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DIE REISE NACH NAMIBIA (1) – Leseprobe (Teil 1) des gleichnamigen Erotischen Romans von Günter Maria Langhaus

DIE REISE NACH NAMIBIA (1)

Leseprobe (Teil 1) des gleichnamigen Erotischen Romans

von

Günter Maria Langhaus

Es wurde eine ganz andere Reise als ich es mir vorgestellt hatte!

Ein ganzes Jahr lang hatten wir auf der Soontoe-Farm in Namibia gearbeitet, hatten sämtliche Pflanzen bestimmt, deren Nährstoffe, den Wuchs, den Verbiss durch Wild und den durch Nutzvieh, hatten Kot und Urin der Tiere analysiert, Gewichtszunahme und Qualität des Fleisches. Wir hatten Millionen von Daten erfasst mit dem einzigen Ziel, das Potenzial der Fleisch- und Milchviehwirtschaft auf dieser Versuchsfarm zu eruieren.

Aber dann war das Jahr verstrichen und es galt diese Daten auszuwerten, Ist-Zustände zu ermitteln und Visionen zu entwickeln, wie die Produktivität gesteigert werden konnte bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen; wir wollten unter Berücksichtigung der sozialen und politischen Strukturen der Selbstversorgung Namibias mit landwirtschaftlichen Produkten aus der Rinderhaltung ein kleines Stückchen näher kommen und somit die diesbezügliche Abhängigkeit von Südafrika reduzieren.

Die Abschiedsfeier war feucht-fröhlich, sehr feucht-fröhlich, und am nächsten Morgen auf dem Weg zum Flughafen – es war noch dunkel – quälte mich der Kater. Und meine gottverdammte Angst vorm Fliegen. 10 Stunden in der Luft, ein Albtraum.

Das nächste Mal komme ich mit dem Auto, und wenn ich Monate dazu brauche! Pedro, der schwarze Fahrer, lachte mich aus und ich versprach ihm, er werde sich noch wundern.

Handschlag, die Wette galt.

In Deutschland war Hochsommer, monatelang hatte ich die Reise geplant, Strecken ausgesucht, Visa besorgt, und der Tag der Abreise näherte sich. Es entspricht natürlich nicht dem Sicherheitsgedanken, eine Autofahrt quer durch Afrika alleine zu unternehmen, aber ich hatte niemanden gefunden, der das Abenteuer mit mir teilen wollte: Keine Zeit, kein Geld, und immer wieder: Das ist verrückt. Der Landrover stand auf meinem Hof, die Ausrüstung lag noch im Schuppen und wartete darauf verstaut zu werden; in zwei Wochen sollte es losgehen. Ich hatte mich für die westliche Route entschieden, die ist etwas kürzer und nach meinem Empfinden etwas unproblematischer in Bezug auf soziale Spannungen oder kriegerische Auseinandersetzungen, die ja nicht unbedingt zu meinem Abenteuer gehören sollten.

Manuela machte am Wochenende den Tresen in einer meiner Lieblingskneipen, dem Zapfhahn in Lübeck. Sie studierte irgendwas wie Völkerkunde und Soziologie, offensichtlich schon jahrelang, denn die Mitte der Dreißiger hatte sie sicherlich schon erreicht, oder zweiter Bildungsweg, oder was weiß ich, über persönliches dieser Art sprachen wir nicht, auch nicht über Beziehungen, Freunde oder Hobbys,  ihre einzige mir bekannte Freizeitbeschäftigung war irgend ein Kampfsport, gegen ungebetene Begleiter bei ihrem abendlichen Jogging. Sie war schon mal in Angola gewesen, verfolgte meine Reisepläne mit Interesse und konstatierte eines Tages: Ich fahr mit!

Ich kannte sie schon länger, eine hübsche Frau, interessant. Interessant bedeutet bei mir, dass ich einem Flirt nicht abgeneigt wäre, aber bevor ich diesbezüglich Initiativen ergreife muss ich erst mehr über sie wissen, durch Beobachtung, Gespräche, Gesten, Verhalten anderen gegenüber, usw., und Manuela ist dabei leider durchgefallen. So sehr sie ein Kumpeltyp ist, Pferde stehlen, und so, so kühl und spröde ist sie in allen Belangen dessen, was auch nur aussehen könnte wie ein Flirtversuch. Für Männer hatte sie, wenn wir unter uns waren, nur Spott und Hohn übrig. Nettes Flirtverhalten amüsierte sie, plumpes interpretierte sie als tiefen Einblick in den Hohlkörper Mann, und gockelhaft fand sie es sowieso. Erst vermutete ich, sie sei lesbisch, was wohl auch andere Frauen dachten, aber die ließ sie genauso kühl abblitzen; aber wenigstens waren es keine Hohlkörper, jedenfalls manchmal.

Und die Frau wollte mit mir durch Afrika reisen: Wochenlang auf engstem Raum, 24 Stunden am Tag, Hitze, Abenteuer, vielleicht Gefahr, Angst. Alle Anstrengungen würde sie zweifellos besser meistern als nette Weibchen mit sprühender Erotik, so gesehen war sie eine passende Begleitung. Aber was war mit Körperlichkeit, Sex? Selbst eine freundschaftlich gemeinte Umarmung hielt sie auf Distanz, und dann wochenlang dicht beieinander im heißen Zelt?

Mit jeder anderen Frau hätte ich das Thema Sex vorher besprochen, Klarstellung musste da sein: Ja oder nein. Aber Manuela war diesbezüglich der Eisblock, an dem Mann sich die Finger einfriert, das NEIN musste hier niemand sagen.

12. Tag

Nachts war es kühl geworden, aber kaum waren die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont gekrochen einstand im Zelt eine brütende Hitze. Wir lagen nebeneinander auf den Decken, nackte schwitzende Körper.

Aber nicht passierte, hatte ich darauf gehofft? Nicht wirklich, wir hatten ja schon einige Nächte hinter uns und ich hatte mich auf ihre spröde Art eingestellt.

Das Frühstück zogen wir in die Länge, es war wirklich wunderschön hier. Aber dann drängte Manuela doch zum Aufbruch, sie wollte eventuelle Nomadenstämme nicht ermuntern auf unfreundliche Gedanken zu kommen.

Am frühen Nachmittag waren wir wieder in Dajla, einer Hafenstadt aus spanischer Kolonialzeit, angelegt wie auf einem Reißbrett ohne aufregende Besonderheiten.

Wir füllten unsere Vorräte auf und begaben uns anschließend zu dem örtlichen Campingplatz, der den Namen kaum verdiente: Ein freier Platz, runtergekommene kaum funktionierende sanitäre Anlagen, viel Dreck. Ein älterer Araber aus einem Haus nebenan kassierte ein paar Dinar und ließ uns dann in Ruhe.

Ich glaube wir wären besser noch ein Stück gefahren und hätten wieder in der Wüste übernachtet, aber egal, zumindest die Vorstellung hier sicherer zu schlafen ist ja auch was wert. Die Nacht war ohne besondere Vorkommnisse, der Morgen auch. Wir schliefen fast nackt nur mit Slip; ich machte das immer so wie Manuela damit sie bloß nicht auf den Gedanken kam, ich wolle ihre Grenzen überschreiten.

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18.Tag

Ich hatte gut geschlafen, nackt. Und sie? Auch nackt, aber gut? Ich wusste es nicht.

Das Frühstück verlief wortkarg, wir hatten uns einfach Hemd und Shorts übergezogen, sie zuerst und ich folgte ihrem Beispiel, wie immer in Bezug auf Kleidungsstücke.  Den ganzen Vormittag taute sie nicht auf. Warum? Hatte sie meine Handgreiflichkeiten vom letzten Abend etwa als unverschämten Übergriff empfunden und war nun echt sauer? Das konnte doch wohl nicht sein! Ich ließ sie einfach in Ruhe, jeder hat ja mal einen schlechten Tag und ich musste es mir abgewöhnen bei allem immer die Schuld – so man überhaupt davon sprechen konnte – bei mir zu suchen.

Gambia war schnell durchquert. Die Überfahrt über den Fluss war atemberaubend: Unser Landrover stand eingekeilt mit mehreren großen Lkw auf der Fähre, die viele Attribute verdient hätte, aber sicher nicht das des Vertrauens; ich empfand es als echte Mutprobe.

Dann fuhren wir weiter über Soma und reisten wieder nach Somalia ein, weiter den Trans Gambia Highway nach Süden. Später bogen wir auf die R22 ab, überquerten bei Diaroume den Soungrougrou – dort gab es eine Brücke! – und weiter bis nach Sedhiou. Und hier gab es keine Fähre nach Sandinier! Aber Schiffe gab es, und nach längeren Verhandlungen erklärte sich ein Eigner bereit uns samt Auto über den Casamance zu setzen.

Wieder so ein Abenteuer: Kleines Boot, Auto festgezurrt, und der Kahn tuckerte langsam über das Gewässer. Über eine Stunde dauerte die Überfahrt. Aber wir unterhielten uns nett, sogut das sprachlich zu bewerkstelligen war, sogar Manuela beteiligte sich. Der Skipper und sein Freund wollten natürlich Erlebnisse von unserer Reise wissen, und dann berichteten sie von anderen Globetrottern die sie schon übers Wasser gefahren hatten. Die Kerle waren also so was wie Profis, aber, zumindest stellten sie es so dar, bekannt in der ganzen Gegend für abenteuerliche Schiffsfahrten; unsere Überfahrt sei da eher Routine.

Ich wollte nicht genauer wissen was denn so was richtig abenteuerliches gewesen sei.

Es war inzwischen Nachmittag, und dichte Wolken bedeckten den Himmel, ich rechnete mit Regen. Bei Tanaf stießen wir dann auf die N6, die, besser ausgebaut, durch relativ dicht besiedeltes Gebiet und agrar-kultivierter Landschaft Richtung Guinea-Bissau führte.

Es war richtig tropisch hier, heiß, feucht, fehlte nur noch der Regen, der die Piste in eine Schlammbahn verwandeln würde.

Manuela war während der ganzen Fahrt relativ schweigsam geblieben, lehnte mir abgewandt auf dem Beifahrersitz und hing ihren Gedanken nach, wie immer die auch gewesen sein mögen. Oder sie betrachtete die Landschaft, die wir durchfuhren, oder – oder – was weiß ich denn schon!?

Nymphomanisch veranlagt war sie also, das konnte man wohl so ausdrücken ohne Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit. Ich hatte noch nie eine Frau kennengelernt, die dermaßen davon abhängig war sexuell fast täglich befriedigt zu werden. Und was das für Orgasmen waren, sie war ja richtig fertig danach. Und wenn sie das nicht war, so wie beim Quicky im Traum, dann hielt die Befriedigung nur wenige Stunden vor. Deswegen zog sie, obgleich sie es vor Geilheit kaum aushalten konnte, den Orgasmus so lange wie möglich raus, so jedenfalls meine Interpretation. Vielleicht sollte ich deswegen gefesselt werden, um dieses Spiel durch eigene Aktivitäten nicht kaputt zu machen? Das musste ich ausprobieren; in Gedanken fing ich an eine entsprechende Statistik zu erstellen: Die Korrelation zwischen der Heftigkeit des Ficks und der Dauer der Befriedigung.

Was ich aber nicht verstand, wie eine nymphomanische Frau in Deutschland als Rührmichnichtan leben konnte. Vielleicht war sie das ja gar nicht. Vielleicht hatte sie ja irgendwo eine oder mehrere Liebhaber die sie regelmäßig durchvögelten. Aber das über so lange Zeit? Ich kannte sie ja schon über zwei Jahre lang, da fällt so ein Liebhaber doch mal aus, dann bräuchte sie einen Ersatz, davon hätte sich ja reichlich angeboten in der Kneipe, aber ich habe nie gesehen, dass sie auch nur im Ansatz derartige Bestrebungen gezeigt hätte bzw auf entsprechende Avance positiv reagiert hätte, im Gegentei: Rührmichnichtan!

Oder so ein Liebhaber will nach so dauerhaften zugegebenermaßen sehr geilem Sex auch mal mehr, eine Beziehung oder so was. Und das kann einer alleine ja kaum leisten und würde mehrere Nebenbuhler wohl kaum dauerhaft akzeptieren. Oder doch? Vielleicht gab es ja so einen, vielleicht aber war er auch mit ihrer immer wieder vorgenommenen Selbstbefriedigung einverstanden. Oder er wusste gar nichts davon, wenn sie es stets in seiner Abwesenheit mit sich selber trieb.

Und wieso war sie dann mit mir nach Afrika gereist? War die Beziehung, so sie es denn gegeben hatte, zuende? Und mich hatte sie dann als neuen Liebhaber ausgeguckt? Sie musste doch wissen, dass sie ihre Nymphomanie nicht wochenlang verbergen konnte.

Oder suchte sie in Deutschland regelmäßig irgendwelche Clubs auf, Sado-Maso, mit Fesseln und so, wobei sie immer ihre heftigen Orgasmen bekam sodass sie es wieder zwei Tage aushalten konnte?

Meine Phantasie ging mit mir durch. (…)

(Fortsetzung Teil 2)

Copyright (C) 2015 Text by Günter Maria Langhaus

Bildrechte: “Eingangsgrafik” (Sexy01.jpg) und: “Erotische Abenteuer – verschiedenster Welten” (Erotik-etwas-heller.jpg) © 2014 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

ZUM VORLIEGENDEN BESTELLTITEL:

Die Reise nach Namibia (Kartoniert)
Erotischer Roman
von Langhaus, Günter Maria

Verlag:  Fouque (Frankfurter) Literaturverlag
Medium:  Buch
Seiten:  243
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  September 2014
Maße:  146 x 208 mm
Gewicht:  328 g
ISBN-10:  3837214834
ISBN-13:  9783837214833

Kurzbeschreibung
53 lange Tage liegen vor einem Paar, das sich von Deutschland aus mit dem Auto auf den Weg durch Afrika macht. Der Protagonist möchte nach kurzem Aufenthalt in Lübeck zurück nach Namibia. Doch welches Geheimnis hütet seine Begleiterin? Ist sie die Rühr-mich-nicht-an, als die sie sich immer gezeigt hat? Oder eine Nymphomanin, die ihre sexuellen Bedürfnisse nur schwer unter Kontrolle halten kann? Das enge Zelt, die Hitze Afrikas und die Schönheit dieses Kontinents lassen eine intensive Nähe entstehen, in der sich die beiden Stück für Stück offenbaren können. Psychisch wie physisch legen sie Hemmnisse ab, bis sie ihre Seelen und Körper vollkommen nackt voreinander zeigen. Schamlos und frei wird die Kommunikation zur Erotik und der Sex zur Sprache. Zärtlichkeit, Abgründe aus Wut und Gewalt sowie hemmungsloser Sex unterliegen keiner Zensur.

Autor
Günter Maria Langhaus wurde 1950 in der Nähe von Köln geboren, Abitur 1971, anschließendes Studium der Biologie und Landwirtschaft an verschiedenen Universitäten Deutschlands. Seine berufliche Tätigkeit als Berater ließ ihm immer wieder Zeit für längere Reisen, unter anderem in den arabischen Raum sowie in das südliche Afrika. Diese Reiseerlebnisse einerseits und die Erfahrungen der sexuellen Revolution Anfang der Siebziger andererseits waren entscheidende Faktoren, die ihn zu seinem Erstlingswerk „Die Reise nach Namibia“ inspirierten.

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