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Literatur-Blog

Archiv für die 'Autorenwerkstatt' Kategorie

SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Alltagsgeschichten (en gros)”

Erstellt von Meyer am 9. Februar 2012

“Alltagsgeschichten (en gros)”

sfbasar.de-Anthologie Band 9

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Freunde, liebe Besucher und liebe Leser: Heute startet eine neue Anthologie, die nach und nach mit immer weiteren Beiträgen und Kurzgeschichten unserer Autoren gefüllt werden soll, die den Themenschwerpunkt “Alltagsgeschichten (en gros)” zum Inhalt haben.

Oft sind es die Geschichten, die einem im Allttag begegnen, die einen staunen lassen und bei denen man zweimal überlegt, ob das denn wirklich so gewesen sein konnte. Der Alltag beinhaltet das ganze Spektrum, welches das Leben bereit hält. Liebe Autoren, bitte öffnet alle Sinne und schaut und horcht und merkt Euch das, was Euch im täglichen Leben begegnet. In all diesen alltäglichen Erlebnissen steckt eine Story, die hier in unserer Anthologie erzählt werden möchte. Haltet also nicht hinterm Berg mit Euren Beiträgen und laßt uns zusammen diese Anthologie füllen, auf das auch alle Leser staunen können über das, was alltäglich in unserem Leben an spannenden Geschichten passiert!

Diese Anthologie soll offenstehen für allerlei  Beiträge, Geschichten, Artikel, Leseproben und auch andere Formen der Literatur. Dabei sehe ich die Grenzen eher fließend zu anderen Themen. Ich werde also sehr großzügig mit der Beurteilung sein, ob eine Story hier hineinpasst oder vielleicht doch nicht so ganz. Habt Mut und bietet mir Eure Geschichten an, von denen Ihr meint, dass sie hier reinpassen. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis “Alltagsgeschichten (en gros)” sprechen:

DAS AMT – ein Gedicht von Felis Breitendorf

ERSCHRICK NICHT, ICH WILL DOCH NUR HEIRATEN – eine humorvolle Kurzgeschichte von Sascha Ladra

FAHRRADTOUR ZUM GOETHETURM – eine Kurzgeschichte von M.-Ellen Meyer

FROM ABOVE – eine Kurzgeschichte von Malena Uttich

GÖTTERGATTEN – ein Gedicht von Felis Breitendorf

JOHANNA – Leseprobe aus: “ÜBER DIE LINKSHÄNDIGKEIT DER MÄNNER UND DIE LANGMÜTIGKEIT DER FRAUEN”, unveröffentlichter Roman von Thomas Rocha

MEIN ERSTER BRUCH – eine Kurzgeschichte von M.-Ellen Meyer

MÄNNER – eine Kurzgeschichte von Susan Ott

SCHNEE IN DER STADT – ein Gedicht von Ariana Lazar

TACH, POST – Story von AnnaLiviaPlurabelle

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. M.-Ellen Meyer

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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DAS LICHT IN DER FINSTERNIS – Eine Kurzgeschichte nach Motiven von H. P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos von Günther Kurt Lietz

Erstellt von Günther Lietz am 8. Februar 2012

Das Licht in der Finsternis

Eine Kurzgeschichte
nach Motiven von
H. P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos
von
Günther Kurt Lietz

Es war ein lausig kalter Tag. Eigentlich zu kalt, um rauszufahren und einen Cache zu heben. Jenen kleinen Schatz, den andere Geocacher irgendwo versteckt hatten und den es zu suchen galt. Michi war neu in dem Hobby, aber mit Feuereifer bei der Sache. An seinem letzten Urlaubstag wollte er nach einem Cache im Westerwald suchen. Das Ländliche gefiel ihm und er mochte auch die Abgeschiedenheit. Studienkollegen aus der Gegend hatten ihm den Cache als einfach beschrieben.

Die Temperaturen lagen unter dem Gefrierpunkt und Michi war froh, dass es im Auto angenehm warm war. Er fuhr die B414 entlang, setzte den Blinker und bog nach Links ab. “Bad Marienberg” stand auf dem Schild. Für einen kurzen Halt blieb keine Zeit. Vielleicht auf der Rückfahrt, wenn überhaupt. Das kleine Kurstädtchen sah im Sommer sicherlich reizend aus, aber jetzt wirkte alles frostig und einsam. Einige Minuten später war Michi bereits durch Bad Marienberg durchgefahren. Noch zwei Dörfer lagen auf seiner Route, dann musste er sich in Richtung Stöffelpark halten.

Michi trat plötzlich auf die Bremse, wurde nach vorne geworfen und anschließend in den Sitz gepresst. Vor ihm trollte sich gemütlich eine Katze über die Straße, das Auto ignorierend, als gehöre ihr die Welt. Dumme Katze, dachte Michi und fuhr wieder an. Sein Herz pochte. Beinahe hätte er das Tier überfahren. Der Gedanke setzte ihm zu. Immerhin mochte er Tiere. Besonders Katzen.

Das Navigationssystem leitete ihn noch einige Minuten weiter, dann erreichte Michi einen kleinen Parkplatz. Er stellte das Auto ab, stieg aus und mache erst einmal ein paar Kniebeugen. Die Fahrt war anstrengend gewesen und in den Rücken gegangen. Die zwar kalte, aber dennoch frische Luft tat gut.

Michi nahm seine Sachen vom Rücksitz und zog sich erst einmal Jacke, Mütze und Schal an. Dann nahm er sein GPS-Gerät in die Hand und den kleinen Rucksack auf den Rücken. Schnitzeljagd mittels moderner Annehmlichkeiten – die Gegenwart war einfach schön bequem. Michi lächelte beim Blick auf das GPS. Bis zum Cache war es zwar ein Stück in den Wald hinein, aber dennoch schien der Weg gut gangbar.

Es war still zwischen den Bäumen. Absolute Ruhe. Die Natur schwieg, befand sich regelrecht in einem Kälteschlaf. Nur der Atem von Michi war zu hören, während er sich regelrecht über den gefrorenen Boden arbeitete. Der Weg war anstrengender als angenommen.

Gerade als Michi über einen umgefallenen Baum kletterte, gab das GPS-Gerät einen merkwürdigen hohen Ton von sich. Er zuckte zusammen und sah irritiert auf das GPS. Das Display zitterte und die Anzeigen veränderte sich. Merkwürdige Symbole waren für einen Augenblick zu sehen, dann kehrten die normalen Angaben zurück.

Irritiert sah sich Michi um. War das eine Fehlfunktion des Gerätes? Er schwenkte das GPS in einem weiten Bogen. Sobald er es in eine bestimmte Richtung hielt kam der hohe Ton wieder auf. Diese Störung würde ihn beim Geocachen sicherlich stören. Außerdem nagte die Neugierde an Michi. Er würde nur zu gerne wissen, was für diese Störung verantwortlich war.

Also kletterte Michi zurück über den Baumstamm und wechselte die Richtung. Er würde der Sache auf den Grund gehen. Unterwegs schwenkte er noch mehrmals das Gerät umher. Und stets kam der hohe Ton auf, wenn das GPS in eine bestimmte Richtung wies. Michis Neugierde nahm zu. Sein Herz klopfte heftig vor angenehmer Aufregung.

Und dann war Halt. Stopp. Ende. Michi stand vor einer Felswand, die steil emporragte und den weiteren Weg versperrte. Er sah noch oben und war sauer. Er würde bei dieser Kälte auf keinen Fall versuchen hochzuklettern. Er richtete das GPS nach oben und es gab keinen Mucks von sich. Langsam fuhr Michi mit dem Gerät wieder nach unten und der hohe Ton meldete sich zurück. Und erneut flammten diese unbekannten Symbole auf.

Michi legte das GPS zur Seite und suchte die Wand ab. Hinter einigen Büschen stieß er auf einen dunklen und feuchten Spalt. Hier ging es scheinbar weiter. Michi zog sein Smartphon aus der Tasche und schrieb eine SMS an seinen Studienkollegen: “Hi Yannic. Habe was Merkwürdiges entdeckt. GPS spielt verrückt. Ich gehe der Sache auf den Grund. Fühle mich wie Schliemann. lol”

Das Smartphone wanderte zurück in die Tasche. Michi nahm das GPS wieder zur Hand und zwängte sich in den Spalt hinein. Zuerst glaubte er, doch nur eine Sackgasse gefunden zu haben, dann öffnete sich der Spalt abrupt und Michi stolperte in einen Gang hinein. Vielleicht ein Überbleibsel aus dem Krieg, dachte er. Oder der Gang gehört zu einem alten Steinbruch.

Als Geocacher hatte Michi immer eine Taschenlampe dabei. Der Lichtstrahl fraß sich regelrecht durch die Finsternis. Der Gang führte weiter als gedacht. Vorsichtig tastete sich Michi weiter, immer auf den unebenen Boden achtend und sich an den Wänden abstützend.

Die Felswände waren dunkel, fast so, als würden sie das Licht aufsaugen. Michi beobachtete auch, dass die Taschenlampe flackerte, sobald er sie längere Zeit auf einen Punkt richtete. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus. Am liebsten würde er umdrehen und den Gang wieder verlassen, nach Hause fahren und sich ins Bett legen. Es war eine merkwürdige Art von Angst, die ihn ergriff.

Michi atmete durch, schloss die Augen und zählte innerlich bin Zehn. Er musste rational an die Sache herangehen. Was konnte ihn hier schon erwarten? Vielleicht ein Fuchs oder ein Hase? Michi öffnete die Augen und ging entschlossen weiter. Ein dunkler Gang würde ihm keine Angst einjagen.

Noch immer gab das GPS diesen hohen Ton von sich, wenn Michi es nach vorne ausrichtete. Es war, als würde es einem Leitstrahl folgen. Da änderte sich der Ton in ein lautes Summen, einem Schwarm Bienen gleich. Nur um einiges bedrohlicher. Michi stoppte augenblicklich und sah auf das GPS. Die Anzeige veränderte sich und in schnellem Tempo rasten wieder diese fremdartigen Symbole über das Anzeigenfeld.

Michi schüttelte das Gerät und mit einem Mal war es still. Die Anzeige erlosch. Das Gerät war aus oder gar kaputt. Michi versuchte es neu einzuschalten, aber sein Versuch war vergebens. Er steckte das Gerät weg. Mit der Taschenlampe strahlte er weiter in den Gang hinein, über den Boden, die Decke und die Wände. Und irgendetwas war da. An den Felsen. Eine Reflexion?

Langsam tastete Michi mit dem Lichtstrahl die Felswand ab. Tatsächlich. Diese fremdartigen Symbole waren auch auf den Felsen. Je länger er sie mit seiner Taschenlampe anstrahlte, um so heller wurden die Symbole – und um so dunkler wurde der Lichtstrahl. Die Sache war ihm unheimlich, viel zu unheimlich. Und dann erfüllte ein schriller, wogender Ton den Gang, eine schaurige Disharmonie in schmerzenden Wellen! Michi riss die Hände hoch und presste sich die Fäuste auf die Ohren. Der Ton schmerzte ihn. Und dann war mit einem Male Stille!

Michi drehte sich zum Ausgang um. Er wollte nur noch weg. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals und Schweiß stand ihm auf der Stirn. Das Licht der Taschenlampe wurde wieder heller und in ihrem Schein entdeckte Michi die nächste Schaurigkeit: Von der Decke des Gangs troff eine schleimige Flüssigkeit zu Boden, sammelte sich dort und nahm Form an. Sie lief nicht auseinander, wie Wasser es täte, sondern wuchs in die Höhe. Und je länger Michi mit panischem Blick das Licht der Taschenlampe auf den Schleim hielt, um so schwächer wurde das Licht. Er zitterte am ganzen Körper, doch er war unfähig sich zu bewegen oder gar wegzurennen.

Das schwache Restlicht flackerte ein letztes Mal, dann ging die Taschenlampe aus. Es gab nur noch Finsternis.

ENDE

Copyright © 2012 by Günther Lietz

Horror-Vorbestelltipp:


Piers Anthony
Schatten des Baumes

edition Phantasia
Übersetzt von Joachim Koerber
Verlag: Edition Phantasia
ISBN: 978-3-937897-48-6
Einband: Paperback
Seiten/Umfang: ca. 380 S. – 20,5 x 13,2 cm
Erscheinungsdatum: 1. Aufl. 30.04.2012

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Als Joshua Pinson von seinem etwas wunderlichen Onkel Elijah dessen Anwesen tief im Herzen der Wälder von Florida erbt, glaubt er, dass sich sein Glück endlich gewendet hat. Nachdem seine Frau brutal ermordet wurde, lebt er mit den beiden gemeinsamen Kindern als alleinerziehender Vater in New York, doch die Stadt birgt zu viele Erinnerungen, und so beschließt Joshua, noch einmal ganz von vorn anzufangen und ins sonnige Kalifornien zu ziehen – in eine Umgebung, die für die Kinder wesentlich besser ist.

Doch kaum haben die drei das abgelegene, einsame Haus bezogen, nehmen seltsame Ereignisse ihren Lauf. In einer zunehmend düsteren Atmosphäre muss Joshua erkennen, dass das Anwesen , das er geerbt hat, längst nicht die ersehnte Idylle ist … es spukt in dem Haus, und die Ereignisse spitzen sich zu.

PIERS ANTHONY wurde 1934 geboren und zählt seit fast vierzig Jahren zu den Bestsellerlieferanten der amerikanischen Science Fiction und Fantasy. Berühmt wurde neben seinen frühen SF-Romanen Chthon (1967) und Macroscope (1969) besonders der umfangreiche Fantasy-Zyklus um das magische Land Xanth. Dass Piers Anthony auch unheimliche Romane geschrieben hat, ist weniger bekannt, dennoch darf man sie zum Besten zählen, das die moderne Horror-Literatur hervorgebracht hat.

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Krimizwerge”

Erstellt von Günther Lietz am 6. Februar 2012

“Krimizwerge”

sfbasar.de-Anthologie Band 8

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Freunde, liebe Besucher, liebe Leser, liebe Community und vor allem liebe Freunde der kriminalistischen Unterhaltung!

Inspiriert von guten Krimis, einem nebligen kalten Wetter und der Lust auf ein neues Projekt, habe ich mich entschlossen ebenfalls eine Anthologie zu betreuen. Mein gewähltes Thema ist der Krimi und der Titel der Anthologie lautet “Krimizwerge”.

Warum der Krimi, vor allem in seiner kurzen Form? Weil ich es kann! Weil wir es können! Und weil es mal etwas anderes ist als die phantastisch-utopischen Themen, denen ich mich sonst widme. Nach einer langen Strecke unterhaltsamer, aber dennoch kräftezehrenden Strecke Phantastik und Utopie, brauche ich auch mal eine kleine Pause, um den Kopf freizubekommen, mal einen Gang zurückzuschalten und mich zu sammeln. So ein Stück kriminalistischer Text ist sozusagen mein Energydrink, der mich erquickt und mir neue Flügel verpasst, mit denen ich wieder durchstarten kann.

Alle Communityautorinnen und -autoren sind natürlich herzlich zur Anthologie eingeladen und je mehr liebe Kreative sich daran beteiligen, um so schneller füllt sie sich und um so abwechslungsreicher die Storys. Ich werde jedenfalls fleißig versuchen “Krimizwerge” mit Leben zu füllen und freue mich über jeden weiteren Beitrag.

Liebe Grüße vom Tatort!
Günther K. Lietz

NEU! – DER TWIST – Eine Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

NEU! - HÄNDE.RINGEND.GESUCHT. – Eine Kriminalgeschichte von Miriam Kleve

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Außerdem planen wir davon ein eBook und am Ende vielleicht sogar eine Druckausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Günther K. Lietz

Bildrechte: Coverillustration “Krimizwerge© 2012 by Günther K. Lietz.

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DER TWIST – Eine Kriminalkurzgeschichte von Günther K. Lietz

Erstellt von Günther Lietz am 6. Februar 2012

Der Twist

Kriminalkurzgeschichte

von

Günther K. Lietz

Als die Türe zu meinem Büro aufschwang, rechnete ich zuerst damit in den Lauf einer Maschinenpistole zu blicken oder einen Baseballschläger zu küssen. Immerhin ist die Liste meiner Feinde ziemlich lang und mit der Miete bin ich ebenfalls im Rückstand. Wie immer. Wer ich bin? Mein Name ist Catch McGee. Meine Feinde nennen mich Arschloch und Freunde habe ich keine.

Ich denke, das liegt an meinem Beruf. Ich bin Schnüffler und stecke meine Nase in alles rein. Vorausgesetzt die Kasse stimmt. In diesem Job gibt es halt keine Freunde. Jedenfalls nicht für mich, denn für Geld würde ich sogar meine Großmutter ans Messer liefern. Um ehrlich zu sein, das habe ich sogar getan. Glücklicherweise habe ich zwei Großmütter und das bedeutet doppelt Kasse zu machen. Zu Weihnachten schicke ich den beiden Kekse in den Knast.

Was für ein Arschloch, denken sie sich jetzt bestimmt und schon sind wir wieder zurück auf der Straße der Einsamkeit und in meinem Büro, in dem gerade die Türe aufschwang. Zu meiner Erleichterung war es weder ein bezahlter Schläger, noch mein Vermieter. Nein, was da hereingerauscht kam, raubte mir schier den Atem. Es war die heißeste Braut die ich je in meinem Leben gesehen hatte.

Beine bis zum Himmel, Brüste wie Melonen und einen mehr als üppigen Hintern. Dazu der passende Schmollmund, eine blonde Löwenmähne und Augen so blau und unschuldig, dass ich darin ertrinken wollte. Wenn so ein steiler Zahn in ein solch mieses Büro wie meines kommt, dann läuft was schief. Solche Bräute bedeuten Ärger. Aber das war mir in diesem Moment vollkommen egal.

Sie schloss die Türe, stelzte mit aufregendem Schritt auf mich zu und setzte sich ungefragt auf die Tischkante. Der Überschlag ihrer Beine war heiß und ließ erahnen, was für Freuden auf mich warteten. Sie lächelte. Ich kramte zwei Gläser und den besten Whiskyverschnitt diesseits der Mainstreet aus der Schublade.

“Ich nehme an, ich soll ein paar besonders heiße Kartoffeln aus dem Feuer holen?” In der Schublade hatten nur schmutzige Wassergläser gelegen und die füllte ich nun bis zum Anschlag.

Die Braut schnappte sich ein Glas und stürzte den Inhalt ohne mit der Wimper zu zucken hinunter. Alle Achtung, damit machte sie jeder Straßenhure Konkurrenz. “Irene Miller mein Name. Ich brauche einen Mann, der eine Aufgabe ohne Fragen zu stellen erledigt. Egal um was es geht. Und da hat man mir sie empfohlen.”

Das mich jemand empfiehlt, das war mir neu. Aber ich liebe neue und aufregende Dinge. Mit meinem Finger fuhr ich über ihre Wade entlang hoch zur Hüfte und atmete ihren süßen Duft ein, gemischt mit dem Hauch eines billigen Whiskyverschnitts. Meine Schuld. Verspielt schlug sie meine Hand zur Seite und zog aus ihrer Handtasche ein dickes Bündel Dollarscheine. “Wie sieht es aus, Mister McGee?”

Irene hatte eine verdammt sinnliche Stimme, die mir den Atem raubte. “Nennen sie mich doch einfach Catch.”, presste ich hervor und schnappte nach dem Geldbündel. Die Dollars konnte ich gut gebrauchen. “Was ist der Job?”

Sie lachte. Und dieses Lachen machte mich heiß. Genau das hatte sie auch gewollt. “Nun, Mister Catch, es gibt da diesen Mann. Er hat mir versprochen seine Frau zu verlassen und mit mir viele süße Babys zu machen. Aber er bricht sein Versprechen immer wieder.”

“Und ich soll seine Angetraute wegpusten? Sorry, Süße. Selbst ich kenne Grenzen.” Allerdings verschoben sich einige dieser Grenzen beim Anblick von Irenes bebendem Busen.

“Gott bewahre, Mister Catch. Nein. Ich will wissen ob das stimmt, was mir dieser Mann erzählt. Sie sollen ihn beobachten und Fotos machen. Keine schriftlichen Aufzeichnungen oder so. Ich will nur sehen ob er wirklich eine Frau hat und ob sie tatsächlich todkrank ist.”

Das war der klassische Fall. Leicht und schnell zu erledigen. Normalerweise heuern mich die Ehefrauen an, um der Geliebten nachzuspüren. Das war zugegeben mal etwas anderes. Aber ich konnte Irene verstehen. Sie war keine dieser dummen Gänse, sondern hatte Köpfchen. Ein verdammt süßes Köpfchen.

Irene griff mit der Hand unter mein Kinn und hob sanft meinen Quadratschädel an. Unsere Blicke trafen sich. “Ich glaube dieser Mann lügt mich an, Mister Catch. Und dann wäre ich ziemlich wütend. So wütend, dass ich mir aus Rache jemand anderen in mein Bett holen würde.”

Wut und Rache sind etwas Feines, schoss es mir durch den Kopf. Vor allem kombiniert mit Sex. Ich grinste blöd und im nachhinein glaube ich auch mich erinnern zu können, wir mir voller Vorfreude der Sabber übers Kinn lief. Und das schien ihr zu gefallen.

***

Verdammte Scheiße, in was hatte ich mich da hineingeritten? Die kleine Irene hatte sich ausgerechnet Fredo Oktavio als Liebhaber ausgesucht, einen bekannten und berüchtigten Buchmacher. Oktavio trennte Privates und Geschäftliches streng. Er war dafür bekannt seine Familie vollständig aus dem Geschäft zu halten. In diesem Punkt war er richtiggehend Paranoid und schottete Frau und Kinder vollständig ab. Falls er denn Frau und Kinder hatte. Ich hätte den Auftrag ablehnen sollen. Aber hier war mehr im Spiel als nur Geld. Ich wollte Irene einfach nur flachlegen. Der kleine Mister Catch McGee gab nun aus der Hose heraus die Befehle. Scheiße, aber so sah es nun mal aus.

Fredo Oktavio war ein geschniegelter Typ im feinen Nadelstreifenanzug, mit teuren italienischen Schuhen, weißen Gamaschen und ordentlich Pomade im schwarzen Haar. Anfang Fünfzig, gut betucht und stets auf der Hut. Offiziell war Oktavio Uhrmacher, aber seine Kunden bezahlten ihn für ganz andere Dienste. Die einflussreichsten Kriminellen der Stadt gehörten dazu. Und ich Idiot hatte mich an seine Fersen geheftet.

Das war wortwörtlich zu verstehen. Denn ich hatte mich dazu entschieden Oktavio per Pedes zu verfolgen. Ein Auto war zu sperrig und fiel leicht auf. Jedenfalls meine klapprige Karre, die selbst Leuten auffiel an denen ich nur zufällig einmal qualmend vorbeirauschte. Zu Fuß war es auch einfacher Oktavio auf der Spur zu bleiben. Die Stadt war immer überfüllt und Autos kamen nur im Schritttempo voran. Wunderbare Bedingungen für einen Kerl wie mich.

Ich muss sagen, anspruchsvoll war die Aufgabe keinesfalls. Fredo Oktavio war eigentlich ein langweiliger Kerl. Er kam früh zur Arbeit, keine Ahnung woher, schloss seinen Laden auf und wartete dann auf Kundschaft. Einige Leute waren offensichtlich tatsächlich darauf aus eine Uhr zu kaufen. Aber die meisten wollten etwas anderes von Oktavio. Das lag auf der Hand, denn ich kannte die meisten dieser schmierigen Gesellen. Wir verkehrten immerhin im gleichen Milieu. Vom Kleinkriminellen bis hin zum Big Boss, sie alle nahmen Oktavios Dienste in Anspruch. Hier ein paar Schnappschüsse zu machen, könnte ein nettes Sümmchen einbringen. Aber ich bin gierig, nicht doof. Also blieb meine Kamera schön tief in ihrer Tasche stecken.

Ein Sandwich zum Frühstück, einen Mokka zu Mittag, Nachmittags ein grüner Salat. Ich versorgte mich dagegen mit etlichen Donuts und Hot Dogs, genug um eine ganze Armee Oktavios zu sättigen. Aber der Kerl kam mit wenig aus. Und trotz dieser Sparflammentaktik war Oktavio verdammt fit. Kein Vergleich mit meinem behaarten Bierbauch.

Nach Feierabend wurde es für mich spannend. Nun musste ich mich auf seine Fersen heften, ohne gesehen zu werden. Das sollte kein Problem sein, immerhin war das mein Job. Allerdings musste es auch gute Gründe dafür geben, warum bisher niemals jemand Oktavio nachgespürt hatte. Verdammt gute Gründe. Okay, die Gangster der Stadt waren seine Kunden und niemand bei klarem Verstand würde es sich mit ihnen verscherzen wollen. Fast niemand. Ich fluchte innerlich und stellte mir Irene nackt vor. Fast nackt, denn ich stand auf edle Strümpfe. Das baute mich auf.

Tatsächlich war es ziemlich einfach Oktavio zu folgen. Verdammte Scheiße, der Mann verließ sich einfach auf sein kriminelles Schutzschild. Dachte ich solange, bis er in einer chinesischen Wäscherei verschwand und ich erst nach einer Stunde begriff, dass Oktavio weg war. Scheiße!

Nächster Tag, nächster Versuch. Selber Mann, gleiches Spiel. Diesmal war ich vorbereitet und hatte ein altes verschwitztes Hemd eingepackt, um ihm in die Wäscherei zu folgen. Und tatsächlich. Oktavio hielt auf die gleiche Gegend zu, ab nach Little China. Vorher bog er noch kurz ins Dragonfly Inn ab. Guter Mann, chinesisch sollte ich auch mal wieder essen. Ich wartete und Oktavio blieb verschwunden. Der alte Gauner kannte wohl mehr als einen Hinterausgang. Bei den Chinesen nachzufragen sparte ich mir. Wenn sie auf Oktavios Lohnliste standen hielten sie den Mund und ich würde nur schlafende Hunde wecken.

Nächster Tag, nächster Versuch. Diesmal hatte ich einen besseren Plan, diesmal würde ich Oktavio erwischen. Keine Wäscherei, kein Restaurant. Nein. Diesmal verschwand meine Zielperson in einem Blumenladen. Also wieselte ich über die Straße und ums Gebäude herum. Ich musste nur schneller sein. Und da war er auch schon, der Hinterausgang. Zeitung hoch und unschuldig gucken. Das klappt bei mir zwar nie, aber ich versuche es immer wieder. Ärgerlich war nur, dass Oktavio nicht kam.

Das ging die nächsten drei Tage so. Oktavio war verdammt clever. Also musste ich meinen Grips bemühen. Die Hintertüren waren nicht die Lösung des Problems. Also kramte ich den Stadtplan raus und markierte alle Gebäude. Denn eines war mir klar, in keinem der Läden würde Oktavio wohnen. Sie alle dienten nur dem Verschwinden. Und so wie er verschwand, so tauchte er auch auf. Scheinbar aus dem Nichts.

Ich zog Linien zwischen den Läden und betrachtete dann mein Meisterwerk. Überall waren nun Markierungen und Verbindungen eingezeichnet. Es gab keine Gemeinsamkeit. Wenn sich Linien trafen, dann ohne Sinn. Aber dann kapierte ich, wohin Fredo Oktavio verschwand. Er nutzte das Netzwerk aus Kellern, dass auch die Chinesen gerne für ihre Geschäfte einsetzten. Und verschwand zu dem einzigen Punkt in Little China, bei dem es weder eine Markierung, noch eine Linie gab. Da war ich mir sicher.

Am nächsten Tag machte ich mich also sofort auf den Weg ins Chinesenviertel und sah mir die Gegend an. Eines der Häuser war zu sauber, zu ordentlich für die Gegend. Bingo! Jedenfalls war ich davon überzeugt, einen Treffer gelandet zu haben.

Also legte ich mich vor dem Haus auf die Lauer. Warum die Maus jagen, wenn du ihr Nest kennst, sagte ich mir. Tagsüber war alles ruhig. Keine Frau und keine Kinder zu sehen. Einkaufen und Schule, vermutete ich. Gegen Nachmittag kam ein Kerl in feinem Zwirn und schloss das Haus auf. Er kam im feinen Stil Oktavios daher und trug eine große Papiertüte mit Einkäufen. Vermutlich der Dienstbote. Ich lag weiter auf der Lauer, doch es kam kein Oktavio. Dafür gingen irgendwann die Lichter an und leise Musik war aus einem der oberen Fenster zu hören. Von der Straße war die obere Etage aber uneinsehbar. Verdammt! Sicherlich betrat und verließ Fredo Oktavio sein Haus ebenfalls über den Keller.

Ich suchte mir nun ein nettes Nachbarhaus mit Balkon und klopfte auf gut Glück an. Der chinesische Opa und seine Sippe schnatterten sofort los und wollten mir die Türe vor der Nase zuschlagen. Aber mit ein paar Dollars waren sie schnell verstummt und ließen mich auf ihren Balkon. Prima Ausblick, ich sah alles, was ich sehen musste.

Es gibt bei jedem Fall diesen Augenblick, in dem sich alle Vermutungen und Einschätzungen plötzlich drehen und ein anderes Bild ergeben. Ich nenne das einen Twist. Keine Ahnung ob das bei allen Detektiven so ist, aber bei mir ist kein Fall so wie er scheint. Und genau das war wieder so.

Die teure Hütte vor mir gehörte tatsächlich Fredo Oktavio. Und der gute Mann war daheim. In bester Gesellschaft. Denn er und der vermeintliche Dienstbote tanzten eng umschlungen zur Musik, befingerten sich, küssten sich. Oktavio war ein Hinterlader! Verdammte Scheiße! Warum brauchte er dann eine so heiße Geliebte wie Irene? Als Alibibraut? Unwahrscheinlich, denn es war ja eine heimliche Geliebte. Es war klar, dass Oktavio ein ziemlich mieses Spiel mit Irene trieb. Die Arme. Doch Job war Job. Also knipste ich ein paar Bilder als Beweis, bedankte mich bei den Schlitzaugen und trabte zur nächsten Telefonzelle.

Zum Glück war Irene Zuhause. Am Telefon war so etwas nur schwer zu besprechen. Die Bilder zu entwickeln würde einige Zeit dauern. Also gab ich Irene nur Oktavios Adresse und bestellte die Braut um Mitternacht in mein Büro. Dort würde sie die Fotos von mir erhalten. Außerdem gab es da noch dieses feuchtheiße Versprechen, das Irene zu erfüllen hatte.

***

Ich hatte Anfangs ja gesagt, dass ich Ärger befürchtete, als die Türe zu meinem Büro aufschwang. Rückblickend ist dem wirklich so. Der ein oder andere ahnt es sicherlich schon, aber ich und Irene hatte keine feuchtheiße Nummer miteinander.

Statt der scharfen Blonden stürmten ein paar Polizisten mein Büro. Glücklicherweise hörte ich rechtzeitig den Tumult auf dem Flur und konnte mich mit einem Sprung aus dem Fenster retten. Keine Ahnung was die Jungs wollten, aber wenn Cops mein Büro stürmen, dann renne ich erst einmal weg.

Das stellte sich auch als ziemlich gute Idee heraus, denn auf der Straße machte das Gerücht die Runde, jemand hätte Fredo Oktavio in seinem Haus erschossen. Jemand, der genau wusste, wo er Oktavio finden konnte. Jemand ohne Skrupel, jemand, der für Geld einfach alles tat.

Tja, es ist ja schon klar, worauf die Sache hinausläuft. Dieser jemand bin natürlich ich. Ich wurde sauber hereingelegt. Sozusagen ein doppelter Twist. Und der traf mich unter der Gürtellinie.

Zur Sicherheit sah ich nämlich bei Irene vorbei. Aber die lag, mit einem blutigen Loch zwischen den schönen Augen, in ihrer Wohnung. Die Kleine hatte wohl jemand aufs Kreuz gelegt – und zwar in einer unangenehmen Art und Weise. Als die Polizei in Irenes Wohnung eintraf, war ich natürlich schon weg. Immerhin jagte mich die Polizei schon wegen Mordes an Fredo Oktavio und die Gangster jagten mich ebenfalls deswegen. Nur aus anderen Gründen, denn ich hatte ja vermeintlich ihren Buchmacher weggeballert.

Die Nacht ist kalt und nass, und mir bleibt nur mein Regenmantel und eine Handvoll Dollar, um unterzutauchen und Gras über die Sache wachsen zu lassen. Wahrscheinlich in einer anderen Stadt. Oder besser noch in einem anderen Land. Scheiß Twist!

ENDE

Copyright © 2012 by Günther K. Lietz

Buchtipp:


Black, Tony
Gelyncht

Verlag: Zsolnay, Paul
Übersetzt von Jürgen, Bürger
ISBN: 978-3-552-05560-5
Einband: kartoniert
Seiten/Umfang: 384 S. – 21,1 x 13,6 cm
Produktform: Hardcover
Erscheinungsdatum : 06.02.2012
Gewicht: 546 g

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Titel bei buch24.de
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Titel bei Libri.de

Edinburgh, mitten in der Nacht: Gus Dury (der immer noch wild und gefährlich lebt) stolpert buchstäblich über die Leiche eines Buchmachers. Sein Pitbull hatte ein dreijähriges Mädchen zerfleischt. Gus alarmiert die Polizei – ein Fehler, denn er bekommt es mit der ganzen Härte der korrupten Ordnungshüter zu tun. Anstatt den Mord aufzuklären, will Obercop Jonny Johnstone ihm die Schuld dafür in die Schuhe schieben – und nebenbei auch noch Gus’ Ex heiraten. Also muss er selbst ran und taucht ein in die Unterwelt Edinburghs, wo illegale Hundewettkämpfe stattfinden und die Polizei mit Kriminellen unter einer Decke steckt.

Der neue Roman von Tony Black, “dem besten britischen Krimi-Autor“ (Irvine Welsh).

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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SCHNEE IN DER STADT – ein Gedicht von Ariana Lazar

Erstellt von Ariana Lazar am 6. Februar 2012

Schnee in der Stadt

Ein Gedicht
von
Ariana Lazar

Hurra! Hurra! Es schneit! Es schneit!
Die Stadt trägt jetzt ein weißes Kleid.
Sieh, wie eine Braut ist sie geputzt,
die Straßen sind nicht mehr verschmutzt,
die Dächer tragen weiße Hauben,
und auch die Bäume, kaum zu glauben,
dass dies die selbe Stadt soll sein,
die hier jetzt glänzt im Lichterschein.

So schmutzig grau war’s gestern noch,
und dunkel wie ein tiefes Loch,
doch heute ist es strahlend hell,
nur leider geht die Pracht sehr schnell,
Und eins, zwei, drei wird aus der Braut,
dann wieder eine Stadt, ganz laut.
Und was der Schnee gnädig versteckt,
das wird dann wieder aufgedeckt.

Gedämpft alle Geräusche sind
und lachend ruft ein jedes Kind:
Hurra! Hurra! Es schneit! Es schneit!
Endlich ist wieder Rodelzeit!
Hol schnell den Schlitten aus dem Keller,
und lauf doch mal ein bisschen schneller,
sonst ist der Schnee ja wieder weg
und auf der Straße liegt nur Dreck.

Fast alle Autofahrer fluchen,
schon wieder heißt es Auto suchen.
Man muss jetzt glatt die Bremsen nutzen,
und auch die Windschutzscheibe putzen.
Die Fußgänger sind sehr erfreut,
denn nur in dieser kurzen Zeit,
sieht man den Hundedreck nicht mehr
und ruhiger ist der Verkehr.

Hurra! Hurra! Es schneit! Es schneit!
Ein funkelnd Glitzern weit und breit.
Der Winter hat die Stadt geschmückt
drum ruft so mancher Mensch verzückt:
Hurra! Hurra! Es schneit! Es schneit!
Willkommen weiße Winterzeit!

Copyright Text und Eingangsbild © by Ariana Lazar 2012

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Alltag-100-minus170-0.jpg” (Originaltitel: Alltag3.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Kaufempfehlung der Redaktion:

Osterwalder, Markus
Bobo im Schnee


Verlag :      Rowohlt Taschenbuch
ISBN :      978-3-499-21583-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      4,95 Eur[D] / 5,10 Eur[A] / 7,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      16 S., 4-farb. – 15,0 x 15,0 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      03.03.2012
Aus der Reihe :      rotfuchs 21583

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Sechs neue Pappbilderbücher von Bobo Siebenschläfer warten nur darauf, von kleinen Lesern selbst in die Hand genommen zu werden! Ob Bobo einen Schneemann baut, ein Museum kennenlernt, einfach mal zu Hause bleibt oder Weihnachten feiert alle kleinen Bobo-Fans werden sich über ihre Bobo-Bücher freuen.

Markus Osterwalder wurde 1947 bei Zürich geboren. Schriftsetzerlehre, Graphiker bei einem Schulbuchverlag in Paris, dann bei einem Hamburger Verlag für die Zeitschrift “Akut”. Mehrere Jahre Layouter beim “Zeitmagazin”, jetzt künstlerischer Leiter bei einem Kinderbuchverlag in Paris. Autor eines Illustratoren-Nachschlagewerkes. Markus Osterwalder lebt in Arcueil bei Paris.

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR MIT PERSÖNLICHER WIDMUNG DES AUTORS (!): Holdt, Carl Reiner – Gezeitenwechsel.

Erstellt von Detlef Hedderich am 4. Februar 2012

Holdt, Carl Reiner
Gezeitenwechsel

Verlag :      Südwestbuch
ISBN :      978-3-942661-76-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,50 Eur[D] / 12,90 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 08.10.2011
Seiten/Umfang :      ca. 260 S. – 19,0 x 12,5 cm
Produktform :      B: Buch
Erscheinungsdatum :      31.12.2011
Gewicht :      260 g

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„Der Himmel im Schwarzwald ist immer schwarz, kein städtisches Streulicht, nur Sterne. Normalerweise. Jetzt wurden die Sterne von einem runden Schatten gefressen, bis der ganze Himmel über Reuters’ Haus verschwunden war. Der Sieger war angekommen.“

Die Erde ist Zankapfel zweier galaxisweit konkurrierender politischer Systeme, der Liga und dem Kaiserreich der R’rall. Major a. D. von Reuters, Kampfpilot und Gentleman der alten Schule, hätte im Traum nicht gedacht, welche Dienste der Kavalleriesäbel seines Ur-Großvaters ihm noch leisten würde, als er zwischen die Fronten gerät. Er erobert im Duell mit einem R’rall -Admiral einen Ring, der als Insignie der Macht gilt. Mit diesem Ring, einer Truppe von Freischärlern und einer 320-jährigen Liga-Agentin schafft er das scheinbar Unmögliche: die Befreiung der Erde.

Lokalkolorit, packende Kampfszenen mit ausgefeilter Nano-Technik, erotische Begegnungen der dritten Art und eine erstaunliche Interpretation der Geschichte von Luther und Napoleon machen diesen Sci-Fi-Thriller zum faszinierenden Gesamtkunstwerk.

Carl Reiner Holdt wurde 1958 in Rom geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Allchemie arbeitete er als Gärtner, Krankenpfleger, Erzieher und Lehrer. 20 Jahre verbrachte er im Kloster. Seit sieben Jahren ist er verheiratet und lebt heute in der Nähe von Tübingen.

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Preisrätsel 3 x 1 Exemplar mit persönlicher Widmung des Autors (!): Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Die Erde ist Zankapfel zweier galaxisweit konkurrierender politischer Systeme, welcher? (Antwort darauf findet sich auf unserer Homepage!) Sobald 300 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen und an den Autor weitergeleitet, der dann mit den Gewinnern die Widmungen bespricht und die Zusendung der Titel abspricht! Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen!

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DIE EROBERUNG – Science Fiction-Story von Carl Reiner Holdt

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. Januar 2012

DIE EROBERUNG

Science Fiction-Story

von

Carl Reiner Holdt

Kapitän X’Ragan und der Todesstern, Abschnitt 3.1:

“Kapitän Eins-acht an Staffel: Statusbericht!”

Das virtuelle Display flackert. Der Reaktor fährt hoch. Zündung der Vakuum-Energie-Konverter. Sicherheits-Abstand zum Trägerschiff erreicht. Schilde bauen sich auf. Schub auf Maximum. Alle Waffensysteme klar. Standby der Staffel kommt. Die roten Lichter erlöschen nach und nach. Der erste kritische Moment nach dem Sprung ist geschafft!

Ein Angriff bei Lichtgeschwindigkeit dauert nur wenige Sekunden. Wenn du ihn registrierst, hast du ihn schon überlebt. Oder es hat keinen Angriff gegeben. So wie jetzt.

Unmittelbar nach dem Sprung funktioniert keine Nanotronik. Deshalb stecken die X’ingu-Jagdbomber in ihren Schächten wie Pfeile in einem Blasrohr. Der Auswurf für die erste Welle ist pneumatisch. Bis die Systeme rebooten sind Trägerschiff und X’ingu nackt. Deine Übelkeit legt sich langsam.

Also jetzt der zweite kritische Punkt: Wo steht der Feind? Verdammt, wie lange dauert das! Langsam baut sich via Feuerleitzentrale des X’ingu-Trägers ein Bild auf.

Abfangjäger der Liga, hauptsächlich Smart-Klasse! Eine dichte Wand steht zwei Lichtminuten prograd. Dann müssen die X’ingu von der Steuerbordseite schon Vollkontakt haben. Eine Smart ist klein, wendig und schnell wie eine Sand-Echse. Aha, dort gibt es erste Verluste auf beiden Seiten. Aber in deinem Raumsektor ist weit und breit nichts zu sehen. Merkwürdiger Aufmarsch…

Da kommen die neuen Kursvektoren vom Flaggschiff: ausweichen, weiter retrograd, Vollschub. Wir liegen schon vor Sprung bei 99% Licht ins System rein. Können mit dieser Vorlage die Smarties fürs erste abhängen. Aber wo beim Xi haben die bloß ihren Stützpunkt?

Die nächsten zwei-acht Minuten passiert nichts. Ist normal. Erst geht alles blitzschnell und dann passiert nichts. Oder umgekehrt. Dazu kommt die Relativität der Gleichzeitigkeit. Was auf einem andern Teil des Schlachtfeldes passiert, ist je nach Bewegungs-Zustand für die einen schon Vergangenheit und für die andern noch Zukunft. Das taktische Display zeigt alle möglichen Bahnen eines Gegners nach Bordzeit. Die ergeben zusammen einen Trichter, der sich um so mehr öffnet, je weiter man vorausrechnet. Welche Kurve ist unter diesen Bedingungen die richtige? Das bleibt allein deiner Intuition als Pilot überlassen…

Die Smarties bummeln hinter uns her. Das ist nicht normal… da stimmt was nicht! Die Entscheidung vom Admiral ist falsch, sagt dir dein Gefühl… Wir haben schon 77 Millionen Meilen Vorsprung vor dem Haupt-Konvoi…. Noch mal die Aufklärungsdaten von System XQB125 prüfen.

“Kapitän Eins-acht an Staffel: Base-Line für Fernaufklärung schalten! Da muss es einen Asteroiden ca. 16 Lichtminuten auf  -23,5° spin, +1° top geben. Den checken wir mal!”

Und da schält sich der Asteroid auch schon aus dem statischen Rauschen. Der Stützpunkt der Smarties.

“Heiliges Xi!” Dein Flügelmann Leutnant Vorkennan’xi trifft es auf den Punkt. Als die einlaufenden Daten das Bild weiter differenzieren, erscheinen auch die Abfangjäger. Es sind Tausende. Aber damit hast du schon gerechnet, das ist noch nicht die Arsch-Karte.

“Kapitän Eins-acht an Flaggschiff. Wir haben ein Problem. Kampfstation auf (+1,6431|-22,147|+1,823) Bordzeit-Polar. Daten kommen jetzt…”

Der Wachhabende über die Bug-Hangars unterbricht sein Lieblings-Holo: Kapitän X’Ragan und der Todesstern. Das Holo ist noch keinen Umlauf alt und basiert auf nackten Tatsachen! Kein Scheiß! Der Wachhabende war selbst dabei, in der Gefechts-Leitzentrale. Alle waren sie dabei – die 8. Flotte ist Teil der Großoffensive zur Front-Begradigung in diesem abgelegenen Arm der Galaxis. Sie waren gerade ins System XQB125 um es der Liga abzujagen , die sich diesen Hinterwäldler-Stern kürzlich unter die Klauen gerissen hatte.

Auf dem X’ingu-Träger Jagd-Clan ist Nachtschicht. Der erste ruhige Achttag seit Aufhebung der Alarmstufe Bodenkontakt. Vorhin dröhnten noch dumpfe Schläge durch Dock 7, als der reguläre Truppen-Transporter vom eroberten Planeten anlegte.

Seitdem wird auf Deck zwei-fünf wieder mal eine Herde W’nabu durch die Freizeit-Center der 6. Division getrieben. Sonst liegt das riesige Schiff völlig still und umkreist den Planeten in fünf-acht-acht Meilen Höhe. Es ist so groß, dass man es nur um seine Querachse drehen muss, damit das Heck über den Boden schrappt.

Keinerlei Abweichungen von den Ablaufprotokollen.

Er wendet sich wieder seinem Holo zu. Die ganze 8. Flotte war direkt in die Arme einer Kampfstation vom Typ Gigant geflogen. Irgendein Idiot auf der Brücke hat die Daten falsch gedeutet.

Die Soldaten der Liga haben zwar keine Unze Xi in den Knochen, aber Kanonen können sie bauen! In diesem Fall sind es 688 PW Neutron-Woofer mit einer Kohärenzlänge von unglaublichen zwei Lichtstunden. Wer den Weg eines der verschränkten Neutronen-Pakete kreuzt und die Wellenfunktion kollabieren lässt, von dem bleibt nur poröser Schrott. Wenn dann noch die Nullpunkt-Felder der Konverter asymmetrisch zusammenbrechen, gibt es ein nettes Feuerwerk gratis.

Aber es gibt keinen Schutz dagegen! Man kann nicht mal wenden, wenn man ein Prozent unter der Lichtgeschwindigkeit zum Zielobjekt liegt. Die einzige Chance sind Ausweich-Manöver nach dem Zufallsprinzip. Trotzdem haben sie schon zwei schwere Kreuzer der SprungKlasse und einen Träger der ClanKlasse verloren. Vier-acht-hoch-fünf Soldaten! Von dem Materialverlust nicht zu reden.

Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Die Verstrebungen der Schiffe auch, durch die Ausweich-Manöver. Vor sich noch eine Stunde Acht verliert! Dann erst sind sie außer Reichweite… das reinste Hoppvogel-Schießen.

Ein Riese kann mit seinen Fäusten keinen Hoppvogel-Schwarm abklatschen. Deshalb hat die Kampfstation eine gigantische Raumabwehr. Und die Abfang-Jäger sind gut. Das muss ihnen der Wachhabende lassen, jetzt, wo er ihre Taktik aus seinem sichern und bequemen Sessel beurteilen kann. Aber damals hat er sich die Hose vollgepisst. Er schämt sich deswegen, aber nur wenig. Wie sich herausstellte, war er nicht der einzige…

Der Admiral wirft alle X’ingu der Flotte gegen die Abwehr. 7788 Jäger sind im Einsatz. Zwecklos. Sie haben großartige Abschuss-Raten, aber sie kommen einfach nicht durch. Keine Schuss-Distanz zum Todesstern. Und ständig laufen neue Verlustmeldungen ein…

Sperrfeuer! Die Hülle bruzelt unter einem Streifschuss. Supraleitung auf Feld-Leitwerk X3/X4 bricht zusammen! EM-Schilde auf 78%! Der Ionen-Sturm zerknistert die Funkverbindungen. Nur die Schwerkraft-Sensoren liefern noch Bilder. Kompensator 6 springt an. Uff … zum Glück kein größerer Schaden. Dein linker Flügelmann hat weniger Glück… ach, X’arran’chi… machs gut, Alter… du ballst deine vier Finger zur Faust als letzten Gruß…

“Kapitän Eins-acht an Staffel vier-eins bis fünf-acht…” und wer von euch noch übrig ist: “Angriff auf den Vektoren A17, 18 und 19! Daten kommen jetzt…” Verdammt! Du musst so viele reinwerfen, sonst merken sie, dass es ein Ablenkungsmanöver ist!

“Eins-acht an drei-eins bis vier-acht: Ihr gebt ihnen Feuerschutz! Partikel-Beschuss und Cluster-Bomben auf Sektor M3 und M4 legen. Dann verzögern, prograd versetzt. Bei Ausfällen sofort aufschließen. Daten kommen jetzt…” Das ist massiv genug. Hoffentlich bleiben dir noch welche für den eigentlichen Durchstoß.

“Staffel sechs-eins bis acht-acht: Feind auf Vektor A20 abfangen! Daten kommen jetzt…” Damit haben sie sogar eine kleine Chance… du kannst deine Jungs nicht einfach verheizen. Jetzt zu dir selbst:

“Staffel eins-eins bis zwei-acht…” Bei allen Krokodilen, wir sind bloß noch acht!”… wir bleiben zurück, täuschen B2 an, und brechen auf Vektor B3 durch! Daten kommen jetzt…”Da ist die dickste Suppe, beim Xi, ich weiß!”Macht’s gut Jungs! War mir eine Ehre mit euch zu fliegen!”

Dann die Erlösung!

“Staffel eins-acht ist time-out! Heiliges Xi, das gibt’s nicht! Staffel eins-acht ist time-out! TIMEOUT!!”

Ein unbeschreiblicher Jubel lässt die Jagd-Clan nach dieser Durchsage erzittern. Die Reste der Staffel, die Sand-Echse, die Zahn, die Fangschuss, die Sturzflug sind aus dem Ereignis-Horizont der Abwehr gekippt! Das heißt in der Sprache der Flieger: Hi, ich bin dir davon geflogen! Du kannst nichts mehr machen…

Das Gespür für die richtige Flugbahn… der Wachhabende ist bei der Prüfung durchgefallen. Aus der Traum vom Fliegen. Jetzt sitzt er hier und managt die Hangars. Aber Kapitän Eins-acht hat es drauf! Hat das einzige Fenster gefunden, das die Abwehr übersehen hat. Um das zu bestätigen, brauchen die Groß-Computer nachträglich eine halbe Stunde Rechenzeit. Einfach unglaublich!

Dann geht alles ganz schnell…

Bevor der Wachhabende dazu kommt, sich die Erlebnisse von Kapitän X’Ragan weiter über sein Neuro-Link in die Großhirnrinde schießen zu lassen, blinkt eine Meldung auf seinem inneren Display auf. Der Zentral-Computer stellt Codes routinemäßig durch, wenn sie nicht zum Standard-Protokoll gehören.

Mit den Zugangs-Berechtigungen ist alles in Ordnung. Trotzdem traut er seinen Augen nicht. In Hangar 6 wird eine X’ingu gefechtsklar gemacht! Es ist die Sand-Echse. Er checkt die Mannschafts-Listen. Mit dem letzten Transporter sind zwei Fähnriche hoch gekommen.

“Eins-drei-eins-acht Sand-Echse, hier ist der WO, Identifizierung nach Protokoll P3. He, was geht ab bei euch? Ich dachte ihr seid alle unten bei der Fete!? Eins-drei-eins-acht kommen!”

“Hier eins-drei-eins-acht Sand-Echse. Erster Fähnrich der Hangar-Mannschaft eins-acht meldet sich zur Stelle! P3-Code kommt… Was wir hier machen?? Unseren sauer verdienten Freigang verplempern natürlich! Kapitän eins-acht X’Ragan ist unten im Hauptquartier geblieben.”

“Ihr macht gerade eine X’ingu scharf! Für einen Bodeneinsatz! Hallo!? Wenn ihr dort unten bloß falsch einparkt, ist der halbe Planet hin.”

“Kann ich vielleicht was für den Blödsinn, den sich die Bonzen für ihre Partys ausdenken, du Sessel-Furzer? Du hast die Order gelesen. Vielleicht braucht der Admiral noch was zum Nachwischen. Frag ihn doch selber, wozu er unten eine X’ingu will!”

Der WO seufzt. Für diese Bemerkung kann er dem Fähnrich ein Disziplinar-Verfahren anhängen. Für jeden anderen das Karriere-Aus. Aber er weiß, was in diesem Fall dabei rauskommt. Eine Extra-Schicht und Schluss. Nicht mal ein Eintrag in die Akte. Dafür kann sich der WO über den originellen Zunamen Sessel-Furzer freuen, und zwar den Rest seines Lebens. Wo er den wohl her hat? Flieger können sich alles erlauben! Aber er ist nicht wirklich sauer. Flieger retten ihnen immer wieder das Fell. Unter hohem Blutzoll. Sie haben so wenige. Und er hängt an seinem Fell.

“Du, sei vorsichtig Bürschchen! Das gibt noch eine Abreibung…“, grollt er und bleckt die Fangzähne. Dann denkt er darüber nach: Man teilt keinen kostbaren Lebensraum. Eine eroberte Bevölkerung dezimiert man standardmäßig über den versorgungstechnischen Kollaps. Was passiert mit großen Metropolen, wenn man Wasser und Energie kappt? Genau! … Den Rest besorgen Plünderungen, Seuchen, der ganze Domino-Effekt eben. Zugegeben, hier ist die Kultur primitiv genug, dass man sie so nicht destabilisieren kann. Man wird nachhelfen müssen. Aber eine X’ingu? Nein, hier geht es um Clan-Politik. Irgendwer will ein möglichst großes Stück vom Kuchen und zeigt Präsenz. Hoffentlich nur Imponiergehabe!

„Ist doch Blödsinn, das mit dem Nachwischen! So was machen unsere Gen-Techniker… Ich werde eure Order auf jeden Fall überprüfen. WO Ende.”

“Mach das. Hoffentlich ist sie falsch! Dann schaff ich’s vielleicht noch ins Finale der Championship für Pioniere. Und was die Abreibung angeht: jederzeit! Eins-drei-eins-acht Sand-Echse Ende.”

Der WO gibt die Startfreigabe an die Raumüberwachung durch und sieht dem Start der Sand-Echse über die Außenkameras zu.

Elegant kippt das 788-Ellen lange Schiff ab und stürzt zum Planeten. Stromlinien-förmig, obwohl es nicht für die Atmosphäre gebaut ist. Aber was innerhalb des Sternsystems wie Vakuum aussieht, hat im Kampf bei Lichtgeschwindigkeit die Eigenschaft eines Sandstrahl-Gebläses. Wenn ein Staubkorn die Aufschlagswucht einer Pistolen-Kugel entfaltet, müssen die Disruptor-Schilde entsprechend stark sein. Sie zerlegen Materie in Kernbausteine und die elektro-magnetischen Schilde leiten das Plasma großräumig ums Schiff. Den Rest besorgen die Quaddrupol-Schwerefelder. Brocken bis zur Größe eines Hauses werden vorher von Laser-Batterien in Millisekunden pulverisiert. Wer braucht da noch Angriffs-Waffen? Allein die passive Abwehr kann dort unten ganze Städte einäschern. Nicht, dass es schade darum wäre! Alles Stahlbeton. Der WO stößt ein verächtliches Schnauben aus.

Sie überfliegen gerade einen Ozean, unendliches Blau unter einem einzigen weißen Wolken-Strudel. Hinter dem Horizont-Bogen taucht ein brauner Kontinent in Form eines Schulter-Blattes auf: endlose gelbe Steppen mit weiß behauchten Bergen, grüne Regenwälder an riesigen Strömen mit seltsamen Tieren, Sand-Echsen, aber im Wasser lebend und mit vier statt sechs Beinen, Herden von langbeinigen, gelb-braun-gefleckten W’nabus, aber mit zehn Ellen langen Hälsen, und Kolosse auf vier Säulen mit zwei Schwänzen, einen vorne und einen hinten. Der WO hat alle Berichte gesehen: das perfekte Homeland.

Open Range Burgen zu bauen, einen Jagd-Clan zu gründen und Kinder großzuziehen! Neidisch sieht der WO die Sand-Echse kleiner werden und im Blau-Weiß des Planeten verschwinden.

Dann seufzt er wieder. Die Dienstvorschrift ist eindeutig. Alle Vorkommnisse außerhalb des Standard-Protokolls sind zu melden. Er überlegt, was schlimmer ist. Seinen Vorgesetzten zu wecken? Oder ihn aus dem illegalen Endkampf um die Meisterschaft der Pioniere zu holen?

Deshalb entscheidet er sich gegen den direkten Ruf und für eine Memo der Dringlichkeits-Stufe zwei. Damit hat er das Problem vom Hals. Die Clans und ihre Intrigen! Wir halten auch nur unter äußerem Druck zusammen… wie jetzt gegen die Liga denkt er und wendet sich wieder seinem Holo zu.

Durch! Du bist durch! Durch!!

Das Prasseln und Jaulen hat schlagartig aufgehört. Hinter dir verschiebt sich das Universum mit deinen Verfolgern ins unendliche Rot. Jetzt können sie deinen Hintern nicht mehr heiß schießen… Dafür fällt dir die Kampfstation mit 99,999% der Lichtgeschwindigkeit entgegen. Und dazwischen liegt: nichts! Der Weg ist frei!

“Eins-acht an Staffel eins-eins bis zwei-acht: Status!”

Beim Alten Drachen! Wir seid nur noch vier! Und gleich ist es mit der himmlischen Ruhe vorbei.

“Eins-acht, Achtung: Sperrfeuer der Boden-Abwehr in Minus 78 Sekunden. Fangschuss-Distanz bei Minus 284. Torpedos klarmachen!”

Minus 178. Zufallsgenerierte Ausweichmanöver bei 100%. Noch knallt das Meiste an dir vorbei….

Minus 121. Partikeleinschläge in Y2/Y3. Front-EM auf praktisch Null deformiert. Disrupter bei 110%. Schwerkraft-Kompensatoren überlastet. Du wirst in deinem Sitz umher geschleudert wie eine Puppe…

Minus 75. Volltreffer! Die zwei-vier Zahn verschwindet vom Schirm.

Minus 24.     ”knister…eins-fünf Stur… krietsch …in getroffen… kratsch … Schleichflug… knister…” Aus. Die Sturzflug muss aufgeben.

Minus 15. Feuerleitsequenz: ein. Rohre 1-4: je zwei Grätenbrecher. Gefechtsköpfe: scharf…

Minus 8… 7… Treffer auf  Y3: EM bricht zusammen… 5… 4… heftige Erschütterungen. Gleich verlierst du das Bewusstsein… 2… 1… Feuer! Die Abschüsse dröhnen durchs Schiff.

Plus 2. Abdrehen! Vollschub antispin…

Plus 11. Auf  Schleichflug gehen. Alle Systeme Not-aus. Chemische Motoren verwischen Geschwindigkeits-Vektoren. Feind kann nicht extrapolieren. Nur passive Raum-Ortung läuft…

Einschlag der Grätenbrecher bei plus 214 Sekunden.

Plus 25. Diese Ruhe… himmlisch… ob Vorkennan’xi es geschafft hat?

Ja! Ja! Es gibt zwei-acht Kennungen. Er hat seine Grätenbrecher auch abgeschossen. Leider ist jetzt Funkstille, wegen Feind-Ortung.

Plus 78. Ein Blip nach dem andern verschwindet vom Schirm… 11… 10… Mann, ist die Bodenabwehr gut! Die Grätenbrecher legen nämlich noch drei 9er zu. Fliegen Ausweichmanöver jenseits der Materialfestigkeit! Werden praktisch nur von ihren Feldern zusammen gehalten… aber einer reicht! Ein Torpedo! Zehn Tonnen Anti-Materie reichen…

Plus 156. Noch sieben Blips… Da! Das Flag-down-Signal! Sie geben auf! Wollen kapitulieren… Du gibst die Abbruch-Sequenz frei – zögerst – deine Hand schwebt über der manuellen Bestätigung…

Mal ehrlich: Wer eben einem Sand-Krokodil aus der Klappe gehüpft ist, macht der Gefangene?

Du drückst. Es ist sowieso zu spät. Die Zeitverzögerung…

Plus 211. Die passive Ortung schaltet ab. Dafür fahren die Schild-Generatoren wieder hoch. Wegen dem, was gleich kommt…

Plus 214. Einschlag!! Der Gamma-Zähler knallt über den roten Bereich.

Gut, dass deine Eier zuhause eingefroren sind…

Der Wachhabende unterbricht das Holo schweißgebadet. Er atmet tief ein und aus. Der Rest ist Geschichte: Die Kampfstation radioaktiver Staub. Die tödliche Falle aufgebrochen. Kapitän Eins-acht X’Ragan der Held der Stunde. Und die Bahn zum inneren Planeten von System XQB125 frei: Zu dieser schönen, blauen Perle, die ihre Bewohner Erde nennen.

Ende

Copyright (c) 2012 by Carl Reiner Holdt

Buchtipp des Autors:

Holdt, Carl Reiner
Gezeitenwechsel

Verlag :      Südwestbuch
ISBN :      978-3-942661-76-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,50 Eur[D] / 12,90 Eur[A]
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Letzte Preisänderung am 08.10.2011
Seiten/Umfang :      ca. 260 S. – 19,0 x 12,5 cm
Produktform :      B: Buch
Erscheinungsdatum :      31.12.2011
Gewicht :      260 g

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Die Erde ist Zankapfel zweier galaxisweit konkurrierender politischer Systeme, der Liga und dem Kaiserreich der R’rall. Major a. D. von Reuters, Kampfpilot und Gentleman der alten Schule, hätte im Traum nicht gedacht, welche Dienste der Kavalleriesäbel seines Ur-Großvaters ihm noch leisten würde, als er zwischen die Fronten gerät. Er erobert im Duell mit einem R’rall -Admiral einen Ring, der als Insignie der Macht gilt. Mit diesem Ring, einer Truppe von Freischärlern und einer 320-jährigen Liga-Agentin schafft er das scheinbar Unmögliche: die Befreiung der Erde.

Lokalkolorit, packende Kampfszenen mit ausgefeilter Nano-Technik, erotische Begegnungen der dritten Art und eine erstaunliche Interpretation der Geschichte von Luther und Napoleon machen diesen Sci-Fi-Thriller zum faszinierenden Gesamtkunstwerk.

Carl Reiner Holdt wurde 1958 in Rom geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Allchemie arbeitete er als Gärtner, Krankenpfleger, Erzieher und Lehrer. 20 Jahre verbrachte er im Kloster. Seit sieben Jahren ist er verheiratet und lebt heute in der Nähe von Tübingen.

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MIT DEN FLÜGELN DER ZEIT FLIEGT DIE TRAURIGKEIT DAVON – eine Kurzgeschichte von Simone Wilhelmy

Erstellt von Simone Wilhelmy am 29. Januar 2012

MIT DEN FLÜGELN DER ZEIT FLIEGT DIE TRAURIGKEIT DAVON

eine Kurzgeschichte
von
Simone Wilhelmy

Niemand hatte mit dieser weißen Pracht gerechnet. Über Nacht waren die Temperaturen gefallen. Immer kälter wurde es, bis der Dauerregen der letzten Tage sich in feine, leichte Flocken verwandelte. Der Winter hatte sich klammheimlich heran geschlichen, gerade rechtzeitig um Danya ihren größten Weihnachtswunsch zu erfüllen.

Danya erwacht schlagartig, wissend, dass sich etwas Wunderbares ereignet hat. Sie reißt die Augen auf und es kribbelt schon in ihrer Nase.

Schnee!“ ruft sie laut und macht damit ihren Bruder wach, der sich grummelnd noch einmal in seinem Bett herum dreht.

Danya springt aus dem Bett und rennt zu dem Fenster hinüber. Überschwänglich reißt sie die hölzernen Läden auf und starrt in eine völlig verwandelte Landschaft hinaus. Noch immer rieselt der weiße Staub vom Himmel herab, bedeckt Häuser, Wege, Bäume und Wiesen.

Selbst die Wintersonne freut sich über das Weihnachtsgeschenk, dass die Nordwolken dem kleinen, vorwitzigen Mädchen gemacht hatten. Sie strahlt und spiegelt sich in den winzigen Schneekristallen und überall glitzert und funkelt es. Einer der Sonnenstrahlen trifft Danya neckend an der Nase, sodass sie niesen muss. Lachend ruft sie nochmal „Schnee!!“ und dreht sich zu ihrem Bruder um.

Sieh doch, Endres, alles ist weiß, als wäre der Hof voller Puderzucker!“

Nun ist es dem armen Kerl viel zu hell, um noch weiter schlafen zu können. Mühsam windet er sich aus seinem Bett, das Holz quietscht und die strohblonden Haare fallen ihm missmutig ins Gesicht. Er ist geblendet von dem Licht, dass durch die vollkomme weiße Fläche wieder und wieder gebrochen und reflektiert wird, bis es voller Enthusiasmus auf sein Gesicht trifft. Dort tanzen nun kleine, helle Pünktchen und spielen Fangen miteinander.

Schlaftrunken reibt er sich die Augen, die nur mühsam auf gehen wollen, bis er einen blinzelnden Blick aus dem Fenster wirft und staunt. Gestern war noch alles braun und schlammig gewesen, als er die Hühner in den Stall getrieben hatte.

Schnee…“ wiederholt er unbewusst die Worte seiner Schwester und bewundert andächtig, mit offenem Mund, die vollendet weiße Schönheit.

Währendessen schleicht sich seine Schwester Danya aus dem Zimmer und rast, schnell wie eine Schneewehe, aus dem Haus. Auf der anderen Seite des Fensters wartet sie darauf, dass Endres sich zeigt. Als er genauso klingt, wie sie selbst gerade, muss sie leise kichern. Erschrocken schlägt sie beide Hände vor den Mund. Verflixt, fast hätte sie sich verraten.

Im Schatten des Daches schleicht sie näher heran und unter ihren Füßen knirscht herrlich der Puderzuckerschnee. Mutter würde schimpfen, wenn sie jetzt hier wäre, denn Danya ist noch im Nachthemd und barfuß. Doch gleich werden sich die frostigen Nadelstiche in ihren Füßen lohnen.

Sie zielt sorgfältig.
Da ihr Bruder, immernoch hingerissen von dem unerwarteten Geschenk der Nordwolken, nichtsahnend am Fenster steht, kann sie sich damit Zeit lassen.

Platsch!

Der Schneeball ist nicht fest und zerschellt an dem dümmlich drein blickenden Gesicht ihres Bruders. Danya lässt sich rückwärts in den Schnee fallen und verschluckt sich an ihrem eigenen Lachen. Überschwänglich rudert sie mit ihren Armen und Beinen, wie ihre Mutter es ihnen vor Jahren gezeigt hatte, um einen Schneeengel zu machen.

Durch den Schnee hindurch hört sie ihren Bruder brüllen und lachen.

Na warte! Dir werde ich es zeigen, du Biest. Ich…
Doch die kleinen Schneebrocken in seiner Nase bringen ihn zum Niesen bevor er den Satz beenden kann.

Auch er hält sich nicht großartig mit Anziehen auf, denn schließlich kann man es sich als großer Bruder nicht leisten, sich so von seiner kleinen Schwester vorführen zu lassen.

Ich werde dich einseifen, bis dir der Schnee aus den Ohren rauskommt.“, brüllt er fröhlich von der Vordereite des Hauses, als er aus der Tür stürmt.

Na, da musste mich erstmal fangen.
Danya kichert und rappelt sich auf. Ohne zu überlegen rennt sie los, weg vom Haus, um dessen Ecke gerade ihr Bruder spurtet. Ihre Füße machen deutlich sichtbare Spuren in den Schnee. Immer wieder blickt sie über ihre Schulter zurück, um diese kleinen Unvollkommenheiten inmitten der Perfektion der Natur zu bewundern. Es ist einfach ein herrlicher Tag. Das beste, beste, beste, besteste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten, wie sie findet.

Bald schon ist Endres ihr knapp auf den Fersen, denn er ist schneller und wird von seinem Stolz angetrieben. Doch sie darf sich nicht von ihm fangen lassen, dies würde er ihr wieder ewig vorhalten, der große Bruder. Sie steht vor der Wahl: entweder am Fluss entlang und in einem weiten Bogen zurück zum Haus zu rennen, aber da wird er sie früher oder später einfangen oder über die umgefallene Eiche balancieren. Über den Fluss wird Endres ihr nicht folgen. Das weiß sie sicher, denn er hat Angst hinein zu fallen. Im Balancieren ist sie viel besser als er, viel besser sogar als die großen Jungen aus dem Dorf.

Langsam bemerkt Danya die Kälte und ihre Füße sind leuchtend rot im Kontrast zu dem grell weißen Schnee, aber sie will sich nicht die Blöße geben. Vorsichtig setzt sie einen Fuß auf die Eiche, die ebenso von den Wolken gepudert wurde, wie alles andere. Hinter sich hört sie ihren Bruder rufen und sie dreht herum, um ihn siegessicher anzulächeln.

Danya nicht!
In der Stimme von Endres klingt Angst und der Schreck verdrängt das zarte Rosa von seinen Wangen.

Der macht er sich doch nur Sorgen, dass er verliert, wenn er nicht hinterher kommt.“, murmelt sie und versucht sich zu überzeugen, dass ihren eigene Angst unnötig ist, obwohl es nicht leicht ist, auf dem rutschigen Holz zu stehen.

Endres bemührt sich Danya einzuholen, bevor sie zu weit auf dem Baumstumpf steht. Ihm ist ganz mulmig zumute. Es fühlt sich an, als hätte er einen dicken Eisklumpen verschluckt. Und es ist fürchterlich kalt. In seinen Füßen puckert und pocht es unzufrieden.

Er ist fast da.
Danya schluckt ihre Angst hinunter. Jetzt steht sie schon auf dem Baum, da wird sie es auch hinüber schaffen. Langsam hebt sie einen Fuß und setzt ihn ein bisschen weiter vorn vorsichtig wieder ab.

Na das ging doch ganz gut.
Noch einmal hebt sie einen Fuß, den anderen diesmal. Sie verlagert das Gewicht und “…Fuß wieder abstellen.”

Ha!“, ruft sie stolz, doch ihre Zähne klappern und sie bekommt kaum den Mund auf. Hände und Füße schmerzen, doch zurück ist nun genau so weit, wie das andere Ufer. Als ihre Knie zu schlottert beginnen, steigt Panik in ihr auf. Eine kleine Windböe reißt an ihrem Kleid und die Haare wehen ihr ins Gesicht.

Der wunderschöne Schnee ist jetzt nur noch eine Qual und die Eiche ist plötzlich erschreckend rutschig.

Endres? … … Endres! Ich...“
Ihre Stimme zittert, vor Entsetzen klingt sie so schrill wie klirrende Eiszapfen. Das Klappern ihrer Zähne macht es schwer sich zu konzentrieren. Über die Schulter hinweg sucht sie ängstlich ihren Bruder, doch sie kann ihn nicht sehen. Dabei verliert sie das Gleichgewicht.

Der Schrei seiner Schwester ist voller Grauen und Endres steht noch immer wie angewurzelt vor dem umgestürzten Baum. Das furchtbare Geräusch, als Danya auf das Wasser auftrifft und in den eisigen Fluten versinkt, befreit ihn aus seiner Starre. Das durfte unmöglich sein, das durfte nicht passieren.

Der Fluss ist nicht breit, aber es ist Danya nicht möglich darin zu stehen. An schwimmen ist bei der Kälte nicht zu denken. Die friesst sich in ihren Körper, in den Kopf und in ihr Herz.
ENDRES!“

Immer wieder taucht ihr Gesicht an der Oberfläche auf und Endres kann sie schreien hören. Sie ruft seinen Namen. Hektisch sucht er nach etwas, dass ihm helfen kann, sie aus dem Wasser zu ziehen. Doch der Schnee deckt alles zu. Während er zusieht, wie seine Schwester im Fluss mitgerissen wird, bleiben seine Tränen als Perlen in seinen Wimpern hängen.
So gerne würde er ihr helfen, sich zu ihr in das Wasser stürzen, aber seine Angst zu groß. Dabei sollte ein großer Bruder doch mutig sein.

Aus dem Winter-Wunderland ist schlagartig eine frostige Einöde geworden.

Danya!“
Eine junge Frau stürmt herbei und reißt Endres von dem gefährlichen Ufer zurück. Er hatte gar nicht bemerkt, wie nah er schon dem tödlich kalten Wasser gekommen ist.

Meine Güte, Endres!
Ihre tastenden Hände erkunden das Gesicht ihres kleinen Bruder, um sich zu vergewissern, dass es ihm gut geht. Dann dreht sie ihn in Richtung Haus und gibt ihm einen Schubs.

Such Decken zusammen und leg Holz nach, so viel du kannst.
Sie ist schon weiter den Fluss entlang, während sie die Anweisungen gibt. Ihre Augen suchen hektisch nach den blonden Haaren der Kleinen, dem Nesthäcken der Familie.

Kleines, …

Die dunklen Haare der jungen Frau flattern im Wind und sie streicht sie sich hektisch aus dem Gesicht.
Du muss die Arme bewegen. Beweg dich! Hörst du?

Doch als sie Danya entdeckt, ist diese schrecklich blass und ihre Lippen haben eine unheilvolle Farbe. Die blauen Augen der jungen Frau blicken sorgenvoll in den Fluss. Vorne an der Biegung, könnte sie ins Wasser steigen, dort wäre es flach genug. Noch auf dem Weg dahin, wirft sie das Wolltuch und ihr Überkleid in den Schnee. Es kostet Überwindung in das klirrend kalte Wasser zu steigen. Wie tausende Stricknadeln, die ihr in die Beine geschlagen werden, fühlt es sich an. Im ersten Moment bleibt ihr einfach die Luft weg, wie ein Faustschlag schnürt ihr die Kälte den Brustkorb zu. Die Dunkelhaarige bemerkt kaum die Tränen, welche der Schmerz ihr in die Augen treibt.

Mit zitternden Händen greift sie nach dem Kind. Sie zerrt Danya an dem Nachthemd heraus aus dem Wasser. Es ist mühsam, aber sie schafft es und dabei muss sie unaufhörlich schluchzen.
Meine Kleine, sag etwas…  So sag doch etwas.

Aber es ist nur Stille und das Knischen des Schnees zu hören.

Die junge Frau reißt Danya mit zitternden Fingern das triefend nasse Nachthemd vom Körper. Der Stoff macht ein furchtbares Geräusch, als es zerreißt. Es klingt fast wie ein Schrei. Nun verflucht sie, dass sie ihren Umhang einige Schritt weiter fallen ließ. So muss sie Danya für kostbare Augenblicke im kalten Schnee liegen lassen. Mit jedem weiteren Wimpernschlag fließt das Leben aus dem kleinen Mädchen.

So schnell sie kann, wickelt sie das Wolltuch und das Überkleid um denn leblos wirkenden Körper und beginnt ihn mit steifen Fingern zu reiben. Sie selbst kann die Kälte bis in ihre Knochen spüren. Sie ist sich sicher, dass ihr nie wieder im Leben warm werden kann.

Sie dreht Danya zur Seite und versucht ihr das Wasser aus dem Magen zu drücken. Verzweifelt wirft sie einen Blick zurück zum Haus, denn dorthin muss sie das Kind bringen. Danya ist für sie viel zu schwer, um sie so weit zu tragen. Schluchzend beugt sie sich über die Kleine.

Du darfst jetzt nicht aufgeben. Hörst du mich?

Aber Danya atmet nicht, sie scheint schon jetzt wie eingefroren. Sanft berühren die Lippen der jungen Dunkelhaarigen die des Kindes.
Mein Atem für dein Leben.“, flüstert sie und verschließt Danyas Mund mit ihrem. Heißer Atem strömt in den jungen, leblosen Körper, denn das ist die einzige Möglichkeit Wärme in ihre Schwester zu bekommen. Immer wieder haucht sie Danya Leben ein, während ihre Tränen auf das bleiche Gesicht fallen. In ihren Ohren rauscht das Blut, als wäre sie noch immer in dem Fluss Es rauscht so laut, dass sie die schnellen Schritte hinter sich nicht hört.

Karin? Enders sagte…
Der junge, hochgewachsene Mann erstarrt in seiner Bewegung, als er Danya in den Armen der gemeinsamen Schwester sieht.

Ist sie?
Es ist unmöglich für ihn, die Frage zu beenden, die Worte zu sprechen, die er nichteinmal denken kann.

In diesem Augenblick beginnt das Kind zu husten und bäumt sich auf.

Danya… Atme!
Karin sieht auf.
Fass mit an, Arndt.
Sie greift erleichtert nach der Hand ihres Bruders.
Ich bin so froh, dass du da bist.

Bringen wir unsere kleine Danya nach Hause.
Mühelos hebt der junge Mann das hustende Kind hoch.
Und dich müssen wir auch ins Warme kriegen. Deine Haare sind gefroren.

Endres und die kleine Bine stehen schon Händchen haltend vor der Haustür und starren konzentriert auf ihre Geschwister, als wenn ihre Blicke sie schneller laufen lassen könnten.

Ein kleines Wölkchen hatte die großen Nordwolken überredet, der Sonne Platz zu machen. Wärmend streichelt die Sonne nun Danyas Gesicht und das Wölkchen flüstert Danyas Namen. Auch Marina kommt zur Tür und zieht sich das Wolltuch enger um die Schultern, um sich gegen die Kälte zu schützen.

Kommt herein, oder wollt ihr euch erkälten?
Wie eine Glucke scheucht das große Mädchen die beiden anderen Kinder wieder hinein. Bevor auch sie zurück ins Haus geht, schaut sie für einen Moment besorgt auf die nahenden Umrisse vor der tief stehenden Sonne.

Was genau passiert war, konnte sie aus den wirren Erklärungen ihres kleinen Bruders, als dieser in das Haus gestürmt kam, nicht heraus hören. Doch dann hatte sie ihn in die Arme genommen und ihm beruhigend zugeflüstert. Danya war in den Fluss gefallen, das konnte sie aus dem Schluchzen entnehmen. Und aus den Augenwinkeln sah sie, wie Arndt war sofort los gerannt war, als er das hörte.

Das Feuer im Haus brennt hell und heiß und Claudia Marina will noch ein paar Decken mehr herbei holen. Dieser hinterhältige Fluss hatte schon einmal ein Opfer gefordert. Mit den selbst gestrickten Decken in der Hand verlieren sich ihre Gedanken in der Zeit. Erst das kektisches Treiben an der Tür schreckt sie auf.

Marina…“, beginnt Karin mit gebrochender Stimme.

Ist sie?
Das große Mädchen unterbricht ungeduldig ihre große Schwester und auch ihr fehlen die Worte, um die Frage zu beenden.

Die feste Stimme des jungen Mannes unterbricht die beiden Schwestern.
Nein.“

Mit großen Schritten geht er in den Wohnraum und legt Danya auf das provisorische Bett. Sein Blick ist verschlossen, er ist es nicht gewohnt seine Gefühle zu zeigen. Er zeigt mit verbissenem Gesicht auf den kleinen Stapel Holz neben dem Kamin und murmelt:
Ich geh Holz hacken.

Als er geht, lässt er zwei verdutzt blickende Schwestern im Haus zurück. Marina blickt in Karins erschöpftes Gesicht und bemerkt dann die Pfütze zu ihren Füßen.

Meine Güte, Liebes. Du bist tropfnass. Geh dich umziehen, ich kümmere mich um die Kleine.
Sie schiebt Karin in die Richtung ihres Zimmers, dann sieht sie sich suchend um. Bei all der Aufregung hat sie die anderen Kinder ganz vergessen. Endres und Bine hocken aneinander geklammert und verstört in der Ecke des Zimmers. Sie breitet die Arme aus und schluchzend stürmen die beiden auf sie zu.

Schhhh… schhhh… ist ja gut.
Sie hockt sich hin und sieht ihnen ins Gesicht. Zärtlich streichelt sie den beiden über die geröteten Wangen.
Geht zu Danya und rubbelt ihr die Haare trocken, macht ihr das für mich? Ich koch uns inzwischen einen schönen heißen Tee.

Mit Honig?“, fragen beide im Duett.

Marina nickt und ein Lächeln erhellt die kleinen Gesichter. Schnell wuseln sie hinüber zu ihrer Schwester, froh endlich helfen zu können. Marina erhebt sich müde. In der Küche stellt sie Wasser für den Tee auf das Herdfeuer. Diese Handbewegungen sind vielfach wiederholt, sie kann sie im Schlaf und ihre Gedanken haben Zeit für Tagträumereien. Für einen Moment lehnt sie sich gegen die Wand und schließt die Augen. Sie lauscht dem Geplapper der Kleinen und hört auf das Schlagen der Axt, Karins leises Weinen und das Schlagen ihres eigenen Herzens. Als sie das Blubbern des Wassers hört, holt sie noch einmal tief Atem
Steh mir bei, Mama… mach, dass sich unsere kleine Danya wieder erholt.

Auf einem großen Tablett stellt sie die dampfenden Tassen und ein wenig Gebäck. Das Rascheln des Gebäckbeutels lockt Nini hervor. Die kleine, flinke Hausmaus fiepst fröhlich und ihre Knopfaugen hängen an den buttrig, süßen Knabbereien. Schmunzelnd reicht Marina ihr einen besonders großen Krümel herunter und trägt das Tablett dann in die Stube.

Karin ist zurück und sie streichelt Danyas Kopf, der in ihrem Schoß liegt.

Bine hat Danyas Lieblingspuppe aus dem Schlafzimmer der Kinder geholt.
Eine kleine Stoffpuppe mit großen weißen Flügeln, weshalb sie von Danya „Flügelchen“ genannt wurde. Im Sommer war sie immer mit ihr über die Wiesen gewirbelt. Nini war schon vor geeilt und krabbelt gerade an dem Deckenhaufen hinauf. Das kluge Hausmäuschen trippelt hektisch zu dem roten Gesicht Danyas und rubbelt die kleine Schnauze an ihrer Wange. „Fiiieps“, betroffen rollt sich Bini auf der sich kaum bewegenden Brust zusammen.

Marina stellt das Tablett ab und gibt jedem eine heiße, süße Tasse Tee. Schweigend legt sie ihrer großen Schwester die Hand auf die Schulter. Beide lächeln sich aufmunternd zu. Während Karin dem fiebrigen Kind immer wieder über die Stirn streichelt, legt ihr Marina eine ihrer selbst gestrickten Decke über die Schulter. Die hatte Mutter noch mit ihr zusammen gestrickt. Beide an verschiedenen Seiten und immer wenn sie sich in der Mitte trafen, hatten sie die Nasen aneinander gerieben und fröhlich gelacht. Marinas Kichern scheucht Karin aus düsteren Gedanken auf.
Woran denkst du? Ich glaube, ich könnte auch ein wenig Frohsinn gebrauchen.

Marina streichelt mit den Fingerspitzen über die weiche, braune Wolldecke.
„Ich dachte an Mama und wie viel wir gelacht haben, als wir diese Decke zusammen strickten.“

Eine schöne Erinnerung.
Beide nicken, das Lächeln auf ihren Gesichtern schon etwas tiefer. Karin widmet sich wieder der kleinen Danya und Marina nimmt den Geschwistern Endres und Kubine die Tassen aus den Händen. Beide liegen zusammen gerollt, wie die Ninimaus, neben Danya und schnarchen ganz ganz leise, auch genau so wie die Ninimaus. Sie sind so zerbrechlich und so voller Leben.

Marina holt noch ein paar Decken. Wie gut, dass sie so gerne strickt. Und Arndt hatte sie immer belächelt, wenn sie an dunklen Winterabenden am Kamin gesessen hatte und neben dem Knistern des Feuers nur noch das Klappern der Stricknadeln zu hören war.

Arndt!“, murmelt das Mädchen. Schnell deckt sie ihre jüngeren Geschwister zu und nimmt eine Tasse in die Hand. Eine Decke und warmer Tee würde auch dem großen Bruder gut tun, findet sie.

Karin sieht ihrer Schwester hinter her. Ihre Stimme ist leise und zärtlich, wie ihre Hand, die immer wieder die heiße Stirn kühlt.
Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon. Das hat Mutter immer gesagt, wenn einer von uns Kindern weinend zu ihr gelaufen kam, weil wir uns das Knie aufgeschlagen hatten oder Bauchschmerzen uns plagten. Dann küsste sie ganz sacht die schlimme Stelle und erzählte uns von Engeln, die über uns wachen und unsere Sorgen Stück für Stück aus unseren Herzen heraus holen. Sie binden sie an Federn ihrer Flügel und dann fliegen die Sorgen davon. Um so größer die Sorge, um so länger dauert es, aber Engel werden niemals müde und irgendwann kann man dann wieder lachen.“

Karin grübelt kurz, dann beginnt sie das alte Kinderlied zu singen, dass ihre Mutter immer mit ihnen gesungen hatte, damit sie zu weinen aufhörten. Es klappte jedes Mal.

„Engel Flügel schlagen leise,

klingen wie die schönste Weise.

streicheln sanft sie dein Gesicht,

mögen sie doch Tränen nicht.

Niemals sind die Engel weit,

schenken dir bald schöne Zeit.“

Karin lacht. Es war so lange her, dass sie dieses Lied gesungen hat.

Ein Flüstern erregt ihr Aufmerksamkeit. Danya bewegt die Lippen und kaum hörbar haucht sie den Refrain des Kinderliedes:
Danya hat die Augen aufgeschlagen.

„Mit den Flügeln der Zeit

fliegt die Traurigkeit davon.“

~~~

Copyright © 2009 by Simone Wilhelmy

Quelle Bilder: Chanelorn
Danke dir :)

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Aveleen Avide – interviewt von Iris Gasper und Preisrätsel: 1x “Purpurne Lust” und eine handsignierte Autorenkarte zu gewinnen!

Erstellt von Galaxykarl am 24. Januar 2012

Interview mit Aveleen Avide

sfbasar: Liebe Aveleen, zunächst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview nimmst. Ich finde es toll wie offen und locker du Kontakt zu deinen Leserinnen und Lesern pflegst. Das führt mich auch zu meiner einleitenden Frage. Du hast ja einen eigenen Blog und interviewst auch ganz viele deiner Autorenkolleginnen und –kollegen. Wie viel Zeit investierst du in deinen Blog, in soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter und überhaupt in den Kontakt zum Leser und wie viel Freude oder vielleicht manchmal auch Ärger beschert dir das?

Aveleen Avide: Ich freue mich, dass du mich interviewst (lächelt). Und mir ist tatsächlich der direkte Kontakt zu meinen Leserinnen und Lesern sehr wichtig. Wie viel ich in sozialen Netzwerken unterwegs bin, kann ich gar nicht genau feststellen. Da kommen aber mindestens 3 Stunden die Woche, eher mehr zusammen. Allerdings, seit mein iPhone-App verschlimmbessert wurde, bin ich weniger in Facebook unterwegs, da es nervt, dass der App so unhandlich und lahm geworden ist. Mein Blog, das dürfte wöchentlich zwischen zwei bis zehn Stunden sein. Eher zehn Stunden, wenn ich zusätzlich über Lesungen berichte und eher zwei Stunden, wenn ich „nur“ ein Interview online stelle. Ärger hatte ich bisher Gott sei Dank herzlich wenig. Ein paar Neider wollten Kommentare auf meinem Blog hinterlassen, ein paar unerfreuliche Mails, aber das ist mehr als verschwindend gering, sozusagen kaum der Rede wert.

sfbasar: Erotische Literatur ist ja ein ganz besonderes Genre für das sich auch nicht jeder, der gerne Bücher liest, erwärmen kann. Wie würdest du solchen Menschen deine Bücher und ihre Inhalte schmackhaft machen wollen?

Aveleen Avide: Wer z.B. gerne Liebesromane liest und in den Liebesromanen zu wenig erotische Liebesszenen findet, hier geht es in meinen erotischen Geschichten weiter. Hier gibt es – jedenfalls in den Büchern, die ich schreibe oder auch bei vielen Büchern, die meine Kolleginnen schreiben – viel Lust, viele erotische Sexszenen und eine Rahmenhandlung dazu, die mal mehr und mal weniger Platz einnimmt. Ich schreibe aber nicht nur Liebesroman-Erotik, ich schreibe auch Geschichten, in denen ich die Leser mit der Art, wie die Erotik zu Stande kommt, mit der Art der Location überraschen.

sfbasar:
Erotik, das ist ein Thema was Männer und Frauen sicherlich mit ganz anderen Augen betrachten. Wie würdest du persönlich da deine Bücher „Seidene Küsse“, „Samtene Nächte“ und „Purpurne Lust“ einordnen. Sind sie mehr für den Mann oder mehr für die Frau bestimmt?

Aveleen Avide: Schwierige Frage. „Seidene Küsse“ kam bei Heyne raus und dort waren die Erotikszenen sehr kurz. Ich war deshalb mehr als überrascht, wie viele Männer trotzdem dieses Buch gelesen haben. Zuschriften für all meine Bücher bekomme ich mehr von Männern als von Frauen. Da ich ja selbst keine Auswertung der Verkäufe nach Gebieten und falls es das gibt, nach Geschlecht bekomme, deshalb ist es sicher nur ein subjektives Empfinden meinerseits. Da ich mich sehr mit dem Thema Erotik auseinandergesetzt habe, würde ich sagen, dass sowohl Geschichten für Männer als auch für Frauen in meinen Büchern zu finden sind und das versuche ich erst einmal weiterhin so zu halten. So sind zwei Frauen der Traum vieler Männer – natürlich nicht aller, aber es ist eine geliebte Männerphantasie. Was mir oft von Männern gesagt wird: „Es ist so spannend, dass man in deinen Büchern erfährt, wie Frauen das sehen und was Frauen wollen.“ Selbst in Men‘s Health im Onlineartikel „Was Frauen sich wirklich wünschen“, wurde mein Band mit erotischen Kurzgeschichten „Samtene Nächte“ als Tipp genannt. Also sind meine Bücher, aus den verschiedensten Gründen definitiv auch Bücher für Männer.

sfbasar: Viele Menschen denken ja, dass Autoren von ihren Büchern leben können. Oft ist das aber nicht der Fall. Gehst du noch anderen Tätigkeiten nach und willst deinen Lesern darüber etwas verraten?

Aveleen Avide: Ich werde zwar nicht verraten, wo ich arbeite, aber was ich arbeite, das muss ich nicht geheim halten. (lächelt). Ich habe noch fünf Tage die Woche einen 20-25-Stunden-Job auf selbständiger Basis im Büro und dann noch pro Woche einmal einen 4-Stunden-Job, ebenfalls auf selbständiger Basis und auch im Büro. Meist fange ich bei meinem ca. 20-Stunden-Job um acht Uhr an, aber ich kann auch erst am Nachmittag arbeiten, um zehn Uhr anfangen, ganz, wie es mir beliebt, ausgenommen, ich habe dort geschäftliche Termine wahrzunehmen. Das hat natürlich für mich als Autorin viele Vorteile. Vor allem, wenn ich einen zusätzlichen Job suche, dann kann ich diesen arbeitszeitmäßig annehmen, egal, wie es zeitlich gewünscht wird. Da habe ich sehr großes Glück. Ab und an bekomme ich noch Aufträge, die mit meinen Internetaktivitäten zu tun haben. Leider kann ich noch nicht vom Schreiben leben. Ich bin aber schon sehr glücklich, dass ich tolle Kunden in meinem Bürojob habe und dass diese Arbeiten sehr abwechslungsreich sind.

sfbasar: Wie stelle ich mir überhaupt einen Tag im Leben der Autorin Aveleen Avide vor?

Aveleen Avide: Ich bin eine Phasenschreiberin. Das heißt, ich schreibe nicht kontinuierlich das ganze Jahr durch. Allerdings schreibe ich kontinuierlich, sobald ich ein Buch zu schreiben begonnen habe. Ich brauche immer ein paar Wochen, in denen ich regelmäßig Zeit zu schreiben habe, danach kann ich auch mal hier eine Stunde und da eine Stunde am Tag schreiben. Ich muss morgens geschrieben haben, damit ich abends wieder schreibe. Oder aber ich muss an einer erotischen Stelle sein, dann kann ich sogar abends schreiben, auch wenn ich morgens nichts geschrieben habe. Denn ich liebe die erotischen Sexszenen. Hört sich das jetzt kompliziert an? (Augenzwinkern).
Derzeit schreibe ich an einem Buch, also schreibe ich kontinuierlich. Ich habe auch eine schöne Anfangsphase, denn innerhalb von sechs Wochen, fährt mein 4-Stunden-Nachmittags-Job fünf Wochen in den Urlaub und ich arbeite in dieser Zeit dort nachmittags nicht. Diese Zeit nutze ich, um mich einzuschreiben und mich zu disziplinieren. Ich kann auch sehr oft nicht gut durchschlafen, bin dann schon um ca. vier Uhr dreißig auf, dann schreibe ich bis ca. sieben/sieben Uhr dreißig, danach gehe ich in die Arbeit. Da ich nachmittags um ein/zwei Uhr einen langen Arbeitstag hinter mir habe, mache ich eine lange Pause bis ca. siebzehn Uhr dreißig und dann schreibe ich weiter oder ich bereite Interviews vor, beantworte überfällige E-Mails, Schreibe Texte für meine Webseite oder meinen Blog usw. Wenn ich an einem Buch schreibe, so wie jetzt, gehe ich höchstens zwei Mal die Woche aus.
Auch wenn mir schreiben Spaß macht, so ist es bei mir doch mit sehr viel Disziplin verbunden. Da ich eine Leseratte bin, viele Ideen für meinen Blog und meine Homepage habe, auch gerne fern sehe und gerne ausgehe, brauche ich wirklich Disziplin, denn ich muss, wenn ich an einem Buch schreibe, drastisch all meine anderen Aktivitäten reduzieren, die ich auch sehr gerne mache. Aber um des Schreibens Willen halt dann sein lasse oder eben auf ein äußerstes Minimum reduziere. Ich habe keine Zeit zu schreiben gibt es also bei mir nicht. Aber für Sport bleibt keine Zeit und darauf zu verzichten fällt mir nun gar nicht schwer.

sfbasar: Die Ideen für deine erotischen Kurzgeschichten nimmst du sicherlich irgendwoher. Was inspiriert dich dabei? Sind es eigene Erfahrungen? Eigene Wünsche? Bestimmt Orte, die du toll findest?

Aveleen Avide: Ich würde nur zu gerne sagen, es sind die Charaktere, es sind die Protagonisten, mir drängt sich eine Geschichte förmlich auf, aber so ist es nicht. Mich inspirieren tatsächlich Orte. Ich habe einen fantastischen Ort gesehen und das bringt mein Kopfkino zum Laufen, sehr langsam, aber eben zum Laufen. In ganz seltenen Fällen, passiert jemanden etwas und ich denke, wow!, geile Idee. Also nicht dass du jetzt denkst, ich meine erotische Momente. Da ist meist nichts dabei, was ich mir nicht schon selbst ausgedacht oder was es so nicht schon gegeben hätte.
Beispiel für eine Idee zu einer meiner Geschichten: In dem Haus, in dem ich wohne, lebt eine Freundin von mir und zwei ehemalige Kolleginnen. Zufällig, wie ich auch noch betonen möchte. Kollegin – ich nenne sie mal A und B – haben normalerweise gegenseitig den Schlüssel. Da aber einige Wochen vorher Kollegin B im Urlaub war, hat mir Kollegin A ihren Schlüssel gegeben. Kollegin B hat einen Mitbewohner und der hatte seine Freundin zu Besuch, brach aber ganz in der Frühe nach Hamburg auf und hat, so wie er es gewohnt war, genau, die Wohnung abgeschlossen, nachdem seine Mitbewohnerin schon in die Berge unterwegs war. Kollegin A und B fuhren an diesem morgen gemeinsam in die Berge. Ups! Die Freundin des Mitbewohners war eingesperrt in der Wohnung B und vor dem Abend wäre niemand an diesem Werktag zurück gekommen. Ich bekam einen Anruf von meinen ehemaligen Kolleginnen. Ob ich wohl mit meinem Schlüssel Wohnung A aufschließen, dort den Schlüssel für Wohnung B holen und die Dame in die Freiheit entlassen könnte.
Eingeschlossen! Das hat bei mir Klick gemacht. Ausschließen, das hört man ja sehr oft (ist mir in 20 Jahren auch erst 3 Mal passiert), aber einschließen! Das fand ich klasse! Mir war sofort klar, das wird eine Geschichte. Ich musste also „nur“ überlegen, wie bekomme ich einen Mann und eine Frau in die gleiche Wohnung und warum werden sie eingeschlossen? Diese Geschichte gibt es nun in „Samtene Nächte“.

sfbasar: Kannst du dir vorstellen etwas in einem ganz anderen Genre zu schreiben und in welche Richtung würde das eventuell gehen?

Aveleen Avide: Aber ja, klar kann ich mir das vorstellen. Am liebsten würde ich einen Serienmörderkrimi schreiben oder einen Liebesroman. Allerdings muss ich dazu zusätzliche Zeit freischaufeln und das habe ich noch nicht geschafft. Deshalb bleibe ich erst einmal bei erotischen Kurzgeschichten. Die mir, wie ich zugeben muss, auch riesigen Spaß machen.

sfbasar: Wie sieht es denn bei dir selbst so mit Erotik und mehr aus? Ist dir der Märchenprinz schon über den Weg gelaufen?

Aveleen Avide: Ah, du meinst den tollen, gut aussehenden Mann, der auf einem weißen Schimmel angeritten kommt? Bisher ist noch keiner an mir vorbeigeritten. Wohl auch etwas schwierig in München. Ich habe mir aber auch sagen lassen, dass ein Märchenprinz nicht so leicht herfindet. Vielleicht braucht es dazu einen besonderen Navi?  Oder eine eigene App?
Aus eigener Erfahrung weiß ich, die Märchenprinzen in meinem Alter haben schon ihre Prinzessin gefunden oder sich gerade getrennt und wollen sich deshalb erst einmal „die Hörner abstoßen“, oder sollte ich sagen, ein paar Runden durch den Park reiten? Das stört mich aber auch nicht. Ich meine, dass es in meinem Leben keinen Märchenprinzen gibt. Wobei mir ein Mann aus Fleisch und Blut sowieso lieber wäre. Egal ob mit oder ohne Pferd. Mein Leben ist dermaßen ausgefüllt, dass ich derzeit keinen Märchenprinzen vermisse. Erotik – ich genieße und schweige.

sfbasar: Es wäre schön, wenn du vielleicht selbst eine Frage hättest, die du schon immer gerne jemandem beantworten wolltest, die dir aber noch nie jemand gestellt hat. Dann übernehme das doch an dieser Stelle selbst und gib dir sofort die Antwort auf die Frage.

Aveleen Avide: Da gibt es tatsächlich eine Frage. Die Frage könnte in etwa lauten: Kann man in deinen Büchern auch etwas lernen? Wie schon gesagt, in Men‘s Health wurde mein Buch als Tipp genannt für „Was Frauen sich wirklich wünschen.“ Aber das ist nicht alles. Ich sehe mir alle Sendungen an über Zwischenmenschliches, neue Erkenntnisse über alles was mit Sex zu tun hat und mit der Psyche zur Sexualität. Ich finde dies ist ein unglaublich spannendes Feld, gerade für mich als Erotikautorin. Nicht, dass ich die Protagonistinnen jetzt etwas erklären lassen würde. Manchmal kommt es vor, dass eine Protagonistin plötzlich und unerwartet eine Äußerung macht und ich dann denke, oh, dazu habe ich doch etwas gesehen, gelesen oder gehört, dann kann ich es mit in ihren Charakter einfließen lassen, ohne, dass es erklärend wirkt.
Wobei der „Lernfaktor“ natürlich nur ein Zusatznutzen ist. In erster Linie will ich, dass Männern und Frauen mächtig heiß wird, wenn sie meine erotischen Bücher lesen. Sie sind auch geeignet, sie zu Zweit zu lesen, habe ich mir schon des Öfteren sagen lassen. Sie fördern also das Zwischenmenschliche.

sfbasar: Was sind für dich die erotischsten Orte auf der Welt und wo verbringst du selbst deinen Urlaub am allerliebsten?

Aveleen Avide: Ich muss gestehen, nach den erotischsten Orten der Welt habe ich noch gar nicht gesucht. Gute Idee! Aber gibt es das? Ich meine jetzt außerhalb von Swingerclubs und entsprechenden Foren? Ich selbst liebe die Wärme und da es in München an meinen freien Tagen meist kalt ist oder regnet oder beides, auch deshalb sehne ich mich nach Wärme.
Dies ist das erste Kriterium nach dem ich mir den Urlaubsort aussuche. Außerdem fahre ich gerne weiter weg, da ich mir denke, im Alter kann ich dann in der Nähe Urlaub machen. Ich liebe Städtereisen, die vielleicht auch noch am Meer liegen. Ich liebe Sonne, das Meer, gutes Essen, Seitengässchen, in die keine Touristen vordringen, Lokale, in denen einheimisches Essen serviert wird, Bars, in die auch Einheimische gehen. Für mich waren meine bisher nachhaltigsten Urlaube New York (2000, da gab es das World Trade Center noch), Florida (von Orlando – schrecklich – bis runter zu den Keys, traumhaft), Barcelona und Santorini. Wahrscheinlich, weil ich dort so unglaublich tolle Dinge erlebt und auch gesehen habe. Die Locations in Florida in meinem Buch „Purpurne Lust“ habe ich fast alle selbst gesehen, allerdings diese Abenteuer habe ich nicht erlebt, die sind meiner Phantasie entsprungen.

sfbasar: Ach und da fällt mir noch etwas ein. Aveleen Avide, das hört sich schon so schön erotisch an. Wie kommt man auf einen solchen Namen?

Aveleen Avide: Ich liebe diesen Namen, schon vom ersten Moment an. Ich habe zwei Wochen recherchiert, welcher Name zu mir und zu meinen Büchern passen könnte und das Wichtigste: Ich wollte mich damit identifizieren können, hatte aber noch viele andere Ansprüche an den Namen, den ich wählen wollte. Diesen Namen habe ich gefunden. Es freut mich, dass ich die richtige Wahl getroffen habe und dass Aveleen Avide als erotischer Name wahrgenommen wird.

sfbasar: Zum Abschluss möchte ich dich bitten, die folgenden Satzanfänge zu ergänzen:

Buchstaben sind … der Beginn für Sätze.
Worte sind … der Beginn für Geschichten.
Bücher sind … zum Träumen, zum Lieben, zum Abenteuer erleben, zum Reisen in ferne Galaxien, sie sind der Stoff aus dem die Träume sind. Und was gibt es Schöneres und Befriedigenderes für einen Autor, als wenn er unter sein Buch „Ende“ tippen kann oder wenn die Leser auf ihn zu kommen und sagen: „Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen“…

Aveleen Avide: Liebe Iris, vielen Dank für die Fragen. Es hat mir Spaß gemacht, sie zu beantworten.

sfbasar: Liebe Aveleen, auch ich danke für die Möglichkeit dich interviewen zu dürfen und deine umfangreichen und tollen Antworten

Copyright © 2012 by Aveleen Avide und Iris Gasper

Zur Rezension von Purpurne Lust

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Weitere Bücher der Autorin:

Seidene Küsse
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Samtene Nächte
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Weitere Infos über die Autorin:
www.aveleen-avide.com
www.aveleen-avide.blog.de

Preisrätsel 1  Exemplar von Purpurne Lust: Wer  dieses Exemplare zusammen mit einer handsignierten Autorenkarte erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Welche Farbe kommt in einem Romantitel der Autorin vor? (Die Antwort ist im Interview zu finden!) Sobald 100 Mails eingetroffen sind, werden daraus  die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen!

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Evolution. – Menschheitsgeschichten”

Erstellt von Felis Breitendorf am 23. Januar 2012

“Evolution. – Menschheitsgeschichten”

sfbasar.de-Anthologie Band 7

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Freunde, liebe Besucher und liebe Leser: Heute gibt es wieder einen neuen Beitrag in unserer Anthologie, die nach und nach mit immer weiteren Beiträgen und Kurzgeschichten unserer Autoren gefüllt werden soll, die den Themenschwerpunkt “Evolution. – Menschheitsgeschichten” beinhalten. Dabei geht es nicht so sehr darum in eine bestimmte Kerbe zu hauen, sondern es geht um Vielfalt, darum, was uns diese Themen alles bieten können. “Evolution. – Menschheitsgeschichten” meint Geschichten/Beiträge, die unser Leben als gesamte Menschheit betreffen oder die Entwicklung von einzelnen Menschen, durch die sie verändert, weiterentwickelt oder auch in die Irre gelenkt wurden. Gemeint ist die Entwicklung unserer Art aber nicht nur in technischer oder biologischer Hinsicht, sondern auch in gesellschaftlicher oder politischer Weise ..

Menschheitsgeschichten sind aber auch banale Geschehnisse, die einen Einfluss auf unsere Lebensart und Lebensform beinhalten. Dazu gehören Veränderungen, die in schneller sowie in ganz langsamer Form das Menschsein verändern oder verändert haben. Viele Ideen lassen sich hier verwirklichen, vieles passt dann auch sicherlich in diese Anthologie, von dem man erstmal nicht ausgehen dürfte. Diese Anthologie soll jedenfalls offenstehen für Beiträge, Geschichte, Artikel, Leseproben und auch anderen Formen der Literatur. Dabei sehe ich die Grenzen eher fließend zu anderen Themen. Ich werde also sehr großzügig mit der Beurteilung sein, ob eine Story hier hineinpasst oder vielleicht doch nicht so ganz. Habt Mut und bietet mir Eure Geschichten an, von denen Ihr meint, dass sie das Menschsein betreffen und/oder dass Aspekte der Evolution angesprochen werden, die uns Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ausmachen oder ausmachen werden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Evolution. – Menschheitsgeschichten” sprechen; der neueste Beitrag ist übrigens wieder rot gekennzeichnet:

AUFERSTANDEN (Leseprobe zu:) DER FÜRST DER SKORPIONE – Science Fiction-Roman von Marcus Hammerschmitt

DAS GOLDENE LICHT DES EWIGEN LEBENS – Science-Fiction-Story von Werner Karl

DAS SPÄTE ERBE DER ROTEN KHMER – ein Science Fiction-Szenarium von Felis Breitendorf

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER BIDJOGOS – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

DER SCHÖPFUNGSMYTHOS DER TUPARI – eine mündliche Überlieferung, interpretiert und wiedergegeben von Detlef Hedderich

DIE BLASE – eine Fantasy-Kurzgeschichte von Cameo Flush

DIE LOKOMOTIVE (Leseprobe:) Auftrag – Eine Erzählung von Marcus Hammerschmitt

HERRSCHAFT DER ALTEN – Zukunftsroman von Alfred Bekker (Leseprobe)

MAGIE – Leseprobe von Susan Ott

NEU – NEWROPA – Science Fiction Roman von Michael Pick (Leseprobe)

ZURÜCK AUF ANFANG – Science-Fiction-Story von Werner Karl

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Felis Breitendorf

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (Evolution2.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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