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Literatur-Blog

Manfred Büttner und Christine Lehmann: Von Arsen bis Zielfahndung. Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige – ZWEIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Manfred Büttner und Christine Lehmann
Von Arsen bis Zielfahndung
Das aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige

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Ariadne bei Argument, Hamburg, 10/2009
(Neuerscheinung / Neuauflage 2. Halbjahr 2015)
TB, Sachbuch, Krimi
ISBN 978-3-88619-720-0
Titelbildgestaltung von Martin Grundmann

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www.argument.de
www.ariadnekrimis.de
www.lehmann-christine.de
www.vermoegensabschoepfung.de
www.martingrundmann.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wenn ein Mord geschieht und die Polizei die Ermittlungen übernimmt, glauben viele Menschen zu wissen, was dann geschieht, denn sie bekommen die Arbeit der Behörden ja tagtäglich im Fernsehen zu sehen, sei es nun in Serien oder aber dem derzeit so beliebten Dokutainment. Möchte man aber selbst eine Kriminalgeschichte schreiben, stellt man sehr schnell fest, dass die Fiktion so gut wie gar nichts mit der Realität zu tun hat. Gerade die alltägliche Wirklichkeit in Deutschland sieht ganz anders aus, als man sie sich vorstellt. Um diesem Mangel abzuhelfen und jungen Autoren – aber auch allen Lesern, die es interessiert – einen Überblick zu geben, haben sich die bekannte Krimiautorin Christine Lehmann („Lisa Nerz“-Krimis) und der Fahnder Manfred Büttner zusammen getan. Sie präsentieren in „Von Arsen bis Zielfahndung“ interessante Fakten zum Thema Mord, Mörder und Aufklärung der Tat, die in dieser Form noch nie an einem Ort versammelt waren.

Das Buch ist in einzelne Teile aufgegliedert. Interessant ist zunächst einmal das „Mordmotiv“: Wer neigt überhaupt dazu, jemand anderen umzubringen? Welche Gründe kann er dafür haben – ist er vielleicht von dem anderen über Jahre gedemütigt und gequält worden? Geschieht die Tat im Affekt? Oder liegen sie in psychischen Defekten begründet? Geht es um Rache, Herrschsucht und Ohnmacht des Unterlegenen? Wie hoch ist die Frauenquote im Vergleich zur Anzahl der Morde eigentlich, und wer neigt eher dazu, tödliche Gewalt anzuwenden? Wie sieht es mit Triebtätern aus? Wie entwickeln sich diese und wann handeln sie?

Der „Mord“ selbst kann auf vielerlei Arten erfolgen. Die Autoren nennen einige Möglichkeiten, deuten an, wie der perfekte Mord aussehen kann, wie man einen Selbstmord von der Tat eines Fremden unterscheiden kann, welche Arten des gewaltsamen Todes es gibt. Dazu kommt ein Exkurs über Giftmorde und Giftarten. Alle weiteren Teile beschäftigen sich dann mit dem, was danach folgt: Wer nimmt die Ermittlungen auf? Darf wirklich nichts an einem Tatort verändert werden? Welche ersten Schritte werden in Wirklichkeit unternommen und von wem. Ist wirklich immer sofort die Kripo zur Stelle? Wie sieht es mit der Kriminaltechnik und Spurensicherung aus? Welchen Einfluss und welche Aufgaben haben diese? Auch der „Leiche“ wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Wie stellt man eigentlich den Tod fest? Wie lange lebt der Körper noch, nachdem das Herz seine Funktion eingestellt hat? Kann man dann vielleicht noch jemanden wieder beleben? Wie sieht eine Obduktion aus, und welche Aufgaben hat der Gerichtsmediziner?

Liegen alle Fakten vor, beginnt die „Fallanalyse“. Man wertet die Aussage der Zeugen und Verdächtigen aus, die Untersuchungsergebnisse der Spurensicherung, Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik und zieht daraus seine Schlüsse. Interessant ist dabei, dass gerade das deutsche Recht Regeln hat, die man deutlich einhalten sollte und die nicht überschritten werden dürfen. Weitere Kapitel beschreiben die Ermittler und ihre Aufgaben, erklären, dass der eigentliche Berufsjargon ganz anders aussieht, als man es gewohnt ist, und erklären, dass gerade die Rolle der Gerichtsmediziner, Kriminaltechniker und auch der Staatsanwaltschaft ganz anders ist, als man denkt, und auch die Rolle der Bürger nicht immer nur passiv ist. Auch den Themen „Wirtschaftsverbrechen“ und „Zwangsmaßnahmen“ sind eigene Abschnitte gewidmet.

Die Autoren betonen schon in ihrem Vorwort, dass sie weder Lesern noch Autoren Krimis madig machen sondern mit ihren Informationen nur deren Bild ergänzen wollen, um ein wenig mehr Vielfalt zu erreichen. Es geht ihnen darum zu zeigen, wie sehr die Schere zwischen Realität – dem was wirklich geschieht – und Fiktion – das, was den Lesern und Zuschauern in Büchern und Filmen erzählt wird – auseinanderklafft und junge Autoren genau diese Zone für sich nutzen können. Die Hinweise und Anregungen sind als Hilfe gedacht, eigene und frische Ideen zu entwickeln, die zwar fiktional bleiben, aber den gängigen Handlungsmustern ein wenig mehr Facettenreichtum hinzufügen, denn man muss jetzt auch nicht krampfhaft darum bemüht sein, absolut realistisch zu werden. Sie plädieren dafür, die Informationen immer noch der Geschichte unterzuordnen, wenn es wichtig wird – aber auch, gewisse Grenzen im Auge zu behalten, denn das deutsche Rechtssystem erlaubt nicht unbedingt die Willkür, die man vielleicht schon gelesen hat.

Zudem behaupten sie auch nicht, in allem absolut korrekt zu sein – in einigen Jahren können sich auch Details schon wieder überholt haben. Alles in allem ist das Buch aber trotzdem sein Geld wert. Es ist unterhaltsam geschrieben, lässt sich auch in den etwas trockeneren Parts flüssig lesen und unterhält durch den lockeren, etwas sarkastischen Stil ungemein. Die Informationen sind in angenehme Bissen aufgeteilt und gut zu verinnerlichen; sie gehen zwar nicht ins Detail, geben aber erste Richtlinien, die man gegebenenfalls auch noch weiter recherchieren kann, wenn man möchte. Gerade weil der Text auch so populärwissenschaftlich geschrieben ist, werden nicht nur Autoren sondern auch einfache Leser ihren Spaß an der Sammlung von Fakten zum Thema Mord haben. Wer also mehr zum Thema „Mord und Mörder“, „Leiche und Ermittler“ etc. wissen möchte, ohne erst Dutzende von Fachbüchern wälzen zu müssen, kann ruhig nach „Von Arsen bis Zielfahndung“ greifen, denn das Buch ist durch seinen Informationsgehalt sein Geld wert.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Preisrätsel 2 x 1 Exemplar: Wer ein Exemplar erhalten möchte einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!):  Die Titelbildgestaltung des Bandes stammt von wem? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 200 richtige Mails eingetroffen sind, werden die Gewinner daraus gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen!


GEWINNER: Diether Heidmann: Philippus Hollerman – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND SPONSOREN!

Updated: 5. Februar 2016 — 10:38

2 Comments

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  1. Martina Müller

    Die Titelbildgestaltung des Bandes stammt von wem?

    Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!)

  2. GEWINNER: Diether Heidmann: Philippus Hollerman – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND SPONSOREN!

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