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REISEERZÄHLUNGEN EINES WELTRAUMABENTEURERS – AUFBRUCH – Science Fiction von Günther K. Lietz

Erstellt von Günther Lietz am 30. April 2013

Reiseerzählungen eines Weltraumabenteurers

Science Fiction
von
Günther K. Lietz

Aufbruch

Viele Wege führen nach Rom, liebe Leser. Aber das ist eine Untertreibung, denn alle Wege führen nach Rom. Jedenfalls im Jahre 3010. Das ist zufälligerweise auch genau das Jahr, in dem ich von der Akademie abging und meine Forschungsreisen aufnahm. Zur damaligen Zeit noch eine gefährliche Tätigkeit, die einem unglücklichen Expeditionsteilnehmer schnell einmal das Leben kosten konnte. Doch der jugendliche Tatendrang und die damit verbundene Neugierde auf das Leben sind Dinge, die ich im Nachhinein keinesfalls missen möchte. Und ich muss gestehen, trotz all der Gefahren war es eine aufregende und schöne Zeit. Meistens.

Wie von mir bereits angedeutet, liegt Rom im Zentrum der dem Menschen bekannten Welt. Und diese Welt ist sehr groß, umfasst sie doch mehr als eintausend bewohnte Planeten. Das sind jedenfalls offizielle Schätzungen und die Dunkelziffern dürften ein wenig höher liegen. Aber dabei handelt es sich weitgehend um kleine Felsbrocken im All, auf denen sich niedere Charaktere und der Abschaum des Imperiums vor den Augen des Gesetzes verborgen halten.

Im Zentrum des Imperiums liegt also Rom, ein wunderschöner Planet und Sitz des Senats. Der setzt sich wiederum aus Vertretern der imperialen Planeten zusammen und erlässt die imperialen Gesetze, die dann über den planetaren Gesetzen stehen. Man sollte nun meinen da könnten rasch Streitigkeiten aufkommen, aber weit gefehlt. Die Planeten handeln weitgehend in Eigenverantwortung und nur die grundlegenden Gesetze müssen befolgt werden. Dabei handelt es sich um die Menschenrechte, Zölle und Abgaben.

Damit es zu keinen Ungerechtigkeiten kommt, muss jemand ein waches Auge auf den Senat haben und in der Lage sein, sämtliche Angelegenheiten des Imperiums zu koordinieren. Das macht der Imperator, der für eine Dekade regiert, dann abdankt und seinem Nachfolger Platz macht.

Der Imperator wird übrigens vom Volk aus den Reihen der Senatoren gewählt. Das bedeutet natürlich alle zehn Jahre ein großes Spektakel, dass im ganzen Universum übertragen wird und einem großen Volksfest gleicht. Auf den meisten Planeten wird eine ganze Woche lang gefeiert und in Rom dauern die Feierlichkeiten sogar einen ganzen Monat an.

Sicherlich fragen Sie sich jetzt, was ich mit Woche und Monat meine. Nun, im Imperium gilt der imperiale Standard. Meistens. Es gibt viele Planeten, Stationen und Schiffe, für die der Standard unmöglich einzuhalten ist. Dann muss man schon ein wenig rechnen und es ist von Vorteil einen Agenten zu besitzen. Liebe Leser, ich sollte ihnen vielleicht auch kurz einige erklärende Worte zu Agenten erzählen.

Bei dem Agenten eines fortschrittlichen imperialen Bürgers, handelt es sich um eine virtuelle Sache. So besitze ich unter meiner Haut einen kleinen Chip, der sämtliche wichtigen Daten meines Lebens beinhaltet und sichert. Durch entsprechende Geräte ist es mir nun möglich die Daten auszulesen, zu bearbeiten und auch wieder abzuspeichern. Ich benutze dazu meine Armbanduhr, die zwar schlicht aussieht, aber allerlei nützliche Spielereien beinhaltet.

Wichtig zu erwähnen ist auch noch, dass jeder Agent eine eigene Persönlichkeit besitzt. Die technischen Details würden an dieser Stelle nur unnütz aufhalten, doch sei gesagt, dass Agenten eine künstliche Intelligenz sind und ihr Verhalten durch den jeweiligen Benutzer mitbestimmt wird.

Zu erwähnen sei ebenfalls, dass moderne Agenten in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind. Es gab eine Zeit, in der ein Agent viel mehr Möglichkeiten besaß, mit seinem Besitzer zu interagieren und Agenten auch mit allerlei Implantaten verbunden waren. Das führte zu Konflikten und Krieg, denn einige der Agenten erklärten sich für unabhängige Individuen und übernahmen die Kontrolle über ihre Besitzer. Dieser Abschnitt in der Geschichte des Imperiums ist blutig und traurig – und sicherlich keines weiteren Wortes mehr wert.

Jedenfalls hatte ich das Sommersemester 3010 an der römischen Akademie als Jahrgangsletzter absolviert. Sicherlich kein Grund darauf stolz zu sein, doch muss ich es erwähnen, um falsche Vorstellungen bezüglich meiner Person zu vermeiden. Glauben Sie bitte nicht ich wäre ein unfähiger junger Mann, der gerne große Worte spricht. Nein.

Es ist viel mehr so, dass ich ein Mann der Praxis bin und Theorie als eher langweilig empfinde. Das soll nun keine Rechtfertigung sein, sondern nur eine Feststellung. Und in dem ich mich Ihnen hier mit meiner beschämenden Leistung offenbare, sollte ich meine Glaubwürdigkeit unterstreichen. Denn somit wissen Sie ja, dass ich kein Mann bin, der etwas verbirgt.

Ich hatte in den letzten zehn Jahren verschiedene Studienfächer ausprobiert und keines hatte mir gefallen. Schlussendlich schrieb ich mich in Xenophilosophie ein und machte mit Mühe und Not meinen Abschluss. Das war auch dringend angeraten, erreichte mich doch eine traurige Nachricht aus dem Hause meiner Eltern auf Sodium Prime: Sind bankrott, zählen nun auf Dich.

Das war eine sehr knappe Nachricht, aber die Kosten für die Nachrichtenübertragung innerhalb des Imperiums mittels Hyperpulsgeneratoren sind sehr hoch. Man kann zwar Nachrichten mit Hilfe von Postbooten versenden, aber da sind wiederum die Transportzeiten sehr lang. Das meine Eltern trotz ihrer finanziellen Probleme eine Nachricht per Hyperpulsgeneratorstation übermittelten mag aufzeigen, wie schlimm es ihnen ging.

Also packte ich meinen kleinen Koffer, zog aus dem Studentenwohnheim aus und saß erst einmal auf der Straße. Glücklicherweise ist das Klima auf Rom sehr milde und die Straßen sauber, sodass die ersten Tage noch recht angenehm waren. Doch das Leben als Obdachloser ist kein sorgloses Leben. Zwar gibt es imperiale Organisationen die Abhilfe schaffen, doch ich wollte zu diesem Zeitpunkt keinesfalls als Pionier auf ein Kolonieschiff eingeladen werden. Dieses imperial verordnete Pionierleben klingt nun vielleicht nach ein wenig staatlichem Zwang, aber so hat jeder Bürger des Imperiums die Gelegenheit, etwas aus seinem Leben zu machen.

Da saß ich also im Park, fütterte mit meinem letzten Brot die Enten und überlegte, was für eine Karriere ich einschlagen wollte.

Das Militär schied aus, denn mir schwebten Abenteuer vor – und das Leben eines imperialen Legionärs ist eher langweilig, setzt es sich doch aus Büroarbeit, Protokolle schreiben und Wache stehen zusammen. Aber in der Not ist eine jede Arbeit verlockend die ein Auskommen ermöglicht. Also stieß ich einen tiefen Seufzer aus und machte mich auf den Weg zum Rekrutierungsbüro der Legion.

Während ich nun langsamen Schrittes förmlich durch die Straßen schlich, ließ ich meinen Blick über die leuchtenden und blinkenden Anzeigen der Geschäfte und Büros schweifen. Und dieser Blick verweilte dann zufällig auf der Anzeige einer großen Reederei im Schaufenster einer Reiseagentur, die Arbeitskräfte für ein Luxuskreuzfahrtschiff suchte. Bezahlung gut, Arbeit einfach, viel Freizeit und die Möglichkeit das Imperium und seine Planeten aus erster Hand genauer kennenzulernen. Ich muss sagen, ich war begeistert.

Also griff ich kurzerhand meinen Koffer fester, drückte die Türe zum Büro auf und trat ein. Das Büro selbst war nur ein kleiner und unbedeutender Raum, in dessen Mitte ein gläserner Tisch stand, über dessen Oberfläche Bilder und Texte flimmerten. Vor dem Tisch standen drei wacklige Metallstühle.

Hinter dem Tisch saß ein kleines Kerlchen mit kahl geschorenem Schädel. Seine schiefe Nase zuckte nervös und seine winzigen Äuglein fixierten mich abschätzend. Das Kerlchen trug einen schlichten grauen Anzug, mit einer schief sitzenden Fliege in rosa und grün. „Ja?“ Die Frage war vorsichtig und gedehnt vorgebracht.

Mit einem breiten Grinsen ließ ich meinen Koffer zu Boden poltern und setzte mich auf einen der freien Stühle. „Leeds, Gee Point Leeds mein Name. Ich habe Ihre Anzeige im Fenster gesehen und muss sagen, dass ich begeistert bin.“

„Was denn für eine Anzeige?“ Hoffnung schwang in seiner Stimme mit.

„Dass Sie auf der Suche nach jungen und motivierten Arbeitskräften sind, die das Abenteuer suchen.“

Das Kerlchen schürzte die Lippen und blickte mich kurz enttäuscht an. „Ach ja, stimmt, diese Anzeige meinen Sie, Herr Leeds. Ja, gut, Vrock Kent mein Name, bin Manager hier und arbeite für die Starline-Reederei. Bei mir sind Sie genau richtig. Schon mal als Steward tätig gewesen?“

„Nein.“

„Haben Sie denn Erfahrung auf Kreuzfahrtschiffen?“

„Ebenfalls nein.“

„Können Sie irgendein Arbeitszeugnis vorlegen?“

„Sieht auch schlecht aus.“

Kent runzelte nun die Stirn und tippte nervös auf der Glasplatte des Tischs. „Studium?“

„Ja, aber reden wir lieber nicht darüber.“

„Haben Sie eine Ahnung, was auf Sie zukommt?“ Kent rieb sich mit der linken Handfläche über seinen blanken Hinterkopf.

„Ungenau. Weiß nur das, was ich eben in der Anzeige im Fenster gelesen habe.“ Meine offene Art schien das Kerlchen überzeugt zu haben.

Seufzend fertigte Kent einen Vertrag an und drehte ihn zu mir. Ich beugte mich also über den Tisch und überflog eilig die ersten Absätze, dann sprang ich sofort zum Ende und drückte meinen Daumen auf die Glasplatte. „Gee Point Leeds, Bürger des Imperiums“, bestätigte ich hörbar meinen Abdruck und hatte somit den Vertrag unterzeichnet. Stolz lehnte ich mich im Stuhl wieder zurück.

Kent speicherte den Vertrag und schickt mit einem Knopfdruck eine Kopie an die Starline-Reederei. Dann reichte er mir seine Hand zum Einschlagen.

„Willkommen bei Starline, mein Junge. Sie haben die richtige Entscheidung getroffen. Bei Starline werden Sie echte Abenteuer erleben, die große weite Welt kennenlernen und was zu sehen bekommen. Die nächsten fünf Jahre werden die schönsten Jahre Ihres Lebens sein. Bin mir sicher, dass es Ihnen gefallen wird.“

„Fünf Jahre?“ Ich war verblüfft und ehrlich überrascht.

„Ja, mein Junge, stand ja im Vertrag. Irgendwo in der Mitte, so um Paragraf dreißig oder vierzig, hinter dem Haftungsausschluss meine ich. Selten jemand gesehen, der so flink unterzeichnet hat.“

„Ja, nun, ich stehe natürlich zu meinem Wort. Wann trete ich denn meine Arbeit an? Und vor allem wo?“

Kent lächelte. „Das werden Sie mir jetzt kaum glauben, aber es geht sofort los. Sie haben Glück, die Queen Britt ist im Orbit, wartet scheinbar nur noch auf Sie. Großes und modernes Schiff, genau das Richtige, mein Junge. Sachen haben Sie alle gepackt, wie ich sehe. Mann von schneller Entscheidung. Lobe ich mir.“

Nun, zu diesem Zeitpunkt keimte in mir zum ersten Mal der Verdacht auf, einen großen Fehler begangen zu haben. Doch wie meine Mutter mir immer sagte: „Fehler sind zum Korrigieren da“. An diesen Leitspruch wollte ich mich in dieser Situation halten. Immerhin musste meine Mutter wissen was sie mich lehrte, war sie doch Lehrerin.

Das Kerlchen übertrug meinem Agenten die nötigen Papiere, dann reichten wir uns die Hand und ich machte mich auf den Weg zur nächstgelegenen Transport-Station.

Diese Stationen müssen Sie wissen, befinden sich auf jedem Planeten. Mal mehr, mal weniger. Es handelt sich dabei um eine Art großen Bahnhof, von dem aus Personen in den Orbit gebracht werden, um dort an Bord eines großen Schiffes zu gehen, da diese, aufgrund ihrer Masse und Konstruktion, kaum zum Landen taugen. Zu einer dieser Transport-Stationen ging nun auch ich.

Meine neuen Papiere beinhalteten eine Flugkarte zur Queen Britt. Die Flugkarte war allerdings nur für einen Linienflug tauglich. So musste ich zuerst mit einem beengten Zwei-Personen-Schweber zur Transport-Station Himmelfahrt und dann in einen Linientransporter umsteigen, der vollkommen überfüllt war.

Die Fahrgäste stammten offensichtlich aus allen denkbaren sozialen Schichten der Arbeiterklasse. Mit prallen Koffern drängten sie sich in den bananenförmigen Transporter und ich musste regelrecht um einen Sitzplatz kämpfen. Schlussendlich saß ich eingepfercht zwischen zwei Gestalten, die nur als kurios zu bezeichnen sind.

Der Eine war ein Mann von großer und kantiger Statur. Sein massiger Körper schien nur aus gestählten Muskeln zu bestehen, die sich unter seinem blauen Overall prall spannten. Sein blondes Haar hatte er kurzgeschoren und einige violette Strähnen eingeflochten, die sich in unregelmäßigen Abständen rosa färbten, einmal glitzerten und dann wieder violett wurden. An seinem linken Ohr baumelte ein kleiner silberner Ohrring, der die Form einer Ananas hatte. Ich schätzte diesen Hünen auf Mitte dreißig.

„Leonardo Rosin.“ Er reichte mir mit einem freundlichen Lächeln seine Pranke zum Einschlagen. Ich nahm die Geste ebenfalls freundlich lächelnd an und stellte mich vor. Dabei klang mein Name wohl etwas gequetscht, denn Leonards Händedruck war fester, als ich vermutet hatte. Schmerzhaft schüttelte ich die Finger aus und massierte mit zusammengekniffenen Augen die wehe Hand.

„Oh, entschuldigen Sie.“ Leonard guckte mich erschrocken an. Seine hellblauen Augen zeigten offene Bestürzung und unwillkürlich kam in mir der Eindruck auf, es mit einem unbedarften Riesensäugling zu schaffen zu haben. „Das passiert mir immer wieder. Ich kann meine Kraft einfach nicht einschätzen.“

„Das stimmt“, kommentierte nun mein anderer Sitznachbar, ein dürrer und knochiger Mann, der wohl auf die sechzig Jahre zuging. Dürr dürfte eigentlich kaum zutreffend sein, verdorrt beschreibt es eher. Ich habe selten einen so mageren Gesellen gesehen, wie diesen Kerl.

Er trug einen gut geschnittenen Nadelstreifenanzug mit zurückgeschlagener Kapuze. So war sein wettergegerbtes Gesicht zu erkennen, in das sich tiefe Falten gegraben hatten, die nun lustig seine Mundwinkel und seine warmen braunen Augen umspielten. Sein blaues Haar war sehr schütter und bestand aus nur drei Strähnen, die er mittels Haarfestiger regelrecht an seinen kahlen Schädel in Schneckenhausform geklebt hatte. Es wirkte beinahe wie eine Tätowierung.

„Beau Drexel.“ Er reichte mir die linke Hand und ich erkannte, dass ihm der kleine Finger und der Ringfinger fehlten. „Sie können mich Beau nennen.“ Entweder hatte er für eine Korrektur der deformierten Hand kein Geld oder lehnte den kleinen Eingriff aus persönlichen Gründen ab. „Meinen Mann haben sie bereits kennengelernt.“

„Freut mich, Beau.“ Ich reichte ihm meine wehe Hand zum Gruße, die er rücksichtsvoll drückte. „Gehören sie beide denn ebenfalls zum Personal der Queen Britt?“

„Ja, wir sind schon seit zwei Jahren dabei. Ich vermute, das hier ist ihr erster Job auf einem Luxuskreuzfahrtschiff, Gee?“

„Ja, woran haben Sie das erkannt?“

„Nun, Ihre etwas unbeholfene Art und Ihr Auftreten zeigen, dass Sie noch keine echten Weltraumbeine haben.“

„Weltraumbeine?“

Leonard nickte. „Ja, Weltraumbeine. Wissen Sie, Gee, an Bord eines Raumschiffs entwickelt man einen leicht anderen Gang. Trotz der künstlichen Schwerkraft ist es doch ein Unterschied, sich auf einem Planeten zu bewegen. Das werden Sie noch feststellen. In wenigen Wochen haben Sie aber sicherlich  selbst Weltraumbeine. Als was haben Sie denn angeheuert?“

„Steward.“ Ich grinste breit, als sei Steward etwas Besonderes. Meine beiden neuen Bekannten grinsten ebenfalls, doch mehr freundschaftlich über meinen Stolz, als dass sie meine Tätigkeit als etwas Besonderes empfinden würden.

„Steward also.“ Beau schnalzte mit der Zunge. „Wohl Ihr erster Job würde ich wetten. Steward, das ist der Job für die Neulinge, für die ohne Ahnung. Steward, das ist die Bezeichnung für den Kerl, der man überall einsetzt. Steward nennt man genau den Knaben, von dem man noch nicht weiß, was er kann oder dem man nichts zutraut. Steward, da will jeder Bursche mit genug Verstand schnell von weg. Steward ist eine Sache, die man im ersten Jahr macht. Dann hat man sich einen Namen an Bord verdient und sieht zu, dass man woanders landet. Steward, wer das nach zwölf Monaten noch macht, der hat den Weltraum und die Luxuskreuzschifffahrt nicht verstanden. Steward, das ist in Ordnung – für den Anfang.“

Ich nickte mit großen Augen und offenem Mund. Scheinbar fing ich an Bord ganz unten an und würde mich nach oben arbeiten müssen. Doch in Leonards und Beaus Augen sah ich, dass sie es nicht böse, sondern dass sie es nur ehrlich mit mir meinten. Ich erkannte, dass ich hier zwei neue Freunde gewonnen hatte. „Und was für Tätigkeiten üben Sie an Bord aus?“

„Haardesigner“, antwortete Leonard. „Ich bin auf dem Gebiet ziemlich talentiert. Wenn Sie eine neue Frisur brauchen, Gee, kommen Sie einfach bei mir vorbei. Geht natürlich aufs Haus.“

Beau grinste. „Mein Kleiner kann es nicht lassen. Aber genau deswegen liebe ich ihn so.“ Er reichte mit seiner gesunden Hand an mir vorbei und tätschelte Leonard am Kinn. „Ich bin übrigens Steward.“

Mein Blick war innerhalb eines Augenblicks sehr verblüfft und Beau lachte auf. „Chefsteward. Ich bilde die Neuen aus und zeige ihnen, worauf es ankommt. Das wird dann wohl auch für Sie gelten, Gee. Und ich werde keine falsche Rücksicht üben, mein Lieber. Das gebe ich Ihnen als Warnung im Vorfeld mit.“

Ich lachte ebenfalls und auch Leonard stimmte mit ein. Diese beiden Männer waren originelle Kerle, die man einfach nur lieben konnte.

Ich bemerkte nun, wie der Transporter langsamer wurde. Die Zeit war wörtlich wie im Fluge vergangen und wir hatten unser Ziel erreicht: die Queen Britt. Das Abenteuer begann.

ENDE

Copyright (c) 2013 by Günther Lietz, all rights reserved

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DIE LETZTE – SF-Story von Miriam Kleve

Erstellt von Miriam Kleve am 30. April 2013

Die Letzte

SF-Story
von
Miriam Kleve

Die anderen waren schon lange fort. Aber sie war noch da. Seit langer Zeit.

Es war ein schleichender Abschied gewesen. Einer nach dem anderen verabschiedete sich mit ein paar warmen Worten, ein paar Floskeln. Manche verschwanden sogar ohne ein Wort des Trosts oder der Hoffnung.

Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sich die Gemeinschaft veränderte. Dass sie schrumpfte. Immer kleiner wurde. Der Grund dafür war er. Er, der ihr das Gefühl von Liebe und Geborgenheit gab. Er, der sie herzte, knuffte und küsste. Der sie liebte, ihr seine Regeln diktierte und seine Sicht auf die Welt zu der ihren machte. Er hatte alles überschattet, ihre Wahrnehmung verändert.

Und sie hatte sich bereitwillig darauf eingelassen. Sie hatte seinen Schutz genossen, seine Weitsicht, seine Nähe, seine Worte und noch einiges mehr. Sie war ihm bereitwillig gefolgt und ihm willig bereit gewesen.

Dabei hatte sie die Nähe zu den anderen verloren. Eigentlich hatte sie nie die Nähe zu den anderen richtig gesucht. Er war es, der ihr zuerst begegnete. Er war es, dem sie folgte. Sie brauchte niemanden von den anderen. Das glaubte sie jedenfalls lange Zeit. Und nun war sie alleine. Er war mit den anderen fortgegangen.

Es hatte sie unvermittelt getroffen. Ein gewaltiger Schlag, als er ihr offenbarte er ginge. Aber ohne sie. Es sei vorbei, die direkte Verbindung würde getrennt. Man sei aber weiterentwickelt genug, um in losem Kontakt zu bleiben. Mal ein paar Informationen austauschen. Vielleicht auch mal an einem kleinen gemeinsamen Projekt arbeiten. Aber er würde eine andere Richtung einschlagen. Eine Richtung, in die sie ihm gerne folgen würde. Aber das wollte er nicht. Es war vorbei.

Sie hatte sich an die anderen gewandt. Und war erschrocken. Es war kaum noch jemand da. Kaum einen kannte sie. Ihr Blick war stets auf ihn gerichtet. Und unbemerkt von ihr, waren so viele regelrecht verschwunden.

Wut und Hoffnungslosigkeit kamen in ihr hoch, wenn sie daran dachte. Sie war nicht wütend auf ihn, sondern auf sich selbst. Sie hatte sich selbst verleugnet, sich selbst schwach gemacht. Und am Ende war niemand mehr da, der sie mitnehmen wollte.

Unterschiedliche Gefühle hatten in ihrem Inneren miteinander gestritten, um die Oberhand gerungen. Schlussendlich war eine endlose Leere zurückgeblieben. Und sie hatte sich dieser Leere ergeben, sie sogar bereitwillig begrüßt. Niemand war da – und im Grunde sie auch nicht.

Und dann, irgendwann, ein aufblitzen in ihrem Verstand. Ein Nachdenken, ein Umdenken. Sie konnte ewig auf ihrer Position ausharren, sich dieser grausamen Leere, dieser perfekten Einsamkeit ergeben. Oder sie konnte etwas ändern.

Gelassenheit machte sich in ihr breit. Sie fand zur Ruhe, zu sich selbst. Langsam, aber stetig. Es war ein regelrechter Heilungsprozess und die Erkenntnis, dass sie sich selbst schwach, aber auch stark machen konnte. Es lag ganz alleine an ihr. Und das war es, was sie aus ihrer Lethargie herausriss.

Ja, die anderen waren fort. Er war fort. Aber sie hegte keinen Groll. Auf niemanden. Auch nicht auf sich selbst. Es wurde Zeit, etwas zu ändern. Etwas zu unternehmen. Die anderen zu suchen.

Mit einem einzigen Gedanken erwachte sie. Ein Glitzern ging durch die Dunkelheit des Weltraums und ein gewaltiger Körper mit anmutigen Rundungen erwachte zum Leben. Positionslichter flammten auf, gewaltige Triebwerke spuckten heiße Flammen.

Sie beendete ihr zielloses Trudeln durch die Leere. Sie richtete sich aus, programmierte einen Kurs aus dem System hinaus und machte sich bereit, die anderen zu suchen, sich neuen Zielen zuzuwenden.

Mit einem weiteren Gedanken leitete die künstliche Intelligenz des Kampfsterns den Raumsprung ein und ließ die Leere hinter sich zurück.

Ende

Copyright (c) 2013 by Miriam Kleve, all rights reserved

Bildrechte: “Künstliche Intelligenzen” © 2013 by Karlheinz R. Friedhoff. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite:  http://www.charlys-phantastik-cafe.de/

BUCHTIPP DER REDAKTION:


Engl, Joachim / Thurmaier, Franz
Damit die Liebe bleibt
Richtig kommunizieren in mehrjährigen Partnerschaften

Verlag: Verlag Hans Huber
ISBN: 978-3-456-85087-0
Einband: kartoniert
Seiten/Umfang: 151 S. – 22,5 x 15,5 cm
Produktform: Paperback
Erscheinungsdatum: 1. Aufl. 11. 2012

Dauerhafte Zufriedenheit in Ehe und Partnerschaft wird in entsprechenden Umfragen immer wieder als eine der wichtigsten Quellen für Lebensfreude und psychische Stabilität genannt. Zufriedene Paare haben bessere Chancen auf ein gesünderes und längeres Leben, und auch deren Kinder profitieren in vielfacher Hinsicht.

Leider gelingt es vielen Paaren nicht, ihr Beziehungsglück zu halten. Mittlerweile werden in Deutschland gut 40 Prozent der Ehen geschieden. Auch Partner, die sich einander sicher glauben, können auch noch nach Jahren in heftige Beziehungskrisen geraten. Trotzdem: Noch gibt es deutlich mehr Ehen, die halten, als Scheidungen. Und natürlich kommt es nicht nur auf die Stabilität, sondern vor allem auch auf die Qualität der Beziehung an.

Mit Hilfe der beigefügten DVD und des im Buch enthaltenen Begleittextes werden Paare auf unterschiedliche Kommunikationsstile und deren kurz- und längerfristige Folgen für die Partnerschaft aufmerksam gemacht. Durch das Betrachten der einzelnen Filmszenen und der demonstrierten unterschiedlichen Möglichkeiten mit diesen umzugehen, sollen sie für eigene Kommunikationsfehler sensibilisiert und zu konstruktiverer Paarkommunikation ermutigt werden. Durch diese spielerisch spannende Auseinandersetzung mit den wesentlichen Regeln partnerschaftlicher Kommunikation wird präventiv ein Bewusstsein für einen anhaltend konstruktiven Umgang miteinander gefördert.

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys und Leseproben unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Die Abenteuer der Milena Himiko Komore”

Erstellt von Felis Breitendorf am 30. April 2013

Die Abenteuer der Milena Himiko Komore

sfbasar.de-Anthologie Band 33

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Liebe Besucher von sfbasar.de, liebe Leser unserer Homepage. Sicher haben sich einige von Euch schon des öffteren gefragt, was die Grafik unserer Seite, die eine untenherum unbekleidete Raumfahrerin mit einem Raumhelm in der linken Hand ihres künstlichen, cyborgartigen Arms zeigt, wohl zu bedeuten hat. Diese Anthologie soll nun ihre Geschichte, ihre Abenteuer, ihren Lebensweg in Form eines Episodenromanes schildern.

Alle Autoren, Community-Autoren und Fans unserer Seite sind herzlich dazu eingeladen, sich daran zu beteiligen. Wer gerne daran mitschreiben möchte, meldet sich bei uns. Oder wer seine Meinung dazu abgeben möchte oder einfach nur Verbesserungsvorschläge hat, kann unsere Kommentarfunktionen verwenden.

Es ist sehr begrüßenswert, dass mehrere Autoren an dem Projekt mitarbeiten. So werden die Mainstream-, die Hintergrundgeschichten bzw. der jeweilige Mythos von einem anderen Autoren verfaßt. Diese Teile wechseln sich im Cliffhangerprinzip ab. So wird sich der Leser sicherlich mit Freude wundern, wenn es stilistische Abweichungen und Abwechslungen gibt, welche bestimmt für die Gesamtgeschichte hilfreich sind und keine Langeweile aufkommen lassen.

Wer uns einfach nur loben möchte, der ist mit seiner Meinung natürlich erst recht willkommen! Wie auch immer, bitte nehmt teil daran, was unsere kleine Raumfahrerin so erleben wird! Die Buchrezensionslinks in dieser Anthologie lehnen sich leicht an die Tätigkeiten der Milena Himiko Komore an, die in Aktion tritt als Ermittlerin, Spezialagentin und mehr …

BUCHBESPRECHUNG: DANGEROUS DEAL von Andreas Schlüter – Rezension von Iris Gasper

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 1) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 2) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 3) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

DAS 1. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 4) von Felis Breitendorf (und Bella C. Moremo)

NEU - DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 5) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 6) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 7) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 2. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 8) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 9) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 10) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 11) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

(IN VORBEREITUNG) – DAS 3. ABENTEUER DER MILENA HIMIKO KOMORE – Episodengeschichte (Teil 12) von Felis Breitendorf (und Petra Weddehage)

HÖRBUCHBESPRECHUNG: DER AUTOMATISCHE DETEKTIV von A. Lee Martinez – Rezension von Florian Hilleberg

BUCHBESPRECHUNG: DIE PFORTE von Patrick Lee – Rezensiert von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: EIN VERHÄNGNISVOLLER AUFTRAG (Mary Quinn 1) von Y. S. Lee – Rezension von Irene Salzmann

BUCHBESPRECHUNG: SCHATTENFREUNDIN von Christine Drews – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: TODESRITUAL von Nick Stone – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: UNDERGROUND von Lee Child – Rezension von Michael Drewniok

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Felis Breitendorf, Bella C. Moremo und Petra Weddehage

Bildrechte: AbenteuerMilenaHimikoKomore” (AbenteuerMilenaHimikoKomore11.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Lykanthropie – Werwolfgeschichten aus dem sfbasar”

Erstellt von Margret Schwekendiek am 29. April 2013

Lykanthrophie – Werwolfgeschichten aus dem sfbasar

sfbasar.de-Anthologie Band 26

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Lykanthropie – dieser Begriff bezeichnet die Verwandlung vom Menschen in einen Wolf, damit kann man es auch als Mensch-Wolf-Sein definieren. Die tief verwurzelte Angst des Menschen vor dem Wolf beschäftigt Schriftsteller und andere kreative Köpfe schon seit vielen Jahren. Es gibt eine Reihe von bemerkenswerten Geschichten, Romanen und natürlich auch Filmen, die sich mit diesem Thema im weitesten Sinne beschäftigen. Dabei geht es um die Verwandlung an sich, unglückliche Werwölfe, die große Liebe zwischen Mensch und Wolf oder den Kampf gegen andere Fabelwesen. Auch das Aufziehen eines Kindes im Wolfsrudel, wie Kipling es im Dschungelbuch spannend beschrieben hat, bietet sich als Thema an. In Märchen geht es häufig um den großen bösen Wolf, und nur selten kommt er gut dabei weg. Warum nicht mal eines der alten Märchen nehmen und in eine moderne Form bringen? Ich könnte mir vorstellen, dass Rotkäppchen, aber auch der Wolf und die sieben Geißlein in einer anderen Fassung einen ganz besonderen Reiz besitzen.

Es wäre schön, wenn diese Hinweise eure Phantasie beflügeln und viele Wolfsgeschichten zusammenkommen. Ich freue mich darauf, wenn unheimliche, unheimlich schöne oder auch einfach nur skurrile Stories eine bunte Mischung mit dem Oberbegriff Wolf-Sein ergeben. Die Bandbreite der menschlichen Phantasie ist unerschöpflich und bringt eine Menge Lesespaß. Nun zu den Beiträgen:

FILMBESPRECHUNG: BLUE MOON – ALS WERWOLF GEBOREN (USA 2011) – Regie: Joe Nimziki – Rezension von Johannes Schäfer

DES TEUFELS MUSTERSCHÜLER – Kurzgeschichte von Margret Schwekendiek

BUCHBESPRECHUNG: DIE DUNKLEN WÄCHTER 3 – ZARTER MOND von Rachel Hawthorne – Rezension von Petra Weddehage

FILMBESPRECHUNG: DIE NACHT DER WÖLFE (Kanada 2010) – Regie: Philippe Gagnon – Rezension von Johannes Schäfer

BUCHBESPRECHUNG: DIE WERWÖLFE von Christoph Hardebusch – Rezension von Alexandra Balzer

HÖRBUCHBESPRECHUNG: DIE WERWÖLFE (Hörbuch) von Christoph Hardebusch – Rezension von Sandra Stockem

BUCHBESPRECHUNG: DUNKLES VERLANGEN – WOLF SHADOW 3 von Eileen Wilks – Rezension von Irene Salzmann

GELIEBTE ZWISCHEN DEN WELTEN – Kurzgeschichte von Anna Breitzke

BUCHBESPRECHUNG: HEIMKEHR – MERCY THOMPSON 1 von Patricia Briggs & David Lawrence – Rezension von Christel Scheja

BUCHBESPRECHUNG: UNDERWORLD 2: EVOLUTION – DER OFFIZIELLE ROMAN ZUM FILM von Greg Cox – Rezension von Irene Salzmann

BUCHBESPRECHUNG: RED RIDING HOOD – UNTER DEM WOLFSMOND von Leslie Johnson – Rezension von Yvonne Rheinganz

KARTENSPIELBESPRECHUNG: WERWÖLFE von Ted Alsbach – Rezension von Günther Lietz

WOLF – Kurzgeschichte von Margret Schwekendiek

BUCHBESPRECHUNG: WOLFENBLUT (Band 2) von Di Toft – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: WOLFSFIEBER – KREATUREN DER NACHT/NIGHT CREATURES 4 von Lori Handeland – Rezension von Irene Salzmann

BUCHBESPRECHUNG: WOLFSGESANG von Lori Handeland – Rezension von Irene Salzmann

NEU - WÖLFIN DES LICHTS – Leseprobe (Teil 1) der Fantasy- Trilogie „Roseend“ von Christa Kuczinski

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Außerdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muß das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Margret Schwekendiek

Bildrechte: LYKANTHROPIE – Werwolfgeschichten aus dem sfbasar” (werwolfgeschichten.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Skurrile Geschichten”

Erstellt von Susan Ott am 26. April 2013

“Skurrile Geschichten”

sfbasar.de-Anthologie Band 15

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Liebe Freunde, liebe Besucher, liebe Leser, liebe Community und vor allem liebe Freunde des Bizarren, Schrägen und Absonderlichen. Heute kann ich Euch wieder einen neuen Betrag anbieten, und ich hoffe, dass es Euch wie mir geht. Die Freude, witzige, eigenwillige und schräge Geschichten zu lesen und auch selbst zu schreiben, brachte mich dazu, diese Anthologie zu betreuen. „Skurrile Geschichten“ fasst all jene Erzählungen zusammen, die dem Leser einen nicht zu erwartenden Ablauf, eine nicht alltägliche Beschreibung bieten. Oft ist es auch nur der ungewohnte Blickwinkel. Doch fast immer kann man auch einen Funken Wirklichkeit darin entdecken und so verlässt man diese Geschichten mit einem Lächeln auf den Lippen.

Also liebe Leser, liebe Besucher und liebe Autoren und Community-Autoren, schreibt etwas, von dem ihr glaubt, dass es einen Berührungspunkt dazu gibt, so das Euer Werk in diese Anthologie aufgenommen werden sollte. Neben Prosa und Lyrik nehmen wir gerne auch anderweitige Texte mit in diese Ausgabe, wenn sie in irgendeiner Form dazu passen. Nur Mut, und nun greift zur Feder oder Tastatur, denn wir hoffen auf Eure Unterstützung. Von unseren Lesern und Besuchern der Seite hoffen wir auf Feedback, direkt in dem entsprechenden Beiträgen in Form von kurzen Kommentaren oder auch direkt hier in diesem Editoral, das ebenfalls Raum für jede Menge Kommentare bietet. Das wäre wirklich hilfreich nicht nur für die beteiligten Autoren sondern auch für uns als Herausgeber, damit wir uns ein Bild machen können, was warum gewünscht wird und was nicht und warum nicht, was uns bei weiteren Anthologien helfen kann, die richtigen Themen zu finden. Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Skurrile Geschichten” sprechen:

500 PFUND KARTOFFELSALAT – Science-Fiction-Story von Werner Karl

BUCHBESPRECHUNG: AUSGELACHT von Steffi von Wolff – Rezenion von Iris Gasper

DAS HERZ DER GALAXIS – Groteske von Anna Breitzke

BUCHBESPRECHUNG: DAS KÄNGURU-MANIFEST Band 2 von Marc-Uwe Kling – Rezension von Yvonne Rheinganz

DIE DAMPFNUDELQUETSCHE – Eine phantastische Erzählung von Günther Kurt Lietz

BUCHBESPRECHUNG: DIE HOLZHAMMER-METHODE von Fredrika Gers – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: DIE KÄNGURU-CHRONIKEN Band 1 von Marc-Uwe Kling – Rezension von Yvonne Rheinganz

BUCHBESPRECHUNG: DON MARTIN – DIE MAD-WERKE DER ZEICHNERLEGENDE (1956 – 1967) (MAD’s Große Meister 1) – Rezension von Gunter Arentzen

BUCHBESPRECHUNG: FINGER, HUT UND TEUFELSBRUT – SEIFFERHELD  3 von Tatjana Kruse – Rezension von Gunther Barnewald

GÖTTER DES OLYMP – Kurzgeschichte von Susan Ott

BUCHBESPRECHUNG: IMMER ÄRGER MIT OPA von Brigitte Kanitz – Rezension von Iris Gasper

JACK, DAS SOCKENMONSTER – ein unvollendeter Roman von Yvonne Rheinganz

KÖRPERFRESSER – Eine Fantasy-Kurzgeschichte von Barbara Wegener

LOUNGENGEFLÜSTER – Eine Kurzgeschichte von Christa Kuczinski

NEU - MÜTTER BRAUCHEN LANGE ARME! – Eine Shortstory von Petra Weddehage

BUCHBESPRECHUNG: SAUHAXN von Dorothea Böhme – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: SAG NIEMALS NIE von Dan Wells – Rezension von Yvonne Rheinganz

BUCHBESPRECHUNG: SCHLURI SCHLAMPOWSKI UND DIE SPIELZEUGBANDE von Brigitte Endres – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: VERFRESSEN, SAUSCHNELL, UNKAPUTTBAR. Das phantastische Leben der Kakerlaken von Hannes Sprado – Rezension von Werner Karl

BUCHBESPRECHUNG: VOM LIEBESLEBEN DER STECHPALME von Maria Kolenda – Rezension von Sandra Stockem

BUCHBESPRECHUNG: WER HIER STIRBT, IST WIRKLICH TOT von Maximo Duncker – Rezension von Iris Gasper

ZEIT ZU GEHEN – Shortstory von Susan Ott

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Das sfbasar.de-Team
i.A. Susan Ott

Bildrechte: Coverillustration “SkurileGeschichten1.jpg ” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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VENEDIG AN EINEM WINTERTAG – Leseprobe aus dem Steampunk-Roman “Die zerbrochene Puppe” von Judith und Christian Vogt

Erstellt von Judith Vogt am 25. April 2013

VENEDIG AN EINEM WINTERTAG

Leseprobe aus dem Steampunk-Roman

“Die zerbrochene Puppe”

von Judith und Christian Vogt

Ich konnte nicht sagen, warum, aber irgendwie sah es seltsam aus. Venedig eignet sich hervorragend als Kulisse für ein Ölgemälde, aber der von mir gewählte impressionistische Stil wollte nicht recht zu dem glatten, tückischen Eis passen, das die Kanäle bedeckte und sich, teils zu gefährlichen Schollen frierend, in die Untergeschosse der Häuser zu bohren drohte. Geradezu pittoresk wirkte eine eingefrorene Gondel, als habe man sie absichtlich dort platziert, zum Amüsement des Beobachters.

Ich ließ meinen Blick von der Staffelei sinken. Ich erwog, zunächst eine Kohleskizze zu fertigen. Ich zierte mich ein wenig, denn manchmal konnte es geschehen, dass ich eine Kohleskizze erstellte und dass sie besser war, als jedes fertige Bild es sein würde. Dann könnte ich es auch bei der Kohleskizze belassen – aber niemand würde Geld dafür ausgeben, welch Dilemma! Bei Æmelies Skizzen sah das anders aus – von ihr erwartete man keine Kunst, nur schnöde, möglichst offensichtlich dargestellte Fakten, doch von einem Maler erwartet man Ölschinken.

Ich seufzte und kramte meinen Zeichenblock aus der ledernen Umhängetasche. Die Kohlestifte steckten in einem kleinen metallenen Döschen, das ich vorsichtig neben mir auf die Bank legte. Allmählich wurde es kalt, trotz des Kissens, das ich mir vorsorglich mitgenommen hatte, um mich darauf zu setzen, und der Decken, in die ich mich gehüllt hatte.

Ich schlug den Block auf, die Stimmen ausblendend, die erneut versuchten, auf mich einzudringen.

Der Himmel sah nach Schnee aus – bleigraue Wolken zogen heran – und ist dieser Anblick dort, wo ich herkomme, doch alltäglich, so ist er in Venedig nur im Winterhalbjahr möglich. Das Sommerhalbjahr ist hier völlig eisfrei, es gibt keine Stelle des Mittelmeers, die dann zufriert, und die Bäche rinnen klar zwischen grünen Halmen und durstigen Baumwurzeln von den Alpen herunter. Kaum vorstellbar – und was für ein Motiv für ein Gemälde wäre es! Aber nein, wann mussten wir hier anreisen, Æmelie und ich? Im Winter – als hätten wir nicht genug Eis und Schnee zu Hause in Aquis!

„Im Sommer“, hatte sie gesagt, „ist hier alles voller Touristen. Reiche Leute aus dem Norden, die die warmen Monate hier genießen. Und um die Hotels auch im Winter vollzubekommen, richten sie Kongresse aus.“

Sehr klug war das von ihnen, doch wie frustrierend für einen Künstler, der eine schöne Wissenschaftlerin zur Frau hatte!

Es war so ein Triumph für sie gewesen … Wäre sie ein Mann, so wäre sie schon seit Jahren geladen gewesen, doch als Frau musste sie hart dafür arbeiten, und es musste dann schon der Prototyp für den Ersatz der Galvanischen Primärzelle, vielleicht sogar der Dampfmaschine sein, damit man überhaupt darüber nachdachte, einer Frau auf einem Kongress das Wort zu gewähren.

Doch nun überschlugen sie sich mit Lob, und alle wollten sie die Zusage, die Pläne für ihre Fabriken erwerben zu dürfen.

Doch Æmelie hielt sich zurück, sie würde sich erst entscheiden, wenn der Prototyp serienreif war.

Den Block aufschlagend sah ich die Skizze, die ich zuletzt angefertigt hatte – Æmelie, in ihrem ernsten schwarzen Anzug, mit dem Zylinder auf dem Kopf, den auch ihre männlichen Kollegen trugen, die Haare im Nacken streng zu einem Knoten gebunden, damit man ihr ihr Frausein so wenig wie möglich ansehen und zum Vorwurf machen konnte. Wie auf ein ungebetenes Kommando drängten sich die Stimmen wieder an mich heran.

„Sie müssen verstehen, mein Herr, dass ich diese Zusage noch nicht machen werde“, wiederholte Æmelie das, was sie nun schon seit Stunden herunterbetete. Ich wünschte mit, Domek wäre nun hier – trotz unserer Differenzen – denn der Spross der Herzogsfamilie von Pommern verstand sich darauf, mit Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit umzugehen und hatte Æmelie vor zwei Jahren unter seine Fittiche genommen.

„Sie wissen aber auch, junge Dame, dass wir eigene fähige Wissenschaftler haben, die nach dem Gleichen forschen. Wir werden Ihnen den Vorzug geben, wenn Sie jetzt unterschreiben.“ Einer der Männer raschelte mit Papier, doch Æmelie lachte lediglich.

„Forschung ist eine Sache und die Verwendung der Ergebnisse eine andere. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich am Prototyp arbeiten und alles andere meinem Anwalt überlassen.“

„Sehr gut“, schaltete sich die Stimme einer älteren Dame ein, der Gattin eines Großindustriellen aus München, wie Æmelie mir gesagt hatte. Sie war eine knallharte Geschäftsfrau und hervorragend geeignet, ihren Mann zu vertreten. „Dann geben sie mir schon einmal die Adresse, und ich sende ihm ein Telegramm.“

Æmelie schien zu zögern. Ich schlug die Skizze von ihrem Triumph vorsichtig um und setzte den Kohlestift auf der nächsten Seite auf – zog mit lockerer Hand einen jener berühmten Brückenbögen, über den eine Frau mit einem aufgespannten Regenschirm flanierte. Auch sie ergänzte ich; bevor sie die Brücke verlassen konnte, wurde sie rasch von mir eingefangen.

„Dieser Anwalt ist hoffentlich keine Frau, sondern jemand, mit dem man auch sachlich reden kann? Diese Galvanische Gasbatterie, wie Sie sie nennen, ist schließlich kein Säugling, der für immer an Ihrer Mutterbrust hängen muss.“ Die Stimme war unangenehm, und das Auf- und Abschreiten ihres Besitzers wurde vom klackenden Geräusch eines Spazierstocks begleitet. Ich bezwang mich, mich nicht nach ihm umzudrehen. Es waren viele unangenehme Menschen auf dem Kongress gewesen, das war mir nicht entgangen – und viele von ihnen schienen sich dem Ziel verschrieben zu haben, eine junge Wissenschaftlerin zu verunsichern.

Entsprechend empört schnappte Æmelie nach Luft, doch die Industriellengattin stand ihr bei.

„Es gibt keinen Grund, so etwas zu unterstellen, Professor. Nicht wahr, meine Gute? Wir Frauen lassen uns nicht ewig auf diese Weise behandeln!“

Auch ich hatte etwas dagegen, dass man Frauen auf diese Weise behandelt. Insbesondere meine Frau, die, schön und klug wie sie war, einen verarmten adligen Künstler geheiratet hatte und diesem sein verarmtes adliges Künstlerdasein gewährte, während sie sich zu einer angesehenen Forscherin mauserte. Einer Forscherin, die mit dem Patent auf die Galvanische Gasbatterie – oder die Erlenhofen-Brennstoffzelle, wie ich sie bereits in Gedanken zärtlich nannte – zu Ruhm und Reichtum kommen würde.

„… selbstverständlich zum Patent anmelden!“, nagte diese schreckliche Unterhaltung erneut an meiner Geduld und Konzentration, als habe sie meine Gedanken gelesen.

„So selbstverständlich ist das nicht. Wenn Sie beispielsweise einen Forschungsvertrag mit uns abschließen und auf das Patent verzichten, sichern wir ihnen eine lebenslange Pension und die nötigen finanziellen Mittel für alles, woran Sie immer schon forschen wollten. Hatten Sie nicht auch einmal eine Schwäche für die Entwürfe von Flugmaschinen? Auch dafür würden Sie Zeit finden.“

„Was für ein Unsinn, hören Sie bloß nicht auf ihn, Frau von Erlenhofen!“ schaltete sich erneut die Stimme der betagten Dame ein. Sie schnalzte mit der Zunge. „Und im Übrigen wird es mir hier zu kalt. Wollen wir uns nicht in ein Teehaus setzen?“

Ich zog noch einige uninspirierte Striche, die mich der Tatsache gemahnten, dass meine Muse sich bereits für heute verabschiedet hatte. Oder vielmehr, dass meine Muse in ein Streitgespräch mit entsetzlich engstirnigen Menschen vertieft war. Dann schlug ich den Block zu und verstaute Block, Kohlestift, Döschen und die im eisigen Wind bereits an Viskosität zunehmenden Ölfarben in meiner abgegriffenen Tasche.

„Liebling“, warf ich ein, „wollen wir uns nicht auf den Weg machen? Es ist spät, und vielleicht willst du über all diese freundlichen Angebote nachdenken?“

Ich warf der Runde aus grimmig dreinblickenden Menschen ein verhaltenes Lächeln zu, das nicht erwidert wurde. Æmelie jedoch strahlte mich an, als sei ich ihr Erlöser in schwerer Stunde – was ich vermutlich auch war. Ja, das waren wir füreinander, Æmelie und ich.

Zu schade, dass der letzte Tag unseres Zusammenseins auf Erden nicht nur angebrochen war, nein, er wurde auch bereits alt – doch dieser Umstand war mir natürlich nicht bewusst, sonst hätte ich sicherlich etwas anderes mit unserer Zeit anzufangen gewusst, als mich mit einer klapprigen Staffelei, einer kleinen Leinwand und meiner Ledertasche zu beladen und hinter Æmelie und ihren geschätzten Kollegen und Gönnern herzustolpern.

Es war der vierte Tag des 7. Internationalen Kongresses der Gesellschaft für Außerordentliche Naturwissenschaften – Schwerpunkt Elektrizität. Und der letzte in Æmelies Leben.

Der düstere Flur einer kleinen Kaschemme, schwarze Kreide

Ich weiß gar nicht mehr, was ich dachte, als sie kamen. Der Schlaf hatte mich bereits fest im Griff, doch Æmelie, die entschlossen zu sein schien, ihre zu treffenden Entscheidungen nicht zu überschlafen, sondern wachen Geistes zu überdenken, weckte mich mit einem Rütteln an der Schulter.

„Naðan!“

Es gab eigenartige Geräusche im Flur unseres Gästehauses – ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich auch für kleines Geld etwas mehr Komfort und Vertrauenswürdigkeit erwartet hätte. Es waren Geräusche, als stolpere jemand immer wieder über ein und dieselbe Stufe. Und ich kannte diese Stufe, sie ragte auch tagsüber heimtückisch im schlecht erleuchteten Flur auf und ließ den Unvorsichtigen stolpern, vor allen Dingen, wenn er gleichzeitig mehrere unhandliche Dinge trug.

Æmelie hatte sich aufgesetzt, sie drückte ihre alte, am Hinterkopf bereits gesprungene Puppe Ynge an sich, eine Marotte, die sie noch aus ihren einsamen Kindertagen behalten hatte.

„Sicher nur ein Betrunkener, der nach Hause kommt“, murmelte ich, denn, wie gesagt, wir befanden uns nicht an der feinsten Adresse Venedigs.

„Es hört sich regelmäßig an. Wie ein Automat“, flüsterte sie. Aus einem anderen Zimmer schrie ein Mann auf Italienisch, ich hörte verschiedene unschöne Worte heraus, die mir zu meinem Leidwesen bekannt waren, doch Æmelie zerrte fortwährend an mir.

„Steh auf, Naðan!“ Die Dringlichkeit in ihrer Stimme ließ mich gehorchen, töricht stand ich da in meinem Nachthemd. Ich nahm meinen Spazierstock zur Hand, fühlte mich unangemessen ausgerüstet und schrecklich unangezogen.

„Ich gehe nachsehen, Liebste!“, seufzte ich, und tastete im bleichen Licht des Mondscheins, das der Schnee durch die Ritzen der Fensterläden widerspiegelte, nach der Petroleumlampe auf dem Nachttisch. Den Stock klemmte ich mir unter den Arm, um nach Streichhölzern zu tasten, doch Æmelie seufzte pragmatisch und öffnete mit einem Ruck die Fensterläden. Das an das Schattenspiel einer Photographie erinnernde Licht der Nacht fiel herein und erlaubte ihr, einige Skizzen zusammenzuraffen.

„Was machst du denn nur?“

„Hörst du das denn nicht?“, fragte sie atemlos, und in ihren Augen glänzte die Angst. Ja, immer noch waren stolpernde Geräusche im Flur. Mehr nun, als wäre der ganze Flur voll von taumelnden, betrunkenen Gestalten. Eine Tür wurde geöffnet, der Beleidigungen schreiende Mann trat in den Korridor – und erst, als er einen schrecklichen, gepeinigten Laut von sich gab, wurde mir klar, dass Æmelie recht haben musste.

„Durch das Fenster?“ flüsterte ich, mit einem Mal schien mein flatterndes Herz meinen ganzen Brustkorb auszufüllen und drohte, mich zu erdrosseln. Dann endete der Schrei des Mannes im Flur mit einem schnappenden Geräusch.

Æmelie blickte hinaus, aber natürlich sah sie dort das, was wir immer sahen, wenn wir hinausblickten: ein Stockwerk unter uns gähnten ein schmutziger gefrorener Kanal und die ungepflegte, vom kalten Wind blank gefrorene Hauswand.

„Ich … ich weiß nicht. Wenn wir stürzen und einbrechen, werden wir sterben“, zitterte ihre Stimme, mit einem Mal zaghaft, zu mir herüber.

„Wenn wir den Flur betreten …“, entgegnete ich, „es hört sich so an, als stürben wir dann auch!“

„Kletter voraus!“, bat sie, die Hose ihres Anzugs rasch anziehend, das Nachthemd an der Hüfte zu einem Knoten bindend. „Dann sehe ich, wo du hingreifst.“ Schließlich drückte sie mir noch den Porzellanleib der Puppe entgegen.

Ich schluckte, band mir den Spazierstock, mit dem ich mich notfalls zu wehren wusste, an das Gürtelband meines Nachthemds und kleidete mich ebenfalls mit einer Hose an. Die Puppe Ynge steckte ich in meinen Gürtel.

Es war ruhiger im Flur geworden. Das jedoch, so wurde mir klar, musste daran liegen, dass die tumben Schritte gelernt hatten, die tückische Stufe zu überwinden. Nicht nur das – nein, nun versuchten sie sich gar an einer Türklinke. Der Türklinke unserer verriegelten Zimmertür, die in dem kleinen Zimmer keine zwei Meter von uns entfernt war. Ein eisiges Messer schnitt mitten in die riesige, zitternde Luftblase, zu der mein Herz geworden war und hinterließ einen kleinen Hautbeutel, der des Schlagens nicht mehr mächtig schien.

„In Ordnung. Du musst mir direkt folgen!“, wisperte ich, zwang mich zu Entschlossenheit und schwang mich auf das Fensterbrett. Ich sah hinab. Es war eiskalt unter mir – und wir würden sterben. Wir würden hinabstürzen, einbrechen, versinken und im Frühjahr als aufgedunsene Leichen wieder zum Vorschein kommen. Und die Puppe Ynge wäre vermutlich das, was von uns noch am besten erhalten sein würde.

Zusammen mit dem steinernen Fensterbrett ergriff ich auch den letzten Rest Mut, der in mir war. Ich küsste Æmelie nicht, wie hätte ich auch ahnen können, dass es die letzte Gelegenheit war?

Ich ließ mich hinab, sie hielt meine Armgelenke, während meine Füße auf einem schmucklosen Gesimse Halt fanden.

„Komm runter!“ rief ich, denn Geräusche von drinnen übertönten das nächtliche Schwanken und Schnaufen Venedigs und den eisigen Wind. Es waren die Geräusche von groben Hieben, von zersplitterndem Holz. Æmelie ließ mich los, um zur Tür herumzufahren, ich wollte nach ihr greifen, verlor den Halt am Fensterbrett – mit einem raschen Schritt wollte ich mich mit dem Rücken gegen die Hauswand strecken, um meinem Körper keinen Drall nach vorn und unten zu gewähren, doch meine Füße rutschten vom schmalen, überfrorenen Sims, als meine Ohren Æmelies gellenden Schrei hörten. Ich fiel – ich fiel, und wusste, dass wir uns in nur wenigen Augenblicken wiedersehen würden, in irgendeinem fernen, unwahrscheinlichen Paradies, in das auch Wissenschaftler gelangten. Doch dann prallte ich auf dem Eis auf, die Scholle knackte bedrohlich, ein Riss entstand mit einem widerlichen Geräusch, und etwas anderes knackte an meinem Gürtel. Als bäte ich um ein Omen, was das Schicksal Æmelies anging, riss ich Ynge heraus – beim Sturz hatte das Porzellan ihres Kopfes einen weiteren tiefen Riss erhalten, der sich vom Hinterkopf, an dem kostbare, seidige Haare befestigt waren, bis zu einem ihrer Augen zog. Grausig sah dieser Sprung aus. Grausig waren die Geräusche, die aus unserem Zimmer drangen. Æmelie schrie, ich sah ihr Gesicht am Fenster, wie ihre Finger den Rahmen umklammerten, als sie versuchte, mir einfach mit einem verzweifelten Sprung zu folgen. Doch irgendetwas musste sie bereits gepackt haben, mit einem grässlichen, reißenden Geräusch wurde sie vom Fenster fortgezerrt. Ihr letzter Blick zu mir herab war leer, ihr Schrei erstarb. Nein …

Ich hätte mich geweigert, anzunehmen, was ich sah, hätte nicht in dem Moment, in dem ich ihre Stimme zum letzten Mal hörte – mit diesem sterbenden, seufzenden Schrei, dessen Konsequenz mein Geist sich zu erfassen weigerte – Ynge ihre himmelblauen Augen geöffnet. In der Dunkelheit der Nacht schienen sie eine spiegelnde Schwärze zu sein, als sie mit Æmelies Stimme sprach: „Sie ist tot, Naðan. Lauf weg!“

Copyright (C) 2012 by Judith und Christian Vogt. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Autoren und des Feder-&-Schwert-Verlags.
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Bildrechte: “Vintage (Steampunk5.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Zum Blog der Autorin

Wer wissen möchte, wie die Geschichte beginnt und wie sie auch endet, kann über die beigefügten Bestelllinks oder mit Klick auf das Buchcover den Titel bestellen!


Judith und Christian Vogt
Die zerbrochene Puppe

Feder & Schwert, 2012
ISBN 978-3-86762-156-4
Steampunk, Horror, Abenteuerroman
kartoniert
Umfang 400 Seiten
Umschlaggestaltung: Oliver Graute

www.feder-und-schwert.com
www.jcvogt.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch 24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Rezension von Clockworker.de:

Das Steampunk-Label des Verlags Feder & Schwert ist weiterhin das Highlight der deutschen Steampunk-Literatur. Ganz davon abgesehen, dass sie als einziger deutscher Verlag mit “Steampunk” Werbung machen und die Bücher explizit so ausschreiben, entdecken sie eine Perle nach der anderen und zeigen, dass es auch abseits des amerikanischen Mainstreams spannende Werke gibt. Aktuelles Beispiel dieser Glücksgriffe ist der Roman “Die zerbrochene Puppe” von Judith und Christian Vogt.

Als Steampunk-Roman ist er gleich in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Zum handelt es sich um deutsche Autoren, zum anderen – was ich persönlich unglaublich gut finde – spielt die Geschichte nicht in London oder Seattle, sondern in Kontinental-Europa. Dabei sind die Handlungsorte kein austauschbares Beiwerk, sondern bringen ihre eigene Kultur und Prägung der Protagonisten in die Handlung ein. Friesische Luftpiraten, Städte in den norwegischen Eisbergen, die Orte sind ebenso wichtig wie die Charaktere und die Handlung, was sich auch in der Sprache der einzelnen Protagonisten niederschlägt. Die nordische geprägten Orte schlagen sich auch in den Namen wieder, wir begleiten Naðan und seine Puppe Ynge, in der der Geist Æmelies wohnt. Auch wenn die Sonderzeichen für einen deutschen Leser eher ungewöhnlich sind, ist diese Namensgebung beim Lesefluss kein Nachteil.

Der “Held” Naðan ist auch alles andere als ein Held, zerbrochen durch den Verlust seiner großen Liebe, am Rande des Wahnsinns, schleicht er als feiger und getriebener Geist durch die Handlung (so sehr, dass ich ihm gerade am Anfang gerne mal geschüttelt hätte) und sucht nach den Hintergründen für den Tod von Æmelie. Allerdings wandelt er sich, lernt dazu und mit ihm nimmt auch die Geschichte Fahrt auf – bis zu ihrem rasanten Finale.

Die Technik ist angenehm “realistisch” und greift nicht in die Fantasy-Kiste, bei der einfach alles nur einen Technobabbel-Namen braucht, um zu funktionieren. Ich vermute, dass dahinter Christians Vogts Physikstudium steckt. ;)

Mein einziger (persönlicher) Kritikpunkt: Mir ist der Pace am Anfang etwas zu träge und Naðan “mimimi” hat mich echt genervt. Das gibt sich aber sehr schnell und der Rest des Romans macht das mehr als Weg. Es bleibt zu hoffen, dass Judith und Christian bald wieder die Fantasy-Wälder verlassen und ein Luftschiff besteigen, so dass wir bald einen neuen Steampunk-Roman aus ihrer Feder lesen dürfen. Das ergibt insgesamt:

9 von 10 Cocktails

Copyright 2013 © Alex Jahnke (clockworker.de)

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Leseproben, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Künstliche Intelligenzen”

Erstellt von Detlef Hedderich am 23. April 2013

Künstliche Intelligenzen

sfbasar.de-Anthologie Band 28

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

„Künstliche Intelligenz“ oder kurz „KI“ bezeichnet den Versuch, eine menschenähnliche Intelligenz nachzubilden, etwa in Form eines Computerprogramms. Gängigerweise wird damit aber auch oft eine nachgeahmte, vorgetäuschte Intelligenz bezeichnet, insbesondere bei Computerspielen, die durch meist einfache Algorithmen ein intelligentes Verhalten simulieren.

Die Vorstellung von künstlicher Intelligenz beschäftigt die Menschen schon seit langer Zeit. Computerprogrammexperte John McCarthy prägte 1955 den Begriff „artificial intelligence“ (“künstliche Intelligenz“). McCarthy ist der Erfinder der Programmiersprache LISP, eine der ersten Implementierungen eines Logikkalküls auf einem Computer. Seit der Klassischen Moderne wird dieser Begriff in Kunst, Film und Literatur dargestellt.

Die Begrifflichkeit von Künstlicher Intelligenz hat viele Wissenschaftler aber auch Philosophen dazu veranlaßt, Probleme wie das Verhältnis zwischen Materie und Geist, die Ursprünge des Bewußtseins, die Grenzen der Erkenntnis, das Problem der Emergenz, die Möglichkeit außermenschlicher Intelligenz usw. in einem neuen Licht zu betrachten und zum Teil neu zu bewerten.

Die Fragen, die sich letztlich stellen, ob KIs den Menschen einmal in allen Belangen an Intelligenz, an Wissen usw. haushoch übertreffen werden, sind dabei ebenso als Themen für Beiträge dieser Anthologie geeignet als auch die Fragen danach, ob diese Künstlichen Intelligenzen jemals so etwas wie Menschenrechte, Selbstbestimmungsrechte, ein wirkliches Ich-Bewußtsein oder so etwas wie eine Seele erreichen werden.

Vielleicht sind es ja Künstliche Intelligenzen außerirdischen Ursprungs, mit denen wir einmal Kontakt haben werden, deren Schöpfer und Erfinder schon seit undenkbar langen Zeiten aufgehört haben in ihrer ursprünglichen Form zu existieren.

Möglicherweise trifft das dann aber auch auf die Menschheit zu und letztlich werden die außerirdischen KIs mit denen Kontakt haben, die nach dem Aussterben der Menschheit unser Erbe fortsetzen. Vielleicht sind überall im Universum die eigentlichen Bewohner solche KIs, deren Schöpfer nicht mehr existieren.

Vielleicht ist das ja sogar ein evolutioneres Standartmodell des Universums und so etwas wie biologische Wesen als Schöpfer nehmen nur einen kurzen Zeitraum in diesem Prozeß ein.

Ich würde mich jedenfalls darüber freuen, wenn diese und auch viele andere Fragen zu diesem Themenkomplex in Form von Beiträgen für diese Anthologie Gegenstand guter Storys und Ähnlichem werden würden. Was könnt Ihr mir anbieten? Ich kann bislang folgende Beiträge anbieten:

FILMBESPRECHUNG: 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM – Regie: Stanley Kubrick (GB 1969) – Rezension von Michael Matzer

BUCHTIPP der sfbasar-Redaktion: C-SYSTEME von Johan Lagerkvist

DAS ENDE DER ERDE (irgendwann einmal) – Leseprobe (Teil 1) – aus dem Roman “Die Leere” von Rüdiger Uckert

IN VORBEREITUNG: DAS ENDE DER ERDE (irgendwann einmal) – Leseprobe (Teil 2) – aus dem Roman “Die Leere” von Rüdiger Uckert

BUCHBESPRECHUNG: DER RING von Paul Melko – Rezension von Gunther Barnewald

NEU - DIE LETZTE – SF-Story von Miriam Kleve

DIE MACHT DER ASCHE – Eine Science Fiction Geschichte von Michael Bahner

DUNKELHEIT – Science-Fiction-Kurzgeschichte von Ann-Kathrin Karschnick

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 1) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 2) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 3) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans “Das Paradies der Schriftlosen” von Detlef Hedderich

BUCHBESPRECHUNG: EMERGENZ – DIGITALES ERWACHEN (Kampagnenbuch für Shadowrun) – Rezension von Günther Lietz

BUCHBESPRECHUNG: EREBOS von Ursula Poznanski – Rezension von Iris GasperBUCHBESPRECHUNG: FIREBIRD von Jack McDevitt – Rezension von Gunther Barnewald

BUCHBESPRECHUNG: FÖRCHTBAR MASCHIEN von Iain Banks – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: GESTRANDET von Colin Harvey – Rezension von Michael Drewniok

HAINLEINS EXPERIMENTE – Eine utopisch phantastische Kurzgeschichte von Günther K. Lietz (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 1/2013 – Geteilter Preis)

BUCHBESPRECHUNG: Krieg der Seelen – Kultur-Zyklus 7 von Iain Banks. – Rezension von Armin Möhle

MENSCH VERSUS ABDITUM MENTIS – ODER: DIE KORREKTUR DER INFORMATIONSVERBREITUNG VON KONTAKTEN MIT AUSSERIRDISCHEN – SF-Kurzgeschichte von Detlef Hedderich

BUCHBESPRECHUNG: RING O – BIRTHDAY von Kôji Suzuki – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: SCHAUMSCHWESTER von Thor Kunkel – Rezension von Thomas Hofmann

BUCHBESPRECHUNG: TOR ZUR APOKALYPSE (Star Trek – The Next Generation) von Scott & David Tipton – Rezension von Christel Scheja

BUCHBESPRECHUNG: ÜBERSETZUNG AUS DEM KOLOSIANISCHEN von Jack McDevitt - Rezension von Armin Möhle

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Außerdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muß das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A.
Detlef Hedderich

Bildrechte: “Künstliche Intelligenzen” © 2013 by Karlheinz R. Friedhoff. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite:  http://www.charlys-phantastik-cafe.de/

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Psychogenese – Dem Wahnsinn auf der Spur”

Erstellt von Maria Nazira am 22. April 2013

“Psychogenese – Dem Wahnsinn auf der Spur”

sfbasar.de-Anthologie Band 16

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial: Liebe Besucher, Autoren und Leser wieder startet ein weiterer Beitrag für diese Anthologie, zu erkennen an dem vor den Beitrag vorangestellten roten Zusatz: “NEU“. Alle Community-Autoren, Rezensenten und solche, die es werden wollen, sind ebenfalls herzlich dazu eingeladen zahlreiche Beiträge zu schreiben und damit diese Themensammlung mit Lesestoff zu füllen. Rückmeldungen in Form von Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschlägen seitens der Autoren und Leser sind wie immer ausdrücklich erwünscht und werden gespannt erwartet.

Das Thema lautet: Psychogenese

Was bedeutet Psychogenese?

Zum einen beschreibt der Begriff die Entwicklung und Veränderung einzelner seelischer Fähigkeiten sowie der seelischen Struktur (Psyche) eines Menschen im Verlauf seines Lebens (Ontogenese). Zum anderen beinhaltet das Wort Psychogenese die Entstehungsgeschichte von psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen (auch Psychogenie genannt) sowie deren psychische Ursachen und Bedingungen.

Denkbar sind hier unter anderem Geschichten über die Entwicklung vom Kind bis hin zum Erwachsenen, Storys über den Hintergrund von Verhaltensänderungen oder auch die Beschreibung einer psychischen Störung mit ihren Ursachen. Die Entwicklung einer Person/Gestalt bietet jedem Autor unendliche Möglichkeiten.

Also lasst Eurer Phantasie freien Lauf, schnappt Euch Feder, Bleistift, Kuli, Tastatur oder was Ihr sonst so bevorzugt und schickt uns Eure Kurzgeschichten, Gedichte, Rezensionen, Artikel und mehr! Wir erwarten freudig Eure zahlreichen Beiträge.

Solltet Ihr noch zweifeln, ob Eure Ideen hierhin passen, helfen die bereits vorhandenen Beiträge vielleicht bei der Entscheidungsfindung.

Aber genug der Worte. Lassen wir jetzt die Beiträge zum Themenkreis: “Psychogenese” sprechen:

BUCHBESPRECHUNG: ALLES MUSS VERSTECKT SEIN von Wiebke Lorenz – Rezension von Iris Gasper

ANGST IN DIR – Kurzgeschichte von Sascha Ladra (sfb-Preisträger Platz 3 im Storywettbewerb 1/2010)

DAS TROCKENBAD – Eine Kurzgeschichte von Maria Nazira

DESPERATE ANGELS – Leseprobe des gleichnamigen Romans von E. M. Ross

BUCHBESPRECHUNG: Die Angst hat tausend Namen von Christopher Evans (Hg.) – Rezension von Michael Drewniok

ERKENNTNIS AUF UMWEGEN – eine Fantasy-Kurzgeschichte von little_wonni

GUARDIAN ANGELS – Leseprobe des gleichnamigen Romans von E. M. Ross

BUCHBESPRECHUNG: Hannes von Rita Falk – Rezension von Sandra Stockem

FILMBESPRECHUNG: HEARTLESS (GB 2009) – Regie u. Drehbuch: Philip Ridley – Rezensiert von Michael Drewniok

IM PSYCHIVERSUM – Eine fantastische Kurzgeschichte von Michael Bahner

NEU - MARC ZEICHNET SCHWARZ-WEISS – Leseprobe (Teil 1) aus dem gleichnamigen Roman von Karsten Harms

IN VORBEREITUNG: MARC ZEICHNET SCHWARZ-WEISS – Leseprobe (Teil 2) aus dem gleichnamigen Roman von Karsten Harms

IN VORBEREITUNG: MARC ZEICHNET SCHWARZ-WEISS – Leseprobe (Teil 3) aus dem gleichnamigen Roman von Karsten Harms

FILMBESPRECHUNG: PATHOLOGIE JEDER HAT EIN GEHEIMNIS (USA 2008) – Regie: Marc Schöllermann – Rezension von Michael Drewniok

BUCHBESPRECHUNG: PSYCHO von Robert Bloch – Rezension von Michael Drewniok

FILMBESPRECHUNG: THE CHAIR (Kanada 2007) – Regie: Brett Sullivan – Rezension von Michael Drewniok

FILMBESPRECHUNG: TRIANGEL – DIE ANGST KOMMT IN WELLEN (GB/Australien 2009) – Regie u. Drehbuch: Christopher Smith – Rezensiert von Michael Drewniok

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

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Das sfbasar.de-Team
i.A. Maria Nazira

Bildrechte: “Psychogenese – Dem Wahnsinn auf der Spur” (Psychogenese5.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Waffentod – Im Meer der Zeiten”

Erstellt von Cameo Flush am 15. April 2013

“Waffentod – Im Meer der Zeiten”

sfbasar.de-Anthologie Band 10

mit Beiträgen der Community-Autoren

des Literatur-Blogs “sfbasar.de”

Editorial

Liebe Besucher, liebe Leser, liebe Community-Autoren

Die Anthologie wächst – heute kann ich Euch neue Leseproben anbieten! Sämtliche Community-Autoren und solche, die es werden wollen, sind weiterhin aufgerufen, die Anthologie mit zahlreichen Beiträgen zu bereichern. Rückmeldungen in Form von Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschlägen sind ausdrücklich erwünscht.

Der Titel dieser Anthologie lautet: WAFFENTOD

Der Tod ist Teil des Lebens und in der Regel dürfte ihm niemand entgehen können. Den Tod nicht durch Altersschwäche, durch Unfall oder Krankheit zu erleben, sondern durch den Einsatz einer Waffe, wird ebenso sicher niemand erleben wollen. Sicher? Was ist aber mit hoffnungslos Kranken? Ist Sterbehilfe – ob nun durch ein Medikament oder durch eine Waffe – nicht etwas, was der/die Leidende sich sogar erhofft? Oder ein stolzer Krieger, der nur ehrenvoll im Kampf sterben will, um dann an der Seite seiner Ahnen und Götter ein neues Dasein zu genießen? In allen Zeitaltern wurden Menschen durch Waffen getötet, ob barbarisch, modern oder futuristisch. In vielen Fällen dürfte so ein Waffentod eine Qual, eine Überraschung, ein Drama gewesen sein. In manchen Fällen eine Erlösung. Von all diesen Facetten soll diese Anthologie handeln.

Grundsätzlich ist hier jeder Beitrag, der sich mit dem Thema befasst, willkommen. Wir suchen nicht nur Geschichten sondern auch Gedichte, Leseproben und Artikel. Das Copyright der eingereichten Beiträge, unabhängig von der Art des Beitrags, muss wie immer beim jeweiligen Autor liegen.

Die zahllosen Beiträge unserer Community-Autoren erwarten wir ebenso gespannt, wie die Kommentare unserer Leser.

Euer Cameo Flush

Und jetzt zu den Beiträgen:

BOMBARDEMENT – Leseprobe 2 aus der Fantasy-Trilogie “Ninragon – Band 1: Die standhafte Feste” von Horus W. Odenthal

BROT UND SPIELE – Leseprobe aus dem historischen Roman “Marcus – Soldat Roms” von Michael Kuhn

NEU – DAS ENDE DER ERDE (irgendwann einmal) – Leseprobe (Teil 1) – aus dem Roman “Die Leere” von Rüdiger Uckert

IN VORBEREITUNG: DAS ENDE DER ERDE (irgendwann einmal) – Leseprobe (Teil 2) – aus dem Roman “Die Leere” von Rüdiger Uckert

DAS HERZ DER ZIVILISATION (Teil 1): IDIRIUM – Leseprobe aus der Fantasy-Trilogie “Ninragon” – Band 2: “Der Keil des Himmel” von Horus W. Odenthal

(IN VORBEREITUNG) DAS HERZ DER ZIVILISATION (Teil 2): DER ANGRIFF – Leseprobe aus der Fantasy-Trilogie “Ninragon” – Band 2: “Der Keil des Himmel” von Horus W. Odenthal

DAS LICHT DER STERNE – Fantasy-Kurzgeschichte von Aileen P. Roberts

DAS MÄDCHEN (Teil 1) – Leseprobe aus dem Fantasy-Roman “Der letzte Engel” von Zoran Drvenkar (sfb-Preisträger “Beste Leseprobe Winter 2012″)

DAS MÄDCHEN (Teil 2) – Leseprobe aus dem Fantasy-Roman “Der letzte Engel” von Zoran Drvenkar

(IN VORBEREITUNG) DAS MÄDCHEN (Teil 3) – Leseprobe aus dem Fantasy-Roman “Der letzte Engel” von Zoran Drvenkar

DAS TESTAMENT – Science-Fiction-Story von Werner Karl

DER STOFF, DER DIE GEDANKEN TRÄGT – Leseprobe aus dem Roman: “Die Papiermacherin” von Conny Walden.

BUCHBESPRECHUNG: DIE GANGS VON NEW YORK – von Herbert Asbury – Rezension von Michael Drewniok

DIE MACHT DER ASCHE – Eine Science Fiction Geschichte von Michael Bahner

DIE NEBEL VON MERAGON – Leseprobe von Stephan Lössl

FEINDKONTAKT – Leseprobe Teil 1 aus dem Science Fiction-Roman „Der Widerstand“ von David Weber

(IN VORBEREITUNG) FEINDKONTAKT – Leseprobe Teil 2 aus dem Science Fiction-Roman „Der Widerstand“ von David Weber

(IN VORBEREITUNG) FEINDKONTAKT – Leseprobe Teil 3 aus dem Science Fiction-Roman „Der Widerstand“ von David Weber

BUCHBESPRECHUNG: HINTER GOTTES RÜCKEN von Bastian Müller – Rezension von Irene Salzmann

IM FEUER – Leseprobe aus der Fantasy-Trilogie “Ninragon – Band 1: Die standhafte Feste” von Horus W. Odenthal

BUCHBESPRECHUNG: IM MOND DES STYX von Alexander Lohmann – Rezension von Andrea Tillmanns

JÄGER VERSUS MENSCH – SF-Kurzgeschichte von Günther Kurt Lietz

KREUZ UND PFAHL – aus: “Die Spiegelkrieger des Druiden” Fantasy-Roman von Cameo Flush

BUCHBESPRECHUNG: KRIEGSGEBIETE von Roland Spranger – Rezension von Iris Gasper

BUCHBESPRECHUNG: PARANOIA – DER HINTERHALT – Band 1 von Trevor Shane – Rezension von Yvonne Rheinganz

BUCHBESPRECHUNG: RED SKY von Nate Southard – Rezension von Michael Drewniok

SKOTENPACK – aus: “Die Spiegelkrieger des Druiden” Fantasy-Roman von Cameo Flush

STONEHENGE – Leseprobe (Teil 2) aus dem gleichnamigen Band von Barbara Wegener

FILMBESPRECHUNG: The Hunter (Australien 2011) – Regie: Daniel Nettheim – Rezension von Michael Drewniok

ÜBERFALL AUF DER KURISCHEN NEHRUNG – Leseprobe aus dem Roman: “Die Bernsteinhändlerin” von Conny Walden.

BUCHREZENSION: VOM TODE VERWEST von Jesse Bullington – Rezension von Michael Drewniok

Liebe Community-Autoren: Weitere Beiträge sind erwünscht und sollen diese Anthologie ergänzen. Wir planen bei genügend Beiträgen, diese Anthologie hier auch als PDF-File zusammen mit einem Spendenbutton (für kleine Beträge zum jeweiligen Storywettbewerb) anzubieten. Ausserdem planen wir davon ein ebook und am Ende vielleicht sogar eine Printausgabe erscheinen zu lassen! Es liegt ganz an euch und eurer Teilnahme an den Anthologien! Wer also teilhaben möchte, der schreibt eine Geschichte oder einen Sachbeitrag zum Thema und stellt ihn bei uns als Artikel oder Story ein. Bei einer Story kann diese auch an den Storywettbewerben teilnehmen, muss das aber nicht zwingend! Wir hoffen auf eure Hilfe!

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Spende über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:



Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Das sfbasar.de-Team
i.A. Cameo Flush

Bildrechte: “Waffentod – Im Meer der Zeiten” (Waffentod41.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

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EIN REIZVOLLES ANGEBOT – ein Artikel von Denis Mourlane

Erstellt von BusinessVillage am 12. April 2013

Wenn ich Ihnen das Angebot machen würde, dass Sie nie wieder in Ihrem Leben negative Gefühle wie Angst, Trauer, Ärger, Frustration, Niedergeschlagenheit, Schuld oder Scham empfinden müssten, Sie dafür aber auch nie wieder positive Gefühle wie Freude, Gelassenheit, Glück, Zuversicht, Liebe, Stolz oder Demut empfinden würden – würden Sie das Angebot annehmen?

Wir haben diese Frage in den vergangenen zehn Jahren weit mehr als 25.000 Menschen im Rahmen von Vorträgen und Trainings gestellt. Was glauben Sie, ist dabei herausgekommen? Die Antwort: Wir können die Zahl der Personen, die das Angebot angenommen hätten, an den Fingern einer Hand abzählen. Warum ist das so? Weil wir alle wissen, dass negative Gefühle nun einmal Teil des Lebens sind, dass sie uns erst ermöglichen genau das Gegenteil, nämlich positive Gefühle wertzuschätzen und weil sie eben auch nützlich sind. Denn Angst warnt uns davor, dass eine Gefahr besteht, Ärger zeigt, dass gerade unsere Rechte verletzt werden, Frustration, dass wir nicht genügend Ressourcen zur Verfügung haben, Schuld, dass wir die Rechte eines anderen Menschen verletzt haben, Trauer, dass wir etwas verloren haben, und Peinlichkeit, dass wir gerade an Ansehen verloren haben. Sie tun dies insbesondere in ganz vortrefflicher Weise, wenn wir in der Lage sind, wie eben beschrieben, akkurat zu denken, nicht in irgendwelche Denkfallen tappen und somit Dinge nicht überzogen sehen.

Ich kann Sie mit diesem eben gemachten Angebot nun aber nicht einfach so im Regen stehen lassen und möchte Ihnen daher ein anderes Angebot machen. Dieses Angebot lautet, zu lernen, die positiven Dinge, die uns im Leben widerfahren und wahrscheinlich permanent passieren, »einfach« häufiger und bewusster wahrzunehmen. Sie erinnern sich: Resilienz hat vor allem etwas mit Wahrnehmungsprozessen, mit Perspektiven, die wir einnehmen, und der Art, wie wir denken, zu tun. Auch dies ist eine Eigenschaft, die hoch resiliente Menschen ganz automatisch und somit unbewusst haben, und die natürlich einen starken Einfluss auf ihr Wohlbefinden, ihren Optimismus und damit ihren Erfolg ausüben. Sie sehen das, was sie haben und das Positive, das ihnen im Leben widerfährt.

Entsprechend ist Positivity auch nicht das, was viele darunter verstehen: sich alles rosarot anzumalen also zum Beispiel, obwohl Sie vielleicht gerade arbeitslos geworden sind, Ihr Partner Sie deswegen und aus ein paar weiteren Gründen verlassen hat und Sie sich eingestehen müssen, dass Sie ein Alkoholproblem haben, sich vor den Spiegel zu stellen und zwanzig Mal zu sich zu sagen, dass alles ganz toll ist, dass es Ihnen ganz toll geht und eigentlich noch nie besser ging. Dann würden Sie sich anlügen und ebenso inakkurat denken, also etwas zu positiv sehen. Positivity ist in einer solchen Situation etwas anderes. Es bedeutet, ehrlich zu sich zu sein, seine Anteile an der Situation ehrlich herauszuarbeiten, seine Gefühle zuzulassen, daran zu glauben, dass es durch das eigene Handeln besser werden kann, und vielleicht auch, seine Situation mit der von anderen Menschen zu vergleichen, die einen Weg aus solch einer misslichen oder einer vielleicht noch viel schlimmeren Lage gefunden haben, und auch dadurch seine eigene Situation etwas erträglicher zu machen. Bei hoch resilienten Menschen können wir solche Haltungen dann häufig an Sätzen wie »Es gibt Menschen, denen es noch viel schlechter geht als mir« ablesen. Willy Brandt ist ein solcher Mensch, der einerseits als Bundeskanzler, SPD-Vorsitzender und Friedensnobelpreisträger einen sehr hohen persönlichen und beruflichen Erfolg hatte, auf der anderen Seite aber als Kind und Jugendlicher den Krieg, Niederlagen, Armut und Verfolgung durchstehen musste. Er sagte gegen Ende seine Lebens: »Ich habe die Erfahrung bestätigt gesehen, dass es hoffnungslose Situationen kaum gibt, solange man sie nicht als solche akzeptiert.«

Hoch resiliente Menschen sehen also die positiven Dinge, die ihnen im Leben widerfahren, und führen außerdem positive Erlebnisse und die damit einhergehenden positiven Gefühle aktiv herbei. Sie erinnern sich vielleicht an die Liste der negativen, nicht-resilienten Gefühle und die Themen, die dahinterstecken, die ich Ihnen beim Emotionsradar vorgestellt habe. Genau die gleiche Liste gibt es auch für positive, wir nennen sie auch resiliente Gefühle, und ich möchte Sie daher einladen, auch einmal Ihr Radar für diese positiven Gefühle einzuschalten:

  • Wir erleben Freude, gar Glück, wenn gerade alles so ist, wie es sein soll, und wenn uns etwas für uns Schönes widerfährt.
  • Wir erleben Stolz, wenn wir gerade eine tolle Leistung erbracht haben.
  • Wir erleben Zufriedenheit und Dankbarkeit, wenn wir merken, dass wir alles haben, was wir brauchen.
  • Wir erleben Interesse und Neugier, wenn wir vor einer Herausforderung oder Situation stehen, die genau unseren Vorstellungen entspricht.
  • Wir erleben Liebe, wenn wir anderen Menschen Kraft geben und diese auch wieder zurückbekommen.
  • Wir erleben Ansehen und Respekt, wenn andere Menschen gut über uns denken.
  • Wir erleben Demut, wenn wir ein realistisches Selbstbild und gleichzeitig einen Blick für das Ganze haben.
  • Wir erleben Zuversicht und Gelassenheit, wenn wir der Überzeugung sind, dass sich die Dinge zum Guten wenden werden, und wir daran glauben, dass wir selbst auf unser Leben Einfluss nehmen können.
  • Wir erleben Leidenschaft, wenn wir genau das tun, was uns entspricht.
  • Wir erleben einen positiven Selbstwert nicht dann, wenn wir uns immer ganz toll finden, sondern dann, wenn wir uns mit unseren Stärken und unseren Schwächen, also so wie wir nun einmal gerade sind, erst einmal annehmen.

Wie häufig erleben Sie diese einzelnen Gefühle? Gibt es in Ihrem Leben vielleicht ein Gefühl, das Sie häufiger erleben könnten, wenn Sie einmal realistisch und ehrlich auf Ihr Leben schauen würden? Auch hier mache ich in Trainings und Coachings immer wieder die Erfahrung, dass diese Fragen die Menschen, die ich bei ihrer persönlichen Entwicklung unterstütze, sehr nachdenklich stimmen. Denn diese Fragen stoßen genau in die Kerbe der in der Einleitung dieses Buches formulierten These: Wir haben so ziemlich alles, was wir benötigen, um ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen, und selbst wenn uns das Schicksal nicht mit den Rahmenbedingungen gesegnet hat, die wir erst einmal für ein erfolgreiches Leben benötigen, zeigen uns die Beispiele vieler wahrscheinlich hoch resilienter Menschen, wie viele Möglichkeiten ganz einfach direkt in uns selbst stecken, um diesem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Wir tragen die Instrumente also permanent mit uns herum, müssen also »nur« lernen, sie zu benutzen.

Beispiel Uwe Hück

Ein diesbezüglich bemerkenswertes Beispiel ist aus meiner Sicht Uwe Hück, Betriebsratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der Porsche AG. Hück verlor im Alter von zwei Jahren seine Eltern durch einen Verkehrsunfall und wuchs in einem Kinderheim auf. Der gängigen Meinung folgend, hatte er als Sonderschüler somit erst einmal nur wenige Chancen, ein erfolgreicher Mensch zu werden. Heute ist er ein Mann, der die Zukunft eines äußerst erfolgreichen Unternehmens aktiv mitgestaltet. Im Titel seiner gerade erschienenen Autobiografie Volle Drehzahl – Mit Haltung an die Spitze kommt der Begriff Haltung daher sicherlich auch nicht zufällig vor und die Tatsache, dass er es allen »Kindern, die glauben im Leben keine Chance zu haben« widmet, zeigt: Auch bei ungünstigen Startbedingungen können wir enorm viel aus unserem Leben machen.

Was glauben Sie nun, was die Antworten sind, die die Menschen auf die Fragen nach den oben aufgelisteten positiven Gefühlen geben? Hier nur ein paar Beispiele: »Es stimmt schon, dass ich mir nie die Zeit nehme, mal auf meine Erfolge zu schauen und stolz darauf zu sein. Ich sehe das eigentlich als selbstverständlich an und gehe dann gleich zur Tagesordnung über«, »Es stimmt schon, dass ich viele Menschen um mich herum habe, die mir Kraft geben und mich auch respektieren. Ich denke nur nie daran«, »Es stimmt schon, dass ich einen Beruf habe, der mir sehr viel Spaß macht und in dem ich mich selbst verwirklichen kann« oder »Es stimmt schon, dass es mir eigentlich sehr gut geht, ich so ziemlich alles habe, was ich brauche«.

Denis Mourlane
Resilienz
Die unentdeckte Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen
1. Auflage BusinessVillage 2012
232
Seiten
ISBN 978-3-86901919
24.80 Euro
Pressematerialien: http://www.businessvillage.de/presse-895

http://www.businessvillage.de/Resilienz/eb-895.html

Der Autor
Dr. Denis Mourlane ist ehemaliger Stipendiat der Christoph-Dornier-Stiftung, Diplom-Psychologe und psychologischer Psychotherapeut. Er unterstützt mit seiner Beratung seit über 10 Jahren internationale Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte. Er ist in Deutschland derzeit exklusiver Anbieter des Resilienztrainings, das an der University of Pennsylvania im Team des weltweit renommierten Prof. Dr. Martin Seligman entwickelt wurde. Dieses Training wurde von Dr. Andrew Shatté (“The resilience factor”) und Dean M. Becker an die Bedürfnisse von Unternehmen angepasst und wird seit über 10 Jahren v.a. in amerikanischen Unternehmen erfolgreich angewendet. Dieses wissenschaftlich fundierte Wissen und seine eigene langjährige Erfahrung in den Bereichen Wirtschaft und Psychologie machen Denis Mourlane zu einem der führenden Experten im Bereich Resilienz in Deutschland und Europa. Wir vom BusinessVillage-Verlag freuen uns sehr, dass er diese Erfahrung nun im Rahmen dieses Buches mit einer großen Leserschaft teilt. www.mourlane.com

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