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GÖTTER DES OLYMP – Kurzgeschichte von Susan Ott

Erstellt von Susan Ott am Freitag 29. April 2011

GÖTTER DES OLYMP

Kurzgeschichte

von

Susan Ott

„In Größe 42?“

Es ist eine Schande. Ich, Hermes, Sohn des Zeus, sitze hier am Telefon eines Callcenters und notiere Bestellungen.

„Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“

Athene ist am Arbeitsplatz neben mir und hat wieder diesen leidenden Gesichtsausdruck.

Dabei haben wir es noch gut getroffen, nachdem der Olymp geschlossen wurde.

Hera arbeitet in einer Kinderkrippe und darf Babybrei aufwischen und Windeln wechseln.

Poseidon ist Bademeister im Spaßbad an der Stadtgrenze.

„Danke für Ihren Einkauf und noch einen schönen Tag.“

Am schlimmsten ist Kerberos dran. Wachhund bei einem Gebrauchtwarenhändler. Drei Köpfe zum Preis eines Hundes.

Der Gebrauchtwagenhandel liegt direkt neben dem Beerdigungsinstitut, in das Hades als Juniorpartner einsteigen konnte.

Ich kann mich noch genau erinnern, als Hera die Götter und Halbgötter zu einer Generalversammlung gerufen hatte.

Pleite seien wir. Die Menschen würden nicht mehr an uns glauben und somit auch nichts mehr opfern.

Wir hätten eine Woche, uns Jobs und Unterkünfte in der Welt der Sterblichen zu suchen. Der Olymp sei an ein aufstrebendes Chinesisches Unternehmen verkauft worden.

Der Tumult, der nach dieser Ankündigung ausbrach, war gigantisch.

Man könne so was doch nicht mit uns machen – wir wären schließlich Götter.

Aber es half nichts. Wir mussten unsere Heimstatt verlassen.

Hera gab uns noch mit auf den Weg, dass wir Griechenland besser ganz verlassen sollten, da das Land selbst am Rande der Pleite stehe und wir besser in einem solventeren Land aufgehoben wären.

Das war vor drei Monaten.

Eine kleine Einzimmerwohnung und den Job im Callcenter hatte ich relativ schnell gefunden. Die Dame im Personalbüro war sichtlich amüsiert, als ich meinen Namen als Hermes vom Olymp angab. „Niedlich“ fand sie das.

Noch 10 Minuten und meine Schicht ist vorbei. Wieder ein Arbeitstag hinter mich gebracht.

Wochenende.

Heute Abend sind wir zu Dionysos eingeladen.

Abhängen, Wein trinken und über die vergangenen Zeiten reden.

Wie immer wird  Hephaistos  Aphrodite bezichtigen, ihn zu betrügen. Ares wird wieder einmal laut von der Eroberung der Welt träumen und Artemis darüber schimpfen, dass alle Männer gleich sind und die Welt ohne sie besser wäre. Sie hatte sich schnell einer dieser militanten Frauengruppen angeschlossen. Apollon wird wieder eines seiner Gedichte vortragen und Demeter  von ihrer Arbeit auf der Entbindungsstation der Städtischen Klinik schwärmen.

Eigentlich sind die Wochenenden gar nicht so anders, als die vergangenen Zeiten im Olymp.

Feierabend.

Jetzt muss ich noch schnell in den Supermarkt ein paar Knochen für Kerberos und Knabberkram für uns übrige kaufen. Dann holen wir Poseidon ab und die Feier bei Dionysos kann beginnen.

Ich kann nur hoffen, dass der Garten der Hesperiden nicht auch verkauft werden muss. Wir brauchen die Äpfel daraus für unsere ewige Jugend. Gar nicht auszudenken was geschieht, wenn Aphrodite die ersten Falten in Spiegel entdecken sollte.

Doch genug nachgedacht. Schnell eingekauft und dann ab zum Spaßbad. Poseidon wartet bestimmt schon ungeduldig auf uns. Er wird immer so schnell wütend, wenn er seinen Willen nicht bekommt und übertreibt es dann mit den Wellen in den Schwimmbecken. Ich möchte nicht für den nächsten Tsunami vor dem Kinderplanschbecken verantwortlich sein.

Ende

Copyright (c) 2011 by Susan Ott

Bildrechte: “Skurrile Geschichte” (SKURILE GESCHICHTEN-SPIRALE-20110114083935-8edac2f8.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Skurrile Geschichte” (Originaltitel: 20110114083935-8edac2f8.jpg) © 2012 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Hercules
Vom Olymp ins Ruhrtal

Herausgegeben von LWL-Industriemuseum
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Um Herkules und Herkules-Taten dreht sich alles in der Sonderausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in seinem Wittener Industriemuseum Zeche Nachtigall zeigt.

Der Prototyp des abendländischen Helden lieh nicht nur dem Hauptschacht der Zeche Nachtigall 1840 seinen Namen. Er ist bis heute Garant für Kraft und Leistungsfähigkeit. Sehr unterschiedliche Menschen, Unternehmen und Institutionen berufen sich auf die griechisch-römische Sagengestalt. Die Wittener Schau, die begleitend zur Kulturhauptstadt-Ausstellung “HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen” in der Henrichshütte Hattingen läuft, stellt den Wandel des Mythos und Herkules-Taten aus den letzten 200 Jahren vor.

Das Spektrum der Exponate reicht von antiken Tongefäßen über Medaillen bekannter Sportler, Hercules-Fahrräder und -Motorräder bis hin zur interaktiven Medienstation eines Hercules-Flugsimulators. Als regionale Helden oder Vollbringer von “Herkules-Taten” stehen beispielhaft die Freiheitskämpferin Mathilde Franziska Anneke (1817–1884) aus Sprockhövel und der “Gute Hirte von Bommern” Constanz Wilhelm Hueck (1779–1838)

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9 Kommentare zu “GÖTTER DES OLYMP – Kurzgeschichte von Susan Ott”

  1. Detlef Hedderich sagt:

    Liebe Susan, bitte auch immer “Autorenwerkstatt” mit anklicken!

  2. Susan Ott sagt:

    Upps. Und ich dachte, dass ich alles angeklickt hätte^^

  3. Detlef Hedderich sagt:

    Habs nochmal überarbeitet, kannst mal schauen, ob du das nächstes mal so hinbekommst, wenn nicht, auch nicht schlimm!

    Brauche noch einen Buchtipp von dir, der zu deiner Story passt und nicht älter als Vorjahr ist!

  4. Susan Ott sagt:

    Nun, vielleicht das?^^

    Staatsbankrott: Warum Länder Pleite gehen – Wie es dazu kommt – Weshalb uns das was angeht
    Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
    Verlag: Orell Fuessli (22. Mai 2010)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3280053749
    ISBN-13: 978-3280053744
    Preis: EUR 24,90

  5. Detlef Hedderich sagt:

    Auf solch ein Buch macht deine Story Lust deiner Meinung nach? Da bin ich aber skeptisch, wir wollen doch Lesern, die unsere Storys als Appetitmacher dienen, ähnliche Titel anbieten!

  6. Susan Ott sagt:

    Nun, dann vielleicht dies hier. Es ist schwer, etwas über griechische Mythologie zu finden. Meine Bücher sind alle älter.

    Percy Jackson, Band 1: Percy Jackson – Diebe im Olymp
    Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 5 (Februar 2010)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3551554374
    ISBN-13: 978-3551554376
    Preis: EUR 16,90

  7. Detlef Hedderich sagt:

    Carlsen Verlag steht auf der Schwarzen Liste, die machen keine Verlosungen mit uns. Am besten gehst du auf buchhandel.de, da kannst du nach stichwörtern suchen und auch die Jahreszahl eingrenzen, mache ich immer dort, ist unproblematisch! Schaust du dort nochma nach einem anderen Titel?

  8. Detlef Hedderich sagt:

    So, habe mal was reingestellt als Buchempfehlung zum Thema “Olymp”. Mal anschauen und meckern oder ok geben!

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