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Literatur-Blog

DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf (ÜBERARBEITETE FASSUNG!)

Erstellt von Detlef Hedderich am Samstag 10. April 2010

…………………………………………….

Der nette Nachbar von Nebenan

……………………………………………………..

Eine obsessive Kurzgeschichte

von


(Überarbeitete Fassung!)



Sie wissen nicht, wer ich bin? Sie möchten das wissen? Ich werde es Ihnen sagen! – Ich bin der nette Nachbar von Nebenan: Aber ich bin das, was man einen Psychopathen und auch einen Soziopathen nennt. Mein Name ist Olaf Bullowski, ich bin 24 Jahre alt und bewohne mit meiner Mutter Irene eine kleine Drei-Zimmer-Wohnung in einem achtstöckigen Wohnhaus. Auf unserem Stockwerk gibt es drei Mietparteien. Wir wohnen in der Mitte. Rechts von uns wohnen drei Frauen. Eine türkischstämmige Mutter, geschieden, mit ihren beiden Töchtern. Sie sind etwa in meinem Alter und studieren beide an der Musikhochschule. Man hört aus dieser Wohnung immer wieder Klaviermusik, jene, von der edleren Sorte: klassische Musik eben.

Auf der anderen Seite wohnt eine Familie mit zwei Kindern. Einem 16-jährigen Rotzlöffel, der ständig in Motorradkleidung herumläuft und selbstgedrehte Zigaretten raucht. Mit Vorliebe im Treppenvorraum vor dem Aufzug, wo es dann immer danach stinkt, wenn man die Wohnungstür öffnet. Das andere Balg ist ein achtjähriges Mädchen, das ständig einen kleinen weißen Hund mit sich führt, der beim Bellen Geräusche macht wie eine Bohrmaschine, die sich in dem Stahlbeton festgefressen hat, aus dem unser Hochhaus aus den 1960ern besteht. Als es gebaut wurde, war es eines der Ersten, das aus Stahlbeton-Fertigteilen hochgezogen wurde, in die man später kein einziges Loch in die Wand bekam, ohne einen ganzen Satz Bohrer zu verunstalten oder abzubrechen oder einfach nur zu überhitzen.

Über die Eltern der beiden Bälger kann ich nicht viel sagen. Einfache Leute halt. Der Mann ist vielleicht 20 Jahre älter als seine ca. 35-jährige Frau. Beide arbeiten bei der Post. Sie ist Briefsortiererin, er Hausmeister und Heizer. Beide arbeiten Schichtdienst und schlafen daher oft auch am Tage. Und weil der Junge ständig mit seinen Kumpels von der Motorradgang unterwegs ist, hat man dem kleinen Mädchen einen weißen Hund geschenkt, der aussieht wie ein Wollknäuel.

Kennen Sie das Gefühl völlig genervt zu sein? Dieses Vieh nervt mich total! Nicht nur, dass diese Töle in den Treppenhausvorraum pinkelt, wenn sein kleines Frauchen mal wieder zu langsam war mit dem “Gassigehen”. Nein! Dieses Drecksvieh bellt, jault und quietscht den lieben langen Tag lang, dass es einem aus den Ohren rauskommt. Wenn die Eltern nach einer Nachtschicht schlafen wollen, dann schicken sie ihre Göre mit dem Hund nach draussen, damit sie sich in Ruhe aufs Kissen legen können. Dass aber Ruhe auch für die Nachbarn von Nöten wäre, wenn diese nachts schlafen wollen, während die Eltern auf Schichtarbeit sind, das kümmert sie wenig.

Auch jetzt bellt diese Missgeburt wieder ununterbrochen, und jetzt reicht es: Ich werde für ein Ende sorgen. Ein Ende mit Schrecken, damit das nervtötende Geräuscheknäuel ein für alle mal ausgehaucht hat.

So nehme ich mir also meine  große Machete aus dem Schrank, ziehe mir den Plastikoverall an, damit ich das Teil hinterher wieder vom Blut abwaschen kann, greife  in die Schublade vom kleinen Schrank im Flur, wo sich meine Handschuhe und meine Wollmütze befinden. Schnell habe ich mit der Nagelschere zwei Sehschlitze hineingeschnitten, die Mütze vor dem Spiegel über den Kopf gezogen, die Handschuhe übergestreift, die Machete zur Hand genommen und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, doch dieses Grinsen kann man im Spiegel nicht sehen, denn ich habe die Wollmütze über das ganze Gesicht gezogen.

Das kleine Mädchen sitzt auf dem Boden in seinem Spielzimmer, seine Eltern sind auf Schicht, ihr Bruder ist mit seiner Bande unterwegs. Das Mädchen probt kleine Kunststückchen mit seinem winzigen weißen Hund. Es lässt ihn “sitz” machen und dafür bekommt der kleine Hund eine Belohnung in Form eines kleinen Käsehäppchens. Es weiß, dass es seinem Hund keinen Käse geben soll, das hat ihr ihre Mutter eigentlich verboten. Erstens ist das zu teuer, und zweitens bekommt das dem Tier überhaupt nicht. Aber der Hund liebt es, Käsehäppchen zu bekommen und bedankt sich jedes Mal mit einem kurzen Bellen, um erneut das Kunststückchen, das von ihm verlangt wird, immer und immer wieder vorzuführen.

Als es unverhofft an der Tür klingelt, erschrickt das Mädchen, hält mit der Hundedressur inne, versteckt schnell den restlichen Käse und begibt sich zur Tür.

Was es etwas verwundert, ist die Tatsache, dass die Klingel direkt oben an der Wohnungstür läutet und nicht unten an der Haustür, so dass es an der Sprechanlage nachfragen könnte.

Bestimmt steht die Tür unten wieder offen und es ist nur der Postbote, der wieder mal ein Päckchen bringt, das nicht in den Briefkasten passt, denkt es so bei sich, als es die Tür öffnet.

Als es erkennt, dass vor ihm eine vermummte Gestalt in sehr merkwürdiger Kleidung steht und es einfach zur Seite drängt, um sich Zugang in die Wohnung zu verschaffen, fällt ihm erschrocken ein, was seine Mutter und sein Vater ihm immer wieder eingebläut haben: Dass es erst durch den Spion schauen soll, bevor es die Wohnungstür öffnet. Die Person schubst es gerade so heftig, dass es rückwärts auf seinem Hintern landet.

Schnell verbeißt sich der kleine Hund, der dem Mädchen auf Schritt und Tritt folgt, in das Hosenbein des Eindringlings. Der hebt das Bein laut schimpfend und schüttelt es, mit dem Hund daran, in der Luft hin und her. Plötzlich sieht das Mädchen, wie die fremde Person hinter ihrem Rücken ein riesiges Messer, fast schon ein Schwert, hervorholt und damit auf den Hund ziehlt. Offenbar will sie damit den Hund verletzen, nach ihm schlagen, zögert dann aber doch, da sie wohl befürchtet, auch ihr eigenes Bein zu treffen.

Plötzlich sind Schließgeräusche an der Tür zu hören, von der sich alle bei der Rangelei ein wenig entfernt haben. Die Tür wird aufgeschlossen und vorsichtig geöffnet…

Olaf Bullowski sah, dass seine Mutter Irene mit einigen Taschen und Tüten ihre gemeinsame Wohnung betrat und zu ihrem Sohn kam und ihm einen dicken Schmatzer auf die Backe gab. “Ich hoffe mein Schatz, dass du dich nicht gelangweilt hast. Mama musste schnell mal was einkaufen und dich alleine lassen.” Dabei ging sie weiter in die Küche und räumte schnell alles Gekaufte in Schrank und Kühlschrank. Danach wandte sie sich wieder Olaf zu. Sie schob lächelnd den Rollstuhl mit ihrem Sohn in Richtung Wohnungstür. „So mein Schatz, jetzt darfst du auch nach draußen. Wir machen einen kleinen Spaziergang, und wenn wir zurückkommen, kocht die Mama etwas für sich und du bekommst dein Breichen aus der Tube…”

Als Irene den Rollstuhl in den Treppenvorraum schob und den Knopf vom Aufzug drückte, kam das kleine Mädchen mit ihrem Hund aus der Nachbarswohnung und begrüßte sie und ihren Sohn mit den Worten: “Guten Tag Frau Bullowski, hallo Olaf, wie geht es dir…?” Wobei sie ihn übertrieben anlächelte.

Olafs Mutter antwortete: “Du weisst doch, ich habe es dir doch schon mal erklärt, Olaf kann dich zwar verstehen, aber er ist komplett gelähmt und kann dir daher nicht antworten!”

Das Mädchen schaute Irene neugierig an, zeigte auf das Beatmungsgerät und fragte nach seiner Bedeutung. Irene erklärte dem Mädchen, dass ihr Sohn nicht von selbst atmen könnte und deshalb das Beatmungsgerät benötigte. Als endlich der Aufzug da war, stiegen alle drei ein. Auch der Hund kam mit, wobei dieser ständig bellte und am Rollstuhl von Olaf hoch zu springen versuchte, doch dafür einfach zu klein war, so dass er Olaf nicht erreichen konnte.

Ich weiß, das Sie jetzt denken, dass ich ein armes Würstchen bin. Ich kann ihnen aber versichern, dass das nicht stimmt. Ich werde mich eines Tages dafür rächen. Irgendwann wird es eine Gelegenheit geben, dann werde ich diesen blöden Köter in Stücke hacken und ich werde auch vor dieser Göre nicht halt machen…

Bei diesen Gedanken wurde Olaf unterbrochen, da der Aufzug im Erdgeschoss ankam und seine Mutter Irene die Kleine bat, die Aufzugstür aufzuhalten. Anschließend schob sie ihren Sohn in dem Rollstuhl über die Behindertenrampe nach draußen und Olaf konnte seinen Gedanken weiter nachhängen. Gedanken, die er bislang noch niemanden auf der Welt mitgeteilt hatte.

Copyright (C) 2010 by

Bildrechte: Coverillustration “TräumeundVisionen” (20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “TräumeundVisionen100-minus141-0.jpg” (Originaltitel: 20110122082624-7f63d0a3.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Anmerkung des Verfassers zur überarbeiteten Version der Story:

Habe mit Atis Hilfe die Story nochmal überarbeitet. Das war ganz schön anstrengend! Nach dem erneuten Lesen, finde ich sie inzwischen besser als die alte Fassung, obwohl ich am Anfang doch ziemlich skeptisch war. Doch welcher Autor läßt sich schon gerne reinreden? Aber mal im Ernst: Ich finde sie ist besser geworden! Wer ist anderer Meinung, was meint Ihr?? Gebt doch unten mal Eure Meinung als Kommentar ab!


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18 Kommentare zu “DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf (ÜBERARBEITETE FASSUNG!)”

  1. Galaxykarl sagt:

    Lieber Felis,

    ganz schön starker Tobak, deine Geschichte. Ich glaube, in deinem “Helden” Olaf kann sich wohl jeder wiederfinden, der schon mal in einem Haus mit mehreren Parteien gewohnt hat. Und es ist gerade die hauchdünne zivilisatorische Tünche aus Erziehung, Werten, Toleranz, Mitgefühl usw., welche uns solche Monster von Nachbarn ertragen lassen, ohne dass wir zum Beil greifen.
    Das beste an deiner Story ist der Umstand, das deine Figur Olaf sich als behinderter Mensch herausstellt, in dem von allen anderen Menschen – selbst seiner Mutter – unbemerkt ungeahnte Gefühlsorkane toben. Ob völlig Gelähmte, Autisten oder auch Komapatienten, egal: Wir wissen nicht, was in deren Köpfen passiert, zum Guten, wie zum Bösen. Sehr tiefgreifend, sehr emotional, sehr abgründig. Das Böse ist immer und überall. Vielleicht auch in Menschen, die unser Mitleid, besser Mitgefühl verdienen. Wenn wir es ihnen zeigen, vielleicht tragen wir dazu bei, ihre innere Hölle etwas abzukühlen. Hat mir gut gefallen.

    Muss jetzt Schluß machen, in den Keller gehen und mein Beil schleifen…
    Grüße von galaxykarl

  2. Felis Breitendorf sagt:

    So einen Kommentar hätte ich jetzt nicht erwartet, wo ich doch schon innerlich auf deinen angekündigten Veriss vorbereitet war.

    Ich dachte ehrlich, ich bekomme jetzt saures für so einen Tabubruch.

    Jetzt bin ich fast ein bisschen enttäuscht!

    Wenn man auf Schläge eingestellt ist und die kommen dann nicht, vielmehr sogar bekommt man Schokolade, ist das schon ein merkwürdiges Gefühl.

    Du hast mich überrascht!

    :)

  3. Galaxykarl sagt:

    Hallo Felis,

    einen Verriss hättest du kassiert, wenn du die Variante so geschrieben hättest, wie du sie angekündigt hast. Es ist doch aber etwas anderes, eine Idee im Kopf herumschwirren zu haben, und dann danach sich hinzusetzen und es zu “Papier” zu bringen. Ein Tabubruch wäre es gewesen, wenn du dich in deiner Aussage auf die Seite eines echten Perverslings gestellt hättest. So aber ist dein Protagonist im Grunde eine arme Sau, die unsere Hilfe und Mitgefühl braucht.
    Schläge bekäme von mir nur die Person, die aufgrund ihres (echten) Verhaltens sie verdient hätte. Ich bin ein Befürworter der Todesstrafe und geharnischten, ja drakonischen Strafen für bestimmte Straftatbestände (huch, klinge ja wie ein Rechtsanwalt). Deutschland – und der Rest der Welt – können von Glück reden, dass ich nichts zu bestimmen habe.

    Es gibt eine Reihe von Delikten, die ich für UNVERZEICHLICH halte, und in meinem Roman “Das 4.Reich” (in Arbeit) wird im Deutschen Großreich die Lex Thor praktiziert, welche besagt, dass der/die Überführten Täter/innen mit mind. dem bestraft werden, was sie ihren Opfern angetan haben. Natürlich ist das barbarisch, aber ein Fortführung dessen, wass im 3. Reich passiert ist.
    In der Realität würde ich einwandfrei (z.B. per DNS-Analyse) überführten Straftätern das Recht auf Leben verweigern, genauso, wie sie es den Opfern verweigert/genommen haben: Mörder, Kinderschänder, Drogenbaronen. Bürgerliche Rechte würde ich folgenden Tätern aberkennen: Vergewaltiger, Drogendealer, Sadisten/Schlägern.

    U-Bahn-Schläger, Ultras/Hooligans, und einigen mehr würde ich ihre überschüssige Energie in Bootcamps, Steinbrüchen oder ähnlich anheimelnden Reha-Stätten abreagieren lassen. Die würden bei mir schuften müssen, bis ihnen die Schwielen in Fetzen von den Händen fallen. Es kann m.M. nicht angehen, dass wir menschlichen Abschaum mit Glace-Handschuhen anfassen, sie Sportmöglichkeiten, Fernsehen und freie Kost und Logis auf Staatskosten (WIR sind der Staat, WIR zahlen die Kosten) genießen lassen. Und nach abgebüßter Haft (oft genug sogar vorzeitig) heraus lassen und sie erneut Straftaten begehen lassen.

    Sicher haben beide letzten Absätze nichts direkt mit deiner Geschichte zu tun, aber Perverslinge
    hätten IN JEDEM FALLE mit einer harten Strafe zu rechnen, und nicht diese Weicheiermaßnahmen, die aktuell angewendet werden. Das ist weder gerecht noch human, schon gar nicht sozial.

    mfg
    Werner

  4. Detlef Hedderich sagt:

    Hallo Galaxy,

    ich wollte hier nur mal in die Diskussion werfen, dass in Ländern, wo solche drakonische Strafen praktiziert werden, die Straftaten wesentlich häufiger vorkommen als in Ländern, wo das nicht der Fall ist.

    Es gibt Studien, die besagen, dass, wenn ein Land die Todestrafe praktiziert, dort die Hemmschwelle zu töten, absurderweise nicht höher sondern niedriger ist.

    Das lässt sich nur tiefenpsychologisch erklären: im unbewussten Teil des Gehirns setzt die Tatsache, dass sich ein Staat das Recht nimmt, in dem ein Täter lebt, auch die Tötung seiner Bewohner zu praktizieren, bei diesem Täter unbewusst die Hemschwelle herunter.

    Es wird also das Gegenteil damit bewirkt!

    Anders herum zeigt sich in Ländern, in denen man Menschen, die zu solchen Taten tendieren, wenn man sie therapiert, das viele – nicht alle – dann doch weniger straffällig werden. Das trägt dann viel stärker zum Schutz der Bürger dieses Landes bei. Auch wenn die Medien uns immer wieder von dem Gegenteil überzeugen wollen. Dass stimmt einfach nicht.

    Das ist dass selbe wie mit den Waffen, dort wo sie erlaubt sind, werden auch immer mehr unschuldige Bürger ermordet als in Ländern mit weniger Waffen und Waffenverbot.

    Ausserdem gibt es noch einen weiteren Effekt: wenn nämlich jemand etwas getan hat, wofür es sowieso die Todestrafe gibt, macht er immer weiter, weil er ja nichts mehr zu verlieren hat, sollte er erwischt werden. Ich denke damit erweist du mit deinem Vorschlag den Bewohnern deines Landes einen Bärendienst.

    Anderherum wird ein Schuh draus: dort wo von klein an dafür gesorgt wird, dass keine Randgruppen enstehen und Bildung an erster Stelle steht, wachsen solche Kinder, die zu solchen Straftätern werden, gar nicht erst in grosser Menge auf.

    Und du weisst doch, was mal ein weiser Mann gesagt hat: “Die Reife einer Lebensform erkennst du daran, wie sie mit ihren Straftätern umgehen”

    Und stell dir mal vor, Ausserirdische würden uns besuchen und diese Maxime anwenden – an uns! Was machst du dann?

    P.S.: Und weil du das mit den DNS-Tests erwähnt hast: Es gibt eine Sendung im TV wo Fälle aus den USA nochmal untersucht wurden bei denen es zu Tatzeiten noch keinen solchen Test gab und viele Unschuldige kommen nun aus den Todeszellen raus.

    Was ist mit all den Unschuldigen, die ebenfalls mit diesem Test ermittelt wurden, die sich dann aber als unschuldig hingerichtet herausstellten?

    Kolateralschäden?

  5. Galaxykarl sagt:

    Hallo Detlef,

    ich sagte ja…
    per DNS EINWANDFREI überführte Täter. Das Beispiel, welches du nennst, sind “herkömmlich” Beschuldigte, welche mittels per DNS jetzt einwandfrei als Unschuldige frigelassen werden können. Das ist doch genau, was ich haben möchte: Absolute Sicherheit. Jaja, ich weiß absolut gibt es nicht… Aber es stehen uns jetzt die Mittel zur Verfügung, Fehlentscheidungen rapide zu reduzieren. Dann gäbe es eben KEINE Kollateralschäden, sprich unschuldig Hingerichtete.

    Ich habe nie vorgeschlagen, dass wir wie die Amis mit Waffen herummarschieren sollen. Ich stimme zu, dass hier Gelegenheit Todesfälle schafft. Die Exekutive muss immer eine Staatsmacht bleiben.

    Bildung, Sozialverhalten, eben von mir genannte weitere Werte, von den Eltern vorgelebt, von allen weiteren Bezugspersonen (Kindergärtnerinnen, Erzieher, Lehrer, Ausbilder, Vorgesetzte) ebenso, bilden das komplette soziale Umfeld, dass verhindert, dass jemand überhaupt Aggressivität, kriminelle Neigungen oder Abartigkeiten entwickelt.

    Doch unsere Regierung tut alles, um dies zu unterwandern. Es gibt nicht genügende KiTa-Plätze, keine Streifenpolizisten in der Stadt, Bähnhöfen usw., alles, was nicht der Norm entspricht wird abgesondert, siehe Behinderte, Alte, chronisch Kranke, Ausländer usw. anstelle sie IN den Familien zu halten; in normalen Schulklassen zu halten, keine Stadtviertel mit “bildungsfernen” Schichten oder Ausländern. Sogar die Architekten sorgen doch schon dafür, dass unsere Wohnungen so aussehen, dass kein Platz für die Oma da ist, weil die Zimmer so zwingend für einen Zweck vorgeschnitten sind, das sogar Willige größte Probleme haben, pflegebedürftige Angehörige bei sich zu behalten. Ich hätte noch eine Masse an weiteren Beispielen, aber das sprengt hier diesen Rahmen.

    Für alles zieht die Regierung die Entschuldigung heran, es gäbe kein Geld, es fehlten die Mittel. Das ist VOLKSVERDUMMUNG! Der Staat zieht sich aus allen Bereichen zurück, die jahrzehntelang funktioniert haben, im Glauben Geld zu sparen. Doch die negativen Folgen tragen WIR und sie passieren genau JETZT. Hier einige Beispiele:

    Deutsche Bundesbahn: Privatisiert, in Teilfirmen zerlegt. Die Folge: Bahnhöfe und Strecken wurden und werden geschlossen. Die Nahbereichsanbindung der Landbevölkerung hat sich verschlechtert. Es wurden tausende Bahnmitarbeiter entlassen. Die Folge: Noch mehr Arbeitslose, weniger kompetentes Bahnpersonal, dass Auskunft geben könnte über die völlig unübersichtlichen Tarife. Allein die Bahnreinigung hat sich durch die Privatisierung verschlechtert, die Todesfälle bei outgesourctem (Scheißwort!) Gleispersonal stieg deutlich an. Die Bahn ist eine AG, das Geld wandert also in die Taschen der Aktionäre und nicht in die Technik oder in die Anlagen. Appropos Technik: Neigezüge, ICE´s und digitale Kartenautomaten; alles Dinge, die mehr schlecht als recht funktionieren.

    Deutsche Post: Privatisiert um Kosten zu sparen. Das Gegenteil ist der Fall; sämtliche Gebühren steigen. Und die Ökobilanz möchte ich sehen, wenn German Parcel, GLS, DHL, UPS und weiß-der-Kuckuck-noch-wer das gleiche Kaff anfahren, um jeweils 1 Päckchen abzuliefern. Briefkästen werden abmontiert, da sich das Anfahren nicht lohnt. Ist doch logisch: Das Brief- und Paketaufkommen ist doch nicht gestiegen, sondern durch die Privatsierung auf viele “Servicefirmen” verteilt worden. Durch Email, SMS und Computer sind doch ohnehin die papiernen Nachrichten gesunken. Und da soll es billiger sein, 10 Transporter nach Hintertupfingen fahren zu lassen? Die Folge fürs Personal: Mickrige Löhne, ständig wechselndes Personal, das auch noch sensilbe Post austeilt (Behörden, Bank, Rechtsanwalt, Arbeitgeber usw.). Solche Post lassen wir 1-€-Jobbern oder 400-€-Kräften austragen? Da ist doch Schindluder Tür und Tor geöffnet. Hinterher läßt sich doch niemals sagen, das zu jener Stunde, an diesem Schalter, an dieser Verwurfstation, mit diesem Lieferauto NUR DIESER Mitarbeiter die Sendung gehabt haben KONNTE. Den Breifträger kannte man, er kannte seine Kunden, ein vertrauensverhältnis antstand, eine Zuverlässigkeit, das waren Beamte! Die hatten keine Veranlassung Post zu unterschlagen, weil sie ein anständiges Gehalt bekamen und keine Brosamen.

    Jetzt werden bald Verkehrswege privatisiert. “Diese Autobahnausfahrt wurde von Fa. XY gebaut. Unsere Gebühren dafür betragen nur …€” Das wird bald Realitäte sein. Die Qualität der Straßennetze wird dadurch sicher nicht besser, weil diese Firmen einen WIRTSCHAFTLICHES

  6. Galaxykarl sagt:

    Fortsetzung…

    Interesse daran haben und kein Öffentliches.

    Also, der Staat zieht sich aus seinen Aufgabenbereichen zurück, eben Bahn, Post, Verkehrsnetze. Müssen wir damit rechnen, dass auch das Militär – wie in USA (siehe “Black Water”) – das nächste ist, was der Staat nicht mehr ausüben will/kann? Wo kommen wir den dann hin? Gefängnisse – ebenfalls wie in USA – die privat betrieben werden und als Wirtschaftsunternehmen aufgestellt sind. Das ist Sklavenarbeit für die Betreiber und keine Resozialisierungsmaßnahme zum Nutzen der Gesellschaft. Die Anfänge sind doch schon Realität. Sieht denn das keiner?

    Fazit:
    Meiner Meinung nach gibt es Aufgaben, welche unbeingt bei der Staatsmacht verbleiben müssen. Wir müssen unsere Gesellschaft so verändern, dass potentiellen Straftätern es enorm erschwert wird, Böses zu tun. Wir müssen unsere Arbeitswelt nicht ausschließlich nach dem Mammon ausrichten, sondern nach den Menschen: Humane Arbeitsplätze und Einkommen, die den Namen verdienen. Gesetze, die von Beamten aller Coleur (Steuerfahnder, Polizeit, Zoll usw.) konsequent verfolgt werden und nicht durch Sparmaßnahmen Freiraum für Kriminelle anbietet.
    Neue Technologien nicht abwürgen (siehe Solarenergie) sondern fördern. Sollen doch die Saudis auf ihrem Öl hocken bleiben. Patente für Umwelt- und Zukunftstechnologie erleichtern und nicht erschweren. Deutschland hat sehr häufig bei Erfindungen und Innovationen die Nase vorn, aber die Umsetzung in ein Geschäft schaffen wir i.d.R. eher selten (Internet, SMS, Handy und dergleichen mehr. “Wer hat´s erfunden?” Nicht die Schweizer!)

    Ich weiß, ich bin vielleicht ein wenig vom Thema abgekommen. Aber es genügt mir nicht, ein Puzzleteil zu bemängeln, wenn ich nicht die Zusammenhänge erwähnen kann und – bescheidene –
    Vorschläge mache, um es abzustellen. Gottlob leben wir in einem Land, in dem man frei seine Meinung sagen kann. Und wenn Schachsinn passiert, darf man es auch Schwachsinn nennen.

    In diesem Sinne
    mfg
    galaxykarl

  7. Detlef Hedderich sagt:

    Mit alldem hast du ja im Grunde Recht, aber es nützt dann nichts den sowieso schon Bemitteiligten mit Härte zu begegenen. Wo man anfangen muss ist oben nicht unten, die da oben haben die Fäden in der Hand und nicht die da unten, die einfach oft keine Wahl haben. Doch wer traut sich schon gegen Leute aufzumucken die Geld, Macht und Ansehen haben, dabei sind doch die die eigentlichen Täter und nicht der jugendliche Schläger, der als Versager in dieser Gesellschaft anosnten nichts zu melden hat.

    Klar will ich ich auch nicht von solchen Typen angemacht werden, aber Fakt ist, dass KEINER etwas gegen die eigentlichen Täter, die an den Schlathebeln der Macht sitzen und uns hier unten verarschen und ausnhemen bis zum Gehtnichtmehr mal eins aufs Hirn geschlagen bekommen müssten, aber diese Leute werden von vielen die unten leben auch noch angehimmelt, da stimmt doch was nicht mit den Bürgern, dass sie sich so verhalten anstatt mal aufzubegehren und den Geldsäcken und Politikern mal die Luft rauszusassen, die sich auf unsere Kosten wie die Made im SPeck gutgehen lassen. Doch stattdessen hacken die Armen auf die Hartz4ler herum, weil sie sich nicht gegen die Stärkeren trauen.

    Nochmal was zur DNS-Analyse: es gibt keine 100 % ige Sicherheit, es gab schon Fälle, wo die DNS-Analyse falsch lag. Die ist nämlich nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung und stimmt meistens aber nicht immer. Es gibt hier kein Immer. und was machst du bei eineiigen Zwillingen, die dürfen dann straffrei ausgehen, weil nicht zuzuordnen oder dann Sippenhaft?

  8. Ati sagt:

    Hallo Felis,

    ich habe mir gerade deine Kurzgeschichte vorgenommen. Mir sind einige Dinge aufgefallen, was Zeichensetzung, etc. angeht.

    Jetzt aber erst mal zur Geschichte selbst:

    Die Kommentare haben mich etwas überrascht. Hätte genau wie du eher gedacht, dass du damit eher eine Diskussion lostrittst, was man über wen schreiben darf und was nicht. Ein wirklicher Tabubruch ist deine Geschichte meiner Ansicht nach aber auch nicht. Man kann locker nachvollziehen, was in Olaf vorgeht. Ich habe zwar noch nie Nachbarn links und rechts von mir im gleichen Haus gehabt, aber mein Bruder hat mal eine Zeit lang in so einer Wohnung gelebt. Ich bin bei manchen längeren Besuchen geistig fast Amok gelaufen, wenn jemand den bei dir erwähnten Stahlbeton angebohrt, laute Musik gemacht/gehört oder manchmal auch einfach nur Wäsche gewaschen hat. Ein Hund im ersten Stock war auch im siebten deutlich zu hören. (Mich wundert fast, dass da nicht viel mehr passiert.) Dass Olaf behindert ist, ist in meinen Augen wie bereits erwähnt aber kein Tabubruch. Ich kenne so viele, die sich nicht wirklich mitteilen können, die beispielsweise lediglich über ein Weinen, einen eher lächelnden Gesichtsausdruck oder über zusammengezogene Augenbrauen ausdrücken können, was gerade in ihnen vorgeht – und im Gegenzug viele, die bestimmte Gesten oder etwa Mimik weder deuten können noch wollen. Dabei haben sie genau die gleichen Gefühle wie wir. Die einen sind von Natur aus eher gut drauf, die anderen emotional im Dauerstress. Insoweit, warum nicht über sie schreiben? Wäre es etwas anderes, wenn Olaf tatsächlich etwas gemacht hätte? Mhm, aufgrund seiner Einschränkungen wäre es zwar äußerst unwahrscheinlich. Andererseits, wenn er körperlich dazu in der Lage wäre, könnte man auch darüber schreiben (ob der Leser es dann thematisch gut oder schlecht findet, hängt von der Story an sich und nicht von der Behinderung ab, glaube ich). Wie gesagt, nur weil jemand behindert ist, heißt es nicht, dass man ihn nicht zur Weißglut bringen kann.

    Zu den Kommentaren:

    Mhm, von Olaf zu Galaxykarls interessanten Gedankenanstößen zu Harz – den Sprung fand ich fast etwas happig, Detlef. An deinem Satz „Doch stattdessen hacken die Armen (welche Armen?) auf die Hartz4ler herum, weil sie sich nicht gegen die Stärkeren trauen.“ bleibe ich hängen. Gleich vorab: Dieses Herumgehacke ist menschenverachtend. Aber die Meisten (aus der Bevölkerung) hacken nicht auf Hartz-4-Empfängern rum, weil sie sich nicht gegen die Stärkeren trauen. Die hacken eher darauf rum, weil es einfacher ist, sich an Schwächeren zu versuchen. Dass sie nicht nach oben hacken passiert in der Regel, weil sie zu bequem sind. Abgesehen davon, dass sich jemand der unten ist, weniger wehrt, weil ihm die Kraft fehlt, geht vielen der eigene Fun-Faktor dem Nachdenken vor, dem Etwas-Tun sowieso.

    Die Diskussion um Harz ist eine Sache. (Jugendliche) Straftäter mit Glacéhandschuhen anfassen (muss ja nicht gleich die Todesstrafe sein), weil sie eine schwere Kindheit hatten, eine andere. Natürlich muss man Perspektiven geben und Umstände berücksichtigen, die zu Straftaten führen. Aber hier bei uns wird Täterschutz oftmals größer geschrieben als der Opferschutz und DAS ist nicht richtig und durch nichts zu begründen.

    Doch ich kann da nicht immer nach oben deuten und sagen, die sind an allem schuld. Das fängt in den Familien und mit Begriffen wie Mitgefühl, Moral und Respekt an. Nicht jeder der am Boden ist, weil es finanziell schlecht geht, entwickelt sich zu einem Straftäter. Wohl aber jemand, dem die Bedeutung dieser Begriffe fehlt bzw. die ihm einfach egal sind. Auch ein sogenannter Versager hat die Wahl, ob er einen Schritt zu weit geht oder nicht. Wenn man den Gedanken nämlich weiter verfolgt, dürfte kein einzig gut situierter Mensch Straftaten begehen. Aber selbst in diesen Kreisen kommen Mord und Totschlag vor, von anderen Verbrechen ganz zu schweigen. Warum? Weil eben wieder Dinge wie Mitgefühl, Moral und Respekt fehlen. Und diese Dinge fehlen auch in vielen Otto-Normal-Verbraucher-Familien. Was wiederum erklärt, warum nach unten getreten wird. Und dieses Herumhacken auf den von dir erwähnten ‚Versagern‘ wiederum sorgt mit dafür, dass die sich vielleicht entscheiden, einen Schritt weiter zu gehen, als erlaubt. Trotzdem muss man Grenzen setzen.

    Darüber hinaus, unsere (wie heißt es in der Werbung so schön?) Geiz-ist-geil-Mentalität trägt ebenfalls dazu bei, dass es den Leuten hier im Land genau wie weltweit finanziell immer schlechter geht. Ein Shirt für 1,99 € sorgt nicht nur dafür, dass in einem Dritte-Welt-Land Leute ausgebeutet werden. Es sorgt auch dafür, dass hierzulande Niedriglöhne (sollte eigentlich Niedrigstlöhne heißen) im Verkauf gezahlt werden oder hiesige Herstellerfirmen schließen müssten. Dass die Gier, getarnt in Umsatz- bzw. Gewinnerwartungen, zahlreicher Unternehmen die Spirale noch ein wenig mehr anschubst – keine Frage. Dass viele damit wieder stellenweise gezwungen werden, auf supergünstige Angebote zurückzugreifen, die alles noch verschlimmern – kein Thema. Aber viele greifen auch dann darauf zurück, wenn es gar nicht wirklich nötig ist; weil es in ist, möglichst viel für möglichst wenig Geld anzuschaffen. Die wenigsten werden sich anschließend vorhalten (lassen), mit dazu beizutragen, dass Menschen aus der näheren Umgebung einen Job haben, der sie zwingt, auf staatliche Hilfe zurückzugreifen.
    Aber ich kann nicht immer nur sagen, ‚die da oben sind schuld‘.Es ist sehr leicht, immer mit dem Finger auf andere zu deuten. Wenn ich nicht bei mir selbst mit kleinen Änderungen anfange, wie kann ich dann von anderen erwarten, dass sich etwas tut? Ähm, und jetzt bin ich irgendwie völlig von dem weggekommen, was ich eigentlich sagen wollte.

    So und jetzt nochmals zu deiner Geschichte, Felis, bzw. dem, was mir aufgefallen ist:

    1. Ich habe, obwohl die Regel heute nicht mehr so 100%ig besteht, immer noch die
    Angewohnheit, Zahlen von 1 – 12 auszuschreiben. Das muss man nicht mehr machen (ich habe
    es bei der Überarbeitung deines Textes gemacht), aber im Text sollten Zahlen einheitlich
    dargestellt werden.
    2. Du springst zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Vielleicht ist das so
    gewollt, ich bin mir jedoch nicht ganz sicher.
    3. Ähm, wie bereits erwähnt, kann ich schlecht aufhören, wenn ich mal zu wühlen anfange.
    Deshalb ist da viel rot. Was aber erschreckender aussieht, als es aber tatsächlich ist …
    4. Ati und Technik …. Das rote kriege ich hier gar nicht hin, ähm, wenn du möchtest, kann
    ich dir mailen, was mir so alles aufgefallen ist

    Viele Grüße
    Ati

  9. Felis Breitendorf sagt:

    Prima, dass du dich so eingehend mit meiner Story beschäftigt hast.

    Bitte mail mir, was die aufgefallen ist.

    Das Hin und Herspringen zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist Absicht, das hatte ich mal in einem Schreibkurs mitbekommen. War eigentlich kein Freund davon, aber nachdem man mir erklärt hatte, warum ich das machen soll, gefällt es mir jetzt auch besser, ansonsten klingt sowas ja fast schon wie ein Schulaufsatz wenn man nicht wechselt.

    Das mit dem Überarbeiten geht wohl deshalb nicht, weil du nur Autorenrechte hast und keine Redakteurenrechte. Daher kannst du auch nur deine eigenen Sachen, die du selbst reingestellt hast, bearbeiten. Jedenfalls denke ich, dass ich den Günther Lietz so verstanden habe.

    Das mit den Zahlen kenne ich auch so wie du es sagtest, habe aber wohl einfach nicht drauf geachtet.

  10. Ati sagt:

    Ich bin blind oder …. wo finde ich hier denn deine mailadresse?

    Viele Grüße
    Ati

  11. Detlef Hedderich sagt:

    Sende es bitte an die Redaktionsadresse, wir senden es dann weiter an Felis B.

  12. Ati sagt:

    okay, mach ich

    Gruß
    Ati

  13. Felis Breitendorf sagt:

    Habe mit Atis Hilfe die Story nochmal überarbeitet. Das war ganz schön anstrengend!

    Nach dem erneuten Lesen, finde ich sie inzwischen besser als die alte Fassung, obwohl ich am Anfang doch ziemlich skeptisch war.

    Doch welcher Autor läßt sich schon gerne reinreden? Aber mal im Ernst: Ich finde sie ist besser geworden!

    Wer ist anderer Meinung, was meint Ihr??

  14. Ati sagt:

    Holerö,
    ich fand sie wie gesagt vorher schon gut :-D .

    Übrigens, ist mir grade aufgefallen – eine Verdopplung ist noch drin (erster und letzter der nachfolgenden Sätze)

    Sie schob lächelnd den Rollstuhl mit ihrem Sohn in Richtung Wohnungstür. „So mein Schatz, jetzt darfst du auch nach draußen. Wir machen einen kleinen Spaziergang, und wenn wir zurückkommen, kocht die Mama etwas für sich und du bekommst dein Breichen aus der Tube”, wobei Sie den Rollstuhl mit ihrem Sohn in Richtung Wohnungstür schob.

    Viele Grüße
    Ati

  15. Felis Breitendorf sagt:

    So, jetzt müsste alles stimmen. Danke nochmal an Ati!

  16. Simone Wilhelmy sagt:

    Hallo Felis,

    also die Idee zu deiner Geschichte mag ich gern. Sie ist tiefgründig und vielschichtig und man kann aus verschiedenen Richtungen darüber nachdenken. Da ich die erste Version nicht kenne, kann ich hier keine Vergleiche bemühen. Jedoch finde ich die Umsetzung tatsächlich ein wenig holprig.
    Ich bin jetzt mal so dreist und schreib es auf.

    Mal von dem furchtbaren Name abgesehen :) Olaf Bullowski *schüttel*

    *
    “So nehme ich mir also meine große Machete aus dem Schrank…” – der Absatz gehört ja eigentlich noch zu den Gedankengängen des Mörder und ich würde die auch noch kursiv setzen, sonst ist der perspektivwechsel einfach zu plötzlich.
    Dass das kleine Mädchen auf dem Boden sitzt und Käse verfüttert, ist aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers geschrieben. Ich finde, da muss man auch formal der Bruch in die Geschichte zeigen.
    - gut im Nachhinein verstehe ich, warum dieser Absatz nicht kursiv ist, aber das ändert nichts daran, dass der Übergang zur anderen Erzählperspektive so sehr abrupt kommt.

    *
    “…fällt ihm erschrocken ein,” klingt seltsam irgendwie, vielleicht: Fällt ihm vor Schreck ein, bestürzt

    *
    “Plötzlich sieht das Mädchen…” – “Plötzlich sind Schließgeräusche…”
    -zwar nicht so nach beieinander, aber es fällt trotzdem ins Auge.

    *
    Der Übergang zwischen: “Plötzlich sieht das Mädchen…” und “Olaf Bullowski sah, …” ist unbeholfen. Jedenfalls falle ich an dieser Stelle aus dem Lesefluss und habe arge Schwierigkeiten ihn wieder zu finden, auch, aber nicht nur, wegen dem plötzlichen Wechsel der Zeitformen.

    *
    “Olaf Bullowski sah, … ihm einen dicken Schmatzer auf die Backe gab.” Er sieht, wie man ihm einen Kuss gibt. ” er fühlt den Kuss nicht? Er bekommt ihn nicht. er sieht sich selbst einen Kuss bekommen? unerwartet passive Darstellung, soll das so? Ich habe mich gefragt, wer da noch in der Wohnung sitzt.

    Diese Aufzählung beruht auf rein subjektiven Eindrücken, vielleicht geht es niemanden sonst so, aber ich fühlte mich beim Lesen ein wenig, wie ein Rollstuhlfahrer auf einer Treppe.

  17. Felis Breitendorf sagt:

    Vielen Dank für deinen Kommentar!

    Meine erste Version findest du übrigens unter STORYS.

    Ich hatte diese Teile, die du ansprichst, mit Hilfe von Ati so verändert, wie sie jetzt sind.

    Bestimmt sind deine Vorschlage begründet, ich warte jetzt aber mal erst ab, was Ati dazu sagt, dann kann ich ja in Zusammenarbeit mit ihr deine Vorschläge noch aufgreifen und mit einbringen.

    Vielen Dank jedenfalls, dass du dir die Mühe gemacht hat.

    Verbesserungsvorschläge sind jedenfalls jederzeit willkommen!

    Liebe Grüsse
    Felis

  18. sfbasar.de » Blog Archiv » SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Träume und Visionen”” sagt:

    [...] DER NETTE NACHBAR VON NEBENAN – eine obsessive Kurzgeschichte von Felis Breitendorf [...]

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