sfbasar.de

Literatur-Blog

DIE ARCHITEKTIN (Teil 1) – Erotische Geschichte in fünf Teilen von Günter Maria Langhaus

DIE ARCHITEKTIN (Teil 1)

Erotische Geschichte in fünf Teilen

von

Günter Maria Langhaus

Es war eher persönliches Interesse als absehbarer Nutzen das Max veranlasst hatte diesen Kongress zu besuchen. Es ging um Stallbau, deren mehrgeschossige Nutzung, Bepflanzung des Daches und so weiter. Als Entwicklungshelfer hatte er mehr mit endlosen Landschaften zu tun, deren Nutzung intensiviert werden sollte, aber mal sehen, irgend etwas hatte er bisher von jeder Tagung mitnehmen können.

Das weitläufige Foyer des Tagungshotels war ihm – ja, irgendwie zu ungemütlich. Essbereiche, Kaffeeecke, Bar, alles war hier untergebracht, viel Platz, das schon, aber für seinen Geschmack zu wenig voneinander abgetrennt. Irgendwo dazwischen war die Anmeldung, dahinter die Tagungsräume. Um in den Hoteltrakt zu gelangen musste er entweder quer durch das Restaurant oder außen herum; er wählte die zweite Variante um sein Zimmer aufzusuchen und sich nach der mehrstündigen Autofahrt etwas zu erfrischen.

Auf der Bettkante sitzend sah er die Referentenliste und deren Themen durch, dann stutzte er: Auch eine Architektin war unter den Dozenten: Gerlinde Öhming!

Gerlinde! Es war lange her dass sie sich zuletzt gesehen hatten, damals studierte sie noch in Düsseldorf, er hatte sie über einen Kommilitonen kennengelernt, der von Köln nach Düsseldorf gewechselt war und nun in Gerlindes WG wohnte. Schon damals hatten sie sich gemocht, sie hatten die offene und ehrliche Art geschätzt, mit der sie sich begegneten, und Max erinnerte sich an die eine oder andere Situation in der es durchaus geknistert hatte zwischen ihnen, aber außer Umarmungen und freundschaftlichem Küsschen war nie etwas geschehen. An ihm hatte das wohl nicht gelegen, schon damals tendierte er zu einem Leben als Globetrotter ohne feste Bindungen, aber Gerlinde war mit Pietr leiert, einem Niederländer, den Max auch recht gern mochte.

Nach seinem ersten längeren Aufenthalt in Afrika hatte sie sich aus den Augen verloren.

Und jetzt ein zufälliges Wiedersehen auf dieser Tagung! Wie aufregend!

In den Pausen zwischen den Vorträgen beobachtete er im Foyer die Menschen, immer in der Hoffnung Gerlinde zu erkennen. Aber vielleicht sah sie ja heute ganz anders aus als früher, kurze Haare vielleicht, viel schlanker oder viel fülliger. Würde sie ihn denn erkennen? Er hatte sein Äußeres in den letzten Jahren kaum verändert, aber die Erinnerung an einen Menschen verblasst ja auch mit der Zeit.

Ihr Vortrag begann um 16 Uhr, Max saß in der ersten Reihe. Und dann trat sie in den Saal, schön wie vor zehn Jahren, wallende feuerrote Haare umspielten ihre Schultern, blasses Gesicht mit Sommersprossen, nicht die Figur eines Models, aber alles wohl proportioniert. Max musste grinsen als ihm bewusst wurde, dass ihm, wieder einmal, die körperlichen Reize zuerst ins Gesicht stachen.

Sie strahlte Selbstbewusstsein und Kompetenz aus, kühl und nüchtern referierte sie über die Besonderheiten und Risiken des mehrgeschossigen Stallbaus. Zwischendurch schaute sie immer wieder in das Auditorium, hatte sie ihn bemerkt? Anmerken ließ sie sich nichts.

Nach der abschließenden Diskussion stand sie noch herum mit anderen Referenten und dem Fachbereichsleiter, Max wartete geduldig bis diese alle Fragen geklärt hatten, erst jetzt wandte sie sich zu ihm hin:
„Max!“ Ihre Freude ihn wieder zu sehen kam von Herzen. „Ich habe dich schon während meines Vortrages bemerkt!“

Sie reichten sich die Hände, lachten sich an und dann umarmten sie sich innig. Wie von selbst und ohne dass er es geplant hätte fuhren seine Hände über ihren Rücken bis zum Hintern, griffen fest zu und drückten ihr Becken gegen das Seinige; sie ließ es geschehen, wich nicht aus, sie sahen sich in die Augen, kurze Blitze zuckten zwischen ihnen, dann ließen sie voneinander ab.

Erster kurzer small talk, wie geht es dir, was machst du, und so weiter, zu mehr war jetzt zwischen den Vorträgen keine Zeit

„Essen wir heute Abend zusammen?“ fragte Max deswegen; nach so langer Zeit wollte er schon genaueres wissen, „ich reise erst morgen früh ab.“

„Ich morgen Abend. Bis nachher, Ich freu mich!“

Und dann folgte sie den anderen ins Foyer.

Max konnte sich nicht mehr konzentrieren; es war sicherlich interessant was der folgende Redner referierte, aber Max hörte nicht hin, immerzu musste er an Gerlinde denken und an das Abendessen mit ihr.

Als er den Speiseraum betrat hielt er nach ihr Ausschau: Sie war noch nicht da. Er war auch zu früh. Im gemütlicheren Bereich abseits der Doppeltür zum Hoteltrakt nahm er Platz. Es dauerte nur wenige Minuten bis er ihr rotes Haar bemerkte, winkte ihr, aufrecht durchschritt sie den Speisesaal, enge Jeans, weiße Bluse, was für eine schöne Frau!

Ausführlich erzählten sie sich von dem in den vergangenen Jahren Erlebten, beide waren viel gereist, Gerlinde in den Norden, Max in Afrika und Arabien. Sie aßen, tranken Wein, lachten und alberten zunehmend, immer wieder sahen sie sich an, fassten sich an den Händen als wollten sie sich überzeugen dass der andere auch tatsächlich gegenüber am Tisch saß. Ihre Augen trafen sich, ließen nicht los voneinander.

„Manchmal habe ich an dich gedacht“, sagte sie leise.

„Als ich die Referentenliste sah stockte mir fast der Atem“, gab er das Kompliment zurück, „ich konnte es gar nicht erwarten dich zu sehen“, und er erzählte wie er zwischen den Vorträgen nach ihr gesucht hatte.

Gerlinde lächelte „Ob wir damals was versäumt haben?“ fragte sie und sah ihm dabei direkt in die Augen.

Er antwortete nicht gleich, er hatte schon das Gefühl, damals etwas versäumt zu haben, wusste aber nicht wie er es jetzt ausdrücken sollte, hatte sich bei ihr die gleiche erotische Spannung aufgebaut wie bei ihm? Wie damals?

„Du sagst nichts?“ hakte sie mit einem Hauch von Zweifel in der Stimme nach.

„Wir haben was versäumt“, sagte er fest und bestimmt, „wir waren uns so nahe, haben – haben irgendwie…“

„Haben es nicht gewagt, willst du sagen?“

„Ja, wir haben es nicht gewagt!“

Schweigend sahen sie sich an, ihre Hände suchten sich, drückten sich fest, seine Augen wanderten jetzt über ihre Bluse, verharrten auf ihrem Busen. Sie hatte seinen Blick bemerkt, ein Schauer lief durch ihren Körper, sie atmete tief ein, unwillkürlich reckte sie ihren Oberkörper, spürte ihre Brustwarzen die den Stoff durchbohren wollten.

Da war es wieder, dieses Kribbeln, sie hielt seinen Blicken stand, genoss es wenn seine Augen von ihrer linken Brust zur rechten wanderten, wie damals in Restaurant in Neuss. Nur damals waren sie nicht allein. Wer weiß wie sich der Abend sonst entwickelt hätte, sie hätte sich nicht gewehrt, war zu jeder Schandtat bereit.

Lange Sekunden vergingen. Heute waren sie alleine hier, würden im Hotel übernachten, eine Chance? Würden sie sie nutzen können, würden sie es wagen? Zweifel? Nein, keine Zweifel! Sie würde sich nicht verweigern, könnte es gar nicht mehr, der non return Punkt war längst überschritten.

„Bitte geh auf die Toilette und zieh deine Unterwäsche aus.“

Irritiert sah sie ihn mit großen Augen an. Dieses Knistern, diese erotische Spannung zwischen ihnen hatte sie genossen. Seine Blicke hatten sie erregt, sie waren so ungeniert, fast fordernd, und doch hatte sie diese vor sich selbst eher mit seiner Ungeschicklichkeit erklärt, in der er glaubte sie würde es nicht bemerken. Um so mehr überraschte sie nun seine Aufforderung, wurde dadurch doch klar, dass er ganz bewusst gehandelt hatte: Er hatte gewollt dass sie seine Blicke bemerkte, dass ihr bewusst wurde wie er sie in Gedanken nackt auszog.

Der Saft schoss ihr in den Unterleib.

„Bitte geh auf die Toilette und zieh deine Unterwäsche aus“, wiederholte er in ruhigem Ton, der aber keinen Widerspruch erlaubte.

Eine Gänsehaut kribbelte über ihren Rücken als sie sich erhob um seiner Anweisung zu folgen, sie spürte wie ihr Unterleib den Slip benetzten. Unauffällig versuchte sie einen Blick auf ihren Schritt zu werfen: Würde der Stoff die hervorquellende Nässe halten können? Wird man einen Fleck erkennen wenn sie nachher ohne Slip von der Toilette kam?

Er beobachtete sie als sie zwischen den Tischen hindurch von der Toilette zurückkehrte. Deutlich erkannte er das leichte Schaukeln ihrer nun nicht mehr durch den BH gehaltenen Brüste unter ihrer Bluse. Er glaubte ihre Nippel zu erkennen, stellte sich vor sie seien nackt, enge Jeans und ansonsten nackt, er spürte wie seine Lust sich rührte.

Ihre Blicke trafen sich, Sie schaute nicht nach rechts oder links, sie befürchtete die anderen Gäste könnten ihre Nacktheit erkennen, was eine Mischung aus Scham und dem Gefühl der Verruchtheit in ihr auslöste und ihre Erregung steigerte.

„Wo ist dein Slip“, fragte er nachdem sie sich gesetzt hatte.

„In meiner Tasche“, antwortete sie leise, unsicher, folgte jetzt eine weitere Entblößung? Erregt atmete sie tief ein.

Er nahm seinen noch halb gefüllten Teller vom darunter platzierten Servierteller und reichte diesen zu ihr hin: „Bitte lege ihn darauf.“

Wieder durchfuhr sie dieser Schauer der Erregung, ihr Slip offen auf dem Teller! Im Schritt hatte er einen großen Fleck, er würde ihn bemerken!

Ihre Augen wanderten kurz durch den Raum, die anderen Gäste waren mit ihrem Essen beschäftigt, vielleicht würde niemand ihr obszönes Tun bemerken. Zusammengefaltet legte sie das knappe schwarze Stückchen Stoff auf den dargebotenen Teller, sah ihn an.

Freundliches Lächeln. „Entfalte ihn bitte, und drapiere den Schritt nach oben und die Innenseite nach außen.“

Wenn jetzt die Bedienung kam um nach dem Rechten zu fragen! Schweißperlen sammelten sich auf ihren Schläfen und zwischen ihren Brüsten, ihre Atmung war tief, sie kniff die Lippen zusammen um nicht mit offenem Mund die Luft einzuziehen, ein leichtes Zittern übermannte ihren zunehmend hilflosen Körper. Mit langsamen Bewegungen ihrer Hände entfaltete sie den Slip, drehte ihn auf links, die festere Partie des Schrittbereichs dekorierte sie bogenförmig nach oben. Feucht zeichnete sich die Spuren ihrer Lust ab, ihr Duft verbreitete sich langsam aber unaufhaltsam im Raum. Er konnte es riechen, alle konnten es riechen, tuschelten die anderen Gäste? Sahen sie zu ihr herüber? Und er? Sie fühlte sich so nackt, ihre Scham lag für jeden sichtbar offen auf dem Tisch!

Max nahm den Teller zurück, ließ ihn dicht unter seiner Nase kreisen und atmete tief ein. (…)

(zum zweiten Teil)

Copyright (C) 2015 Text  by Günter Maria Langhaus. Ungekürzte Version(en) der Kurzgeschichte(n) finden sich später unter http://www.gm-langhaus.de/html/kurzgeschichten.html

Bildrechte: “Erotische Abenteuer – verschiedenster Welten” (Erotik-etwas-heller.jpg) © 2014 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

Zeichnung „Mädchen mit gelber Blume“ mit freundlicher Genehmigung von Dabre Durante (c) Copyright 2015

Liebe Besucher, Leser und Unterstützer unseres Literaturblogs, wenn Ihr unseren Autoren ein wenig Unterstützung bieten möchtet, so gibt es jetzt die Möglichkeit eine kleine Summe über den unten stehenden Button per Paypal in die Kasse einzuzahlen, aus der dann die Preisgelder für die Gewinner des nächsten Storywettbewerbs mitfinanziert werden:

Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

BUCHTIPP DER REDAKTION:

Die Reise nach Namibia (Kartoniert)
Erotischer Roman
von Langhaus, Günter Maria

Verlag:  Fouque (Frankfurter) Literaturverlag
Medium:  Buch
Seiten:  243
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  September 2014
Maße:  146 x 208 mm
Gewicht:  328 g
ISBN-10:  3837214834
ISBN-13:  9783837214833

Kurzbeschreibung
53 lange Tage liegen vor einem Paar, das sich von Deutschland aus mit dem Auto auf den Weg durch Afrika macht. Der Protagonist möchte nach kurzem Aufenthalt in Lübeck zurück nach Namibia. Doch welches Geheimnis hütet seine Begleiterin? Ist sie die Rühr-mich-nicht-an, als die sie sich immer gezeigt hat? Oder eine Nymphomanin, die ihre sexuellen Bedürfnisse nur schwer unter Kontrolle halten kann? Das enge Zelt, die Hitze Afrikas und die Schönheit dieses Kontinents lassen eine intensive Nähe entstehen, in der sich die beiden Stück für Stück offenbaren können. Psychisch wie physisch legen sie Hemmnisse ab, bis sie ihre Seelen und Körper vollkommen nackt voreinander zeigen. Schamlos und frei wird die Kommunikation zur Erotik und der Sex zur Sprache. Zärtlichkeit, Abgründe aus Wut und Gewalt sowie hemmungsloser Sex unterliegen keiner Zensur.

Autor
Günter Maria Langhaus wurde 1950 in der Nähe von Köln geboren, Abitur 1971, anschließendes Studium der Biologie und Landwirtschaft an verschiedenen Universitäten Deutschlands. Seine berufliche Tätigkeit als Berater ließ ihm immer wieder Zeit für längere Reisen, unter anderem in den arabischen Raum sowie in das südliche Afrika. Diese Reiseerlebnisse einerseits und die Erfahrungen der sexuellen Revolution Anfang der Siebziger andererseits waren entscheidende Faktoren, die ihn zu seinem Erstlingswerk „Die Reise nach Namibia“ inspirierten.

Titel bei amazon.de
Titel bei buch24.de
Titel bei Booklooker.de
Titel bei Libri.de

ACHTUNG! So verdoppeln Sie Ihre Chancen bei Titeln unter Kurzgeschichten, bei denen es später noch zu einer Verlosung kommt: Geben Sie mindestens einen Kommentar zu diesem Beitrag ab. Das ist ganz einfach: Nur auf den Button “(keine) Kommentare” klicken und Ihre Meinung zum Thema abgeben. Dafür werfen wir ein 2. Los in die Lostrommel. Sobald Sie dann in der nächsten Meldung mit dem Preisrätsel zu diesem Buch PER E-MAIL (!) an der Verlosung teilgenommen haben, verdoppeln Sie Ihre Gewinnchance. Natürlich sollte Ihre Antwort PER E-MAIL (!) beim Preisrätsel richtig sein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen! WENN SIE MÖCHTEN, DASS DIESER TITEL IN DIE VERLOSUNG GEHT DANN SCHREIBEN SIE IHREN WUNSCH IN DEN KOMMENTAR, DAMIT DER VERLAG SIEHT, DASS HIER LESER INTERESSE DARAN HABEN, UM SO EHER KÖNNEN WIR DEN VERLAG DANN DAVON ÜBERZEUGEN!

2 Comments

Add a Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sfbasar.de © 2016 Frontier Theme