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NEMESIS – eine Science-Fiction-Geschichte von Leon Ferri (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 3/2014 – gedrittelter Preis)

NEMESIS

eine

Science-Fiction-Geschichte

von

Leon Ferri

Im Zentrum der Vereinten Planetensysteme lag die Wiege der Menschheit, das Sol-System, mit der Erde als Hauptplanet. Dort befand sich neben dem Sitz der Regierung auch das höchste Gericht, die so genannten Sieben Linden. Bevor die ersten Kolonien unter fernen Sternen gegründet worden waren, bevor die ersten Kontakte über schnelle Hyperraum-Verbindungen mit diesen Kolonien hergestellt werden konnten, hatte es nur Eine Linde gegeben, benannt nach dem Versammlungsbaum, unter dem in früheren Zeiten auf der Erde Recht gesprochen worden war. Und dann kam für jede neue Kolonie, die sich der Gerichtsbarkeit der alten Welt unterwarf, eine weitere Linde hinzu, bis die sieben voll waren. Als sich diese ersten sieben Welten zusammen geschlossen hatten, nannte sich dieses Bündnis die Vereinten Planetensysteme oder auch VPS. Der Name war schon damals ein Synonym für Stärke, Macht und Sicherheit. Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne die Entdeckung des Hyperraumes und einer Folge epochaler Erfindungen, die Sprünge durch diesen Raum zuließen. Am Beginn dieser Erfindungen hatte der Burkhard-Generators gestanden und lange als Triumph der Wissenschaft gegolten. Die unvollständigen Theorien und die mangelhafte Technik, auf denen der Burkhard-Generator basierte, gipfelten jedoch in einigen der größten Katastrophen der Raumfahrt.

Im Laufe der Jahrhunderte, in denen sich andere Möglichkeiten zur Durchquerung des Hyperraums etablierten, traten viele Planetensysteme mit noch mehr Kolonien der VPS bei und profitierten von Technologien und Ressourcen, von Waren, Wissen und dem Schutz gegen alle Arten äußerer Gefahren. Die Mitgliedssysteme wurden zahlreicher, aber der Name des höchsten Gerichts blieb. Die Sieben Linden setzten sich schließlich aus den hohen Gerichten von einhundertvierundvierzig Staaten, Kolonien und Reichen zusammen. Sie entschieden in der Hauptsache über das Schicksal von Mega-Kriminellen, Menschen, die Verbrechen in wenigsten zwei Systemen innerhalb des Bundes begangen hatten, deren Taten insbesondere die Sicherheit aller Partner der VPS und des Bundes an sich gefährdete.

*

Eine dieser Mega-Kriminellen war Josslyn N. Scheinbar war sie nur ein Auftragskiller, die in mehr als fünfzig Systemen über fünfhundert Morde, Anschläge oder Sabotageakte begangen hatte. Bereits im Zuge der Ermittlungen, die zu ihrer Festnahme führten, stellte die ERK, die Externe Raumkontrolle Korrelationen fest, die den Verdacht erhärteten, diese Straftaten ständen in Verbindung mit den Zielen verschiedener wirtschaftlicher oder religiöser Gemeinschaften. Das reichte aus, Josslyn N. zu einer der härtesten Strafen zu verurteilen, die von den Sieben Linden ausgesprochen werden konnte: Satans Loft. Die Verkündigung des Urteils veranlasste Josslyn N., die dem viele Monate andauernden Prozess bisher stoisch, aber offenbar äußerst aufmerksam beigewohnt hatte, zu einer einzigen Bemerkung in der Öffentlichkeit.

So leise ihre Worte auch waren, so enthusiastisch und lautstark Zuschauer und Presse nach dem Richtspruch auch applaudiert hatten, jeder im Saal sollte sie hören. Sie beugte sich vor, leckte gierig ihr Mikrofon und schob es sich anschließend mit einer obszönen Geste in den Mund. Als hätte sie eine Kanone abgefeuert, hatte sie innerhalb weniger Sekunden die Aufmerksamkeit des ganzen Saales. Es herrschte Totenstille, als Josselyn N. begann, das Mikrofon wie einen Phallus zu bearbeiten und sich stöhnend und gurgelnd der Zurschaustellung ihrer Lust hingab.

Nur die Aufnahmegeräte surrten und einige Mobicoms klickten. Die Miene des alten Richters verdüsterte sich, und er schürzte die zitternden Lippen.

Abrupt beendete sie die Vorstellung und genoss einen Moment die Blicke, in denen sich gleichermaßen Ekel und voyeuristische Faszination widerspiegelten. Ein dünner glitzernder Speichelfaden verband ihre feuchten Lippen mit dem Mikrofon.

»Ihr wollt wissen, was das ›N‹ bedeutet?«, hauchte sie. »Nemesis! Ich bin die Nemesis dieser … Fotzzze Komore.«

Die Medien waren voll davon. Nemesis? Im Jahr zuvor war sie über der Wasserwelt Cassiro 4 dingfest gemacht worden. Nach ihrem letzten Auftragsmord. Von Milena Himiko Komore, von der sie angenommen hatte, sie wäre nichts anderes als eine willige Bettgespielin gewesen. Hatte sie vor, sich an der ERK-Beamtin zu rächen? Jedoch, wie wollte sie das bewerkstelligen? Wie war sie überhaupt an deren Namen gekommen? Tatsächlich, wenigstens offiziell, erfuhr sie ihn erst kurz bevor sie eingefroren wurde. Diese Fragen führten schnell zu der Erkenntnis der Medien, dass Josselyn N. – nunmehr fett betitelt als Jo-Nemesis – Helfershelfer gehabt haben musste und dass bald mit einer Befreiungsaktion oder Ähnlichem zu rechnen wäre. Es geschah jedoch nichts dergleichen, nur die Einschaltquoten schnellten sprunghaft in die Höhe.

*

Die Hyperraum-Technologie, ohne die solche Allianzen wie die VPS nicht möglich gewesen wären, stieß aber nicht überall auf Zustimmung.

Eine der berüchtigtsten Gruppen, die infolgedessen auch das Bündnis der VPS nicht anerkannten und Hass und Missgunst schürten, waren Adepten einer Sekte ewig Gestriger, die sich die EKK nannte, Einsteins Kausale Kirche. Für sie war der Hyperraum Teufelswerk. Wer ihn bereiste, verletzte die Kausalität, die fundamentalste und heiligste Regel des Universums und gab es damit der Vernichtung preis. Jeder, der solche ketzerischen Taten beging, verurteilte nicht nur sich selbst zu Hölle und Verdammnis, sondern auch alle anderen; er rüttelte an den Grundfesten der natürlichen Ordnung, und jeder Anhänger der EKK musste dem Einhalt gebieten.

Auf dem Mars hatten sie ihre Gemeinde gegründet und auch ihre Botschaften gegen die Hyperraum-Technologie verbreitet: ›Einstein ist unser Prophet‹, ›der Hyperraum ist der Zugang zur Hölle‹ oder ›wir richten euch alle, bevor uns die heilige Kausalität heimsucht‹. Millionen von Menschen verließen daraufhin den Mars, und viele mussten, als es zu Ausschreitungen kam, evakuiert werden. Wegen eben dieser Sekte (von den Sieben Linden war ihr in höchster Instanz der Kirchenstatus aberkannt worden), die in ihrem Irrglauben blindwütig Jagd auf Raumschiffe mit Hyperraum-Ausrüstung machten, Anlagen und Siedlungen zerstörten, Menschen töteten und massakrierten und wirtschaftliche Schäden in Billionenhöhe verursachten, wurde die militärische Präsenz allgemein erhöht, insbesondere die Zahl der bewaffneten Eskortenschiffe. Nur Dank des Militärs konnten sich die VPS erfolgreich gegen die Angriffe und Attentate der EKK wappnen, und sich wieder einigermaßen frei und sicher bewegen.

Die höchste Gerichtsbarkeit befand sich also im Sol-System, und ebenso war hier das sicherste Gefängnis, in dem viele der gefährlichsten Individuen eingewiesen wurden: Satans Loft. Es befand sich in der eisigen Einöde des Neptunmonds Triton. Der Weg dorthin war nicht ungefährlich, da er, je nach Position des Mars durch den Einflussbereich der Kausal-Sekte führte. Überführungen von Gefangenen wurden zwar stets von einer schlagkräftigen Eskorte begleitet, dennoch wurde darauf geachtet, dass der Mars in Opposition stand. So wollte man sichergehen, dass man nicht in Konflikt mit der EKK geriet. Keiner dieser Transporter und keines ihrer Eskortenschiffe verfügte über einen Burkhard-Generator oder sonstige Hyperraum-Technologie. Die EKK hätte also an sich keinen Grund gehabt, solche Schiffe zu überfallen oder zu zerstören. Allerdings hatten sie es nicht immer auf die Beseitigung von entweihten Maschinen abgesehen, solchen, die von ketzerischer Wissenschaft durchdrungen waren. Menschen mit ganz speziellen Eigenschaften und Fähigkeiten zu rekrutieren, war für die Anhänger der Kausal-Sekte mindestens ebenso wichtig. Unter den Verurteilten, die sich auf dem Weg in ihr letztes kaltes Grab befanden, gab es oft solche Menschen. Sie konnten für die Kirche mehr wert sein als ein Attentat im Zuge ihres Dschihad oder die Erbeutung von Containern voller koscherer Technologien.

*

Auf einem dieser Gefangenentransporte befand sich Josselyn N. in tiefem Schlummer in einem Kryosarg, der, wenn es nicht irgendwann zu einer Amnestie käme, was nicht zu erwarten war, ihre letzte Ruhestätte sein würde. Ordentlich aufgereiht und fest verzurrt lagen zehn dieser stählernen Schränke im Laderaum im schwachen Schimmer der Sicherheitsbeleuchtung. An der Vorderseite, dort, wo der Kopf zu liegen kam, befanden sich die Vitalautomaten, die die Lebensfunktionen der Eingefrorenen überwachten und regelten. Hier befand sich auch das Interface, das das Gehirn des Delinquenten mit einer isolierten neuronalen KI verband. In der Regel war das Interface nicht aktiv und die Eingefrorenen abgekoppelt. Aus dem Fußende der Sarkophage ragten dicke Schläuche; schwitzende Därme, die sich über den Boden wanden, um an der jenseitigen Wand an farbig markierte Ballons der Stickstoff- und Sauerstofftanks zu koppeln. Im Weltall war es zwar kalt, allerdings konnten die Laderäume mit Atmosphäre geflutet und beheizt werden, was diese Maßnahme erforderlich machte.

Die Eiskrähe und ihre Eskorte waren nun bereits mehrere Wochen unterwegs, und es versprach ein ruhiger, ereignisloser Flug zu werden.

Hinter der Umlaufbahn des Mars jedoch, weit in den Tiefen des Asteroidengürtels, durchdrangen zwei Staubkörner, nur wenige Millimeter groß, mit hoher Geschwindigkeit die Außenwand des Transporters. Die Wahrscheinlichkeit für so ein Ereignis ist verschwindend gering, was die Auswirkungen für die Betroffenen jedoch nicht weniger dramatisch machte. Eins der Körnchen traf die Reihe der Vitalautomaten, durchschlug sie einen nach dem anderen, als hätte sich ein verrückter kosmischer Titan in den Kopf gesetzt, sie als Schmuckstücke auf einen Zwirn zu fädeln. Bei neun der zehn kam es zu Kurzschlüssen, sie überregelten, legten den künstlichen Stoffwechsel lahm oder brachen den Überwachungsvorgang ab und kappten als Notmaßnahme die Kältezufuhr, ohne jedoch den Weckvorgang einzuleiten. Beim seinem Austritt aus dem letzten Kryosarg zerstörte das Teilchen den Regler für das Schutzfeld, das daraufhin kollabierte und den gesamten Laderaum der kosmischen Strahlung aussetzte. Neun der zehn Verurteilten waren sofort tot oder starben innerhalb der nächsten zehn Minuten.

Das zweite Staubkorn hinterließ ein winziges Leck in einem Sauerstofftank unterhalb der Mannschaftsunterkünfte. Als wäre das nicht genug, führte eine Verkettung unglücklicher Umstände daraufhin zu einer Explosion, die die Lebenserhaltungssysteme der habitablen Teile des Schiffes beschädigte. Von der Mannschaft überlebten alle, aber sie mussten mehrere Stunden ums Überleben kämpfen. Um die Ladung kümmerte sich während dieser Zeit keine Menschenseele.

Als sich ihre Lage stabilisiert hatte und sie dem Befehl, den Zustand der Gefangenen zu kontrollieren, nachkommen konnten, fanden sie neben neun Leichen nur diesen einen halbwegs intakten Kryosarg. Die aussichtslos überforderte KI des demolierten Vitalautomaten hatte versucht, die Schäden durch die kosmische Strahlung mit einer Überdosis Nanos auszugleichen. Deren Aufgabe bestand im Allgemeinen darin, Mutationen, Verstümmelung des Erbgutes, Verbrennungen und Wucherungen entgegen zu wirken. Die Patronen, in denen sie aufbewahrt wurden, waren jetzt vollständig geleert. Die Temperatur des Sarkophags war viel zu tief, und die Anzeige des Vitalautomaten zeigte widersprüchliche Werte.

Der Kapitän hätte den letzten Sarg sofort deaktiviert (seiner Meinung nach konnte der Insasse nicht mehr am Leben sein) und wieder Kehrt gemacht, aber die Zentrale befahl, den Gefangenentransport wie geplant fortzusetzen. Offiziell galten die Kryosärge immer noch als ›intakt‹. Alle, ausnahmslos. Offiziell war der Transport von einer marodierenden Splittergruppe der EKK, die offenbar im Gürtel Stützpunkte eingerichtet hatten, angegriffen, aber schließlich vom mutigen und selbstlosen Eingreifen der Militäreskorte erfolgreich verteidigt worden. Das war die Version, die auch der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

*

Ihre Antriebe waren bereits vor längerer Zeit verstummt, die Eiskrähe befand sich im freien Fall. Zusammen mit ihren militärischen Begleitschiffen hatte sie vor wenigen Wochen den Schwung von Jupiter ausgenutzt, der sie durch das äußere Sonnensystem in Richtung Neptun geschleudert hatte. Die konventionellen Triebwerke verbrauchten sehr viel Treibstoff, man konnte sie nicht über die ganze Strecke in Betrieb lassen, ganz im Gegensatz zum Burkhard-Generator, der vergleichsweise energiesparend arbeitete. Leider war es nicht möglich, die Hyperraumtechnologie in der Nähe größerer Schwerefelder zu benutzen, weshalb ein Pendelverkehr innerhalb des Sonnensystems unmöglich war. Nur angetrieben vom Bahnimpuls des Gasriesen und dem Wechselspiel der Schwerkräfte befanden sie sich auf dem Weg zu Sols äußerstem Posten.

Cunnington blickte kaum vom Schirm auf, als Svarnaar in der Schwerelosigkeit gegen den Rahmen der Luke stieß. Wie immer saß das blonde Gift von der Routenkontrolle neben ihm. Sally oder Gaily oder so ähnlich. Wie immer registrierte sie ihn nicht, sondern hing festgeheftet in ihrem Sessel und krauchte via Interface in den Schiffsystemen rum. Svarnaar hätte schwören können, dass blond nicht ihre natürliche Haarfarbe war. Das unwichtigste Detail überhaupt, aber ein guter Vorwand, mit den anderen Wetten abzuschließen. Wetten, die niemals eingelöst werden würden, da das Püppchen als Eigentum der Behörde absolut tabu war und daher niemand wagen würde, die Behauptung zu überprüfen. Ebenso gut hätte er seine Hand verwetten können, dass mindestens einer ihrer Gliedmaßen künstlich wäre.

Es gab nicht viele Dinge, die Svarnaar auf dem Herzen haben konnte, wenn er gleich zu Beginn seiner Schicht den diensthabenden Offizier aufsuchte: Inspektion der Frachträume, der Maschinenräume, der Kommunikationsanlagen oder anderer Einheiten, die an sich ausreichend von den Schiffssystemen überwacht wurden. Aber auf einer monatelangen Reise durchs Sonnensystem musste man gewisse individuelle Freiräume gewähren, auch während der Schicht, wenn dabei die notwendigen Aufgaben nicht vernachlässigt wurden. Svarnaar streifte gern allein durchs Schiff, damit ihm die Decke nicht auf den Kopf fiel, wie er sagte. Soziale Kontakte waren wichtig und auch befohlen; Mahlzeiten nahmen die Leute innerhalb der Schichten normalerweise gemeinsam ein. Dennoch waren einige Regeln und Vorschriften hier eben anders als auf Stützpunkten im Orbit oder auf den Planeten oder auch auf den Schiffen der Hyperraum-Flotte, die kaum mehr als ein paar Wochen am Stück unterwegs waren.

Cunnington selbst betrieb, wie die meisten Besatzungsmitglieder, ausgiebig Sport, was Olaf Der Hammer Svarnaar offensichtlich nicht nötig hatte. Er war massig wie ein kleiner Asteroid, beinahe so breit wie groß, ein Schrank voller Muskeln, der gerade so den Durchgang zum Wachraum ausfüllte. Ziemlich ungewöhnlich für jemanden, der jahrelang auf dem Mars gelebt hatte. Manche widmeten sich intensiv dem Schachspiel – und Svarnaar machte eben ausgedehnte Spaziergänge, soweit das der begrenzte Raum auf der Eiskrähe zuließ. Solange er regelmäßig seine Position loggte und Meldung machte, war nichts dagegen zu sagen.

»Morgen Samm, ich gehe dann mal, die Fracht checken.«

Zehn Häftlinge hatten sie im Erdorbit aufgenommen, eingefroren, aber lebendig, und jetzt war nur noch einer übrig geblieben, eine Woche vor dem Erreichen ihrer Umlaufbahn um Triton. Einer, den sie sich vorgenommen hatten, zu hegen und zu pflegen, abzuliefern unter der Schutzhülle des Gefängnisareals – und schließlich abzuhaken. Sollte nach ihrem Abflug von Satans Loft kommen, was da wollte.

Cunnington bestätigte, und Svarnaar hangelte sich zu den Laderäumen.

Wer gedachte hatte, nach dem Ausfall der Vitalautomaten, dem Verlust fast aller Deliquenten und nach dem Unfall mit dem explodierten Sauerstofftank hätten sie das Ende in der Reihe der unerwarteten Vorkommnisse schon erreicht, sollte sich getäuscht haben.

Svarnaar widerstand dem Impuls, den Raumanzug zu schließen, was er normalerweise tat, wenn er den Frachtraum betrat. Das war jedoch jetzt nicht mehr notwendig. Nach dem Unfall und nachdem die Abschirmung repariert worden war, hatte man den Raum belüftet.

Er bemerkte sofort, dass etwas nicht stimmte, als er den Frachtraum betrat. Im ersten Moment konnte er nicht sagen, was es war, bis ihm bewusst wurde, dass einer der Kryosärge offen stand. Er war leer. Die Anschlüsse waren sauber getrennt, nicht herausgerissen, aber der Deckel war offensichtlich von innen aufgebrochen worden. Ein paar nebelartige Schwaden flossen noch aus dem Inneren des Sarkophags über dessen Rand, ein Zeichen, dass er erst vor kurzem geöffnet worden war.

»Suchst du jemanden?«

Es war kaum mehr als ein Hauchen.

Svarnaar fuhr so schnell herum, wie es ihm in der Schwerelosigkeit möglich war. Aber er war zu langsam, um zu verhindern, dass sich starke Gliedmaßen um Oberarme und Schultern schlangen. In den Augenwinkeln nahm er den kühlen, silberglänzenden Stoff des Kryooveralls wahr, der von beiden Seiten gegen seinen Kopf gepresst wurde. Ein heißer Schmerz fuhr ihm in die Seiten. Es fühlte sich an, als würden ihm glühende Klingen ins Fleisch getrieben. Bevor ihn das Echo seines Schreies erreichte, wurde ihm das Kinn mit einem Ruck nach oben gerissen und er blickte auf ein gesplittertes Stück Rohr, von dessen scharfkantigen Rändern der Stickstoff sublimierte; umfasst von der grotesken Mutation einer Hand, mit unnatürlich verdrehten Gelenken und krallenbewehrten Fingern; im Hintergrund hing der von langen zotteligen Haaren umkränzte Schatten von Jos Kopf. Nun wurde ihm allmählich bewusst, wie sie aus dem Kryosarg entkommen war. Sie musste ihn aufgestemmt haben, mit purer Muskelkraft. Der Cocktail der unkontrolliert eingespritzten Nanos musste zu diesen seltsamen Mutationen geführt haben. Weiß der Herr, was sie noch über ihr Interface angestellt haben mochte.

»Was sagt das brave zum Tode verurteilte Dickerchen? Willst du meine … Stange lecken?«

Svarnaar schluckte schwer.

Während sie langsam von den Sarkophagen weg quer durch den Raum torkelten, trat das Gesicht von Jo-Nemesis ins Licht, und Svarnaar sah, dass sie lächelte. Es war ein kaltes, grausames Lächeln. Die Zacken an der Bruchkante des Rohres funkelten, als die letzten Kristalle in die Luft übergangen waren, wie winzige tödliche Sternchen direkt vor seinem linken Auge.

»Bist du der … Eine Kosmische Kataklysmus?«, keuchte Svarnaar, bemüht jedes Wort zu betonen.

Einen langen Moment starrte Jo ihn kopfüber an, scheinbar unschlüssig, ob sie doch noch zustoßen sollte, und sei es nur deshalb, weil ihr im Moment danach war. Dann löste sie sich mit einer Rückwärtsrolle von ihm.

»Was für ein bescheuerter Code«, murmelte sie und dachte: ›Aber was kann man von Leuten, die aus ideologischen Gründen Menschen abschlachten, anderes erwarten? Immerhin werden sie mich hier rausschaffen und vorerst auf ihrem heiligen Planeten in Sicherheit bringen. Ich kann nur hoffen, dass die Jäger von der Behörde keinen Wind davon bekommen, jedenfalls nicht so schnell. Allen voran meine kleine geile Lieblingsfeindin Komore.‹

»War es nicht ausgemacht, dass ich Sie erst in Loft auftaue? Wie soll ich Sie hier die ganze Zeit verstecken und dann auf die Oberfläche runterschaffen? Bei Gott, es würde mich nicht wundern, wenn die Wache hier gleich reinstürmt.«

»Nur die Ruhe. Die Weinerlichkeit steht dir nicht. Ich nehme die Dinge gern selbst in die Hand.« Jo hielt sich an den Sprossen einer Leiter fest. »Niemand taucht hier auf, ich habe alles unter Kontrolle. Oder ist das hier vielleicht der Zentralpalast der VPS oder eine Festung der ERK?«

»Es ist ein Behördenschiff mit einigen der gefährlichsten Individuen an Bord und drei schnellen Kreuzern an den Flanken.«

»Ein paar lächerliche tiefgekühlte Leichen, hah«, stieß Jo hervor, »und die paar trüben Kanoniere bekommen genau das zu sehen, was ich ihnen vorsetze. Mach dir bloß nicht in den Anzug. Ich war bis zu dem dummen Zwischenfall mit dieser Polizistin sehr erfolgreich und bin ausgesprochen versiert im Umgang mit elektronischen Systemen. Dein Wachoffizier – Cunnington war der Name, nicht wahr? – sieht dich genau in diesem Augenblick die Kryosärge überprüfen, außerdem wird ihn gleich eine fingierte Log-Meldung erreichen.«

Dann schlug sie sich die freie Hand vor den Mund und stellte fest: »Wie dumm von mir, natürlich machst du rein, dazu sind Raumanzüge ja da. Was mich daran erinnert, dass du mir meinen bringst und für Verpflegung sorgst.«

*

Svarnaar zweigte Nahrungsmittel ab, ohne dass es jemand bemerkte, und Jo-Nemesis hielt sich im Frachtraum verborgen, abgeschottet durch ihre Manipulation der Überwachungssysteme. Nach wenigen Tagen hatten sie ihr Ziel erreicht, sie befanden sich in einer Umlaufbahn um den Neptunmond Triton. Die Einsteinkirche wollte Jo-Nemesis alias Josslyn N. mit Hilfe mehrerer schwer bewaffneter Kampfschiffe von Satans Loft befreien. Solange eine Bodenmannschaft anwesend war und sich Transportschiffe im Orbit befanden, war die automatische Verteidigungsanlage von Loft nicht aktiv. Im Gegenzug sollte sie für die EKK ihre Fähigkeit und ihre Erfahrung bei einem noch nicht näher spezifizierten Anschlag oder Sabotageakt unter Beweis stellen. Die Kampfschiffe der EKK mussten sich daher irgendwo in der Nähe aufhalten, aber sicher nicht mehr im Orbit einer der anderen Monde Neptuns oder des Hauptplaneten, denn der Überfall sollte innerhalb der nächsten zwanzig Stunden stattfinden, nachdem die Kryosärge im Gefängnisareal untergebracht waren. Die EKK-Flotte sollte die Begleitschiffe vom Himmel fegen und Jo-Nemesis als Trophäe kassieren. Da die Eiskrähe keine nennenswerten Waffen besaß und sie den Überfall nicht würde vereiteln können, würde man sie nicht behelligen.

Das Gefängnis Satans Loft lag auf Triton, dem siebten Mond des Neptun, im äußeren Sonnensystem. Es bestand aus einem System gedrungener Habitate, die durch Röhren verbunden waren und von einer Schutzsphäre überspannt wurden. Schneeweiß und pockig hob es sich nur bei genauem Hinsehen oder im Infrarotscanner von der Umgebung ab.

Triton besteht fast vollständig aus Eis, besitzt eine Oberflächentemperatur von kaum 40 Kelvin über dem absoluten Nullpunkt. Hier waren die Delinquenten bestens aufgehoben in ihren Kryosärgen, die innerhalb der Schutzsphäre und abseits der künstlichen Wärmequellen der Habitate, sauber auf das Eis gestapelt wurden. Es musste nur dafür gesorgt werden, die Temperatur im Innern der Särge um weitere 40 Kelvin über der Oberfläche zu halten.

Da nur alle paar Jahre Neuzugänge hierher verfrachtet wurden, gab es auf Satans Loft keine ständige Bodenmannschaft. Die Leute, die die Gefangenen brachten, blieben in der Regel ein oder zwei Wochen, überprüften die Vitaldaten und stapelten Särge um, die im Laufe der Zeit in der Oberfläche versanken.

Zu Zeiten, in denen der Mars ungünstig gestanden hatte, größere Konflikte die konventionellen Raumwege blockiert hatten oder einfach keine Mega-Kriminellen verurteilt worden waren, konnte es vorkommen, dass einige der Särge tiefer einsanken, als die kleinen Raupenfahrzeuge, mit denen die Särge umgeschichtet werden mussten, greifen konnten. Sie versanken auf Nimmerwiedersehen in den eisigen Tiefen von Neptuns Mond. Aber ganz gleich ob ihn Triton verschlungen hatte oder nicht, keiner der Verurteilten war je von Satans Loft wiedergekehrt. Sie waren vergessen, sobald die Strafe im Erdorbit vollstreckt wurde und sie in Kryoschlaf gelegt wurden. Warum sich also Gedanken über ›Versunkene‹ machen?

*

Jo hatte sich im Raumanzug wieder in den Sarg gelegt und ließ sich zusammen mit den neun Leichen von der Wachmannschaft zur Oberfläche transportieren. Sie musste keine große Mühe auf die KI des Vitalautomaten aufwenden, da sie seit dem Unfall sowieso nur noch unverständliche Werte produzierte. Svarnaar war als Fachmann für Frachttechnik und Verantwortlicher für die Stapelung der Kryosärge im Gefängnisareal ebenfalls mit im Landeshuttle. Der Abstieg war kaum vorüber, als ein gleißendes, aber stilles Feuerwerk den Beginn des Überfalls ankündigte.

Jo und Svarnaar nutzten die Verwirrung, die das Spektakel auslöste, um die anderen der Bodenmannschaft auszuschalten. Wie erwartet waren die Kommandanten der EKK-Schiffe so geschickt vorgegangen, dass sie die VPS-Schiffe mit wenigen Torpedosalven zerstören konnten, ohne selbst nennenswerte Treffer einzustecken. Sie wollten sich dort in Position bringen, wo sich die Eiskrähe gerade aufhielt, möglichst genau über der Gefängniskuppel, und feuerte ihr ein paar gewaltige Geschosse vor den Bug. Die Eiskrähe wurde gehörig durchgeschüttelt und gab wie erwartet Fersengeld. Als sich jedoch die Aufmerksamkeit der EKK wieder auf Satans Loft gerichtet hatte, vernichtete eine gewaltige Explosion eines der EKK-Schiffe, und bevor sich die anderen orientieren konnten, war bereits das zweite zerstört. Die Eiskrähe war bei Weitem nicht so wehrlos wie es den Anschein gehabt hatte. Ihr Glück war gewesen, dass die EKK sie zunächst nicht als vollwertigen Gegner wahrgenommen hatte, und sie daher nicht dem Hinterhalt zum Opfer gefallen war.

*

In der Dunkelheit über der Kuppel von Satans Loft entflammte erneut das Funkeln der Explosionen. Svarnaat starrte ungläubig zum pechschwarzen Himmel empor und begriff zunächst nicht, was das bedeuteten konnte.

Jo, noch über die Kommunikationskonsole gebeugt, keuchte. »Unsere Freunde von der EKK sagen, die Eiskrähe sei schwer bewaffnet und mit Hochenergieschilden ausgerüstet. Sie fliehen, diese Feiglinge.«

Dann war die Verbindung unterbrochen.

Sie wirbelte zu Svarnaar herum. »Wo ist die Waffenkammer?«

Er schüttelte den Kopf, als müsste er erst zu sich kommen, die Situation und ihre Worte erfassen. Dann wies er auf eine Schleuse. »Waffen gibt es nicht, aber einen Hangar mit Fahrzeugen, Maschinen, Werkzeugen, Ersatzmaterial und sowas.«

Sie war bereits durch die Tür, als sie ihm mit schneidender Stimme befahl, eine Peilung zur Eiskrähe zu machen und ihr die Koordinaten zu übermitteln.

Im Hangar fand sie einen Rover mit Icegrip-Reifen, die ihm ausreichend Bodenhaftung gaben, selbst bei den eisigen Temperaturen und der geringen Schwerkraft des Titan. Außerdem förderte sie noch einen Bohrbot und ein paar Atmosphärezellen zur schnellen Belüftung von Räumen zutage. Als sie den Rover durch das Tor steuerte, empfing sie die Daten von Svarnaar. Sie korrigierte ihre Route und fuhr was der Rover hergab zu dem Ort, der sich unmittelbar unter der Eiskrähe befand. Weit hatte sich das Schiff nicht zurückgezogen gehabt, bevor es das Feuer auf die EKK-Schiffe eröffnet hatte.

Fast eine Viertelstunde, die ihr wie eine Ewigkeit vorkam, raste sie über die dämmrige Eisfläche dahin. Kristallsplitter prasselten gegen die Front und die Unterseite des Fahrzeugs und übertrugen ihre feinen Vibrationen ins Innere. Die einzige Orientierung, die sie hatte, war Svarnaats Signal und das grobkörnige Bild, das der Radar des Rovers lieferte. Die Oberfläche war hier nur wenig heller als der sternenbedeckte Himmel. Als sie die Koordinaten erreicht hatte, stieß sie im Licht der Scheinwerfer den Bohrbot ins Eis und aktivierte ihn. Eine Fontäne von Eiskristallen zeigte an, wo er im Boden verschwunden war.

Nach einer Weile murmelte sie: »Das muss tief genug sein.«

Sie aktivierte die Atmosphärezellen, warf sie in das Loch, das der Bohrbot hinterlassen hatte und jagte mit dem Rover davon.

In wenigen Sekunden sollte die Energie der Zellen tief unter der Oberfläche, an der Stelle, bis zu der der Bohrbot gekommen war, den Stickstoff verdampfen. Der Druck nahm immer den Weg des geringsten Widerstands, er würde also dem Bohrloch nach oben folgen. Wenn alles nach Plan verlief, nach ihrem irrwitzigen Plan, würde die Explosion senkrecht in den Himmel gerichtet und hoffentlich stark genug sein, um die Eiskrähe wegzublasen.

Ein tiefes, unterschwelliges Rumpeln des Bodens kündigte den bevorstehenden Ausbruch an. Plötzlich wurde der Rover von einer riesigen Hand gepackt und in die Höhe geschleudert. Jo knallte hart gegen die Frontscheibe. Ein Netz aus feinen Rissen überzogen das Glas und ihr Visier. Für kurze Zeit war sie schwerelos. Panik überfiel sie, als sie Tritons schwach glimmende Kruste um sich herumwirbeln und immer weiter zurückweichen sah. In der Richtung, aus der sie gekommen war, stieg ein gigantischer Strom von Gas und Kristall empor. Jedesmal, wenn sie sich dorthin drehte, schien der Strom gewachsen zu sein. Schon bemerkte sie, dass sich über ihr der Himmel immer weiter ausdehnte und die Krümmung des Horizonts immer stärker wurde.

Auch wenn der Ausbruch nicht die konzentrierte Energie von Laserfeuer oder die Durchschlagskraft eines Torpedobeschusses hatte, verfehlte er seine Wirkung nicht. Die Eiskrähe war von einem Moment auf den anderen von dem Strom eingehüllt, der ihre Zielsysteme irritierte. Manche fielen durch abrupten Temperatursturz kurzzeitig aus, andere kollabierten ganz. Bis sie sich neu justiert hatten, konnten sich die EKK-Schiffe formieren und die überraschte Eiskrähe zumindest so beschädigen, dass sie nicht mehr angreifen konnte.

Dann vernahm Jo dieses charakteristische hohe Pfeifen, das sie im Laufe ihres Lebens schon mehrere Male gehört hatte und jedesmal, kurz bevor irgendeine Art Druckbehälter explodierte. Es musste Luft aus ihrem Helm entweichen, und binnen kürzester Zeit würde der Druck im Inneren ihres Anzugs das Visier zum Bersten bringen. Sie brüllte vor Wut und Verzweiflung, ballte die Fäuste und hieb gegen die Konsole. Dass sie die Eiskrähe aufgehalten hatte und dass sie im Kampf sterben würde und nicht in einem Kryosarg verreckte, war vielleicht ein Trost, aber nur ein geringer. Das Schlimmste war, dass Komore ihrer Rache entgehen würde.

Das Pfeifen schwoll an, wurde schier unerträglich; es begann zu knacken, die Struktur des Visiers wurde instabil.

Draußen wurde Triton kleiner und kleiner.

*

Langsam fuhren die Waffensysteme wieder hoch, und die Ausrichtung der Eiskrähe stabilisierte sich. Der Kapitän leitete die ganze zur Verfügung stehende Energie auf die Heckschilde, die jetzt in Richtung der EKK-Schiffe wiesen. Dann befahl er die Rückkehr zur Erde.

»So haben wir keine Chance mehr gegen sie«, bemerkte er und warf einen Blick auf die Gestalt, die mit undurchdringlicher Miene den Hauptschirm betrachtete. »Und wenn sie mir zehnmal mit einer Alpha-Direktive von der ERK kommen.«

»Jetzt tingelt sie in aller Gemütsruhe zu ihrem hirnlosen Muskelprotz, lässt sich von der Einsteinbande feiern und tausende und abertausende von Krediten in ihren kleinen, knackigen …«

»Ich werde das Leben meiner Leute nicht unnötig aufs Spiel setzen«, unterbrach sie der Kapitän barsch, »und erst recht nicht wegen einer persönlichen Fehde.«

»Das ist nicht persönlich«, schrie Milena Himiko Komore und wandte sich dem Kapitän zu.

Ein Moment verstrich, dann seufzte sie lang und tief. »Vermutlich haben Sie recht. Lassen wir unser Beauty Beast bei den Marsianern versauern. Vielleicht ist sie ja auch zum Teufel gegangen bei dieser wahnsinnigen Aktion. Oder können Sie sich vorstellen, dass dieser Ausbruch natürlichen Ursprungs war?«

Der Kapitän blickte sie nur finster an.

»Jedenfalls haue ich mich erstmal hin. Diese ganze Jagd hat mich ziemlich ermüdet.«

Wenig später lag sie mit offenen Augen in ihrer Koje und murmelte vor sich hin. »Nach diesem Einsatz habe ich mir eine Ruhepause verdient. Ich könnte auf Baobaori mit Delforen schwimmen; vielleicht mit den geflügelten Eleven auf Gaias Scheiterhaufen festen; oder mich in einem von Little King Heinrich Kupplers Lustschiffen in den Wolken von Aquarell I vergnügen.«

Ein Lächeln glitt über ihr Gesicht. »Am besten aber erkunde ich das exotische Olympos Deep. Ich habe mir sagen lassen, das sei eine der interessantesten Städte auf dem Mars.«

Milena gähnte herzhaft und kuschelte sich in ihren Schlafsack.

»Unter falscher Identität, versteht sich.«

Dann schloss sie die Augen.

– Ende –

Copyright © 2014 by Leon Ferri

Bildrechte: DIE FRÜHEN FÄLLE DER MILENA HIMIKO KOMORE” (milena-antho-cover.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/ Bildrechte: “Eingangsgrafik” (Nemesis.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

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Shepherd, Mike Kris Longknife: Unter Quarantäne Roman Übersetzt von Schichtel, Thomas Verlag : Bastei Lübbe ISBN : 978-3-404-20737-4 Einband : Paperback Preisinfo : 8,99 Eur[D] / 9,30 Eur[A] UVP / 13,50 CHF UVP Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen. Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt Preis ist offizieller VLB Referenzpreis Letzte Preisänderung am 14.02.2014 Seiten/Umfang : 512 S. – 18,6 x 12,5 cm Produktform : B: Einband – flex.(Paperback) Erscheinungsdatum : 1. Aufl. 2014 14.02.2014 Titel erhältlich bei Amazon.de Titel erhältlich bei Buch24.de Titel erhältlich bei Booklooker.de Titel erhältlich bei ebook.de Kris Longknife ist Offizierin an Bord eines Raumkreuzers der Navy. Als das Schiff für einige Wochen zur Reparatur ins Dock muss, will sie die Zeit nutzen, um ihre adelige Familie zu besuchen, vor der sie eigentlich zum Militär geflohen ist. Doch dann erhält sie die Nachricht, dass ihr bester Freund Tommy auf den Planeten Turanic entführt wurde. Unverzüglich eilt Kris ihm zu Hilfe. Ohne zu ahnen, dass der Planet wegen einer tödlichen Seuche unter Quarantäne steht … Mike Shepherd, a.k.a. Mike Moscoe, ist ein amerikanischer Science Fiction Autor, der bereits für einen Nebula Award nominiert war. Er lebt in Vancouver, und da sein Vater in der Navy war, ist Shepherd schon seit Kindesbeinen mit dem Militär vertraut. Das macht ihn zu einem guten Kandidaten für die Art von SF die er heute schreibt.

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Updated: 23. September 2015 — 05:57

25 Comments

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  1. Auf Buchhandel gibt’s dazu kein Bild :-(. Soll ich eins vom Verlag nehmen?

  2. Weia, ob das den Gralshütern der Milena-Welten passt 😉

  3. Hallo Leon, ja, die Cover direkt vom Verlag darf man sehr wohl verwenden. Es gibt sogar einen Button für den Cover-Download; der ist für die Presse (also auch für uns) gedacht.
    Seltsam, dass das Cover auf buchhandel.de nicht erscheint …

    mgg
    Werner 😉

  4. Hallo Konrad, was hat Leons Story mit den Milena-Geschichten zu tun? Oder mit deren Autoren (in deinen worten: Gralshütern)? Sind doch zwei „paar Stiefel“.

    Werner (wie geht das Smilie mit Frage?)

  5. Ich finde diese Story echt klasse! Was sagt Ihr? Äussert Euch doch mal dazu!

    Wer möchte eigentlich noch eine Geschichte für diese Anthologie spendieren? Sagt mal bescheid, kann auch schon mal eine Vorankündigung in die Anthologie eintragen, sowie die geplante Satire von Mona Mee. Was sagt Ihr?

  6. Hallo Werner, gut zu wissen, das mit den Covern. Ich hatte noch so im Ohr, dass es da mal rechtliche Probleme gegeben hätte.

  7. Hallo Detlef, klasse Bild :-). Danke.

  8. Bedanke dich beim Lothar, micha, ich habs nur ausgesucht und geschnitten! 😉

  9. Ich weiß ja nicht, was Lothar Bauer dabei im Kopf gehbat hat. Ich finde auch, dass es sehr gut zur Story passt. Was kann uns denn der Grafigkünstler Lothar Bauer zum Hintergrund und zur Entstehungsgeschichte des Bildes sagen?

  10. Schwierig zu sagen. Da es ein Bild ist das ohne jegliches Konzept entstanden ist.
    Also drauflos digitalisiert

  11. Für dieses Geschichte passt es perfekt. Hoffe du schätzt das auch so ein. Wie es scheint, ist der Autor auch zufrieden damit. Hast du mal die Story gelesen, Lothar? Mich würde mal interessieren, ob du der selben Meinung bist …

  12. Petra Obergralshüterin

    Lieber Konrad: Gralshüter ? Kicher? 😉

    Lieber Leon: Die Geschichte ist sehr komplex und greift schon einiges auf, was eigentlich in den Ursprungs Storys die Detlef noch schreiben möchte so eventuell nicht vorkommt.
    Aber egal, da sind tolle Ideen die Detlef bestimmt aufgreifen dürfte, mir selber gefällt diese Komplexität und der ausgereifte Erzählstil sehr gut.
    Anthologien sind schließlich dafür da das man ein wenig „rumspinnen“ kann.
    Technische Sachen wie die Hyperraumsprünge soll Detlef abklären. Ich bin jedenfalls begeistert. Vor allem kann Leon die Protagonistin ja immer wieder aufgreifen da nicht klar ist ob sie gestorben ist. Das ist auch gut so da ja diese Figur von jemand anderem kreiert wurde.
    Fazit: Weiter so, das ist das Salz in der Suppe. Ich liebe diese Story 🙂

    Kurz zu den Bildrechten. Ich melde mich bei den verschiedenen Verlagen unter Presse an. Dann kann ich dort, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen, die Titelbilder laden. Geht das mal nicht schreibe ich die Verlage an und komme so an meine Cover. Zur Not hilft nur selber scannen.
    Ganz, ganz wichtig NIE, NIE, NIE, bei Amazon ein Cover laden. Wenn die übrigens eine rezi von Euch hochladen und die noch woanders erscheint oder erschien gibt es von denen auch ärger da sie sehr besitzergreifend sind. daher bitte ich die Autoren für die ich eine rezi machen meine rezis dort nicht mit einzubinden.

  13. Liebe Petra, als Rezensentin des Buchrezicenters kennst du doch die zweitwichtigste legale Cover-Quelle: Buchhandel.de

    In der Regel findet man dort sein Cover. Ich nehme die Verlagsseiten (oder die Pressestelle) nur dann in Anspruch, wenn ich auf Buchhandel.de einmal nichts finde.

    Mit galaktischen Grüßen
    Werner 😉

  14. Einige Verlag wie zur Zeit Bastei scheinen im Moment Probleme zu haben ihre Cover an buchhandel.de zu liefern. Keine Ahnung warum, dann kann man ja mal vorsichtig beim Verlag nachschauen und wenn die – wie im Fall bei Bastei – einen extra Download für die Cover angeben ist ja eigentlich auch auf der sicheren Seite. Aufpassen muss man nur bei verlagen die an dieser Stelle einfach die Cover von Amazon posten, das habe ich auch schon erlebt!

  15. Exakt: Für die nächste Doppel-Rezi von mir musste ich mir die Cover auch von der Luebbe-Seite holen; gottseidank als offiziellen Presse-Download.

    mgg
    Werner

    P.S. Muss weg: „Vikings“ fängt gleich an … 😉

  16. @Petra

    Ein Cover einscannen und online stellen (auch wenn es von *deinem* Buch ist), stellt einen Verstoß gegen das Copyright dar. Auch wenn es meistens geduldet wird, ist man damit nie auf der sicheren Seite. Besser ist es, keine gescannten Cover zu benutzen, ohne im Vorfeld den Verlag gefragt zu haben.

  17. Hi Günther,
    das wusste ich nicht. Also werde ich nix mehr einscannen. Hatte mir eine Webseitenbetreiberin gesagt das ich das mach soll, da ich für sie was rezensiere aber dafür nicht an die Cover komme. Dann lass ich das sein. Danke für die Warnung.

  18. @ Petra

    Freut mich riesig, dass dir die Geschichte gefällt :-). Übrigens, Grashüter(in) (mit Augenzwinkern ;-), versteht sich) deshalb, weil ihr das MHK-Universum quasi erschaffen habt und damit auch sowas wie ein Veto-Recht habt. Wenn irgendwas nicht konform ist oder zu restriktiv, kann ich das noch ausbügeln. Geht ja auch nach dem Wettbewerb noch.

    Die Hyperraumsprünge stammen von Detlef, deshalb habe ich sie aufgegriffen. Seine andere zukünftige Reisemethode durch einen Quantenraum(?!) halte ich für etwas abstrus ;-). (Sorry, Detlef, hatte ich dir ja schon mal gesagt.) Wie auch immer, den muss ich nicht benutzen, auch wenn er im MHK-Universum existiert.

    Du hast ganz recht, Petra, Jo-Nemesis hat etwas ähnlich mysteriöses an sich wie der falsche Kreuzer in einer Donald-Geschichte: unvorhergesehen taucht sie auf und verbreitet ihr schlechtes Karma auf alle, die mit ihr in Berührung kommen :D. Weder der Leser, noch die Milena wissen, was mit ihr geschehen ist.

    Das mit den Covern ist mir schon klar. Mit den Verlagsdownloads hatte ich das noch im Ohr, was Detlef oben gepostet hat. Amazon etc. benutze ich natürlich nie, außerdem notiere ich die Quelle immer im Dateinamen.

  19. Ok. So ungefähr hatte ich das mit den „Gralshütern“ gemeint.

  20. AUCH DIR LEON GRATULIERE ICH ZUM 1. PLATZ DIESER TOLLEN MILENA-STORY! SCHREIBST DU DENN NUN WEITER FÜR DIESE ANTHOLOGIE?

  21. Vielen Dank, Detlef.

    Es freut mich natürlich riesig, dass ich gewonnen habe 🙂

    Einen herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle auch allen Geld- oder Buchpaket-Gewinnern!! 🙂

    Jetzt muss ich wohl eine neue Geschichte für den nächsten Wettbewerb produzieren. Milena äußert ja am Ende von „Nemesis“ den Gedanken, dem Mars einen Besuch abzustatten. Das riecht doch geradezu nach einem neuen Abenteuer in „heimatlichen Gefielden“. Oder?

    Ich lasse mich mal überraschen.

  22. haha, hast du hier was geändert an der Story, Leon? 🙂

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