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Literatur-Blog

DER ERSTE MORGEN – eine Fantasy-Horror-Geschichte von Leon Ferri (sfb-Preisträger Platz 1 im Storywettbewerb 1/2012)

Der erste Morgen

Eine

Fantasy-Horror-Geschichte

von

Leon Ferri


2011


Der erste Moment war der schwierigste.

Natürlich war Daryl nervös. Sie spürte wie klamm und kalt ihre Hände auf dem Türknauf lagen, während sie drückte. Als sie vor die schwere Holztür ins Licht des frühen Morgens trat, kniff sie vor Schreck die Augen zusammen und versuchte, durch die Tränen hindurch die Umrisse des Jungen zu erkennen.

„Los doch, koohom“, brüllte es vom Vorplatz herauf. „Wer als letztes beim Baumhaus ankommt, ist ein lahmes Ei!“

Schnell wischte sie sich mit dem Ärmel übers Gesicht, sodass sie in einem kurzen klaren Moment Figor ausmachen konnte, der pfeilschnell durch das Gras zu den dunklen Schatten der Bäume wetzte.

Mit einem Satz sprang sie die paar Stufen auf den knirschenden Schotter hinunter. Beim Loslaufen rutschte sie jedoch aus und schlug der Länge nach hin. Sie fiel so unglücklich auf die Steine, dass sie sich am Knie aufschürfte. Ein scharfer Schmerz durchzuckte sie, und sie war drauf und dran zu jammern, loszuheulen wie ein junger Wolf und ins Haus zurück zu laufen. Aber sie riss sich zusammen und wartete einen Augenblick mit angehaltenem Atem.

In den letzten Monaten hatte sie viel Schmerz ertragen müssen, aber es war immer schnell wieder gut gewesen; Stiche von Spritzen und Nadeln; Bänder, die in die Haut schnürten und die gerippte, langsam verblassende Muster auf Armen und Beinen hinterließen. Das hier tat ganz anders weh – viel andauernder.

Das ist nur der Schreck. Es ist wird schon besser, gleich ist es gut. Aber die Hitze! Der Boden ist so heiß – und die Sonne ist so hell. Schnell, ich muss aufstehen!

Das Sonnenlicht brannte so auf ihrer Haut, dass Daryl den Schmerz in ihrem Knie ganz vergaß. Die langen Ärmel halfen nicht gegen das Brennen und auch nicht die Arzneien und Crèmes, mit denen man sie behandelt hatte. Dabei war es noch früh am Morgen. Die Sonne war erst vor Kurzem über die Mauer im Osten geklettert und ihr Licht noch durchbrochen von den Schatten der Blätter.

Ich kann kaum etwas sehen, der Vorplatz ist so hell. Gleich fängt mein Blut an zu kochen, meine Augen sind glühende Kohlen. Ich werde bei lebendigem Leib verbrennen. Bloß weg hier, schnell!

„Daryl, meine kleine Prinzessin, ist alles in Ordnung?“ Hinter ihr kam eine der Schwestern die Treppe herunter.

Figor! „Lahmes Ei“, quietschte sie leise, rappelte sich eilig auf und folgte verbissen und mit wehenden Zöpfen ihrer fliehenden Beute über die Wiese. Ihr Knie pulsierte schmerzhaft, aber der kühlende Luftzug tat gut, und das Brennen klang immer mehr ab, je länger sie unterwegs war. Während ihr der Wind in den Ohren rauschte und sie gierig den kühlen Atem einsog, wurde ihr wohler. Bald trugen sie ihre Füße wie von selbst, ganz ohne ihr Zutun, als wären sie selbstständige Wesen. Schließlich nahm sie nur noch den Rhythmus ihres Atmens und das regelmäßige Auf und Ab der Welt um sie herum wahr – einer rauschenden luftigen und wunderbar farbigen Welt. Wie auf Flügeln glitt sie dahin – wie eine Eule in der Nacht.

Ja, ich bin eine gefährliche Eule, die auf geschmeidigen und lautlosen Schwingen auf ihr Opfer zufliegt – und erbarmungslos zuschlägt. Nein! Keine Eule – nie wieder! Ich bin ein Falke und fliege bei Tag unter dem blauen Himmel.

So rannte sie durch das hohe Gras und die Sommerblumen zum Eichenhain nahe der Mauer, den sie aus schmalen Augenschlitzen gerade noch wahrnahm. Dort angekommen, ließ sie sich japsend ins Gras fallen und fixierte blinzelnd und zufrieden die dunkle Baumkrone über ihr.

Ich lebe noch! Die Sonne hat mich nicht erwischt. Kann sie mir wirklich nichts mehr anhaben?

Figor lehnte am Stamm einer Eiche und war ebenso atemlos wie Daryl. Aber er grinste so breit wie es ihm möglich war und winkte zu ihr herüber. „Lahmes Ei,“ stieß er keuchend hervor.

„Idiot!“

Es war ihr erster Tag draußen – ihr erster Morgen. Bisher hatte sie erst nach Einbruch der Abenddämmerung im Freien spielen dürfen. Aber die Ärzte sagten, dass ihre Behandlung fast abgeschlossen wäre, und das Sonnenlicht für sie deswegen keine Gefahr mehr darstellte. Trotzdem fürchtete sie sich noch davor; es war eine tiefe schwarze Furcht, doch den ersten Schritt hatte sie überstanden. Beim Spurt hierher hatte sich ihre Nervosität auf wunderbare Weise verflüchtigt, ihre Angst zurück gezogen in eine angenehm dicke Blase aus Watte – und sie entdeckte eine neue Welt.

Über ihr im Geäst zwitscherten die Vögel, die nachts nicht existierten, raschelten bisweilen durch das Laub und flogen hierhin und dorthin ohne erkennbares Ziel; die ersten Insekten stiegen auf und setzten sich auf Gräser und Blumen; Bienen einer weit verstreuten Gesellschaft flogen unermüdlich umher, krochen in Blüten und tauschten nach unergründlichen Regeln immer wieder die Plätze. Eine große Hummel brummte Daryl entsetzlich nahe am Gesicht vorbei. Mit beinahe hypnotischer Faszination blickte sie ihr hinterher wie sie ihre Stationen auf den Kleeblüten ansteuerte und dann mit großer Geschwindigkeit in den hellen Sonnenschein flog, bis ihr Pelzchen zu glühen begann.

Glühen. Die Sonne!

Daryl wusste, dass die Sonne noch höher steigen und noch heller und heißer strahlen würde.

Die Sonne erhitzt die Luft, die Luft fängt an zu glühen und wird vor Hitze flimmern. Dann entfacht sie ein Inferno, dem kein Wesen entkommen kann. Ich werde verbrennen, und meine glühende Asche wird vom Wind fortgetragen – wie die verlorenen Funken eines Lagerfeuers.

„Was ist denn? Träumst du? Ich bin schon fast oben und erster sowieso.“

Erst jetzt bemerkte Daryl, dass sie sich zusammengekauert hatte und ihre Beine krampfhaft umschlungen hielt. Sie schmeckte Blut auf ihren Lippen. Es war nicht das erste Mal, dass sie sich mit ihren nadelscharfen Eckzähnen geritzt hatte. Sie warf einen schuldbewussten Blick zurück zum Haus und dann hinauf zu Figor. Der war bereits oben auf der Plattform angekommen und machte sich gerade daran, einen bunten Stofffetzen auf eine Wäscheleine zu spannen.

In diesem Moment, da sie sich unbeobachtet glaubte, nahm sie einen kleinen Blutstropfen von ihrer Lippe und betrachtete ihn nachdenklich.

Kann etwas so harmloses mein Leben verändern? Aber ich bin doch geheilt. Alle haben gesagt, dass ich ein Mädchen bin wie alle anderen hier auch – dass mir die Jungs irgendwann scharenweise hinterher laufen. Ich kann nach draußen gehen und brauche keine Angst mehr zu haben, dass ich …

„Yeaaah“, grölte Figor von der Festung herab. Er hatte die Westflügelflagge gehisst, und jetzt stolzierte er an der Brüstung entlang, den Dreispitz tief ins Gesicht geschoben. „Yeaaah, wir werden die Piraten in die Flucht schlagen.“ Bei diesen Worten drosch er heftig mit einem Stecken auf den Festungs-Gong, eine geschundene Bratpfanne an einer Schnur. Wie auf ein Zeichen ging im Ostflügel eine Tür auf und gab eine Schar ausgelassener Kinder frei.

Frühstückspause.

Daryl wischte sich hastig den Mund ab und kletterte Figor hinterher.

Vom Baumhaus hatten sie einen prächtigen Rundumblick. Hinter ihnen ragte die Mauer empor, die das Grundstück umgab und vor neugierigen Blicken verbarg, aber von hier oben konnten sie mühelos ein Stück des Feldwegs dahinter sehen und die daran angrenzenden Wiesen. Vor ihnen lag die Klinik mit ihrer mondänen Front.

Unten hatten sich die Kinder schnell auf der Wiese verteilt und bildeten fröhlich lachende Grüppchen. Eine dieser Gruppen rannte schon zielstrebig auf die Festung zu – die Piraten aus dem Ostflügel! Am Baum angekommen, hielten sie sich nicht damit auf, mit Kapitän Figor zu debattieren, sondern begannen sofort, die Festung zu entern; die schnellsten kamen über die Hühnerleiter und die Äste und andere – etwas langsamer – über den Strick, der von der Plattform herab hing. Plötzlich stieß Daryl einen durchdringenden schrillen Schrei aus.

Figor fuhr erschrocken herum, und die ersten räuberischen Piraten, die gerade ihre Köpfe über die Plattform streckten, erstarrten in der Bewegung.

Kleine Blumen in Karmin erblühten auf Daryls hellem Rock und bildeten zarte rote Stängel, die langsam nach unten wuchsen. Ihr Gesicht wirkte jetzt noch bleicher mit dem dünnen roten Rinnsal, das ihr aus dem Mundwinkel sickerte, dort, wo sie sich die Lippe aufgebissen hatte. Aber sie achtete nicht darauf; ihre Aufmerksamkeit war auf die Szene jenseits der Mauer gerichtet.

Drüben, auf der anderen Seite des Weges, hockte ein Pärchen auf einer Decke, ein junger Mann und eine junge Frau. Sie hielten sich zärtlich umarmt in den tanzenden Schatten der Birken und waren zu sehr mit sich beschäftigt, als dass sie spielende Kinder hinter einer Mauer bemerkt hätten – Kinder aus einer anderen Welt.

Die Sonne habe ich besiegt, aber das Blut lässt mich nicht los. Sie sind älter als ich, aber nicht zu alt. Lieber Gott, hilf mir, ich fühle mich so anders. Was geht in mir vor? Sie sind so schön anzusehen, ihre Haare, ihre Haut …

„Schnell, ihr Doofköpfe“, brüllte Figor mit sich überschlagender Stimme nach unten. „Holt jemanden!“ Als er sich umdrehte, wollte er Daryl packen, aber sie entwand sich seinem Griff, fiel gegen die hölzerne Brüstung und fauchte ihn böse an.

… ihre Rundungen, ihre Kurven, ihr Fleisch …

Jetzt kam die ganze Piratenbrut in Bewegung. Aus ihrem Entsetzen war Faszination geworden. Erinnern – wie bei einem verstaubten, beinahe vergessenen Spiel, das man aus einer Ecke des Speichers zieht. Sie kamen raunend mit gierigen Augen, dennoch vorsichtig auf die Plattform. Ein paar Kinder rasten unten über die Wiese zurück zur Klinik.

Was soll ich tun? Sie sind wie ich, und ich bin ein Teil von ihnen. Habe ich sie verraten, den Schmerz, den sie erleiden und die Entbehrungen, die sie erdulden mussten? Habe ich mich verraten?

Inzwischen war sie geschickt mit entblößten Krallen und von Speichel glänzenden Lefzen über einen dicken Ast in Richtung Mauer geklettert und mit einem beherzten Sprung auf deren Krone gelandet. Während Figor sich noch auflehnte und rebellierend den Kopf schüttelte, folgten ihr einige der Kinder winselnd und knurrend.

Blut! Nein, es ist alles gut. Wir haben die Sonne überwunden, aber unsere Wurzeln können wir nicht verleugnen.

Dann waren sie nur noch ein disziplinloser Haufen hungriger Kinder, der sich in einer rasanten und brutalen Attacke auf die vor Schreck gelähmten Menschen stürzte. Daryls Welt versank in einem Rot, das sie noch nie so leuchtend und lebendig empfunden hatte – ein warmes, süßes, köstliches Rot.

Jetzt bin ich ein Falke – aber immer noch trinke ich Blut.

ENDE

Copyright © 2011 by Leon Ferri

Bildrechte: Coverillustration “Fremdwesen01” (TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Fremdwesen01-79-minus25-minus-14.jpg” (Originaltitel: TN-20110131041632-4c05fc6e.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

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Die Bennet-Schwestern genießen in vollen Zügen ihre friedliche und behütete Jugendzeit auf dem idyllischen Landsitz ihrer Familie im viktorianischen England. Sie verbringen ihre Tage mit Lesen, Gärtnern und Tagträumereien über ihre künftigen Ehegatten – bis eine Beerdigung in der örtlichen Gemeinde einen unerwarteten Verlauf nimmt. Plötzlich graben sich überall im Land lebende Leichen aus der lockeren Erde, ausgestattet mit einem unstillbaren Verlangen nach menschlichen Gehirnen – und es gibt nur eine Familie, die den grausigen Invasoren aus dem Grab Paroli bieten kann. Elizabeth Bennet wird im Feuer der unmenschlichen Verteidigungsschlacht von einem sorglosen Teenager zu einer erbarmungslosen Jägerin der Untoten geschmiedet. Ihr zur Seite stehen zwei mutige Männer, die der unheimlichen Bedrohung auf recht unterschiedliche Art Herr werden wollen und nebenbei der bezaubernden Elizabeth ihre Aufwartung machen: Master Hawksworth ist der mutige Krieger, der sie in jeglicher Form der Kampfkunst unterrichtet, während der begabte Dr. Keckilpenny den Untoten mit Wissenschaft und Technik zu Leibe rücken will. Wird einer von ihnen das Herz der jungen Miss Bennet erobern oder werden die Herzen der Männer als Mahlzeit für eine Horde blutrünstiger Zombies dienen? Die Antwort gibt es in diesem ausgesprochen unterhaltsamen Werk voller Action, Romanzen, Satire und Zombies, das vermutlich die ehrenwerte Jane Austen dazu veranlassen wird, sich im Grabe herumzudrehen – oder aber eben jenem zu entsteigen.

Jane Austen wurde 1775 in Steventon (Hampshire) als Tochter eines Landpfarrers geboren. Sie ist die Schöpferin bedeutender klassischer Werke der englischen Literatur. Nach Meinung ihres Bruders führte sie „ein ereignisloses Leben“. Sie starb 41-jährig, unverheiratet und kinderlos, an Tuberkulose. Ihre literarische Welt war die des englischen Landadels, deren wohl kaschierte Abgründe sie mit feiner Ironie und Satire entlarvte. Psychologisches Feingefühl und eine lebendige Sprache machen ihre scheinbar konventionellen Liebesgeschichten zu einer spannenden Lektüre.

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Updated: 25. März 2012 — 14:25

28 Comments

Add a Comment
  1. Könntest du bitte einen Titel nennen, der nicht erst im Oktober rauskommt, denn wenn wir diesen Titel für ein Gewinnspiel anfragen, wird uns mitgeteilt, dass dieser erst Ende des jahres promotet wird!

  2. Leon, du hattest vergessen, deinen Autorennamen als Schlagwort anzuklicken!

  3. Danke für die Info, sorry.

    Obiger Titel ist aber von letztem Jahr, sollte also für ein Gewinnspiel funkionieren, oder?

  4. Stimmt, du hast recht. Mein Fehler! Werde es sofort reinstellen, schau dann bitte mal, ob alles ok so!

  5. Perfekt 🙂

  6. Tolle Story. Aber was ich nicht verstehe iat, warum Daryls Kleidung über und über mit Blut beschmiert ist und sie in einer Blutlache steht.

  7. Danke 🙂
    Daryl sieht die Leute und beißt sich vor Aufregung noch mehr auf die Lippe. Obwohl man auch von ein bisschen Nasenbluten aussehen kann wie ein Metzger, gebe ich zu, dass da ein bisschen viel Blut übrig geblieben ist 😉

    Das hatte ich ein paar mal umgeschrieben, und eigentlich hätte ich das anpassen müssen. Aber wie der Teufel so will, werden manche Sachen trotz zig-maligem durchlesen immer wieder übersehen.

    In meinem Original werde ich das ausbessern.
    Wäre es eigentlich gegen die Spielregeln, wenn ich das hier auch noch korrigiere?

  8. du kannst hier ruhig korrigieren, Votingmonat ist sowieso der nächste!

  9. Ausserdem ist das ja der Sinn einer Community, gegenseitig sich auf sowas aufmerksam zu machen

  10. Felis Breitendorf

    Sehr poetisch, klasse das mit den kursiven Gedanken! Hat mir gefallen! Weiter so!

  11. Felis Breitendorf

    Was hat Jane Austen mit dem Buchvorschlag zu tun, habe ich was nicht verstanden?

  12. Kursive Gedanken – interessant. Aber was genau ist Daryl? Und was bedeutet dieses Heim? Und dieser Haufen blutrünstiger Kinder?

    Viele Fragen! Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, weil ich die Geschichte unheimlich interessant finde.

  13. Interessante Frage: was ist Daryl? Du weißt, was sie denkt, wovor sie Angst hat und du siehst, worauf sie reagiert und wie sie es tut.

    Stelle dir vor, du bist eine Wissenschaftlerin/Ärztin und beschreibst einen Probanden so, dass sie einem Subjekt wie Daryl entspricht. Du hast recht, das reicht nicht ganz. Die meisten Menschen (mich eingeschlossen) benötigen ein Bild, etwas Griffiges, eine Kategorie, um etwas oder jemanden einzuordnen.

    Als was oder wen würdest du Daryl bezeichnen? Als Wolfsmädchen, Vampir oder Mutantin, deren Gene eine schwere Form der Ferrinis aufweisen? Hat sie durch etwas an ihrer Person die anderen Kinder dazu gebracht, ihr zu folgen? Wird aus der „Prinzessin“ eine Königin … wie bei den Bienen oder Ameisen? Sie repräsentiert einfach etwas Neues, das noch keinen Namen hat.

    Ehrlich gesagt, habe ich mir noch keine Gedanken über eine Fortsetzung gemacht. Die Story sollte ein One-Shot sein, aber … mal sehen.

    Jedenfalls freut es mich, dass du sie so interessant findest, um noch eine Fortsetzung ertragen zu können 😉

  14. Felis Breitendorf

    Leon, jetzt stellst du dein Licht aber unter den Scheffel!

  15. Der letzte Satz? Mit dem „ertragen“ war doch nur Spaß 😉

  16. An alle Kommentatoren:
    Wieso wundert ihr euch über die kursive Schreibweise bei Gedanken? Ist doch so üblich.

    Besser als Normalsatz, dann Komma und „dachte er“. Das kann man ab und an mal machen, aber eleganter ist eben Kursivsatz. Deutlicher muss man werden, wenn zwei und mehr Personen im Gesprach – z.B. bei einer Konferenz u.ä. – zusammensitzen und mehrere Personen Gedanken (dem Leser gegenüber) äußern, die das (wiederum dem Leser) offenbaren, was sie wirklich denken. Oft genug im Gegensatz zu dem, was sie gesagt haben. So ein duales Gespräch – wörtlich und gedanklich – kann sehr interessant sein. Wer lügt? Wer offenbart seine wahren Pläne und Absichten? usw.
    Weiterhin bin ich kein Freund von typografischen Experimenten, wie >>> und <<< und was die Tastatur noch alles so an wunderschönen Zeichen hergibt. Wenn es eine fundierte Begründung für verwendete Zeichen gibt, dann ist es OK, aber nicht um der Optik willen.

    An alle RezensentInnen:
    Weiterhin fällt mir bei vielen Rezis auf, dass manchmal die einfachsten Rechtsschreibregeln unterlassen werden. Bitte verwendet doch eure entsprechende Funktion in eurem Schreibprogramm. Groß- und Kleinschreibung klappt ja noch, aber schon mit der Interpunktion hapert es. Zugegeben hatte ich früher auch meine Probleme mit 53 Kommaregeln. Aber heute sind es nur noch 9. Oft sehe ich auch auslaufende Sätze mit … Die bitte nach einem Leerraum zum letzten Buchstaben setzen. Ausnahme: Abgebrochene Wörter, da dann direkt, z.B. "Verdammte Sch…", rief Paul.

    Noch was:
    Einige RezensentInnen neigen zu sehr langen Rezis. Das kann gut sein, sollte aber nicht zur Regel oder zum Ziel stilisiert werden. Die Rezi soll Interessierten einen Eindruck geben und keine psychoanalytische Aufarbeitung des Romans sein. Und wer klitzeklein die komplette Handlung durcharbeitet, nimmt dem Leser den eigenen Lesespaß. Bitte: Knackig und aussagefähig besprechen, nichts verraten und am Ende ein eigene Meinung abgeben.

    So, genug gemeckert.

    Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest und stressfreie Feiertage. Viel Spaß beim Suchen der Ostereier und -nester. Und natürlich allen viel Glück im aktuellen Story-Wettbewerb.

    Mit osterlichen – und natürlich – galaktischen Grüßen
    euer galaxykarl ;-))

  17. Hoffentlich schauen hier auch alle (betroffenen) RezensentInnen rein 😉
    Aber hast du echt ein Programm, das Interpunktion überprüft? 😉 Das fände ich schon schick. Oft ist Kommasetzung allerdings auch Interpretationssache, habe ich mir sagen lassen.

    Kursivschrift bei Gedanken habe ich tatsächlich auch schon öfter gesehen. Und ich finde es sehr gut, weil es hilft, Gedanken und Handlung zu trennen. Aber wie bei allem anderen gilt auch hier: gezielt einsetzen und nicht überstrapazieren.

    Das ist dir in deiner Story, Leon, wie ich finde gut gelungen.

  18. Felis Breitendorf

    Meine Gedanken kommen mir auch oft sehr schräg (kursiv) vor! 😉

  19. Diesmal muss es eine „alte“ Geschichte sein. Geht leider zeittechnisch nicht anders.

  20. Aber wir haben ja ein paar neue Autoren/Leser – Herzlich willkommen. Und für die ist die Story neu – Viel Spaß 🙂

  21. Leon, warum ist eigentlich am Ende deines Beitrag links unten ein Googlezeichen?

  22. Weiß ich nicht. Jetzt habe ich es schon ein paar Mal rausgeworfen, aber immer wieder ist es aufgetaucht. Beim letzten Mal hat’s dann funktioniert.

  23. Vielleicht ein ausserirdischer Computervirus? 😉

  24. Haha, Computervirus? Gute Idee. Den lässt sich ein unbedarfter Hacker mit seinem Bio-Printer drucken/rekonstruieren und läuft ab dato als Sternenzombie durch die Gegend. 😀

  25. Leon,
    einen speziellen Glückwunsch von mir!

    Die Geschichte war einer meiner beiden Favoriten für die ersten drei Plätze, weil sie mich zum Nachdenken angeregt hat und mich letztlich zum Staunen über mich und meine Medienklischees gebracht hat.
    Die ersten Zeilen dachte ich, es sei eine „rate mal wer ich bin“ Geschichte. Da hatte ich so gar keine Lust drauf. Wenn es keine Wettbewerbsgeschichte gewesen wäre, hätte ich vermutlich abgebrochen. Und bald wurde klar, dass es sich um eine Vampir-artige Figur handelt. Alles was ich über Vampire gesehen oder gelesen habe, ist älter als 25 Jahre. Auf moderne Glitzerurbanistik habe ich so gar keine Lust. Wenn es keine Wettbewerbsgeschichte gewesen wäre, …
    Doch dann kam dieser Aspekt des Heilens hinzu. Und Dein Kommentar, dass es sich um etwas Neues handelt, für das es noch keinen Namen gibt, womit sich mein „rate mal“ Eindruck relativiert hat.
    Letztlich habe ich mich für einen utopischen Aspekt der Geschichte begeistert, ob von Dir gewollt oder nicht: wer „anders“ ist, ist krank, kommt in eine Anstalt und wird geheilt, zum seinem eigen Wohle und dem Wohle der Gesellschaft. Und da jede Utopie im Grunde eine Dystopie ist, muss die Heilung daneben gehen und führt obendrein zu etwas Neuem. Herrlich!

  26. Vielen Dank Martin,

    es freut mich, dass dich meine Geschichte angesprochen hat.
    Ehrlich gesagt, hat sie sich während des Schreibens ein bisschen sebstständig gemacht. Ursprünglich sollte es eine Geschichte mit einer Pointe werden. Ich hatte da eine Bilderfolge im Kopf. Aber als ich schrieb und versuchte, der Figur mehr Tiefe zu geben und den Ursprung von Daryls Handeln zu ergründen – eigentlich unnötig, wenn man nur auf einen Pointe aus ist -, kam ich darauf, dass ich selbst nicht wusste, wer oder was Daryl eigentlich ist.

    Mir war es in erster Linie wichtig, dass sie sich dadurch definiert, was sie fühlt, was sie denkt und wie sie handelt. Ob sie normal ist oder krank wird von jedem in ihrem Umfeld anders gesehen – so auch vom Leser. Oder ist sie weder krank noch normal, sondern von einer ganz anderen Qualität?

    Utopie, Dystopie? Genau, von beidem etwas oder beides gleichzeitig, abhängig vom Standpunkt. Daher kann ich auch nicht behaupten, dass die Heilung fehlgeschlagen ist. Möglicherweise – der Gedanke kommt mir im Moment (interessant) – ist das Aufhalten eines Heilungsprozesses fehlgeschlagen … .

    Ich selbst habe für Daryl jedenfalls immer noch keine Schublade – eine Idee natürlich schon, d.h. ich zimmere gerade daran und denke über eine zweite Episode nach.

    Was sich doch alles aus einem unscheinbaren Bilderwitz entwickeln kann.

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