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DIE GESTOHLENE ZEIT – Leseprobe (Prolog) aus dem gleichnamigen Zeitreiseroman von Heike Eva Schmidt

DIE GESTOHLENE ZEIT

Leseprobe (Prolog) aus dem gleichnamigen Zeitreiseroman

von

Heike Eva Schmidt

PRoLoG

Sie kamen. Schon von weitem konnte er das Klappern der Pferdehufe und das Klirren ihrer Waffen hören. Das Heer der Menschen ritt heran, um Similde zu befreien. Doch er würde seine Braut nicht hergeben, koste es, was es wolle! War er doch sofort in das schöne Mädchen verliebt gewesen, kaum dass er sie an einem Frühlingstag auf einer Ausfahrt der adligen Gesellschaft das erste Mal gesehen hatte. Verborgen hinter einem Felsblock, hatte er Simildes Antlitz bewundert, während sie aus dem Fenster der Kutsche sah. Und nachdem ihr ein zartes Spitzentüchlein aus der Hand gefallen war, ohne dass sie es merkte, hatte Laurin es aufgehoben und sich geschworen, er würde nicht eher aufgeben, bis er diese Schönheit besitzen würde.

Nun war Similde sein, und niemand würde sie ihm wegnehmen. Er hatte schließlich alle List darauf verwandt, ungesehen zum Schloss ihres Vaters zu kommen, und lange im Verborgenen gewartet, um Similde in einem unbeobachteten Moment zu entführen. Als sie endlich erschienen war, hatte er das erschrockene Mädchen gepackt, auf ein vorher geraubtes Ross gesetzt und war mit ihr im gestreckten Galopp davongeprescht. Mit Hilfe seiner Zauberkräfte hatte er die Verfolger abgeschüttelt und Similde in sein Reich tief im Inneren des Berges gebracht.

Aber die Recken, allen voran ihr anführer Dietrich von Bern, spürten ihn auf.

Laurin hob den Kopf, auf dem die goldene Krone saß, und umklammerte sein Schwert fester. Sie würden das Mädchen nicht wiederbekommen! So wahr er Laurin war, König des Zwergenvolks und Herrscher des unterirdischen Kristallpalastes, in dem sich Gold, Silber und Edelsteine häuften. Schätze, die seine Untertanen in unermüdlicher Arbeit über Jahrhunderte hinweg dem Berg abgetrotzt hatten. Das alles könnte Similde gehören. Doch das Menschenkind verschmähte alle Kostbarkeiten, genauso wie ihn. Seit einer Stunde schon weinte sie in ihrem unterirdischen Gemach und flehte, er möge ihr die Freiheit schenken. Laurin wusste, auch seine magischen Kräfte würden nicht ausreichen, um Simildes Liebe zu ihm zu entfachen. Als einzige Macht stand ihm zur Verfügung, die Schöne gefangen zu halten.

Doch nun rückten die Getreuen ihres Vaters an, um ihm seine geraubte Braut wieder zu entreißen. Hier in seinem Palast, tief im Fels, den noch kein menschliches Auge geschaut hatte, konnten sie ihn nicht finden. Aber sie würden in seinen Garten eindringen und seine Rosen zerstören, seine geliebten Rosen. Wie alles, um Similde, deren Haut so weich und weiß war und deren rotes Haar dem Feuerglanz der Rosen bei Sonnenaufgang glich, zurückzuholen. Doch der Zwergenkönig war gewappnet. Rasch schnallte er sich den Zaubergürtel um, der ihm die Kraft von zwölf Männern verlieh. Dann griff er sich seinen größten Schatz. Kein Silberschwert und auch kein magischer Ring, sondern eine kleine, unscheinbare Kappe, die ihren Träger unsichtbar werden ließ. Laurin steckte sie vorn in sein Wams. Zu gegebener Zeit würde sie ihm gute Dienste leisten. Anschließend blies er dreimal in sein Horn, um sein Volk zusammenzurufen. Auf seinen Befehl hin öffnete sich das Felsentor zur Außenwelt, und Laurin machte sich bereit, seinen Feinden entgegenzutreten.

***

Lange tobte der Kampf zwischen Menschen und Zwergenvolk. Wie Blutstropfen lagen die abgerissenen Blütenblätter von Laurins Rosen auf dem felsigen Boden, und das Blut der Verwundeten, dunkelrot wie die Rosenblätter, tränkte die Steine. So erbittert die Recken auch gegen die Zwerge kämpften, ihren König bekamen sie nicht zu fassen. Zu groß war die Kraft, die der Zaubergürtel Laurin verlieh. Einen Ritter nach dem anderen traf sein unbarmherziges Schwert. Nur Dietrich von Bern gab nicht auf, und im Zweikampf gelang es ihm, Laurins magischen Gürtel zu zerbrechen. Damit war die Übermacht des Zwergenkönigs zuerst dahin, doch dann griff dieser zu seiner Tarnkappe und attackierte den Hünen von Bern nun aus dem Verborgenen. Schon bald blutete Dietrich aus mehreren Wunden, die der unsichtbare Gegner ihm beigebracht hatte. Immer blindwütiger schlug Dietrich um sich, aber sein Schwert zerteilte jedes Mal nur die Luft. Der Zwergenkönig bewegte sich behende, und seine Unsichtbarkeit verschaffte ihm stets einen Vorteil gegenüber seinem Kontrahenten. Quer durch den Rosengarten zog sich das Duell, doch mit einem Mal hielt Dietrich in seinen wilden, ungezielten Schlägen inne, und seine Augen verengten sich. Schon wähnte Laurin sich als Sieger und wollte zum finalen Schwertstreich ausholen. Er huschte in einem Bogen um den großgewachsenen Ritter herum, bereit, ihm das Schwert in den Rücken zu rammen, als Dietrich blitzschnell herumfuhr und Laurin einen harten Schlag verspürte. Seine Tarnkappe flog in hohem Bogen davon. Noch ehe der Zwerg wusste, wie ihm geschah, spürte er die scharfe Spitze von Dietrichs Schwert an seiner Kehle. Kurz darauf hatten die Recken ihn umzingelt. Nun war es sein Blut, das aus einem dünnen Schnitt am Hals auf die Rosenblätter tropfte. Er war besiegt.

***

Das Zwergenvolk heulte und jammerte, als es mit ansehen musste, wie sein König in Ketten gelegt wurde. Mit ihren Schwertern und Speeren trieben Dietrichs Männer die kleinwüchsigen Wesen zurück zwischen die Felsen. »Mit dem Teufel muss es zugegangen sein, dass du mich entdecktest«, kreischte Laurin in ohnmächtigem Zorn. Doch Dietrich von Bern lachte. »Deine Rosen haben dich verraten. an ihren Bewegungen konnte ich sehen, wohin du liefst, hässlicher Zwerg«, höhnte er. Dann zwang er Laurin, das Tor zu seinem unterirdischen Reich zu öffnen und für jeden erschlagenen Recken einen Sack voll Gold herauszugeben. Hilflos musste der Zwergenherrscher zusehen, wie Dietrichs Mannen einen Teil seiner Schätze auf ihre Pferde luden.

Das Schlimmste aber war, dass sie ihm Similde nahmen. Das bildschöne Mädchen trat durch den Felsspalt ins Freie. Ihr langes Haar flammte im Schein der untergehenden Sonne wie die Farbe des Erzes tief im Berg. Bei ihrem Anblick war Laurin zumute, als ob der kalte Stahl seiner Fesseln bis in sein Herz schnitt. Und als Similde sich mit einem erleichterten Aufschluchzen in die Arme des Hünen aus Bern warf und Laurin in ihren Augen sah, dass sie fortan ihm gehören würde, da fühlte er weißglühenden Zorn durch seine Adern fließen. Mit rasselnden Ketten, gebunden und gedemütigt wie ein Hund, drehte Laurin sich um und warf einen hasserfüllten Blick auf seinen Garten mit all den Rosen, die ihn an diesem Tag so schändlich verraten hatten. Und er verfluchte den ganzen Rosengarten samt jeder einzelnen Blume, die dort wuchs, und sprach einen Zauberbann über sie: Fortan sollte kein Auge diese Pracht mehr schauen, weder bei Tag noch bei Nacht.

***

Viele Jahre lang fristete der König der Zwerge sein Dasein als Gefangener auf der Burg hoch über Bern. Durch die Gitterstäbe in seinem Verlies konnte er ein Stück Himmel und in weiter Ferne die Gipfel einer Bergkette sehen. Doch sein Felsenpalast war unerreichbar weit und Laurin durch die Gefangenschaft in der Menschenwelt zunehmend geschwächt. Er hatte die Hoffnung schon aufgegeben, sein steinernes Reich je wiederzusehen, als sich auf einmal die Tür zu seinem Verlies öffnete und seine Ketten von einem stattlichen Ritter gelöst wurden.

»Im Namen von Similde und Dietrich von Bern lasse ich dich frei. Doch schwöre, Zwerg, dass du unverzüglich in den Berg zurückkehrst und keine Rache an den Unsrigen übst!«, forderte der Mann.

Was blieb Laurin anderes übrig? Er schwor es, und die Kerkertür öffnete sich für ihn. Der Zwergenkönig konnte nicht ahnen, dass der hochgewachsene Ritter Simildes Sohn war und ihm die Freiheit zurückgab, weil seine Eltern verstorben waren. Similde hatte ein gutes Herz, und daher war es ihr letzter Wille gewesen, ihrem einstigen Peiniger mit ihrem Tod die Freiheit zu schenken.

Erschöpft und bitteren Herzens kehrte der König der Zwerge nach beinahe fünfzig Jahren in seine Wohnstatt tief im Inneren des Berges zurück. Seine Untertanen empfingen ihn mit großem Jubel und einem Fest, so, als wäre er nur wenige Tage fort gewesen.

***

Trotz der Schmach, die König Laurin in der Oberwelt erleiden hatte müssen, gab er doch insgeheim die Hoffnung nie auf, Similde eines Tages wiederzusehen, auch wenn inzwischen auch im Zwergenreich einige Zeit ins Land gegangen war.

Er wusste ja nicht, dass Simildes Schönheit längst verblasst und ihre Knochen seit Jahrzehnten schon zu Staub zerfallen waren. Denn ein Menschenjahr galt im Zwergenreich kaum mehr als ein Wimpernschlag. (…)

(Weiter zu Kapitel 1)

Copyright © 2013 by  Heike Eva Schmidt


Bildrechte: “Zeitlinien – manchmal gehen Uhren anders (Zeitlinien5.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: “Sagen” (Zeichnung-Sagen.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog


Wie die Geschichte weitergeht erfährt man im vorliegenden Roman der Autorin:

Schmidt, Heike Eva
Die gestohlene Zeit

Roman

Verlag :      Droemer Knaur
ISBN :      978-3-426-51311-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,99 Eur[D] / 13,40 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 11.07.2013
Seiten/Umfang :      448 S. – 21,0 x 13,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      01.10.2013

Auf einer Bergwanderung im Jahr 1987 findet Emma einen geheimnisvollen Ring, nichtsahnend, dass dieser dem sagenhaften Zwergenkönig Laurin gehört. Zwei Mitreisende nehmen ihr den Schmuck ab und türmen, doch auf einmal taucht eine Horde Zwerge auf, die Emma in Laurins unterirdisches Reich verschleppen. Dort trifft sie Jonathan, ebenfalls ein Gefangener des Königs. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht, aber Laurin belegt sie mit einem grausamen Fluch. Zurück in der Oberwelt stellt Emma schockiert fest, dass inzwischen fast 30 Jahre vergangen sind. Um den Fluch zu lösen, müssen sie und Jonathan den Ring wiederfinden – aber wie sollen sie die beiden Diebe nach all den Jahren ausfindig machen?

Heike Eva Schmidt wurde in Bamberg geboren und lebt heute im Süden Münchens. Nach ihrem Studium wurde sie zunächst Journalistin und schrieb unter anderem für Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Inzwischen arbeitet sie als freie Drehbuchautorin. 2010 verwirklichte sie schließlich ihren Kindheitstraum: Romane zu schreiben.

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Updated: 11. Dezember 2013 — 23:29

35 Comments

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  1. Bin gespannt wie Eure Meinungen dazu sind: Zeitreise und Phantastik/Fantasy ist ja nicht alltäglich, interessante Mischung, oder?

  2. Liebe Leute, denkt Euch mal ein paar Fragen an die Autorin aus und stellt sie hier in den Kommentar. Die Dame vom Verlag versucht Autorin anzustoßen, die hier zu beantworten. Was meint Ihr?

  3. Meine erste Frage an die Autorin wäre, wann sie auf die Idee gekommen ist, ob das schon einige Jahre her ist oder erst kurz vor dem Schreiben des Buches. Und wie Sie auf die Idee mit der Zeitreise kam?

  4. Hallo an alle Blogbesucher und -leser, hier meldet sich Heike Eva Schmidt! Sehr gerne beantworte ich Eure Fragen, heute bin ich allerdings noch in einem anderen Projekt, sodass es etwas dauern kann. Aber Detlefs Frage, wie ich auf die Idee kam, kann ich hier schon mal beantworten. Das Thema „Zeit“ und was Zeit eigentlich ist und ob man die Grenzen überwinden kann, hat mich schon lange fasziniert. Daher habe ich in meinem ersten Fantasyroman „PURPURMOND“ meine Heldin aus dem 3. Jahrtausend zurück ins Jahr 1630, die Hoch-Zeit der Hexenverfolgungen geschickt. Auch bei „Die gestohlene Zeit“ geht es um eine Art „Zeitreise“, diesmal allerdings „reist“ meine Heldin nicht durch die Zeit, sondern wird mit einer anderen Zeitrechnung konfrontiert.
    Grundlage waren die vielen Erzählungen über das Zwergenreich, die mich schon als Kind fasziniert haben. Dort wurde immer berichtet, dass Leute ins Reich der Zwerge gelangten, und als alte Menschen wieder herauskamen. Als ich vor etwa 2 Jahren in Südtirol wandern war, bin ich auf die Legende von König Laurin und seinen sagenhaften Rosengarten gestoßen. Sofort war da so eine Art „Funken“ und der Gedanke, dass daraus eine coole Geschichte entstehen könnte… In dem Roman geraten zwei Menschen in Gefangenschaft der Zwerge und müssen nach ihrer Flucht feststellen, dass dort unten im Felsenreich von König Laurin die Zeit ganz anders läuft als in der Menschenwelt… Interessante Frage eigentlich: Was würdet Ihr tun, wenn Ihr euch auf einmal im Jahr 2043 wiederfinden würdet …?
    Mit vielen Grüßen winkt Heike – und ich freue mich auf weitere Fragen!

  5. Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hoffe, dass weitere Fragen hier hinzukommen. Bin mal gespannt. Deinen PURPURMOND werde ich mir mal anschauen, klingt ja echt interessant … 🙂

  6. Liebe Heike Eva-Schmidt,

    ich hätte Fragen zum Cover (das mir außerordentlich gut gefällt): Eine antike Uhr – oder zumindest auf Antik gemacht – zerbröselt und symbolisiert die Vergänglichkeit/das permanente Fortschreiten/ der Zeit.

    Hattest du Einfluss auf die Wahl des Covers? Oder anders gefragt: Ab welchem deiner Bücher räumte dir der Verlag ein Mitspracherecht ein? Wählte man eine vorhandene Arbeit eines Künstlers, die zum Titel gepasst hat oder war dies eine Auftragsarbeit (eher aus Kostengründen unwahrscheinlich) für den Illustrator?

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉
    http://www.wernerkarl.org

  7. Ähhhhh…

    Alle Hauptwörter mit A sind klein getippt? Scheint ein Datenübertragungs- oder Software-Fehler zu sein. Kann mir nicht vorstellen, dass ein Autor/Korrektor/Lektor so etwas übersieht.

    ausfahrt
    antlitz
    anführer
    arbeit
    auge
    außenwelt

    Hab nicht weiter gesucht, sieht aber systemisch aus …

    LG

    P.S. Bin ich eigentlich der Einzige, dem so was ins Gesicht springt?

  8. Habe das so vom Verlag erhalten. Möchtest du einen Autoren-Zugang und es in Ordnung bringen?

  9. Hallo zusammen,
    ich beantworte erstmal die Frage von Galaxykarl: Das Cover finde ich auch den Hammer und ich war wirklich begeistert, als ich es gesehen habe! Einen „Einfluss“ in dem Sinne, dass ich sagen kann, ich will das-und-das auf dem Cover, basta!, habe ich nicht, das würde ich auch nicht fordern, denn die Verlage, bei denen ich bisher publiziere haben entweder hauseigene Grafik er oder Grafikagenturen, in denen ausgezeichnete Leute sitzen, die visuell viel kreativer sind als ich. Allerdings sind meine Ideen beim Verlag willkommen, die Umsetzung und die endgültige Entscheidung liegen allerdings in deren Händen. Aber wie gesagt: bisher gab es kein Cover, bei dem ich nicht erstmal ehrfürchtig „wow“ geflüstert hätte 🙂

    Und nun zu Erbsenzählers Anmerkung: Ich kann mir nicht erklären, wie die kleinen „a“s in die Leseprobe gekommen sind. In den sog. „Fahnen“, die dann zum Buchdruck in die Druckerei kommen, ist alles (zum Glück!!!!) korrekt. Das ist vielleicht ein Übertragungsfehler? Hut ab, dass Dir das aufgefallen ist, da ich mein Buch ja so gut kenne, hab ich die LP natürlich nicht mehr gelesen, sondern auf Eure Fragen gewartet 🙂
    Also an alle, die sich für den Roman interessieren: Er ist KORREKT geschrieben 😉 aber danke fürs Aufmerksam-machen, Erbsenzähler! Und viele Grüße! Heike

  10. Möchtest du einen Autorenzugang, Heike Eva??

  11. Hi!

    Standen beim Schreiben Anfang und Ende schon fest, oder ergab sich eines von beiden (oder gar beides) erst während dem Schreiben? Ich würde nämlich gerne wissen, wie so die grobe Planung war. Ist ja immerhin ein komplexes Thema. 🙂

    Liebe Grüße,
    Günther

  12. Hallo! Lieber Detlef, Du brauchst mir keinen Autoren-Zugang zu geben. Ich bin nicht der Super-Crack am Computer und schon froh, wenn meine Kommentare hier überhaupt erscheinen 🙂 Außerdem habe ich ja oben klargestellt, dass im Buch die Rechtschreibung korrekt ist.

    Nun zu der Anfrage von Günther, hallo erstmal.
    Ehe ich anfange, den „richtigen“ Roman zu schreiben, existiert immer schon ein sogenanntes „Exposé“. Auf 8-12 Seiten (je nach geplantem Umfang des Buchs und Komplexität der Geschichte) sind dort in Kurzfassung Anfang, Ende und die wichtigsten Wendepunkte der Story aufgeführt. Das dient nicht nur dem Verlag als Vorlage, anhand der er entscheidet, ob er den Stoff kauft, sondern hilft auch mir beim „Durchkonstruieren“ eines Romanstoffes, damit ich als Autorin sehe, ob meine Idee überhaupt von der Dramaturgie her funktioniert. Einfach drauflos schreiben ist nicht so mein Ding, ich komme ja aus dem Drehbuch-Bereich und dort „steppt“ man immer die Geschichten vorher durch. Das erspart mir persönlich unangenehme Überraschungen – z.B. dass ich auf Seite 180 plötzlich merke, irgendwas funktioniert jetzt nicht (mehr) oder ich auf einmal völlig im Wald stehe und nicht mehr weiß, wie es jetzt weitergehen soll. Natürlich gibt es immer Details, die mir noch einfallen, Wendungen oder kleinere Ereignisse – und auch der Schluss-Satz steht anfangs noch nicht fest, das ergibt sich aus den Figuren, der detaillierten Geschichte etc. Als Autorin „wachse“ ich während des Schreibens auch in die Geschichte hinein und mit meinen Figuren zusammen. Daher fallen mir viele Dinge erst beim Schreiben selbst noch ein – vom geplanten Geschichts-Konzept weiche ich aber nicht ab (jedenfalls bei der „gestohlenen Zeit“ war das so 🙂

  13. Kein Problem, liebe Heike, wenn es dir dennoch wichtig werden sollte, melde dich einfach mal beim Verlag und bitte die, eine fehlerfreie Leseprobe zu liefern. Ich habe den Text nicht korrigiert, weil ich nicht die Zeit dazu habe und auch nicht wußte, warum die A alle klein sind, vielleicht, so vermutete ich, hat das ja einen bestimmten Grund. Dass der Verlag da einen Übertragungfehler eingebaut hat, offenbar unwissentlich, konnte ich nicht ahnen …

    Liebe Grüsse
    DH

  14. Ich verstehe das richtig, dass der Verlag bereits beim Entwurf von dir den Scheck austellt und du dann den Roman schreibst? Da kenne ich viele andere Autoren, die schreiben Ihre Romane und versuchen die dann an den Mann oder Verlag zu bringen. Dabei kommt es auch mal vor, dass kein Verlag das haben will und somit wurde vom Autor kein Geld verdient. Hartz4 läßt grüssen! 😉

  15. Es gibt ja mehrere Varianten, wie ein Buch zustande kommen kann:

    a. Autor hat eine Idee, schreibt das Buch und bietet es einem Verlag an.
    b. Autor hat eine Idee, schreibt ein ausführliches Exposé, dazu einige Kapitel und bietet es sozusagen unfertig einem Verlag an.
    c. Der Verlag sagt: „Schreiben Sie doch mal etwas über …“ und der Autor hat zu springen.

    Jedes hat Vor- und Nachteile:
    a. Der/kein Verlag nimmt das Buch an; Begründungen vielfältig (passt nicht ins Programm, zu alte oder zu neue Idee, u.ä.). Der Autor hat aber die Geschichte erzählt, die er im Kopf hatte. Vielleicht findet sich später ein Verlag oder Programmplatz dafür.
    b. Der Verlag springt an oder nicht. Dann hat im negativen Fall keiner zuviel Arbeit reingesteckt. Im positiven Fall steht der Autor natürlich sofort unter Druck. Aber er hat immer noch seine Idee verwirklicht.
    c. Die – nach m. M. – schlechteste Variante. Evtl. gefällt dem Autor die Idee nicht oder er hat eine innere Abwehrhaltung, was sich natürlich auf den Text auswirkt. Zweitens besteht die Gefahr, dass man einem Trend hinterherhechelt, der sich bis zur Fertigstellung des Buches schon wieder verflüchtigt hat und durch etwas Neues ersetzt wurde.

    Ich habe bisher immer nur das geschrieben, was mir im Kopf herumspukt. Und es auch komplett fertig geschrieben, ob nun Story oder Roman. Dass das oft für die Schublade ist, ist mir egal. Es befriedigt ungemein, auf fertige Texte schauen zu können.

    Und ich habe schon oft gelesen und gehört, das bei einem Erfolg die früher abgelehnten Texte dann doch genommen wurden. Dabei ist es für alle Beteiligten doch recht entspannend, wenn man sich in solchen Fällen „nur noch“ auf die Perfektionierung eines Textex (Korrektorat/Lektorat) konzentrieren muss/darf/kann.

    mgg
    galaxykarl 😉

  16. Hallo Detlef, hallo Galaxykarl,
    also der Verlag stellt nicht den ganzen „Scheck“ aus. Normalerweise ist es so, dass – wenn der Verlag den Stoff kauft – erstmal ein Vorschuss gezahlt wird. Die 1. Rate quasi. Die 2. gibt es bei Abgabe des vollständigen Manuskripts. Manchmal ist es auch dreigestaffelt, dann gibt es die 3. Rate, wenn der Roman erscheint. Bis auf mein allererstes Buch, ein Jugendroman, dessen Geschichte mir schon jahrelang im Kopf rumgeisterte, habe ich aber immer erst ein Exposé abgegeben. Wie Karl unter Punkt b) aufführt ist das tatsächlich für beide Seiten die beste Lösung. Mein Fantasyroman „Die gestohlene Zeit“ hat fast 450 Seiten – wenn ich das „ins Blaue schreiben“ würde, hätte ich ein Jahr Arbeit reingesteckt, ohne zu wissen, ob jemand die Geschichte will. Da ich vom Schreiben als Drehbuchautorin und Schriftstellerin lebe, ist das für mich einfach nicht drin. Außerdem ist es natürlich viel motivierender, wenn ein Verlag ganz „heiß“ auf eine Geschichte ist, das macht dann noch mehr Spaß beim Schreiben 🙂
    Auf „Ansage“ habe ich noch kein Buch geschrieben, ich glaube, das würde auch kein Verlag (keiner, den ich kenne) von einem Autor fordern, so was kann allerhöchstens als ein Vorschlag an den Autor herangetragen werden, und der darf dann sagen „au ja, super!“ oder eben auch entscheiden, wenn ihm das Thema nicht liegt. Ich denke, die Verlage sind schlau genug zu wissen, dass ein „Zwang“ zu keinem guten Ergebnis führen kann!

  17. Dr. Heinz-Theo Ullrichs

    Na ja, Alan Dean Foster hat immer seine eigenen Reihen geschrieben und dennoch zwischendurch Auftragsarbeiten angenommen. Meist waren das Titel wie „Das Buch zum Film“ oder so. In einem Interview hat er mal verraten, dass er bei den Auftragsarbeiten pro Buch mehr bezahlt bekam als bei zehn Büchern von seinen eigenen und er das nur deshalb gemacht hätte, um keine finanziellen Sorgen zu haben und seine eigenen Reihen weiterhin schreiben zu können, ohne sich einen Kopf zu machen. Man sieht also, es gibt auch andere Konstellationen.

  18. Hoppa, irgendwas hab ich bisher falsch gemacht ;D
    Ich finde auch überhaupt nichts „Verwerfliches“ daran, Auftragsarbeiten zu machen, im Gegenteil. Das ist im Drehbuchbereich sogar häufig. Ich meinte mit meinem o.g. Statement eigentlich nur, dass es für einen Verlag keinen Sinn macht, einem Autor eine Auftragsarbeit bzw. ein Thema zu geben, mit der/dem dieser überhaupt nichts anfangen kann. Wie ich oben geschrieben habe, sagt der Autor „prima, gute Idee“, ist das doch cool – vor allem, wenn es viel Geld bringt…

  19. Ich denke, Dr. Ullrichs meint solche Sachen wie „ALIEN“ oder „DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT“ etc. Da hat man einfach einen handwerklich begabten Autoren aus dem sf.Genre ausgesucht und ihm das Angebot gemacht, jeweils ein Buch zum Film zu verfassen und ihn – soweit ich weiß – am Verkauf des jeweiligen Buches beteiligt. Nur so ist ein so hohes Honorrar zu erklären. Hätten das nicht so viele Leute gekauft, dann hätte er wohl auch nur sein Basic-Honorar dafür erhalten aber mit Umsatzbeteiligung ist das dann schon lukrativer, wenn das ein Verkaufsschlager wird. Was bei Kinohits ja nicht so unwarscheinlich anmutet …

  20. Ich habe mit c. ja nicht andeuten wollen, dass ich generell Auftragsarbeiten ablehnen würde. Es ging mir nur um den Punkt, wenn ein Autor sich mit der gestellten Aufgabe nicht identifizieren kann. Wie weit man sich in so einem Fall prostituieren will oder muss, bleibt jedem selbst überlassen.

    ALIEN oder DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT sind aber schon mal Hammer-Szenarien, in die sich wohl viele SciFi-Autoren sehr gerne einbinden lassen würden, mich eingeschlossen.

    Und im TV- und Filmgeschäft sind Auftragsarbeiten wohl der Großteil, das ist schon klar.

    mgg
    galaxykarl 😉

  21. Im normalen Betrieb gibt es doch ebenfalls Auftragsarbeiten. Die erledige ich ja auch, kann halt nicht jeder schöne Texte schreiben. Klar, man kann mit einem fertigen Roman herumgehen und den vorzeigen, aber bei Autoren deren Arbeit man kennt, da reicht es wenn die eine Idee vorzeigen. 🙂

    Ansonsten ist die Sache wie bei jedem anderen Arbeiter auch. Der muss auch in die Firma und seinen Job erledigen, notfalls auch dann wenn er ihn nicht mag, aber muss. Das ist nichts, was nur Autoren betrifft, sondern die Gesellschaft im allgemeinen.

  22. Da gebe ich Günther völlig Recht. Bis ich endlich zum Drehbuch- und Romaneschreiben gekommen bin, hatte ich einen ziemlich steinigen Weg hinter mir. Während dieser Zeit habe ich oft Aufträge im journalistischen Bereich annehmen müssen, die mir überhaupt nicht lagen, die mühsam zu recherchieren und manchmal wirklich schwer zu drehen bzw. zu schreiben waren – all das schlicht, um meine Miete zahlen zu können. Natürlich „kann“ man das auch und es gelingt, aber es war zum Teil eine echte Quälerei und ich war unheimlich froh, nach und nach bessere Jobs zu bekommen. Mit den (Dreh)-Büchern fühle ich mich nun wirklich „angekommen“ – aber ich glaube, man bekommt nach solchen Erfahrungen auch eine riesengroße Dankbarkeit, dass man endlich etwas tun kann und darf, das einen glücklich macht – und wovon man auch noch leben kann. Ich nehme das keinesfalls als selbstverständlich. Trotzdem waren alle Erfahrungen irgendwie doch zu etwas gut – und sei es nur, in etwas abgewandelter Form in einem Roman vorzukommen 😉

  23. Und wann sehen wir den ersten TATORT für den du das Drehbuch geschrieben hast? 😉

  24. @ Heike
    Freut mich, dass deine Leseprobe in meiner Anthologie ist :-).

    Deine Erzählung von der „Rosengarten-Sage“ gefällt mir recht gut. Leider passiert Zeitreise-technisch noch nicht viel, was ja an sich das Thema der Antho ist.
    Bekommen wir noch eine oder mehrere andere Kostproben hier zu sehen?

  25. Da sind wir alle gespannt … 🙂

  26. @Detlef:
    ja, so ein Tatort wäre natürlich das Sahnehäubchen – ich sage mal so: Ich hoffe, ich kann irgendwann mal daran arbeiten 🙂

    @Leon: Stimmt, im Prolog ist das Thema „Zeit(reise)“ nur im letzten Satz angedeutet, aber so sind Leseproben nun einmal 😉 Mehr würde ehrlichgesagt keinen Sinn machen, denn sonst wäre die Textpassage mitten aus dem Buch – und damit aus dem Sinn – gerissen und das wäre schade. Einen kleinen Einblick gibt es bei der ersten Rezension: http://www.gamesunit.de/proof/spannend-romantisch-humorvoll-der-neue-fantasyroman-von-heike-eva-schmidt-38926.html
    Und ansonsten kann ich dir nur empfehlen (nicht ganz uneigennützig), das Buch zu kaufen, hey – es ist ein Taschenbuch 🙂 !! Und es hat außer dem Fantasy-Plot auch eine Krimi-Action-Handlung, sodass es hoffentlich Lesern wie Leserinnen gut gefällt.

    Ich werde übrigens ab morgen tatsächlich nochmal für ein paar Tage in die Dolomiten fahren, nahe dem Rosengarten. Wenn ich König Laurin sehe, knipse ich ein Foto! Ansonsten bitte nicht sauer sein, wenn ich mich mal 1-2 Tage nicht melde, das liegt dann daran, dass es auf 2000 Meter Höhe nicht immer WLAN gibt, aber ich tue mein Bestes! Also: fragt weiter, ich bin noch heute Abend und dann spätestens Donnerstag wieder online! Bis dahin viele Grüße

  27. Lieber auf den Weg achten und nicht abstürzen. Jeder sollte auch seine Auszeiten voll und ganz ohne Gewissensbisse erleben dürfen und Kraft schöpfen. Dieses-immer-und-überall-erreichbar-sein sollte man schnellstens wieder aus unserer Gesellschaft verbannen. Ich sage nur: Burnout.

    Liebe Heike, genieße die freie Zeit! Wir können warten 😉

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  28. @ Heike
    Ich glaube, ich bin nicht ganz die Zielgruppe: weder weiblich noch Jugendlicher ;-). Aber bestimmt hast du eine treue Fan-Gemeinde.

    Die Dolomiten und die Umgebung sind toll. Direkt drin gewandert bin ich noch nicht, aber ab und zu schon in der Gegend mit diesem herrlichen Panorama :-).

  29. @ Leon, ok, erstes Argument lasse ich gelten (nicht weiblich), aber das Buch erscheint im Knaur-Erwachsenenfantasy-Programm, gelle 😉 !!
    Ist also nicht nur für Jugendliche, sondern „all age“.
    Die Dolomiten kann ich – mit oder ohne König Laurin – nach den paar Tagen wirklich empfehlen, vor allem im Herbst: Knallblauer Himmel und ein Wahnsinns-Panorama. Und das Essen…. leeeecker!
    Leider habe ich nach zwei Bergtouren (gestern war die reine Laufzeit 7,5 Stunden) heute solche Knieprobleme (3 Stunden steiler Abstieg über Geröll), sodass ich pausieren muss. Genieße ich eben das Bergpanorama von der Terrasse aus – und natürlich das Essen…!
    Viele Grüße ins Tal.

  30. Dieser Teil hat mir sehr gut gefallen, habe auch die kleinen „a“ mal großgeschrieben. Was sagt Ihr?

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