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GEWINNER DES LESEPROBEN-AWARD-WINTER 2015: DIE REISE NACH NAMIBIA (3) – Leseprobe (Teil 3) des gleichnamigen Erotischen Romans von Günter Maria Langhaus – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

DIE REISE NACH NAMIBIA (3)

Leseprobe (Teil 3) des gleichnamigen Erotischen Romans

von

Günter Maria Langhaus

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HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

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Winter 2015

(Zurück zum 2. Teil)

Die Strecke durch Nigeria war über 1000 Kilometer lang. Eine gut ausgebaute Strasse führte uns zuerst nach Lagos, wir fuhren mitten in die Stadt. Das mussten wir uns ja unbedingt antun. Es war ein fürchterliches Verkehrsgewühl, alle nur erdenklichen Fahrzeuge waren da unterwegs und man hatte nicht den Eindruck, dass sich irgendjemand nach irgendwelchen Verkehrsregeln richtete. Der Verkehr staute sich mehr als er sich bewegte, immer wieder sprangen die Menschen auf beliebige Autos um ein Stück auf dem Trittbrett oder ähnlichem mitzufahren. Wir fürchteten um alle Gegenstände, die auf dem Dach festgezurrt waren; die Türen hatten wir verriegelt. Und man musste höllisch aufpassen dass man niemanden anfuhr. Bloß raus hier! Gegen Mittag hatten wir endlich die Autobahn gefunden, die östlich der Stadt über das Wasser der Lagune führte. Nachdem wir nach endlosen Vorstädten mit tausenden von Hütten die Stadt hinter uns gelassen hatten hielten wir an einer Tankstelle um die Sachen auf dem Dach zu überprüfen: Ich mein, was jetzt weg war würden wir auch nicht mehr wiederkriegen. Aber so eine fehlende Gasflasche könnte uns schon in Unannehmlichkeiten bringen und wir gedachten die eventuellen Verluste wieder auszugleichen. Aber es fehlte nichts. Ist ja auch nicht so einfach am fahrenden Auto die Schnallen und Verschlüsse zu lösen. Inzwischen hatten sich einige Händler zu uns gesellt, es waren, wie schon so oft, eigentlich Bettler die uns irgendein wertloses Zeug andrehen wollten. Manchmal sind die ja unterhaltsam, erzählen Geschichten über ihre arme Familie oder ihre tollen Fähigkeiten, meistens was mit Wahrsagen. Aber wenn man das dauern hört wird es auch langweilig. Wir hatten auch ein bisschen Hunger, und ein Kaffe wäre auch nicht schlecht, jedoch wollten wir das Auto natürlich nicht unbeobachtet lassen. Nachdem ich alle diese Typen unbeachtet gelassen hatte, was sie nicht abhielt uns weiter zu belabern, drehte ich mich zu einer kleinen Gruppe von sechs Jungs und fragte nach dem Boss. Boss verstanden sie, und die Hälfte meldete sich, dann stritten sie, wer denn nun der wahre Boss sei und schließlich schickten sie einen vor. Ich gab ihm 1000 Naira, etwa 5 Euro und erklärte ihm, dass wir Kaffee und was zu essen haben wollten, er solle es im Shop oder Bar oder was das sein sollte, kaufen. Sofort vertrieb die Gruppe alle anderen lautstark, sie arbeiteten jetzt für uns und alle anderen hatten hier nichts mehr verloren. Die trollten sich dann auch; das hatten wir ja auch woanders gesehen: Wer ins Geschäft kam hatte dann Alleinrechte. Alle sechs liefen zum Laden; auf halbem Weg blieb der „Boss“ stehen und kam zurück. Er zeigte auf den Schein und hielt zwei Finger hoch, dann drei, dabei redete er ununterbrochen in verschiedenen Sprachfetzen: Das war zuwenig Geld für essen. Ich wusste ja nicht, was er alles kaufen wollte, aber mehr als 2000 Naira benötigte er bestimmt nicht. Aber irgendwie war er nett, schenkte uns beiden kleine Steinchen, die er aus der Hosentasche kramte, lachte und machte ganz vorsichtig den vierten Finger hoch. Nun gut. Ich gab ihm noch 2000 Naira, er lachte und zog ab. Wenn die jetzt mit dem Geld verschwinden, dann ist es eben so. Taten sie aber nicht. Mit vier Plastiktüten voll kamen sie zurück, einer trug zwei Becher Kaffee. Sie stellten alles auf die Kühlerhaube und packten aus: Hühnerbein, Kuchen und Kaffee für uns, Bier, Fladenbrot und alles Mögliche an Mus und anderem mir völlig Unbekanntem für sie selbst. Wir lachten, dass hatten sie clever gemacht, und sie lachten auch und erklärten uns, dass man hier immer zusammen isst.

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Wir sprachen wenig, hingen unseren Gedanken nach. In den letzten Tagen hatte Manuela viel von sich erzählt, so langsam bekam ich ein genaueres Bild von ihrer Persönlichkeit. Aber insbesondere zwei Punkte verstand ich nicht: Sie hatte von ihrem Studium erzählt, gut. Aber das musste doch schon mindestens zehn Jahre her sein, so lange kann man doch gar nicht studieren! Vielleicht ein Zweit- oder Drittstudium? Und, mir ein noch viel größeres Rätsel: Die Rühr-mich-nicht-an Manuela, die ich aus dem Zapfhahn kannte war eine ganz andere Frau als die auf intensiven Sex angewiesene, die da neben mir saß. Beide Ungereimtheiten standen so offensichtlich im Raum, dass bei den vielen Erzählungen entsprechende Erklärungen sich eigentlich von selbst ergeben hätten. Aber dazu hatte sie nichts gesagt, und ich mochte sie auch nicht so direkt danach fragen weil da möglicherweise Persönlichkeitsgeheimnisse hinter standen, die sie mir noch nicht offenbaren wollte. Jedenfalls kam ich zu dem Schluss, dass die Antworten wahrscheinlich einen gemeinsamen Ursprung hatten. Vielleicht war aber auch alles ganz banal, vielleicht wollte sie erst mal von mir mehr hören. Aber da gab es nichts! Mein Leben war doch recht gradlinig verlaufen: Studium der Biologie mit Schwerpunkt Botanik, vier Jahre Entwicklungsdienst in Afrika, wobei ich meine Liebe für diesen Kontinent entdeckt hatte. Die ersten beiden Jahre lebte ich mehr oder weniger in einem Ghetto von Weißen, andere Entwicklungshelfer. Wir hatten Luxus pur, aber ich wollte raus an Land und Leute. Die Verlängerung von zwei weiteren Jahren machte ich davon abhängig, diesem Wunsch folgen zu können. Man riet mir ab davon, zu gefährlich, andere Kulturen, Mentalitäten usw,  aber ich bestand darauf und bekam meinen Willen. So bin ich auch bei dem Projekt in Namibia gelandet, bei dem ich nun schon mehrere Jahre mitarbeitete: Eine definierte Fläche einer Rinderfarm wurde untersucht: Alle Pflanzen, deren Wuchs, deren Inhaltsstoffe, alles wurde genau katalogisiert. Dann kamen Rinder auf diese Fläche, einheimische Rassen wie Baoule, Nguni, Nganda und andere, auch deren Kreuzungen Wir registrierten genau den Verbiss, den Verlust durch Klauentritt und verglichen das Ergebnis mit dem Bewuchs einer nicht beweideten Fläche. Eigentlich handelt es sich dabei um Fleischrinder, trotzdem wurden einige gemolken. Die Fleisch- und Milchleistung der Rinder wurden auch dokumentiert. Ziel des Projektes war es herauszufinden, ob mit einheimischen Rassen auf den natürlichen Weideflächen die Produktivität zu steigen war. Es war ein Gegenmodell zu den staatlichen Initiativen, bei denen europäische Hochleistungsrinder, meisten Schwarzbunte, mit Leistungsfutter ernährt wurden, das zu diesem Zweck extra angebaut wurde. Aber diese Rassen kommen mit den harten afrikanischen Bedingungen nicht so gut zurecht, was Krankheitsanfälligkeit und Leistungsverluste zur Folge hatte. Wir wollten die Leistung der einheimischen Rassen steigern und gleichzeitig keine wertvollen Ackerflächen für den Anbau von Viehfutter benutzen; Mais und Getreide sollte den Menschen als Nahrung dienen. Auch an die bedingte Kultivierung der heimischen Pflanzen haben wir gedacht damit sie mehr Inhaltsstoffe insbesondere für die Milchproduktion bekommen sollten, aber das war noch nicht zuende geplant.

***

Schweigend fuhren wir über die meist nicht asphaltierte aber trotzdem gut ausgebaute Strasse gen Osten. Es hatte angefangen zu regnen, es ging nicht mehr so schnell voran, der Belag war schmierig. Eine endlose Strecke durch afrikanische Wälder, zunehmend weniger Besiedelung, monotones Rattern des Motors und genauso monoton prasselte der Regen gegen die Windschutzscheibe.

„Ich glaub, du kannst dir das nicht vorstellen.,“ fing sie plötzlich erneut an. „Das Studium ist eine Welt. Wenn du dann in einer Firma anfängst ist das eine ganz andere Welt. Da gelten ganz andere Regeln. Die Leistung ist auch wichtig, klar, aber dein Verhalten ist mindestens ebenso wichtig.“

Sie machte eine Pause. Ich konnte mir denken, dass ihr Problem mit dem Sex nicht unbedingt regelkonform war.

„Als Frau wirst du von den männlichen Kollegen immer zuerst als Sexualobjekt gesehen. Das ist eben so, und das wissen wir Frauen auch und können uns drauf einstellen.“

Pause.

„So eine Firma saugt einen auf. Meine erste Stelle war in Nürnberg, ich kannte dort keine Sau. Aber über den Job lernt man ja Leute kennen, geht abends auch mal zusammen weg und so. Dass das im Grunde auch noch Firma ist hab ich viel zu spät gemerkt. Ich dachte, jetzt ist Freizeit, was jetzt passiert hat mit der Firma nichts zu tun. Und schon hatte ich meinen ersten Rüffel weg.“

Ich musste innerlich grinsen. „Was hast du denn gemacht?“

„Na was wohl?!“

Pause.

„Nach der Vögelei konnte der Typ nicht an sich halten, musste vor den anderen angeben, so in der Art ‚ich will ja nichts ausplaudern, aber die Neue hat geile Titten`. Was dann die Frage provozieren sollte und wohl auch hat, woher er das denn wissen, und dann war`s raus. Können diese Möchtegerns denn nicht einfach die Klappe halten? Dann gab´s andere, die die Aussagen des ersten glaubten bestätigen zu müssen, wieder andere wollten auch mal und fingen sich einen Korb ein, was die Häme der ersten provozierte, und schon war das angeblich so gute Betriebsklima im Eimer. Und für mich begann das mir schon hinreichend bekannte Spießrutenlaufen von Neuem, denn ich war Schuld an allem; wie ich auch schon rum lief, Rock zu kurz, Bluse zu weit offen, bla bla bla!“

Ich konnte mir das richtig vorstellen; die Wirklichkeit schlägt manchmal jedes Klischee tot!

„Mein nächster Job war auch in Nürnberg. Ich bin ja lernfähig und nahm mir vor Job und Privates strikt zu trennen. Privat war nur dann, wenn keine Kollegen in Sichtweite waren. Und vor allem: Kein Sex mit denen! Guter Vorsatz, aber halt das mal durch! Ich ging zwar abends oft in Kneipen, konnte dabei diesen oder jenen Stecher aufreißen, aber es waren immer wieder Wochen dazwischen in denen mir das nicht gelang, zumindest nicht ausreichend. Je länger so was dauerte um so mehr nahm die Sucht nach Befriedigung von mir Besitz, oft konnte ich an nichts anderes mehr denken, zog in Gedanken jeden Kerl aus, sah nur noch Schwänze die ich haben wollte. Sowas geht natürlich auch auf die Arbeitsleistung, aber das ist, glaube ich zumindest, nur mir aufgefallen; einen Rüffel hab ich diesbezüglich nie bekommen, im Gegenteil, meine Vorgesetzten schienen ganz zufrieden mit mir. Natürlich hab ich mich oft selbst befriedigt, manchmal hatte ich den Eindruck, dass ich öfter auf dem Klo zum Masturbieren saß als am Schreibtisch oder im Labor. Innerlich inzwischen völlig erledigt hielt ich das nach außen doch einige Monate durch. Dann kam dieses blöde Abendessen. Der Chef einer anderen Abteilung brauchte eine weibliche Begleitung, wollte wohl vor seinen Geschäftspartnern glänzen. Der Typ war zwar verheiratet, seine Alte war ihm wohl nicht repräsentativ genug.“(…)

Copyright (C) 2015 Text by Günter Maria Langhaus

 

Bildrechte: “Eingangsgrafik” (Sexy01.jpg) und: “Erotische Abenteuer – verschiedenster Welten” (Erotik-etwas-heller.jpg) © 2014 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

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Die Reise nach Namibia (Kartoniert)
Erotischer Roman
von Langhaus, Günter Maria

Verlag:  Fouque (Frankfurter) LiteraturverlagWinter 2015
Medium:  Buch
Seiten:  243
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  September 2014
Maße:  146 x 208 mm
Gewicht:  328 g
ISBN-10:  3837214834
ISBN-13:  9783837214833

Kurzbeschreibung
53 lange Tage liegen vor einem Paar, das sich von Deutschland aus mit dem Auto auf den Weg durch Afrika macht. Der Protagonist möchte nach kurzem Aufenthalt in Lübeck zurück nach Namibia. Doch welches Geheimnis hütet seine Begleiterin? Ist sie die Rühr-mich-nicht-an, als die sie sich immer gezeigt hat? Oder eine Nymphomanin, die ihre sexuellen Bedürfnisse nur schwer unter Kontrolle halten kann? Das enge Zelt, die Hitze Afrikas und die Schönheit dieses Kontinents lassen eine intensive Nähe entstehen, in der sich die beiden Stück für Stück offenbaren können. Psychisch wie physisch legen sie Hemmnisse ab, bis sie ihre Seelen und Körper vollkommen nackt voreinander zeigen. Schamlos und frei wird die Kommunikation zur Erotik und der Sex zur Sprache. Zärtlichkeit, Abgründe aus Wut und Gewalt sowie hemmungsloser Sex unterliegen keiner Zensur.

Autor
Günter Maria Langhaus wurde 1950 in der Nähe von Köln geboren, Abitur 1971, anschließendes Studium der Biologie und Landwirtschaft an verschiedenen Universitäten Deutschlands. Seine berufliche Tätigkeit als Berater ließ ihm immer wieder Zeit für längere Reisen, unter anderem in den arabischen Raum sowie in das südliche Afrika. Diese Reiseerlebnisse einerseits und die Erfahrungen der sexuellen Revolution Anfang der Siebziger andererseits waren entscheidende Faktoren, die ihn zu seinem Erstlingswerk „Die Reise nach Namibia“ inspirierten.

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Autorenlesung: Günter Maria Langhaus: „Die Reise nach Namibia“

e.

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