Erstellt von Galaxykarl am 30. Mai 2010
Gabriele Diechler, in Köln geboren, lebt nun mit ihrer Familie in Österreich in Seewalchen am Attersee
Persönliches:
Sie fragen nach meinen Wünschen, Träumen und Inspirationen.
Nun ja, dazu sage ich gerne etwas. Ich interessiere mich schon seit vielen Jahren für Quantenphysik, schwimme liebend gern in Seen, bin gern übermütig, esse – viel zu oft – Valrhona Schokolade (meine Lieblingsmarke) und koche sehr gern in meiner Küche mit Seeblick, da kann ich Kraft tanken. Ich schätze den Aufenthalt in der Natur, die Stille im Wald und im Wasser. Und dazwischen mache ich die Stadt unsicher, denn ich schaue mir mit großer Freude Kunst an (Malerei und Bildhauerei). Meine Lieblingsmaler sind Gerhard Richter, Arik Bauer und Eda Kadiric.
Als wichtigstes Thema empfinde ich die Liebe, sowohl privat, als auch beruflich. Ich trete sehr gern für die Liebe ein. Damit meine ich das wahre Wesen der Liebe, das ich auch immer wieder in meinen Büchern anklingen lasse. Liebe, die nicht urteilt, die Menschen verbindet und zeigt, dass es das Alleins gibt. Ich beobachte häufig die so genannte Liebe zwischen Mann und Frau. Doch hinter dem, was wir allgemein als Liebe bezeichnen und was viel eher Besitzanspruch ist, wartet die wahre, tiefe Liebe auf uns, die uns die Glückseligkeit nahe bringt und uns zeigt, wie groß, wie wahr der Mensch wirklich ist.
Zeitstrahl:
- 15.12.1961 in Köln geboren
- 1980 Fachhochschulreife und Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin, zusätzlich Ausbildungen zur Versicherungskauffrau und Ernährungsberaterin
- ab 1996 Arbeit als Werbetexterin und Dramaturgin für Filmproduktionsfirmen (Satel-Film, Lisa-Film, ORF usw.)
- seit 1997 Arbeit als freie Drehbuchautorin (Mitglied im Verband deutscher Drehbuchautoren)
- 1999 „Seitensprung ins Glück“ für Lisa-Film, Wien, im Auftrag von ARD/Degeto, mit Michael Roll, Claudine Wilde, Herbert Schafmeister, Klausjürgen Wussow, Ausstrahlung 1.12.2000, 20 Uhr 15
- 2001, Kinderkrimi: „Arina & Rick tappen im Dunkeln“, erschienen im G & G Verlag, Wien, präsentiert mit Barbara Wussow in Wien, Prädikat: empfehlenswert (ausgezeichnet vom Bayerischen Jugendschriftenausschuss)
- 2002, „Arina & Rick in geheimer Mission“, erschienen im G & G Verlag, Wien, präsentiert auf der Leipziger Buchmesse
- 2002 „Auch Erben will gelernt sein“ für Graf-Film, im Auftrag von ARD/Degeto mit Hardy Krüger jun., Elmar Wepper, Michaela May, Marion Mitterhammer, Heinrich Schafmeister, Judy Winter, Barbara Schöne, Ausstrahlung 21.5.2003, 20 Uhr 15
- 2003 „Arina & Rick auf heißer Spur“, dritter Kinderkrimi, Präsentation auf der Leipziger Buchmesse
- 2003 Einladung zum BR, Auftritt in zwei Sendungen des „Schlawiner-Club“, als Autorin von „Arina & Rick“
- 2005 „Der Arzt vom Wörthersee“- Teil 1, für Graf-Film, im Auftrag von ARD/Degeto und ORF, mit Ulrich Reinthaller, Lara Joy Körner, Heinz Hoenig, Heio von Stetten, Wolfgang Fierek, Ausstrahlung 17. März 2006, 20 Uhr 15
- 2006 „Der Arzt vom Wörthersee“ – Teil 2, Schatten im Paradies, für Graf-Film, im Auftrag von ARD/Degeto und ORF, mit Ulrich Reinthaller, Lara Joy Körner, Heinz Hoenig, Heio von Stetten, Wolfgang Fierek, Ausstrahlung 02. März 2007, 20 Uhr 15
- 2007 „Prinzessin Lustig“, Kinderbuch für G & G – Verlag, Wien
- 2007 Pias neue Freundin (Beitrag in der Anthologie: Prinzessin gesucht!, erschienen im G & G-Verlag)
- 2007 „Der Arzt vom Wörthersee“ – Teil 3, Ein Wink des Himmels, Ausstrahlung Ostersonntag, 23. März 2008, ARD und ORF 2 sowie
- 2007 „Der Arzt vom Wörthersee“ – Teil 4, Ein Rezept für die Liebe, (Hauptrollen wie gehabt, neu: Erwin Steinhauer, Harald Serafin, Hary Prinz u. a, beide für Graf-Film, Klagenfurt, für ARD/Degeto und ORF, Ausstrahlung Freitag, 10. Oktober 2008, 20 Uhr 15, ARD und ORF 2
- 2007: Drehbuchentwicklung „Weil es mich nur einmal gibt“ (über Luttenberger/Klug), Kinofilm für Epo-Film, Wien
- 2008 „Die Knallfrösche“- Band 1 (Freundinnen auf den zweiten Blick) für den G & G-Verlag, Wien, erschienen Frühjahr 2008
- 2008 „Die Knallfrösche“ – Band 2 (Volle Fahrt für Michi) für den G & G-Verlag, Wien, erschienen Frühjahr 2009
- 2008 „Liebesbrief & Sommerküsse“, G & G-Verlag, Wien, erschienen im Juli 2009
- „Engpass“ – Kriminalroman, erschienen im Februar 2010 im Gmeiner-Verlag, Deutschland
- 2009 Auftragsarbeiten: „Ein Sach-Comic-Lesebuch: Dinosaurier“, für den G & G-Verlag, erschienen im März 2010
- 2009 „Geister ahoi!“, Märchenbuch für Groß und Klein, Auftragsarbeit für die Ship-Austria (Vereinigung österreichischer Schifffahrtsunternehmen), käuflich auf den Schiffen, präsentiert im April 2010, gemeinsam mit ZDF-Traumschiff-Kapitän Siegfried Rauch
- 2009 Lilly Schönauer:„Liebe außer Konkurrenz“, Filmentwicklung für Graf-Film/Bavaria
- 2010 „Glaub mir, es muss Liebe sein“, Roman für den Gmeiner-Verlag, erscheint im Juli 2010
- 2010 „Verwerfungen“ (AT), Kriminalroman für den Gmeiner-Verlag, erscheint im Februar 2011
- 2010 „Himmelsstürme: Liebe kennt kein Gestern“, Teil 1 einer Trilogie (liegt bei der Agentur)
- 2010 „Mitten ins Herz“ (AT), Mädchenbuch ab 10, für arsEdition, München, erscheint im Herbst 2011
- Seit 2010 Mitglied im „Syndikat“, Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur
- Ferner zahlreiche Filmentwicklungen für deutsche und österreichische Produzenten
(unvollständige) Bibliographie:
Arina und Rick tappen im Dunkeln, Band 1, ISBN 978-3-7074-0110-3
Arina und Rick in geheimer Mission, Band 2, ISBN 978-3-7074-0128-8
Arina und Rick auf heisser Spur, Band 3; ISBN 978-3-7074-0156-1
Engpass, ISBN 978-3-8392-1042-0
Glaub mir, es muss Liebe sein, ISBN 978-3-8392-1107-6
Aktuelle Buchprojekte:
- „Die Magie der Sprache“ (Sachbuch), in Vorbereitung
- „Bliss“ (Psychothriller), in Vorbereitung
- „Zum Frühstück bei Gott“ (Roman), in Vorbereitung
- „Glaub mir, es muss Liebe sein“(Roman)
Leseprobe:
Auszug aus dem Roman:
„Glaub mir, es muss Liebe sein“
Ein spöttisches Lächeln umspielte seinen Mund, als er mich hineinbat. Ich ging durch den schmalen Flur ins Wohnzimmer. Der Erker mit den ewig heruntergelassenen Jalousien wirkte noch trauriger als beim letzten Mal. Wir waren in einer künstlichen Dämmerwelt eingeschlossen. In sein schlaffes Gesicht war Gier für die Ewigkeit gemeißelt. Das sah ich plötzlich ganz deutlich. Auf dem Tisch standen eine verchromte Thermoskanne mit Kaffee und eine Schale mit Zimtsternen. Zimtsterne im Oktober. Wahrscheinlich war ich hier so fehl am Platz wie das Gebäck.
Er erzählte, dass er überall schreibe. Im Auto, auf dem Flughafen, im Zug, in einer Diskussionspause, ja sogar im Parlament. Er schrieb seine Geschichten auf rechteckige Kärtchen, die er ins Jackett steckte. Sein Leben sei ein Haufen Short Storys. Manchmal verdreckt, manchmal verklebt, dazwischen geil und schräg und falsch, dann wieder richtig, viel zu richtig. „Die haben überall Platz und sind ungemein praktisch“, meinte er. Mit akkurater Minihandschrift bannte er seine Fantasie, vermischt mit seinem verqueren Leben auf Rechtecke. Zeile um Zeile holte er sein Innerstes hervor und teilte es diesen Karten mit.
Er las mir die Geschichte zweier Fremder vor, die sich am Flughafen begegneten. Ein Mann stieß mit einer Frau zusammen und so wurden sie aufeinander aufmerksam. Während sie voreinander standen, das Gepäck zwischen sich, überkam sie ein seltsames Gefühl, als wären sie einander bereits früher irgendwo über den Weg gelaufen. Es ist der Bruchteil einer Sekunde, den man als real registriert, ohne bewusst darüber nachzudenken. Die Geschichte war raffiniert aufgebaut. Die Handlung spielte auf zwei Ebenen. Das angehende Liebespaar kannte sich aus einem früheren Leben. Im Flugzeug nebeneinandersitzend, ahnten sie etwas von Nähe und Intimität und so weichten sie die aufgesetzte Distanz viel fliegender Erfolgsmenschen auf, die es mit einem kostenlosen Lächeln versuchen.
Ich merkte, wie er mich mit dieser Geschichte, Wort für Wort, in seinen Bann zog. Seine Stimme klang monoton und sonor, hob nichts hervor, ließ nichts unerwähnt. Gleichmäßig begleitete er das Liebespaar mit seiner Sprache, entführte mich gedanklich zum Flughafen, schließlich hinein in die Maschine, bis in die vorderste Sitzreihe, neben einen Mann, den ich noch vor wenigen Minuten als Fremden hätte bezeichnen müssen. Nach fünf weiteren Minuten sah ich den Fremden vor meinen geistigen Augen die fiktive Handlung nach vorne treiben, sah ihn die Fremde neben sich umgarnen, betören, verspielt erobern. Sein Bein stieß, nicht ganz zufällig, an ihres. Seine Stirn überzog sich mit Schweißperlen, fett aussehenden klebrigen Ausdünstungen.
Sein Blick rammte sich, durchaus gefühlvoll zwischendurch, aber gezielt in ihren. Und ihr Dekolleté spielte alle Stücke. Und während diese Geschichte, Rechteckseite um Rechteckseite an Tempo gewann, während zwei Fremde sich als angebliche Bekannte wiederzuentdecken versuchten, während meine Augen mit denen dieser Frau in Konkurrenz traten, wurde er zu diesem Fremden, löste sich seine Sprache von seinem Körper, trug das ausgesprochene Wort ihn hinaus, wie über einen Fluss ans andere Ufer und gesellte sich zu dieser ausgedachten Figur eines Mannes, der im Flieger neben einer schönen Frau sitzt.
Irgendwann war seine Geschichte zu Ende, war – mit einem angedeuteten Kuss, der erbärmlich selbstgefällig aber irgendwie auch rührend wirkte -, auf seinen Lippen zum Stillstand gekommen. Er legte die Karten beiseite und nahm stattdessen meine Hand. Mit seinem weichen, patschigen Daumen fuhr er meine Lebenslinie entlang und sah schließlich theatralisch seufzend auf.
„Ich war lange im diplomatischen Dienst in Asien.“
Anstatt näher auf das Gesagte einzugehen, betrachtete er erneut meine Hand, als sei ich aussätzig oder aus purem Gold, irgendwas von beidem, nickte hier und da, schüttelte dann den Kopf, sagte aber nichts mehr. Sein Gesichtsausdruck wirkte undurchdringlich. Mit seinen Augen konnte ich nichts anfangen. Es stand nichts darin geschrieben, das ich hätte entziffern können. Bis auf die Gier. Entweder war er der geborene Verführer, oder so unangreifbar, dass es schon gespenstisch wirkte. Ein Mann, der nichts von sich preisgab, außer seinen Geschichten. Nach längerem Schweigen erzählte er vom Essen beim polnischen Botschafter. Meinetwegen habe er auf das Dessert verzichtet. Gleich nach dem Hauptgang sei er in seine Wohnung gefahren, um mich zu empfangen.
„Warum haben Sie das getan?“, fragte ich.
Er erwiderte nichts darauf, stand stattdessen auf, holt die Einladung hervor und hielt sie mir hin.
„Ich habe mir von unserem Treffen selbstverständlich mehr erhofft, als von einem Dessert.“ Er griff nach einem Zimtstern und schob ihn sich in den Mund. Übersät mit Bröseln saß er da, direkt vor mir.
„Ich weiß nicht, ob ich Ihnen mehr bieten kann, als eine exzellente Crème Brûlée?“
„An der Hand einer Frau kann man ablesen, was sie sich vom Leben erhofft“, behauptete er kauend, ohne auf meine Worte einzugehen. „Das habe ich in Asien gelernt.“
Obwohl ich überrascht war, denn mit einer derartigen Aussage hatte ich nicht gerechnet, ließ ich mir meine Unsicherheit nicht anmerken. Er wollte, dass ich fasziniert aufhorchte, neugierig auf das, was er zu sagen hatte. Den Gefallen tat ich ihm nicht. Er lächelte das Lächeln eines Siegers, der nichts dafür getan hatte als Erster die Ziellinie zu passieren.