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Heller, Peter: Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte – (Audio-CD) – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. Mai 2013

Heller, Peter
Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte

Gelesen von Pessler, Olaf
Verlag :      Bastei Lübbe
ISBN :      978-3-7857-4840-4
Preisinfo :      19,99 Eur[D] UVP / 20,20 Eur[A] UVP / 29,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      Spieldauer 467 Min, 96 Tracks
Produktform :      A: Audio-CD
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 2013 19.04.2013

Big Hig gehört zu den Wenigen, die eine verheerende Epidemie überlebt haben. Ebenso wie sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn – brutal, aber verlässlich – beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jasper ist sein treuer Copilot. Eines Tages empfängt er plötzlich ein Funksignal von weit her. Gibt es doch noch weitere Überlebende, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste – und seine größte Hoffnung. Hig liebt die Welt, wie sie einmal war, und wie sie hätte sein können. Und weil er zudem die Poesie liebt, wird sein Bericht aus dem Innersten der Kampfzone zu einem herzzerreißenden, anrührenden Dokument.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wie lang ist die Spieldauer der Audio-CD? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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Heller, Peter: Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 14. Mai 2013

Heller, Peter
Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte

Übersetzt von Bonné, Eva
Verlag :      Bastei Lübbe
ISBN :      978-3-8479-0519-6
Einband :      gebunden
Preisinfo :      19,99 Eur[D] / 20,60 Eur[A] / 28,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 23.04.2013
Seiten/Umfang :      320 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – fest (Hardcover)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 2013 19.04.2013

KLAPPENTEXT
Eine Liebeserklärung an die Welt, wie sie hätte sein können. Die Welt ist untergegangen, aber Hig hat überlebt. Ebenso sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn – brutal, aber verlässlich – beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jaspar ist sein treuer Copilot. Man schlägt sich halt so durch. Dann empfängt er plötzlich ein Funksignal. Gibt es doch noch Leben, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste – und seine größte Hoffnung.

PRESSETEXT
In seinem Debütroman Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte, der vor wenigen Tagen auf Deutsch erschienen ist, schreibt der amerikanische Autor und Spezialist für Extremexpeditionen über das Ende der Welt und warum es sich dennoch lohnt, überlebt zu haben. Die Welt ist untergegangen, aber Hig hat überlebt. Ebenso sein einziger Nachbar, ein menschenfeindlicher Waffennarr mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der ihn – brutal, aber verlässlich – beschützt. Hig lebt im Hangar eines verwilderten Flughafens und tuckert mit einer alten Cessna übers Gelände, sein Hund Jaspar ist sein treuer Copilot. Man schlägt sich halt so durch. Dann empfängt er plötzlich ein Funksignal. Gibt es doch noch Leben, jenseits seines kleinen Flughafens? Hig beginnt eine abenteuerliche Reise, und was er entdeckt, übertrifft seine schlimmsten Ängste – und seine größte Hoffnung. Peter Hellers Roman hat im Ausland gleichermaßen Publikum und Kritiker begeistert. Das Buch wurde zum Überraschungserfolg in den USA und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Titel erhältlich bei ebook.de

Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Das Buch wurde zum Überraschungserfolg in welchem Land? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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Cooper, Karina: DARK MISSION – Fegefeuer. Roman – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 3. Mai 2013

Cooper, Karina
DARK MISSION – Fegefeuer

Roman

Übersetzt von Ritgen, Beke
Verlag :      Bastei Lübbe
ISBN :      978-3-404-20702-2
Einband :      Paperback
Preisinfo :      8,99 Eur[D] / 9,30 Eur[A] / 13,50 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 25.04.2013
Seiten/Umfang :      368 S. – 18,6 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 2012 16.11.2012
Aus der Reihe :      Fantasy. Bastei Lübbe Taschenbücher

KLAPPENTEXT
New Seattle ist ein Moloch aus Beton und Stein: Ebene für Ebene windet sich die Stadt in den Himmel hinauf. Jessica Leigh versucht sich hier unbemerkt durchzuschlagen. Sie ist eine Hexe und stets auf der Flucht vor den Missionaren des Ordens, der die Stadt fest im Griff hält. Einer der besten Jäger ist Silas Smith: Sein Auftrag lautet, Jessies Bruder, einen angeblichen Mörder, zu finden und an den Orden auszuliefern. Jessie muss das verhindern! Dumm nur, dass sie in Silas mehr entdecken muss, als einen gewissenlosen Killer und er in ihr mehr als nur eine Hexe …

PRESSETEXT
Einmal im Jahr versammeln sie sich. Sie reiten auf ihren Besen wild durch die Nacht. Sie feiern und tanzen ekstatisch ums Feuer. Hexenspuk und Teufelstreiben ist angesagt. Es ist Walpurgisnacht!

Die Amerikanerin Karina Cooper nimmt uns mit auf eine finstere, magische und dramatische Reise. Wir treffen auf eine tragische Liebesbeziehung, auf ein unzertrennliches Familienband und auf fanatische Besessenheit. Lassen Sie sich von Karina Cooper nach New Seattle entführen und begleiten Jessica bei der Suche nach ihrem Bruder!

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
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Sofia Caspari: Die Lagune der Flamingos – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 3. Mai 2013

Sofia Caspari
Die Lagune der Flamingos

Bastei Lübbe
ISBN 978-3-404-16759-3
Belletristik / Liebe & Romantik
Erschienen 01.12.2012
Titelillustration: © getty-images/Nikki Bidgood;
© Demurez Cover Arts/Rene de Brunn; © Royal Asiatic Society,
London, UK/The Bridgeman Art Library; © shutterstock/javarman
Umschlaggestaltung: Kirstin Osenau
Landkarte: Reinhard Borner
Taschenbuch, 589 Seiten

www.luebbe.de
www.lesejury.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
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Titel erhältlich bei eBook.de

Die Autorin:

Sofia Caspari, geboren 1972, hat schon mehrere Reisen nach Mittel- und Südamerika unternommen. Dort lebt auch ein Teil ihrer Verwandtschaft. Längere Zeit verbrachte sie in Argentinien, einem Land, dessen Menschen, Landschaften und Geschichte sie tief beeindruckt haben. Heute lebt sie – nach Stationen in Irland und Frankreich – mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in einem kleinen Dorf im Nahetal.

Das Buch:

In „Die Lagune der Flamingos“ entführt die Autorin Sofia Caspari ihre Leser nach Argentinien in den Zeitraum zwischen 1876 und 1890. Die Geschichte mehrerer Familien wird hier detailliert in unterschiedlichen Handlungssträngen, die zum größten Teil später zueinander finden, beschrieben.

Zunächst geht es um Annelie und ihre Tochter Mina. Annelie ist nach dem Tode ihres ersten Mannes auf ein Heiratsinserat hin von Frankfurt am Main nach Argentinien gekommen. Dort jedoch erwartet sie die Hölle. Ihr neuer Mann Xaver ist fordernd und gewalttätig und sein Sohn Philipp verhält sich ähnlich. Die Lebenssituation für Mina und ihrer Mutter wird unter den gegebenen Umständen immer unerträglicher und irgendwann nutzen die Frauen die Möglichkeit der Flucht. Mina hofft ihren Freund Frank, dessen Liebe ihr über alles geht, eines Tages wiederzusehen. Auch Frank wünscht sich das, aber er hat noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen.

Neben den oben genannten Personen spielen auch Charaktere aus dem ersten Teil der Familiensaga eine Rolle. Hier begegnet der Leser unter anderem Anna und ihrer Familie, insbesondere der Tochter Marlena, die hier erfahren muss was Freundschaft und Liebe bedeuten und dass das Leben nicht immer nur wunderschön ist, auch wenn man keine finanziellen Sorgen hat.
Der Autorin ist es perfekt gelungen diese Geschichte sowohl für Kenner des ersten Bandes als auch für Neueinsteiger lebendig zu gestalten und niemand erhält zu viel Information oder muss das Gefühl haben etwas versäumt zu haben.

Sofia Caspari schildert Argentinien und seine Natur, die damalige Zeit und ihre politischen Probleme und die Lebensumstände der Menschen so, dass man das Gefühl hat diese Zeit mitzuerleben. Hier wird nichts verschönert, sondern stets sehr realistisch geschildert. So darf man mit den handelnden Personen leiden und sich des Lebens freuen, gerade so wie das Leben diesen eben mitspielt.

„Die Lagune der Flamingos“ macht einfach Lust auf mehr. Mehr Sonne, mehr Landschaft, mehr Liebe und Leid, mehr Argentinien. Wer das Buch zur Hand nimmt, sollte sich auf wundervolle Lesestunden fernab unseres Alltags einstellen.

Copyright © 2013 by Iris Gasper

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Wann erschien der Titel? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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Mark Hodder: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack. Burton & Swinburne (Bd. 1) – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. März 2013

Mark Hodder
Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack
Burton & Swinburne (Bd. 1)

(sfbentry)
Originaltitel: The Strange Affair of Spring Heeled Jack (New York : Pyr/Prometheus Books 2010)
Übersetzung: Kristina Koblischke
Deutsche Erstausgabe (Paperback): Februar 2013 (Bastei-Lübbe-Verlag/Bastei Fantasy 20699)
527 S.
ISBN-13: 978-3-404-20699-5
eBook: Februar 2013 (Lübbe Digital)
1665 KB
ISBN-13: 978-3-8387-1887-3

Titel bei Buch24.de
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Titel bei Booklooker.de

Das geschieht:

Wir schreiben das Jahr 1861 in einem ‚alternativen‘ London: Queen Viktoria ist schon vor vielen Jahren durch ein Attentat gestorben, dampfbetriebene Fahrzeuge beginnen die Pferdefuhrwerke zu verdrängen, und dank enormer Fortschritte in den Naturwissenschaften ist es u. a. möglich, genetisch ‚aufgerüstete‘ Haustiere als Diener und Boten zu beschäftigen. Das britische Empire ist bereits eine Weltmacht, die sich stetig weiter über den Globus ausdehnt. Forschungsreisende und Soldaten erforschen und besetzen ferne Länder auf exotischen Kontinenten. Zu den großen Entdeckern gehört Sir Richard Francis Burton, der allerdings in die Kritik geraten ist, nachdem er sich einen unwürdigen Streit mit seinem ehemaligen Freund John Speke um die Entdeckung der Nilquellen lieferte und dieser sich – offenbar in die Enge getrieben – eine Kugel in den Kopf geschossen hat.

Nichtsdestotrotz bietet die Regierung Burton einen Posten an. Als Agent für besondere Fälle greift er dort ein, wo Polizei und Scotland Yard überfordert sind. Aktuell geht es um das Auftreten von Werwölfen, die in den Slums von London ihr Unwesen treiben. Ebenso bedenklich ist das Auftreten einer bizarren Gestalt, die der Volksmund „Spring Heeled Jack“ getauft hat. Nachdem er sich viele Jahre nicht mehr gezeigt hat, ist Jack wieder aktiv. Auch Burton macht bald seine Bekanntschaft, wird von ihm bedroht und zur Aufgabe seiner Pläne aufgefordert, die Burton selbst freilich unbekannt sind: Jack spricht offensichtlich mit einem anderen, in der Zeit fortgeschrittenen Burton.

Unterstützt von seinem hektischen Assistenten, dem Dichter Algernon Swinburne, setzt Burton seine Ermittlungen fort. Er kommt nicht nur einem bizarr fehlgeschlagenen Experiment auf die Spur, das 300 Jahre in der Zukunft begann, sondern stellt auch fest, dass sich Verschwörer gegen das Empire zusammenrotten, denen Spring Heeled Jack unwissend in die Hände (und Klauen) arbeitet. Zu unguter Letzt muss Burton über nichts Geringeres als den Verlauf der Weltgeschichte entscheiden …

Große Ursachen, gewaltige Wirkungen

Schon vor der Erfindung der Science Fiction wurde mancher kluger Kopf über der Frage zerbrochen, was wäre, wenn …, wobei die drei Pünktchen ein Ereignis der Weltgeschichte ersetzten, das aus irgendeinem Grund nicht stattgefunden oder einen gänzlich unerwarteten Lauf genommen hatte. Jede Ära hatte diesbezüglich ihre Favoriten, und alternative Historien schossen mal fantasievoll, mal sachlich ins Kraut.

Mark Hodder macht den Knackpunkt seiner Version der (englischen) Geschichte lose aber symbolträchtig am Tod von Queen Viktoria fest. Realiter regierte sie beinahe 64 Jahre über ein Land, das in dieser Zeit zum globalen, über ein Fünftel der Erde herrschenden Empire heranwuchs. Hodder lässt Viktoria wenige Jahre nach der Krönung sterben. An ihrer Stelle sitzt im Jahr der Handlung 1861 Witwer Albert auf dem englischen Thron.

Das viktorianische Zeitalter fällt also aus. Weil Technik und Naturwissenschaften nicht wie in der Realität durch die Kirche eingeschränkt werden, haben sie bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Hodder schwelgt in einer für den „Steampunk“ typischen, weil altertümlichen Lowtech, die nicht von moderneren Errungenschaften abgelöst, sondern stetig fortentwickelt wurde. Folgerichtig wird der Motor des Fortschritts durch Dampf angetrieben, der erstaunliche Apparate antreibt. Hinzu kommen frühe Durchbrüche in einer noch nicht wirklich verstandenen aber bereits gemeisterten Genetik. Über die Schöpfung ‚intelligenter‘ Haustiere wie der elektrostatisch aufgeladenen „Kehrkatze“ oder dem „Botensittich“ ist man schon hinaus; der Mensch selbst kann sich ‚verbessern‘ lassen.

Der Mensch hinkt hinterher

Mit dem stürmischen Fortschritt konnte der Verstand nur bedingt Schritt halten. Politisch, wirtschaftlich und sozial ist England der Feudalzeit noch immer näher als der Moderne. Oben herrscht unangefochten der Adel, die konservative Mitte dominieren Kaufleute, Händler und Fabrikanten, und alle lasten sie über einer in Sachen Aufstieg weitgehend chancenlosen Unterschicht, deren Angehörige entweder als Arbeitstiere oder als Last für den ehrlichen Mann behandelt werden.

Die inneren Spannungen werden durch die Spaltung der Gesellschaft in „Technokraten“ und „Libertins“ verschärft. Die einen sehen das Heil in der weiteren Forcierung von Wissenschaft und Technik, die anderen drängen auf das Primat von Kunst und Philosophie und fordern eine geistige Freiheit, welche der herrschenden Klasse nicht grundlos gefährlich erscheint, stellt sie doch ihre Macht- und Moralansprüche in Frage.

Mark Hodder greift zur Schilderung einer turbulenten Vergangenheit einfallsstark auf die Realität zurück. Er deutet Fakten um und verknüpft sie neu, bis eine alternative Historie entsteht, die gleichermaßen vertraut und unterhaltsam fremd erscheint. Vor dem farbenfrohen Hintergrund verblasst glücklicherweise die Erkenntnis, dass der Plot sich in seinem Rahmen manchmal verliert: „Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack“ ist eine recht simple, an Wiederholungen und Abschweifungen reiche Geschichte, die zugunsten mancher bizarren Episode ausgesetzt wird und erst in der zweiten Hälfte Fahrt aufnimmt.

Phantom mit Sprungfedern

Dann allerdings entwickelt die Handlung einen Sog, der den Leser nicht mehr freigibt. Hodder spinnt nicht nur ein spannendes Garn, sondern er legt auch das Fundament für eine ganze Serie weiterer fantastischer Abenteuer. Die Begründung für den alternativen Zeitstrang, dem diese entspringen werden, kleidet der Autor geschickt in einen Plot, der auf seine kuriose Weise funktioniert, solange man ihn nicht allzu nüchtern bzw. logisch hinterfragt. Vor allem Wahnsinn ist kein raffiniertes Spannungselement. Der Zeit und dem Schauplatz ist er freilich angemessen, denn in der viktorianischen Literatur brannten vor allem den Bösewichten gern die Sicherungen durch: Auf diese Weise konnten sie begründet ihrem schändlichen, unwürdigen (und verwerflich unterhaltsamen) Tun nachgehen.

Wer „Spring Heeled Jack“ war oder ob es ihn überhaupt jemals gegeben hat, ist bis heute nicht geklärt. Womöglich hat ein gelangweilter englischer Adelsmann – den Hodder als eine zentrale Figur aufgreift – in Verkleidung seine groben ‚Späße‘ mit dem schockierten plebs getrieben, vielleicht ist Jack nur ein urbaner Mythos wie die giftige südamerikanische Spinne, die in jeder tausendsten Bananenstaude lauert. Mark Hodder hat jedenfalls gründlich recherchiert und quasi jede historische ‚belegte‘ Sichtung von Spring Heeled Jack für seine Geschichte adaptiert.

Die Herausforderung wusste Hodder selbst zu steigern, indem er Jack von der Chronologie der Ereignisse befreit. Anfangs stürzt dies den Leser in Verwirrung, da Jack im Wahn zu plappern scheint. Erst nach und nach enthüllt sich Jacks eigene Geschichte. Plötzlich sind es Burton & Co., die durch einen gestörten Zeitablauf intellektuell überfordert werden.

Held mit Kanten

Mit Richard Francis Burton (1821-1890) findet Hodder die perfekte Hauptfigur. Der ehemalige Weltenbummler und Forscherheld ist reisemüde geworden und leidet auch gesundheitlich unter den Nachwirkungen einer rauen Lebensführung. Aus Burton, dem Entdecker, wird Burton, der Geheimagent. Im Laufe seiner neuen Tätigkeit muss Burton freilich lernen, dass London, seine Heimatstadt, es mit den Schrecken Afrikas mühelos aufnehmen kann.

Vor allem in den Slums ist es Burton nützlich, sich seiner Reiseerfahrungen zu bedienen. Hodder muss nicht übertreiben, wenn er eine Hölle entfesselt, die Menschen ohne den Schutz eines sozialen Netzes erbarmungslos verschluckt. Ausbeutung, Krankheit, Schmutz, Unwissen, Brutalität … – Hodder weiß die Kette der zum Himmel schreienden zeitgenössischen Ungerechtigkeiten durch gut gewählte Beispiele zu verdeutlichen. (Sicherlich im Gedächtnis haften bleiben wird die Beschreibung, wie man einen engen Schornstein mit Hilfe einer lebenden Gans reinigt.) London, die Stadt, weist 1861 mindestens so viele ‚weiße Flecken‘ und menschliche Wildnis auf wie die Weltkarte.

Um Burton, den eisenharten und seinem Job durchaus gewachsenen Helden, ein wenig menschlicher wirken zu lassen, stellt ihm Hodder einige weniger schlagkräftige Genossen an die Seite. Vor allem Algernon Charles Swinburne (1837-1909) fällt aus dem Rahmen. Er repräsentiert die ‚dekadente‘ Seite der viktorianischen Ära, deren angebliche Sittenstrenge vor allem durch bigotte Heuchelei und Verdrängung möglich wurde. Swinburne wird bei Hodder zum unkonventionellen Streitgenossen, der gerade deshalb hilfreich ist, weil sein sprunghaft arbeitendes Hirn logikferne und deshalb den Gegner überraschende Ideen ausbrütet.

Das Bizarre realistisch auf die Spitze treiben

Spring Heeled Jack ist keineswegs der einzige Schurke. Zwar lebt Queen Viktoria nicht mehr, doch die Schurken halten sich trotzdem an den viktorianischen Kodex: Sie sind nicht nur böse, sondern es spiegelt sich auch in ihrem Aussehen und Auftreten wider. Ein besonderes Vergnügen ist es, ‚positiv‘ besetzte Gestalten der Geschichte wie Charles Darwin, die Medizin-Pionierin Florence Nightingale (1820-1910) oder den Naturforscher Francis Galton (1822-1911) als genialische Irre zu erleben, die ihre Theorien schauerlich in die Tat umsetzen.

Das Finale ist spektakulär und deutet die Fortsetzung bereits an, denn nicht alle Lumpen konnten erwischt werden. Die beiden Zeitlinien bleiben voneinander getrennt und werden vermutlich weiter auseinanderdriften. Auf die daraus resultierenden Entwicklungen darf man als Leser gespannt sein – und ist es auch.

Die Seiten der schönen deutschen Paperback-Ausgabe mit Klappenbroschur sind zwar vergleichsweise spärlich und unter großzügigem Einsatz von Leerflächen bedruckt, doch dies wird mindestens durch die gelungene Übersetzung dieser gleichermaßen farbenfroh wie düster gezeichneten Geschichte ausgeglichen.

Autor

Mark Hodder studierte Kulturwissenschaften und arbeitete als Journalist, Redakteur, Web-Produzent und Autor für die BBC in London. 2008 ordnete er sein Leben neu und zog ins spanische Valencia, wo er sich als Lehrer und Schriftsteller niederließ. 2010 veröffentlichte Hodder den ersten Teil einer dem „Steampunk“ zuzurechnenden Serie um den Entdecker und Abenteurer Richard Francis Burton. Sein Wissen über und seine Liebe zur viktorianischen (Kultur-) Geschichte unterstrich Hodder bereits zuvor mit einer ebenso kenntnisreich wie liebevoll gepflegten Website über den frühen Groschenheft-Detektiv Sexton Blake.

Mark Hodder im Internet.

Kurzkritik für Ungeduldige: In einer alternativen „Steampunk“-Vergangenheit spürt Entdeckter Richard Burton mysteriösen Spukgestalten nach und kommt einer Verschwörung auf die Spur, deren Mitglieder sogar die Zeit selbst manipulieren … – Start einer Serie, die nach bewährtem Muster Geschichte, Horror und Science Fiction mischt und daraus abenteuerliche Unterhaltung destilliert: kein nahrhaftes aber leckeres Lesefutter mit Appetitanreger.

[md]

Titel bei Buch24.de
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GEWINNER: Sophie Quellmann, Gracia Schweisgut, Gretje Arbeiter. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND SPONSOREN!

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Die John Sinclair-Kreuz-Trilogie – zum Jubiläum endlich auf CD und als Download – Jason Dark: „Absolut großartig!“

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. März 2013

Diesen Monat erscheint endlich die legendäre Kreuz-Trilogie auf CD:

Ab dem 14. März sind die Folgen Sieben Siegel der Macht (80), Allein in der Drachenhöhle (81) und Macht und Mythos (82) der John Sinclair-Hörspiele im Handel.

Sinclair-Schöpfer Jason Dark hat die Hörspiele vorab gehört: „Ich war begeistert, als ich die Trilogie das erste Mal gehört habe. Sie ist absolut großartig geworden!“

Mit der Veröffentlichung der Kreuz-Trilogie als Hörspiel erfüllt Lübbe Audio den Wunsch vieler Sinclair-Fans, denn in den drei Folgen wird erzählt, wie Geisterjäger John Sinclair sozusagen die Gebrauchsanweisung für seine Wunderwaffe, das Kreuz, bekommt: Was bedeuten all die magischen Zeichen? Wie kann John das Kreuz im Kampf gegen das Böse einsetzen?

Ein unverzichtbarer Teil der Geschichte des großen Geisterjägers.

Übrigens erscheint die Trilogie nicht ganz zufällig in diesem Jahr: Vor 40 Jahren hat Jason Dark seinen John Sinclair geschaffen. Das nächste Jubiläumsspecial erwartet die Fans schon mit Folge 84, einem einmaligen Crossover mit der Hörspielserie Dorian Hunter mit Hollywoodstar Jürgen Prochnow (auch dazu mehr im Interview).

Weitere Infos rund um Sinclair finden Sie unter  www.sinclair-hoerspiele.de.

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Laura Bickle: Feuersturm. Anya Kalinczyk (Teil 2) – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. Februar 2013

Laura Bickle
Feuersturm
Anya Kalinczyk 2

Sparks, USA, 2010
Bastei Lübbe, Köln, dt. Erstausgabe: 06/2012
TB, Fantasy 20674, Horror
ISBN 978-3-404-20674-2
Aus dem Amerikanischen von Frauke Meier
Titelgestaltung von Anke Koopmann, Guter Punkt unter Verwendung von Motiven von shutterstock und Sylwia Malkris

www.luebbe.de
www.salamanderstales.com
www.guter-punkt.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Anya Kalinczyk arbeitet offiziell als Ermittlerin für die Detroiter Feuerwehr und inoffiziell als Medium für die DAGR, eine kleine Gruppe, die sich mit übersinnlichen Phänomenen befasst. Hilfe – manchmal auch unerwünschte Probleme – bekommt sie dabei von Sparky, einem Feuersalamander, der schon seit Anyas Kindheit ihr Beschützer ist. Nicht selten gehen beide Jobs Hand in Hand, so auch diesmal:

Im Haus von Jasper Bernard bricht ein Feuer aus, das nur wenig zerstört, von dem alten Mann jedoch so gut wie nichts übrig lässt. Bei der Sichtung des Brandherds entdeckt Anya, dass sich Jasper offenbar vor übernatürlichen Mächten gefürchtet hat. Sein Geist bestätigt das und bittet sie, dafür zu sorgen, dass ein magisches Artefakt nicht in falsche Hände gerät.

Leider hat Anya keine Ahnung, wer nach welchem Objekt sucht und damit etwas anstellen will. Ihre Ermittlungen machen sie bald selbst zur Zielscheibe der Verdächtigen und bringen auch Sparky in Gefahr, der/die plötzlich in der Badewanne seinen/ihren Nachwuchs zur Welt bringt. Als sich die Puzzlestücke endlich zusammenfügen, hat Anya keine andere Wahl, als in die Unterwelt hinabzusteigen – zusammen mit Sparky, seinen/ihren Kindern und Charon -, um zu verhindern, dass die Büchse der Pandora geöffnet wird …

Nach „Flammenzorn“ ist „Feuersturm“ der zweite in sich abgeschlossene Band mit der sympathischen Anya Kalinczyk, die mit Leib und Seele Ermittlerin bei der Detroiter Feuerwehr ist und sich nebenbei um lästige Geister kümmert, die sie ‚als Laterne‘ anlockt und aufsaugt. Ihr zur Seite steht der Feuerelementar Sparky. Wie sie ihn bekam, ist eine ganz eigene Geschichte, die mit einer Familientragödie zusammenhängt, welche hier ansatzweise enthüllt und vermutlich in einem dritten (?) Buch weiter verfolgt wird. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den rätselhaften Bränden und Todesfällen, den Diebstählen von magischen Artefakten und der Suche nach der Büchse der Pandora, die Anya vor einer machthungrigen, skrupellosen Person in Sicherheit bringen muss. Früh hat sie einen Verdacht, doch fehlt es an Beweisen, um die Gegenspielerin aus dem Verkehr ziehen zu können.

Nach reichlicher Recherche, viel Angst um Sparky sowie das eigene Leben und der Begegnung mit einem etwas zwielichtigen Verbündeten eskaliert die Situation: Natürlich wird die Büchse der Pandora entwendet, und wieder muss Anya sich opfern, um das Schlimmste zu verhindern. Sie weiß nicht, ob sie zurückkehren wird zu ihren Freunden und Kollegen, sowie zu Brian, zu dem sie seit kurzem eine Beziehung unterhält und der etwas vor ihr zu verbergen scheint – noch ein Punkt, der bestimmt später aufgegriffen wird. Die Handlung ist flüssig geschrieben, spannend, dramatisch, hin und wieder humorvoll, die Romanze bleibt im Hintergrund, so dass „Feuersturm“ ein echter Pageturner ist, der die Freunde von Horror/Mystery und Urban Fantasy fantastisch unterhält. Am Ende der Lektüre wünscht man sich, dass es gleich weiter geht, doch wird man sich leider gedulden müssen, da die Autorin gegenwärtig unter dem Pseudonym Alayna Williams an anderen Projekten („Delphic Oracle“) arbeitet.

Man muss „Flammenzorn“ nicht gelesen haben, um „Feuersturm“ genießen zu können, es empfiehlt sich aber, da hin und wieder Bezug auf frühere Ereignisse genommen wird, die Autorin durch scheinbare Nebensächlichkeiten die Weichen für das Kommende stellt – und eine Serie von Anfang an zu verfolgen, macht einfach mehr Spaß, als mitten drin einzusteigen. Eine empfehlenswerte Reihe für Genre-Fans!

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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GEWINNER: Susan Gerberge, Daniela Winnebrock, Alfred Behrmann.HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! DIE GEWINNTITEL WERDEN ZUGESCHICKT. WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND UNSEREM SPONOSREN!

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Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. Februar 2013

Rick Yancey
Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Originaltitel: The Isle of Blood (2011)
Aus dem Amerikanischen von Axel Franken
Köln: Bastei Verlag  G. H. Lübbe 2013
Bastei Lübbe Tradepaperback
Horror
Titelillustration: Iacopo Bruno
Illustrationen: Jürgen Speh, Deckenpfronn
528 Seiten
ISBN 978-3-7857-6082-6

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In der Habe eines 2007 verstorbenen Bewohners eines Altenheims werden Aufzeichnungen entdeckt, in welchen der Verstorbene namens Will Henry behauptet deutlich über 100 Jahre alt gewesen zu sein (genauer sei er 1876 geboren worden). Diese fallen dem Autor Rick Yancey in die Hände, der die hier erzählten Geschichten dermaßen interessant findet, dass er deren Teile in drei Büchern veröffentlichen lässt. Nach Der Monstrumologe und Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo ist dies der dritte Teil der Aufzeichnungen des verstorbenen Will Henry.

Als 13jähriger Junge habe Will Henry im Jahre 1889 bei einem Wissenschaftler mit Namen Dr. Pellinore Warthrop gelebt und mit ihm Monster gejagt. Im aktuellen Fall lässt ein von Warthrop verachteter, zwielichtiger Glücksritter dem Monstrumologen ein verseuchtes Stück Fleisch zukommen, welches den Hinweis auf das Monster aller Monster liefern soll. Der unfreiwillige Überbringer dieses gefährlichen Stücks, welches vom Himmel geregnet sein soll, hat sich, aus England kommend, bereits angesteckt und stirbt im Haus Warthrops einen grausamen Tod. Dabei steckt er auch den jungen Will Henry an, so dass der Doktor ihm einen Finger amputieren muss, um sein Leben zu retten.

Als dann ein junger Mann aus England auftaucht, der behauptet, ein absoluter Fan des Monstrumologen zu sein und gerne bei ihm in die Lehre gehen möchte, nimmt Warthrop diesen mit auf die anstehende Expedition, und lässt Will, ohne ihn vorher informiert zu haben, alleine zurück. Der Junge ist fassungslos und völlig am Boden zerstört, zumal er argwöhnt, dass der junge Engländer ein Betrüger ist. Als dieser junge Mann in die USA zurück kehrt und verkündet, Warthrop sei vom verfolgten Monster getötet worden, weiß Will zuerst nicht, was  er denken soll. Zusammen mit Kollegen des Doktors findet er jedoch schnell heraus, dass dies ein Lüge ist und so macht sich der Junge mit Hilfe dieser Kollegen auf die Suche nach Warthrop, um diesen zu retten und mit ihm die tödlichste aller Bestien zu jagen…

Auch im dritten Teil der Serie (gegen Ende deutet der Autor allerdings an, dass es auch den berühmten “vierten Teil der Trilogie” noch geben könnte!) geht es wieder heftig zur Sache. Diesmal gelingt es Yancey jedoch, genau wie im ersten Teil, den Spannungsbogen perfekt aufzubauen und in Summe eine durchgängig packende Geschichte zu servieren.  Neue interessante Charaktere kommen zu den wunderbar geschilderten der ersten beiden Bände hinzu, und auch die inneren Konflikte des Jungen und seines geliebten und auch gehassten Herren nehmen wieder berechtigten Raum ein. Dabei gelingt es dem Autor die Balance zwischen inneren und äußeren Konflikten perfekt auszutarieren, und so beim Leser durchgängig Interesse zu wecken. Auch die fremden Schauplätze dieser Geschichte und die Kämpfe mit den brutalen Verfolgern, die ebenfalls hinter dem Monster her sind und vor Warthrop Erfolg haben wollen, sorgen für reichlich Abwechslung.

Am frappierendsten ist jedoch die immer tiefer greifende Verwandlung des naiven Will zu einem ausgesprochen kaltblütigen Monsterjäger, der mittlerweile begriffen zu haben scheint, wer die angsteinflößendsten Bestien auf diesem Planeten sind. Einigen Lesern wird gerade diese Entwicklung nicht gefallen, obwohl sie leider nur um so realistischer und nachvollziehbarer ist, wenn man sich anschaut, durch welche Feuertaufen und Abhärtungen der Junge bisher gegangen ist (und im aktuellen Buch wieder geht). Hier zeigt sich, dass der Lehrling den Meister in puncto Kaltblütigkeit mehr und mehr hinter sich lässt. Insgesamt ist der dritte Teil der Serie (nach dem tollen Auftakt und dem leider arg schwachen zweiten Band) ein absolutes Highlight und extrem lesenswert, denn Stil, Atmosphäre, Charaktere und Spannungsgehalt gehören zum besten, was in den letzten Jahren im Bereich Horror abgeliefert worden ist. Wer es gruselig und auch durchaus (wenn auch nie unmotiviert) blutig mag, der wird hier erstklassig bedient.

Das geniale Titelbild und die überaus wunderbaren Schwarzweißzeichnungen, deren Maler schon die ersten beiden Bände veredelten, müssen hier nochmals ausdrücklich erwähnt werden (vor allem der blutrote Mantel des Jungen auf dem Titelbild, welcher die düstere Landschaft nochmals betont). Diese Paperbacks sind somit wahre Gesamtkunstwerke und einfach nur empfehlenswert.

Copyright © 2013 by Gunther Barnewald

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Der wie vielte Teil der Serie ist dieser Band? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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Tim Akers: Die Untoten von Veridon – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Erstellt von Detlef Hedderich am 21. Februar 2013

Tim Akers
Die Untoten von Veridon

(sfbentry)
Originaltitel: The Dead of Veridon (Oxford : Solaris Books/Rebellion Publishing Ltd. 2011)
Übersetzung: Michael Krug
Deutsche Erstveröffentlichung: Dezember 2012 (Bastei-Lübbe-Verlag/Fantasy 20686)
334 S.
ISBN-13: 978-3-404-20686-5
Als eBook: Oktober 2012 (Lübbe Digital)
560 KB
ISBN-13: 978-3-8387-1940-5

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Das geschieht:

Obwohl er zu einer der prominenten Gründerfamilien der Hafenstadt Veridon gehört, ist Jacob Burn tief gefallen. Von seinem Vater, Mitglied des mächtigen Rates, wurde er verstoßen. Zum Kleinkriminellen heruntergekommen, hat es Burns sich sogar mit dem Gaunerkönig von Veridon, verdorben. In Gesellschaft seines eher waghalsigen als intelligenten Gefährten Grau Anderson schlägt sich Burn mit obskuren, stets gefährlichen Aufträgen durch, die niemand sonst übernehmen will. Aktueller Kunde ist der mysteriöse Erfinder Ezekiel Cranich. Für ihn soll Burn eine Ladung an die Fehn liefern. Diese seltsamen Symbionten beleben die Leichen derer, die im Wasser des Flussdeltas ertrinken, an dem Veridon errichtet wurde.

Wie er es befürchtet hat, wird Burn betrogen: Der Inhalt der Lieferung lässt die Fehn zu mordgierigen Zombies mutieren, die aus dem Wasser steigen und über die Bürger von Veridon herfallen. Für das daraus resultierende Blutbad wird Burn verantwortlich gemacht und eingesperrt. Ausgerechnet die Ratsfrau Angela Tomb, die nach einer missglückten Intrige nur noch mit Maschinenhilfe überleben kann, holt ihn aus dem Gefängnis – eine ‚Gefälligkeit‘, die selbstverständlich mit einer Gegenleistung zu entgelten ist.

Burn identifiziert Cranich als ein Mitglied der „Schöpfergilde“, die noch vor dem Rat über Veridon herrschte. Cranichs Sippe fiel einem grausamen Strafritual zum Opfer, für das der letzte Überlebende nun Rache fordert. Dank jahrzehntelanger Vorbereitung und unheimlicher Verbündeter ist Cranich stark genug, sich nicht nur mit dem Rat, sondern auch mit Veridons „Kirche des Algorithmus‘“ anzulegen. Er plant die Auslöschung der herrschenden Oberschicht, weiß aber nicht, dass er selbst nur noch Strohmann einer uralten Kreatur ist, die in einem Kerker tief unter den Mauern von Veridon auf die Gelegenheit für eigene Rache lauert …

Retro-Fantasy fast ohne Steampunk-Dämpfe

Veridon ist eine angenehm erdferne Fantasy-Welt. Zwar sind die Ähnlichkeiten zu einer irdischen Großstadt des frühen 19. Jahrhunderts deutlich. Autor Akers schäumt jedoch keineswegs Phantastik-Routinen auf, für die längst eine Schublade mit der Aufschrift „Steam-Punk“ existiert. Dieses Etikett wurde ursprünglich für eine Science Fiction geprägt, die in den Zukünften ‚alternativer‘ Vergangenheiten schwelgt, in denen keine Flugzeuge, sondern gewaltige Luftschiffe den Himmel beherrschen und die notwendige Energie per Dampfmaschine erzeugt wird.

Die Fantasy griff dieses Konzept auf; es bot sich als Ergänzung typischer Spannungselemente nicht nur an, sondern passte auch sonst ins Genre. Also zogen die erwähnten Luftschiffe jetzt auch an den Himmeln mehr oder weniger exotischer Welten ihre Bahnen, während auf dem Boden keine Wissenschaftler, sondern Magier, Ungeheuer und andere Grusel-Gestalten ihr unterhaltsames Unwesen trieben: Der Fantasy wird gern ein Quäntchen Horror beigemischt.

Auf den Dampf möchte Akers nicht verzichten. Retro-Hightech mag ein Widerspruch in sich darstellen, doch zweifellos ist sie attraktiv. Akers geht einen Schritt weiter: Die im Klappentext erwähnten „Zombies“ werden nicht durch Dampf in Gang gehalten, sondern per Nanotechnik ins ‚Leben‘ zurückgerufen.

Magisch aber nicht zauberhaft

Veridon ist ein fremdartiges Pflaster. Im zweiten Teil einer offensichtlich geplanten Serie kristallisiert sich heraus, dass Veridon wohl nicht identisch mit einer ‚alternativen‘ Erde ist. Den Fluss herunter treiben Relikte, die von der „Kirche des Algorithmus‘“ als Bruchstücke einer Technik erkannt werden, die den Menschen verlorengegangen ist. Möglicherweise ist Veridon Teil einer fremdplanetaren Kolonie und wurde im Rahmen einer irdischen Zukunft besiedelt, die in Vergessenheit geraten ist.

Technik ist der Welt von Veridon überhaupt näher als Magie. Sie wird in einer Weise genutzt, die – siehe die oben erwähnten ‚Zombies‘ – auf den ersten Blick an Zauberei erinnert. Ignoriert man die fantasyastischen Kulissen, werden Elemente der Science Fiction erkennbar. Besonders aufschlussreich ist in dieser Hinsicht der abermalige Auftritt des „Engels“ Camilla, der wie ein Cyborg wirkt.

Das gegenwärtige Veridon ist eine Stadt, die von den Menschen beherrscht wird. Dahinter scheint immer wieder eine düstere Vergangenheit durch, die der „Anansi“ Wilson mehrfach zur Sprache bringt. Er gehört einer intelligenten, spinnenähnlichen Spezies an, die offensichtlich zur ursprünglichen Bevölkerung des Planeten zählt. Die Anansi wurden von den Menschen bzw. ihren „Celestianern“ genannten Ahnen – „coelestis“ ist ein lateinisches Adjektiv und bedeutet „von himmlischer Ab- oder Herkunft“ – verdrängt und offensiv ausgerottet, was Wilson zum Außenseiter auf seiner eigenen Heimatwelt stempelt.

Das universelle Spiel um Macht

Die einst fremde Welt ist den Menschen inzwischen so zur Heimat geworden, dass sie kaum noch Gedanken an ihre Exotik verlieren. Mit Seltsamkeiten wie den Fehn hat man sich arrangiert. Handel und Handwerk florieren, die unpolitische „Kirche des Algorithmus‘“ beschäftigt sich in erster Linie mit eigenen Plänen und beansprucht keine Führerrolle. Ganz anders denkt der Rat von Veridon übernommen, dessen Mitglieder in einem nie wirklich durchschaubaren Kleinkrieg um die Macht in der Stadt verwickelt sind.

Ständig wechselnde Bündnisse, Verrat und Intrigen bestimmen den Alltag in einem Maß, das echte Regierungsarbeit beinahe unmöglich macht: Autor Tim Akers versteht es, eine daraus resultierende Gegenwart zu schildern, in deren Regelwerk große Nischen gerissen wurden. Hier haben sich Parallel-Gesellschaften angesiedelt, die abseits von Rat und Kirche geduldet werden, solange sie beiden Institutionen nicht allzu deutlich in die Quere kommen.

Diverse Nischen blieben jedoch unbeachtet und sind Brachen oder Lücken geblieben. Hier konnte Ezekiel Cranich eindringen und sich festsetzen, um Rache zu nehmen. Zusätzliche Tarnung erfuhr er durch die freiwillige Hilfe der Familie Tomb, die seine Existenz vor den anderen Ratsfamilien geheim hielt. Veridons Mächtige haben ihren Untergang damit selbst verschuldet – eine Entwicklung, die geschickt in die Handlung integriert wird, um dieser einen weiteren Twist in eine vom Leser unerwartete Richtung zu verleihen.

Undurchschaubare Intrigen & Geheimnisse

Der Plot ist durchaus komplex. Hinter jedem gelösten Geheimnis tritt ein neues Rätsel oder eine böse Überraschung hervor. Ständig werden die Karten neu gemischt. So ist es möglich, dass Hauptfigur Jacob Burn vom Dieb und Verfemten zum Terroristen und Gefangenen und wenig später zum Ratsmitglied und Anführer eines bewaffneten Stoßtrupps zur Rettung Veridons werden kann.

Nicht immer beugt sich Burn dem Sog der Ereignisse. Er ist ein Held, der sich sträubt, zum Retter zu werden. Auf seine Weise passt er so perfekt zu den übrigen Figuren, die alle Geheimnisse hegen. Nicht einmal die Geschichte von Veridon ist offiziell. Man hat sie so sorgfältig ‚gereinigt‘, dass sie sogar den Nachfahren derer, die dafür verantwortlich zeichnen, unbekannt geworden ist. Veridon gleicht nicht nur im Stadtbild einer Zwiebel mit ihren zahlreichen Schichten. Die Lüge ist dem Rat und der Kirche zur zweiten Natur geworden. So heftig klammern sie sich an ihre Privilegien, dass sie ihre Menschlichkeit notfalls aufgeben und mit nur halb verstandenen Maschinen zu beinahe unsterblichen Cyborgs verschmelzen.

Burn kann sich dem nicht völlig entziehen, was ihn als Charakter interessant macht. Ohne den Schleier von Täuschung und Hinterlist bleibt ausgerechnet Wilson, der unmenschliche Spinnenmann. Er ist stets bestrebt, den Dingen auf den Grund zu gehen. Stärker noch als die ‚echten‘ Wissenschaftler hat er sich von vorgefassten Meinungen und Dogmen freigemacht. Mit den obskuren Relikten einer geschönten Vergangenheit vermag er sich deshalb vorurteilsfrei auseinanderzusetzen.

Vieles bleibt weiterhin offen in und über Veridon. Der interessierte Leser muss gleichwohl Geduld aufbringen. Anders als viele seiner schreibenden Kolleginnen und Kollegen walzt Akers die Geschichte/n seiner Welt nicht zur unendlichen Serie aus, die er in tausendseitigen Episoden mindestens jährlich auf den Buchmarkt wirft, solange es ein Publikum dafür gibt. Eine Fortsetzung der Veridon-Saga steht derzeit in den Sternen; Akers hat sich stattdessen einer ganz anderen Fantasy-Story gewidmet.

Autor

Tim Akers wurde am 12. Dezember 1972 als Sohn eines Theologen im US-Staat North Carolina geboren. Eigene Studienjahre verbrachte er in Chicago, wo er noch heute lebt. Nach eigener Aussage begann er Anfang der 2000er Jahre ernsthaft und mit dem Ziel zu schreiben, seinen Lebensunterhalt als Schriftsteller zu verdienen. Dies ist Akers noch nicht gelungen, seit er 2009 mit „Das Herz von Veridon“, dem ersten Band der „Burn-Cycle“-Serie debütierte, weshalb der Autor hauptberuflich weiterhin in der Datenverarbeitung tätig ist.

Tim Akers Blog

[md]

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FEINDKONTAKT – Leseprobe Teil 1 aus dem Science Fiction-Roman „Der Widerstand“ von David Weber

Erstellt von Detlef Hedderich am 16. Februar 2013

FEINDKONTAKT

Leseprobe Teil 1
aus dem Science Fiction-Roman „Der Widerstand“
von David Weber

Tief unter dem barthonischen Raumschiff stand ein junger Mann mit langer, spitzer Nase und einem brutal vernarbten Gesicht im Frühnebel. Sein Name war Henry, Duke of Lancaster, Duke of Cornwall, Duke of Chester, Duke of Aquitane, Aspirant auf den Thron von Frankreich und durch Gottes Gnaden König von England. Er war neunundzwanzig Jahre alt und – auch wenn ihm das niemand ansehen konnte – er steckte in Schwierigkeiten.

In großen Schwierigkeiten.

Es war für jedermann erkennbar, dass er es übertrieben hatte, und die Franzosen beabsichtigten, ihn dafür bezahlen zu lassen. Seine Belagerung von Harfleur war erfolgreich gewesen, aber es hatte einen ganzen Monat gedauert, um die Kapitulation zu erzwingen. Und als das endlich geschafft war, hatten in seinen eigenen Reihen zahllose Krankheiten um sich gegriffen. Dieses Problem, die Verluste auf dem Schlachtfeld und die Notwendigkeit, seine Eroberung durch eine Garnison zu sichern, hatten seine über zwölftausend Mann starken Streitkräfte auf unter neuntausend schrumpfen lassen, von denen gerade mal fünfzehnhundert Rüstung tragende Ritter und Waffenknechte waren. Die übrigen rund siebentausend Mann waren Bogenschützen, die mit ihren Langbögen auf größere Distanzen eine todbringende Armee darstellten (sofern die Umstände für den Einsatz dieser Art von Waffen günstig waren), die aber hoffnungslos unterlegen waren, wenn es dem Gegner gelang, bis auf Schwertlänge an sie heranzukommen. Und wenn man ganz ehrlich war, dann stellte Harfleur eigentlich gar kein so beeindruckendes Ergebnis für einen solchen Feldzug dar. Und deshalb schickte Henry zwei Wochen nach der Kapitulation der Hafenstadt seine Leute zurück nach Calais im Norden Frankreichs, da diese Stadtfest in der Hand der Engländer war. Dort sollten sich seine Truppen im Verlauf des Winters neu aufstellen.

Vielleicht wäre ein Rückzug der Armee auf dem Seeweg die klügere Lösung gewesen, aber Henry hatte sich für den Landweg nach Calais entschieden. Mancher mochte es als den Hochmut eines jungen Mannes bezeichnen, aber seinem jugendlichen Alter zum Trotz war Henry V. ein erfahrener Krieger, der mitsechzehn zum ersten Mal auf einem Schlachtfeld gestanden hatte. Andere mochten von Arroganz reden, aber natürlich nicht in seiner Gegenwart. Es war strategisch gesehen vielleicht sogar sinnvoll, um wenigstens etwas Beeindruckenderes als Harfleurvon dieser Unternehmung zu retten, sodass er der Curia Regis, dem englischen Parlament, etwas vorlegen konnte, wenn es im anstehenden Winter über weitere Gelder für das Militär entscheiden sollte.  Ganz gleich, was ihn auch angetrieben haben mochte, auf jeden Fall beschloss er, nach Calais zu ziehen und dabei Feindesland zu durchqueren, als wollte er beweisen, dass dieser Feind ihn nicht aufhalten konnte.

Dummerweise hatten die Franzosen etwas ganz anderes vor und stellten eine Armee auf, um der englischen Invasion den Weg zu versperren. Auch wenn diese Armee nicht mehr schnell genug ankam, um Harfleur zu retten, und auch wenn sie nur unwesentlich größer war als die Streitmacht, mit der Henry in Richtung Calais aufbrach, blieb ihr noch Zeit, sich zu vergrößern. Zudem gelang es den Franzosen, Henry am Überquerender Sommezu hindern, und tatsächlich schafften sie es, ihn vom Fluss aus ein Stück nach Süden und damit noch weiter weg von Calais zu treiben, bis er eine Furt finden konnte, wo sich ihm kein Widerstand entgegenstellte.

Zu der Zeit war die französische Streitmacht sehr zum Leidwesender Engländer auf fast sechsunddreißigtausend Mann angewachsen. Und genau das war der Grund, weshalb Henry an diesem Morgen so missmutig in den Nebel schaute. Im Angesicht einer vierfachen Übermacht des Gegners hatte er sich für eine Verteidigungsposition entschieden, bei der er davon ausging, dass sie die Franzosen innehalten lassen würde, war ihnen doch immer noch schmerzlich in Erinnerung, was sich an Orten wie Cr´ecy und Poitiers zugetragen hatte. Für den Augenblick hielt sich seine Armee am südlichen Ende eines schmalen, lang gezogenen Feldes zwischen den Wäldern von Agincourt und Tramecourt auf.  Die freie Fläche war vor Kurzem umgepflügt worden, und ihre lockere Erde hatte sich nach einem ohnehin verregneten Herbst bei einem Wolkenbruch in der vergangenen Nacht mit Wasser vollgesogen.

Die Franzosen waren den Engländern zahlenmäßig weit überlegen, sowohl was die Ritter zu Pferd und die Ritter zu Fuß als auch die Waffenknechte anging. Deren schwere Rüstungen verschafften ihnen im Nahkampf einen erheblichen Vorteil über die Bogenschützen, die keinerlei Schutz gegen Waffen aller Art vorweisen konnten, die aber mehr als achtzig Prozent von Henrys Streitkräften ausmachten. Also hatte er seine wenigen Ritter und Waffenknechte so platziert, dass sie den mittleren Abschnitt seiner Reihen schützten, während sich die Bogenschützen anden Flanken scharten.  Das Ganze ergab eine recht standardmäßige englische Formation, doch er hatte auch etwas Neues zubieten:  lange Holzpfähle, die schräg in den Boden getrieben und an der zum Feind zeigenden Seite angespitzt worden waren.  Die Türken hatten neunzehn Jahre zuvor bei der Schlacht von Nikopolis diese Taktik angewandt, um die französische Kavallerie abzuwehren, und vielleicht würde sie ihm ja auch von Nutzensein.

Der dichte Wald zu beiden Seiten des Feldes hinderte die französischen Waffenknechte daran, um seine Stellung herumzugehen und seine Leute von hinten anzugreifen, und die gesamte Breite seiner Frontlinie betrug weniger als tausend Yards. Damit blieb den Franzosen bei einem Frontalangriff – der einzigenVorgehensweise, die zur Wahl stand – nur wenig Spielraum, so dass sie ihre zahlenmäßige Überlegenheit nicht ausspielen konnten. Zudem stellte das morastige Terrain ein für den Gegner so ungünstiges Schlachtfeld dar, dass die Franzosen wohl eher von einem Angriff absehen würden. Das wiederum konnten sie sich auch leisten, da die Zeit zu ihren Gunsten arbeitete. Zwar befand sich Henrys Armee in einer hervorragenden Defensivposition, und die Franzosen hatten schlechte Erfahrungen damit gemacht, gegen gut vorbereitete Engländer vorzurücken.

Aber jetzt saß Henry praktisch in der Falle.  Es fehlte an Lebensmitteln für seine Leute, die von einem Fußmarsch von gut zweihundertsechzig Meilen in nicht mal zweieinhalb Wochen müde und erschöpft waren. Ganz zu schweigen davon, dass viele seiner Männer an der Ruhr und anderen Krankheiten litten.

Charles d’Albert, der Conn´etable von Frankreich, der die französische Armee befehligte, versperrte ihm ebenfalls zahlenmäßig weit überlegen den Weg nach Calais, und während die Schlagkraft von Henrys Truppe zwangsläufig nur noch weiter schwinden konnte, würden seine Feinde stärker und stärker werden. So konnte d’Albert in Kürze mit weiterer Verstärkung rechnen, da unter anderem die Ducs de Brebant, Anjou und der Bretagne mit jeweils zwischen eineinhalb- und zweitausend Mann auf dem Weg zu ihm waren, um sich ihm anzuschließen. Sollten die Engländer tatsächlich so dumm sein und ihre Position aufgeben, würde die französische Kavallerie sie in Stücke hauen.  Sie wussten, die Engländer steckten in einer Falle, und wenn die Zeit gekommen war, würden die Franzosen sich anihnen rächen und sie für ihre Arroganz bei vorangegangenen Schlachten bei Cr´ecy und Poitiers bezahlen lassen. Aber noch hatten es die Franzosen nicht eilig,  sondern setzten auf Verhandlungen, um auf diese Weise so lange Zeit zu schinden, bis die Verstärkungen eingetroffen waren. Immerhin gab es keinen Grund zur Eile, denn die Engländer konnten ihnen gar nicht entwischen.

Was für Henry Grund genug für die Entscheidung war, zum Angriff überzugehen. (…)

Copyright (C) 2012 by David Weber. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autoren und des Bastei Lübbe Verlages

Bildrechte: Coverillustration “Invasionsgeschichten1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: “Waffentod – Im Meer der Zeiten” (Waffentod41.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Wer wissen möchte, wie die Geschichte beginnt und wie sie auch endet, kann über die beigefügten Bestellinks oder mit Klick auf das Buchcover den Titel bestellen!

Weber, David
Der Widerstand

Roman

Verlag :      Bastei Lübbe
ISBN :      978-3-404-20673-5
Einband :      Paperback
Preisinfo :      15,00 Eur[D] / 15,50 Eur[A] / 21,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 22.06.2012
Seiten/Umfang :      528 S. – 21,5 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 22.06.2012
Aus der Reihe :      Science Fiction. Bastei Lübbe Taschenbücher

Mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung stirbt in den ersten Minuten. Die Feinde kommen aus dem Nichts. Sie nennen sich die Shongairi und haben die Menschheit von einer Sekunde auf die andere in einen brutalen Krieg gestürzt. Die meisten Städte liegen in Trümmern, radioaktiv verseucht. Das Militär ist versprengt und versucht, sich wieder zu organisieren. Eines ist gewiss: Über kurz oder lang werden die Aliens die Menschen vernichten. Doch die Menschen haben Verbündete. Im
Dunkeln. Die neue Serie vom Schöpfer der Honor-Harrington-Reihe vereint auf geniale Weise grandiose Abenteuer-SF mit Horror-Elementen!

David Weber ist einer der bedeutendsten und bestverkauften Science-Fiction-Autoren der Gegenwart. Mit “Schwerter des Zorns” ist ihm nun auch der Durchbruch im Fantasy-Genre gelungen.

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
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Titel erhältlich bei Libri.de

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