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Literatur-Blog

RENO – Kapitel 2 – Eine Science-Fiction-Fortsetzungsgeschichte von Michael Bahner

RENO

Kapitel 2

Eine Science-Fiction-Fortsetzungsgeschichte

von

Michael Bahner

Was bisher geschah …

Kilometerweit zog sich eine rauchende Schneise durch das Buschland. Überall lagen brennende Äste und Sträucher auf den Böschungen und in deren näherer Umgebung. Im einsetzenden Nieselregen verwandelten sie sich schnell in qualmendes und stinkendes Holz. Die aufgeworfene Erde war übersät mit glitzernden Glaspartikeln, geschmolzen im heißen Strahl der Plasmajets. Sie zischten und klirrten leise im Regen.

Am Ende der Furche steckte der Hopper in einer Moräne aus Dreck, Steinen und Wurzeln. Ein kokelndes, zerfetztes Stück Weltraumschrott, bei dem die Pilotenzelle das einzige Teil zu sein schien, das einigermaßen intakt geblieben war. Was von dem Wrack noch heraus schaute war über und über bedeckt von einer pulsierenden Schicht dicker, weißer Raupen. Ein letztes klägliches Fauchen drang noch tief aus den Eingeweiden der Jets, dann regte sich nichts mehr.

Der Regen wurde allmählich stärker, bis er zu einem undurchdringlichen Schauer angeschwollen war, mit rauschenden grauen Schleiern, die den Hopper bald vollständig eingehüllt hatten und den Graben, in dem er lag, schnell mit schlammiger Brühe füllten.

Jetzt konnte die Libelle nichts mehr erkennen, aber sie fühlte, dass alle Informationen ihr Medium erreicht hatten. Außerdem wurde es immer schwieriger, im strömenden Regen zu manövrieren. Ihr Pelz, obwohl gut eingefettet, begann schon merklich schwerer zu werden. Wenn sie noch länger in diesem Unwetter blieb, würde sie überhaupt nicht mehr fliegen können und kriechen müssen.

Hier, in diesem von Arachniden verseuchten Land kann das tödlich sein!

Sie selbst konnte diese komplexen Überlegungen nicht anstellen, sie selbst hatte nichts von den Arachniden zu befürchten, aber sie spürte die dunkle Angst in den Gedanken ihres Mediums. Sie waren in dieser Mission ein untrennbarer Teil von ihr. Daher schwirrte sie so weit und so schnell, wie es ihr möglich war, in die Höhe und machte sie sich eilig auf den Rückweg.

Ihre wilden Artgenossen waren schon lange verschwunden.

***

Von Westen her soll ein Unwetter aufziehen? Ich hoffe, dass unser Unternehmen dadurch nicht gefährdet wird.

Kaiser Nangklao stand auf dem Balkon des Audienzsaals und wartete einen Moment, bis der kaiserliche Berater, der Spähmeister und das Medium des Spähers den Saal verlassen hatten.

Die tiefstehende Abendsonne wärmte ihm die Stirn, und er genoss den lauen Wind, der von der Ebene herauf wehte. Ihr Licht verwandelte die Dächer und Mauern unterhalb des Palastes in ein Pastellbild aus unwirklichem Rot; grobkörnig und verschwommen schimmerte es durch die Dampfwolken, die aus den Fahrzeugen, den Maschinen und den Schornsteinen der Häuser pulsierten. Und es zauberte funkelnde Splitter auf die Schindeln und Metallverkleidungen von hunderten von Türmchen und Giebeln.

Obwohl der Palast hoch über der Stadt lag, konnte der Kaiser noch den Gestank der Abgase und des Öls wahrnehmen. Er spürte auch die Feuchtigkeit, die die vielen Dampfmaschinen erzeugten. Aber es zogen auch andere Gerüche heran: von Pulver und Raketenbrennstoff. Es roch nach Ärger – nach Krieg.

Vielleicht auch nach beidem, sinnierte der Kaiser und musste unwillkürlich lächeln.

Als das erste Objekt vom Himmel gestürzt war, hatten sie zwei Späher losgeschickt. Schnelle Libellen, die zu klein waren, um Menschen tragen zu können. Stattdessen waren sie so gezüchtet und trainiert, dass sie eine Reihe simpler Befehle verstanden und einfache Aufträge, wie das Beobachten bestimmter Regionen aus großer Höhe, selbstständig ausführen konnten. Allen diesen Tieren waren Medien zugeteilt, die sich mit deren Gedanken verbinden konnten. Auf diese Art war ein Medium in der Lage, alle Sinneseindrücke seines Spähers zu empfangen und das zu fühlen und zu sehen, was auch das Tier fühlte und sah.

Es gab nur wenige Menschen, die diese wunderbare Gabe hatten; sie konnte weder erlernt noch vererbt werden. Es handelte sich um eine Mutation, eine äußerst seltene Laune der Natur, die einerseits kostbarer war als irgendein Metall auf dieser Welt, aber andererseits auch gefährlicher als die schärfste Klinge oder das größte Schlachtschiff, wenn sie richtig eingesetzt wurde. Niemand außer dem Kaiser selbst oder von ihm ernannte Personen waren befugt, über die Medien und ihre Späher zu verfügen.

Einer der Libellenspäher, die sie losgeschickt hatten, war aus heiterem Himmel von einem zweiten Himmelsobjekt getroffen worden, als sie dabei gewesen waren, die Landestelle des ersten zu erkunden. Der Schock hatte sich sofort auf das Medium übertragen und es auf der Stelle getötet. Der zweite Späher hatte sich noch aus der Gefahrenzone retten und beobachten können, wie das Objekt von dem Schwarm wilder Libellen angegriffen worden war, bei denen sie sich verborgen hatten. Die letzten Bilder, die er seinem Medium übermittelt hatte, waren jedoch umso interessanter und wichtiger: es handelte sich tatsächlich um ein Gefährt, das von Menschen gesteuert wurde. Ein Gefährt, das womöglich in den Himmel und zu den Sternen fliegen konnte – oder von dort kam!

Ich muss diese Fluggeräte besitzen, dachte der Kaiser. Wenn diese Menschen noch leben, muss ich sie mir zu Verbündeten machen – oder gefügig. Wer solche Fluggerräte bauen kann, muss auch Waffen haben, die allen unseren überlegen sind. Ich muss ihre Technik besitzen, ihre Macht. Unbewusst ballte er die Fäuste, und sein Mund verengte sich zu einem schmalen Strich. Diese Macht wird es mir ermöglichen, in jedem Land dieses Planeten die Herrschaft zu übernehmen.

Die weite Ebene hinter der Stadtmauer lag golden da und breitete sich bis zum Horizont aus. Irgendwo dort draußen waren die Grenzen seines Reiches und dahinter lagen die Objekte, die für ihn so unsagbar wichtig waren. Irgendwo dort draußen würde sich auch die Zukunft seines Reiches entscheiden.

Was für eine friedliche Szenerie, dachte er bei sich und entspannte sich wieder. Fast zu friedlich. Die Stadtwachen sind in Alarmbereitschaft und mein Heer und die Luftwaffe sind schon mobilisiert. Wir wissen ja nicht, mit wem wir es zu tun haben.

In diesem Moment schob sich von Norden ein riesiger zigarrenförmiger Schatten vor den glühenden Himmel. Er breitete sich schwarz über die Stadt aus, wild umschwirrt von einer Eskorte Libellen. Dieser Blimp war das größte der kaiserlichen Luftschiffe und maß von Bug bis zum Heck über tausend Ellen. Ein Titan von einem Schlachtschiff – aber was für ein Spielzeug mochte es gegen die Macht der Himmelsmenschen sein?

An der Seite seiner Gashülle prangte golden das geschwungene kaiserliche Wappen. Drohend und majestätisch schwebte er beinahe lautlos dahin auf seinem Weg zurück zu den Hangars, die im Windschatten der Berge auf der anderen Seite der Stadt lagen. Nur das dumpfe Brummen der Rotoren und das auf- und abschwellende Surren der Libellenflügel drang aus der Ferne zum Balkon herüber.

Jäh riss ihn ein kurzes hohes Zischen aus seinen Gedanken und signalisierte ihm, dass sich die Türen bewegt hatten. Er vernahm das leise Knirschen von Stiefeln. Leichte Schritte in geschmeidigem Leder: Mom Chao. Die Tochter seiner sechsten Konkubine, stand hinter ihm und betrachtete ihn schweigend: seine hagere Gestalt, seinen langen Umhang mit den roten samtenen Streifen, die wie Lava von innen heraus zu leuchten schienen, und seinen schmalen Kopf, der bis auf den Spitzbart umbehaart war.

Was will er nur von mir? Wie Respekt einflösend er aussieht, sein sehniger Körper, seine erhabene Haltung, seine ganze Erscheinung, dachte sie bitter. Ein großer, hagerer, alter, widerlicher Despot – und doch stark und mächtig.

An seiner Seite sah sie einen kleinen mit Saphiren besetzten Dolch in den Falten seines Umhangs funkeln. Sie wusste, dass sie trotz ihrer Jugend, ihrer Kraft und ihrer Gewandtheit einen Zweikampf nicht gewinnen würde; sie wusste auch, dass der Kaiser keine Gnade kannte, nicht für seine Feinde und nicht für sie, sein Blut.

„Das ist die Himmelsglanz”, erklärte der Kaiser unnötigerweise. „Sie ist das größte Luftschiff unserer Streitkräfte.”

Ich weiß, alter Mann, dachte Mom Chao, und sie sollte von Rechts wegen mir unterstehen, mein Schiff sein. „Ja, Vater”, antwortete sie stattdessen nach einer kurzen Pause.

Der Kaiser ahnte, was in ihr vorging. Sie war Leutnant bei seinen Luftstreitkräften und befehligte dort eine Kompanie Libellen. Aber sie war auch die Tochter des Kaisers, und als solche hätte ihr eine höhere Stellung zugestanden. Dennoch wollte er ihr nicht mehr Verantwortung übertragen – noch nicht. Sie hatte zwar ein gutes Gespür für Strategie und Taktik und war auch sehr versiert im Umgang mit Waffen. Aber sie besaß auch noch diese jugendliche Arroganz, alles besser wissen zu wollen, widersprach in ihrem Jähzorn Befehlen und ließ sich noch zu oft von ihrem Enthusiasmus hinreißen. Solche Ausbrüche konnte sie am Hof ausleben, wo außer gebrochenen Herzen oder Kränkungen kein Schaden entstand. Hier konnte sich ihr Verhalten glattschleifen, bis sie sich ganz und gar auf ihr Talent konzentrieren konnte. Aber bis es soweit war, musste sie der Kaiser bei der Stange halten.

Er lächelte verhalten. „Unsere dringendste Aufgabe ist die Untersuchung dieser seltsamen Fluggeräte.” Er überlegte einen Moment. „Wir werden umgehend eine Expedition ausrüsten, ein Bergungskommando. Es darf uns niemand zuvor kommen.”

Mom Chao stutzte. „In diesem von Arachniden verseuchten Gebiet? Wer soll uns da schon zuvor kommen?”

„Ich … wir müssen diese Geräte haben und die Menschen, die darin waren. Ich bin mir sicher, dass wir nicht die einzigen sind, die hinter diesen Fremdweltlern und ihren Maschinen her sind. Aber wir müssen die ersten sein, um jeden Preis”, zischte der Kaiser. „Die Arachniden sind dabei nebensächlich, auch wenn sie nicht leicht abzuwehren sind. Aber diesen Preis müssen wir zahlen. Durch die Beobachtung unserer Späher kennen wir den genauen Standort, wo die Fremdweltler gelandet sind”, fuhr der Kaiser ungerührt fort. „In der Morgendämmerung wird die Expedition aufbrechen.”

„Es sind mehrere Tagesreisen bis dorthin”, gab Mom Chao zu bedenken, „eine lange Reise. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir so lange gegen die Spinnen bestehen können.”

„… was es unumgänglich macht, dass wir aus der Luft operieren. Und sie …”, er zeigte auf die Himmelsglanz, die sich eben zu den Hangars senkte, „… sie wird das Herzstück der Operation sein. Im Übrigen habe ich angeordnet, dass sie in der Nacht ausgerüstet wird.”

Und ich befehlige sicher wieder einen Schwarm mickriger Libellen, dachte Mom Chao und presste die Lippen aufeinander.

Kaiser Nangklao drehte sich um und fixierte seine Tochter, die sich bemühte, sich ihre Verärgerung nicht anmerken zu lassen.

Ein kleiner, begrenzter Einsatz als Kommandantin ist genau die Art Geschenk, die sie wieder gefügig macht und ihre Aufsässigkeit im Zaum hält, überlegte der Kaiser. Laut sagte er: „Es erübrigt sich vermutlich, dich zu fragen, ob du dir das Kommando zutraust?”

Mom Chao war völlig verblüfft. Sie sollte das Kommando über die Himmelsglanz bekommen, hatte sie das richtig verstanden? Sie hätte in die Luft springen mögen, vor Freude schreien, aber sie hielt sich zurück und erwiderte stattdessen mit rauer Stimme: „Natürlich traue ich es mir zu – Vater.”

JA. Es geht voran, aber das ist nur der Anfang. Und wenn du glaubst, mich mit diesem Zuckerbrot abspeisen zu können, hast du dich getäuscht, alter Mann. Die Himmelsglanz habe ich, und die Fremdweltler, wie du sie nennst … nun, was für dich so wunderbar und wertvoll ist, kann für mich nur von Vorteil sein.

„Und wenn ihnen etwas zustößt?”

„Den Fremdweltlern?”

„Ja. Wenn sich die Arachniden vor uns um sie kümmern.”

„Das wäre bedauerlich, und ich wünsche es nicht.” Die letzten Worte murmelte der Kaiser nur noch, dann wandte er sich wieder um und beobachtete, wie die Himmelsglanz mit ersterbendem Motorengeräuschen hinter den Bergen verschwand.

Sonst was, alter Mann?

Aber der Kaiser schwieg. Die Unterredung war beendet.

***

„Licht …“, stöhnte Reno, aber nichts geschah.

Obwohl er die Augen geöffnet hatte, konnte er rein gar nichts sehen. Es roch stumpf und muffig wie in einem alten Keller. Er hing vorne über in den Gurten und fühlte sich wie ein Fisch im Netz. Der Hopper hatte wenigstens zwanzig Grad Neigung und steckte vermutlich wie ein Pfeil im Boden. Mit wenigen Handgriffen hatte er sich von seinem Gurt befreit. Aber er konnte er seine Beine kaum bewegen. Als er nach unten griff, bemerkte er, dass sie mit Erde bedeckt waren. Neben seinem Sessel war ebenfalls alles voll. Das erklärte auch den Gestank. Die Schicht, die jetzt den Boden des Cockpits bedeckte, war vielleicht einen Meter tief, glücklicherweise nicht mehr.

Langsam kam ihm wieder in Erinnerung, dass sie abgestürzt waren. Wie lange mochte das her sein? Mit Mühe befreite er seine Beine und suchte in der Dunkelheit nach dem Pilotensessel. Dort fand er Lena immer noch vorschriftsmäßig angeschnallt und offenbar ohnmächtig. Sie rührte sich nicht und gab auch keinen Laut von sich als er sie berührte. Es dauerte ein paar hundert nervige Sekunden bis er sie losgefummelt hatte. Er musste aufpassen, dass sie nicht mit dem Kopf auf den Boden fiel.

Schließlich zog er sie nach achtern, wo der Untergrund frei von Erdreich war. Ihre Atemmaske baumelte nutzlos an der Seite ihres Anzugs herunter; beim Ziehen schlug sie ständig gegen sein Knie.

Was soll’s, dachte Reno. Wozu noch die Maske? Er hatte es während ihrer sauberen Landung nicht mal geschafft, seine überzuziehen, also konnte die Luft nicht so schlimm sein. Trotzdem checkte er sie sicherheitshalber. Der Anzug gab sein Okay.

„Hey, Süße”, flüsterte er, den Kopf ganz nah an ihrem Gesicht. „Mach jetzt nicht schlapp. Komm schon, wach auf.” Er fühlte ihren schwachen Puls, aber sonst keine Reaktion. „Warte einen Moment …” – was für eine bescheuerte Bemerkung! – „… ich hole Licht und … und die Med-Ausrüstung.”

Vorsichtig tastete er sich weiter in die Richtung, in der er die Schleuse vermutete, als ihn ein kurzer durchdringender Schrei zusammenzucken ließ.

Lena? – Nein!

Ein fahler, Faden dünner Lichtstrahl befand sich plötzlich direkt vor ihm in der staubigen Luft und verband Backbord mit Steuerbord. In rascher Folge erschienen immer mehr, jedesmal von einem unangenehmen Quietschen begleitet. Doch bevor Reno sich orientieren konnte, um zu erkennen, woher sie kamen, brach ein mannshohes Stück kreischend aus der Seitenwand. Nur durch einen beherzten Sprung konnte er sich in letzter Sekunde in Sicherheit bringen. Das Bruchstück schlug gegen einen Sitz, der ohne nennenswerten Widerstand zusammenknickte.

Wenigstens hatten sie jetzt Licht und einen Ausgang gefunden – doch die Ränder dieser neuen Öffnung wimmelten und sonderten zähflüssiges Sekret ab, und an hauchdünnen Fäden baumelten winzige, sich krümmende Leiber.

„Verdammt, die Mistkäfer“, entfuhr es Reno. Sie mussten so schnell wie möglich raus. „Ich möchte nicht wissen, worauf die sonst noch Appetit haben – außer auf Raumboote.”

Ein leises Stöhnen drang aus dem Komm-Interface an seinem Anzug. Lena war erwacht. Gottseidank! Sie war noch vollkommen desorientiert und ließ sich mehr ziehen und schleppen, da sie noch nicht in der Lage war, ihren Beinen Befehle zu erteilen. Durch die neue Öffnung war bereits wieder Erde eingedrungen, matschiger als die im Cockpit und durchsetzt von weißen zuckenden Maden. Sie drohte, immer weiter zu rutschen und das Loch wieder zu verschließen.

Reno kämpfte sich mit seiner Pilotin über die glitschigen Massen nach draußen. Er zog und ruderte und versuchte mit den glatten Sohlen seiner Raumstiefel auf der rutschigen Oberfläche nicht den Halt zu verlieren. Plötzlich merkte er, dass Lena nicht mehr schlaff an seinem Arm hing. Offensichtlich hatte sie sich wieder einigermaßen berappelt. Sie war neben ihm und stapfte mühsam nach oben. Ihre Pistole benutzte sie wie einen Eispickel, mit dem sie sich Stück für Stück bergan zog.

„Eine der wenigen sinnvollen Anwendungen für die Dinger”, keuchte sie und schaffte es trotz der Anstrengung, über ihre Bemerkung zu kichern.

Schnell hatte Reno seine Waffe ebenfalls gezogen. Eigentlich ein Sakrileg, dachte er, machte es ihr aber nach. Dann waren sie oben, wo sie sich erschöpft auf die nasse Erde fallen ließen.

Allerdings blieb ihnen nicht viel Zeit zum Verschnaufen, denn im nächsten Moment wurde Reno von kräftigen Händen gepackt und den Abhang hinunter geschleift. Er fingerte hektisch an seiner Pistole herum, während ihm Steine und Gestrüpp gegen den Kopf knallten, wollte sich aufrichten und den Angreifer ins Visier nehmen, aber die Waffe entglitt seinem Griff. Eben hatte er sie wieder umklammert, da sah er dicht vor sich die Mündung eines Sturmgewehrs auftauchen und hörte, wie jemand in seiner Nähe „Feuer!” befahl.

Dann rollte eine Welle wie eine Feuerwalze über ihn hinweg. Reno spürte die Gluthitze noch durch den Anzug, also behielt er zur Sicherheit den Kopf unten. Über und hinter ihm knisterte und ploppte und zischte es. Schließlich verebbte das fauchende Geräusch des Feuerwerfers, nur das Poppcorn-Ploppen der zerplatzenden Raupen blieb.

Reno reagierte blitzschnell. Mit der Linken schlug er den Gewehrlauf weg und rammte seine Pistole in das, was er für Kniekehlen hielt. Die Gestalt knickte sofort ein – es war ein Mensch. Im nächsten Moment war er auf ihm und raufte mit ihm im Morast herum. Bald hatte er ihm das Gewehr entrungen und weggeschleudert, da ertönte das beißende Knacken einer Laserpistole, und auf dem Brustharnisch einer der Leute, die sie beobachteten, erblühte ein blauer Fleck, der sich schnell verflüchtigte.

Lena hatte geschossen! Aber als Reno überrascht zu ihr hinüberblickte, hing sie schon im Schwitzkasten eines anderen Soldaten.

Die Kerle ist gut gepanzert – das müssen Tschangs Leute sein! schlussfolgerte er messerscharf. Leider war das genau die Ablenkung, die sein Sparringpartner benutzte, um ihn zu überwältigen.

„Hätten wir die Formalitäten also geklärt.” Nicht weit von der Böschung entfernt stand noch ein Soldat – auf wackeligen Beinen, mit hilflos baumelnden Armen – und versuchte mäßig erfolgreich, seinen irren Blick auf die Neuankömmlinge zu heften.

Himmel, auch das noch, durchfuhr es Reno, ein ferngelenkter Sklave, ein Besessener! Dieser Mistkerl übernimmt tatsächlich Menschen.

„Ich heiße sie herzlich Willkommen auf Aladin I, meine Dame und mein Herr“, verkündete der Mann die Worte seines Meisters. „Mein Name ist Aristoteles Robert Tschang.”

zur Fortsetzung …

zur Kapitelübersicht …

Copyright © 2011 by Michael Bahner

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13 Comments

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  1. Der Teil ist diesmal ein bisschen länger geworden. Trotzdem viel Spaß ;-).

  2. Die Länge ist doch gut! Ich habe das Cover etwas angepasst und als Bestellmöglichkeit verändert! Der Verlag: Dorling Kindersley schicht uns nichts zum Verlsoen, daher am besten das nächste mal bitte einen andern wählen! Ansonsten: klasse Beitrag!

  3. Kapitel 2 hat mir gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung! Klasse! Weiter so!

  4. Stimmt, der Link im Bild! Danke für’s korrigieren :-).

  5. Richtig spannend, hier sollten mehr actionlastige Geschichten stattfinden! 🙂

  6. Genau, so war sie gedacht :D.

    Ich bin auch für eine gute Mischung: ein paar Stories für den Kopf, ein paar für’s Gemüt, ein paar für den Adrenalinschub usw. ;-).

  7. Hier ist auch ein google-Zeichen links unten!

  8. Also die Geschichte habe ich schon ewig nicht mehr angepackt!? Das ist seltsam.
    Aber den Google habe ich entfernt.

    Wahrscheinlich war das dieser unsägliche Chrome-Browser (von Google!!!). Da hatte ich in einer anderen Geschichte schon mit dem Bildchen gekämpft. Letztlich habe ich gewonnen :-). Der Chrome hat sich dann vermutlich eine andere Story gesucht und infiziert.

    Ich bin jetzt wieder auf Firefox umgestiegen 😉

  9. So ein böser Google! 😉

  10. Hier kommt man leider nicht zu Kapitel 3 !

  11. Lieber Michael, hier musst du nochmal das Cover vom Buchtipp neu hochladen, das alte ist verschwunden!

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