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Archiv für die 'Aufreger des Monats' Kategorie

DIE VIERTE GEWALT IM STAAT – Ein kritischer Kommentar von Yvonne Rheinganz

Erstellt von Yvonne Rheinganz am 22. Juni 2012

DIE VIERTE GEWALT IM STAAT

Ein kritischer Kommentar

von Yvonne Rheinganz

Ab und an überfällt einen die Erkenntnis, dass die Medien nicht ganz so objektiv berichten, wie man es im Allgemeinen zu wagen hofft.  Bisher hielt ich es so, dass ich dem Fernsehen keinen Glauben schenkte, aber dennoch etwas Vertrauen in die Printmedien besaß. Zwar nahm ich den Niedergang unseres Regionalblattes kritisch zur Kenntnis, ließ mich aber immer wieder dazu verführen ihm Glauben zu schenken. Da ich ein Mensch bin, der seine Meinung nur schwerlich für sich behalten kann, landete ich mit einem Kommentar zum Thema Zweitwohnsitzsteuer in dieser Zeitung. Leider vollkommen falsch zitiert. Zwar ärgerte ich mich etwas darüber, zumal der Kommentar mit Bild abgedruckt war, aber ich kehrte unserer Zeitung immer noch nicht den Rücken zu.

Seit dieser Woche traue ich unserer Zeitung nun nicht mehr weiter über den Weg, als ich meine Waschmaschine werfen kann. Einmal falsch zitieren schön und gut, ein zweites Mal war mir dann doch zu viel.

Nach einer studentischen Aktion unter dem Titel “Demokratie wagen – Transparenz zeigen”, bei der kurzzeitig die Hambacher Gespräche unterbrochen wurden, wurde eine ganze Gruppe von Studenten interviewt, darunter auch, wer hätte es gedacht, ich.

Der Reporter schien sehr interessiert, notierte sich seitenweise unsere Meinungen, Zitate und Hintergründe zur Aktion. Auch übersandten wir ihm unseren Pressebericht zur Aktion, bei dem wirklich alle Hintergründe und Forderungen dargestellt waren.

Der Bericht übertraf dann meine kühnsten Erwartungen, leider im negativen Sinne. Dies lag nicht nur daran, dass Hintergründe nicht tiefgreifend recherchiert waren, sondern auch daran, dass vollkommen sinnentstellt zitiert wurde.

So wurde aus meinem Kommentar, dass vor allem die Geisteswissenschaften von Kürzungen betroffen seien, weil dort keine Drittmittel zu erwarten wären, hingegen die Fächer, in denen gut Drittmittel akquiriert werden können nicht von Kürzungen betroffen seien vollkommen fehlerhaft verkürzt. Ich konnte dann folgendes Zitat von mir in der Zeitung lesen: “In den Geisteswissenschaften wir[d] ganz massiv gekürzt”, weiß die Studentin der Grundschulpädagogik Yvonne Rheinganz, “außer bei Drittmittelprojekten, dort bleibt alles beim [A]alten.”.

Man beachte an dieser Stelle auch die Rechtschreibfehler im Zitat, ich wünschte man hätte hier wenigstens nicht am Lektorat gespart.

So etwas lässt mich sprachlos zurück. Ich schreibe es einfach der konservativen Einstellungen unserer örtlichen Regionalzeitung zu. Und streiche nun auch die Zeitungen von der Liste der Medien, denen ich Vertrauen schenke. Dabei habe ich bisher schon immer fünf Artikel aus unterschiedlichen Zeitungen gelesen, um mich über ein und dasselbe Thema zu informieren. Schließlich hat jede Zeitung ihren Kundenstamm.

Was aber tun, wenn es eben nur einen Artikel zum Thema gibt?

Da hilft nur eins: Man wird zum Blogger.

In diesem Sinne: viel Spaß mit eurer örtlichen Zeitung.

© 2012 Yvonne Rheinganz

Kaufempfehlung der Autorin:

Arnsfeld, Andreas
Medien – Politik – Gesellschaft

Aspekte ihrer Wechselwirkungen unter dem Stichwort Politainment

ISBN :      978-3-8288-8920-0
Einband :      kartoniert
Preisinfo : 24,90 Eur[D]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Seiten/Umfang :      188 S.
Erscheinungsdatum :   2011

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Inhalt:

Politik wird heute vom Publikum fast ausschließlich medial erfahren. Es ist die Rede von einer “Talkshowisierung” des Politischen. Medien und Politik befinden sich in einem Verhältnis wechselseitiger Abhängigkeiten, das beide Seiten anfällig macht: den Politiker für eine Instrumentalisierung der Medien und den Journalisten für die Rolle als Mitpolitiker ohne Mandat. Gleichzeitig nehmen die Politikverdrossenheit und das Desinteresse des Bürgers zu. Trägt das Politainment, also die politische Unterhaltung beziehungsweise die unterhaltende Politik, eine Mitschuld an dieser Entwicklung? Oder ist das Politainment sogar geeignet, den Zugang zur politischen Welt zu ebnen? Andreas Arnsfeld geht diesen und weiteren Fragen nach. Insbesondere den Fragen, wie sich Medien, Politik und Gesellschaft gegenseitig beeinflussen und welche Folgen aus diesen Wechselbeziehungen erwachsen. Außerdem beschreibt er die vielseitigen Wege und Hindernisse der Politikvermittlung. Er sagt grundlegendes zur Rolle der Medien in der Demokratie und zu den Präsentationsweisen von Politik im Fernsehen. Im Buch werden Inszenierungsvarianten und der Prozess der Imagebildung von Spitzenpolitikern geschildert. Die Formen des Politainment werden anhand von Beispielen aus Fernsehserien, Talkshows, inszenierten Parteitagen und Wahlkämpfen gezeigt.

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Aufreger des Monats: ACTA, Piratenlüge, Neil Gaiman und ‘ne Katze

Erstellt von Günther Lietz am 9. Februar 2012

Heute möchte ich den Aufreger des Monats nutzen, um mit einer kleinen Videoreihe auf ein aktuelles Thema aufmerksam zu machen. Die Videos sprechen für sich selbst und sollen zur Information und zum Nachdenken anregen. Schlussendlich muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Und da nichts über praktische Erfahrungen geht, habe ich auf Neil Gaimans Video verlinkt, denn ich stellvertretend für andere Autoren sehe, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Und weil nicht alles grau in grau ist, gibt es zum Abschluss Kätzchen. :)

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18jährige angeblich seit zwölf Jahren auf Schiff der Scientology-Sekte gefangengehalten und zum Arbeiten im Maschinenraum gezwungen worden! * KAUFTIPP DER REDAKTION: Nordhausen, Frank / Billerbeck, Liane von: Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will.

Erstellt von Detlef Hedderich am 8. Dezember 2011

PRESSEMELDUNG (ZITAT): Yahoo! Nachrichten – Do., 1. Dez 2011 - (…) Normalerweise unternehmen Menschen auf Kreuzfahrtschiffen tolle Reisen. Für Valeska Paris war das luxuriöse Passagierschiff „The Freewinds“, auf dem Scientology Seminare der höchsten Mitgliedsebenen abhält, nach eigenen Aussagen zwölf Jahre lang ein Gefängnis. In einem Interview der Sendung „Lateline“ des US-Fernsehsenders ABC erhebt die in der Schweiz geborene Frau schwere Vorwürfe gegen die Sekte. (…) Laut „Daily Mail“ widerspricht Scientology in einem Statement den Vorwürfen Paris‘. „Sie wurde sicherlich nicht ‚gezwungen‘, da zu sein. Sie wurde auch nie dazu gezwungen, im Maschinenraum zu arbeiten“, wird daraus zitiert. Auch dass sie das Schiff nur in Begleitung habe verlassen dürfen, entspreche nicht der Wahrheit.

Quellenangabe zur Veröffentlichung (gesamte Pressemeldung) hier klicken!

Wie denken denn unserer Leser über dieses Thema? Wir freuen uns über jeden Eintrag in unseren Kommentaren! Wer seine Meinung hier abgibt erhöht ausserdem seine Chancen bei einem möglichen Preisrätsel zu diesem Titel!

BESTELLTIPP DER REDAKTION (ZUM BESTELLEN EINFACH AUF DAS COVER KLICKEN!):

Nordhausen, Frank / Billerbeck, Liane von
Scientology

Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will

Verlag :      Fischer Taschenbuch
ISBN :      978-3-596-19009-6
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,99 Eur[D] / 13,40 Eur[A] / 18,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Seiten/Umfang :      ca. 592 S. – 19,0 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      2. Aufl. 07.10.2011
Aus der Reihe :      Allgemeines Sachbuch 19009

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Scientology hat alle Zurückhaltung aufgegeben. Nach Jahren scheinbarer Ruhe agiert die totalitäre Psychosekte wieder offen und aggressiv. Mit raffinierten Tricks werben ihre »Körperfänger« um Mitglieder, in Berlin operiert eine neue Deutschlandzentrale.

Die Journalisten Frank Nordhausen und Liane v. Billerbeck recherchieren seit fast 20 Jahren über die geheimnisvolle Organisation – ein Milliarden-Dollar-Konzern mit eigenem Geheimdienst, Umerziehungslagern und mafiaartigen Methoden. Frank Nordhausen erhielt für seine jahrelange Berichterstattung über Scientology 2007 den Medienpreis »Der lange Atem«.

Frank Nordhausen, Jahrgang 1956, studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in Berlin. Bis 1996 war er als freier Journalist und Autor tätig und veröffentlichte zahlreiche Beiträge für Spiegel, Stern und Zeit. Seit 1996 ist er Reporter der Berliner Zeitung. Er unternahm mehrfach Aufenthalte in Krisengebieten, u. a. 2003 im Irak.

Liane v. Billerbeck, geb. 1957, Journalistikstudium in Leipzig, Kulturredakteurin bei NBI, seit 1991 freie Journalistin und Gerichtsreporterin. 2001 Redakteurin im Politikressort der Zeit, ab 2003 als Autorin, Kolumnistin für WDR, seit 2005 Moderatorin bei Deutschlandradio Kultur.

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Der Aufreger des Monats 11/2011

Erstellt von Galaxykarl am 21. Oktober 2011

Der sfbasar startet eine neue Rubrik:
Der Aufreger des Monats

Jedes Community-Mitglied darf hier seinen Aufreger einstellen. Bitte aber mit einer aktuellen und zum Thema passenden Buchempfehlung. Ich fürchte allerdings, dass aus dem „Aufreger des Monats“ rasch ein „Aufreger der Woche“ werden kann. Und diese Rubrik soll nicht unsere deutsche Meckermentalität dokumentieren, sondern durch Beispiele dazu beitragen, dass die Anlässe solcher Aufreger aus der Gesellschaft verschwinden. Ich weiß, hier kommt mein unerschütterlicher Optimismus durch, der ständig in mir rumort und mich drängt, die Welt ein winzig kleines Stückchen besser zu machen.

Hier also mein erster Beitrag:
Der Kapuzenfahrer

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Ich fahre im Jahr so ca. 50.000 km und muss mir wöchentlich allerhand Schwachsinn auf den Straßen ansehen. Aber diese Woche habe ich meinen eigenen Augen nicht geglaubt. Vorweg muss ich erwähnen, dass ich eine Reisegeschwindigkeit von ca. 120 km/h pflege. Das ist schnell genug, um von A nach B zu kommen, lässig LKW´s überholen zu können und all die Schwachmaten mit 160 km/h und schneller an mir vorbeirauschen zu lassen. Mein Dienstwagen – ein Diesel – dankt mir dies mir einem Durchschnittsverbrauch im Sommer mit 4,6 L auf 100 km. Aber das nur am Rande.

Mein Weg führt mich also diese Woche wieder mal auf der A3 Richtung Würzburg (was aber eigentlich auch egal ist) und ich überhole einen Wagen, der so ca. 100 km/h fährt. Ich fahre an dem Wagen auf gleiche Höhe und gucke hinüber. Ich traue meinen Augen nicht! Das sitzt jemand am Steuer und hat einen Kapuzensweater an. Mit der Kapuze über dem Schädel! Und zwar so weit nach vorne gezogen, dass ich nicht mal die Nase des Fahrers sehen kann. Der Typ – zumindest nehme ich an, er könnte männlich sein – hat wohl weder was von einem normalen Gesichtsfeld von ca. 160° gehört, oder von Wahrnehmungen auch in den Augenwinkeln noch irgendetwas von Tunnel- oder Schulterblick beim Spurwechsel und Abbiegen vernommen.

Im ersten Augenblick denke ich – Fantasy- und Science-Fiction-vorbelastet, wie ich nun mal bin – an einen Druiden und den Imperator aus Star Wars, aber es war weder der Eine noch der Andere. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, sitzt ein ergrauter Herr auf dem Beifahrersitz und guckt mich mit einem Kamelblick an, dass ich ihm locker zwei oder drei Gehirnzellen zugestehe.

Ich mache Gesten, dass der Fahrer die Kapuze absetzen soll und das Gesicht des älteren Mannes wird so bleich wie seine Haare. Er hat doch mehr als drei Gehirnzellen, schien also geistig nur mal ein wenig in anderen Dimensionen verweilt zu haben. Der Fahrer reißt die Kapuze herunter und blickt mich entsetzt und peinlich berührt an. Vom babyglatten Gesicht leite ich einen 17jährigen (begleitetes Fahren), bestenfalls einen 18jährigen Fahranfänger ab.

Den hinter mir wild aufblinkenden Mercedes, der schon in drei Kilometern Lichthupe gab, ignoriere ich und bin froh, das Leben des Teenagers und des Alten wenigstens um einen Tag verlängert zu haben.

Copyright © by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
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