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DIE EROBERUNG – Science Fiction-Story von Carl Reiner Holdt

DIE EROBERUNG

Science Fiction-Story

von

Carl Reiner Holdt

Kapitän X’Ragan und der Todesstern, Abschnitt 3.1:

„Kapitän Eins-acht an Staffel: Statusbericht!“

Das virtuelle Display flackert. Der Reaktor fährt hoch. Zündung der Vakuum-Energie-Konverter. Sicherheits-Abstand zum Trägerschiff erreicht. Schilde bauen sich auf. Schub auf Maximum. Alle Waffensysteme klar. Standby der Staffel kommt. Die roten Lichter erlöschen nach und nach. Der erste kritische Moment nach dem Sprung ist geschafft!

Ein Angriff bei Lichtgeschwindigkeit dauert nur wenige Sekunden. Wenn du ihn registrierst, hast du ihn schon überlebt. Oder es hat keinen Angriff gegeben. So wie jetzt.

Unmittelbar nach dem Sprung funktioniert keine Nanotronik. Deshalb stecken die X’ingu-Jagdbomber in ihren Schächten wie Pfeile in einem Blasrohr. Der Auswurf für die erste Welle ist pneumatisch. Bis die Systeme rebooten sind Trägerschiff und X’ingu nackt. Deine Übelkeit legt sich langsam.

Also jetzt der zweite kritische Punkt: Wo steht der Feind? Verdammt, wie lange dauert das! Langsam baut sich via Feuerleitzentrale des X’ingu-Trägers ein Bild auf.

Abfangjäger der Liga, hauptsächlich Smart-Klasse! Eine dichte Wand steht zwei Lichtminuten prograd. Dann müssen die X’ingu von der Steuerbordseite schon Vollkontakt haben. Eine Smart ist klein, wendig und schnell wie eine Sand-Echse. Aha, dort gibt es erste Verluste auf beiden Seiten. Aber in deinem Raumsektor ist weit und breit nichts zu sehen. Merkwürdiger Aufmarsch…

Da kommen die neuen Kursvektoren vom Flaggschiff: ausweichen, weiter retrograd, Vollschub. Wir liegen schon vor Sprung bei 99% Licht ins System rein. Können mit dieser Vorlage die Smarties fürs erste abhängen. Aber wo beim Xi haben die bloß ihren Stützpunkt?

Die nächsten zwei-acht Minuten passiert nichts. Ist normal. Erst geht alles blitzschnell und dann passiert nichts. Oder umgekehrt. Dazu kommt die Relativität der Gleichzeitigkeit. Was auf einem andern Teil des Schlachtfeldes passiert, ist je nach Bewegungs-Zustand für die einen schon Vergangenheit und für die andern noch Zukunft. Das taktische Display zeigt alle möglichen Bahnen eines Gegners nach Bordzeit. Die ergeben zusammen einen Trichter, der sich um so mehr öffnet, je weiter man vorausrechnet. Welche Kurve ist unter diesen Bedingungen die richtige? Das bleibt allein deiner Intuition als Pilot überlassen…

Die Smarties bummeln hinter uns her. Das ist nicht normal… da stimmt was nicht! Die Entscheidung vom Admiral ist falsch, sagt dir dein Gefühl… Wir haben schon 77 Millionen Meilen Vorsprung vor dem Haupt-Konvoi…. Noch mal die Aufklärungsdaten von System XQB125 prüfen.

„Kapitän Eins-acht an Staffel: Base-Line für Fernaufklärung schalten! Da muss es einen Asteroiden ca. 16 Lichtminuten auf  -23,5° spin, +1° top geben. Den checken wir mal!“

Und da schält sich der Asteroid auch schon aus dem statischen Rauschen. Der Stützpunkt der Smarties.

„Heiliges Xi!“ Dein Flügelmann Leutnant Vorkennan’xi trifft es auf den Punkt. Als die einlaufenden Daten das Bild weiter differenzieren, erscheinen auch die Abfangjäger. Es sind Tausende. Aber damit hast du schon gerechnet, das ist noch nicht die Arsch-Karte.

„Kapitän Eins-acht an Flaggschiff. Wir haben ein Problem. Kampfstation auf (+1,6431|-22,147|+1,823) Bordzeit-Polar. Daten kommen jetzt…“

Der Wachhabende über die Bug-Hangars unterbricht sein Lieblings-Holo: Kapitän X’Ragan und der Todesstern. Das Holo ist noch keinen Umlauf alt und basiert auf nackten Tatsachen! Kein Scheiß! Der Wachhabende war selbst dabei, in der Gefechts-Leitzentrale. Alle waren sie dabei – die 8. Flotte ist Teil der Großoffensive zur Front-Begradigung in diesem abgelegenen Arm der Galaxis. Sie waren gerade ins System XQB125 um es der Liga abzujagen , die sich diesen Hinterwäldler-Stern kürzlich unter die Klauen gerissen hatte.

Auf dem X’ingu-Träger Jagd-Clan ist Nachtschicht. Der erste ruhige Achttag seit Aufhebung der Alarmstufe Bodenkontakt. Vorhin dröhnten noch dumpfe Schläge durch Dock 7, als der reguläre Truppen-Transporter vom eroberten Planeten anlegte.

Seitdem wird auf Deck zwei-fünf wieder mal eine Herde W’nabu durch die Freizeit-Center der 6. Division getrieben. Sonst liegt das riesige Schiff völlig still und umkreist den Planeten in fünf-acht-acht Meilen Höhe. Es ist so groß, dass man es nur um seine Querachse drehen muss, damit das Heck über den Boden schrappt.

Keinerlei Abweichungen von den Ablaufprotokollen.

Er wendet sich wieder seinem Holo zu. Die ganze 8. Flotte war direkt in die Arme einer Kampfstation vom Typ Gigant geflogen. Irgendein Idiot auf der Brücke hat die Daten falsch gedeutet.

Die Soldaten der Liga haben zwar keine Unze Xi in den Knochen, aber Kanonen können sie bauen! In diesem Fall sind es 688 PW Neutron-Woofer mit einer Kohärenzlänge von unglaublichen zwei Lichtstunden. Wer den Weg eines der verschränkten Neutronen-Pakete kreuzt und die Wellenfunktion kollabieren lässt, von dem bleibt nur poröser Schrott. Wenn dann noch die Nullpunkt-Felder der Konverter asymmetrisch zusammenbrechen, gibt es ein nettes Feuerwerk gratis.

Aber es gibt keinen Schutz dagegen! Man kann nicht mal wenden, wenn man ein Prozent unter der Lichtgeschwindigkeit zum Zielobjekt liegt. Die einzige Chance sind Ausweich-Manöver nach dem Zufallsprinzip. Trotzdem haben sie schon zwei schwere Kreuzer der SprungKlasse und einen Träger der ClanKlasse verloren. Vier-acht-hoch-fünf Soldaten! Von dem Materialverlust nicht zu reden.

Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Die Verstrebungen der Schiffe auch, durch die Ausweich-Manöver. Vor sich noch eine Stunde Acht verliert! Dann erst sind sie außer Reichweite… das reinste Hoppvogel-Schießen.

Ein Riese kann mit seinen Fäusten keinen Hoppvogel-Schwarm abklatschen. Deshalb hat die Kampfstation eine gigantische Raumabwehr. Und die Abfang-Jäger sind gut. Das muss ihnen der Wachhabende lassen, jetzt, wo er ihre Taktik aus seinem sichern und bequemen Sessel beurteilen kann. Aber damals hat er sich die Hose vollgepisst. Er schämt sich deswegen, aber nur wenig. Wie sich herausstellte, war er nicht der einzige…

Der Admiral wirft alle X’ingu der Flotte gegen die Abwehr. 7788 Jäger sind im Einsatz. Zwecklos. Sie haben großartige Abschuss-Raten, aber sie kommen einfach nicht durch. Keine Schuss-Distanz zum Todesstern. Und ständig laufen neue Verlustmeldungen ein…

Sperrfeuer! Die Hülle bruzelt unter einem Streifschuss. Supraleitung auf Feld-Leitwerk X3/X4 bricht zusammen! EM-Schilde auf 78%! Der Ionen-Sturm zerknistert die Funkverbindungen. Nur die Schwerkraft-Sensoren liefern noch Bilder. Kompensator 6 springt an. Uff … zum Glück kein größerer Schaden. Dein linker Flügelmann hat weniger Glück… ach, X’arran’chi… machs gut, Alter… du ballst deine vier Finger zur Faust als letzten Gruß…

„Kapitän Eins-acht an Staffel vier-eins bis fünf-acht…“ und wer von euch noch übrig ist: „Angriff auf den Vektoren A17, 18 und 19! Daten kommen jetzt…“ Verdammt! Du musst so viele reinwerfen, sonst merken sie, dass es ein Ablenkungsmanöver ist!

„Eins-acht an drei-eins bis vier-acht: Ihr gebt ihnen Feuerschutz! Partikel-Beschuss und Cluster-Bomben auf Sektor M3 und M4 legen. Dann verzögern, prograd versetzt. Bei Ausfällen sofort aufschließen. Daten kommen jetzt…“ Das ist massiv genug. Hoffentlich bleiben dir noch welche für den eigentlichen Durchstoß.

„Staffel sechs-eins bis acht-acht: Feind auf Vektor A20 abfangen! Daten kommen jetzt…“ Damit haben sie sogar eine kleine Chance… du kannst deine Jungs nicht einfach verheizen. Jetzt zu dir selbst:

„Staffel eins-eins bis zwei-acht…“ Bei allen Krokodilen, wir sind bloß noch acht!“… wir bleiben zurück, täuschen B2 an, und brechen auf Vektor B3 durch! Daten kommen jetzt…“Da ist die dickste Suppe, beim Xi, ich weiß!“Macht’s gut Jungs! War mir eine Ehre mit euch zu fliegen!“

Dann die Erlösung!

„Staffel eins-acht ist time-out! Heiliges Xi, das gibt’s nicht! Staffel eins-acht ist time-out! TIMEOUT!!“

Ein unbeschreiblicher Jubel lässt die Jagd-Clan nach dieser Durchsage erzittern. Die Reste der Staffel, die Sand-Echse, die Zahn, die Fangschuss, die Sturzflug sind aus dem Ereignis-Horizont der Abwehr gekippt! Das heißt in der Sprache der Flieger: Hi, ich bin dir davon geflogen! Du kannst nichts mehr machen…

Das Gespür für die richtige Flugbahn… der Wachhabende ist bei der Prüfung durchgefallen. Aus der Traum vom Fliegen. Jetzt sitzt er hier und managt die Hangars. Aber Kapitän Eins-acht hat es drauf! Hat das einzige Fenster gefunden, das die Abwehr übersehen hat. Um das zu bestätigen, brauchen die Groß-Computer nachträglich eine halbe Stunde Rechenzeit. Einfach unglaublich!

Dann geht alles ganz schnell…

Bevor der Wachhabende dazu kommt, sich die Erlebnisse von Kapitän X’Ragan weiter über sein Neuro-Link in die Großhirnrinde schießen zu lassen, blinkt eine Meldung auf seinem inneren Display auf. Der Zentral-Computer stellt Codes routinemäßig durch, wenn sie nicht zum Standard-Protokoll gehören.

Mit den Zugangs-Berechtigungen ist alles in Ordnung. Trotzdem traut er seinen Augen nicht. In Hangar 6 wird eine X’ingu gefechtsklar gemacht! Es ist die Sand-Echse. Er checkt die Mannschafts-Listen. Mit dem letzten Transporter sind zwei Fähnriche hoch gekommen.

„Eins-drei-eins-acht Sand-Echse, hier ist der WO, Identifizierung nach Protokoll P3. He, was geht ab bei euch? Ich dachte ihr seid alle unten bei der Fete!? Eins-drei-eins-acht kommen!“

„Hier eins-drei-eins-acht Sand-Echse. Erster Fähnrich der Hangar-Mannschaft eins-acht meldet sich zur Stelle! P3-Code kommt… Was wir hier machen?? Unseren sauer verdienten Freigang verplempern natürlich! Kapitän eins-acht X’Ragan ist unten im Hauptquartier geblieben.“

„Ihr macht gerade eine X’ingu scharf! Für einen Bodeneinsatz! Hallo!? Wenn ihr dort unten bloß falsch einparkt, ist der halbe Planet hin.“

„Kann ich vielleicht was für den Blödsinn, den sich die Bonzen für ihre Partys ausdenken, du Sessel-Furzer? Du hast die Order gelesen. Vielleicht braucht der Admiral noch was zum Nachwischen. Frag ihn doch selber, wozu er unten eine X’ingu will!“

Der WO seufzt. Für diese Bemerkung kann er dem Fähnrich ein Disziplinar-Verfahren anhängen. Für jeden anderen das Karriere-Aus. Aber er weiß, was in diesem Fall dabei rauskommt. Eine Extra-Schicht und Schluss. Nicht mal ein Eintrag in die Akte. Dafür kann sich der WO über den originellen Zunamen Sessel-Furzer freuen, und zwar den Rest seines Lebens. Wo er den wohl her hat? Flieger können sich alles erlauben! Aber er ist nicht wirklich sauer. Flieger retten ihnen immer wieder das Fell. Unter hohem Blutzoll. Sie haben so wenige. Und er hängt an seinem Fell.

„Du, sei vorsichtig Bürschchen! Das gibt noch eine Abreibung…“, grollt er und bleckt die Fangzähne. Dann denkt er darüber nach: Man teilt keinen kostbaren Lebensraum. Eine eroberte Bevölkerung dezimiert man standardmäßig über den versorgungstechnischen Kollaps. Was passiert mit großen Metropolen, wenn man Wasser und Energie kappt? Genau! … Den Rest besorgen Plünderungen, Seuchen, der ganze Domino-Effekt eben. Zugegeben, hier ist die Kultur primitiv genug, dass man sie so nicht destabilisieren kann. Man wird nachhelfen müssen. Aber eine X’ingu? Nein, hier geht es um Clan-Politik. Irgendwer will ein möglichst großes Stück vom Kuchen und zeigt Präsenz. Hoffentlich nur Imponiergehabe!

„Ist doch Blödsinn, das mit dem Nachwischen! So was machen unsere Gen-Techniker… Ich werde eure Order auf jeden Fall überprüfen. WO Ende.“

„Mach das. Hoffentlich ist sie falsch! Dann schaff ich’s vielleicht noch ins Finale der Championship für Pioniere. Und was die Abreibung angeht: jederzeit! Eins-drei-eins-acht Sand-Echse Ende.“

Der WO gibt die Startfreigabe an die Raumüberwachung durch und sieht dem Start der Sand-Echse über die Außenkameras zu.

Elegant kippt das 788-Ellen lange Schiff ab und stürzt zum Planeten. Stromlinien-förmig, obwohl es nicht für die Atmosphäre gebaut ist. Aber was innerhalb des Sternsystems wie Vakuum aussieht, hat im Kampf bei Lichtgeschwindigkeit die Eigenschaft eines Sandstrahl-Gebläses. Wenn ein Staubkorn die Aufschlagswucht einer Pistolen-Kugel entfaltet, müssen die Disruptor-Schilde entsprechend stark sein. Sie zerlegen Materie in Kernbausteine und die elektro-magnetischen Schilde leiten das Plasma großräumig ums Schiff. Den Rest besorgen die Quaddrupol-Schwerefelder. Brocken bis zur Größe eines Hauses werden vorher von Laser-Batterien in Millisekunden pulverisiert. Wer braucht da noch Angriffs-Waffen? Allein die passive Abwehr kann dort unten ganze Städte einäschern. Nicht, dass es schade darum wäre! Alles Stahlbeton. Der WO stößt ein verächtliches Schnauben aus.

Sie überfliegen gerade einen Ozean, unendliches Blau unter einem einzigen weißen Wolken-Strudel. Hinter dem Horizont-Bogen taucht ein brauner Kontinent in Form eines Schulter-Blattes auf: endlose gelbe Steppen mit weiß behauchten Bergen, grüne Regenwälder an riesigen Strömen mit seltsamen Tieren, Sand-Echsen, aber im Wasser lebend und mit vier statt sechs Beinen, Herden von langbeinigen, gelb-braun-gefleckten W’nabus, aber mit zehn Ellen langen Hälsen, und Kolosse auf vier Säulen mit zwei Schwänzen, einen vorne und einen hinten. Der WO hat alle Berichte gesehen: das perfekte Homeland.

Open Range Burgen zu bauen, einen Jagd-Clan zu gründen und Kinder großzuziehen! Neidisch sieht der WO die Sand-Echse kleiner werden und im Blau-Weiß des Planeten verschwinden.

Dann seufzt er wieder. Die Dienstvorschrift ist eindeutig. Alle Vorkommnisse außerhalb des Standard-Protokolls sind zu melden. Er überlegt, was schlimmer ist. Seinen Vorgesetzten zu wecken? Oder ihn aus dem illegalen Endkampf um die Meisterschaft der Pioniere zu holen?

Deshalb entscheidet er sich gegen den direkten Ruf und für eine Memo der Dringlichkeits-Stufe zwei. Damit hat er das Problem vom Hals. Die Clans und ihre Intrigen! Wir halten auch nur unter äußerem Druck zusammen… wie jetzt gegen die Liga denkt er und wendet sich wieder seinem Holo zu.

Durch! Du bist durch! Durch!!

Das Prasseln und Jaulen hat schlagartig aufgehört. Hinter dir verschiebt sich das Universum mit deinen Verfolgern ins unendliche Rot. Jetzt können sie deinen Hintern nicht mehr heiß schießen… Dafür fällt dir die Kampfstation mit 99,999% der Lichtgeschwindigkeit entgegen. Und dazwischen liegt: nichts! Der Weg ist frei!

„Eins-acht an Staffel eins-eins bis zwei-acht: Status!“

Beim Alten Drachen! Wir seid nur noch vier! Und gleich ist es mit der himmlischen Ruhe vorbei.

„Eins-acht, Achtung: Sperrfeuer der Boden-Abwehr in Minus 78 Sekunden. Fangschuss-Distanz bei Minus 284. Torpedos klarmachen!“

Minus 178. Zufallsgenerierte Ausweichmanöver bei 100%. Noch knallt das Meiste an dir vorbei….

Minus 121. Partikeleinschläge in Y2/Y3. Front-EM auf praktisch Null deformiert. Disrupter bei 110%. Schwerkraft-Kompensatoren überlastet. Du wirst in deinem Sitz umher geschleudert wie eine Puppe…

Minus 75. Volltreffer! Die zwei-vier Zahn verschwindet vom Schirm.

Minus 24.     „knister…eins-fünf Stur… krietsch …in getroffen… kratsch … Schleichflug… knister…“ Aus. Die Sturzflug muss aufgeben.

Minus 15. Feuerleitsequenz: ein. Rohre 1-4: je zwei Grätenbrecher. Gefechtsköpfe: scharf…

Minus 8… 7… Treffer auf  Y3: EM bricht zusammen… 5… 4… heftige Erschütterungen. Gleich verlierst du das Bewusstsein… 2… 1… Feuer! Die Abschüsse dröhnen durchs Schiff.

Plus 2. Abdrehen! Vollschub antispin…

Plus 11. Auf  Schleichflug gehen. Alle Systeme Not-aus. Chemische Motoren verwischen Geschwindigkeits-Vektoren. Feind kann nicht extrapolieren. Nur passive Raum-Ortung läuft…

Einschlag der Grätenbrecher bei plus 214 Sekunden.

Plus 25. Diese Ruhe… himmlisch… ob Vorkennan’xi es geschafft hat?

Ja! Ja! Es gibt zwei-acht Kennungen. Er hat seine Grätenbrecher auch abgeschossen. Leider ist jetzt Funkstille, wegen Feind-Ortung.

Plus 78. Ein Blip nach dem andern verschwindet vom Schirm… 11… 10… Mann, ist die Bodenabwehr gut! Die Grätenbrecher legen nämlich noch drei 9er zu. Fliegen Ausweichmanöver jenseits der Materialfestigkeit! Werden praktisch nur von ihren Feldern zusammen gehalten… aber einer reicht! Ein Torpedo! Zehn Tonnen Anti-Materie reichen…

Plus 156. Noch sieben Blips… Da! Das Flag-down-Signal! Sie geben auf! Wollen kapitulieren… Du gibst die Abbruch-Sequenz frei – zögerst – deine Hand schwebt über der manuellen Bestätigung…

Mal ehrlich: Wer eben einem Sand-Krokodil aus der Klappe gehüpft ist, macht der Gefangene?

Du drückst. Es ist sowieso zu spät. Die Zeitverzögerung…

Plus 211. Die passive Ortung schaltet ab. Dafür fahren die Schild-Generatoren wieder hoch. Wegen dem, was gleich kommt…

Plus 214. Einschlag!! Der Gamma-Zähler knallt über den roten Bereich.

Gut, dass deine Eier zuhause eingefroren sind…

Der Wachhabende unterbricht das Holo schweißgebadet. Er atmet tief ein und aus. Der Rest ist Geschichte: Die Kampfstation radioaktiver Staub. Die tödliche Falle aufgebrochen. Kapitän Eins-acht X’Ragan der Held der Stunde. Und die Bahn zum inneren Planeten von System XQB125 frei: Zu dieser schönen, blauen Perle, die ihre Bewohner Erde nennen.

Ende

Copyright (c) 2012 by Carl Reiner Holdt

Bildrechte: Coverillustration “Invasionsgeschichten1.jpg ” () © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Buchtipp des Autors:

Holdt, Carl Reiner
Gezeitenwechsel

Verlag :      Südwestbuch
ISBN :      978-3-942661-76-8
Einband :      Paperback
Preisinfo :      12,50 Eur[D] / 12,90 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 08.10.2011
Seiten/Umfang :      ca. 260 S. – 19,0 x 12,5 cm
Produktform :      B: Buch
Erscheinungsdatum :      31.12.2011
Gewicht :      260 g

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„Der Himmel im Schwarzwald ist immer schwarz, kein städtisches Streulicht, nur Sterne. Normalerweise. Jetzt wurden die Sterne von einem runden Schatten gefressen, bis der ganze Himmel über Reuters’ Haus verschwunden war. Der Sieger war angekommen.“

Die Erde ist Zankapfel zweier galaxisweit konkurrierender politischer Systeme, der Liga und dem Kaiserreich der R’rall. Major a. D. von Reuters, Kampfpilot und Gentleman der alten Schule, hätte im Traum nicht gedacht, welche Dienste der Kavalleriesäbel seines Ur-Großvaters ihm noch leisten würde, als er zwischen die Fronten gerät. Er erobert im Duell mit einem R’rall -Admiral einen Ring, der als Insignie der Macht gilt. Mit diesem Ring, einer Truppe von Freischärlern und einer 320-jährigen Liga-Agentin schafft er das scheinbar Unmögliche: die Befreiung der Erde.

Lokalkolorit, packende Kampfszenen mit ausgefeilter Nano-Technik, erotische Begegnungen der dritten Art und eine erstaunliche Interpretation der Geschichte von Luther und Napoleon machen diesen Sci-Fi-Thriller zum faszinierenden Gesamtkunstwerk.

Carl Reiner Holdt wurde 1958 in Rom geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Allchemie arbeitete er als Gärtner, Krankenpfleger, Erzieher und Lehrer. 20 Jahre verbrachte er im Kloster. Seit sieben Jahren ist er verheiratet und lebt heute in der Nähe von Tübingen.

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Updated: 3. März 2015 — 23:23

26 Comments

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  1. Einleitung des Autors:

    Anders als etwa in STARWARS, wo Raumkämpfe wie Luftkämpfe inszeniert werden und die „Sicht-Flüge“ und „Sicht-Scharmützel“ geradezu lachhaft an den Dimensionen des Weltraums vorbei gehen, versucht die Story „Die Eroberung“ eine Raumschlacht gemäß dem heutigen physikalischen Wissenstand zu beschreiben. Somit gehört sie zur Rubrik „Hard-Core-SCIFI“. Gleichzeitig zeigt die Geschichte die zukünftigen Implikationen unseres heutigen Kommunikations-Booms, wenn der Körper nanotechnologisch „verdrahtet“ wird.
    Die Geschichte ist aus der Sicht einer Alien-Rasse beschrieben, genauer des Wachhabenden Offiziers eines Schlachtschiffs in der Parkbahn um einen eroberten Planeten. Der WO erlebt die kritische Angriffsphase noch einmal als Live-Mitschnitt, bei der die Invasion um ein Haar gescheitert wäre. Er wird durch Vorkommnisse an Bord gestört, die die Psychologie der Alien-Rasse und ihre Motive für den Krieg deutlich macht.
    Sie sind natürlich von den bekannten menschlichen Motiven nicht all zu weit entfernt. So gesehen gleichen sich die Ergebnisse der Evolution auf CN-Basis universell.
    Der Clou in der Auseinandersetzung der beiden galaxisweit operierenden Supermächte ist, dass es sich bei diesem Neben-Kriegsschauplatz um den Planeten Erde handelt.

  2. Ist doch genau dein Ding, was Detlef?

    mgg
    galaxykarl 😉

  3. Also zuallererst: vielen Dank für’s Reinstellen und die interessante Diskussion über Schwarze Löcher und die Möglichkeiten der Kommunikation über den Milliarden-(Licht-)Jahre-Abgrund der Raumzeit, Detlef! Das war echt ein Akt (das Reinstellen, meine ich, grins, ich habe noch keinen eigenen Zugang)

    @ Galaxykarl: Das ist ein kleiner Ausschnitt aus meinem Roman zur Kurzgeschichte umgeschrieben.
    An sich ist die Technik nicht das zentrale Thema. Es geht dort wie eh und jeh um „den Himmel, die Liebe und das Grab“ (G. Benn), aber ich werde später die Gelegenheit nutzen, inhaltlich und stilistisch andere Passagen einzustellen…

    Grüße, Carl

  4. @Carl

    Das eigene Buch als Buchtipp hinzuhängen, finde ich schon mal gut ;-).

    Die Schlachten in Star Wars sind natürlich vom physikalischen und astronomischen Standpunkt aus gesehen vollkommener Kokolores. Ganz recht. (Mir als altem SW-Fan machen sie im Übrigen trotzdem Spaß.) Trotzdem finde ich es interessant, dass du dir einen Raumschachten-Szenario ausgedacht hast, das den heutigen Wissenstand in diesen naturwissenschaftlichen Disziplinen widerspiegelt.

    Mal davon abgesehen, dass mich die ganzen Zahlenbezeichnungen und fremdartigen Namen verwirren, sind mir noch ein paar andere Kleinigkeiten auf- bzw. eingefallen:

    Haha, der Satz ist gut:
    „(…) Wer den Weg eines der verschränkten Neutronen-Pakete kreuzt und die Wellenfunktion kollabieren lässt, von dem bleibt nur poröser Schrott. (…)“

    Aber was ist mit den Beschleunigungen? Wenn die Raumschiffe Vollgas geben und dann in „Nullkommanichts“ auf 0.99c aufdrehen, müssten die Triebwerke doch durch die Schiffe durchrauschen. Wenn von denen überhaupt noch was übrig bleibt, ganz zu schweigen von den Piloten. Zudem bräuchten sie dafür ungeheuere Energien.

    „(…) Ein Angriff bei Lichtgeschwindigkeit (…)“ geht natürlich nicht, würde auch nicht mal ein paar Sekunden dauern ;-).

    Sorry, aber manchmal geht mit mir der Physiker durch 😉 – auch eine Art Korinthe.

  5. Da bin ich mal gespannt auf die Antwort! 😉

  6. carl reiner holdt

    Hallo Micha und Martina,

    sorry für die späte Antwort, ich war etwas beschäftigt…

    Also als 1.: ich hätte mich niie getraut mein eigens Buch als Tipp zu geben, aber Detlef war da nicht so zimperlich 😉

    Zur Physik:
    Die Energie kommt aus „Nullpunktsenergie-Konvertern“. Du kennst als Physiker den Kasimir-Effekt, Micha, der zeigt, dass in den Vakuum-Quantenfluktuationen unglaubliche Energie-Beträge stecken. Dafür schrumpft natürlich die Raumzeit etwas zusammen, aber ich glaube, in einem cm³ steckt mehr Energie, als die Sonne in einem Jahr freisetzt.

    Natürlich können die Aliens auch künstliche Gravitations-Felder erzeugen (frag mich aber nicht wie), d.h.: so ein Raum-Jagdbomber beschleunigt „en block“.
    Wenn die Gezeitenkräfte Null sind, merkt man als Insasse gar nichts davon. Keinesfalls wird die Beschleunigung elektrostatisch vermittelt, also über die Bindungskräfte der Moleküle! Der Jagd-Bomber „fällt“ sozusagen auf sein Ziel zu.
    Jetzt frage mich nicht nach der Impulserhaltung. Das Problem hast du beim „Springen“, egal ob Hyperraum oder nicht, sowieso.
    Vielleicht strahlt der Jagdbomber Hawking-Strahlung nach hinten ab.
    Du weißt ja, die entsteht auch aus den Quantenfluktuationen, wenn das eine Teilchen eines virtuellen Teilchenpaares über den Ereignishorizont des Schwarzen Lochs abstürzt, während das andere eben als Hawking-Strahlung in unser Universum abgestrahlt wird.

    Natürlich heißt „bei Lichtgeschwindiigkeit“ nicht exact c, sondern 0,99c oder 0,9999c vom Bezugsystem des angeflogenen Objektes aus gesehen…

    Ich hoffe, das beantwortet eure Fragen für’s erste 😉

    Dank nochmal für eure Kommentare! Carl

  7. Lichtgeschindigkeit würde ja auch bedeuten, dass die Masse unendlich groß wird, wenn ich mich recht erinnere…

  8. Hallo Carl,

    Das ist natürlich schon sehr speziell. Beim Casimir-Effekt wird eine Kraft auf zwei Plättchen ausgeübt, die man im Vakuum ganz nah zusammenbringt. Es wird tatsächlich Arbeit geleistet an jeder Platte. Da man aber die andere dabei festhalten muss, bleibt unterm Strich nichts übrig :-(.

    Ich hatte mal gelesen, dass dieser Effekt auf Massen und Raumzeit übertragen, einen hypothetischen Antrieb hergeben könnte (war das Burkhard Heim?). Aber mit sehr vielen ????? Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sollte sich auf irgendeine Art die Raumzeit bei einer solchen Maschinerie krümmen. Dann fiele das Raumschiff tatsächlich der Krümmung hinterher, baute die Krümmung weiter vorne auf … und das Raumschiff im freien Fall immer hinterher. Hört sich nach Warp-Antrieb an, oder? Und ein bisschen nach Münchhausen, der sich aus dem Sumpf zieht ;-).
    Aber wie gesagt, Genaueres weiß ich darüber nicht.

    Die NASA hatte auch mal ein Projekt, in dem sie solche spekulativen Antriebe erforscht hat. Das Projekt gibt’s nicht mehr. Die Antriebe auch nicht.

    Künstliche Gravitation, Stasis-Felder, Hyperraum – jetzt kommen wir der Sache schon näher :-). Die würde ich ehrlich gesagt auch benutzen, sonst kommt man ja auf keinen grünen Zweig, geschweige denn zum nächsten Stern.

  9. @Martina

    Du hast völlig recht. Und um so eine Masse anzutreiben, braucht’s immer mehr Energie – im Grenzfall unendlich. Also wieder nichts mit Überschreiten der Lichtgeschwindigkeit. Womit sich der Kreis schließt 😉

  10. Hallo zusammen,

    mal´n paar Kleinigkeiten:

    … (also Punkt Punkt Punkt) bitte nur bei abgerissenen Wörtern direkt im Anschluss, z.B. „Verdammte Sch…“, fluchte Tom. Sonst bitte einen Leerraum.

    Die Handlung in der Gegenwart ist generell nicht mein Ding. Liest sich irgendwie immer unecht.

    Diese ganzen Physik-Begriffe entweder als selbstverständlich behandeln oder „so nebenbei“ auch für das gemeine Nicht-Physiker-Leservolk in verständlichen Worten klar machen, sonst wirkt es wie Star-Trek-Techno-Babbel („Captain! Ich generiere einen dreifach gezwirbelten Tachyonencluster durch das Holodeck 5. Dann müsste Mars uns die verbrauchte Energie wieder in die Konverter blasen …“ oder so ähnlich).

    Als alter Hardcore-SF-Fan stehe ich natürlich auf Raumschlachten; wer mal wirklich hier das „Maß-aller-Dinge“ lesen möchte, soll sich mal die ersten 10 Bände von Honor Harrington (David Weber) reinziehen. Das fetzt!

    Aber sonst ganz unterhaltsam gemacht, Herr Holdt.

    LG

  11. carl reiner holdt

    Hallo Micha,

    ja, Danke: Casimir mit C.
    Bei dem Effekt wird schon Arbeit verrichtet, also unterm Strich ist die Bilanz nicht Null und man kann theoretisch auf Kosten der Raumzeit ein Perpetuum mobile bauen. Aber der Schwerpunktsatz (= Impulserhaltung) wird dabei natürlich nicht verletzt!
    Bei dem von dir skizzierten Warp-Antrieb aber schon. So wie du ihn erklärst, kannte ich den noch nicht, danke! „Mein“ Antrieb funktioniert so ähnlich. Das Problem mit der Impulserhaltung hatte ich ja schon eingeräumt. Nach der ART strahlt ein beschleunigter Spiegel Licht ab, das wäre eine Alternative zur Hawking-Strahlung, um den Münchhausen-Effekt zu vermeiden, grins…

    Insgesamt schreiben wir hier ja Geschichten und die müssen als Geschichten funktionieren. Wenn die Physik in den Geschichten auch schon funktionieren würde, dann würden wir ja keine Fiktion schreiben, sondern Institute leiten und Nobel-Preise kassieren 😉

    Hallo Newsjunkie:
    Dank für deine satztechnischen Hinweise! Ich weiß noch nicht so recht, wie ich einen abgebrochen Satz oder eine Unterbrechung, eine Sprechpause, oder das Zuschalten mitten im Satz andeuten soll. Leerzeichen sind zu wenig. Gedankenstriche passen nicht. Auslassungspunkte sind bisher die Lösung.

    Zu den Raumschlachten:
    Ich mag Honor Harrington, habe wahrscheinlich 10 Bände von Weber gelesen!
    Aber das Maß aller Dinge ist er nicht, was Raumschlachten angeht.
    Die Gründe:
    Starwars orientiert sich am Luftkampf, Weber an Seeschlachten aus dem 1. und 2. Weltkrieg.
    Das funktioniert nicht bei Hochgeschwindigkeits-Raumkämpfen.
    Wenn uns jetzt(!) jemand mit 0,99c aus 150 Mio km Entfernung (= 1 AE) angreift, erreicht uns der Einschlag in ca. 8,5 Minuten. Die Information der Sensoren, dass uns überhaupt jemand angreift, bekommen wir frühestens(!) 5 Sekunden vorher! Dann ist in etwa klar, was passiert, wenn jemand uns mit 99,99% der Lichtgeschwindigkeit angreift.
    „Käpten an Maschineneraum: Ruder hart Backbord, volle Kraft voraus, Abfangraketen klarmachen!“ Hebel-umleg, Knopf-drück, Schirm-ables, Rakete-programmier: das bringt dann überhaupt nix!
    Raumschlachten werden von intelligenten Maschinen geführt. Nur die haben die nötigen Reaktionszeiten.
    Menschen fliegen nur wenige mit, und dann nur als intuitiv-strategische Richtlinien-Geber.
    Von daher habe ich das Konzept der Flugzeugträgers genommen.
    Weber nimmt das zeitgenössische Schlachtschiff 1:1 samt Technik und peppt es mit Antigrav-Antrieben aus. Dann lässt er die Schiffe wie einen Schwarm Enten durch den Tümpel eines Planeten-Systems dümpeln. Er nutzt das Potential der Antigrav-Felder (wenn man sie schon mal hat) gar nicht aus.
    Er hat keine Ahnung, was so eine Antigrav-Antrieb für Energie braucht und freisetzen, auch nur welche kinetische Energie (siehe Martina) beim Einschlag frei wird.
    „Käpten, wir sind getroffen! der Maschinenraum muss abgeschottet werden!“ Alarm. Alarm. Alarm.
    Bei einem Treffer (bei 0,9999c) 0,05 Sekunden nach der 1. Feind-Kontakt-Warnung bleibt von dem ganzen Ding nur heißes Plasma übrig.
    Wir können gerne ausführlich darüber diskutieren, auch über Harringtons Sonden, die Signale mit Überlichtgeschwindigkeit übermitteln!

    Ich sage nicht, dass Weber keine tolle Fiction schreibt! Die Geschichten sind super! Eben Seekriegsromane.
    Nur die Science kommt etwas kurz. Speziell die Informationstechnologie. Menschen an Schaltpulten…
    Und im Unterschied zum Techno-Gebabbel, das du karikierst, bekommst du keine Fan-Seiten, sondern wissenschaftliche Seiten aufgerufen, wenn du „Nullpunktsenergie“ oder „Verschränkung“ googelst.
    Man muss auch nicht wissen, was die Begriffe wissenschaftlich bedeuten: was sie bewirken, steht im Text.

    Liebe Grüße an alle, Carl

  12. Hallo Carl,

    das ist alles höchst spekulativ und es müssten viele, viele Wenns und Abers abgehakt werden. Und du weißt ja bestimmt, wie sich das mit dem Perpetuum mobile verhält: das können halt nur der Lukas und der Jim bauen ;-). Aber vielleicht klappt’s ja irgendwann mit Casimir-, Warp- oder ähnlichen Antrieben :-).

    Aber, und das habe ich auch schon gesagt, es ist ja SF und die Story muss funktionieren, selbst wenn man dafür das eine oder andere aus dem Hut zaubern muss. Deshalb ist das vollkommen in Ordnung.

    Was Newsjunkie vermutlich mit der Kritik an den Ellipsen (…) meinte, war, dass zwischen den Punkten und dem Wort ein Leerzeichen stehen muss, z.B.:
    „Damit haben sie sogar eine kleine Chance … du kannst deine Jungs nicht einfach verheizen.“

  13. Hallo Newsjunkie,

    Carl hat natürlich recht, wenn er sagt, dass du bei den „Physik-Techno-Babbel“-Begriffen statt auf Fan-Seiten auf irgendwelchen „wissenschaftlichen“ Seiten landest – aber das ist eben auch ein Nachteil. Denn unter „Verschränkung“, „Bose-Einstein-Kondensat“ und „Nullpunktsenergie“ bekommst du nichts darüber zu lesen, wie der Antrieb oder die Wummen der Aliens funktionieren. Auf den Fan-Seiten hingegen schon. Da gebe ich dir vollkommen recht.

    Mal sehen, wie ich dieses Dilemma löse, wenn ich in diese Verlegenheit komme.

  14. Ich möchte mal eine Lanze für Newsjunkie brechen: Mir ist es als Autor eigentlich wurscht, ob dieses odes jenes so funktioniert, funktionieren könnte oder nicht. Einzig als notweniges Werkzeug für die Dramatik, die Handlung oder den gesamten Plot sollte eine (auch technische) Idee in sich logisch sein. In der Realität wirklich funktionieren muss sie nicht. Wie viele Romane gibt es mit der Fortbewegungsart Teleportation(Perry Rhodan)/Beamen(Star Trek)/Aparieren(Harry Potter)? Es gibt alle drei Varianten nicht in unserer Welt, trotzdem sind diese Mobilitätsmöglichkeiten in den jeweiligen Romanen stimmig und eben … na? na? FANTASTISCH!

    Ich möchte keinen Roman oder Story schreiben, in der ich klitzeklein etwas beschreibe, was es vielleicht noch nicht, vielleicht nie geben wird. Das würde den Leser langweilen.

    mgg
    galaxykarl 😉

  15. carl reiner holdt

    @ newsjunkie und micha, zum text-zustand:
    ja, der ist miserabel. Detlef hat ihn für mich eingestellt und wir haben dann über 1 std. damit verbracht, die grausamen folgen von copy&paste zu glätten. danke nochmal, Detlef!!

    @ alle: ich habe das gefühl, wir sind uns einig:
    die geschichte muss funktionieren!
    und das ist u.a. auch geschmackssache.

    ansonsten finde ich: es ist eine anregende diskussion!
    dank an alle! können wir von mir aus gerne weiter führen.

    lg, carl

  16. Ist doch besser hier, wo einem die Texte nicht enteignet werden wie auf facebook, die dann damit Geschäfte machen ohne dass man dafür was bekommt. Hier bekomen die Autoren über den Storywettbewerb zumindest einen Teil wieder zurück an Geld, bei dem sie beigetragen haben durch ihre Bemühungen. 🙂

  17. Hi miteinander,

    wiedermal seit langem hier. Die Puzzelstory gibt’s nicht mehr? 🙁

    Physik hin oder her, ob man sie versteht oder nicht, ist doch piepegal. Wenn’s nur spannend und schlüssig ist. Aber nur irgendwelchen Mist aus dem Hut zaubern, damit die Dramatik stimmt … das ist genauso Quatsch. Dann hat man was falsch gemacht und will nur seinen heiligen Text nicht überarbeiten.

    Wenn jemand einen Historienroman schreibt, recherchiert er doch auch. Warum denken nur alle Leute SF sei ein Fantasy-Ableger, ist doch Schmarrn. Wenn einer seine Figuren vor einem realen Universum agieren lässt, ist doch gut.

    Wenn einer mit 150 Sachen um die Hausecke pest und den trägt’s nicht raus, dann bitte nur, wenn es eine SF Verarsche ist und er nen Taschenantigrav im Hosensack hatte.

  18. Hallo Konrad, wir haben die Puzzelstory erstmal auf Eis gelegt da das Konzept nicht wirklich funkioniert. Vielleicht werden wir das nochmal neu überdenken und ein anderes Konzept anbieten.

    Was die Physik in SF-Literatur angeht stimme ich dir zu, nur denke ich, dass es einfach Grenzen gibt, die wenn man die überschreitet, und das ist oft nötig, wenn man seine Geschichte auf eine gewisse Art erzählen will, man einfach in spekulative Bereiche kommt, zwangsläufig. Aber warum soll so eine Art von Literatur nicht auch eine Existenzebrechtigung haben? Dann kann man das ja einfach „Phantastik“ nennen, wenn die Technik zu spekulativ ist um sie SF zu nennen. So sehe ich das jedenfalls, da ich ein Gegner von zu engen Grenzen bin, in der Literatur spielt. Ich bin da einfach zwnagloser und muß nicht unbedingt bestimmte Vorgaben akzeptieren. Ich bin für freies Schreiben, egal ob andere das dann nur sehr schwer in eine Schublade stecken können. Ich bin sowieso dafür nicht so enge Schranken und Schubladen zu bedienen. Warum soll eine Story nicht historisch, Fantasy, Horror, Krimi und SF gefärbt sein?

  19. Da spricht bzw. schreibt mir jemand aus der Seele! Warum muss man immer alles in Schubladen stecken. Hätten sich Schriftsteller zu allen Zeiten immer daran gehalten, nur über das Mögliche zu schreiben, um wieviel ärmer wäre unsere Literatur. Schreiben bedeutet auch Grenzen zu überschreiten, Unmögliches zu denken und zu formulieren. Und wenn es in das eine Genre nicht reinpasst, erfinden wir einfach ein neues! Wozu ist Kreativität sonst gut?

  20. Ich bin für freie Kreativität, alles andere ist schrecklich. Die Auswahl ist doch groß genug, da ist für jeden etwas dabei. Und das finde ich gut so. Wenn mir was nicht gefällt, dann gefällt es halt jemand anderem. 🙂

  21. Wenn mir jemand in der U-Bahn auf den Fuß tritt und sich dann dafür nicht entschuldigt, dann stecke ich ihn leider auch sofort in eine Schublade, auf der draufsteht „unfreundliches, arrogantes Arschloch“. Wenn er sich nur kurz mit einem Wort entschuldigt, dann kommt er in die Schublade „zurückhaltender, menschenscheuer Einzelgänger“. Wenn er sich vielmals entschuldigt und mich nett und sanft anlächelt, dann kommt er sofort in die obere Schublade, wo die „netten“ drin sind, obwohl ich ja nicht weiß, ob genau dieser Typ zuhause seine Kinder und seine Frau schlägt und ein Arschloch ist. So ist das mit uns Menschen, wir stecken in Schubladen, auch dann, wenn wir das eigentlich nicht vorhatten.

  22. Nein, Schubladendenken sollte man wirklich vermeiden, aber mir geht es da genau wie dir, Irene: Die Hormone sind meistens schneller als das Hirn ;-). Und „political correctness“ die ganze Zeit ist auch anstrengend und zermürbt.

    In der Literatur gibt es sowieso keine Reinformen, da mischt sich immer was anderes mit rein.

    In einem muss ich dir, Konrad, aber zustimmen. Der Autor Carl Reiner Holdt hat die Story explizit mit dem Attribut „physikalisch korrekt“ … oder so ähnlich versehen (lassen). Zitat: „(…) versucht die Story „Die Eroberung“ eine Raumschlacht gemäß dem heutigen physikalischen Wissenstand zu beschreiben. (…)“.

    Da können sie die Leute, die darüber diskutieren wollen, ruhig die Neutronen um die Ohren hauen 😉 😉 bis die Neuronen qualmen, hihi.

  23. Wie heißt das nochmal? Vom Stöckchen zum Hölzchen? 🙂

  24. Na, wollt Ihr die Diskussion nicht nochmal aufnehmen, die Ihr hier begonnen hattet. Klang irgendwie interessant …

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