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HONIG AUF NACKTER HAUT – Ein surrealer Abend – von Martina Müller und Ottmar Holdersen

HONIG AUF NACKTER HAUT

Ein surrealer Abend

von

Martina Müller und Ottmar Holdersen

Wie immer, wenn ich glaube, eine absolut geniale Idee zu haben, gehe ich in ihr auf, wie Rosenwasser in einem Riechkelch. Ich bin dann so davon überzeugt, das Richtige zu tun, dass das Ganze in meiner Phantasie eine geradezu zwanghafte Eigendynamik entwickelt. So war es auch, als ich für meine neue Bekannte, mit der ich gerne näher zusammen gekommen wäre, ein kleines Päckchen mit Honig, von der Art, wie man es vom Frühstückstablett eines Hotels kennt, besorgt hatte. Als wir dann endlich, nach einigen Gläsern Wein, auf dem riesigen Bett meines Gemachs landeten, hatte ich mir genug Mut angetrunken, dass ich ihr meinen geradezu genialen Plan vorschlug. Vielleicht hätte ich mir bei nüchterner Betrachtung eher davon abgeraten und eine gewisse Symmetrie in der Reihenfolge unseres Näherkommens gewählt. Wir hatten nämlich bis zu diesem Zeitpunkt uns gerademal ein wenig gestreichelt, geschweige denn, dass wir uns bereits geküßt hätten. Später gestand mir meine Bekannte, dass das mit dem Küssen und Knutschen so gar nicht ihr Ding sei. Eigentlich fände sie sogar die körperliche Nähe und vor allem das Berühren eines anderen Menschen, ziemlich widerlich, und das, egal ob sie denjenigen mochte, anziehend fände oder auch nicht. Und eigentlich mag sie den Kontakt von Haut auf Haut überhaupt nicht.

Leider waren mir zu dem Zeitpunkt, an dem ich ihr meinen ganz besonderen Plan vorzuschlagen gedachte, keine ihrer Antipathien bekannt. So schlitterte ich geradewegs in mein Verderben. Lächelnd nahm ich sie in den Arm und erklärte ihr, dass ich nun etwas für sie sehr Schönes zu gedenken vor hätte. Sie lächelte mich interessiert an und ich begann ihr zu beschreiben, dass ich eine kleine Frühstücksportion Honig dabei hätte, um sie auf einige ihrer erogenen Zonen zu träufeln, zu verteilen und anschließend sanft mit meiner Zunge abzulecken und abzuschlecken. Der Blick meiner Bekannten änderte sich in der Form des Lächelns, in den Blick einer Frau, die dabei war, sich eine richtig perfide Foltermethode vorzustellen, die man an ihr statuieren wolle. Sie fragte mich mit weitaufgerissenen Augen: „Du meinst, auf meinen nackten Körper?“ Wobei ich ihr antwortete: „Ja, genau. Am besten auf die Brüste, oder besser noch, auf deine Brustwarzen. Danach schlecke ich den Honig ab und träufele dir auch etwas auf deine Vulva, auf deine Klitoris, auf deine Schamlippen und gehe dort ebenso vor. Na, was meinst du?“

Nun war wohl der Moment erreicht, wo meine Trunkenheit mich nicht mehr darüber hinweg täuschen konnte, dass ihr verzerrter Blick vom Konsum der Flasche Wein kommen mochte, sondern wohl dann doch tiefere Gründe zu haben schien. Jedenfalls brach meine Bekannte unser Techtelmechtel an dieser Stelle ab und meinte, dass sie ganz vergessen hätte, dass sie sich ja heute noch mit einer Freundin zu treffen gedachte. Ich blieb völlig irritiert und verstört in meinem riesengrossen Bett zurück, in der linken Hand mein Glas Wein und in der rechten, das Plastikdöschen mit dem Honig, dass noch immer original verschlossen war. Dieser Abend ging in meiner Top Ten der schlechtesten Sexabende ein und eroberte in dem Moment sogar einen der obersten Plätze.

-ENDE-

Copyright (C) 2014 by Martina Müller und Ottmar Holdersen

Bildrechte: “Erotische Abenteuer – verschiedenster Welten” (Erotik-etwas-heller.jpg) © 2014 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Bildrechte: “Alltagsgeschichten (en gros)” (Alltag3.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Bildrechte: Coverillustration “SkurileGeschichten1.jpg ” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

 

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Mehr Sex! (Kartoniert)
696 Tipps für die angehende Liebesgöttin
von West, Anne

Verlag:  Droemer Knaur
Medium:  Buch
Seiten:  391
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  November 2014
Originaltitel:  Handbuch für Sexgöttinnen
Maße:  124 x 187 mm
Gewicht:  315 g
ISBN-10:  3426787334
ISBN-13:  9783426787335

 

 

Beschreibung
Diese Neuausgabe des Anne West-Klassikers „Handbuch für Sexgöttinnen“ erklärt uns einfach ALLES über guten Sex!

Autor
Anne West, die „Freizeit-Sexual-Anthropologin“, ist die Journalistin Nina George, geboren 1973. Mit 18 zog sie von zu Hause aus, um das Leben reichlich kennenzulernen, und arbeitete u.a. als Kellnerin und Opern-Statistin. Seit ihrem Debüt bei Penthouse 1992 schreibt sie als freie Autorin u.a. für Cosmopolitan und die Bild am Sonntag, in der jede Woche ihre Kolumne „Lassen Sie uns über Sex reden“ erscheint. Anne West ist verheiratet.

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9 Comments

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  1. Honig? Extrem lecker. Hab mir am Zwickauer Weihnachtsmarkt sündhaft teuren Honig aus Finnland gegönnt. Nur auf meinen Brötchen!

    Aber bitte nicht auf der Haut und schon gar nicht beim Sex. Das ist weder erotisch noch befriedigend. Es klebt einfach nur … da kannst du Naschen, was du willst. Neenee … dann schon lieber Erdbeeren, haha.

    mgg
    Werner 😉

  2. Also mit Erdbeeren? Erzähl mal! 😉

  3. Äußerst interessant lieber Werner, lieber Detlef, lasst hören. :-)Kicher fehlt nur noch die Sahne-Variante. Lach

  4. Michael Hillebrand

    Dumm gelaufen, kann ich da nur sagen! Die Beschreibung dieses Abends klingt dann doch eher unerotisch und ist wohl nicht zur Nachahmung empfohlen (außer natürlich, man hat vorher seine Hausaufgaben gemacht und ein aussagekräftiges Persönlichkeits-Profil seiner Angebeteten erstellt, das solche Pannen zu vermeiden hilft). Ein Vollbad in Akazienhonig und Ahornsirup soll übrigens in dieser Hinsicht wahre Wunder wirken (ein anschließendes Wälzen in Hühnerfedern macht angeblich noch viel geiler!).

  5. Diese Story zeigt mal wiederm das man nicht von seinen eigenen Vorlieben ausgehen soll, wenn man anderen was gutes tun will. So muß man also vorher wirklich ausführlich die Andere interviewen, was die Liebe so mag und was niemals!

  6. Ich finde den Text aber insgesamt wirklich gelungen, erinnert fast schon an den wirklich guten Comedian Torsten Sträter.

    Torsten Sträter ist ein deutscher Horror- und Comedy-Schriftsteller, Slam-Poet und Kabarettist.

    http://www.torsten-straeter.de/

  7. Na, das nennt man wohl zero-night-stand.
    Doch aus Erfahrung wird man klug: Gerne Marmelade, Kirschen oder Erdbeeren. Rotwein geht auch, Whisky im Nabel oder Nougat auf den Brustwarzen. ABER NIEMALS HONIG!!

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