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DER TAUBENMEISTER – Eine historisch-phantastische Kurzgeschichte von Thomas Vaucher (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 2/2014 – gedrittelter Preis)

DER TAUBENMEISTER

Eine historisch-phantastische Kurzgeschichte

von

Thomas Vaucher

Tagebuch des Abelard Bretonnet – Letzter Eintrag – 12. 3. 1336 – Paris

Die Welt ist phantasielos und finster geworden. Ich erinnere mich noch sehr gut an Zeiten als dies noch anders war. Es ist noch nicht einmal sehr lange her …

Tagebuch des Abelard Bretonnet – Erster Eintrag – 23. 10. 1275 – Paris

Ich habe mich soeben entschlossen, mit meinen jungen siebzehn Jahren ein Tagebuch zu führen, um meine phantastischen Erlebnisse der Nachwelt zu erhalten. All dies was ich in den Jahren meiner Kindheit oftmals verflucht habe – und was mein Privileg als adliger französischer Staatsbürger war – das Rechnen, Lesen und vor allem Schreiben, kommt mir bei diesem Vorhaben nun zu Gute. Die Erlebnisse, von denen ich berichten will, handeln nicht etwa von grossen Kriegern oder ewiger Liebe, nein, vielmehr dreht sich alles um die kleinen grauen Tierchen, die in unserer Sprache schlicht pigeon genannt werden.

Der kleine, bucklige und kahle Mann, welcher in der Avenue de la Bourdonnais direkt gegenüber dem Stadthaus meiner Eltern wohnte, wurde von allen Leuten nur der Taubenmeister genannt. Niemand kannte seinen wirklichen Namen – oder zumindest niemand, den ich befragt habe – und die wenigen, die ihn vielleicht gekannt hätten, waren wohl schon längst tot, denn der Alte verkehrte mit keiner Menschenseele.

Dafür hatte er seine Tauben.

Und niemand konnte so gut mit Tauben umgehen wie er. Deswegen führte er auch, seit ich mich erinnern kann, die erfolgreichste Brieftaubenstation der ganzen Stadt, wenn nicht des ganzen Landes. Noch niemals sei seine Post nicht angekommen, sagen die Leute und stets mit aussergewöhnlicher Präzision und Schnelligkeit. Dabei brauchte er nicht einmal, wie sonst üblich, eine Empfänger-Brieftaubenstation. Nein, die Brieftauben fanden ihren Empfänger alleine. Schon viele Leute haben ihn nach seinem Geheimnis gefragt, doch niemand ist bisher dahinter gekommen.

Ich habe sein Geheimnis gestern entdeckt. Und es ist so phantastisch, dass ich mich und mein Weltbild gründlich hinterfragen muss.

Als Nachbar des Taubenmeisters bekam ich es meistens mit, wenn irgendeine Post bei ihm aufgegeben wurde und auch wenn er seine Tauben losschickte. Was er übrigens viel häufiger tat, als die Leute ihm Aufträge zukommen liessen. Daraus schloss ich, dass der alte Herr selbst fleissig Briefkorrespondenz führte. Doch fragte ich mich seit meiner Kindheit, mit wem der Taubenmeister wohl schrieb. Hatte er doch noch irgendwo Verwandte, welche ihn nur nie besuchen kamen?

Dieser Gedanke führte letztendlich auch dazu, dass ich gestern Abend in sein Haus eingebrochen bin. Seit Tagen hatte man den Taubenmeister nicht mehr gesehen und wenn jemand an seine Türe gepocht hatte, um einen Brief aufzugeben, so war ihm nicht mehr geöffnet worden. Das war einigermassen seltsam für einen Mann, der sein Haus so gut wie nie verliess und sonst ein grosses Pflichtbewusstsein an den Tag legte. Doch noch seltsamer war, dass auch keine Tauben mehr sein Haus verliessen und das war in all den Jahren noch nie vorgekommen.

Mit dem Gedanken, dass doch jemand nachsehen müsste, ob dem alten Mann was zugestossen war und in einem solchen Falle seine Verwandten benachrichtigen müsste, rechtfertige ich mein Vorhaben, ins Haus des Taubenmeisters einzudringen. Natürlich war es reine Neugier, die mich dazu trieb, das Haus des kauzigen Alten zu durchsuchen. Und dieser eine Abend sollte mein Leben schlagartig verändern.

Tagebuch des Abelard Bretonnet – Zweiter Eintrag – 24. 10. 1275 – Paris

Am Abend des zweiundzwanzigsten Oktobers, im Jahre des Herrn 1275, waren meine Eltern zu einem Dinner bei Bekannten eingeladen. Ich nutzte die Gelegenheit, um bei Einbruch der Dunkelheit das vermeintlich leere Haus des Taubenmeisters einer genaueren Beobachtung zu unterziehen.

Die Türe war zwar abgeschlossen, doch konnte ich mit sanfter Gewalt eines der Fenster im Erdgeschoss aufdrücken. Im Haus erwartete mich ein leicht fauliger, süsslicher Geruch, gepaart mit dem ganz eigenen Duft, welcher von Vögeln und natürlich auch von Tauben ausgeht.

Ich war wohl in der Küche, die gleichzeitig auch das Esszimmer darstellte, gelandet. Der kleine Raum beinhaltete den Kochherd, allerlei Küchenutensilien, einen kleinen Tisch und einige Stühle. Vorsichtig öffnete ich die einzige Türe des Raumes und gelangte in eine Art Salon und Empfangsraum. Hier nahm der Taubenmeister wohl seine Aufträge entgegen und empfing seine Kunden.

Ich durchquerte den gemütlich eingerichteten Raum und stieg die Treppe empor, welche ich hinter der nächsten Türe entdeckte. Der gesamte erste Stock wurde von einem einzigen Raum eingenommen. An der südwärtigen Wand befand sich der Taubenschlag. Mehrere Dutzend der kleinen grauen Tierchen waren in den Käfigen zu sehen und gurrten leise vor sich. In der Mitte des Raumes befanden sich drei grosse Tische, die u-förmig zueinander hingestellt waren. Auf den Tischen befanden sich allerlei seltsame Gerätschaften, welchen ich auf den ersten Blick keine genaue Verwendung zuordnen konnte, aber auch Phiolen, Kräuter, Pergamente, Tintenfässchen, Federkiele, kleine Käfige und Taubenfutter. Auf allen vier Seiten des ersten Stockes, der gleichzeitig den Dachstock bildete, waren grosse Fenster angebracht worden, durch welche die Tauben jeweils ihr Heim verliessen und betraten. An der Westseite des Gebäudes waren einige Säcke aufgestapelt worden, die wohl weiteres Taubenfutter enthalten mochten. Doch was mich am meisten in den Bann zog, war das Bett, das an der Nordseite des Raumes stand. Oder genauer gesagt die Person, welche darauf lag.

Es handelte sich ohne Zweifel um den Taubenmeister. Und ebenso schnell erkannte ich auch, dass der alte Mann tot war. Er lag friedlich in seinem Bett, die Augen geschlossen, die Hände auf der Brust verschränkt. Vermutlich war er einfach eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. An Altersschwäche gestorben, würden die Ärzte wohl diagnostizieren.

Von dem alten Mann ging ein verwesender Geruch aus. Er musste wohl schon vor mehreren Tagen gestorben sein. Trotz dem widerlichen Geruch umgab den Mann immer noch eine mystische, kraftvolle Aura. Im Tod erstarrt, erschien er mir noch geheimnisvoller als zu Lebzeiten.

Ich entfernte mich von dem Leichnam und spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt da gewesen, das Haus zu verlassen und den Tod des Mannes den Behörden zu melden. Doch die Neugier war stärker.

Ich näherte mich den drei Tischen in der Mitte des Raumes und unterzog die Gegenstände, die darauf lagen, einer eingehenderen Betrachtung. Bei den meisten Sachen handelte es sich um belangloses Zeug, doch zwei Dinge erregten meine Aufmerksamkeit.

Zum ersten waren die vielen Pergamente fein säuberlich in zwei ungleiche Stapel aufgeteilt worden. Seltsamerweise aber waren alle Pergamente leer. Nirgends war auch nur ein Buchstabe zu sehen. Ich nahm eines der Pergamente in die Hand und blickte es unschlüssig an, drehte und wendete es und plötzlich durchströmte mich ein ungeheuerliches Friedensgefühl. Ruhe und Gelassenheit durchflossen mich und ich verspürte einen starken Drang, die Welt zu verbessern.

Verwirrt legte ich das Pergament zurück auf den Stapel, als ein anderer Gegenstand meine Aufmerksamkeit auf sich zog.

Es war ein altes Buch. Ich setzte mich in den hohen Lehnstuhl, der vor den Tischen stand und schlug es sachte auf. Schon nach dem ersten Blick wusste ich, mit was ich es zu tun hatte. Es war das Tagebuch des Taubenmeisters!

Tagebuch des Abelard Bretonnet – Dritter Eintrag – 27. 10. 1275 – Paris

Es fällt mir immer noch schwer zu glauben was ich gelesen und erlebt habe, obwohl es nun schon einige Tage her ist. Leider hatte ich in den letzten Tagen keine Zeit, meinen Bericht fortzusetzen, doch da diese Zeilen für die Nachwelt gedacht sind, spielt es wohl keine Rolle ob ich meine Erlebnisse heute, morgen, nächste Woche oder erst in ein paar Jahren niederschreibe. Wichtig jedoch ist, dass ich sie niederschreibe.

Es scheint in der Tat so zu sein, dass der Mann, den ich nur als den Taubenmeister gekannt habe, über spezielle Fähigkeiten verfügt hat. Wie seinem Tagebuch zu entnehmen ist, verstand er es offenbar, mit den Tauben zu kommunizieren. Überdies behauptet er in seinem Bericht, er habe seinen Geist zuweilen mit den Tauben mitfliegen lassen, durch ihre Augen gesehen und sie so besser und genauer an ihren Zielort dirigieren können. Um dies zu bewerkstelligen, braute er sich Kräutertränke. Die Rezepte zu diesen Elixieren hat er ebenfalls im Tagebuch niedergeschrieben.

Es fällt mir schwer dies zu glauben, doch wenn man bedenkt, dass seine Tauben stets ihr Ziel fanden und dies manchmal unter den schwierigsten Umständen, so möchte ich diese Möglichkeit dennoch nicht ausser Betracht lassen.

Morgen werde ich den erwähnten Trank herstellen und überprüfen, ob der Taubenmeister tatsächlich nur ein alter Spinner oder ein hoch begabter Alchimist und Magier war. Die Zutaten zu diesem Trunk sind höchst kompliziert und zuweilen selten geworden, doch es gelang mir, sie in den letzten Tagen zu besorgen. Um dem Geheimnis des alten Mannes vollends auf die Spur zu kommen, haben meine Eltern auf mein Drängen hin sein Haus mitsamt seinen Gütern von den Behörden gekauft. Glücklicherweise hatte der Mann offenbar tatsächlich keine Erben, so dass sein gesamter Besitz dem Staat zufiel, welcher keine grosse Verwendung dafür hatte, so dass wir ihn zu einem relativ günstigen Preis erstehen konnten.

Tagebuch des Abelard Bretonnet – Vierter Eintrag – 29. 10. 1275 – Paris

Es ist unglaublich!

Als ich den Trank eingenommen und die Anweisungen aus dem Tagebuch ausgeführt habe, schien ich mit Hermes, der Taube, welche ich für mein Experiment ausgesucht hatte, zu verschmelzen.

Ich hatte mich lang auf dem Bett des Taubenmeisters ausgestreckt, die Taube auf meiner Brust festhaltend, genau so wie es im Buch vorgeschrieben war. Dann fühlte ich einen starken Sog, der mich schier zu zerreissen schien. Ich meinte, explodieren zu müssen. Alles begann sich um mich herum zu drehen, mir wurde schwindlig, ich schloss die Augen und als ich sie wieder öffnete, blickte ich auf meinen Körper herunter. Doch ich sah nicht nur meinen Körper, sondern konnte beinahe meine ganze Umgebung in einem scharfen dreidimensionalen Bild betrachten. Mein Kopf zuckte auf und ab, die Bilder reihten sich aneinander und vermittelten mir ein perfektes, plastisches Bild des ersten Stockes vom Haus des Taubenmeisters. Und inmitten all dessen lag ich auf dem Bett.

Ich begriff, dass mein Experiment gelungen war und ich mit den Augen von Hermes auf mich herabsah! Ich konnte es kaum glauben und doch bewiesen mir die ruckhaften Bilder, welche die beiden Taubenaugen lieferten, dass dem so sein musste!

Der Leser dieser Zeilen wird sicherlich verstehen, dass diese Erkenntnis mit mehreren Faktoren verbunden war. Einerseits eine unbändige Freude und ein grosser Drang endlich einmal am eigenen Leibe erfahren zu können, was es heisst, durch den Himmel zu fliegen und andererseits die vage Angst, eine Rückkehr in den eigenen Körper könnte misslingen.

In den nächsten Stunden genoss ich es, mit der Taube über die Dächer von Paris zu fliegen und als es Abend wurde, kehrte ich ins Haus des Taubenmeisters zurück, dirigierte die Taube auf meine Brust und war erstaunt, dass die Rückkehr in den eigenen Körper so reibungslos verlief. Kaum hatte Hermes meine Brust berührt, wiederholte sich der seltsame Prozess und ich wurde wieder in meinen menschlichen Körper zurückgeschleudert.

Als ich meine eigenen Augen wieder aufschlug, war ich sehr hungrig, hatte Kopfschmerzen und als ich aufstand wurde mir so übel, dass ich mich wieder eine Weile hinlegen musste.

Ich muss wohl eingeschlafen sein, denn ich kam erst heute Morgen, da ich diese Zeilen hernieder schreibe, wieder zu mir. Nun weiss ich, dass im Taubenmeister wahrhaftig mächtige Kräfte schlummerten und ich bin gespannt, was mir das Tagebuch noch alles enthüllen wird.

Tagebuch des Abelard Bretonnet – Fünfter Eintrag – 1. 11. 1275 – Paris

So phantastisch die Reise mit dem Körper der Taube vor wenigen Tagen war, so ist sie doch ein Nichts gegenüber den Erkenntnissen, die ich während den letzten drei Tagen durch das Tagebuch gewinnen konnte.

Der Schlüssel zum Geheimnis des alten Taubenmeisters liegt nicht einmal in seinem Umgang mit den Brieftauben, nein, er liegt darin, dass er dem Land über viele Jahre hinweg Frieden bringen konnte. Und ich bin der einzige Mensch, der über die Ursache Bescheid weiss.

In all den vielen Briefen, welche der Taubenmeister in eigener Sache losschickte, hatte er nicht einen einzigen Buchstaben geschrieben. All die leeren Pergamente blieben so leer, wie sie auf dem Tisch gestapelt waren. Doch waren sie mit einer eigenartigen Flüssigkeit bearbeitet worden, die dem Betrachter des leeren Briefes ein unbeschreibliches Gefühl des Friedens, der Harmonie und der Ruhe bereitete, ganz so wie ich es an dem Tag meines Einbruchs in diesem Hause erlebt hatte. So phantastisch das klingen mag: Der Taubenmeister war ein Politiker!

Er sandte seine Tauben den führenden Herren dieser Länder und übermittelte ihnen seine Friedensbotschaften mittels seiner Friedensbrieftauben. Und in den meisten Fällen schien dies die Könige, Grafen und Generäle davon überzeugt zu haben, von Kriegen abzulassen und in Frieden mit all den Nachbarn zu leben, denn die letzten Jahre war Frankreich in der Tat vor grossen Kriegen verschont geblieben.

Diese Erkenntnisse waren es letztendlich, welche mich dazu veranlassten, den Weg des Taubenmeisters weiterzuführen und der Schüler seines Tagebuches zu werden. Glücklicherweise hat dieses Genie in seinem Buch alles genaustens beschrieben, so auch die Herstellung des Mittels zur Besprühung seiner Briefe.

Morgen werde ich dem König von Frankreich meinen ersten Friedensbrief zukommen lassen!

Tagebuch des Abelard Bretonnet – Letzter Eintrag – 12. 3. 1336 – Paris

Die Welt ist phantasielos und finster geworden. Ich erinnere mich noch sehr gut an Zeiten als dies noch anders war. Es ist noch nicht einmal sehr lange her. Ich habe in all den Jahren als Taubenmeister stets versucht, Frankreich den Frieden zu erhalten und es ist mir wie ich zugeben muss, recht gut gelungen. Ich glaube, Frankreich hat einige gute Jahre hinter sich, doch fürchte ich um die kommenden Zeiten dieser Nation. Es bahnt sich ein Konflikt mit England an, den ich nicht mehr zu verhindern weiss, denn ich werde nicht mehr da sein, wenn sich die Lage so sehr zugespitzt hat, dass das Fass überläuft.

Aus diesem Grund habe ich mich vor einigen Monaten dazu entschlossen, mir einen Lehrling zu nehmen und ihn in die Kunst der Friedensbrieftauben einzuweihen. Ich wusste, dass es ein grosses Risiko war. Ein Risiko, das ich zum Wohle Frankreichs eingehen musste und welches ich wieder eingehen würde. Und doch wird es mich das Leben kosten.

In den ersten Monaten lehrte ich Maugis, meinem Lehrling, den Umgang mit den zierlichen Tierchen und die Kunst des normalen Brieftaubengewerbes. Doch vor wenigen Tagen weihte ich ihn in die Geheimnisse ein, welche ich vor so vielen Jahren bei meinem Einbruch in diesem Haus erfahren habe. Erst wollte er mir nicht glauben, hielt mich für senil und verrückt. Als ich ihm dann Beweise lieferte, bezichtigte er mich der Hexerei und machte sich aus dem Staub, als wäre ihm der Teufel auf den Fersen.

Mein Bruder, der im Gerichtshof arbeitet, warnte mich gestern, dass mich Maugis öffentlich der Hexerei angeklagt hätte und bereit sei, als Zeuge gegen mich auszusagen. Mein Bruder bat mich innig, aus Paris zu flüchten, solange noch Zeit dafür sei, doch das werde ich nicht tun. Wohin sollte ich in meinem Alter noch gehen? Und dabei meine lieben kleinen Tierchen im Stich lassen?

Nein, ich werde bleiben.

Es stehen einige Scheiterhaufen auf dem grossen Platz bereit, ich kann sie von meinem Fenster aus sehen. Viele Leute werden in diesen Tagen darauf geläutert und verbrannt. Ich werde nur einer von vielen sein, doch weiss ich, dass ich mit oder ohne Hexerei dazu beigetragen habe, dass Frankreich ein paar friedliche Jahre hatte. Ich hoffe nur, dass dieses Land auch ohne die Briefe des Taubenmeisters eine gute Zeit haben wird.

Ich höre schwere Schritte draussen auf der Strasse, begleitet vom Johlen der Menge.

Es klopft.

Sie sind da.

*

Im Jahre 1337 wurde der Ausbruch des sogenannten Hundertjährigen Krieges verursacht, als der französische König als Lehnsherr dem englischen König Eduard III. das Herzogtum Guyenne entzog. Die Auseinandersetzung sollte mehr als hundert Jahre dauern. Kaum eine Zeit in der Geschichte Frankreichs war blutiger als dieser Krieg.

-ENDE-

Copyright © 2008 by Thomas Vaucher

Veröffentlicht in der Anthologie „Das Herz der Dunkelheit“ im Sieben Verlag, 2008

Bildrechte: Magie – Verwandlungs-, Hexerei- & Zaubergeschichten” (Magie neuer Hrsg und heller.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

*

BUCHTIPP DES AUTOREN/REDAKTION, IN DEM DIE VORLIEGENDE STORY VERÖFFENTLICHT WURDE:

Das Herz der Dunkelheit
Phantastik-Anthologie

Verlag :      Sieben-Verlag
ISBN :      978-3-940235-30-5
Preisinfo :      14,90 Eur[D] / 15,10 Eur[A] / 22,90 CHF UVP
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Seiten/Umfang :      ca. 200 S.
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Aufl. 11.2008

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Klappentext:
20 Autoren stoßen in dunkle Abgründe vor. Sie zeigen uns die finstersten Schatten menschlichen Daseins und führen uns an Plätze, die wir niemals betreten wollten. 20 Geschichten für Nächte zwischen Realität und Wahnsinn.

Beschreibung:
Vor meiner Zelle geht das Licht aus und mein Spiegelbild erscheint in der Glasfront. Immer noch steht mir ein dreckiges Grinsen im Gesicht. Sie verlegen mich. Das heißt, mein Gefängnis ist nicht mehr sicher genug. Der Bunker, in den sie mich vor zwei Jahren sperrten, liegt sechs Kilometer unter der Erdoberfläche, mitten in der Mojave-Wüste. Im Umkreis von 350 Meilen gibt es nichts außer Sand und Steine. Einzelhaft in seiner reinsten Form. Ich bin der teuerste Häftling dieses Planeten …

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17 Comments

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  1. Bin gespannt wie Euch diese Geschichte gefällt. wer traut sich was dazu zu sagen?

  2. Nun ja, wirklich phantastisch ist die Idee nicht, eher offensichtlich. Die Bezeichnung Friedenstaube wortwörtlich genommen. Leider hat der Autor das Potential der Idee nicht genutzt.

    – Warum soll ein „Taubenmeister“ seinen Flammentod hinnehmen?
    – Warum wirken seine zig-tausenden „Botschaften“ nicht nachhaltig und verhindern den 100-jährigen Krieg?
    – Warum kann er selbst sein Leben nicht retten?
    – Wenn er denn selbst so fatalistisch ist, könnte wenigstens sein Lehrling/Schüler die Aufgabe übernehmen und evtl. etwas bewirken.
    – Wie sähe die Welt aus, wenn der 100-jährige Krieg nicht stattgefunden hätte? DAS wäre Stoff für einen Alternative-Roman gewesen! Chance – zu einer wirklich phantastischen Handlung – ungenutz gelassen … verschenkt.

    Außerdem einige Wiederholungen, die man bei der ersten noch hinnimmt, weitere aber mehr und mehr (störend) auffallen.

    In diesem Zustand eine Gute-Nacht-Geschichte für … ja, für wen? Teenager mit Hang zum Märchen (gibt´s die noch?); Gymnasiasten, die schon mal was vom 100-jährigen Krieg gehört haben? Für die dürfte es schlichtweg zu lahm sein (gerade die Teenager sind hier im Urteil gnadenlos, da sie heutzutage anderen Tobak gewöhnt sind).

    Man könnte aber das Ding so richtig ausbauen und einen echten Hammer draus machen … so um die 500 Seiten lang. Die bräuchte es nämlich, um das entsprechend aufzuarbeiten.

    Mit galaktischen Grüßen
    Werner

  3. Mal sehen, was der Autor dazu meint! 🙂

  4. Da passt doch dann endlich mal das Subcover der Anthologie wie die faust aufs Auge der Geschichte, oder? 😉

  5. Hallo Werner

    Ich beantworte dir deine Fragen gerne aus meiner Sicht, der Sicht des Autors:

    – Warum soll ein “Taubenmeister” seinen Flammentod hinnehmen?
    Der Taubenmeister ist alt, (78 Jahre ist eine ganze Menge für diese Zeit), er mag nicht davonrennen und sein restliches Leben auf der Flucht verbringen. Noch weniger aber will er damit seinen Anklägern ein Schuldgeständnis liefern oder seinen Taten indirekt abschwören. Er steht dafür ein, was er ist und was er tut.

    – Warum wirken seine zig-tausenden “Botschaften” nicht nachhaltig und verhindern den 100-jährigen Krieg?
    Die Zeit vor dem 100-jährigen Krieg war für diese stürmischen Zeiten sehr konfliktarm. Kommt eine neue Zeit, kommen neue Politiker, neue Staatsoberhäupter und Könige, die vielleicht noch nie einen Brief des Taubenmeisters gekriegt haben und ergo nicht davon beeinflusst sein können.

    – Warum kann er selbst sein Leben nicht retten?
    Wie sollte er? Indem er seinen Richtern Friedensbriefe zukommen lässt? Hält ein Richter mit seinem Urteil inne, wenn er Frieden will, aber von der Schuld eines Delinquenten überzeugt ist und der Pöbel nach dessen Hinrichtung schreit? Anders verhält es sich, wenn ein König Frieden will und deshalb davon absieht, ein benachbartes Land anzugreifen, weil er sein Gebiet erweitern will …

    – Wenn er denn selbst so fatalistisch ist, könnte wenigstens sein Lehrling/Schüler die Aufgabe übernehmen und evtl. etwas bewirken.
    Könnte er, wenn er denn daran glauben würde und das ganze nicht für Hexerei halten würde und deshalb den Taubenmeister der Justiz überliefert … (letzter Teil der Geschichte)

    Beste Grüsse
    Thomas

  6. OK, Thomas, schön, dass du dir als Autor die Zeit nimmst, auf meine Fragen einzugehen.

    Meinetwegen soll dein Taubenmeister seine „Schuld“ auf sich nehmen (Welche eigentlich? Er tut doch Gutes). Aber muss er sich deswegen dem grausamen Flammentod aussetzen? Würde es nicht genügen, wenn er sich den Rest seines Lebnes grämt? Immer noch: für was? Wenn du dies ihm aber zuordnest, hätte es wenigstens einen Halbsatz bedurft, um es klar zu machen; denn von selbst kommt man als Leser nicht auf so eine abwegige Selbstkasteiung.

    „… stürmischen Zeiten sehr konfliktarm …“ Ja, was denn nun: stürmisch oder konfliktarm? Beides zeitgleich geht nicht. Stürmische Zeiten definieren sich durch Konflikte. Schwerer Logikfehler!

    Was sollen tausende Friedensbriefe, wenn sie nichts bewirken? Außerdem kann er seinen Geist in die Tauben versetzen, hätte also keine Mühe, einer Bedrohung/Verhaftung zu entgehen. Siehe oben: meinetwegen kann er seine (ungerechtfertigten) Schuldgefühle ausleben wo er will; dazu muss er sich nicht grausam töten lassen.

    Noch mal Logikfehler: Wenn er selbst nicht daran glaubt, warum hat er es dann ein Leben lang getan? Und will sich dafür auch noch töten lassen? Sorry, das ist schlichtweg Unsinn. Kein Mensch, der an etwas nicht glaubt, wird sich so verhalten.

    Schriftstellerische Freiheit hin oder her: der Plot funktioniert so nicht.

    Ich bin aber immer noch der Meinung, dass das Ding Potential hat; eben eine konsequente Umsetzung des Grundgedankens: Wirkung der Friedenstauben/-briefe zeigen! Eine friedvolle Entwicklung zu einer völlig anderen Geschichte führen lassen. Wie würde Europa heute aussehen, wenn der Taubenmeister und seine – über Generationen wirkenden – Schüler/Nachfolger dies weiter praktiziert hätten? Und als Gag am Schluss: Eine befriedete Welt, in der man „verlernt“ hat, auf aggresive Invasoren entsprechend zu reagieren.

    In diesem Zusammenhang fällt mir eine uralte s/w-Twilight-Folge aus den Sechzigern ein: Ein Außerirdischer stellt die Führer aller Nationen vor die Wahl und setzt ein knappes Ultimatum. Die menschlichen Politiker raufen sich tatsächlich zusammen und erklären kurz vor Ablauf des Ultimatums, dass alle Menschen die Waffen niedergelegt hätten und sie nun bereit seien, in die galaktische Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Upps! Der Außerirdische hatte aber erwartet, dass die Menschen mit all ihrer typischen Brutalität ihre kriegerischen Eigenschaften behalten … und ihm damit in einem galaktischen Krieg beistehen! Autsch!

    Liebe Grüße trotzdem in die Schweiz. (Man merkt halt hier, dass ihr seit einigen Jahrhunderten keinen Krieg durchstehen musstet).

    Werner 😉

  7. Dafür haben Sie seit Äonen den Papst beschützt. 😉

  8. Hallo Werner

    Ehe du mit dem Wort Logikfehler um dich wirfst, solltest du meinen Text und die Antworten dazu besser lesen oder zumindest erst rückfragen, ob du alles auch richtig verstanden hast, wies gemeint ist.

    Die vermeintliche Schuld ist, dass er der Hexerei/Ketzerei angeklagt wird und verbrannt wird. In den Augen der Bevölkerung ist das seine Schuld, aus seiner Sicht ist er sich natürlich keiner Schuld bewusst, deshalb flieht er auch nicht. Wer flieht, macht sich in den Augen der Öffentlichkeit verdächtig/schuldig … und genau das will er nicht tun.

    Stürmische Zeiten und konfliktarm ist ein Widerspruch, da geb ich dir recht, das war schlecht formuliert.

    Natürlich kann er seinen Geist für eine Weile in die Taube versetzen, doch sein Körper bleibt an Ort und Stelle zurück und wird verbrannt … was denkst du was mit seinem Geist passiert, wenn die Bevölkerung seinen Körper auf den Scheiterhaufen stellt, während er sich in der Taube befindet? Ganz abgesehen davon, dass er sein restliches Leben wohl kaum in der Taube verbringen will … das ist aus meiner Sicht definitiv keine Lösung, um dem Lynchmob zu entgehen …

    Natürlich haben die Friedensbriefe etwas bewirkt, die Zeit bis zum 100-jährigen Krieg war erstaunlich friedlich (habe ich oben schon einmal geschrieben). Der Krieg bricht erst danach aus, als der Taubenmeister tot ist und seine Briefe nicht mehr geschrieben werden.

    „Noch mal Logikfehler: Wenn er selbst nicht daran glaubt, warum hat er es dann ein Leben lang getan? Und will sich dafür auch noch töten lassen? Sorry, das ist schlichtweg Unsinn. Kein Mensch, der an etwas nicht glaubt, wird sich so verhalten.“

    -> Nicht ER glaubt nicht daran, sein Schüler glaubt nicht daran!!! Du hast in deiner ersten Antwort die Frage gestellt: „Wenn er denn selbst so fatalistisch ist, könnte wenigstens sein Lehrling/Schüler die Aufgabe übernehmen und evtl. etwas bewirken.“ Meine Antwort war auf den Schüler bezogen. In meinem Text heisst es: „Erst wollte er mir nicht glauben, hielt mich für senil und verrückt. Als ich ihm dann Beweise lieferte, bezichtigte er mich der Hexerei und machte sich aus dem Staub, als wäre ihm der Teufel auf den Fersen.“
    Der Schüler führt sein Werk nicht fort, DER SCHÜLER glaubt nicht daran, im Gegenteil er liefert ihn den Behörden aus!

    Ja, die Weiterentwicklung der Idee gefällt mir und hätte sicherlich Potential, aber das würde den Rahmen einer Kurzgeschichte schlichtweg sprengen, interessant wärs aber allemal 😉

    Beste Grüsse
    Thomas

  9. Dr. Heinz-Theo Ullrichs

    Vielleicht ein Romanprojekt, Thomas? 🙂 Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich fand sie auch schlüssig. Ich würde an der Geschichte, die hier reingestellt wurde, jedenfalls nichts ändern. Sie ist gut so wie sie ist. Jedenfalls für mich. Wenn andere Leser andere Idee verfolgen, sollten die doch selbst eine Geschichte mit diesen neuen Ideen schreiben und hier veröffentlichen. Dann könnte man vergleichen, was denn nun schlüssiger erscheint beim Lesen und besser in die Zeit passt, in der sie handelt. 😉

  10. Hallo Heinz-Theo
    Vielen Dank für deine Rückmeldung, freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat. Ich denke auch, dass Werners Idee/Weiterentwicklung eine gute und interessante Basis für ein Romanprojekt wäre 😉
    Beste Grüsse
    Thomas

  11. Lieber Thomas V., habe mir nach dem Lesen ebenfalls eine Meinung zu deinem Text gemacht und kann dir mitteilen, dass ich deine Argumente und Darsellungsweise gut verstehen kann. Was Werner K. Argumente betreffen würde ich sagen, er soll uns mal anhand einer seiner eigenen Texte zeigen, was eine solche, von ihm geforderte, konsequente Umsetzung meint. Vielleicht wird dann klar, woran es seiner Meinung nach am Text von Thomas V. hapert, oder? Gib doch mal ein eigenes Beispiel, Werner K.!

  12. Hallo Konstantin
    Vielen Dank für deinen Kommentar!
    Beste Grüsse
    Thomas

  13. Hallo Konstantin, warum soll ich Beispiele von mir bringen? Es geht nicht um meine Texte. TV liefert doch hier (inkonsequentes) Anschauungsmaterial genug:

    Zitat: „Die vermeintliche Schuld ist, dass er der Hexerei/Ketzerei angeklagt wird und verbrannt wird. In den Augen der Bevölkerung ist das seine Schuld, aus seiner Sicht ist er sich natürlich keiner Schuld bewusst, deshalb flieht er auch nicht. Wer flieht, macht sich in den Augen der Öffentlichkeit verdächtig/schuldig … und genau das will er nicht tun.“ Zitat Ende.

    Was ist denn mit der Unschuldsvermutung? Sicher gab es die damals nicht. Aber eine Anklage allein bedeutet nicht automatisch eine festgestellte oder gar bewiesene Schuld! Und was das Volk von ihm denkt, kann ihm schnuppe sein. Er tut Gutes und weiß das auch! Also weiß er von sich selbst, dass er unschuldig ist. Ergo wird er sich nicht als Märtyrer verbrennen lassen. Der Taubenmeister läßt sich in deiner Ansicht also lieber verbrennen, weil eine Flucht ein Schuldeingeständnis wäre? Sorry, Ober-Blödsinn.

    Noch was zu einer möglichen Flucht: Wenn er seinen Geist schon in fliegende Lebewesen versetzen kann, hätte er also lange genug vorher die Absicht der Häscher erfahren (sozusagen als mittelalterliche Spion-Drohne), in seinen Körper zurückkehren und locker rechtzeitig fliehen (und an einem anderen Ort friedvoll weiter agieren) können. DAS ist ein Beispiel für das, was ich inkonsequent nenne. Wer wird denn so eine fantastische Fähigkeit ungenutzt lassen und nicht sein leben retten? Nur um vor der Welt unschuldig – ABER ABGEFACKELT – dazustehen? DAS IST UNLOGISCH! Und vor allem selbst einem Mix aus Jesus/Ghandi/Mandela/Dalai-Lahma nicht zuzusprechen.

    Nein, nein. Auch wenn ich hier gegen drei – in Wahrheit nur einem Kommentator – und dem Autor widerspreche: So funktioniert das nicht.

    Werner

    P.S. Ich werde auf weitere Einwände nicht mehr eingehen, denn leider muss ich – zum wiederholten Male – feststellen, dass hier Logik und sachliche Argumente einfach nicht wahrgenommen und mit Ausreden weggewischt werden. Iss mir wurscht, wenn ich mir damit keine Freunde mache, aber Schönrederei ist so gar nicht mein Ding.

  14. Dr. Heinz-Theo Ullrichs

    Lieber Werner,

    ich werde mal versuchen, hier ein Mißverständnis aufzuklären, dem Sie offenbar auf den Leim gegangen sind.

    Die Menschen zu der Zeit, in der die Geschichte spielt, haben früher in den seltesten Fällen logisch gedacht. Ich glaube, Sie gehen von einer zu modernen Art, zu denken, aus, der man früher nicht folgte. In den seltesten Fällen waren die Menschen zu dieser Zeit irgendwelchen Argumenten oder logischen Erklärungen zugänglich.

    Die Schlußfolgerungen, die Sie ziehen, sind nicht schlüssig in einer Zeit, in der man völlig anders dachte, als Sie das in Ihren Beispielen und Schlussfolgerungen voraussetzen. Hinzu kommt, dass eine Anklage in den meisten Fällen schon ausreichte, ob man jemand hinrichtete.

    Sowas wie eine Verhandlung, das Sammeln von Idizien und das Konstruieren eines Tatvorgangs, war absolut unüblich. Wer in den Kerker kam und wer gehängt wurde, entschied nicht der gesunde Menschenverstand, sondern andere soziale Bezieungsabhängigkeiten und -Geflechte.

    Wenn Sie glauben, dass auch nur eines Ihrer „logischen“ Argumente, die Sie aufzählen, ein Grund gewesen wäre, vernünftig zu handeln, sind sie der Denkweise der heutigen Zeit aufgessen, die damals keinerlei Gültigkeit hatte.

    So hat das früher alles nicht funktioniert, wie Sie das in ihren Kommentaren jetzt schon oft aufgeführt haben. Ich will jetzt hier nicht den Historiker rauskehren, sondern sie einfach mal bitten, mir zu glauben, von was ich spreche. Es ist mein Beruf, das zu wissen. Das ist jetzt nicht böse gemeint.

  15. Hallo Werner, hallo Heinz-Theo

    Auch wenn Werner nicht mehr antworten wird, möchte ich auch noch ein paar Worte dazu verlieren, ohne noch einmal auf jeden Punkt einzugehen.

    Grundsätzlich diskutieren wir hier über das Verhalten einer Person, das von jemandem (Werner) als unrealistisch empfunden wird. Generell denke ich, dass jede Person auf dieser Welt verschieden ist, und dass längst nicht jede Person in jeder Situation gleich handeln würde. Ich finde, es ist also auch etwas Ansichtssache dabei, wie man in einer so schwierigen Situation wie der oben geschilderten reagieren würde. Dass nicht jeder gleich reagieren würde ist klar und es darf auch jeder seine Meinung dazu haben und sollte andere Meinungen akzeptieren, ohne sie gleich pauschal als Blödsinn abzutun.

    Ich persönlich teile Heinz-Theos Meinung, die man gut auch eingebettet in den historischen Kontext verstehen kann. Danke für deine Ausführungen hierzu, Heinz-Theo.

    Beste Grüsse
    Thomas

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