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DER HAUSGEIST – Eine Kurzgeschichte von Ottilie von Schottenburg

DER HAUSGEIST

Eine Kurzgeschichte

von

Ottilie von Schottenburg

Tim war nun schon seit einigen Wochen in seiner neuen Grundschule und besuchte dort die zweite Klasse. Er hatte auch schon einige Freunde, und da war da noch Anna. Für ein Mädchen war sie absolut cool. Sie heulte nicht wenn Sie sich mal eine Schramme holte und ekelte sich auch nicht vor Spinnen. Das Leben hätte sehr schön sein können, da er trotz seines Umzuges und der neuen Schule gut im Unterricht mitkam. Sogar die Lehrer waren toll. Doch da gab es Hans, den Hausmeister. Dieser war ein griesgrämiger Typ, der einem immer böse ins Gesicht sah, gerade so als hätte man etwas Schlimmes getan. Er rastete völlig aus wenn mal ein Papierschnipsel zu Boden fiel. Gestern in der großen Pause hatte er Klaus, einen Viertklässler, zum Direktor geschleift weil dieser ein Kaugummi auf den Boden gespuckt hatte. Na gut so etwas machte man nicht, es ist widerlich und nicht sehr nett. Es hatte aber auch etwas damit zu tun, dass die Bürgermeistergattin Schmidt partout letzte Woche mit Ihren Hochglanz-Stiefeletten in ein Kaugummi getreten war. Sie hatte sich vage darüber geäußert, in dem sie Wörter wie ´Pflichtvergessenheit` in Ihre Ansprache einfließen ließ. Das hatte Hans sehr gewurmt.

Anna und Tim wollten nach der Schule ins Dorf, um im Cafe eine Cola zu trinken. Aber Klaus der Viertklässler und Schulschläger stellte sich Ihnen in den Weg. „Na, ihr Pappnasen, Lust auf ein Abenteuer?“ fragte er die Kinder. Tim antwortete: „Tut uns leid wir sind schon verabredet.“ Klaus meinte daraufhin: „Aber klar, Schmusi, Schmusi mit deiner kleinen Freundin, man seid Ihr Feiglinge.“ Das ging den Beiden an Ihre Ehre. Als Feigling lässt sich keiner gerne beschimpfen also folgten sie Klaus wenn auch mit gemischten Gefühlen.

Dieser ging mit Ihnen in den Heizungskeller der Schule und zog ein Päckchen Zigaretten heraus. Großspurig fragte er: „Na, auch ne Fluppe?“ Anna sagte: „Nein! Danke, und wenn das dein tolles Abenteuer war, wars das. Wir gehen.“ Klaus wollte sich gerade eine Zigarette anzünden als PENG!! die Tür vom Keller zuschlug. Alle zuckten erschrocken zusammen.

Klaus nahm ungerührt sein Feuerzeug, aber bevor es zum Einsatz kommen konnte, flackerte das Licht wieder und die Tür ging auf. Sie vernahmen ein Stöhnen. OHHHHH, hallte es durch den Keller. Den Kindern standen die Nackenhaare zu Berge. Klaus tat zwar als wäre dies nicht so schlimm aber er war doch etwas weiß um die Nase. „Egal, ich brauch ne Kippe“, sagte er. Wieder wollte er sein Feuerzeug zum Einsatz bringen. Langsam hob er es zur Zigarette, sein Daumen näherte sich dem Anzünder. KRACH …

„Aua“, schrie Klaus und ließ das Feuerzeug fallen. Wütend schaute er Tim an und schimpfte: „Warum schlägst du mich, spinnst Du!?“ Aber er sah nur das Tim und Anna vor Schreck wie erstarrt waren. Anna hob zitternd die Hand und deutete hinter Klaus. Dieser wirbelte herum und sah nun auch weißen Nebel der Ihnen entgegen wabberte.

AAAH!!! schrien die Kinder gleichzeitig, rissen die Tür auf und liefen auf den Gang.

Dort prallten Sie vor einen Mann, Hausmeister Hans. Dieser ruderte wild mit den Armen fiel nach hinten und krachte mit dem Hinterkopf gegen die Wand. Langsam rutschte er zu Boden. Erschrocken fragte Anna: „Ist er Tod?“ Tim nun käseweiß im Gesicht berührte den Hals des Mannes. „Nein, “ beruhigte er die Anderen immerhin war sein Vater Rettungssanitäter, „ich fühle seine Puls, er ist nur ohnmächtig!“

Erschrocken fragte Klaus: „Was sollen wir nur tun?“ Alle Drei wurden von Panik erfasst. Nun begann auch das Licht wieder zu flackern und ein Stöhnen gefolgt von einem Zischen war zu hören. Hilfe Geister! schrie Klaus und lief nach draußen. Auf einmal roch es furchtbar nach faulen Eiern und Anna wimmerte: „Mir ist furchtbar schlecht!“ Tim sagte: „Hier riecht es seltsam. Komm hilf mir, wir müssen unseren Hausmeister nach draußen an die frische Luft bringen.“ Beide Kinder zogen und zerrten an Hans, doch er war ein großer, schwerer Mann.

„Hilfe“, wimmerte Anna.

Da sahen Sie einen Mann auf sich zukommen, er lächelte die Beiden an und sagte: „Komm Anna mach die Tür auf und Du Tim Hilf mir mit dem Hans.“

Gemeinsam schafften Sie es nach draußen.

Dort fuhr gerade die Feuerwehr, gefolgt vom Notarzt- und Krankenwagen auf den Schulhof.

Später im Büro des Direktors, erzählten die Kinder was passiert war und Klaus entschuldigte sich für seine Feigheit.

„Draußen als mein Kopf wieder klar war, hab ich die 112 mit meinem Handy gewählt. Ich habe von dem Unfall und dem fauligen Geruch erzählt“, sagte er.

Der Direktor erklärte: „Ihr habt großes Glück gehabt. Wenn Klaus seine Zigarette angezündet hätte, wäre hier alles in die Luft geflogen. Die Gasleitung ist gebrochen. Das erklärt den Nebel und die unheimlichen Geräusche.“

„Da“, schrie Anna, „Der Mann auf dem Foto wer ist das?“

An der Wand des Büros hing ein Bild auf dem der Direktor mit einem großen, freundlichen Mann zu sehen war.

Erstaunt sagte er zu Anna: „Das ist Willi eine guter Freund von mir. Er war hier bis zum letzten Jahr Hausmeister. Leider starb er an einer schweren Krankheit.“

Anna und Tim riefen gleichzeitig: „Das ist der Mann der uns geholfen hat!“

-ENDE-

Copyrigth 2008/2015 by Ottilie von Schottenburg

Bildrechte: Eingangsgrafik „Der Hausgeist“ und Subcover: “Untot – Wiedergänger-, Gespenster-, Geister- & Zombiegeschichten” (Zeichnung untot.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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BUCHTIPP DER REDAKTION:

Kleine Hausgeister (Gebunden)
von Goldie, Sonia

Verlag:  Gestalten
Medium:  Buch
Seiten:  40
Format:  Gebunden
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  März 2014
Maße:  215 x 284 mm
Gewicht:  433 g
ISBN-10:  3899557190
ISBN-13:  9783899557190

Beschreibung
Dieses lustige Bilderbuch erzählt von all den großen und kleinen Geistern, die bei uns zu Hause wohnen.

Autor/Illustrator
Marc Boutavant, geb. 1970 im französischen Dijon, lebt und arbeitet in Paris. Marc Boutavant zählt zu den stilprägenden Illustratoren seiner Generation und ist insbesondere für seine farbenfrohen Werke für Kinder bekannt.

Autorin/Übersetzerin
Odile Kennel wurde 1967 in Bühl/Baden geboren und wuchs zweisprachig auf (deutsch-französisch). Sie studierte Kultur- und Politikwissenschaften in Tübingen, Berlin und Lissabon sowie Kulturmanagement in Bukarest und Dijon. Seit 1999 lebt sie in Berlin. Von 1996 bis 2004 arbeitete sie im Kulturmanagement. Odile Kennel übersetzt Literatur aus dem Französischen und Portugiesischen.

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