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Nicole Steyer – interviewt von Werner Karl

Erstellt von Galaxykarl am Sonntag 27. Mai 2012

Nicole Steyer – interviewt von Werner Karl

Nicole Steyer ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Idstein. Ihr historischer Roman „Die Hexe von Nassau“ erscheint am 02. November 2012 im Knaur-Verlag. Am 24. Oktober 2012 wird im Gerberhaus von Idstein die Premierenlesung stattfinden. Beginn ist voraussichtlich 19:30 Uhr.

www.literatur-steyer.de
www.knaur.de
http://www.facebook.com/#!/pages/Nicole-Steyer/220034018033832

sfbasar: Liebe Nicole, ich möchte mit der ersten Frage gleich in die Vollen gehen: Historische Romane sind ungeheuer beliebt und die Vergangenheit bietet ja unendlichen Stoff dafür. (Angebliche) Hexen sind darin wiederum eine faszinierende und gern benutzte Personengruppe und ein Henker sowieso. Wie bist du ausgerechnet auf diese Idee gekommen? Oder anders gefragt: Was unterscheidet deine Geschichte von ähnlichen Romanen?
NS: Die Stadt Idstein (Die auch die Hexenturmstadt genannt wird) hat mich inspiriert. Unterhalb des Hexenturms ist eine Tafel angebracht, auf der alle Namen der Opfer stehen, 42 an der Zahl. Ich machte mir Gedanken darüber, was für Schicksale hinter den Namen stehen und wie sehr diese Menschen gelitten haben müssen. Ich begann zu recherchieren und in Idstein sind meiner Meinung nach viele Dinge anders gelaufen als in anderen Städten. Jede Anschuldigung wurde sehr genau geprüft und grundsätzlich wurde keine Frau unter 40 Jahren hingerichtet. Diese Altersgrenze hat Graf Johannes deshalb eingeführt, weil nach dem Dreißigjährigen Krieg noch sehr viele Dörfer wie ausgestorben waren und die Geburtenraten gerade wieder stiegen. Mit seinem Tod im Jahr 1677 endeten die Hexenverfolgungen.
Der Idsteiner Henker war für mich von Anfang an eine faszinierende Persönlichkeit, die ebenfalls sein Schicksal hat. Sein Vater war wie er Henker und wurde im Dreißigjährigen Krieg auf dem Esstisch in seinem Haus grob von Söldnern ermordet, angeblich weil er sein Geld nicht hergeben wollte. Sein Sohn hat alles mit ansehen müssen, was den Jungen gewiss geprägt hat. Hans Leonhard Busch behauptete tatsächlich: Er erkenne eine Hexe, wenn er sie sieht!
Das Henkershaus steht auch heute noch und ist sogar bewohnt. Im Keller wurde bei Umbaumaßnahmen in den Siebziger Jahren Gold aus jener Zeit gefunden.

sfbasar: Historische Romane haben neben ihrer Faszination auch den Anspruch – oder Makel? – dass sie in vielen Dingen korrekt sein sollen. Wo ziehst du hier die Grenze zwischen Tatsachen und Fiktion? Schließlich willst du ja kein Geschichtsbuch schreiben, sondern eine spannende – und fiktive – Geschichte erzählen.
NS: Ja, die Grenze zu ziehen ist nie leicht und natürlich weiß ich viele Dinge, die ich nicht im Buch unterbringen kann, was ich manchmal sehr schade finde. Aber man darf als Autor, trotz der vielen Historie, die Geschichte nicht aus den Augen verlieren. Ich verflechte gerne Realität mit Fiktion und freue mich sehr darüber, wenn so viele Dinge wie möglich tatsächlich geschehen sind. Aber ich möchte die Leser unterhalten und die Geschichte meiner Protagonisten erzählen und da muss die Historie schon mal in den Hintergrund treten oder leicht verbogen werden.

sfbasar: Über die realen Personen kann man – je nach vorhandener Dokumentenlage – mehr oder weniger viel recherchieren. Wie groß ist dabei die Gefahr, sich in Details zu verlieren, die man gar nicht für die Romanhandlung braucht oder einen sogar ablenken?
NS: Wenn ich einen realen Charakter im Buch habe, dann ist es wichtig viele Details über ihn zu wissen und ich verliere mich gerne in historische Berichte und Überlieferungen. Ich muss einem Menschen einen Charakter geben, ein Gesicht, und auch wenn er gelebt hat, kennen wir heute nur ein Gemälde, Aufzeichnungen über seine vermeintlichen Taten oder wie auf der Tafel am Hexenturm nur einen Namen. Da ist es wichtig sich zu verlieren, um irgendwann wieder aufzutauchen und die Ehre zu haben, diesem Menschen einen Platz im Buch zu geben.

sfbasar: Und die erfundenen Charaktere? Sind die leichter zu „beschreiben“? Auch die Interaktion mit den überlieferten Personen stelle ich mir nicht so leicht vor: Hast du nicht Angst, dass Historiker einwenden könnten, dass deine Protagonistin nie und nimmer so gehandelt hätte, wie du es in deiner Geschichte erzählst?
NS: Die erfundenen Charaktere sind nicht leichter. Sie muss ich immer erst kennenlernen und manche von ihnen tun auch nicht das, was ich ihnen anschaffe, was gut ist. Sie entwickeln sich mit der Zeit und ich lerne sie zu begreifen und sie zu lieben mit all ihren Ecken und Kanten. Es ist nicht schwer sie mit den „wirklichen“ Personen agieren zu lassen. Da mir die realen Persönlichkeiten niemals begegnet sind (bei so manchem Zeitgenossen bin ich dafür sehr dankbar) muss ich diesen auch Eigenheiten und Charakterzüge geben,die oftmals nicht überliefert sind.
Historiker arbeiten wissenschaftlich und ich denke, sie können sehr gut zwischen einem Unterhaltungsroman und einer wissenschaftlichen Arbeit zu einem Thema unterscheiden. Ich versuche möglichst viele Details historisch korrekt zu beschreiben. Aber auch dabei gibt es Grenzen.

sfbasar: Hat dich die Recherche in deiner Planung der Romanhandlung beeinflusst? Musstet du Änderungen, Streichungen oder gar den Plot selbst abwandeln, weil die belegten Daten eine andere Realität offenbarten?
NS: Nein, eigentlich nicht. Der Plot stand schon sehr früh und war von Anfang an sehr nah an der Realität und der Weg, den die Hauptdarstellerin geht, war klar gezeichnet.

sfbasar: Apropos Recherche: Jeder Autor recherchiert Dinge, die ihm wichtig erscheinen. Bei einem historischen Roman stelle ich mir den Aufwand schon sehr groß vor. Wie viel hast du vor der Handlungsplanung recherchiert und wie viel noch während des Schreibens?
NS: Recherchiert wird immer. Vorher und auch während dem Schreiben. Oftmals will ich eine Szene schreiben und alltägliche Dinge kommen mir plötzlich sehr schwierig vor. Bisher konnte ich aber jedes Problem lösen oder charmant umschiffen.

sfbasar: Welche Quellen hast du benutzt? Das Heimatarchiv, die Universitätsbibliothek, das scheinbar unerschöpfliche Internet, Fachleute?
NS: Natürlich sehr viele Quellen. Das Internet ist toll, aber nicht perfekt und manche Dinge stimmen nicht. Ich habe viele Bücher, die ich in Antiquariaten bestelle. Ich besuche die Orte, wenn es sie noch gibt, und gehe in Stadtarchive. Auch Historiker befrage ich, was mir oftmals weitergeholfen oder eine andere Sicht auf die Dinge gegeben hat.

sfbasar: Wie sieht es mit der wörtlichen Rede aus? Zur Zeit der Handlung haben die Leute natürlich anders gesprochen, auch wenn es hier in deinem Roman die deutsche Sprache war. Wortwahl, Satzbau und so weiter dürften sich deutlich von unserem heutigen Sprachgebrauch unterschieden haben. Sicher würde eine der historischen Zeit gemäße Sprache den Roman holprig werden lassen und den Lesern den Spaß verderben.
NS: Ja, dann würde es sehr anstrengend werden den Roman zu lesen. Während meiner Recherche musste ich viele Texte in alter Schrift lesen und habe viele Stunden damit zugebracht Texte regelrecht zu übersetzen. Der Leser lebt im hier und jetzt und soll auf eine Zeitreise mitgenommen und unterhalten werden und sich nicht fragen müssen, ob er den letzten Satz so richtig gelesen und verstanden hat.
 
sfbasar: Fühlt man sich bei so einer aufwendigen Arbeit nicht irgendwann eher wie eine Archäologin, eine Historikerin, statt wie eine Autorin? Oder macht das für dich gerade auch den Spaß aus, den du haben musst, um solch eine Arbeit leisten zu können?
NS: Nein, wie eine Historikerin fühle ich mich nicht. Aber es macht mir unglaublich viel Freude in alte Zeiten einzutauchen und jeden Tag eine Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen.

sfbasar: Kommen wir mal du deinem realen Umfeld. Wie sieht das aus, wenn du schreibst? Schottest du dich ab? Wohin mit deinen Kindern, deinem Mann? Bist du da in deiner Kemenate und dein Prinz darf dann die Erziehung, Hausarbeit und das Kochen übernehmen? Hast du da eine besondere Vereinbarung mit deiner Familie getroffen?
NS: Nein, Vereinbarungen gibt es nicht und leider übernimmt auch niemand für mich die Hausarbeit. Aber mein Mann unterstützt mich wunderbar und hilft wo er kann. Die Kinder gehen in die Schule und ich nutze die Vormittage zum Schreiben. Das ist wie bei jeder anderen Mutter auch, die halbtags arbeitet. Morgens setze ich mich an meinen Schreibtisch und beginne zu Arbeiten und Mittags koche ich für meine Kinder und kümmere mich um die Hausaufgaben. Aber hin und wieder schreibe ich auch nachmittags oder am Wochenende und dann unterstützt mich mein Mann sehr und sorgt dafür, dass ich nicht gestört werde.

sfbasar: Bist du beim Schreiben eine Planerin, die sich an ihr Skript hält? Oder passiert(e) es dir, dass du im Schreibfluss eine Handlung erschaffst, die so nicht vorgesehen war? Oder ist das bei einem historischen Roman unmöglich?
NS: Es gibt immer ein Exposé. Aber natürlich passiert es mir, dass sich Dinge ändern oder sich eine Figur anders entwickelt als gedacht. Aber es gibt immer einen roten Faden an den ich mich halte und auch das Ende steht immer fest, woran nie gerüttelt wird.

sfbasar: Bei fiktiven Geschichten kann man relativ einfach einen oder mehrere Folgebände nachschieben. So nach dem Motto: „Eine Geschichte ist nie zu Ende.“ Ist Band 1 ein Hit, schreit ein Verlag nach einer Fortsetzung. Wie ist das bei einem historischen Roman?
NS: Ich denke, es kommt bei einem historischen Roman immer darauf an, wie fiktiv die Geschichte ist. Es gibt viele historische Romane in denen die ganze Handlung so hätte sein können und es gibt diejenigen, in denen auch reale Personen auftreten und eine wirkliche Begebenheit in die Geschichte hineingewoben wird. Bei der zweiten Variante ist es natürlich schwieriger eine Fortsetzungsreihe daraus zu machen, denn die Geschichte schreibt einen Teil des Romans und die lässt sich oft nur schwer fortsetzen. Aber manchmal kann dies natürlich gelingen.

sfbasar: Wird dein nächstes Buch wieder ein historischer Roman sein? Ich nehme es mal an. Hast du dafür eine ganz andere Epoche im Auge?
NS: Ja, mein nächster Roman wird auch ein historischer Roman sein. Mehr verrate ich aber noch nicht.

sfbasar: Jetzt mal zum Handwerklichen. Du schreibst die schönsten Buchstaben, die ein Autor je schreiben kann: ENDE. Wie verfährst du dann? Lässt du den Rohtext sacken und erholst dich erst mal? Oder startest du am nächsten Tag die Überarbeitungen? Und wie gehst du dabei vor?
NS: Ja, ich lasse den Text schon eine Weile sacken, denn mir fehlt der Abstand dazu und ich sehe die Fehler nicht mehr. Nach einigen Wochen beginne ich mit der Überarbeitung auf dem Papier und arbeite diese dann ein. In der Regel gibt es zwei bis drei Korrekturgänge, manchmal auch mehr.

sfbasar: Es heißt ja, dass man nie genug korrigieren kann. Wann ist für dich das Stadium erreicht, wo du einen Text abschickst?
NS: Eigentlich nie. Selbst jetzt, wenn ich einen Text aufmache, denke ich: Meine Güte, wie konntest du das nur so schreiben.(lach)

sfbasar: Ich weiß, dass du eine gute Agentur als Partner gefunden hast. Angeblich soll es immer noch möglich sein, ohne eine Agentur einen Verlag zu finden. Wie ist deine Meinung zur Kette Autorin – Agentur – Verlag? Geht es nur so oder auch anders?
NS: Ich denke, dass es ohne Agentur schwierig wird. Die Agenturen leisten eine Menge Vorarbeit für die Verlage und bieten Texte an, die sie vorher geprüft haben. Das nimmt den Verlagen eine Menge Arbeit ab. Und ein Agent betreut die Autoren in Vertragsfragen und organisatorischen Dingen, was mir unglaublich viel hilft, denn ich möchte Geschichten schreiben und nicht Vertragsverhandlungen führen. Mein Agent prüft die Manuskripte sehr genau und unterstützt mich bei der Überarbeitung, wofür ich ihm sehr dankbar bin, denn mir fehlt oft der Blick für Unstimmigkeiten im Text, weil ich immer wieder mit der Geschichte mitschwimme.

sfbasar: Ein(e) Autor(in) muss ein fantasievoller Mensch sein. Wenn du nun eine fulminante Idee in einem anderen Genre hättest, eine umwerfende Idee zu einem Polit-Thriller oder einem Katastrophenroman. Würdest du für das neue Projekt in diesem Verlag kämpfen oder einen anderen Verlag suchen? Ist das nicht immer wieder so, als würde man immer wieder neu starten?
NS: Ich würde die Idee mit meinem Agenten besprechen und wir würden gemeinsam entscheiden, wie wir vorgehen. Ein Pseudonym würde dann aber Sinn machen.

sfbasar: „Die Hexe von Nassau“ ist Anfang November erhältlich. Wir wünschen dir, dass dein Roman auf vielen Weihnachtswunschzetteln stehen und auf noch mehr Gabentischen liegen wird. Wir danken dir herzlich für dieses Interview und wünschen dir viel Erfolg.

Copyright © 2012 by Nicole Steyer und Werner Karl

24 Kommentare zu “Nicole Steyer – interviewt von Werner Karl”

  1. Christa Kuczinski sagt:

    Ein tolles Interview ! Es ist immer wieder interessant zu erfahren, wie “es” ;-) andere handhaben. Ich wünsche der Autorin viel Erfolg mit ihrem neuen Roman !!!

  2. Irene Schmidt sagt:

    Gab es nicht bereits hier ein Intview mit Nicole Steyer? Wo ist das? Ich kann es nicht mehr finden. :(

  3. Nicole Steyer sagt:

    Vielen Dank, lieber Werner,

    habe mich sehr gefreut und bedanke mich für die guten Wünsche zum Verkaufsstart.

    LG
    Nicole Steyer

  4. galaxykarl sagt:

    Das alte Interview haben wir auf Wunsch der Autorin durch dieses brandneue ersetzt. Zusammenarbeit sieht so aus, dass wir machbare Wünsche gerne berücksichtigen.

    mgg
    galaxykarl ;-)

  5. Corinna Klebe sagt:

    Hat sie dich bestochen? ;)

  6. Nicole Steyer sagt:

    Nein, ich besteche niemanden. :-) Ich möchte mich nur noch auf meine historischen Romane konzentrieren und deshalb wurde das andere Interview rausgenommen.

    Lieber Gruß
    Nicole Steyer

  7. Martina Möchel sagt:

    Gibt es da ein Geheimnis, das wir vielleicht nicht wissen sollen? :( ;) 8)

  8. Nicole Steyer sagt:

    Nein.

    :-)

  9. Mattsy sagt:

    Interessant wie sehr sich die Leute hier für den Inhalt des Interviews interessieren. Ich finde es sehr gut gemacht und bin immer wieder fasziniert zu lesen, wie Autoren arbeiten und besonders das Schreiben eines historischen Romans stelle ich mir extrem schwer vor. Aber daran scheint hier ja keiner Interesse zu haben.
    Schade eigentlich!

    :-)

    Ich für meinen Teil habe mir das Profil der Autorin bei Facebook angesehen und auf “gefällt mir” geklickt und das Buch werde ich mir auf jeden Fall kaufen.

  10. Detlef Hedderich sagt:

    Wir hoffen natürlich, dass Nicole eine Leseprobe von dem Buch in den Storywettbewerb stellt, sobald dieses erschienen ist. Dann wird es bestimmt spannend zu sehen, wie sie abschneiden wird. Wenn sie sich das überhaupt traut… :)

  11. Detlef Hedderich sagt:

    Ich persönlich habe es ja weder mit der Fantasy noch mit Historischen, das ist leider beides nicht mein Ding, daher fällt mir eine Beurteilung eher schwer. Mich muß ein Text mitreißen. Wenn er das schafft, ist mir das Genre schnuppe. Meistens aber sind es SF-Romane, die mich so richtig mirgehen lassen und die ich genießen kann. Historisches oder Fantasy sind Genres, die mir zu vorhersehbar sind. Historisches muß sich ziemlich an das halten, was tatsächlich passiert ist und Fantasy ist mir oft zu kitschig oder blumig, oft auch zu sehr auf ein Sujet gerichtet. Ich mag da eher die Töne zum Beispiel von Chris Moriarty. Das ist eine Schriftstellerin, die voll auf meiner Wellenlänge schreibt. Kennt die vielleicht zufällig jemand von Euch? – Habe ich mir gedacht. :)

  12. Christa Kuczinski sagt:

    Mattsy, @ und besonders das Schreiben eines historischen Romans stelle ich mir extrem schwer vor. Aber daran scheint hier ja keiner Interesse zu haben.

    Ich stelle mir das ebenfalls extrem schwer vor und genau aus diesem Grund werde ich mit Begeisterung historische Romane lesen, jedoch nie einen Schreiben… ;-)

  13. Detlef Hedderich sagt:

    Da mein Geschmack kaum mehrheitsfähig ist, mache ich auch eigentich keine Werbung für Bücher die ich faforisiere. Ich will aber mal eine Ausnahme machen. Im Moment lese ich von der oben genannten Autorin den Roman “Lichtjagd”, der übrigens mit dem PHILIP K. DICK AWARD ausgezeichnet wurde. Ich kann dieses Buch richtig geniesen, möchte es aber nicht empfehlen, denn es ist für Einsteiger in eine solche Matereie zu schwierig, da man doch ziemlich viel Background an Wissen haben muß, der uns in unserer Gegenwart kaum begegnet. So, jetzt wißt Ihr mal, was mir so gefällt.

  14. Detlef Hedderich sagt:

    Sollte ich doch mal in die Verlegenheit kommen und mich dazu entschliessen, was historisches zu schreiben, dann würde wahrscheinlich doch wieder SF draus werden, etwa Steampunkt oder eine Alternativ- oder Zeitreisegeschichte. Jeder hat eben seine Vorlieben, Wäre ja auch schlimm, wenn wir alle die selben Geschmäcker hätten und jetzt komplett alle Deutschen nur noch die BIBEL lesen würden, oder? ;)

  15. galaxykarl sagt:

    Hallo Mattsy und Christa,

    ich habe sehr großes Interesse an Geschichte und Archäologie, was mir enorm hilft – nein, nach meinem Verständnis eine Grundbedingung ist -, um Fantasyromane mit historischem Hintergrund zu schreiben. Hier geht es mir ganz ähnlich wie Nicole: Recherche, Recherche, Recherche.

    Und Detlef hat in einem Punkt recht: Viele Fantasyromane sind sehr vorhersehbar. Ich habe mich bemüht, in den “Spiegelkriegern” immer wieder Überraschungen und Wendungen einzubauen (was ohnehin jeder Autor machen sollte, egal in welchem Genre). Ich lege auch Bücher zur Seite, wo ich auf Seite 10 schon merke, wie die Sache ausgeht. Alerdings kann man auch hier falsch liegen, wenn ein Autor einem geschickt auf die falsche Fährte lockt. Das habe ich z.B. bei “Black Ice” vor.

    Aus o.g. Interessen ergibt sich automatisch auch eine Affinität zu historischen Romanen. Allerdings muss der Text gut geschrieben sein. Der schönste Plot befriediegt nicht, wenn der Text langweilig ist; ich sage nur: Konflikte, Gefühle, Entwicklung/Wandlung der Protagonisten.

    Ich habe in meinen u.a. Schreibtipps aufgeführt, dass auch eine fiktive Handlung nachvollziehbar sein muss.
    Zitat: „Was“, sagen Sie? „Warum soll ein Science-Fiction Roman reale Fakten enthalten, ist doch eh´ alles nur erfunden?“ Schon, aber bestimmte Dinge müssen einfach stimmen, sonst verlieren Sie an Glaubwürdigkeit. Auch Superman kann in Chicago nicht auf das Empire State Building hüpfen, denn dieses steht in New York im Stadtteil Manhattan. Spidermans Haut besteht nicht aus Schuppen, denn er ist ja von einer Spinne gebissen worden und nicht von einem Fisch. Sie verstehen, was ich meine? Natürlich.

    mgg
    galaxykarl ;-)

  16. galaxykarl sagt:

    @Mattsy

    Vielen Dank für dein Lob. Ich mache sehr gerne Interviews und werde auch in Zukunft immer wieder mal eines bringen. Allerdings kann ich das besser bei Menschen, die ich kennengelernt habe als bei völlig Fremden. Auch unsere Sites sollten schon einen Bezug zum Interviewten haben. Und das Schöne dabei ist: Ich lerne von jedem AutorIn etwas. Schließlich stelle ich auch Fragen, die mich beschäftigen und nicht nur dem Interviewten geschuldet sind.

    Euch allen einen schönen Feiertag.

    mgg
    galaxykarl ;-)

  17. galaxykarl sagt:

    Ein Wort zu Leseproben in unseren Wettbewerben:

    Ich sehe es nicht als besonders aussagefähig an, wo ein Beitrag landet. Zum ersten sind die Stimmberechtigten eine sehr kleine Gruppe und zum zweiten sind deren Geschmäcker extrem unterschiedlich. Jeder steckt in seiner “Haut” und wird ein Genre, dass er ohnehin nicht mag, nicht so fair bewerten, als Beiträge aus seinem Lieblingsgenre. Es mag vielleicht einige wenige geben, die hier über ihren eigenen Schatten springen können, ich (leider) nicht. Ich habe mein eigenes Abstimmverhalten mal analysiert und bin auf das Ergebnis gekommen, dass ich ungeliebte Genrebeiträge immer schwächer bewertet habe, als sie es allein aufgrund ihrer Qualität wahrscheinlich verdient hätten.

    Ich sehe es eher als eine Chance an, die stumme Mehrheit unserer Seitenbesucher (10.000 bis 20.000 pro Monat) darüber zu informieren, was hier passiert und welche tollen Romane bald auf den Markt kommen werden. Hier knüpft der sfbasar m.M. nach perfekt an das Buchrezicenter an.
    In den meisten Fällen sind es ja sogenannte “Rohtexte”, also noch nicht lektorierte Fassungen. Ausschnitte aus fertigen Romane haben wir auch, aber das sind sehr wenige.

    Und wieder kann man aus jedem Text für sich einen Nutzen oder eine Information zeiehen. Ich lese zwischen den Zeilen und mache mir immer Gedanken, ob ich es auch so oder anders geschrieben hätte.

    mgg
    galaxykarl ;-)

  18. Nicole Steyer sagt:

    Hallo Ihr Lieben,

    die Arbeit an einem historischen Roman ist langwierig und bedeutet natürlich viel Recherche. Aber ein gut gemachter historischer Roman ist nicht vorhersehbar. Oft ist er das auch nicht für mich, denn wie im Interview erwähnt, machen die Protagonisten gerne mal ihr eigenes Ding daraus. Ein historischer Roman muss meiner Meinung nach dramatisch, gefühlvoll, spannend und farbenprächtig sein. Und ich mag es überhaupt nicht, wenn Romane vorhersehbar sind.
    Meine Bücher spielen in einer unberechenbaren und grausamen Zeit, die sicher alles war, aber nicht vorhersehbar … also lasst euch überraschen …

    Über Leseproben in welcher Form auch immer entscheidet immer der Verlag, Detlef. Darauf habe ich nur wenig Einfluß.

    LG
    Nicole

  19. Irene Schmidt sagt:

    Die Vergangenheit scheint sicherlich auch interessant gewesen zu sein, aber ich persönlich finde die Zukunft viel spannender, da diese bestimmt noch weniger voraussagbar ist als die Vergangenheit. Von der Vergangenheit wissen wir einiges, von Zukunft überhaupt nichts. Was wird kommen, welche Richtung wird sie einschlagen. Keiner weiß das. Natürlich hat jeder seine Vorlieben, ich lese eigentlich alle Genres, für mich kommt es auf die Spannung an. Mir geht es wie galaxykarl, hat mich das Buch nach 20 Seiten nicht erreicht, lege ich es erstmal wieder weg. Ich lese immer an verschiedenen Büchern aus verschiedenen Genres, je nach meiner Stimmung. Wie ist das bei Euch?

  20. Christa Kuczinski sagt:

    Ich finde Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen spannend. Was man daraus macht, darauf kommt es an. Im realen Leben ebenso wie in den Storys. Es gibt doch nichts Schöneres als Leute, neue Welten usw… zu erschaffen und diese lenken zu können, vorausgesetzt die Figuren sind nicht zu eigenwillig und ziehen ihr eigenes Ding durch, sodass man (Frau)hinterher hechelt… ;-)
    Ich lese nie mehrere Bücher parallel und ein angefangenes Buch immer aus. Wenn es mir bereits zu Beginn nicht zusagt, muss ich wissen ob es bis zum Ende so bleibt. Ich habe vor Jahren ein Buch gelesen, das wirklich sehr langatmig war, nach 50 Seiten jedoch wurde es richtig spannend.

  21. Nicole Steyer sagt:

    @Christa: So sehe ich das auch. Ich gebe mir auch Mühe jedes Buch auszulesen und nur ganz selten passiert es mir, dass ich in der Mitte aufgebe. Oftmals werde ich nach 50 oder 100 Seiten überrascht und manchmal sogar erst bei der Hälfte des Buches… Manchmal brauche ich auch einfach ein wenig, um mich an den Stil des Autors zu gewöhnen. :-)

    Übrigens lese ich nur selten historische Romane. Da ich sie selbst schreibe, lese ich gerne andere Dinge. Zuletzt war es Die Müttermafia von Kerstin Gier oder gerade ist es Hummeldumm… Namibia von seiner lustigen Seite… :-)

    :-)

    Fantasy habe ich früher öfter gelesen und natürlich auch Klassiker wie Herr der Ringe… aber mir liegt dieses Genre nicht so wirklich. Dann eher noch einen guten Elizabeth George Krimi oder Nele Neuhaus, die lese ich auch ganz gerne…

    :-)

  22. Martina Möchel sagt:

    Also ich lese am liebsten Sachbücher und Ratgeber, die sind oftmals genaus spannend wie Belletristik. Oft bin ich platt, was ich vorher alles nicht gewußt habe. Bin ich die einzige, die das tut?

  23. galaxykarl sagt:

    Nee, Martina, da bist du sicherlich nicht allein. Das letzten Sachbücher waren “Römer im Schatten der Geschichte” und “Grabungsleitfaden”. Letzteres habe ich mir angeschafft, da es einen SF-Thriller geben wird, der auf einer neuen Methode beruht, wie man archäologische Ausgrabungen praktisch punktgenau durchführen kann. Aber erst muss ich noch zwei komplette, und einen begonnenen Roman beenden, bevor ich mich an “Die Hades-Karte” mache. Mehr will ich hier noch nicht verraten.

    mgg
    galaxykarl ;-)

  24. Christa Kuczinski sagt:

    Ich lese nur Sachbücher die ich zu Recherche benötige, ansonsten lese ich quer Beet. Allerdings achte ich darauf Bücher, die vom Thema her meiner aktuellen Story zu Nahe kommen erst dann zu lesen, wenn ich mein Manuskript eingetütet habe.
    Zur Zeit lese ich “Der Talisman ” von Stephen King und Peter Straub.

    Ach ja Hummeldumm, ein tolles Buch, schon der Titel ist genial. ;-)

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