Verlage? Warum bedienen die sich nicht auch der Digitaldrucktechnik?
- Die Masse der Publikationen sind Taschenbücher, im Druckjargon Weichbroschur genannt, weil eben der Umschlag nicht fest ist wie bei einem gebundenen Buch (neudeutsch Hardcover), sondern einigermaßen flexibel. Die Herstellungskosten – gerade bei digital gedruckten Exemplaren – sind bei zu erwartenden kleinen Anfangsauflagen sehr günstig. Also wieder: Warum soll hier ein Autor in Vorkosten treten?
- Durch was unterscheiden sich seriöse (wenn es sie denn gibt und der Beweis muss erst noch auf den Tisch gelegt werden) DKZV von den „schwarzen Schafen“?

Die Zukunft

… ist ungewiss. Und wenn ich an meine eigenen Söhne denke, wird mir hier so richtig bange. Alles, was nicht digital und älter als zwei Jahre ist, ist in deren Augen Schrott, Müll und Klamottenkiste von gestern. Die Gläubigkeit der jungen und jüngsten Generation an die ach so tolle digitale Welt ist immens. Knallharte Fakten stoßen auf eine Mauer mitleidigen Lächelns:
Der zarte Hinweis, dass ein anständig gedrucktes Buch noch nach Jahrhunderten lesbar ist und ein E-Book, eine DVD oder CD nach wenigen Jahren Elektronikschrott ist, wird beiseite gewischt.
Der schwache Versuch, digitale Urlaubsbilder im PC oder Fotohandy infrage zu stellen und auf anständig gedruckte Fotos zu verweisen, wird beiseite gewischt. Ein unachtsamer Mausklick und der Italienurlaub ist futsch, wird belächelt als Beweis für „Methusalem-am-PC“.
Digital gedruckte Bücher werden mit Digitaldrucktinten hergestellt. Die Auflösung, sprich Druckfeinheit, hat mittlerweile Größenordnungen, nein, besser, Kleinstordnungen erreicht, dass eine Digitaldrucktinte in millionstel Millimeter – in µ – gedruckt wird. Die Lichtechtheit der dabei verwendeten Farbpigmente beträgt wenige Jahre in keinem Fall Jahrhunderte. OK, Taschenbücher müssen keine Jahrhunderte halten, aber trotzdem ist das ein Punkt, der seine Vergänglichkeit, Beliebigkeit, Schnelllebigkeit förmlich hinausschreit.

Meine Prognose: Book-on-Demand wird sich verbreiten. Wenn man dabei Qualität, Service und Zuverlässigkeit – wie bei eigentlich jedem Produkt – beachtet, spricht nichts dagegen. Druckkostenzuschussverlage werden sich auch verbreiten, in Massen. Und wie die Lemminge werden ihnen Tausende Autoren auf dem Leim gehen. Und die wenigen seriösen DKZV – von denen ich immer noch überzeugt werden muss, dass es sie gibt – werden ein hartes Brot zu Essen bekommen. Ihre Hauptaufgabe wird zunehmend sein, sich von den „schwarzen Schafen“ abzugrenzen. Mein offenes Ohr dafür haben Sie. Jetzt seid ihr am Zug. Bin gespannt auf die Zukunft. Und vielleicht auch ihr.

Copyright © 2011 by Werner Karl
bekannt im sfbasar als galaxykarl
Chefredakteur Buchrezicenter

Hinweis der sfbasar-Redaktion: Werner Karl ist seit über 30 Jahren in der deutschen Druckindustrie tätig und ist selbst Autor im Bereich Fantasy und Science-Fiction.

P. S. Wir wollen hier eine offene und demokratische Diskussion. Und ich bitte alle Kommentatoren, besonders Vertreter der DKZV, Book-on-Demand und der klassischen Verlage, sich hier namentlich zu erkennen zu geben und keine Nicknames oder Pseudonyme zu verwenden. Wenn schon Offenheit, dann für alle Beteiligten.

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Frankfurt am Main: Frau in Jobcenter erschossen! * BESTELLTIPP DER REDAKTION: Lange, Björn – Hartz IV – und der Tag gehört dir. Über das Schicksal Langzeitarbeitsloser, den Zerfall unseres Sozialsystems und das Milliardengrab ARGEn/Jobcenter.

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Mai 2011

PRESSEMELDUNG (ZITAT): “Frankfurt/Main (dapd-hes). (…) Ein Polizeisprecher weiß nur zu berichten, dass die junge Frau am Morgen in einen Streit mit einem Mitarbeiter des Jobcenters geraten war. Worüber, ist unklar. Um kurz vor 09.00 Uhr alarmierte der hauseigene Sicherheitsdienst die Polizei. “Demnach wollte eine Kundin nach einem Streit mit einem Mitarbeiter das Haus nicht verlassen. Sie randalierte und störte den Betrieb”, sagt der Polizeisprecher. Als die alarmierten Streifenbeamten sie nach ihrem Ausweis fragten, zog sie ein Messer aus ihrer Handtasche. Damit stach sie einem Polizisten in den Bauch. Seine Kollegin schoss daraufhin ein Mal auf die Angreiferin. Der Schuss traf die junge Frau im Bauch. Im Krankenhaus erlag die Frau ihren Verletzungen, etwa eine Stunde nach dem Schuss. (…)”

Quellenangabe zur Veröffentlichung (gesamte Pressemeldung)

BESTELLTIPP DER REDAKTION:

Lange, Björn
Hartz IV – und der Tag gehört dir

Über das Schicksal Langzeitarbeitsloser, den Zerfall unseres Sozialsystems und das Milliardengrab ARGEn/Jobcenter

Verlag :      Books on Demand
ISBN :      978-3-8391-7224-7
Einband :      Paperback
Preisinfo :      11,90 Eur[D] / 12,30 Eur[A] / 20,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      ca. 176 S. – 21,0 x 14,8 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 24.06.2010
Gewicht :      262 g

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Titel bei Libri.de

Es gibt viele Bücher über Hartz IV, aber keins wie dieses. Neben dringend notwendiger Aufklärungsarbeit, besticht das Buch durch seine nachhaltige Fachkenntnis und die realistische Einschätzung des Systems.

Als ehemaliger Sachbearbeiter kennt der Autor Probleme, Folgen sowie Missstände des Systems und blickt weit über den Tellerrand hinaus. Seit mehr als fünf Jahren gibt es das Hartz-IV-System, und die „Armut per Gesetz“ hat unsere Gesellschaftsstruktur nachhaltig beeinflusst. Neben den Milliardenkosten der größten Sozialreform der BRD ohne wirklichen Nutzen beobachten wir leider auch einen zunehmenden Verfall der sozialen Werte in unserer Gesellschaft.

Organisationschaos, Prozesslawinen, Finanzmiseren der Kommunen, die äußerst fragwürdigen Rollen von Medien und Politik sowie die sprichwörtliche „Verhartzung“ der Gesellschaft schüren weiteren sozialen Zündstoff und forcieren die Hartz-IV-Kritik.

Probleme wie Sucht, Zeitarbeit und Schulden blockieren das System, das schnell an seine Grenzen stößt. Die „Kunden“ führen oft ein Schattendasein, werden in ihren Grundrechten beschnitten, flüchten sich in ihre virtuelle Scheinwelt oder kapitulieren vollends.

Es ist eine authentische, aufrichtige Aufarbeitung des Systems mit einer dezenten Portion Ironie und Zynismus. Neben der Kritik an dem System sowie authentischen Fallbeispielen nennt der Verfasser gleichwohl auch Auswege aus diesem Dilemma, denn diese gibt es.

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln mit Pressemeldungen, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens 1 Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Eben, Robert – Unerreichbar nah- Gedichtsammlung.

Erstellt von Detlef Hedderich am 19. Februar 2011

Eben, Robert
Unerreichbar nah

Gedichtsammlung

Verlag :      Books on Demand
ISBN :      978-3-8391-6725-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      6,50 Eur[D] / 6,70 Eur[A] / 11,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 60 S. – 19,0 x 12,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 21.07.2010
Gewicht :      73 g

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Gedichte über die Liebe, die Natur und deren Bewohner, über das Alltägliche und gezielte Kritik an unserer Gesellschaft. Unerreichbar nah. Ich sehe dich deutlich vor mir, sehe die Konturen deines Gesichts, den Glanz deiner Haare, das Leuchten deiner Augen. Deine Schönheit verzaubert mich. Als hättest du einen Zauberum mich gelegt, der michstets in deinen Bann zieht. Ich betrachte dichund mein Herz wird schwer. Denn was ich sehe, ist nur dein Foto, du bist unerreichbar und doch so nah. EICHENBLATT LITERATUR www.eben-robert.de

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Preisrätsel 3x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie lautet die Homepageadresse des Autoren?  (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 30 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! DIE GEWINNER LAUTEN: Darius Fehr, Detlef Flurschuetz und Tanja Glück. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN UNSEREM SPONSOR UND ALLEN TEILNEHMERN!

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NACHT FÜR NACHT *II* – Lyrik von Simone Wilhelmy

Erstellt von Simone Wilhelmy am 2. Februar 2011

…………………………….
Nacht für Nacht
…………………………….

Lyrik von
Simone Wilhelmy

Es sind die kleinen Freuden
heißt es
die das Leben ausmachen
und so suche ich
nacht für nacht
zwischen grauen Wolkenfetzen
und Sternstaub
der auf den Schneeflocken glitzert
nach etwas
dass nicht sofort
in meinen Händen schmilzt

es ist immer die Nacht
die mich sehnsüchtig macht
dabei vergesse ich
dass es das Licht ist
das mich sehen lässt


Copyright © 2010 by Simone Wilhelmy


Kaufempfehlung des Autorin:

Eben, Robert
Unerreichbar nah

Gedichtsammlung

Verlag :      Books on Demand
ISBN :      978-3-8391-6725-0
Einband :      Paperback
Preisinfo :      6,50 Eur[D] / 6,70 Eur[A] / 11,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      ca. 60 S. – 19,0 x 12,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 21.07.2010
Gewicht :      73 g

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Gedichte über die Liebe, die Natur und deren Bewohner, über das Alltägliche und gezielte Kritik an unserer Gesellschaft. Unerreichbar nahIch sehe dich deutlich vor mir, sehe die Konturen deines Gesichts, den Glanz deiner Haare, das Leuchten deiner Augen. Deine Schönheit verzaubert mich. Als hättest du einen Zauberum mich gelegt, der michstets in deinen Bann zieht. Ich betrachte dichund mein Herz wird schwer. Denn was ich sehe, ist nur dein Foto, du bist unerreichbar und doch so nah. EICHENBLATT LITERATUR www.eben-robert.de

Titel bei amazon.de
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Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

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PREISRÄTSEL / GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Stefan Jahnke – Ausgelöscht.

Erstellt von Detlef Hedderich am 20. November 2010

Stefan Jahnke
Ausgelöscht

BoD – Books on Demand, Norderstedt
ISBN 978-3837087253
Historischer Thriller
Originalausgabe 2009
Umschlaggestaltung Stefan Jahnke
Taschenbuch 310 Seiten

www.stefan-jahnke.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor

Obwohl der 1967 geborene Autor seine Liebe zum Schreiben früh entdeckte, wagte er sich erst 2008 an Romane heran. Seither erscheinen mit schöner Regelmäßigkeit Bücher von ihm. Sein Spektrum reicht von Krimis und Thrillern über historische Romane bis hin zu Reiseberichten. Die privaten wie beruflichen Interessen des studierten Maschinenbauers sind breit gefächert. So arbeitete er unter anderem in einer Werbeagentur in London. Diese Tätigkeit ging in Anstellungen in der Verlagsbranche über, was wiederum von der Leitung und Beteiligung an einer Bildungseinrichtung oder leitenden Forschungs- und Entwicklungsaufgaben bei einem der größten Reprografen Deutschlands abgelöst wurde. Jahnke ist verheiratet und lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Dresden und Radebeul. Er ist Mitbegründer des Autorenvereins Kristallfeder. (Autorenhomepage www.stefan-jahnke.de)

Zum Buch/Meine Meinung

Das Cover ziert das Foto einer verschneiten Landschaft und lässt noch nicht viele Rückschlüsse auf das Buch zu.

Laut Inhaltsangabe geht es jedenfalls ins Mittelalter. Jahnkes Schreibstil, obwohl sofort klar erkennbar, bedient sich einer etwas anderen Sprache als sonst. Einer, die mir auf Mittelaltermärkten begegnet ist, was das Eintauchen in die Geschichte für mich gleichermaßen erleichterte, wie erschwerte. Denn der Autor lässt seine Charaktere nicht nur so sprechen und denken. Seine Beschreibungen von Dingen, Gegenden und/oder Begebenheiten sind genauso gehalten.

Leser, die sich darauf einlassen, landen in einer Welt, in der die Bevölkerung den willkürlichen Entscheidungen und Launen ihrer Landesherren und der heiligen Kirche unterworfen waren, die ihre Dogmen genau wie ihre Vormachtstellung auf Biegen und Brechen halten wollten. Was dafür getan werden, wer dafür bezahlen musste, war völlig gleichgültig. Die Kirche ging dafür so weit, ein ganzes Dorf verschwinden zu lassen.

Doch das kristallisiert sich erst später heraus. Zunächst einmal lernt man im Prolog jenen Ritter kennen, der später mit zur Aufklärung des Sachverhalts beiträgt. Einen Menschen mit allen Fehlern und Schwächen der damaligen Welt, der bisweilen allerdings schon wie jemand zu denken scheint, der etwas später gelebt und andere Denkweisen gelernt hat. Der, obwohl seit Jahren ein treuer und loyaler Diener seines Herrn, trotzdem immer damit rechnen muss, in Ungnade zu fallen. Und dem geht es zu Anfang gar nicht gut. Ihm droht Folter oder gar der Tod, weil er seinem Herrn nicht das besorgen konnte, was der wollte – ein wirksames Mittel gegen die Pest und andere Gebrechen. Dabei konnte er das gar nicht, denn Eich, ein Dorf, das jahrzehntelang neben zahlreichen Wundern (in Form von Heilungen) auch für Ärger sorgte, ist mit Mann und Maus, Haus und Hof verschwunden. Nichts scheint mehr darauf hinzudeuten, dass dort überhaupt jemals eine florierende Siedlung stand. Nur mit einigem Glück kann Hannes Balthasar überzeugen gen Eich zu ziehen, um sich selbst von dieser Ungeheuerlichkeit zu überzeugen.

Danach geht es in die eigentliche Geschichte und der Leser lernt den ungestümen Balthasar kennen, der trotz seiner Jugend von gerade mal 13 Jahren nicht vor Raub, Unterdrückung und Vergewaltigung zurückschreckt und schon eine Gruppe um sich schart, die ihn ein Leben lang begleitet. Bereits allein durch ihn wird deutlich, dass Frauen damals weniger als Vieh galten, das die arme, z. T. hungernde Bevölkerung geknechtet und ausgepresst wurde und gegen all das wenig unternehmen konnte, weil sie quasi zum Besitz des Landesherren gehörten. Und der Junge – Balthasar – ist der Sohn dieses Landesherren, und schreckt übrigens auch nicht davor zurück, den eigenen Vater zu bestehlen.

Dann jedoch geschieht etwas, was den Hitzkopf Balthasar zum Umdenken bewegt. Er wird kein Heiliger, aber er ändert sich. Es ist ein langsamer, aber unaufhaltsamer Prozess, der beginnt, als sich ihm der unbewaffnete Holger von Roßberg in den Weg stellt. Er ist aufgrund einer Eingebung nach Eich gezogen, um den Bewohnern dort beizustehen. Etwas an dem Mann lässt Balthasar innehalten und wieder und wieder nach Eich kommen, um von ihm zu lernen. Dabei könnte er ihn kurz nach ihrem Kennenlernen, ohne irgendwelche Repressalien fürchten zu müssen, vernichten. Denn Balthasars Vater stirbt und er, obwohl er das Mündel seines älteren Bruders Friedrich ist, wird zum Herrn über die Wartburg. Doch er merkt schnell, dass er mehr von einem lebendigen als von einem toten von Roßberg profitieren kann.

Der junge Herr der Wartburg hebt bald schon seine schützende Hand über die Gemeinde Eich und von Roßberg. Schutz ist nötig, denn was von Roßberg bewirkt, lässt das Misstrauen der Kirche erwachen. Seine Bemühungen sind nicht ganz ungefährlich, denn auch Adlige können schnell unter Kirchenbann gestellt werden. Damit taucht der Autor in einen sehr dunklen Abschnitt der Glaubensgeschichte ein. Die damalige Kirche verteilte Vergebung und Gnade nicht an Bedürftige, sondern an zahlende Kundschaft. Doch der Autor geht weiter, erinnert an die Welle von Tod und Verderben, die die damalige Kirche lostrat, um ihre Machtposition zu halten.

Deshalb sorgt Balthasar auch dafür, dass König Karl und der amtierende Papst Eich ebenfalls Schutz bieten. In diesem Zusammenhang lernt auch der Ritter Hannes den geheimnisumwobenen Ort und den Mann kennen, der dafür verantwortlich ist. Der Heiler bringt nicht nur Balthasar viel bei, sondern sorgt durch seine wundersam wirkenden Handlungen dafür, dass die bis dahin unscheinbare Gemeinde zu einer blühenden Siedlung heranwächst und Pilgerströme anzieht. Während das übrige Land unter der Pest leidet und Raubrittertum, Verwahrlosung und Hunger sich ausbreiten, blüht neben Eich auch der Verwaltungsbereich auf, den Balthasar leitet. Bis, ja bis eben zu jenem schicksalshaften Tag Jahre später, an dem Eich von heute auf morgen verschwunden zu sein scheint. Zauberei? Eine dreiste Lüge und Verschwörung seines bisher treuen Ritters Hannes und des Heilers von Roßberg?

Erst als Balthasar sich mit eigenen Augen von dem an sich unerklärlichen Phänomen überzeugt, erteilt er Hannes den Auftrag, nach einer Klärung zu suchen. Sehr bald stellt sich heraus, dass die Kirche etwas mit dem Verschwinden zu tun haben muss. Eine Kirche, die damals schnell etwas als Häresie und Ketzerei abtat, die Menschen folterte, ertränkte oder verbrannte, nur weil sie anders dachten, altes Wissen hegten und pflegten, etc. Nur – welcher der gerade amtierenden Päpste hat den Auftrag erteilt? Und was ist aus den Menschen von Eich geworden, allen voran aus Holger von Roßberg? Was haben die Templer mit diesem Ort zu tun, die von der Kirche verfolgt werden, weil sie Maria Magdalena verehren und nicht als Hure abstempeln? Was haben sie mit dem Ritter selbst zu tun. Von diesem Handlungsstrang (Templer) hätte ich ehrlich gesagt gerne mehr gelesen. Aber er fügt sich auch so gut in die Geschichte ein.

Der Autor schlägt einen weiten Bogen, der letztlich im Epilog in Schottland mit Hannes endet, Jahre nach dem Verschwinden von Eich oder dem Tod Balthasars, der beteiligten Päpste oder Könige.

Die von Jahnke gewählte Sprache, das Herausstellen der teilweise recht verqueren Ansichten sogenannter „Edler“ und „Ritter“, das Schlaglicht auf ein sehr dunkles Kapitel in der europäischen Geschichte – all das führt den Leser durch die 310 gut gefüllten Seiten.

Seiten, die auch flüchtig davon sprechen, dass man ohne Vergangenheit, ohne das gelebte Wissen langjähriger Erfahrungen, wohl existieren, aber nicht immer unbedingt gut leben kann. Diese Thematik ist nach wie vor aktuell und wird doch so oft ignoriert. Ebenso aktuell, wenn auch in veränderter Form, ist der Umstand, dass auch heute noch sinnlose Opfer auf dem Altar der Machterhaltung gemacht und gebracht werden, sowohl vor religiösen wie auch wirtschaftlichen Hintergründen. Auch wenn vieles in Jahnkes Roman reine Fiktion ist, der weitergesponnene Faden einer teilweise sicher belegten Recherche – man stellt sich unwillkürlich die Frage, welch ungeheurer (Wissens-)Schatz verloren ging, weil ein machthungriger Teil einer Organisation, der weit jenseits dessen scheint, was Glauben bedeuten sollte, seine Interessen rücksichtslos und zielstrebig wahrte. Führt allgemein betrachtet vor Augen, dass einige wenige reichen, um viele zu unterdrücken; Halbwahrheiten oder gar Lügen zu verbreiten, wenn sie es geschickt anstellen. Intrigen zu spinnen, die in die heutige Zeit reichen, auch wenn sich vieles zum Besseren geändert haben mag. Macht klar, dass viele vieles über sich ergehen lassen, weil sie eigentlich nur eins wollen: Leben.

Beim Lesen des Titels fiel mir übrigens ein Spruch ein. Ich weiß nicht, von wem er stammt, aber er lautet: „Alles, was lebt, sich bewegt, hinterlässt eine Spur. Keine Tat wird ausgelöscht, kein Gedanke fällt ins nichts.“ Dass an dem Spruch etwas dran ist, belegen die Worte des Autors ganz vorne im Buch. Eich und andere Orte mögen aus welchen Gründen auch immer ausgelöscht worden sein. Doch etwas von ihnen lebt weiter: In Archiven, Gedanken, Erinnerungen. Seine Recherchen haben Jahnke für diese Geschichte in Archive in Berlin, Eisenach, Avignon und Rom gebracht und mich durch seine Worte für einen kurzweiligen Abend ins Mittelalter. Wer historische Roman mag, sollte auf alle Fälle einen Versuch wagen.

Copyright © 2010 Antje Jürgens

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!):  Wie lautet die Homepage-Adresse des Autoren? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 30 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! DIE GEWINNER LAUTEN: Kirsten Lühne, Simon Eilers und Hanka Wünsch. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN AUCH UNSEREM SPONSOREN UND ALLEN TEILNEHMERN!

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