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GEFANGEN IN DEN TRÄUMEN DES TRAUMMEISTERS – BAND 1: START INS UNGEWISSE (Leseprobe Teil 2) von Alex P. Jandra

GEFANGEN IN DEN TRÄUMEN DES TRAUMMEISTERS

BAND 1: START INS UNGEWISSE

(Leseprobe Teil 2)

von

Alex P. Jandra

(Zurück zum ersten Teil)
»Erfreut, Eure Bekanntschaft zu machen«, erwiderte Marco und verbeugte sich. »Aber wäret Ihr so freundlich und würdet mir Eure Hunde vorstellen?«

»Aber natürlich, Euer Ehren, dies sind unsere Huskoris[1] Hinz, Kunz und Olaf.«

»Außergewöhnliche Namen für außergewöhnliche Tiere, das gefällt mir«, sagte Marco mit einem Lächeln und kniete bei den Huskoris nieder, wobei ihm deren ungewöhnlich blaue Augen auffielen. »Doch lasst bitte diese Titel weg, ich bin auch nur ein Mensch.«

Dabei bot er den Tieren seine Hände zum Schnüffeln an und keine Minute später stritten sich die Drei schon um seine Streicheleinheiten.

Das Oberhaupt der Familie wirkte sichtlich erstaunt über dieses Verhalten seiner Wachhunde, rief sie aber nicht zur Ordnung. Stattdessen lud er die Gruppe mit einer Geste ein, sein Haus zu betreten.

Schweren Herzens trennte sich Marco von seinen neuen Freunden, da diese nicht ins Haus durften, und folgte den Anderen in die gute Stube der Familie Klopek.

»Ich wurde zum ersten Mal in diese Gegend geschickt, deshalb würde mir jede Information weiterhelfen.«

Marco war nur noch von Männern umgeben, da die Frauen sich nach dem Essen in die Küche zurückgezogen hatten.

»Ihr werdet dort bestimmt nicht über Mangel an Arbeit klagen können. Kaikoss wird nicht umsonst die Stadt der sechshundertsechsundsechzig Freuden genannt«, meinte Luboss und zwinkerte Marco zu.

»Und bedenkt, dass gegen Ungläubige dort schnell und hart vorgegangen wird. Zu Eurem Glück lehnen auch wir es ab, das kopflose Pferd anzubeten, was in der Stadt fast unmöglich wäre.«

Borians Blick füllte sich mit Abscheu, als er das abartigste und perverseste Wesen der Stadt erwähnte.

»Wirklich sehenswert ist nur der Koloss von Kaikoss, welcher den Hafen bewacht, von dem aber niemand weiß, wer ihn erschaffen hat«, merkte Marisk an, um dem Gespräch eine andere Richtung zu geben.

»Da Ihr gerade den Hafen erwähnt, könnt Ihr uns sagen, ob wir dort ein Schiff mieten können, das uns später über diesen Miniaturozean bringt?«, fragte Marco.

»Ihr wollt auf die andere Seite des Sees? Dort ist doch nichts außer Wald«, sagte Marisk überrascht.

»Mit ihren kleinen Booten können sie soeben die Versorgung der Inseln gewährleisten, die nicht über eine Brücke erreichbar sind. Außerdem müsste ein solches Unternehmen vom Rat des Ordens abgesegnet werden.«

Borians Zweifel gaben den drei Suchern zu denken. Ihre Hoffnung, in einer zivilisierten Gegend schneller voranzukommen, erwies sich als eine Seifenblase, welche kurz vor dem Zerplatzen stand.

Nachdem es Borian ihm erlaubt hatte, spielte Marco draußen mit den Huskoris. Allein ihre pure Freude badete ihn in einem Gefühl der unverfälschten Reinheit, ließ Tränen sein Gesicht benetzen und alles andere vergessen.

»Ihr hättet Anjin gemocht«, sagte Marco leise und mit aufgestellten Ohren saßen sie vor ihm, schenkten seinen Worten ihre volle Aufmerksamkeit. Marco lächelte und streichelte sie abwechselnd.

»Ihr seid gute Jungs, lebt bei einer netten Familie und habt genügend Auslauf. Deshalb bitte ich Euch, mir nicht zu folgen. An meiner Seite droht Euch der vorzeitige Tod und das könnte ich nicht ertragen.«

Alle drei sahen ihn an, als hätten sie verstanden und boten einen Anblick, der Marcos Herz schmerzen ließ und es gleichzeitig heilte.

Da man der Familie genug Vertrauen entgegenbrachte, fragte man um Erlaubnis, einen Turm aufstellen zu dürfen.

»Warum und vor allem wie wollt ihr das in so kurzer Zeit bewerkstelligen?«, fragte Borian verwundert. »Ihr könnt doch im Stall nächtigen.«

»Es ist ein magischer Turm, wir nehmen ihn auch wieder mit«, versuchte Marco letzte Zweifel zu zerstreuen.

»Aber wenn ihn jemand sieht und dann ist er später verschwunden, könnte man uns der Hexerei bezichtigen. Wollt ihr das riskieren?«, fragte Borian besorgt.

»Natürlich nicht«, kam Marcia ihrem Freund zuvor. »Wir sind nur daran gewöhnt, auch aus Gründen der Sicherheit. In der Stadt müssen wir auch auf ihn verzichten, warum nicht schon hier damit anfangen?«

Als sie es sich im Stall gemütlich machten, sagte Marcia:

»Sieh dich vor, ich glaube, die kleine Kirona hat sich in dich verguckt. Also ermuntere sie nicht zusätzlich, okay?«

»Ich weiß zwar nicht, wovon du sprichst, aber zwei Frauen reichen mir voll und ganz, glaub mir.«

»So unersättlich, wie du manchmal bist? Aber ich glaube dir natürlich, mein Liebling. Ich wollte dich nur vorwarnen.«

»Ich liebe dich auch, Sonne meines Herzens.«

»Ich meine es ernst!«

»Ich weiß!«

TAG LXI

Da ihre Münzen allein vom Goldgehalt einiges wert waren, schenkte Marco den Klopeks eine und eine weitere, weil Borian sich bereit erklärt hatte, die Gruppe zu begleiten und ihnen am ersten Tag in Kaikoss mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Dann brachte Marco den schwersten Teil hinter sich und verabschiedete sich von Hinz, Kunz und Olaf.

Am offenen Stadttor wurden sie nur begafft, dann befanden sie sich schon im Vergnügungsviertel von Kaikoss, welches aber nur Zuknich und Belae beeindruckte. Die vielen Farben und Gerüche überwältigten die Sinne der Grimokfrauen, die am liebsten überall stehen geblieben wären und alles probiert und angefasst hätten. Nachdem man einige Münzen in die hiesigen, sechseckigen Plättchen umgetauscht hatte, konnten sie bei einem Tuchhändler der Versuchung endlich nachgeben, da Marcia die beiden erst mal vernünftig einkleiden wollte.

Zum Admiral Dendow war ein Gasthaus der gehobenen Klasse im Viertel für Ausländer. Nachdem sie sich dort einquartiert hatten, verabschiedete sich Borian und gab seiner Hoffnung Ausdruck, sie bald wieder in seinem Haus bewirten zu dürfen.

Die Frauen beschäftigten sich nun mit ihrer Beute, während die Männer Borian noch auf ein Bier im Schankraum einluden, was dieser schwerlich ablehnen konnte. Kaum hatten sie angestoßen, als eine Gruppe schwarz gekleideter Soldaten den Admiral betrat.

»Verdammt, was wollen die Schwarzen hier?«, zischte Borian durch die Zähne. Doch bevor jemand auf seine Frage reagieren konnte, hatte der Anführer kurz mit dem Besitzer gesprochen und kam nun an ihren Tisch.

»Verzeiht meine Störung, aber ich suche Richter Marco.«

»Und was ist, wenn Ihr ihn gefunden habt?«, fragte Marco.

»Ich soll ihm eine Einladung unseres Fürsten überbringen und ihn sicher zur Burg geleiten.«

»Nur den Richter oder auch seine Begleiter?«, wollte Otomo wissen.

»Von Begleitern ist mir nichts bekannt, aber da ich vermute, dass Ihr der Richter seid (und blickte dabei Otomo an), versichere ich Euch, dass Ihr nichts zu befürchten habt.«

»Wie ist Euer Name, guter Mann?«, wollte Marco wissen.

»Ich bin Leutnant Garris«, wobei er immer noch Otomo ansah. »Und ich brauche Eure Antwort.«

»Ich bin ein unabhängiger Richter«, sagte Marco daraufhin. »Und ich springe nicht sofort, wenn jemand mit den Fingern schnippt.«

Der Kölner sah dem Leutnant nun wieder in die braunen Augen.

»Außerdem reise ich in weiblicher Gesellschaft und Ihr wisst bestimmt, wie Frauen auf kurzfristige Einladungen reagieren, weil ihnen keine Zeit bleibt, sich für die Männer schön zu machen.«

Alle am Tisch nickten zu Marcos Ausführung, auch der Leutnant schien zu verstehen.

»Dann werde ich meinen Herrn davon unterrichten.«

Kaum waren die Soldaten abgerückt, sagte Marco nachdenklich:

»Wir sind gerade hier und schon will uns ein Fürst einladen.«

Dann sah er Borian an und fragte diesen mit leiser Stimme:

»Was habt Ihr gegen diese Soldaten?«

»Ich will mich nicht um den Kopf reden, deshalb erspart mir eine Antwort.«

Marco nickte verstehend.

»Wie Ihr wollt. So lasst uns unser Bier trinken, damit Ihr nicht unnötig lang von Eurer Familie getrennt seid. Prost.«

Nachdem sich Borian endgültig verabschiedet hatte, bestellte Marco eine neue Runde. Als wenig später das Gewünschte kam, steckte ihm die weibliche Bedienung auch einen Zettel zu und flüsterte:

»Der Herr mit der Narbe.«

Erst jetzt fiel Marco auf, dass nicht jedes haarlose Wesen ein drittes Auge hatte. Er gab seinen Freunden zu verstehen, sie mögen sich zurückziehen und wartete dann darauf, dass der Fremde ihn ansprach.


[1] Huskori. Rasse. Vergleichbar mit einem Riesenschnauzer, nur dass sie ein kurzes, glattes, grau-silbernes Fell besitzen.

Copyright © 2014 by Alex P. Jandra

Bildrechte: Magie – Verwandlungs-, Hexerei- & Zaubergeschichten” (Magie neuer Hrsg und heller.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

ZUM BUCHTITEL:

Gefangen in den Träumen des Traummeisters (Kartoniert)
Band 1: Start ins Ungewisse
von Jandra, Alex P.
.
Verlag:  Elvea
Medium:  Buch
Seiten:  320
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  Print 2014 / ebook: Juni 2015
Maße:  185 x 135 mm
Gewicht:  373 g
ISBN-10:  3945600200
ISBN-13:  9783945600207

Beschreibung
Wenn man morgens aufwacht und sich in einer Höhle wiederfindet, statt in seinem Bett, dann ist das schon beängstigend. Wenn man später erfährt, dass man sich nicht mehr auf seinem Heimatplaneten befindet, sondern in den Träumen eines schlafenden Gottes, kann einen schon mal die Verzweiflung packen. Aber bei der Aufforderung, eben diesen Gott zu suchen, um ihn zu wecken, der Weg jedoch durch eine von Magie beherrschte Welt führt und offensichtlich nicht ungefährlich ist, zweifelt man an seinem Verstand. Sechs Wesen, darunter ein Kölner Student, passiert eben dies und nun sollen sie in den Träumen eines Gottes bis zu einem Ort vordringen, der TABHIRONAKEL heißt. Doch wer sind seine fünf Mitstreiter? Kann er sich auf sie verlassen?

Begleite sie auf ihrer Reise, erlebe unglaubliche Abenteuer voller Magie, Gewalt und Sex. Doch sei gewarnt: Der Tod lauert an jeder Ecke! Und in den eigenen Reihen!  Denn hier stirbt es sich schnell! Ihr wisst doch: Nichts MUSS passieren, doch alles KANN passieren!

Autor
Alex P. Jandra, geboren 1966, lebt seit 1957 in Köln. Anfang der 80-er Jahre lebt er einige Zeit in Israel bevor er wieder nach Deutschland zurück kehrte. Er mag Fantasy, Comics und begeistert sich für Musik. Start ins Ungewisse ist Band 1 der Reihe: Gefangen in den Träumen des Traummeisters.

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Updated: 2. Dezember 2015 — 02:13

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