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DIE SPEERE GOTTES – Leseprobe (Teil 1) aus dem gleichnamigen Roman von Daniel Loy

DIE SPEERE GOTTES

Leseprobe (Teil 1) aus dem gleichnamigen Roman

von Daniel Loy

1. Kapitel

Am Tag vor dem Fest des Lebens,
im 21. Jahr nach der Krönung von Agos I.
(29. März 963 nach Horomischer Zeitrechnung)

Talheim

Talheim war der Sitz eines Grafen im Osten des Amradim, der westlichsten Provinz von Barrat. Zugleich war die Kleinstadt eine geschäftige Wegstation an der alten Reichsstraße. Sie lag direkt am großen Strom, und manch ein Kartenzeichner war zu dem Schluss gekommen, dass sie den geografischen Mittelpunkt der östlichen Reichshälfte überhaupt darstellte. Im städtisch geprägten Westen des Reiches hätten alle diese Eigenschaften ausgereicht, um eine Metropole zu prägen. Im Osten war gerade einmal eine Residenzstadt mit mehreren Hundert Einwohnern daraus geworden.

Heute jedoch, am Vorabend der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-­­Gleiche, brodelte der Ort vor Leben, und das lag nicht nur an den bevorstehenden Festlichkeiten. Auf den Feldern vor der Stadt erstreckte sich ein Meer von Zelten. Bunte Flaggen und Wimpel knatterten darüber in der feuchten Frühlingsluft. Knechte und Mägde eilten geschäftig umher, auf den freien Flächen maßen Ritter ihre Kräfte in allen möglichen Kampfspielen, auch wenn das Turnier zu Ehren der Gottheit erst in zwei Tagen anstand. Marketender und fahrende Händler hatten zwischen dem Lager und dem Ort endlose Reihen von Tischen aufgestellt, mit Verkaufszelten und mit Ständen in festen Pferdewagen dazwischen. Laute Stimmen hallten über den Platz, Gelächter und Rufe und Flüche, das Wiehern der Pferde und das Hämmern der Schmiede, die Waffen und Rüstungen ausbesserten.

Hragaud an Dantuir, der Marschall vom Orden der Flamme Bponurs, ein stämmiger Ritter mit bereits ergrauendem Haar und Vollbart, stand vor seinem blau und weiß gestreiften Zelt und ließ den Blick über das Werk schweifen, das er geschaffen hatte. Über ihm, zu beiden Seiten des Eingangs, wehten die Flaggen mit dem Wappen seiner Familie und dem seines Ordens: ein aufgespießter Eber auf grünem Grund und die rote Flamme vor dem goldenen Sonnenkreis am lichtblauen Firmament. Ein Knappe und ein Diener warteten neben ihm. Hinter ihm waren ein Tisch aufgestellt und einige Stühle, aber Hragaud wollte sich nicht niederlassen. Er wollte so viel sehen, wie er nur konnte – hier, wo der gewaltige Heerzug sich sammelte –, ein Heer, das er in Bewegung gesetzt hatte.

Das Fest der Freude hatte er noch in Horome verbracht, als Adjutant des Eutychus vom Eiselstein, der die geistlichen Ritterorden des Reiches am Hofe des Kaisers vertrat. Eine langweilige Stelle, die weder Ruhm noch Aufstieg verhieß. Die einen verachteten die »Sesselreiter«, die wie Schreiber oder Fürsten ihre Tage im höfischen Leben zubrachten, die anderen blickten mit Misstrauen auf die Ritter, die ihren Dienst in der angeblich gottlosen Hauptstadt des Westens leisteten.

Es war ein notwendiges Übel, so hatte Hragaud es von allen Seiten gehört, als er die Stelle angetreten hatte. Die Orden brauchten eine Stimme im Umfeld des sittlich verderbten Kaiserhofs. Zugleich jedoch war jeder überzeugt, dass jeder, den man dorthin schickte, auf verlorenem Posten stand. Niemand konnte dort etwas erreichen, nicht einmal einen ehrenvollen Tod.

Hragaud hatte das Gegenteil bewiesen.

Er hatte seine Zeit in Horome genutzt und unter den Rittern des Westens für seinen Feldzug geworben. Er hatte auch die Unterstützung vieler Priester gewonnen – von Grafen und Metropoliten und Prälaten –, und endlich, nach Jahren der Planung, sammelten sie sich hier, all die frommen Streiter von edler und unedler Abkunft, die seinem Ruf gefolgt waren.

Es war der größte Heilige Krieg, seit das Reich die Ronurer und deren Hexenmeister niedergeworfen hatte. Damals, vor achthundert Jahren, waren die Ritter des Omukchar in den Westen gezogen und hatten im Schwarzen Gebirge alle erschlagen, die zweihundert Jahre davor die Heiligen Lande überfallen hatten. Heute gingen sie in die andere Richtung, über die Berge und die Grenzen des Reiches hinaus, um auch im Osten jedes gottlose Ungeheuer auszumerzen, das die Länder der Menschen bedrohte.

Nur zwei solche Feldzüge in achthundert Jahren, und er, Hragaud an Dantuir, ein einfacher Ritter aus altem Geschlecht, führte einen davon! Natürlich empfand er Stolz bei diesem Gedanken, obwohl noch viel zu tun blieb, bevor er diesen Dienst an der göttlichen Ordnung erfüllt hatte.

»Es müssen Tausende sein, Herr«, sagte Madivan, sein Knappe.

»Ein paar Hundert Ritter vielleicht.« Hragaud kniff die Augen zusammen und versuchte, die Wappen im Lager auszumachen. »Und allerhand Volk. Aber es werden mehr kommen, bevor die Festtage vorüber sind. Und weitere werden sich uns anschließen, wenn wir durch Barrat in den Osten ziehen.«

Tatsächlich waren weniger Ritter hier, als er gehofft hatte. Es waren hauptsächlich die Truppen, die er aus dem Westen mitgebracht hatte, und viele darunter waren einfache Krieger. Söldner, die einmal im Leben etwas Heiliges tun wollten; Bauern, die sich zu diesem Zweck dem Gefolge eines Herrn angeschlossen hatten. Vermutlich kamen eine Menge Kämpfer von ritterlicher Abkunft hinzu, die man kaum als solche erkennen konnte – die Traditionen im Westen hatten eine lange Zeit des Niedergangs hinter sich. Hragaud hätte sich etwas Besseres gewünscht für seinen Feldzug.

Aber er hatte auch gehört, dass alle großen Ritterorden des Ostens beachtliche Abordnungen geschickt hatten; dass viele Lehnsritter aus Barrat sich sammelten. Noch wollten sie sich nicht mit dem Heer vereinigen, das Hragaud von Horome aus herangeführt hatte, und lagerten in Alzerat – einen knappen Tagesmarsch entfernt. Doch sie würden kommen. Wie hätten die großen Ritterorden einem Heiligen Krieg fernbleiben können?

Und wenn der Westen und der Osten sich erst einmal unter einem Banner vereint hatten und gemeinsam für das Reich und für die Menschen kämpften, hatte er, Hragaud, dann nicht mehr für die Einheit des Reiches getan als all die Fürsten mit ihren zahllosen Kriegen in den letzten Jahrhunderten?

»Da kommt jemand«, meldete Madivan.

Hragaud schaute in die Richtung, die sein Knappe ihm wies. Eine größere Gruppe bahnte sich dort den Weg durch das Gewimmel des bunten Feldlagers. Sie hielten auf sein Zelt zu, das auf einem kleinen Hügel genau in der Mitte stand. Ein hochgewachsener Mann mit blondem Haar ging an der Spitze. Hragaud sah Stahl unter einem roten Überwurf glänzen. Er erkannte das Wappen, noch bevor er das Gesicht erkannte.

Drei gekreuzte Speere in dem goldenen, dreigezackten Bponurskreis.

Bregar!

Widerstreitende Gefühle regten sich in Hragauds Brust. Freude und ein wenig Bitterkeit. Doch gab es einen besseren Zeitpunkt, um an die Tage der Freundschaft anzuknüpfen? Jetzt, wo alle Ritter ihre Kräfte zu einem gemeinsamen Unternehmen bündelten?

»Hol die anderen«, befahl er dem Diener. »Wo treiben sie sich herum? Wir haben Gäste. Besorgt Wein, und zwar den besten.«

Dann streckte er die Arme aus und ging den Besuchern entgegen.

»Bregar!«, rief er aus. »Willkommen bei unserem Krieg. Du führst die Abordnung der großen Orden?«

Hragaud erkannte die Meister und die Komture unter Bregars Begleitern. Die Ritter des Ostens waren erschienen, wie er es erwartet hatte. Bregar legte Hragaud die Hände auf die Schultern und begrüßte ihn. Er hatte ein schiefes Lächeln auf den Lippen. Hragaud nahm an, dass in Bregar dieselben Gefühle miteinander rangen wie in ihm selbst.

»Hragaud an Dantuir«, sagte Bregar förmlich. »Es ist lange her.«

»Aber jetzt seid ihr gekommen«, erwiderte Hragaud. »Wir werden Großes erreichen.« Einladend wies er auf sein Zelt.

Ein paar Knechte waren herangekommen und schafften den Tisch nach drinnen. Hragaud sah Qualm aus dem Rohr in der Dachklappe steigen, als die Bediensteten den Ofen im Inneren des Zeltes weiter anheizten.

Bregar warf einen knappen Blick in die Richtung und schüttelte den Kopf.

»Ich würde einen Spaziergang über die Felder vorziehen. Abseits des Lagers.«

»Warum?«, fragte Hragaud überrascht. Der Wind blies frisch, wenn man aus dem Schutz der Zeltwand trat. Die Wolken kündigten Regen an. Er sah keinen Grund, wieso die künftigen Führer des Heiligen Krieges ihr erstes Treffen auf so unbequeme Weise halten sollten.

»Unter Bponurs freiem Himmel sind wir vor ungebetenen Lauschern besser geschützt als hinter den dünnen Planen ­eines Zeltes.«

Hragaud lachte. »Ich habe alle Berichte studiert, die wir über unsere Feinde bekommen konnten. Es sind primitive Ungeheuer ohne Kultur. Sie haben gewiss keine Spione in unser Lager eingeschleust. Wir sind einen vollen Monat von ihrer Grenze entfernt. Sie ahnen nicht einmal, dass wir kommen!«

»Du hast viele Männer aus dem Westen hergeführt. Selbst deine Diener hast du in Horome angeworben!«

Hragaud bezweifelte, dass Bregar jedem Diener aus zehn Schritt Entfernung dessen Herkunft ansehen konnte. Aber er wollte nicht darüber streiten.

»Du hast recht«, sagte er nur. »Und wir werden die nächsten Monate zusammen marschieren und zusammen kämpfen. Wir gehören alle zum selben Reich, vereint gegen einen gemeinsamen Feind.«

Bregar zuckte die Achseln und ging weiter, rechts an seinem Zelt vorbei. Hragaud folgte ihm, und die anderen Ordensherren schlossen sich in ein paar Schritt Abstand an. Hragaud wunderte sich, wie schweigsam sie waren.

Bregar warf einen Blick über die Schulter zurück und wies auf Hragauds Knappen. »Ohne den«, sagte er.

»Madivan stammt aus dem Amfurther Land. Amradim. Aus dem Osten.«

»Was wir zu besprechen haben, ist nicht für Knappen bestimmt.«

Hragaud spürte, wie Zorn sich in ihm regte. Nicht für Knappen bestimmt, hatte Bregar gesagt. Aber Hragaud spürte, dass mehr dahintersteckte. Madivan hatte die letzten Jahre mit Hragaud in Horome gelebt. Glaubte Bregar, dass man dem Jungen darum nicht mehr trauen konnte? Dass der Westen seine Gedanken vergiftet hatte?

Dachte er womöglich dasselbe über Hragaud?

Er und Bregar hatten ihre Jugend gemeinsam verbracht. Sie waren Freunde gewesen. Ihr Abschied, wie auch die letzten gemeinsamen Monate, war nicht ungetrübt gewesen, aber der Gedanke, dass Bregar vielleicht auch ihm misstraute, dass er nur darum mit Hragaud sprach, weil er den Feldherrn des Kriegszuges nicht einfach fortschicken konnte, der Gedanke kränkte ihn.

Hragaud ballte die Hände zu Fäusten.

»Madivan«, stieß er hervor. »Warte beim Zelt.«

Geduld, ermahnte er sich. Geduld war eine Tugend. Wenn Bregar das Vertrauen in ihn verloren und ihre Freundschaft vergessen hatte, dann bot der Feldzug genug Gelegenheiten, beides wiederzugewinnen.

Hragaud wollte das große Ereignis nicht mit einem Streit beginnen.

Schweigend gingen sie nebeneinander her, bis sie das Treiben im Lager hinter sich gelassen hatten. Die Ordensmeister in ihren bunten Wappenröcken folgten ihnen wie eine Leibwache.

Hragaud wurde sich bewusst, dass er in der Schar wohl der einzige gebürtige Ritter war. In den geistlichen Ritter­orden waren sie alle Brüder. Sie waren alle Ritter, und wer von fürstlichem Geblüt war und in einen Orden eintrat, der legte die Vorrechte seines Standes ab. Dennoch waren es meist die Ritter aus gräflicher Familie, die es bis in die höheren Ämter schafften.

Hragaud fragte sich, ob es wohl darum ging. Wollten sie daran zweifeln, dass er sie führen durfte? Er spannte sich an.

Als sie auf freiem Feld waren und allein, ergriff Bregar das Wort.

»Der Kaiser in Horome ist gestorben.«

Hragaud wandte überrascht den Blick zu ihm. Das hatte nichts mit seinem Feldzug zu tun, auch wenn es ihm auf andere Weise genug Probleme bereitet hatte.

»Dort regiert jetzt eine Kaiserin«, antwortete er so nüchtern wie möglich.

»Nicht unumstritten, wie man hört«, stellte Bregar fest.

»Es gibt wohl eine Art Auseinandersetzung«, räumte Hragaud widerstrebend ein. »Womöglich sogar einen richtigen Krieg. Der Kanzler der neuen Kaiserin jedenfalls hat mir in den letzten Wochen vor dem Aufbruch allerhand Steine in den Weg gelegt, damit ich ihm nicht die Krieger abwerbe. Ich nehme an, er hätte alle waffenfähigen Männer am Ragnat gern für sein eigenes Heer behalten.«

Bregar blickte sich zum Feldlager um. »Dennoch hat Bponur es gefügt, dass eine Menge Männer dir gefolgt sind.«

Hragaud verstand nicht, worauf Bregar hinauswollte. »Viele aufrechte Gläubige haben es vorgezogen, den Feinden des Reiches entgegenzutreten, anstatt sich am Hauen und Stechen der Fürsten des Westens untereinander zu beteiligen, das ist wahr«, sagte er. »Aber ich nehme an, es sind genug Leute geblieben, die lieber das Gold der Fürsten einstecken und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, als für Gottes Lohn in die Fremde zu ziehen.«

Bregar wischte den Einwand zur Seite. »Mit Bponurs Hilfe hast du die Krieger des Westens fortgeführt«, wiederholte er. »Und deinen Plänen haben wir es zu verdanken, dass hier an diesem Ort viele Ritter zusammenkommen. Man könnte geneigt sein, darin ein göttliches Zeichen zu sehen.«

»Das hoffe ich doch«, erwiderte Hragaud.

»Der Kaiser ist tot«, sagte Bregar. »Das Heer steht hier bereit. Du willst es in die Wüste führen. Aber ich sage dir, wir führen es in den Westen. Wir treffen die Gefolgsleute des gottlosen Kaisers, während sie sich noch um den Ketzerthron streiten. Wir einen das Reich im Namen Bponurs und des Königs.«

Hragaud blieb stehen. Er schaute sich zu den Vertretern der übrigen Orden um. »Ist es das, was ihr wollt?«, fragte er. »Ihr wollt die Krieger des Glaubens nehmen, die sich zum Kampf gegen die Kreaturen der Höllen gesammelt haben? Und dann wollt ihr sie in einen Bürgerkrieg gegen ihre eigenen Brüder führen?«

»Nicht alle denken so«, knurrte ein Fürstkomtur hinter ­ihnen.

Bregar sah den Mann an und kniff die Augen zusammen. »Nicht alle denken so«, bestätigte er. »Manch einer deutet Bponurs Zeichen auf seine eigene Weise.«

»Ich deute keine Zeichen«, sagte Hragaud. »Ich habe alles gegeben für diesen Zug, für einen gerechten Krieg. Diese Kräfte nun einzusetzen, um das Reich auseinanderzureißen … das wäre ein Frevel!«

»Ich will sie einsetzen, um das Reich zu einen«, sagte Bregar. »Aber wie wir gerade gehört haben: Nicht alle Ritter wollen mir auf diesem Weg folgen. Sie sind deinetwegen hier. Du hast deinen Krieg seit Jahren geplant und diesen Zeitpunkt und diesen Ort festgelegt, und dein Ruf hat sie hergeführt.

In den letzten Monaten habe ich mit vielen Ordensführern gesprochen. Manche stehen auf meiner Seite, manche wollen sich lieber dir anschließen. Und wieder andere sind unentschlossen.«

»Und was erwartest du von mir?«, fragte Hragaud. »Willst du meinen Zug spalten, sodass am Ende keiner genug Truppen hat, um sein Ziel zu erreichen?«

»Ich will, dass du dich meiner Sache anschließt«, sagte Bregar.

»Du bist verrückt.« Hragaud trat einen Schritt von seinem alten Freund weg.

»Dein Plan ist verrückt«, sagte Bregar. »Er war von Anfang an verrückt. Wir wissen nichts über das Land jenseits der Berge im Westen. Du führst das edelste Blut des Reiches in die Ödnis, obwohl es in der Heimat viel mehr bewirken kann.

Besinne dich, Hragaud! Wenn du dich entscheidest, werden auch die Unentschlossenen nicht anders können, als zu tun, was Bponur uns bestimmt hat – genau wie jene, die ohne­hin auf deiner Seite stehen: Wir können die Teilung des Reiches überwinden und den Westen wieder zur Krone führen.«

Hragaud schüttelte den Kopf. »Bponur hat uns verkündet, wer unsere Feinde sind«, sagte er. »Und es sind nicht die Menschen und ihre Fürsten, ob sie nun am Ragnat im Westen oder am Barrat im Osten leben. Ich werde keinen Frevel begehen, indem ich im Namen Gottes ein Heer sammele und es dann in einen Bürgerkrieg schicke anstatt gegen die Feinde des Glaubens.«

»Was glaubst du, warum Bponur es so gefügt hat?«, fragte Bregar. »Dass der Westen schwach ist und die Blüte der Ritterschaft hier zusammenkommt. Bponur spricht jeden Tag aufs Neue zu uns. Wir müssen seinen Zeichen vertrauen, statt irgendwelchen Plänen zu folgen, die wir uns vielleicht vor Jahren zurechtgelegt haben.«

»Und du kannst seine Zeichen deuten?«, entgegnete Hra­gaud spöttisch. »Willst du etwa sein Prophet sein, wie dieser verrückte Prediger in Zomer?«

»Nein.« Bregar zog sein Schwert und richtete die Klinge vor Hragaud zu Boden. »Jeder kann Bponurs Zeichen deuten. Wenn wir unterschiedlicher Meinung sind und du dich meiner Sache nicht anschließen willst, dann soll Gott selbst darüber entscheiden.

Ich fordere dich morgen zum Zweikampf. Wem Bponur auf dem Turnierplatz seine Gunst schenkt, dem sollen auch die Ritter folgen.«

(…)

(Zumnächsten Teil)

Copyright © 2014 by Daniel Loy

Mit freundlicher Genehmigung der Bastei Lübbe AG · Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Sarah Fußhoeller.

Bildrechte: “Waffentod – Im Meer der Zeiten” (Waffentod41.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Wer wissen möchte, wie es weitergeht, klickt auf das Cover oder einen der Bestelllinks:


Die Speere Gottes (Kartoniert)
von Loy, Daniel

Verlag:  Lübbe
Medium:  Buch
Seiten:  525
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  November 2014
Maße:  139 x 216 mm
Gewicht:  641 g
ISBN-10:  3404207769

ISBN-13:  9783404207763

Beschreibung
Der Kaiser ist tot, und der Westen des Landes versinkt im Bürgerkrieg. Die mächtigen Ritterorden des Ostens wittern ihre Chance und wollen das Reich unter einem König im rechten Glauben vereinen. Unerkannt lauert die wahre Gefahr jenseits der Grenzen: die gefürchteten Steppentrolle. Ritter Hragaud an Dantuir ist der einzige, der ihnen entgegentritt. Die Rettung des Reichs hängt von ihm ab. Doch die Trolle sind nicht nur unglaublich stark, sondern auch noch in der Übermacht …

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Interview mit Daniel Loy zu seinem bei Lübbe erschienenen Titel „Die Speere Gottes“

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Updated: 3. März 2015 — 21:41

13 Comments

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  1. Was sagt Ihr zu dieser Leseprobe?

    Ich bin jedenfalls begeisters von den Fertigkeiten des Autors. Was meinst Ihr?

  2. Die Idee finde ich – sorry – ziemlich abgegriffen. Das olle Gut-gegen-Böse-Ding usw. Aber die Leseprobe, da gebe ich dir völlig recht, ist echt klasse zu lesen. Also, es muss ja nichts heißen, wenn die Story, so wie sie in der Beschreibung steht, schon Schimmel ansetzt, wenn nur Schreibe und Spannung stimmen und die Charaktere glaubhaft sind. Mein Fazit: Tolle Leseprobe 🙂

  3. Und was heisst hier gut gegen Böse?

    Wer von den beiden Protagonisten ist denn dann der gute und wer der böse?

    Ich bin immer mehr ein Freund von Literatur, bei der zuerst der eindruck ensteht, man bekommt alles aus der Sicht des Guten erhzählt und später dann aus der Sicht des Bösen, und dabei stellt sich dann heraus, dass der aus seiner Sicht garnicht so böse ist.

    Aber egal – ob das hier jetzt so werden wird, sage ich nicht, nur dass ich allgemeine so eine Erzählweise reizvoll finde und in Zukunft versuchen werde, meine Sachen so von zwei Seiten aus zu erzählen.

    Was meinst du, Michael?

  4. Hast du denn jetzt einen Plan, wer sich hinter dem Pseudonym versteckt? Und hast du das interview gelesen?

  5. Dann lies doch mal oben die Beschreibung durch. Eindeutig: Hragaud gut, Trolle böse, von dem anderen ist nicht die Rede. Wenn das Buch tatsächlich in eine andere Richtung geht, sollte man diese Beschreibung überdenken, um potenzielle Leser anzuheizen.

    Wenn die Personen wirklich tiefgründiger und ihre Beweggründe komplexer sind, als hier angedeutet ist, dann ist das natürlich viel interessanter. Stimmt, das Interview verspricht da mehr.

    Aber wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt? Sollte ich das wissen? Keinen Schimmer.

  6. Ach so, dass. Ich vergass, dass du die beiden nächsten Leseproben ja noch nicht sehen kannst. Dort kommt es auf ein Zusammentreffen in Form eines Kampfes mit einem alten Bekannten, der ganz andere Pläne hat als gegen die Trolle zu kämpfen.

    Das hatte ich jetzt gemeint, dass diese Beiden nicht eindeutig gut und böse sind obwohl sie entgegengesetzte Interessen haben.

    Und ob die Trolle wirklich das sind, für was sie gehalten werden, weiss man ja noch garnicht …

  7. Liebe Leser wenn ihr interessiert seit an diesem Titel dann lest Euch dringend das Interviewe mit dem Autor durch. Dort erfahrt ihr noch mehr interessante Einzelheiten über die Geschichte.

  8. Das erste Kapitel fängt, finde ich, relativ behäbig mit einer reinen geographischen Beschreibung an. Als die beiden Hauptfiguren, Hragaud und Bregar, aufeinandertreffen und sich ihr Dialog entspinnt, wird die Geschichte sofort sehr viel interessanter. Zwei völlig unterschiedliche Motivationen prallen aufeinander, was einen spannenden Konflikt zwischen den beiden Männern verspricht. Inwieweit dieser persönliche Konflikt im Verlauf der Story mit diversen Kämpfen gegen Trolle und anderes primitives Gesocks verwässert wird und schließlich doch wieder in das in der Fantasy-Literatur mittlerweile sattsam bekannte Gut-gegen-Böse bzw. Held-gegen-Monster-Schema mündet, kann man anhand der ersten Leseprobe noch nicht sagen. Im Moment macht der Beginn des Romans auf alle Fälle Lust auf mehr.

  9. Was man dann in den nächsten beiden Leseproben mit bekommt ist die Tatsache, dass die beiden Protagonisten sich erstmal trennen und jeder mit seinem Anteil des Heeres seiner Wege geht. Vielleicht treifft sich das dann ja wieder, aber ich denke, erst wird erstmal auf zwei unabhängige Abenteueranfänge hinauslaufen mit offenem Ende, was ein Wiedersehen der beiden Widersacher angeht …

  10. Ich denke aber, dass sich ein Kauf dieses Buches sich für alle, die solche Art Literatur bevorzugen, ein Kauf lohnen könnte. Ich selbst liebe ja eher die andere Schiene Richtung SF und habe mit meinen beiden Banks-Klötzen jede Menge Lesestoff, da ich zudem ein sehr langsamer Leser bin, da ich ja auch sehr viel Zeit in meine eigene Autorentätigkeit investiere.

  11. Gefällt mir, die Leseprobe. Auch wenn ich Claus recht geben muss: geographische Beschreibungen sind gefährlich nahe am Infodump. Und als „erste Zeilen“ nicht zu raten.

    Was mir aufgefallen ist: „… Residenzstadt mit mehreren Hundert Einwohnern …“
    Unter einer Stadt stelle ich mir schon mehr vor als ein paar Hundert Einwohner, das klingt eher nach Dorf (ich – als alter Großstädter – wohne seit 20 Jahren in einem). Und eine Residenzstadt – egal ob nun im „zivilisierten“ Westen oder in dem angedeutet rückständigen Osten des Romans -, dürfte erst recht mehr Bewohner haben, als mehrere Hundert Hanseln …
    Hätte der Lektor sehen müssen.

    Nichtsdestotrotz bin ich auf die Fortsetzung gespannt … wenn wir hier eine lesen dürfen.

    mgg
    Werner 😉

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