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Literatur-Blog

ELEVIN VOM HINDUKUSCH – Textauszug (Teil 1) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans „Das Paradies der Schriftlosen“ von Detlef Hedderich (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 4/2013)

ELEVIN VOM HINDUKUSCH

Textauszug (Teil 1) aus dem 1. Kapitel des geplanten SF-Romans

„Das Paradies der Schriftlosen“

von

Detlef Hedderich

Bereits zur Blütezeit des Khorassan durchstreife ich dieses Land, immer auf der Suche nach Vollwaisen des weiblichen Geschlechts und zwar noch vor Beginn der Menarche. Dieser Zeitpunkt tritt heute wesentlich früher ein als noch zur Blütezeit des Khorassan. Damals waren die zukünftigen Elevinnen noch um die 16 bis 17 Jahre alt, heute sind sie bereits mit 11 bis 12 Jahren am Beginn der Adoleszenz.

Doch nicht nur dieser Umstand macht es mir inzwischen schwierig, geeignete Probandinnen zu finden, von denen nach eingehenden Untersuchungen immer weniger geeignet scheinen für ein Dasein im Paradies des Minsky-Habitats. Leider sind nur die weiblichen Exemplare dieser Art in der Lage, die neuronalen Verknüpfungspunkte am Synaptischen Spalt zwischen BioWare und TecWare auszubilden. Tritt dies vor Beginn der Menarche in Kraft, werden sie Teil des neuronalen Netzwerkes im Verbund mit dem Minsky-Server.

Mit einem Kranz dichter, hellbrauner Schlingen schloß das Mädchen seine Vision ein und lenkte so darauf hin. Über den dichten Piratus zog es, in einem breiten Abstand eine ganz lose Wellenlinie. Anschließend wechselte es mit einigen dünnen Streifen zur gelben Engobe über.  Das Mädchen hob sein Objekt senkrecht in die Luft und betrachtete es. Danach tupfte es mit schmalen Abständen weiße Punkte nebeneinander. Jeden dieser Punkte zog es zu einem langen Tropfen. Als es fertig war, stellte das Mädchen das Objekt wieder in den dafür vorgesehenen Purator, die Harmonie war wieder hergestellt.

Bei den männlichen Probanden kommt es  nach wie vor nach Eintritt der Spermarche zu neuronalen Ceroid-Lipofuszinosen, wenn versucht wird, diese an das neuronale Netz des Minsky-Habitats anzuschließen. Auch diejenigen Exemplare, die vor Beginn dieser Phase ins neuronale Netz integriert werden, bilden die Unverträglichkeit aus. Sämtliche Versuche, diese Pollutionen auf biomolekularer oder biochemischer Weise zu unterdrücken oder auszuschalten, machen diese männlichen Individuen zu unbrauchbarer Biomasse, sobald die neuronalen Zugriffscodes des Minsky-Servers in Kraft treten.

So bilden noch immer, wie schon zur Blütezeit des Khorassan, nur die weiblichen Exemplare die Belegschaft des Minsky-Habitats. Auch sämtliche Versuche, Exemplare aus anderen Gebieten dieses Planeten heranzuziehen, scheiterten bislang kläglich. Nur die weiblichen Individuen mit einer bestimmten genetischen Konstellation sind überhaupt kompatibel zum neuronalen Minsky-Netzwerk. Und offenbar ist diese genetische Disposition in dieser Form nur in diesem Gebiet des Planeten bei seinen weiblichen Individuen anzutreffen.

Der Umstand, dass in diesem Gebiet keine Vermischung mit weit außerhalb des Gebietes stammenden Individuen stattfindet, ist sicherlich genauso Ursache der gewünschten genetischen Disposition, wie wohl auch der Umstand, dass die Bevölkerung dieses Gebietes, die aus etwa 30 Millionen Individuen besteht, sich aus einer Vielzahl ethnischer Gruppen und Stämme zusammensetzt, die diese genetische Kompatibilität erst entstehen haben lassen.

Die religiöse vorherrschende Orientierung der Menschen dieses Gebietes ist dabei mit Sicherheit ebenso ein Faktor in der Vermischung oder Nichtvermischung bestimmter Ethnien. Faktorierend ist dabei offenbar auch die Topografie, das Klima und der großzügige Genuss von Schlafmohn- und Cannabis-Produkten der Menschen hier als auch die der traditionellen Ernährungsweise.

Der Feuerball am Himmel war untergegangen. Vor einiger Zeit noch hüpften die Gurtiesen über das Land als jetzt etwas Graues, Scheues unmerklich zwischen den Bäumen hin und her schlich.  Die Flughansen raschelten im trockenen Laub des vorherigen Jahres.

Um diese Dämmerzeit war es dem Mädchen unmöglich, der Einsamkeit sein er Existenz etwas Schönes abzugewinnen. Es fror leicht und schürte daher das Feuer im Kamin und legte noch einige Scheite hinzu, damit es wenigstens im Innern seiner Behausung mollig warm wurde, auch wenn das nichts an der Kälte in seinem Innern änderte. Anschließend entzündete das Mädchen einen Scheit, um damit die Kerze zum Brennen zu bringen.

Viel gemütlicher würde es nicht werden. Als die Wärme des Feuers es dazu brachte, seinen Mantel aus Solminerwolle an den Haken zu hängen, spürte es, wie eine absolute Stille in seine Behausung schlich und es davon fast betäubt wurde…

Ob sich dieser Zustand im Zuge der Internationalisierung des Landes ändern wird, ist ungewiss. Gewiss ist allerdings, dass durch die weitgreifende Zunahme an Bildungsmöglichkeiten eine Entwicklung, zumindest ein Veränderung, stattfinden wird. Zwar haben die vielen Kriege der letzten Jahrhunderte bzw. Jahrzehnte immer wieder dafür gesorgt, dass das Durchschnittsalter der Menschen hier auf inzwischen etwa 15 Jahre herabgesunken ist. Doch ist dieser Umstand auch wieder von Vorteil, da sehr viele weibliche Individuen im entsprechen Alter dabei sind, die als Probandinnen – von denen dann ungefähr ein Drittel die gewünschte genetische Proposition besitzen – sich nach den eingehenden Tests als Elevinnen herauskristallisieren.

Natürlich sind Kriege schrecklich und auch die Tatsache, dass die vorherrschende religiöse Ausrichtung der Menschen hier es vor allem den weiblichen Mitgliedern sehr schwer macht, ein menschenwürdiges Dasein zu fristen. Genau dieser Umstand ist  es aber, wodurch früher eine wesentlich höhere Anzahl an Probandinnen entstand, als heute. Auch war es früher so, dass die weiblichen Mitglieder stark unterdrückt wurden von den männlichen in dieser stark fundamental-religiös orientierten Gesellschaft. Und immer ist es eine männlich orientierte Gewaltenteilung, in der die Frauen das Nachsehen haben oder einfach totgeprügelt oder gesteinigt werden.

Das Haus war alt. Aus den beiden Dreiköpflern, die noch vor einigen Monaten hier gelebt hatten, waren Väter und Großväter geworden. Ihr biologischer Alterungsprozeß war ein völlig anderer als der des Mädchens. Die Dreiköpfler hatten nur eine Lebenspanne von wenigen Jahren, dann teilten sie sich und wurden zu einzelnen Tieren, die über keinerlei Verstand im übliche Sinne mehr verfügten. Ihr einziges Lebensziel bestand dann darin, zu fressen und sich fortzupflanzen. Dabei gab es drei Geschlechter, die sich gegenseitig befruchteten.

Einmal befruchtet wuchs aus einem der Drei der Baum der Leidenschaft und aus dem zweiten der Ring der Brüller und aus dem dritten kamen zwei winzige Dreiköpfler heraus, die sich von innen her aus ihrem Elterntier fraßen. Wenige Tage später war ihr Intellekt so ausgebildet, dass sie dann ihr Baumhaus, ihren Baum der Leidenschaft, bewohnen und umbauen konnten.

Ihre Nahrung bezogen sie dann nur noch aus dem Ring, in den sich einer der drei Elterntiere verwandelt hatte, eine Art hochwandigen Trog, in dem die Brüller, kleine einäugige Schlangenwesen, geboren wurden, von denen sich die Dreiköpfler ernährten, denn sie vertrugen sonst keine andere Nahrung außer diesen Schlangentieren. Ohne diese wären sie zum Tode verurteilt gewesen.

Das Baumhaus war jetzt unbewohnt, es stand leer, deshalb hatte sich das Mädchen hier einquartiert und es sich so gemütlich wie möglich gemacht. Hier oben, zwischen dem Geäst des Baumes, fühlte es sich relativ sicher vor den Geschöpfen, die diese neue Welt um es herum bewohnten…

(Zur Fortsetzung)

Copyright (C) 2012 by Detlef Hedderich

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus34-minus54” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.


Zwei Leseempfehlungen der Redaktion:

Karl Wutt
Afghanistan. Von innen und außen.

Welten des Hindukusch

Verlag :      Springer Wien
ISBN :      978-3-211-99153-4
Einband :      Paperback
Preisinfo :      ca. 39,95 Eur[D] / ca. 39,95 Eur[A] / ca. 62,00 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      350 S.
Erscheinungsdatum :      1., st Edition. 01.05.2010
Aus der Reihe :      Edition Transfer

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Karl Wutt zählt zu den subtilsten Kennern Afghanistans, weil er – als Architekt, Ethnologe und reisender Forscher – in den letzten Jahrzehnten immer wieder Monate in entlegenen Regionen des Landes verbrachte und das in engstem Kontakt mit der lokalen Bevölkerung.

Seine poetischen Fotos und Schilderungen sind Ausdruck solcher Annäherungen an fremd gebliebene, neuerdings wieder fremder gewordene, in sich sehr unterschiedliche Kulturen. Einem durch Kriegsberichte, Islamistenterror, Kulturkampfpropaganda vergröbertem‚ westlichen Blick’ werden Nuancen und die Vielfalt von Lebensweisen bewusst gemacht.

Karl Wutt sucht Qualitäten – sein Buch beweist, wie sehr es dabei auf Aufmerksamkeit ankommt: Einzelheiten verweisen auf Verborgenes, Zeichen auf Erzählungen, Gestaltung auf Universelles. Die dokumentierte Sichtweise „von innen und außen“ spielt auf uferlose Grenzerfahrungen an, auf ein ständiges Hin und Her von Transferbeziehungen, auf Verstehen und Erahnen, auf das Überschreiten von Schwellen, auf unzugänglich Bleibendes.

Karl Wutt
geb. 1943 in Buchscheiden (Kärnten).
Studium der Architektur an der TU Wien.
1971 – 97 Feldforschungen bei Kalasha, Pashai und anderen Ethnien des Hindukusch.
1978 Dissertation über >Architektur einiger Hindukusch-Täler<.
Lehrbeauftragter am Institut für Völkerkunde der Universität Wien.
1990 – 2004 Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2000 Foto Ausstellung, >Children<, zusammen mit Suchitra Van, >Estrangements<, Kupferstichkabinett der Kunstakademie, Wien.
Seit 2002 Reisen nach Afghanistan, Studium der Pashai nach dem Krieg.
2007 Ausstellung über Afghanistan an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
2008 Ausstellung, >Stile, von Gegenden und Gegenständen< bei: aut.architektur und tirol (vormals Architekturzentrum), Innsbruck.

Publikationen (Auswahl):
– >Pashai. Landschaft. Menschen. Architektur<, Graz, 1981.
– >Afghanistan, auf den zweiten Blick<, Akademie der bildenden Künste, Wien, 2007.
– >Stile von Gegenden und Gegenständen von Karl Wutt, Bohatsch Visual Communication, aut. architektur und tirol, und Arno Ritter (Taschenbuch – November 2008)

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Sayed H. Hossaini
Die Erzählprosa der Dari-Literatur in Afghanistan 1900 – 1978


Verlag :      Kovac, J
Website: http://www.verlagdrkovac.de
ISBN :      978-3-8300-5000-1
Einband :      Paperback
Preisinfo :      75,00 Eur[D] / 77,10 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung.
Seiten/Umfang :      192 S. – 21,0 x 14,8 cm
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 03.2010
Gewicht :      247 g
Aus der Reihe :      POETICA 108

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Im multinationalen Afghanistan haben sich in den Sprachen Dari (afghanisches Persisch) und Pashto zwei Literaturen herausgebildet, die jeweils auf eine gewisse Tradition zurückblicken können. Im vorliegenden Werk wird ein Abschnitt der Dari-Literatur behandelt, der die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes widerspiegelt.

Während in der Vergangenheit die Poesie eine größere Rolle spielte, hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch eine Prosa herausgebildet, die nach europäischem Vorbild besonders Essays, Memoiren, Theaterstücke, Reisebeschreibungen, Erzählungen und vor allem Kurzgeschichten umfasst, während der Roman in dieser Epoche als noch nicht ausgereift galt.

Afghanische Literaten stellen in ihren Werken die moderne afghanische Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen dar.

Behandelt werden vor allem sozialkritische, aber auch historische, folkloristische und psychologische Themen. Die Thematik wird im vorliegenden Werk an ausgewählten Beispielen exemplarisch demonstriert.

Als Zeitraum wurden die Jahre 1900 bis 1978 gewählt, d. h. von der Einbeziehung Afghanistans in die moderne Entwicklung bis zur sog. „Aprilrevolution“, nach der das Land in das bis heute andauernde Unglück geriet.

Angesichts des im deutschsprachigen Raume bislang vorherrschenden Defizits hinsichtlich der Kenntnis der gesellschaftlichen Probleme Afghanistans sowie der kulturellen Leistungen des afghanischen Volkes ist das Buch eine sachkundige und aussagekräftige Studie, die zugleich auch junge, hier lebende Afghanen mit der Literatur ihrer leidgeprüften Heimat vertr macht.

In keinem anderen deutschsprachigen Werk (und wohl auch nicht in anderen westlichen Sprachen) kann man einen so vollständigen Überblick über Dari-sprachige Autoren und ihre Werke finden.

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ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Storys unserer Community-Autoren, bei denen es zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

48 Comments

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  1. Oh man, jetzt habe ich 6 Stunden an dem Text gesessen um ihn in die richtige Form zu schmieden, bin jetzt so betriebsblind, dass ich echt nicht mehr beurteilen kann ob es das wert war. Wer kann mal ein Feedback abgeben? Hier geht es mir vor allem um Stellen, die nicht klar sind und die ich nochmal umschreiben muß. Wer hat Mut? 🙂

  2. Mir sind hier bereits andere bunte Texte „aufgestoßen“. Was hat es damit auf sich? Würden diese Texte im Falle eines Druckes auch bunt gedruckt?
    Etwas in mir weigert sich, bunt zu lesen. Oder ist das Kunst? Dann würde ich es probieren, vielleicht.

  3. Ich denke es ist Kunst. Warum soll Literatur nicht auch farbig werden, beim Fernsehen fragt ja auch keiner warum es farbig wurde. Ganz im Gegenteil, heute ist es Kunst wenn ein Film in S/W daherkommt. Ich finde das erfrischend anders und hoffe, dass sich auch andere Idee durchsetzen, die bislang hinterm Berg warten.

    Ich habe aber noch weitere neue Formen in dieser Leseprobe gefunden. Teile, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber einen Eindruck davon ergeben sollen, wie es der Protagonistin ergeht in einer Welt, die nicht wirklich die ihre ist, zumidest nicht bis sie dort anfängt, sich einzurichten.

    Diese einzelnen Textteile sind nicht nur verschiedenfarbig sondern bedienen sich auch völlig verschiedener Muster, unterschieden sich was Erzählstil und Inhalt, was Intention und Genre angeht. Ich finde auch diese Idee erfrischend!

    Bitte lieber Autor laß dich von deinen innovativen Einlagen abbringen, Literatur muß nicht immer mit der Gleichmachwalze plattgemacht werden! Mir gefällt es genau so, wie du es geschrieben hast. Die eine oder andere Überarbeitung was Kommasetzung, Rechtschreibung und Satzbau angeht dürfte der Text allerding noch vertragen. Aber insgesamt ist diese Leseprobe auf dem richtigen Weg zu etwas ganz Großem!

  4. Das hat nichts mit der Gleichmachwalze zu tun. Bestimmte Dinge haben sich einfach durchgesetzt, weil sie gut sind. Unter anderem Schwarz auf Weiß. Sorry, aber ich kann den Text oben nicht lesen, weil einige Farben an Kontrast verlieren und mir Kopfschmerzen bereiten. Ist auf dem Monitor besonders heftig. :´(

  5. Juhuu, ein Mitstreiter für den Purismus. Danke Günther, hab mich schon gewundert, ob´s hier jetzt einen Nachsatz zum gerade überstandenen Fasching gab. Du hast 100%ig Recht: Wenn der Mensch für das Rad einmal seine optimale Form gefunden hat, braucht man danach nichts mehr zu ändern. Und Schwarz auf Weiß ist eben das Optimale für das Auge. Nee, bunt ist in Texten nicht toll und das hat wirklich nichts mit Kunst zu tun.

    Da sind stilistische Unterschiede eher legitim und mir auch lieber. Und Detlef, unterschätze die Leser nicht. Sie sind intelligent genug, auch ohne zusätzliche Farbwahl die Teile voneinander unterscheiden zu können.

    Zur Geschichte äußere ich mich später; muss zur Arbeit.

    mgg
    galaxykarl ;-))

  6. Günther hat recht. Manche Farben sind anstrengend. Ich kenne nur einen Roman, der in zwei Schriftfarben gedruckt wurde: die unendliche Geschichte. Da war das innovativ, und ich fand es auch klasse. Es war auch gut zu lesen.

    Aber das ist mir ein bisschen zu bunt. Allerdings muss ich erst noch die Geschichte lesen, um zu sehen, ob die Farbe einen Zweck verfolgt.

    Bis dann 😉

  7. Bei der unendlichen Geschichte war es aber, soweit ich mich erinnern kann, ein dunkles grün. Zumal Papier nicht zurückflimmert.

    Am schlimmsten finde ich weiß auf schwarz am Monitor lesen zu müssen. Zwar ist der Kontrast vorhanden, aber sobald ich vom Monitor weggucke sehe iche rst einmal Linien vor meinen Augen.

  8. Ich finde auch, die Farben sollten raus!

  9. Ok, Ihr habt mich überzeugt, sorry Helmut!

    Was sagt Ihr zum Text, zum Konzept und zu den Schnittechniken?

  10. Wie hätte Marcel Reich-Ranicki gesagt? „Ein echter Hedderich.“
    Also, die Farben sind schon mal weg und das ist gut so (frei nach Wowereit).;-))

    Was ich dir anbieten kann, ist eine Rechtschreib- und Grammatikkorrektur. An ein inhaltliches Lektorat wage ich mich nicht, da ich schlichtweg noch nicht verstanden habe, was der Plot sein soll. Bin aber gespannt, was die nächsten Teile hier aufdecken. Und das hat nichts mit den Schnittechniken zu tun.

    Wenn du ernsthaft einen ganzen Roman daraus erschaffen willst, hast du ein hartes Stück Arbeit vor dir.

    mgg
    galaxykarl 😉

  11. Rechtschreibprogramm habe ich schon zwei drüberlaufen lassen.

    Es hat doch was mit Schnitttechniken zu tun, wenn du gesehen hättest, wie die Zwischentexte entstanden sind. Das habe ich mal in einem Schreibkurs vor 20 Jahren gelernt!

  12. Die Mischungen der Stilelemente und Genres sind sehr vielfältig und gewöhnungsbedürftig. Das Ganze macht aber neugierig, wie es weitergeht.

  13. Nein, Detlef, ich meinte, dass deine Schnitttechniken nichts mit meinem Unverständnis des Plots zu tun haben. Diese Schnitte finde ich ja an sich als ein schönes Werkzeug, um Teile abzugrenzen.

    mgg
    galaxykarl 😉

  14. Martina Möchel

    Also ich finde diese Leseprobe nicht besonders anziehend. Ich kann mir keinen Reim auf das Ganze machen und ausserdem verstehe ich nicht, was die einzelnen Bruchstücke zwischen der Haupthandlung für einen Sinn ergeben sollen. Kann mir das mal jemand erklären, was das soll? Gibt es da was zu verstehen oder ist die Möchel mal wieder zu blöd dazu?

  15. Nö, „die Möchel“ ist hier mal mit mir einer Meinung: Null Durchblick. Aber man muss hier fairerweise erwähnen, dass sich ja nicht im allerersten Kapitel eines Romanes sofort erschliessen muss, um was es geht. Aber Detlef hat sich sicher was dabei gedacht und deshalb sollten wir die nächsten Kapitel abwarten und nach und nach AHA-Erlebnisse geniessen, OK?

    mgg
    galaxykarl 😉

  16. Warten und Teetrinken? 😉

  17. Hallo Detlef,

    nun habe ich den Text überflogen. Und das kam so … Es scheint sich um mindestens zwei Handlungsstränge zu handeln, vielleicht auch mehr, wie die zahlreichen Farben der Erstauflage angedeutet haben. Mit Büchern, in denen zwei oder drei Handlungsstränge in eigenständigen Kapiteln angelegt sind, komme ich klar. Bei einem Cliffhanger blättere ich dann schon mal vor und lese ein paar Zeilen des übernächsten Kapitels, bevor ich wieder zurück gehe und in ddere richtigen Reihenfolge weiterlese. Bei dieser Leseprobe hier bin ich nach zwei Strangwechseln automatisch weiter gesprungen, weil ich wissen wollte, wie es in dem einen Strang weiter geht. Mittendrin habe ich dann den Überblick verloren und überflog noch schneller nach vorne.

    Das die zwei(?) Stränge jeweils in normalen und kursiven Buchstaben steht, hilft natürlich, beides zu unterscheiden. Der normal geschriebene Teil im Präsens und der kursiv geschriebene in Vergangenheit verwirren mich etwas. Es ist vermutlich eine antrainierte Lesehaltung, dass ich die Realitätsebene mit normalen Buchstaben in Vergangenheit, andererseits Gedanken/Träume in Gegenwart und kursiv erwarte.

    Der Fettdruck einiger Worte wirkt seltsam. Sie sind im Zusammenhang nahezu selbsterklärend oder ich schalte mein SF-Lesesystem ein: neue Worte, die nach etwa dreimaligem Vorkommen nicht aus dem Zusammenhang klar sind, deuten darauf hin, dass a) der Roman nicht mein Fall ist, b) die Worte nicht wichtig genug waren, um sie zu erfinden. … arx … erst jetzt merke ich, dass es sich um Links zu Wikipedia handelt. Hyperlinks als Teil des literarischen Werkes im Stil eines Forschungsberichtes? Auch da bin ich für Fachworte eher auf Fußnoten trainiert.

    Vielleicht bin ich zu konservativ für diesen Text. Ichsollte mein Rezeptionsvermögen kontemporären Literaturdesigns evaluieren. 1)

    Wärest Du nicht eingeknickt und hättest die ursprüngliche Farbversion als Kunst bezeichnet, hätte ich das akzeptiert. Vielleicht den Text nicht überflogen. Aber akzeptiert und die einzelnen Farbbereiche jeweils hintereinander gelesen.

    Du frugst nach Eindrücken oder auch Zwei.
    Ich hoffe, nicht alles war nicht hilfreich.

    Herzlichen Gruß
    Martin

    1) Fussnote 😉

  18. Martina Möchel

    Mit anderen Worten: alles Scheisse? 😉

  19. Neenee, die Farben wegzulassen war schon richtig. Außerdem hab ich eh´ mein Problem mit Dingen, die mir jemand als Kunst verkaufen will. Das hat Detlef sicher nicht beabsichtigt; er wollte durch die Farbzuteilungen Verwirrung vermeiden. Schwer bei einem Text, der so … vielschichtig ist.

    Das mit den Begriffen behandle ich genauso. Wenn in SF-Texten neue Wörter auftauchen, nehme ich sie erstmal als gegeben hin und hoffe auf den Durchblick im Kontext oder in der Folge der Handlung. Kommt die dann sehr spät oder gar nicht, dann sollte man sich ein anderes Wort ausdenken.

    Literaturdesign wollte Detlef sicher auch nicht; dafür ist er zu intelligent, als dass er mit textlichen Spielereien über Ideenmangel hinwegtäuschen müsste. Und unter Letzterem leidet er definitv nicht, hahaha. Er hat schon sehr abgedrehte Einfälle und es liegt wahrscheinlich an unserem durch Lesegewohnheiten eingeschränktem Wahrnehmungsvermögen, das uns aktuell noch der Durchblick fehlt.

    Wie schon gesagt, ich bin gespannt auf die Fortsetzung(en).

    mgg
    galaxykarl 😉

  20. Martin

    Hat mir geholfen, deine Kommentare, ich bin bereits dabei den Text mit Hilfe einer Lektorin zu überarbeiten. Wenn das dann vorzeigbar ist, melde ich mich nochmal. Dann würde es mich interessieren, ob er wirklich verstehbarer wurde.

    Martina

    Danke für deine ehrliche Einschätzung, vielleicht sollte ich dieses Romanprojekt vielleicht doch beerdigen…

    Galaxy

    Ich habe diesen Text ursprünglich 2009 geschrieben (sieht man auch an den Buchvorschlägen von damals), habe inzwischen weitere 15 Stunden Arbeit reingesteckt und frage mich mittlerweile, ob es das wert war. Ich erinnere mich an einen Kursleiter von einem Schreibkurs, der mal zu uns sagte: „Ärgert Euch nicht, wenn ein Text nicht das ergibt, was ihr Euch von diesem erwünscht habt. In jedem Falle hat das Arbeiten daran Eurer Schrbeibvermögen verbessert, daher ist sowas niemals umsonst oder für die Katz´ gewesen!“

    Sein Wort in Gottesohr! 🙁

  21. Wer kann mir das beantworten: Normalerweise kann man ja Gedanken kursiv kenntlich machen. Wenn man aber einen ganzen Textteil kursiv schreibt, soll man dann einen Gedanken in Normalschrift schreiben oder vielleicht mit Anführungzeichen, wie bei einem Dialog, was meint Ihr?

  22. Martina,
    ein solch farbiges Fazit zu ziehen, wäre Sache des Autors, wenn er irgendwann final feststellt, dass sein Text nicht tut, was er soll: die Geschichte transportieren.

    galaxykarl,
    was Du über den Autor und seine Intentionen weißt, fand ich interessant, erinnerte mich jedoch etwas an meine Deutschlehrer, die wussten, was die Autoren der Schulliteratur wollten. Jene Autoren konnten sich allerdings nicht wehren, aus Altersgründen. 😉

    Ich hatte „Literaturdesign“ geschrieben, aber „Experimental-Literatur“ auf der Zunge gehabt … Da habe ich wohl selbst nicht gewußt, was ich gemeint habe.

    Detlef,
    freut mich, dass meine Leseeindrücke geholfen haben.

    Den Begriff „Schnitttechnik“ kannte ich bisher nur vom Film und von weihnachtlichen Bastelarbeiten. Falls hier in den Kommentaren damit gemeint war, dass getrennte Texte buchstäblich mit der Schere zerschnitten und „gemischt“ wurden, fände ich das einen interessanten künstlerischen Ansatz, um die chirurgische(?) Assimilation in den Minsky-Habitat wieder zu spiegeln: Der Text ein Hybrid, ebenso wie die assimilierten Weibchen. Falls es so gemeint war.

    In TV Serien wird beim Wechsel der Szene/Handlungsstränge gerne für einen Moment das Haus gezeigt, in dem es nun weiter geht. Vielleicht könntest Du für die ersten zwei, drei Wechsel zusätzlich zum normal/kursiv noch im jeweils ersten Satz eine „Leser-Abhol-Sequenz“ einbauen, z.B. Prota-Namen oder Ort nennen. Das könnte eventuell ein angenehmeres Anlernen des Umschaltens ermöglichen.

    Ich bin auf die nächste Version gespannt.

    Herzlichen Gruß
    Martin

  23. Ich auch!

  24. Mache doch kleine Abschnitte mit „—“ o.ä. getrennt, dann kannst du innerhalb auch die Gedanken kursiv machen.

    Die beiden Zeitformen, die du benutzt, sind für micht ganz ok. Das eine ist eine Geschichte, das andere ein Bericht – jedenfalls nach meiner Interpretation.

    Was mich ein bisschen stört sind 1. die vielen Fremdwörter, die du gleich am Anfang großflächig gebrauchst. Manche Begriffe sind mir hier einfach fremd, und ich musste tatsächlich die Links in Anspruch nehmen. Das stört aber meinen Lesefluss und hätte, meiner Meinung nach, auch mit anderen Worten beschrieben werden können.

    Prinzipiell lasse ich bei SF auch einiges an erfundenen Wörtern gelten, die sich jetzt oder später aus dem Kontext ergeben. Aber zuviele sollten es nicht sein, und es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass Komplexität durch „Kompliziertheit“ (Uff ;-)) ersetzt wird. Ist hier wahrscheinlich nicht der Fall, aber den Eindruck hatte ich anfangs schon.

    Das 2. ist der Umfang des Berichts. Ich musste mich ehrlich gesagt zwingen, nicht querzulesen. Vielleicht liegt es am Thema, das mich in dieser Breite jetzt nicht so fesselt!?

  25. Martina Möchel

    Ich sage doch: weg mit dem Text, taugt überhaupt nichts, braucht keiner, will keiner und wird auch niemanden glücklich machen oder faszinieren. Warum noch Arbeit reinstecken, wenn es auch nach dem Lifting keinen jucken wird? 8)

  26. Nachdem jetzt die Farbe weg ist, kann ich den Text auch lesen. 🙂

    Also mir gefällt er, aber ich lese und sehe eh einige Sachen, in denen mehrere Ebenen miteinander vermischt werden. erinnert mich an einen Mix aus Jack Vance und ZDF-Info, ähnlich wie in „Das magische Messer“ (Philip Pullman). Ich bin jedenfalls mal gespannt auf die Fortsetzung. Scheint ja nur der Auftakt zu sein, um Protagonisten und Setting vorgestellt zu bekommen.

    Der erste Absatz ist ja gut geschrieben (bis auf die Zahlen, Ziffern in diesem Rahmen sind ätzend).

    „(…)Bereits zur Blütezeit des Khorassan durchstreife ich dieses Land, immer auf der Suche nach Vollwaisen des weiblichen Geschlechts und zwar noch vor Beginn der Menarche. (…)“

    Der Satz ist genau richtig für den Einstieg, denn es sind alle Basiselemente enthalten. Zeitangaben, Personenangabe, Erzählhaken und Reizwörter. Handwerklich also beinahe auf hohem Niveau.

    Das fällt in der Prosa allerdings ab, sobald die wörtliche Rede beginnt.

    (…)
    “Du kannst also meine Gedanken lesen?”, fragte es laut zurück.

    “Ja das kann ich”, sprach die Stimme in ihrem Kopf, “ich bin ein Grogrond und lebe normalerweise in Symbiose mit einem anderen Wesen, das über Augen, Ohren und Mund verfügt”.

    “Und was ist passiert, wo ist dein Partner?”, fragte das Mädchen.
    (…)

    Das Fragezeichen braucht keine entsprechende Aussage mehr. Die Frage ist durch das Satzzeichen erkennbar. Hier ist es besser die Figur zu skizzieren. Entweder durch eine direkte Information oder eine Beschreibung.

    Ich empfehle bei der ersten Frage eine Szenenbeschreibung und bei der zweiten Frage eine emotionale Bindung an den Leser, eventuell in Verknüpfung mit dem Kindschenschema, um den Beschützerinstinkt anzusprechen.

    Das der Grogond spricht ist für sich alleine gestellt ebenfalls ersichtlich. Hier wäre eine Skizzierung des Wesens in Verbindung mit „sprach“ sehr passend, um zu einer entsprechenden Imagination der Kreatur zu führen; im Rahmen des Vorstellungsgewinns.

    Soweit mal meine 50 Cent zum Thema, damit el Cheffe was zum Grübeln hat. 😉

  27. Ok, das mit den bunten Farben habe ich ja irgendwie verpasst, sodass ich dazu nichts weiter sagen kann.

    Ich will es mal so ausdrücken:
    Bei dem Text habe ich nach kurzer Zeit das Gefühl, als wäre alles irgendwie miteinander verwurschtelt (mir fällt da kein passenderer Ausdruck ein). So, als ob meine Katze eine meiner Wollkisten ausgeräumt und mit ca. 100 Knäueln der Wolle die ganze Nacht gespielt hätte. Finden würde ich dann ein wildes, buntes Knäuel unentwirrbarer Wollfäden. garniert mit abgerissenen Fädchen. Wie um Himmels Willen soll ich das den Anfang finden und das Ganze entwirren?

    Zum sprachlichen Inhalt:
    Es gibt zu viele Wiederholungen des gleichen Wortes im gleichen oder nächstfolgenden Satz!
    Z. B.: damit es wenigstens im Innern ihrer Behausung mollig warm wurde, auch wenn das nichts an der Kälte in ihrem Innern änderte –> da ist ein Innern zuviel.
    oder: geeignete Probandinnen zu finden, von denen nach eingehenden Untersuchungen immer weniger geeignet scheinen,

    In einem Absatz mit vier Sätzen kommt gleich viermal das Wort Bildung, alleine oder als Zusammensetzung, vor!

    Für den Anfang. 😉

    Lieben Gruß

    Ariana

    Doppelte Erwähnung des Durchschnittalters von 15 Jahren kurz hintereinander.

  28. Die ganzen Rechtschreibfehler darfst Du heute ausnahmsweise behalten! 😉

  29. Danke für die Tipps, ich bin ja noch mit meiner Lektorin am Bearbeiten. Aber jeder Hinweis hilft. Und was die Rechtschreibung angeht, dass ist ja nur ein Problem das man beseitigen kann, in meinen Augen daher erstmal nur nebensächlich. Das kann man alles später noch nach den DUDEN-Vorgaben verändern. Erstmal soll der Inhalt funktionieren.

  30. Diesmal meinte ich meine eigene Rechtschreibung. Da ich müde war, hatten sich einige Fehler in den Kommentar geschlichen. 😉

  31. Das ist doch in den Komentaren föllig egal, wir wissen doch was gemeint ist. Bei den Komentaren finde ich das kindisch auf Rechtschreibfehler aufmerksam zu machen, das finde ich wirklich zu kleinlich. Also mach dir keine Gedanken darüber.

  32. Meine Lektorin und ich haben den Text jetzt dreimal in Arbeit gehabt, sind ihn durchgegangen und haben viel verändert, wer schaut mal, ob sich diese Arbeit, dieser Zeitaufwand, von fünf bis sechs Stunden zusätzlicher Überarbeitung gelohnt hat?

  33. Erst 15 h und dann noch mal 5-6 h Lektorat? Für das bisschen Text? Ohne, dass ich es in dieser Fassung gelesen haben, würde mir dieser zeitliche Aufwand zu denken geben. Diskutiert ihr für jeden Satz eine halbe Stunde?

    Jetzt bin ich noch mehr gespannt (auf diese Version) und die Folgebeiträge.

    mgg
    galaxykarl 😉

  34. Na klar, ich mußte jeden Satz verteidigen, ausserdem sagte sie bei jedem dritten Satz: „verstehe den Zusammenhang nicht“, also mußte ich es ihr erklären. Danach sagte sie mir, dass eine große diskrepanz zwischen dem was ich sagen wollte und dem was man liest sei, also mußte viel umgeschrieben werden. Vielleicht sollte ich wieder auf Kurzgeschichten wechseln da mir die Romanform offenbar nicht liegt. Sie sagte, dass meine Storys mit witzigem Ende viel besser sein, da sie ein vernünftige Struktur hätten und den Leser nicht überfordern würden.

    Bin ja selbst schuld, warum hole ich mir auch eine fachliche Hilfe ins Haus? 😉

  35. Ob ich wirklich Folgebeiträge fertigstellen werde, entscheide ich, wenn ich weiß, ob diese Leseprobe überhaupt jemand gefällt. Der beste Test wird sein, sie in den Wettbewerb zu stellen. Bekomme ich zu wenig Punkte, ist dieser Roman gestorben. Habe ja noch jede andere Sache in der Röhre!

  36. Hi!

    Sorry, wenn du jeden Satz erklären musst, dann prüfe ob das nur bei deiner Lektorin so ist. Falls deine Leser dich nicht verstehen, mach was anderes. Du kannst nicht bei jedem Leser dabei sein, der dein Buch liest. Wenn die meisten Leute deinen Text allerdings verstehen, dann such dir eine andere Lektorin.

  37. Vielleicht in 48-seitiges Nachwort? Sorry, Detlef, Spaß beiseite, ich weiß wieviel Arbeit ein Roman kostet.

    Und jetzt scheint sich hier anzudeuten, dass man eben bei vielen Arbeiten halt doch eine Korinthe arbeiten muss. Ich habe mir dieses Etikett ja nicht selbst angehängt, sondern meine gesamte Umwelt, wobei ich noch froh bin, dass mich niemand als Pedant tituliert (der ich wirklich nicht bin). Aber eine gewisse Hartnäckigkeit, so (in Bayern) bezeichnete Wadelbeißerqualität musst du schon haben, wenn du 400, 500 und mehr Seiten logisch, chronologisch, spannend und für den Leser nicht ermüdend, sondern anregend schreiben willst. Das ist schlichtweg harte Arbeit und die fängt nach dem kreativen Teil erst so richtig an (OK; vorher mit Plot, Handlungsrebenen, -verlauf, Charakterdesign usw. auch schon).

    So, und jetzt lese ich endlich diese aktualisierte Fassung.
    Trotz deiner Ankündigung diese Story im nächsten Wettbewerb verwenden zu wollen und meiner grundsätzlichen eigenen Regel, solche Beiträge nicht vorher zu kommentieren, werde ich dies für dich tun.

    Sonst zerreißt es dich noch vor Neugierde, hihi.

    Aber bitte: schreib weiter!

    mgg
    galaxykarl 😉

  38. @Detlef

    Das hört sich so an, als ob du wirklich an jedem Satz hängst, wenn du jeden einzelnen verteidigen musstest. Warum nicht die Passagen, die unklar sind, wegwerfen und neu schreiben? Das ist zwar am schmerzlichsten, aber manchmal die einzige Möglichkeit aus einer festgefahrenen Denke, so genannter „Betriebsblindheit“ herauszufinden.

    Ich tue mir, ehrlich gesagt, auch ein bisschen schwer mit diesem Text. Selbst wenn ich davon ausgehen, dass offene Fäden irgendwann im Laufe des Romans zu einem großen Ganzen verknüpft werden, wird meine Geduld hier auf eine harte Probe gestellt ;-).

    Ich habe es immer ganz gern, wenn möglichst wenig erklärt werden muss, damit die Geschichte Fahrt aufnimmt. Zumindest nicht so viel am Stück. Oder wenn die Erklärungen im Laufe des Romans durchsickern, dann bleibt Zeit, dass sich diese Infos setzen können.

    Trotzdem: weitermachen oder neu machen und zur Entspannung ein paar Kurzgeschichten 🙂

  39. Leider sind nur die weiblichen Exemplare dieser Art …
    dieser Art? Entweder du nennst sie oder läßt „dieser Art“ weg. Es dürfte für jeden Leser klar sein, dass du dich nicht universell auf alle weiblichen Wesen beziehst, sondern eben nur auf die dieser Gattung.

    … am Synaptischen Spalt …
    Das ist kein eigener Begriff, daher: synaptischer Spalt. Auch andere Gehirne haben solche Spalte, egal ob rein biologisch oder in deiner Variante von Bio zu Tech.

    Auch diejenigen Exemplare …
    Meinst du damit die vorgenannten Probanden? Wenn ja, benutze hier das Wort noch einmal, damit man versteht, dass es sich um Probanden handelt. Das ist eine zulässige Wortwiederholung und vermeidet Verwirrung. Generell schafft dieser Absatz Verwirrung: Ein Proband ist ein Anwärter und wird durch irgendeine Prüfung auf seinen späteren Status getestet und/oder geschult, im Zweifel abgelehnt oder zurückgestellt. Warum dann also: „… VOR

    Beginn dieser Phase ins neuronale Netz …“ integrieren? Das ist unlogisch. Und sofort danach sprichst du davon, dass diese Individuen zu unbrauchbarer Biomasse werden. Also haben sie dort nichts verloren.

    Im gesamten Absatz: „So bilden …“ führst du – zum wiederholtem Male – aus, dass nur die weiblichen Wesen
    geeignet sind. Meiner Meinung nach ist dieser gesamte Absatz unnötig und sollte wegfallen.

    Im Absatz „Der Umstand …“ erweiterst du die mühsam aufgebaute gentische Disposition o.g. Weibchen auf alle ethnischen Gruppen und Stämme. Das hätte bereits weiter oben – und damit nur einmal – erwähnt werden können. Hier wirkt es, fast wie eine plötzliche Ausweitung der vorher erarbeiteten Exklusivität. Spannender wäre gewesen, wenn nur aus einer ethnischen Gruppe oder von einem bestimmten Stamm die Weibchen eine Besonderheit darstellten. Das hätte z.B. Neugier beim Leser aufgebaut und hätte einen interessanten Handlungsfaden ergeben können. Wenn generell alle Weibchen dieser Gatung diese Besonderheit haben, dann ist es im Grunde keine Besonderheit mehr, sondern eine typische Eigenschaft dieser Spezies. SF-Leser sind so etwas gewohnt.

    Der Absatz „Die religiöse …“ ist doch bei jedem Lebewesen oder intelligentem Lebewesen so. Also ist die
    Erwähnung des Einflusses von Religion, Landschaft und Ernährung als Entwicklungsfaktor banal. Ergo kann auch dieser Absatz völlig entfallen. Hier wird ein Profi-Lektor gnadenlos streichen, glaub es mir.

    Vor einiger Zeit noch hüpften die Gurtiesen über das Land als jetzt etwas Graues, Scheues unmerklich zwischen den Bäumen hin und her schlich. Die beiden Satzteile haben an sich nichts miteinander zu tun. Besser: „Vor einiger Zeit hüpften hier noch die Gurtiesen über das Land. Jetzt aber schlich unmerklich etwas Graues, Scheues zwischen den Bäumen hin und her.“ Das ist viel spannender und beide Informationen sind „untergebracht“.

    … der Einsamkeit sein er Existenz …
    Soll wahrscheinnlich „… der Einsamkeit seiner Existenz …“ heißen.

    “ … schürte daher das Feuer im Kamin und legte noch einige Scheite hinzu …“
    Doppelt geschürt; entweder schüren oder Scheite in den Kamin legen. Außerdem ist es logisch, dass sich danach der Raum erwärmt. Der Satz mit ihrer inneren Kälte sollte allein stehen. Gleich doppel gemoppelt: Sie entzündet eine Kerze an einem der brennenden Scheite. Dazu brauchte es nicht die separate Entzündung eines Scheites, denn die brennen ja schon.

    „Als die Wärme des Feuers es dazu brachte, seinen Mantel aus Solminerwolle an den Haken zu hängen, spürte es, wie eine absolute Stille in seine Behausung schlich …“
    Logikfehler. Was hat das Entkleiden mit einer einschleichenden Stille zu tun? Getrennte Sätze!

    „… eine Entwicklung, zumindest ein Veränderung, stattfinden wird …“ Eine Veränderung.

    „… der letzten Jahrhunderte bzw. Jahrzehnte …“ Reihenfolge aufsteigend, nicht absteigend. Auch solche
    Kleinigkeiten verwirren. Der Zeitfluss ist – nach unserem menschlichen Empfinden – chronologisch und steigert sich: Jahr, Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende …

    „Doch ist dieser Umstand auch wieder von Vorteil, da sehr viele weibliche Individuen im entsprechen Alter dabei sind, die als Probandinnen – von denen dann ungefähr ein Drittel die gewünschte genetische Proposition besitzen – sich nach den eingehenden Tests als Elevinnen herauskristallisieren.“
    Das ist Detlef pur: zu kompliziert, zu verschraubt. Alleine der erste Halbsatz wirkt antiquiert. In Einzelsätze aufteilen. Alte Regel (die man natürlich wie jede Regel brechen kann): Kein Satz länger als 13 Worte. Proposition? Präposition!

    Im Absatz „Natürlich sind Kriege …“ schon wieder eine Banalität, also nicht besonders erwähnenswert.
    Zivilpersonen – ganz besonders Frauen (und Kinder) – leiden immer am meisten unter Kriegen. Tut mir leid: Absatz komplett streichen.

    Absatz „Einmal befruchtet …“
    Jetzt wird´s kompliziert: Aus einem Dreiköpfler wird ein Baum der Leidenschaft, in dem nach wenigen Tagen die anderen beiden ehemaligen Dreiköpfler wohnen? Und die „Jungen“ fressen sich aus einem Elterntier? Wenn das so sein soll, dann nicht gefühllos darüber hinweggehen, sondern die Dauer, die Qual, die Fremdheit für den Betrachter (Leser) beschreiben. Wieder eine Chance, Stimmung zu schaffen, den Leser mitfühlen zu lassen. Nicht kalt berichten. Wieder höre ich Bruce Darnell rufen: „Ich will Gefuhle, Gefuhle!“.

    Absatz „Ihre Nahrung …“
    Oh je, Eines der Elternteile wird zu einem Ring und vorher sagst du einer der (getrennten) Dreiköpfler wird zum Ring. Ja, was denn nun?

    Die Jungen ziehen nach Erlangung eine Mindesstufe Intellekt in das Baumhaus ein und nur zwei Zeilen später ist das Baumhaus leer?

    „… zwischen dem Geäst des Baumes …“ Zusatz des Baumes unnötig.

    Absatz „Unter den rabiatesten …“
    Erst Schulverbot, dann Berufsverbot, nicht umgekehrt. Saublöde Gesellschaftsform, nix lernen, nix arbeiten, nix betteln. Also nur Prostitution? Unglaubwürdig, so funktioniert nicht einmal die exotischte Gesellschaft.

    Absatz „Der Bildungshunger …“
    Lebenserwartung entweder 44 oder 15 Jahre? Was denn jetzt. Oder sollten sich das auf die getrennten
    Geschlechter beziehen? Wenn die Männer 44 Jahre alt werden und die Frauen 15 Jahre (nix lernen, nix arbeiten, nix betteln. Also nur Prostitution?), dann werden die als Kinder schwanger und sterben dann jung? Verhungern? Mord? Durch was?

    „… dieses merkwürdige kleine Wesen, das von zwergenwüchsiger Natur war …“ Besser: “ … dieses merkwürdige Wesen, das allem Anschein nach von zwergenwüchsiger Natur war.“

    zwergenwüchsig und sofort danach 2x Zwergenwesen. Zuviel Zwerg, andere Bezeichnungen oder umschreiben; z.B:

    „… die kleine Gestalt hoppelte zu ihr …“ oder: „Das Wesen reichte ihr kaum bis zu den Knien.“

    Absatz „Das Mädchen …“
    Wen schon der ganze Absatz kursiv gesetzt ist, dann musst du ihre Gedanken entweder wieder normal setzen oder mit Absatz separat hervorheben, damit der Leser erkennt, dies ist Text, dies sind Gedanken.

    „… und mich durch deine Augen sehe und deine Ohren höre”. Besser: „… und mich selbst durch deine Augen und Ohren sehen und hören kann.“ Danach nochmal nachfragen und Telepathie bestätigen ist wieder doppelt gemoppelt.

    Logikfehler: Der/das/die Grogrond ist also Teil einer Symbiose, OK. Wozu also dann noch ein
    Stöckchen/Glöckchen? Jetzt schweifst du in eine mehr als deutliche Märchenform ab. Lucy hilft dem armen
    Kaninchen, wie niedlich. Sorry, aber das ist äh … Quatsch.

    „Diesem Umstand ist es auch zu schulden …“ Wieder antiquierte Ausdrucksweise, nicht etwa von einem
    Protagonisten und evtl. Sprachgebrauch dieser Gesellschaft, sondern vom Autor. Und wieder eine Banalität: Schule ist besser usw.; Absatz löschen, weil überflüssig.

    Es gäbe noch viel mehr zu bemerken, und ich habe auch sicher Dinge übersehen und den Rest der Textes lasse ich mal so stehen. Aber du siehst, woran der ganze Text krankt:

    – zu kompliziert
    – verschraubter Satzbau
    – antiquierte Floskeln
    – permanente Wiederholungen
    – unnötige, weil banale, Sätze
    – kein Handlungsverlauf zu erkennen, auch wenn man die einzelnen Handlungsteile eines Stranges für sich sieht

    Wenn ich schon als dein Freund nach diesen wenigen Seiten das Handtuch werfe (und andere vor mir haben sich ähnlich ausgedrückt, weiß ich nicht, ob ein Roman – wie lang oder kurz auch immer – deine Stärke ist. Deine Stories sind hier wesentlich besser. Vielleicht verlierst du bei längeren Texten rasch den Überblick. Und du hast ja selbst schon oft genug verraten, dass akribische Textarbeit nicht dein Ding ist.

    mgg
    galaxykarl 😉

  40. Herrgott, man verzeihe mir Schnelltipper obige Tippfehler …

    mgg
    galaxykarl

  41. Habt Ihr aber eine Geduld! :O

  42. Vielen Dank für deine Mühen, Werner, ich werde meine Lektorin darauf ansetzen. Mal sehen was sie davon verwendet.

  43. Der Beitrag wurde jetzt nochmal grundlegend überarbeitet. Ich glaube, die vielen Ideen überfordert den Leser, oder vielleicht doch nicht? Hmm.

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