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MÈNAGE À CINQUIÈME (Teil 1) – Erotische Geschichte in fünf Teilen von Günter Maria Langhaus

MÈNAGE À CINQUIÈME (Teil 1)

Erotische Geschichte in fünf Teilen

von

Günter Maria Langhaus

Unaufhaltsam rückte der Showdown näher, kein Entrinnen, keine Gnade. Fixiert wie im Schraubstock kniete Gerd nackt auf dem Boden, mit offenem Mund, er hatte sich der Furie über ihm ergeben, seinem Schicksal, willenlos harrte er der Explosion, die ihn im Schleim ertränken würde.

VierTage vorher.

Wie jeden Freitag war das „Daddel“, die Lieblingskneipe von Peter und Gerd, rammelvoll, sie hatten ihren bevorzugten Platz an der Treppe zur kleinen Empore eingenommen, von hier konnte man den Schankraum und die Tische oben gut überblicken. Und, da die Toilette hinten war, musste jeder irgendwann hier vorbei. Aber es ging ihnen nicht um Jeden sondern um Jede. Im dichten Gedränge gab es, neben dem nicht unbedingt unerwünschten Körperkontakt, unaufdringliche Möglichkeiten einen Flirt anzufangen.

Leider, das mussten sie sich immer wieder eingestehen, waren ihre Erfolgsquote nicht besonders groß; etwa zweimal im Jahr konnten sie die jeweils Auserkorene davon überzeugen, dass die Vergnüglichkeiten des Abends im Bett fortgesetzt werden sollten. Peter hatte es mal vorgerechnet: An so einem Abend vertilgten sie durchschnittlich für fünfzehn Euro Getränke, also inklusive Samstag dreißig Euro in der Woche, macht ca 1500 Euro im Jahr, also 750 Euro pro letztendlich erfolgreichem Flirt. Dafür hätten sie auch eine in allen erotischen Spielen erfahrene Liebesdienerin haben können!

Aber was soll‘s, das Anflirten machte ja auch Spaß, und so ein Erfolg in der Kneipe war doch deutlich mehr Balsam auf das männliche Ego als einfach eine Nacht voll Sex zu kaufen.

Die Ursachen der begrenzten Erfolge hatten sie vielfältig diskutiert und selbige zweifelsfrei in ihrer Lebenssituation identifiziert: Sie lebten mit drei Frauen in einer WG, nicht nur einfach so, sondern in einer Melange à la cinquième! Und das war, vermutlich wegen der Einzigartigkeit dieser Situation, in der studentischen Kneipenscene bekannt. So gesehen war die Zurückhaltung der übrigen Weiblichkeit irgendwie verständlich, umgekehrt hätten sie auch keine Lust in Konkurrenz mit gleich drei anderen Männern zu treten.

Also, ganz klar: Es war die Schuld der Frauen!

Und so trotteten sie wie so oft nach dem letzten Bier in tiefer Nacht nach Hause, vielleicht war ja eine ihrer Mitbewohnerinnen noch wach, sodass zumindest eine Option auf ein Einschlaf-Nümmerchen bestand.

Lena schlief schon. Klar. Sie war die Intelektuelle unter den Frauen, ihr Sex war gut, aber ihre Libido doch eher begrenzt; und bestimmt wartete sie nicht nachts zwecks Lustbefriedigung auf die Heimkehr angetrunkener Mitbewohner.

Aber bei Manuela brannte noch Licht. In ihrem Leben spielte Sex eine herausragende Rolle, und nachdem sie vor einigen Monaten zu ihnen gezogen war, hatten die erotischen Spielereien zwischen ihnen allen durchaus belebende Akzente bekommen.

Vorsichtig öffnete Peter die Tür. Überall im Raum waren Kerzen verteilt, die das Zimmer in ein gemütliches Dämmerlicht tauchten: Die beiden wussten noch gar nicht, dass Manuela auch eine derartig romantische Ader hatte!

Oder war sie es gar nicht, die die Kerzen angezündet hatte?

Manuela war nicht allein. Ihre langen schwarzen Haare bedeckten zerzaust die weit geöffneten Schenkel einer anderen Frau, ihr Gesicht war nicht zu sehen, die Bewegungen ihres Kopfes verrieten heftige Liebkosungen. Ihr geiler Hintern hob und senkte sich und ihr Unterleib begrub das Gesicht ihrer Liebhaberin.

Das Eintreten der Jungs war ihr nicht entgangen. Für einen Moment hob sie den Kopf, schaute ihnen ins Gesicht, ein Grinsen huschte über ihre Lippen, dann widmete sie sich wieder dem Liebesspiel.

Schweigend blieben die beiden an der Tür stehen. Nach und nach identifizierten sie die unten Liegende als Pia! Irritiert sahen sie sich an. Gruppensex hatten sie schon des Öfteren zelebriert, ausgiebig, den ganzen Tag oder die halbe Nacht hindurch. Zu dritt, viert oder auch alle zusammen. Natürlich hatten sich die Frauen dabei auch angefasst, gestreichelt – die Frauen, die Männer untereinander doch eher weniger, zufällig vielleicht. Aber nie hatten die Weiber sich ganz bewusst  gegenseitig zum Orgasmus getrieben, diesen Part hatten sie immer den Männern überlassen.

Und nun?

Gerd wollte schon sein Hemd ausziehen, aber Peter hielt ihn zurück, instinktiv spürte er, dass die beiden Frauen unter sich bleiben wollten, er fasste seinen Freund am Arm um ihn mit hinaus zu nehmen.

In diesem Moment richtete Manuela sich auf, reckte ihren schönen Körper, offensichtlich genoss sie es, dass die beiden sie bei ihrer Lust beobachteten. Mit kreisförmigen Bewegungen ihres Beckens rieb sie sich auf Pias Gesicht, mit einer Hand knetete sie ihre Brüste. Lautes Stöhnen. Lustvolles Stöhnen! Pia räkelte ihr Becken hin und her, hob es an, den streichelnden Fingern der anderen entgegen.

Noch einmal sah sie zu den Jungs rüber, zeigte sich, seht her, wie schön ich bin! Und dann konnte Manuela ihre Lust nicht mehr zähmen, das krampfartige Zucken ihres Körpers signalisierte den nahen Höhepunkt, laut keuchte sie, presste sich auf Pias Gesicht, die zappelnd nach Luft schnappte. Zitternd krümmte sie sich, schmerzhafte Lust zuckte von ihrem Becken durch ihren schwitzenden Leib, sie kamen gemeinsam, tobten, schrien, wälzten sich hin und her, eine Welle der Lust jagte die nächste bis sie erschöpft aufeinander zur Ruhe kamen.

Mühsam wühlte Pia sich unter Manuela hervor; offensichtlich erst jetzt wurde sie die Zuschauer gewahr:

„Was macht ihr denn hier?“ und ohne eine Antwort abzuwarten: „Raus hier!“

„Äh – ja….“ Gerd hob seinen Zeigefinger um die Wichtigkeit seiner Aussage anzudeuten.

„Raus!!“ und um ihren Befehl zu unterstreichen grapschte sie das erstbeste Kleidungsstück der neben dem Bett auf dem Boden verteilten Klamotten um es in Richtung Tür zu schleudern.

Manuela konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen während sie sich halb aufrichtete um die Szene besser beobachten zu können.

Der erste Schuh knallte dicht neben Peter gegen die Wand, Deckung suchend verschwanden die beiden aus dem Zimmer.

Drei Tage vorher:

Lena saß schon in der Küche als Peter eintrat, sie hatte grade einen Pott Kaffee gekocht, in ihren schlabbrigen Morgenklamotten schlürfte sie das heiße Getränk. Peter schenkte sich auch ein und setzte sich zu ihr. Schweigen.

Kurz darauf kam Gerd rein, unausgeschlafen und mürrisch.

„Hast du es ihr schon erzählt?“

Peter schüttelte den Kopf, so wichtig fand er das Liebesspiel der beiden anderen Frauen nun auch nicht, dass es umgehend ausgetratscht werden musste. Aber Gerd war eben ein Klatschmaul, und obgleich seine Frage, für jedermann ersichtlich, bei Lena die Aufklärung fordernde Gegenfrage provozieren sollte, dachte diese gar nicht daran von ihrer Zeitung aufzusehen.

Gerd blieb also nichts anderes übrig als unaufgefordert die Info auszuplaudern, wollte er seinem Klatschtrieb Folge leisten:

„Manuela und Pia haben sich letzte Nacht gegenseitig gefickt!“

Schweigen.

„Was sagst du denn dazu“, bohrte er in Anbetracht von Lenas Desinteresse nach.

„Das glaube ich nicht“, murmelte diese unbeteiligt.

„Doch! Wir haben es selbst gesehen!“ und er schaute Peter Zustimmung heischend an.

„Ficken ist ein Wort aus dem älteren deutschen Sprachgebrauch“, dozierte Lena, wobei sie ihren Blick immer noch nicht von der Zeitung nahm, „es wurde unter anderem in der Landwirtschaft benutzt und beschreibt den Vorgang des Säens. Der Bauer geilt den Boden auf, das heißt er pflügt und eggt ihn, um dann den Samen in die Ackerfurche zu drücken, stechen, oder eben ficken. Es kann natürlich sein, dass beim Liebesspiel zwischen Manuela und Pia die eine oder andere aufgegeilte Furche bestanden hat, Samen ist dort aber bestimmt nicht eingebracht worden.“

„Du machst mich wahnsinnig!“ Frustriert holte sich auch Gerd einen Kaffee, und Peter verlangte nach einem Stück der Zeitung, welches Lena ihm dann auch rüber schob.

Doch noch ehe er sich in die Zeilen vertieft hatte kamen Manuela und Pia in die Küche, Manuela war nackt, was bei ihr nichts Besonderes war, sie lief des Öfteren unbekleidet in der Wohnung herum, Pia trug ein langes Herrenhemd, notdürftig vorne zugeknöpft.

„Ach, da sind ja die Turteltäubchen“, konnte Gerd sich nicht zurückhalten.

„Neidisch?“ fragte Manuela keck.

Gerd prustete abwehrend, und nach einer Weile fragte Peter vorsichtig:

„Müssen wir jetzt mit einer neuen Konstellation des Zusammenlebens rechnen oder war das ein einmaliger Ausrutscher?“

„Wie, Ausrutscher?!“ Empörung lag in Pias Stimme.

„Naja, ich mein’….“

„Was??!“

„Um auszurutschen bedarf es einen schlüpfrigen Untergrundes“, mischte Lena sich ein, „den haben wir hier aber nicht.“

Verblüfft sahen Peter und Pia zu ihr rüber, sollte das jetzt eine Zustimmung zu einer neuen lesbischen Konstellation in ihrer WG sein? Lena schaute immer noch konzentriert in die Zeitung, blätterte sogar um, und Peter hatte den Verdacht, dass sie nur so tat als würde sie lesen; in Wirklichkeit versteckte sie sich einfach nur hinter der Zeitung um der Unterhaltung mit doch sehr schlüpfrigem Grund besser zuhören zu können!

„Peter hat diese provozierende Formulierung doch nur benutzt“, fuhr Lena unbeirrt fort, „weil diese von ihm befürchtete neue Konstellation unseres Zusammenlebens erhebliche Nachteil für ihn und Gerd mit sich bringen könnte.“

„Wie meinst du das“, fragte Gerd irritiert, während Manuela lauthals lachte.

„Während der Quotient vorher 3:2 betrug, könnte er jetzt in 1:2 verändert werden.“

Pia und Manuela kicherten immer noch, die Jungs sahen sich an und Lena schlürfte vom heißen Kaffee.

„Die Befürchtung ist ja wohl nicht so ganz unberechtigt“, ging Peter schließlich in die Offensive, offensichtlich fühlte er sich durchschaut, „oder bist du dir sicher“, ging er Lena jetzt direkt an, „dass du unsere Bedürfnisse genauso gut bedienen kannst wie ihr drei vorher zusammen?“

Zum ersten mal hob Lena den Kopf, nahm ihre Brille von der Nase, die sie nach Peters Meinung auch nur trug um sich dahinter zu verstecken, oder vielleicht auch um ihr intellektuelles Image zu unterstreichen:

„Ich glaube, du hast da was Grundsätzliches nicht verstanden!“

„Was soll ich nicht verstanden haben?“ Ihr cooles Gerede ging ihm langsam auf die Nerven, „und du hör endlich auf so dämlich zu grinsen,“ fauchte er Manuela von der Seite an.

„Nun krieg dich mal wieder ein“, versuchte diese ihn zu beruhigen, „Lena will sagen, dass wir Frauen nicht dafür da sind die Bedürfnisse von euch Männern zu bedienen, sondern umgekehrt.“

(…)

(zum zweiten Teil)

Copyright (C) 2015 Text  by Günter Maria Langhaus. Ungekürzte Version(en) der Kurzgeschichte(n) finden sich später unter http://www.gm-langhaus.de/html/kurzgeschichten.html

 

Bildrechte: “Erotische Abenteuer – verschiedenster Welten” (Erotik-etwas-heller.jpg) © 2014 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Die Reise nach Namibia (Kartoniert)
Erotischer Roman
von Langhaus, Günter Maria

Verlag:  Fouque (Frankfurter) Literaturverlag
Medium:  Buch
Seiten:  243
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  September 2014
Maße:  146 x 208 mm
Gewicht:  328 g
ISBN-10:  3837214834
ISBN-13:  9783837214833


Kurzbeschreibung
53 lange Tage liegen vor einem Paar, das sich von Deutschland aus mit dem Auto auf den Weg durch Afrika macht. Der Protagonist möchte nach kurzem Aufenthalt in Lübeck zurück nach Namibia. Doch welches Geheimnis hütet seine Begleiterin? Ist sie die Rühr-mich-nicht-an, als die sie sich immer gezeigt hat? Oder eine Nymphomanin, die ihre sexuellen Bedürfnisse nur schwer unter Kontrolle halten kann? Das enge Zelt, die Hitze Afrikas und die Schönheit dieses Kontinents lassen eine intensive Nähe entstehen, in der sich die beiden Stück für Stück offenbaren können. Psychisch wie physisch legen sie Hemmnisse ab, bis sie ihre Seelen und Körper vollkommen nackt voreinander zeigen. Schamlos und frei wird die Kommunikation zur Erotik und der Sex zur Sprache. Zärtlichkeit, Abgründe aus Wut und Gewalt sowie hemmungsloser Sex unterliegen keiner Zensur.

Autor
Günter Maria Langhaus wurde 1950 in der Nähe von Köln geboren, Abitur 1971, anschließendes Studium der Biologie und Landwirtschaft an verschiedenen Universitäten Deutschlands. Seine berufliche Tätigkeit als Berater ließ ihm immer wieder Zeit für längere Reisen, unter anderem in den arabischen Raum sowie in das südliche Afrika. Diese Reiseerlebnisse einerseits und die Erfahrungen der sexuellen Revolution Anfang der Siebziger andererseits waren entscheidende Faktoren, die ihn zu seinem Erstlingswerk „Die Reise nach Namibia“ inspirierten.

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