Schreibtipps (5. aktualisierte und überarbeitete Version)
Erstellt von Galaxykarl am Mittwoch 22. Februar 2012
Schreibtipps (5. aktualisierte und überarbeitete Version)
An dieser Stelle möchte ich sporadisch den einen oder anderen Schreibtipp einstellen, der mir – und vielleicht auch anderen – das Schreiben erleichtert. In Klammern stehende und/oder mit einem Pfeil versehene Begriffe verweisen auf den entsprechenden Schreibtipp.
Inhaltsangabe:
- Am Anfang steht eine Idee
- Produktives Faulenzen NEU
- Prämisse
- Ambiente
- Handlungsbogen / Kapitelaufbau
- Personenregister / Protagonisten
- Tiere / Fremdwesen
- Zeigen, nicht erzählen! NEU
- Monologe / Dialoge / mehrere Sprecher NEU
- Recherche
- Texte laut und mit Betonung sich selbst vorlesen
- Überarbeitung, die Erste: Rechtschreibprüfung
- Überarbeitung, die Zweite: Chronologie
- Überarbeitung, die Dritte: Menschenjagd
- Überarbeitung, die Vierte: Die Kunst des Streichens
- Lektorat / Korrekturzeichen
- Die Grenze zwischen Autor, Lektor und Verlag NEU
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- Am Anfang steht eine Idee
Eine Idee? Ja, eine gute oder sehr gute Idee trägt einen guten Teil einer Geschichte. Aber kann sie wirklich als eine einzige Idee den Leser bei der Stange halten? Eher benötigt man um die Hauptidee herum (siehe Prämisse) eine ganze Reihe an Einfällen. Ein Romanautor sollte eben sehr viel Fantasie, Einfalls- und Ideenreichtum mitbringen und diese um die Hauptidee herumbauen.
Nun verlangt niemand, dass Sie sich hinsetzen und plötzlich nur so sprühen von genialer Ideenvielfalt. Viel einfacher und beruhigender ist es, sich alle Ideen in einer Datei zu sammeln. Ob dies nun Namen, Begriffe, kleine Szenen oder andere Dinge sind. Sammeln Sie diese in einer Ideen-Datenbank. Lieber 50 Ideen sammeln und nach einiger Zeit die weniger tollen wieder streichen, als um eine vermeintlich gute Idee, die sich dann doch als Flop herausstellt, mühsam einen Text zu schaffen, der irgendwann im Sand verläuft. Oder eine wirklich zündende Idee vergessen und sich schwarz ärgern.
Natürlich kann es dem Schicksal gefallen haben, dass schon jemand vor Ihnen die gleiche Idee hatte. Die Gefahr eines Plagiats schwebt ja über jedem Kreativen. Da hilft nur die (siehe) Recherche oder die einfache Tatsache, dass Sie aus der Idee – ob nun schon vorhanden oder nicht – etwas Neues machen, sie in eine andere Richtung weiterentwickeln, als das evtl. schon Existierende.
- Produktives Faulenzen
Was das ist? Natürlich ein Oxymoron, ein Widerspruch in sich. Aber ich meine das völlig Ernst.
Zunächst richten wir einmal einen Lichtstrahl – besser einen entlarvenden Scheinwerfer – auf unseren Alltag: Permanent werden wir berieselt, ja, wir sorgen sogar selbst dafür. Schon beim Aufstehen schalten viele das Radio ein, um wach zu werden oder um Musik und Nachrichten zu hören. Andere machen gleich die Glotze an; in Amerika laufen die Geräte in jedem Raum. Auf dem Weg zur Arbeit blubbert das Autoradio, in gefühlten 90 % aller Lifte eine schrecklich nichtssagende „Liftmusik“ (mein Gott, die armen Komponisten, die solchen Mist produzieren müssen). In der Arbeit nerven uns Computer, Maschinen, Kollegen und wieder Unterhaltungsgeräte. Und zuhause geht es munter weiter: Abendnachrichten, evtl. ein wenig Kultur, ein guter Spielfilm, schließlich: gute Nacht. Am Wochenende stürzen sich viele in Freizeitstress: Familie, Freunde, Verpflichtungen.
Wie soll da ein Autor, eine Autorin kreativ sein? Bei all den mannigfaltigen Ablenkungen kommen wir nicht mehr dazu, unser wichtigstes Werkzeug zu benutzen: unser Gehirn. Sich einen Freiraum (siehe oben Ambiente) schaffen allein genügt nicht. Wir setzen uns nicht einfach an den Schreibtisch oder den Computer und legen los und sind genial, oder strukturiert, oder behalten den Überblick. Wir achten nicht stilsicher auf Kausalität, Logik und all die anderen Dinge, die aus unserem Text einen tollen Roman machen sollen. Also, was tun?
Nutzen wir die Phasen der Ruhe. Besser: Suchen wir sie und nehmen sie ohne schlechtes Gewissen wahr. Ein Nachmittag in der Hängematte ohne Buch, ein entspannendes Bad ohne Radiountermalung, einen Spaziergang ohne MP3-Player. Unser Gehirn können wir ohnehin nicht ausschalten; es arbeitet weiter und das ist gut so. Geben wir ihm die Chance eine Figur zu überdenken, stellen wir uns den Charakter eines Protagonisten vor und überlegen, wie er wirklich reagieren würde, wenn ihm dies oder jenes widerfährt. Am Bildschirm lenken uns die leere Seite oder auch die vorangegangenen Zeilen ab, die Technik summt und erinnert uns ständig daran, dass wir scheinbar unproduktiv davor hocken. Falsch!
Schließen wir die Augen und versetzen uns in die Figur. Unser Körper ruht, unser Gehirn nicht. Und wenn wir darüber einschlafen? Na und? Wenn wir erwachen, sind wir erfrischt und setzen uns mit Freude und Lust ans Werk. Das Einzige, was wir bei dieser scheinbaren Faulheit benötigen, ist ein Blatt Papier und ein Stift.
- Erheben Sie sich nicht!
- Schreiben Sie diese Idee nicht sofort ins Reine!
- Bleiben Sie liegen und denken Sie weiter nach!
- Notieren Sie sich nur Stichpunkte!
Das Gehirn ist fantastisch; es wird nach der Ruhephase die Stichpunkte in entsprechende Texte umsetzen können.
- Prämisse
Was zur Hölle ist eine Prämisse? Und wie antworten Sie, wenn Sie eine Agentur, ein Lektor, ein Verlag nach Ihrer Prämisse für Ihr aktuelles Romanprojekt fragt? Keine Antwort? Sehr gefährlich …
Eine Prämisse ist etwas „Vorausgeschicktes“, eine Annahme, der Gag, die Idee, auf der Ihr Roman beruht. Sie kennen die Eingangsfloskel: „Ich schicke ´mal voraus, Sie wissen, dass Wasser keine Balken hat.“ Und dann kommt eben die Handlung, die darauf beruht, das Wasser keine Balken hat … oder eben vielleicht doch. Wenn dies Ihre Prämisse ist. Denn eine Prämisse kann auch falsch sein! Wichtig ist nur, dass sie in sich stimmig ist und so ihre Romanhandlung ermöglicht. Beispiele? Aber bitte sehr:
Schicken wir voraus, dass es – sagen wir einmal – einfacher wäre, eine giftige Atmosphäre, z. B. die der Venus, durch Atmosphärenwandler in eine für uns atembare zu verändern, anstelle auf einem anderen Planeten, z. B. dem Mars, eine völlig fehlende Atmosphäre erst mühsam künstlich zu erschaffen. Vorausgesetzt wir hätten solche fantastischen Atmosphärenwandler. Wenn diese Prämisse verwendet wird, dann ist eine Besiedlung der Venus wahrscheinlicher, als die des Mars, der ja ohne Atmosphäre die harte Strahlung auf die Kolonisten nicht abwehren könnte.
Schicken wir voraus, es gäbe tatsächlich Vampire, dann hätte die Menschheit ein wirklich schreckliches Problem. Wenn, ja wenn da nicht die Annahme wäre, dass es eine Handvoll effektiver Mittel gäbe, wie man dieser Bedrohung Herr werden könnte und man die Viecher wieder dorthin schickt, wohin sie gehören. In einen Sarg.
Schicken wir voraus, dass es wirklich so etwas wie Zauberei gäbe, dann wären eben Zauberer mächtige Wesen und allerlei Unheil und auch Gutes könnten unserem Protagonisten passieren.
Sie sehen also, dass sogar die fantasievollsten Prämissen nichts mit der Realität zu tun haben müssen. Nur in sich müssen sie stimmig und mit einem oder zwei Sätzen beschreibbar sein.
- Ambiente
In welcher Umgebung sind Sie am kreativsten? Können Sie schreiben, wenn das Radio, der Fernseher läuft? Wenn Familienmitglieder im Raum sind und irgendwelche lärmenden Dinge tun oder sie in ein Gespräch verwickeln wollen? Oder permanent fragen: „Schatz, hast du Hunger?“, „Was macht denn dein alter Freund Willy?“ und „Wann gehen wir mal wieder aus?“
Schreiben ist ein einsamer Job. Denn ich unterstelle einmal, dass ich nicht der Einzige bin, der nur dann effektiv, kreativ und mit Lust schreiben kann, wenn er Ruhe hat. Darüber hinaus entwickelt man fast automatisch bestimmte Rituale, um sich in Schreiblaune zu versetzen: Alle elektronischen Ablenkungen sind abgeschaltet, das Telefon und die Türklingel in der Toter-Mann-Stellung (also: Stecker raus) und ein entspannendes Glas Rotwein – oder was auch immer Sie bevorzugen – steht griffbereit auf dem Schreibtisch.
Ich habe gehört, dass auch andere Autoren sich diese Ruhezeiten und -zonen mühsam einrichten, ja sogar von ihren Lieben erkämpfen müssen. Die Einen schreiben nur nachts, Andere in Tabuzonen oder schlichtweg außer Haus. Egal, trotz all der stimmigen Bedingungen kann es dann passieren, dass man vor dem Blatt Papier oder dem Computer sitzt und es läuft einfach nicht.
Entweder ist es dann zu lange her, dass Sie das letzte Mal an Ihrem Text gearbeitet haben (Sie sind „draußen“) oder es stört noch irgendetwas. Ich mache in so einer Situation einfach Fleißarbeit: Recherche, eine der Überarbeitungen (von denen man eh´ nie genug machen kann), stöbere in meiner Ideen-Datenbank oder Ähnliches. Und schwupp: Nach kurzer Zeit hat mich das Fieber wieder gepackt und ich steige am Ende des bisherigen Textes ein und haue in die Tasten.
Wenn die Buchstaben dann wieder förmlich aus den Fingerspitzen schießen, spielt ein neuerlicher Störenfried mit seinem Leben. Kleiner Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Partner über so eine Gefahrensituation und entschuldigen Sie sich besser schon vorher.
- Handlungsbogen / Kapitelaufbau
Genies setzen sich mit ihrer Idee spontan an den Schreibtisch, greifen zur Feder oder hauen munter in die Tasten. Das kann was werden … wenn man eben ein Genie ist. Alle anderen – und das dürften inklusive meiner Wenigkeit sehr, sehr viele sein – sollten sich doch mehr Gedanken darüber machen, wie denn die Handlung ablaufen sollte.
OK, in der Schule haben wir gelernt: Anfang, Hauptteil, Höhepunkt, Schluss. Leider ist es nicht so einfach und wir wollen ja weit mehr, als ein „Befriedigend“ oder „Gut“ erreichen. Es gibt Geschichten, die laufen schnurgerade und bauen sich sukzessive auf und können grandios sein. Viel häufiger jedoch hat man Abschnitte, verschiedene Handlungsebenen, die ineinandergreifen und sich kreuzen, verlieren, überschneiden, schließlich auf einen Höhepunkt zusteuern und … upps! Ach ja, (siehe) das Ende. Nun ist schon beim Sex ein abruptes Ende wenig befriedigend, bei einer noch so tollen Geschichte gilt dies auf andere Weise aber genauso.
Für jede Variante aber gilt, dass man als Schreibende/r sehr schnell den Überblick verlieren kann. Die Aus-dem-Bauch-Schreiber werden recht schnell den Punkt erreichen, an dem sie nicht weiter wissen, an dem sie sich in eine Sackgasse manövriert haben. Und dann? Peng! Schreibblockade, Pause, Grübeln und langsam aufkommende Panik machen sich breit. Hat man sich einmal so ins literarische Aus manövriert, ist es sehr mühsam, nachträglich den angerichteten „Schaden“ wieder umzubauen.
Um dies zu vermeiden – und auch um der ganzen Geschichte ein Gesicht, einen Guss zu ermöglichen – ist zumindest eine Grundplanung vonnöten. Die kann wie folgt aussehen:
Sie haben Ihre Grundidee – Ihre Prämisse – definiert und einen groben Verlauf der Handlung im Kopf. Schreiben Sie diese in Stichpunkten untereinander. Schon hier werden Sie sehr rasch bemerken, dass der eine Punkt besser weiter nach oben gehört, andere nach unten usw. Wenn Sie diese erste Aufstellung gemacht haben – auch wenn sie nur aus noch sehr wenigen Einzelpunkten besteht – ergänzen Sie die einzelnen Stichpunkte durch zwei oder drei Sätze, welche die Punkte etwas genauer beschreiben. Stellen Sie dabei fest, dass ein Stichpunkt nicht durch diese wenigen Sätze definiert werden kann, teilen Sie das, was in diesem Abschnitt passieren soll, doch lieber in zwei oder drei Teile auf. Beachten Sie hierbei auch den chronologischen Ablauf Ihrer Geschichte.
Sollte Ihre Geschichte eben nicht wie oben erwähnt schnurgerade verlaufen, sondern eine zweite oder dritte Handlungsebene aufweisen, dann markieren Sie die verschiedenen Ebenen evtl. farbig. Stellen Sie sich z. B. bei einem Krimi vor: Rot für den Mörder, Grün für das Opfer und Blau für den Blickwinkel des Ermittlers. Drei Handlungsebenen – oder Perspektiven – die Abwechslung bieten und einen ganz wichtigen Punkt ermöglichen: den (siehe) Spannungsaufbau. Doch dazu mehr unter einem eigenen Punkt.
Recht rasch erstellen Sie auf diese Weise eine Struktur. Sie bekommen ein Gefühl für die großen Zusammenhänge. Sie behalten den Überblick! Benutzen Sie dieses Stadium, um der Geschichte ein Auf und Ab zu ermöglichen, planen Sie kleinere Höhepunkte und Erholungsabschnitte ein, steigern Sie die Spannung durch geschickte Schnitte und treiben Sie die Handlung stetig voran. Moderne Hollywood-Filmproduktionen erschlagen uns mit einem – im wahrsten Sinne des Wortes stattfindendem – Feuerwerk (meine Familie und ich nennen so etwas Pyro-TV und Pyro-Kino) und pausenloser Action. Am Ende kommen wir geplättet aus dem Kino und spüren aber bei aller Bildgewaltigkeit eine Leere in uns: Wir haben keine Geschichte erlebt, geschweige denn genossen, sondern nur Bilder konsumiert. Bei einem Roman ist dies exakt genauso. Unentwegte Action wirkt darüber hinaus unglaubwürdig und ist auch für den Leser strapaziös.
Ich pflege seit meinem zweiten Roman eine strukturierte Arbeitsweise und schätze mittlerweile dieses immer noch grobe Gerüst und hangele mich daran entlang. Es gibt AutorInnen, die das bis ins Extrem betreiben, andere wählen den goldenen Mittelweg und wieder andere halten von dieser Methode gar nichts. Ob und inwieweit Sie so vorgehen wollen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Es soll ja niemanden in seiner Kreativität einschränken, es sollen nicht selbst errichtete Schranken aufgebaut werden, die sie eingrenzen und bremsen.
Im Gegenteil bietet so eine – in Detail und Umfang den eigenen Wünschen angepasste – Planung einen Schutz vor Irrwegen. Bei einem Romanprojekt hatte ich zu Beginn vielleicht ein Dutzend (Kapitel) Punkte aufgelistet. Schon bei den ersten geschriebenen 50 Seiten wuchs die Anzahl der Kapitel auf 25. Am Ende waren es dann 34 Kapitel und der Roman hatte ca. 440 Seiten. Betrachten Sie also den Kapitelaufbau nicht als Dogma, sondern als lebendiges Werkzeug.
Der amerikanische Autor Simon Haynes hat eine eigene Freeware dazu programmiert: yWriter5
Wer wirklich planvoll arbeiten und schreiben will, kann sich hier diese kostenlose Software downloaden:
Hier der Link: http://www.spacejock.com/yWriter.html
- Personenregister / Protagonisten
Man hat mir einmal vorgeworfen, es würden sich in einem meiner Romane zu viele Personen tummeln. OK, wer schon mal die Chung-Kuo-Serie von David Wingrove gelesen hat, weiß, was die Kritiker hier meinen. Aber das krasse Gegenteil sind z. B. Agentenfilme wie James Bond: Bei den ersten Filmen mit Sean Connery war einfach der Zeitgeschmack so, dass man permanent den Agenten alles erleben, alles wissen, alle Probleme lösen ließ. Leider hat man das fast genauso auch dem modernsten – und härtesten James Bond aller Zeiten -, nämlich Daniel Craig, zugestanden. Ich glaube aber nicht, dass selbst der beste Geheimagent immer den vollen Durchblick hat. Es liegt doch allein schon – im echten, wie im fiktiven – Milieu begründet, dass ein Agent niemals alles verstehen, richtig interpretieren und im Alleingang abarbeiten kann.
Sie brauchen mehrere Personen, Hauptfiguren, eben Protagonisten und dazu eine möglichst glaubwürdige Anzahl von Nebenpersonen und Randfiguren. Auch hier besteht die Gefahr, dass man den Überblick verliert: Hat auf Seite 38 die Heldin noch blonde Haare, kann sie schlecht 30 Seiten später ihre wallende brünette Mähne einem Mann um die Nase wedeln lassen. Außer, sie hat sie sich aus irgendeinem Grund gefärbt. Einfach nur, weil sie das blond über hatte, oder weil sie in möglicherweise böser Absicht, den Mann mit einer anderen Haarfarbe von ihrer wahren Identität ablenken wollte. Wie auch immer, solche Informationen gehören in ein Personenregister.
Manche Autoren basteln sich ihre Protagonisten schon im Grundaufbau ihres Romans zusammen, komplett mit Charakterprofil und führen sogar virtuelle Interviews mit ihnen. Wichtig dabei ist, dass diese handelnde Figur in sich schlüssig strukturiert ist. Das heißt aber nicht, dass sie ihre Macken, mit denen sie von Ihnen versehen worden ist, ständig praktiziert. Und erst recht heißt das nicht, dass diese Figur die ganze Handlung über immer so bleibt, immer gleich reagiert, vorausberechenbar ist … und damit langweilig. OK, ein Serienmörder hat seinen individuellen Hau weg, agiert nach seinem Schema und hat vielleicht ein Markenzeichen, das er seinen Opfern zufügt.
Aber selbst er wird eine Entwicklung durchmachen, von harmlosen Seltsamkeiten bis hin zu perversen Gelüsten. Im Gegenzug kann ein gnadenloser Rächer im Laufe seines Lebens erkennen, dass ihn alle seine Morde keine Befriedigung gebracht haben, er trotzdem leer bleibt und sich am Ende besinnt und das Morden aufgibt. Was ich damit sagen will, ist dies: Wenn Sie Ihre Hauptpersonen erschaffen, gehen Sie aus deren Sicht die geplante Handlung durch. Wie würde sich Ihr Held an dieser Stelle entscheiden, was würde er sagen, wenn man ihm dies oder jenes offenbart, wenn er ein Geheimnis erfährt oder das er angelogen wurde. Ein Mensch verändert sich aufgrund seiner Umwelt, seiner Erlebnisse, ob guten oder schlechten.
Und noch etwas: Jemand kann sehr gerne auch in Wahrheit ein ganz anderer sein, als dass er zu Beginn der Handlung erscheint. Überraschungen, Wendungen liegen zu einem guten Teil in den Absichten, Zielen und Wünschen der auftretenden Personen begründet.
Sie können Ihren Protagonisten einige Schlüsselfragen stellen:
- Wer bist du und wo kommst du her?
- Welche Ziele und Wünsche hast du?
- Was motiviert dich, diese Ziele zu erreichen?
- Welchen Charakter hast du und wie wirst du auf ein bestimmtes Ereignis reagieren?
Die Antworten auf diese Fragen werden Sie vielleicht selbst überraschen. In jedem Fall gewinnt aber die Person an Profil. Je früher Sie bei Ihrer Arbeit an Ihrer Geschichte sich diese Fragen stellen – und die Antworten darauf auf Herz und Nieren prüfen, damit sie auch glaubwürdig sind -, desto schlüssiger wird sich der Charakter der betreffenden Figur entwickeln.
Sie müssen nicht von Anfang an ein vollständiges Personenregister erstellen. Es genügt, wenn Sie die Hauptpersonen zu Leben erwecken, ihnen erste Merkmale verpassen, die sie augenscheinlich haben müssen. Andere offenbaren sich erst nach und nach. Vermeiden Sie in jedem Falle die plattesten Klischees, ergehen Sie sich aber auch nicht in extremen Gegensätzen. Ein spindeldürres Teenagermädchen wird kaum einen Vergewaltiger in kleine Stücke hauen können. Aber vielleicht kann sie durch ein erfolgreich absolviertes Kung-Fu-Training ihn so verletzen, dass sie entkommen kann. Ein Fettkloß mit einem Körpergewicht von schlappen 180 Kg wird kaum elegant über die Tanzfläche schweben, ohne nach wenigen Minuten schweißgebadet zu sein. Und eine abgrundtief grässliche Hexe wird kaum Odysseus verführen können … es sei denn, sie spiegelt ihm eine wunderschöne Fata Morgana vor. Und auch solche Eigenschaften gehören in ein Personenregister.
- Tiere / Fremdwesen
Nun kann es ja sein, dass in Ihrem Roman, ihrer Geschichte, Handlungsträger vorkommen, die keine Menschen sind. Ob dies nun irdische Katzen, Hunde, Schweine – ja selbst King Kong – oder magische oder gruselige Wesen wie Elfen, Zwerge, Monster, Zombies oder außerirdische Lebensformen wie Romulaner, Aliens und Wookies sind: Sie alle werden sich wahrscheinlich nicht wie wir – wie Menschen – verhalten. Außer, Sie übertragen menschliche Handlungsweisen absichtlich auf andere Lebewesen. Dann können Sie diesen Tipp überspringen. Wenn nicht, dann aufgepasst!
Sie werden mir recht geben müssen, wenn ich behaupte, dass das Wedeln mit dem Schwanz und das Anlegen der Ohren eng an den Kopf bei einer Katze etwas völlig anderes aussagt, als bei einem Hund. Ein Schwein wird sicherlich andere Dinge fressen als eine Elfe. Und ein Drache wird sich nicht mit Kleidung bedecken, wie man es selbst einem Romulaner zutrauen könnte.
Was ich damit sagen will, ist Folgendes: Gerade der Einsatz nichtmenschlicher Protagonisten, selbst in Nebenrollen, erfordert ein ebenso stimmiges Bild wie für Ihre menschlichen Helden. Erstellen Sie gerade bei solchen Wesen ein Bild, dem man als Leser Glauben schenken kann. Übergroß ist natürlich hier die Gefahr, sich in altbekannten Klischees zu bedienen: Der Hund ist immer dem Menschen zugetan, die Katze ist immer eigensinnig, die Elfen sind immer edel, der Zauberer ist immer mächtig usw. usw.
Egal wie Sie Ihr Wesen definieren: Es muss ein geschlossenes Bild ergeben, an das sich der Leser gewöhnen kann. Am Anfang der Figureneinführung mag es sogar eine Überraschung sein, wenn z. B. ein Zauberer überhaupt keine Zauberkräfte verfügt. Der Leser wird sich fragen: „Warum?“ Es kann witzig sein, einer Katze völlige Tapsigkeit und Ungeschick anzudichten, wenn es zu der Figur und zur Geschichte passt. Es kann durchaus sein, dass es Klingonen gibt, die sich beim Anblick von Gagh ekeln; aber das wäre nur ein Insiderwitz. Schon allein in Ihrer Vorstellung, wie ein fremdes Wesen zu sein hat, liegt ein unglaubliches Potenzial für Ideen, für Szenen mit Witz, Spannung und Überraschungseffekten.
Wenn Sie also ein nichtmenschliches Wesen erschaffen, verfahren Sie, wie es im vorherigen Tipp Personenregister beschrieben ist. Nur noch genauer. Denn Ihrer literarischen Schöpfungskraft muss der Leser folgen können; er muss Wort für Wort ein ihm unbekanntes, vielleicht sogar noch nie beschriebenes Wesen im Geiste nachformen können.
- Zeigen, nicht erzählen!
„Die Hunnen überfielen Europa und versetzten alle Menschen in Angst und Schrecken.“
„Sie verführte ihn nach allen Regeln der Kunst.“
Das ist Erzählen. Kurz, aber im Grunde langweilig und wenig mitreißend.
„Einige Tausend wilder Reiter stürzten sich in die Schlacht. Ihre schnellen Pferde waren den schwer gepanzerten Reittieren der europäischen Ritter sowohl an Geschwindigkeit als auch an Beweglichkeit haushoch überlegen. Noch bevor die Ritter ihre Schilde zur Abwehr heben konnten, waren die dunkelhäutigen Horden heran und schossen Pfeil auf Pfeil mit unglaublicher Treffsicherheit ab. Viele edle Kämpfer starben schon im ersten Ansturm. Dem Anführer der Ritter stand das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben.“
„Ihre Hand strich sanft über seine braune Haut und gekonnt verhielt sie einige Momente, um ihm Gelegenheit zu geben, ihre Zärtlichkeit zu erwidern. Mit geradezu entnervender Langsamkeit schob sie einen Träger ihres Tops zur Seite, und als der Träger nicht völlig abglitt, half er mit einem Lächeln im Gesicht nach und das Top fiel endgültig zu Boden. Nun standen sie beide völlig nackt voreinander, nur Millimeter voneinander entfernt.“
Das ist Zeigen. Und wie Sie sicher bemerkt haben, auch ein längerer Text. Das soll nicht bedeuten, das viel Text gut und weniger Text schlecht ist, nein. Es bietet Ihnen aber die Möglichkeit, das Geschehen im Detail zu beschreiben, ein Bild, eine Stimmung im Kopf des Betrachters – des Lesers – zu erzeugen.
Der Leser sieht praktisch die über die Ebene preschenden Hunnen auf die vor Schreck erstarrten Linien der Verteidiger zurasen. Wild, ohne schützende Rüstung und trotzdem absolut tödlich. Der Leser wird Bestandteil des Liebespaares oder bleibt Voyeur je nach Veranlagung.
Durchforsten Sie Ihren Text nach Erzählsätzen und tauschen Sie diese gegen echte, packende Handlung aus.
Hier der Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Show,_don%E2%80%99t_tell
- Monologe / Dialoge / mehrere Sprecher
Monologe
Ein Mensch spricht. Sie denken, das sei eine einfache Sache? Möglich. Aber das gilt – und das auch nur begrenzt – z. B. bei einer Robinsonade. Sie können Ihren Protagonisten entweder tatsächlich akustisch hörbare Selbstgespräche führen lassen, was in einsamen Situationen übrigens eine Schutzfunktion ist. Wer´s übertreibt und den Bezug zur Realität verliert, verfällt allerdings bald in Wahnvorstellungen. Oder ihr Held bleibt akustisch stumm und sie offenbaren seine Gedanken, die in der Regel in Kursivschrift gesetzt werden. Das kann ein Plot für eine spannende Geschichte sein. Oder Sie erzählen eine Geschichte aus Sicht Ihres Helden/Ihrer Heldin in der Ich-Form (siehe Erzählformen).
Die so scheinbar einfache Sache kann aber für den Leser sehr schnell langweilig werden, außer Sie sind ein genialer Autor, der dieses Risiko nicht hat. Das Problem ist, dass in der Ich-Form immer nur ein Blickwinkel zur Verfügung steht und man auf viele Informationsquellen verzichtet: auf die Gedanken anderer Romanfiguren. Lediglich deren schriftliche und mündliche Äußerungen kann Ihr Protagonist erfahren. Die Gedanken anderer sind ihm nicht zugänglich. OK, bei Science-Fiction-Romanen kann Ihr Held Telepath sein. Man kann dieses Problem elegant umgehen. Wenn der Protagonist ein sehr guter Beobachter ist (z. B. „Sherlock Holmes“, „Patrick Jane“ in „The Mentalist“ oder „Dr. Cal Lightman“ in „Lie to me“), die ihre Informationen aus Mimik, messerscharfer Beobachtung oder der Kombination von Informationsbruchstücken beziehen. Einfach genial, wenn man so eine Gabe oder ein Gespür dafür hat und seiner Romanfigur geben kann. Wenn nicht, wird man rasch unglaubwürdig. Und sie alle können von schauspielerisch hochbegabten Verbrechern trotzdem angelogen und hinters Licht geführt werden. Sie können rein optisch verfügbare Informationen schlichtweg falsch auslegen und so auf die falsche Fährte gelockt werden und allerlei Unheil anrichten.
Dialoge
Ein Gespräch zwischen zwei Menschen. Der eine sagt etwas, der andere antwortet darauf. Auch eine einfache Sache? Nicht unbedingt, denn es muss ja nicht sein, dass der andere richtig zugehört hat, oder einfach nicht versteht. Der eine lügt, der andere nimmt es für bare Münze. Richtig gute Dialoge kann man mit den Gedanken des Sprechenden verknüpfen und der Leser erfährt zweigleisig das gesprochene Wort und die Wahrheit dahinter. Die Gefahr dabei ist immer, sich in Klischees zu verlieren. Fragen Sie sich immer: Warum sagt jetzt die Person das jetzt? Ist es notwendig für den Verlauf des Gespräches? Kann man auch stumm einen Dialog führen? Oder beides gleichzeitig, um Dritte (Beobachter) in die Irre zu führen? Sehr genial gemacht in „Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert: Zwei Bene-Gesserit-Hexen sprechen offen über Belanglosigkeiten und ihre Finger führen das wirklich wichtige Gespräch.
In Agenten-, Terroristen- und Krimiromanen ist einen Codesprache Tagesgeschäft. Aber Vorsicht! Die Codesätze sollten wirklich auch für sich Sinn machen, denn sonst sie sie ja als solche sofort erkennbar und ein Lauscher erkennt, dass er an der Nase herumgeführt wird.
Mehrere Sprecher
Jetzt wird es richtig kompliziert. Es sind mehrere Personen anwesend und jeder gibt seinen Senf dazu. Aber bitte nicht in der Weise: Sprecher A, dann B, dann C und dann wieder A, B und C. Der Gesprächsverlauf kann und sollte auch durcheinanderlaufen, denn auch in der Realität wird nicht schön der Reihe nach gesprochen. Einer hält sich zurück, ein anderer sagt erst mal gar nichts und haut am Ende einen Satz rein, der alle verblüfft und das Ende dieses Kapitels mit einem Cliffhanger zum nächsten Kapitel krönt (siehe Spannungsbogen).
Egal wie Sie Ihre Gespräche stattfinden lassen, egal wie viele Personen daran teilnehmen: Der Leser sollte bitte immer mitbekommen dürfen, wer gerade spricht. Den auf der Hand liegenden Fehler, den man hier machen kann, ist dieser: „…“, sagte er. „…“, sprach sie. Immer und immer wieder. Das ist fürchterlich und auch langweilig. Schöner ist es, wenn Sie die wörtliche Rede in Handlungen des Sprechenden einbauen, z. B.: Tom nagte an dem dürren Knochen und verzog abfällig den Mund. „Is´ nich viel dran an dem Vieh. Wer soll da denn satt werden?“ Und auch seinen Partner am Lagerfeuer kann man meinetwegen so antworten lassen. „Hast´ recht, Alter. Aber besser ´n dürrer Hase, als gar kein Fleisch.“ Und eine dritte Person: Melinda verzog ebenfalls das Gesicht. Aber ihr abfälliger Ton hatte noch eine humorvolle Färbung. „Fleischesser, pah! Kaut ihr doch an dem armen Karnickel herum, ich bleib bei meinem Gemüsetopf.“
Vergessen Sie auch nicht, jeden Protagonisten so reden zu lassen, wie es seinem Charakter und seiner momentanen Gefühlsregung entspricht. Stehen o.g. Personen kurz vor dem Hungertod, würden sie sicher nicht so entspannt miteinander frotzeln. Sind es militante Tierschützer, würde das Gespräch mit gleicher Aussage völlig andere Wörter, Tonlagen und eine andere Dramatik benötigen.
- Recherche
Ob Sie nun ein Sachbuch oder einen Roman schreiben: Das, was drin stehen wird, sollte auch der Realität, den Fakten, einem stimmigen Zusammenhang entsprechen. Das gilt für fiktive Geschichten genauso wie für fantastische Abenteuer. „Was“, sagen Sie? „Warum soll ein Science-Fiction Roman reale Fakten enthalten, ist doch eh´ alles nur erfunden?“ Schon, aber bestimmte Dinge müssen einfach stimmen, sonst verlieren Sie an Glaubwürdigkeit. Auch Superman kann in Chicago nicht auf das Empire State Building hüpfen, denn dieses steht in New York im Stadtteil Manhattan. Spidermans Haut besteht nicht aus Schuppen, denn er ist ja von einer Spinne gebissen worden und nicht von einem Fisch. Sie verstehen, was ich meine? Natürlich.
Und trotzdem fallen mir als Rezensent in manchen Romanen Behauptungen auf, die so nicht stimmen können, Zauberei, Fantasy und obskure Erklärungen hin oder her. Auch für Romanautoren gilt es, Objekte, Umstände, reale oder fiktive Orte genau zu recherchieren oder zu konstruieren. Und dazu ist ein gerüttelt Maß an Recherche unerlässlich. Der modernen Kommunikationstechnologie sei Dank, können wir dazu das scheinbar unerschöpfliche Internet nutzen. Vorbei die Zeiten der aufwändigen Büchersuche in Bibliotheken und Archiven. Die schönste Variante der Recherche sind natürlich Reisen an die Orte der Handlung. Aber wer hat so viel Zeit und kann sich das auch finanziell leisten?
Ernüchternd ist es aber dann doch, wenn man die gesuchte Information partout nicht finden kann, entweder, weil sie niemand weiß oder sie noch nicht ins Netz gestellt wurde. Suchen Sie z. B. mal nach Informationen zur Sprache der schottischen Pikten. Da wird die Luft schon dünn im World Wide Web. Trotzdem ist das Internet Autors Liebling: in der Regel schnell, billig und jederzeit verfügbar.
- Texte laut und mit Betonung sich selbst vorlesen
Irgendwann an einem Abend ergab sich im Gespräch mit meiner Familie, dass sie der Meinung war, Texte können stumm nur ohne Betonung gelesen werden. Ich meine, dass dies sehr wohl auch stumm funktioniert und zusätzlich mehr Lesespaß verursacht.
Selbst geschriebene Texte – die ja stumm eingetippt werden – fehlt in der Sekunde des Schreibens aber ein wesentlicher Bestandteil: Emotion. Auch als gefühlvoller Mensch werden sie just nicht dann weinen, wenn es Ihre Heldin tut, sie werden kaum Mordgelüste empfinden, wenn Ihr Killer gerade sein Opfer angreift. Sie werden (leider) nicht die Exstase erleben, die Ihr Liebespaar in diesem Moment in einen Sinnesrausch versetzt. Wer sich seine Texte aber abschnittsweise selbst laut vorliest, kann hören, ob der Satz klingt. Ob das, was man mit Worten ausdrücken will, als Laut auch bestätigt oder unterstrichen wird. Drückt die Zeile die Verzweiflung, die Angst, die Freude aus, die der Protagonist gerade empfinden soll? Man merkt recht schnell, dass die vermeintliche Leidenschaft einer Szene plötzlich gar nicht mehr so leidenschaftlich rüberkommt, wie man gedacht hatte.
Natürlich mache ich das nur dann, wenn niemand in der Nähe ist. Sozusagen im stillen Kämmerlein. Da ist es nicht peinlich, wenn man eine weinerliche, entschlossene, mutige, drohende, verführerische Betonung auch ein wenig übertreibt. Ist das Liebesgeständnis des Verehrers ehrlich gemeint, oder ist er ein Schleimbolzen, der die Jungfer nur abschleppen will? Ist das Versprechen ernst gemeint oder ist der Redner ein Lügner? Plötzlich gewinnt eine Figur an Profil, sie entspricht besser dem verabreichten Charakter und auch Wandlungen im Verlauf der Geschichte können so subtil vorangetrieben werden.
Sogar die (siehe) Rechtschreibung profitiert von einem laut ausgesprochenen Satz. Man wird eher akustisch einen Fehler entdecken, als dass man ihn sofort optisch wahrnimmt. OK, die „automatische Rechtschreibfunktion“ Ihres Textverarbeitungsprogramms tut Einiges, aber eben halt nicht alles.
Weiterhin wird das eigene Sprachgefühl trainiert. Klingt der Satz rund, harmonisch und vor allem: Ist er sprachlich gut? Nach dem einzelnen Satz kann man sich einen ganzen Abschnitt vorlesen und fühlt dabei, ob diese Szene sozusagen aus einem Guss ist. Wer an spätere (siehe) Lesungen denkt, kann hierbei auch seine eigene Stimme trainieren und wird dann auch vor Publikum seine Betonungen, das Auf und Ab einer Geschichte, seinen Sprechrhythmus besser rüberbringen können.
- Überarbeitung, die Erste: Rechtschreibprüfung
Als Autor sind Sie natürlich ein Künstler. Schließlich ist Schreiben ein kreativer, ein schöpferischer Akt. Aber weder Sie noch ich sind Gott, der angeblich keine Fehler macht. Wenn Sie nun glauben, dass Sie in der Schule ohnehin als Einserschüler perfektes Deutsch abgeliefert haben und Sie als Künstler ohnehin „über“ den Dingen schweben, dann, ja dann, darf ich Sie ganz rasch auf den harten Boden der Realität herunterholen.
Selbst wenn Sie gut in unserer Muttersprache sind, vielleicht sogar sehr gut, sind Sie nicht vor dem bösen, bösen Fehlerteufel gefeit. Sie hauen in die Tasten, die Geschichte sprudelt nur so aus Ihnen heraus. Es ist und bleibt eine Tatsache, dass Sie sich bei mehreren Hundert Seiten zig-mal vertippen werden. Und das sind keine Druckfehler! Ich hasse dieses Wort; schließlich komme ich aus und arbeite in der Druckbranche. Ein Drucker kann nur das drucken, was die Druckform beinhaltet. Das, was man inflationsmäßig in gedruckten Medien vorgesetzt bekommt, geht auf keine Kuhhaut! Und in Emails und Internet-Foren sind scheinbar sämtliche rechtschreiberischen Dämme gebrochen. Für mich sind das keine Belanglosigkeiten, sondern ein Verfall von Kultur. Und wer permanent unsauber geschriebene Texte vor Augen hat, wird selbst schlampig schreiben. Punctum!
So richtig nach hinten geht so ein Schuss dann, wenn Sie ihr Textwerk anderen Personen anbieten, die wirklich relevant sind: Literaturagenturen, Lektoren und Verlagskaufleuten. Denn sie sind es, die darüber entscheiden, ob Ihr Meisterwerk angenommen wird. Oder eben nicht. Strotzt Ihr Meisterwerk nur so vor Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehlern, wird die entscheidende Person Ihr Manuskript innerhalb weniger Augenblicke weiter befördern. In den Papierkorb. Außerdem empfinden solche Leute – zu Recht – schlampige Texte als persönliche Beleidigung.
Es bricht sich niemand etwas aus der künstlerischen Krone, wenn er die einfachsten – und oft dazu kostenlosen – Möglichkeiten nutzt, seinen Text gründlich zu überarbeiten. Jedes vernünftige Rechtschreibprogramm hat diese Funktion. Leider aber eben mit sehr unterschiedlichen Qualitäten. Als Mindestanforderung kann man sich sehr preisgünstig den Duden Korrektor 7.0 anschaffen, sei es als CD oder Download.
Hier der Link: http://www.duden-downloadshop.de
Um die Mühsal der Überarbeitung noch zu steigern, hier ein weiterer Stolperstein: Sie haben Ihrem Text die magischen vier Buchstaben ENDE verpasst und o. g. Rechtschreibkorrektur brav durchgeführt. Sobald Sie aber an die textliche, sprich inhaltliche Nacharbeit gehen, werden Ihnen evtl. erneut Tippfehler und andere Grausamkeiten passieren. Also, die Zähne zusammenbeißen und ganz, ganz am Ende noch einmal in die Korrektur gehen. Nervig, aber die Leser werden es Ihnen danken. Wie? Ganz einfach: Sie werden auch Ihren nächsten Roman kaufen. Denn Lesevergnügen beginnt bei einem sauberen Text.
Es gibt sicher viele Quellen, wo man sich mit der deutschen Sprache und deren korrekter Anwendung beschäftigt. Ich habe vor langer Zeit ein Mini-Radioprogramm des Bayerischen Rundfunks entdeckt: „So I zu I sa I gen – Bemerkungen zur deutschen Sprache“ auf Bayern 2. Jeden Freitag von 15:20 bis 15:30 Uhr. Das sind immer 10 launige Minuten, in denen ein kleines Thema behandelt wird. So während einer langweiligen Autofahrt ein wenig Kultur streichelt die Seele und pflegt das eigene Sprachempfinden. Im Download-Center von B2 kann man sich natürlich auch verpasste Folgen anhören.
Hier der Link: http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-sozusagen.shtml
- Überarbeitung, die Zweite: Chronologie
Manche Geschichte verläuft schnurgerade. Viele andere haben zwei oder mehr Handlungsstränge und ungezählte Erzählungen besitzen Rückblicke, Zeitsprünge, parallele Geschehnisse, Überschneidungen usw. usw. Am kompliziertesten sind hier im Bereich der Science-Fiction natürlich Zeitreisen und aufgrund von absichtlichen oder unbeabsichtigten Eingriffen Veränderungen im Geschichtsverlauf. Doch egal welche Geschichte Sie erzählen: Sie sollten den Überblick behalten.
Schon bei Ihrer groben Planung eines Romans sollten Sie also Klarheit schaffen:
- Welche Handlungsstränge gibt es und wie ist deren Zeitablauf?
- Gibt es Lücken und Zeitsprünge vor oder auch zurück?
- Was muss zuerst passieren, damit die nachfolgende Handlung stimmig ist?
- Können die Protagonisten über den gesamten Zeitablauf am Leben sein? (Wenn Ihr Held ein Vampir ist, ist das scheinbar kein Problem, aber wenn Sie die Geschichte einer Eintagsfliege erzählen, kann die Handlung keine Woche lang sein).
Sie erkennen natürlich, was ich damit sagen will. Aber jetzt fragen Sie sich: „Moment! Hier steht doch Überarbeitung.“
Genau! Sie haben bei der Kapitelplanung o. g. Fragen beantwortet und Ihren Text so geschrieben. Aber Sie können sich nun vorstellen, dass es ein Leichtes ist, hier den Überblick zu verlieren. Je länger Ihr Roman ist, desto schwieriger ist es. Also, was tun? Nun, eben die dritte Überarbeitung …
- Überarbeitung, die Dritte: Menschenjagd
Ich helfe mir hier mit einem ganz primitiven Trick: Ich gebe im Bearbeiten-Menü meines Textprogrammes als Suchwort den Namen meines Protagonisten ein und hangele mich so personengebunden durch den Roman. Ich teile dabei den Bildschirm (links den Text, rechts mein Personenregister) und überprüfe bei jedem Erscheinen meiner Figur nicht nur das Charakterprofil, sondern auch die Timeline, die Chronologie, die zeitliche Logik auf Stimmigkeit.
Diese Methode hat nur einen Fehler: Es werden keine Treffer erzielt, in der über meine gerade im Suchlauf befindliche Figur ohne Namensnennung berichtet wird. Daher muss ich Verweise auf meine Hauptfigur auch beim Suchlauf aller anderen Handlungsträger berücksichtigen. Sogar ggf. bei einigen Nebenfiguren, soweit diese keine Eintagsfliegen (siehe hierzu auch: Die Kunst des Streichens) sind.
- Überarbeitung, die Vierte: Die Kunst des Streichens
Wir hatten gerade den Begriff Eintagsfliegen. Natürlich kann das eben dieses Tier sein, aber ich meine hier Personen, die nur ein- oder zweimal auftauchen, eben Randfiguren. In jeder Geschichte sind sie zu finden. Mehr oder weniger gut beschrieben, entsprechend der Häufigkeit ihres Erscheinens. Mit oder ohne Namen, mit Gesicht, spezifischer Kleidung und Ausrüstung oder eben ohne all dies. Mir ist es schon passiert, dass sich so eine Person plötzlich selbstständig gemacht hat. Sie hat mich gezwungen, Buchstaben in die Tastatur zu hämmern, im verzweifelten Bemühen, von mir nicht gleich wieder massakriert zu werden. Nebenfiguren wollen leben!
Nun ist es mir schon passiert, dass in eine anfangs als Randerscheinung gedachte Figur plötzlich immer mehr Bedeutung einfließt. Wenn dies der Geschichte eine neue Würze gibt, Sie dabei neue Ideen entwickeln, die ihre Geschichte interessanter macht, dann Hurra! Aber Vorsicht. Beachten Sie dabei den gesamten Handlungsverlauf und überlegen, inwieweit der durcheinandergebracht wird. Die Gefahr sich zu verzetteln ist genauso groß, wie die Gefahr, eine neue, gute Idee nicht weiter zu verfolgen.
Ein gesundes Maß ist notwendig, jede überflüssige Person verwirrt aber nur. Und auch zu wenige Personen sind unglaubwürdig, siehe Personenregister. Also überlegen Sie genau:
- Braucht es diese neue Figur?
- Ist sie nur Statist ohne nähere Beschreibung?
- Kann eine andere, bereits vorhandene Figur, hier einspringen?
- Muss diese Figur denn überhaupt einen Namen haben oder ist das egal für die Geschichte?
Nur betrifft die Kunst des Streichens natürlich nicht nur Romanfiguren, sondern komplette Abschnitte, Ausflüge ins Salbadern und Philosophieren, kurz: Sie schweifen ab. Überprüfen Sie ihren Text auf solche Abschnitte:
- Trägt der thematische Ausflug zur Geschichte bei?
- Hat eine Exkursion z. B. zum Thema Religion in Ihrer Geschichte eine Daseinsberechtigung? Wenn Sie an Frank Herberts Dune-Zyklus denken sehr wohl. Auch bei Star Wars ist Religion ein wichtiger Fakt, eben die „gute“ Jedi- und die „böse“ Sith“-Religion. Bei einer Zombie-Geschichte wäre das Thema aber fehl am Platz.
- Hat ein solcher Abschnitt mit einem der Protagonisten zu tun und offenbart sich das eventuell erst am Schluss des Romans als Auflösung, als Gag, als Aha-Effekt? Dann können Sie solche Textstellen getrost beibehalten.
Auch innerhalb der Handlung muss man aufpassen, nicht unnötig Text zu produzieren, den es im Grund nicht braucht. Während eines Kampfes muss der Held nicht mehrfach die Waffe ziehen, er hat sie ja schon in der Hand (außer er hat sie verloren und muss sie erneut greifen). An jeder Stelle, an der ihr Protagonist auftaucht, muss man nicht erwähnen, dass er schwarzes Haar hat, oder die Frau unglaublich sinnliche Lippen besitzt. Wiederholungen von Eigenschaften können den Leser rasch ermüden und eine langsam innere Abwehrhaltung zum gesamten Text entwickeln. Die Lust am Weiterlesen schwindet. Streichen Sie gnadenlos solche Sätze.
- Lektorat / Korrekturzeichen
Sie haben es geschafft! Eine Agentur oder ein Verlag hat Ihr Manuskript gelesen und angenommen. Herzlichen Glückwunsch! Sie glauben jetzt, dass Sie als Autor nun fertig sind? Dann liegen Sie falsch. Denn Sie können noch so gut sein, auch Sie werden Fehler übersehen haben und ein Teil der Arbeit eines Lektors ist die Perfektionierung Ihres Textes. Auch in Sachen Rechtschreibkorrektur, Duden Korrektor hin oder her.
Sie erhalten in der Regel Ihr komplettes Manuskript, oder nach und nach in Teilen, mit zahlreichen Korrekturzeichen versehen zurück. Der Lektor merkt nur an! Er verbessert nicht Ihre Fehler. Schließlich haben Sie als Autor das Urheberrecht auf Ihre Arbeit und die wird in Deutschland Gott sei Dank in der Regel respektiert und geachtet. Ergo haben Sie die Ehre diese Fleißarbeit zu erledigen. Kennen Sie alle Korrekturzeichen und Ihre Bedeutung? Ich kannte nicht alle.
Hier der Link: http://www.textup.de/index-4.html Sehr schön gemacht von Text’up Lilian Kura
- Die Grenze wischen Autor, Lektor und Verlag
Ja, wo ist die Grenze zwischen der Arbeit des Autors und des Lektors?
Dazu muss man erst mal vorher erwähnen, dass heutzutage immer mehr das sogenannte Grundlektorat von einer Literaturagentur ausgeführt wird/werden sollte. Nachdem pro Jahr Tausende von Manuskripten auf die Agenturen und Verlage einprasseln, landen bei Direkteinsendungen (vom Autor zum Verlag) mindestens 90 % im Papierkorb. Stellen Sie sich vor, Sie sind Verlagslektor und erhalten pro Woche 50 Romanmanuskripte. Völlig unmöglich diese – neben der prall gefüllten Tagesarbeit – auch noch alle fair und unvoreingenommen lesen zu wollen. Also verlagert sich diese Arbeit längst auf “Freie Lektoren” oder eben Literaturagenturen. Sie dienen den Verlagen als Filter und der größte Mist – oder auch schon mal der eine oder andere gute Roman – bleibt auf der Strecke.
Warum tun dies überhaupt die Agenturen? Weil Sie Ihr eigenes Image aufwerten, wenn Sie einem passenden Verlag schon mal ein Textwerk in die Hand geben können, das nicht mehr viel – oder im Idealfall – gar kein Nach- oder Feinlektorat mehr benötigt. Das ist so wie eine Katze, die sich selbst in den Schwanz beißt: Siebt die Agentur gut aus, schafft sie sich eine Vertrauensposition bei den Partner-Verlagen. Diese werden dann von der Agentur präsentierte Projekte mehr und mehr ernsthafter betrachten und eben in ihr Programm aufnehmen. Eine seriöse Literaturagentur nimmt dafür 15-20 % vom Autorenhonorar.
Dazu muss man noch wissen, dass weder die Agentur noch ein Verlag auf Anhieb bei einem Erstlingswerk eines Autors nennenswertes Geld verdienen, außer der Autor heißt Joanne Rowling, Frank Schätzing oder so ähnlich. Warum? Weil der Autor erst “aufgebaut” werden muss: Werbemaßnahmen wie Flyer, Poster, Displays für die Buchketten, Messestände, Präsentationshilfen wie Buchboxen, Aktionen, honorarträchtige Lesungen, Reisekosten usw. usw. Dazu das Risiko, dass der Markt den neuen Autor übersieht oder nicht annimmt. Die Vorauszahlung an den Autor muss – bei einem anständigen Verlagsvertrag – auch bei einem Flop nicht mehr vom Autor an den Verlag zurückgezahlt werden und dergleichen Dinge mehr.
Der Autor …
… hat natürlich die Aufgabe sein Werk selbst zu schreiben. Außer man heißt Guttenberg. Plagiatsvorwürfe sind der Todesstoß für jeden Autor, das ist literarischer Selbstmord. Also gilt hier wie sonst im Leben auch: Ehrlichkeit währt am längsten. Wer schreibt, sollte auch vorher sehr viel gelesen haben. Wer also Tausende Seiten korrektes Deutsch vor Augen hatte, wird schon beim Schreiben selbst viele Fehler gar nicht erst machen. Ein – für mich – absolutes Must-do ist die konsequente Anwendung der Rechtschreibfunktion, die jedes Schreibprogramm heutzutage bietet. Oder auch der „Duden Korrektor“ und ähnliche Software. Jedes hat seine kleineren Mängel, aber jeder Lektor sieht sofort, ob der Autor diese Funktion nutzt oder sträflich vernachlässigt hat. Die Folge: Der Text wird „aus handwerklichen Mängeln“ abgelehnt. Vielleicht mag es Fälle geben, in denen eine geniale Geschichte trotz solcher Mängel angenommen wird; aber verlassen würde ich mich darauf definitiv nicht.
Hat der Autor also a. seinen Text geschrieben, b. mehrfach Korrekturgelesen, c. o.g. Rechtschreibprüfung durchgeführt, gibt es noch mehrere weitere Checks, die er selbst vornehmen kann (siehe Überarbeitungen). Trotz all dieser Arbeit (und wenn ein Autor diese nicht macht, schraubt er selbst seine Chancen gegen Null) ist man als Autor textblind. Die Kunst des Streichens beherrschen nur wenige Autoren. Wer will schon scheinbar gelungene Sätze und Formulierungen rausschmeißen, in die man verliebt ist?
Die Literaturagentur …
… ist aber eben nicht textblind. Zunächst wird sie schon gar nicht mit der Lektüre von einigen Hundert Romanseiten beginnen, sondern mit dem Exposé (siehe hierzu auch: Drei Seiten für ein Exposé). Dies sollte der Autor so aussagekräftig und kurz ausgefertigt haben wie möglich. Gefällt das Exposé, liest der Agent das 30-50seitige Manuskript. Findet auch das Gefallen, nimmt die Agentur den Autor und sein Werk unter Vertrag. Der Agent ist entweder selbst auch Lektor oder reicht den Autor und sein Werk an den Lektor der Agentur weiter. Und jetzt geht es erst richtig los. Die Lektorin wird zu Ihrer Zweitfrau, ein Lektor zu einem väterlichen Freund. DIE LEKTOREN SIND NICHT IHRE FEINDE, SONDERN IHRE VERBÜNDETEN! Warum ich das hier so betone? Weil viele Autoren eingeschnappt sind, wenn sie ihren Text mit blutroten Markierungen übersät zurückbekommen und den Eindruck gewinnen könnten, sie hätten zeitlebens in Deutsch eine 6 erhalten. Das ist beinahe der Normalzustand, und wenn man mal die Anmerkungen genau analysiert, betrachtet und konsequent durcharbeitet, versteht man, wie die Lektorin „tickt“. Natürlich sind auch sie Menschen mit Vorlieben und Abneigungen. Ideal ist, wenn man einen Partner gefunden hat, dem generell das Genre liegt.
Also, die Literaturagentur erledigt in enger Zusammenarbeit mit dem Autor das Grundlektorat. Das kann schon mal 3, 4 oder 5x hin und her gehen. Natürlich wird man mit fertig lektorierten Kapiteln schon auf Verlagssuche gehen und nicht – sagen wir mal – 500 durchlektorieren und dann findet sich leider doch kein Verlag, der das Werk unter Vertrag nimmt.
Der Verlag …
… erhält von der Agentur ein Präsentationspaket, bestehend aus einem Exposé, das die Agentur erstellt hat, sozusagen in ihrem hauseigenen Stil und ggf. genau auf die Reihe des Zielverlages abgestimmt ist. Dazu ein lektoriertes Manuskript, die Vita des Autors und eine kurze Vorstellung DER WEITEREN PROJEKTE DES AUTORS! Ein Verlag ist definitiv nicht an Eintagsfliegen interessiert (s.o. Kosten), sondern will mit Folgetiteln dann seine Grundinvestitionen rasch wieder reinholen und richtig Umsatz machen, was sich ja alle Beteiligten wünschen und völlig legitim ist. An dieser Stelle muss ich mal eine Lanze für die Begriffe Umsatz, Gewinn, Marge usw. brechen: Leider sind diese Wörter fast schon negativ belegt und von naiven Menschen sogar verpönt. Was ist denn verdammt noch mal schlecht daran, wenn man mit seiner Arbeit Geld verdient?
Zurück zur den Grenzen Autor/Lektor/Verlag:
Der Verlag wird im Bedarfsfall das Feinlektorat vornehmen, außer die Agentur hat es mit dem Autor schon druckfertig hinbekommen. Der Verlag wird in der Folge dann – mit Abstimmung des Autors – aus dem Arbeitstitel einen verkaufsträchtigen Titel formulieren, ein Cover in Auftrag geben, in einer passenden Reihe des Verlages einen Titelplatz und Veröffentlichungsdatum bestimmen und das Werk natürlich in Druck geben. Parallel dazu o.g. Werbemaßnahmen.
Wie heißt es in Hollywood so schön?
To be continued …
5. aktualisierte und überarbeitete Version, Copyright © 2012 by Werner Karl










Freitag 24. Februar 2012 um 21:23
Hallo Werner,
tauche gerade aus der Schreibversenkung wieder auf und finde die Idee mit den Tipps prima… war eine harte, arbeitsreiche Woche… und wünsche allen hier ein tolles Weekend…
Lieber Gruß
Nicole
Samstag 25. Februar 2012 um 10:45
Danke Nicole,
sind ja aber erst 17, da kommen noch mehr. Jeder Autor hat da sicher seine eigenen Vorgehensweisen, aber am Grundgerüst wird sich jeder abarbeiten müssen. Tja, ohne Fleiß kein Preis.
mgg
galaxykarl
Donnerstag 5. April 2012 um 06:25
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