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DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT VOM STAMM – Stortstory von Bella C. Moremo

DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT VOM STAMM

Stortstory

von

Bella C. Moremo

Während Adam am Küchentisch saß und ein Stück Kuchen aß, beobachtete Eva voller Neugier, was sich auf dem Nachbargrundstück tat. Vor kurzem hatten ihre früheren  Nachbarn die Flucht ergriffen und Evas Tochter das Haus erstanden.

Seit den frühen Morgenstunden war dort ein stetiges Kommen und Gehen.

Evas Blick glitt über den unbeholfen wirkenden Mann, der mit hängenden Schultern den Regieanweisungen seiner Frau, kommentarlos folgte.

Mit den Vorbesitzern hatte es ja eigentlich sehr harmonisch begonnen. Doch an dem Tag, an dem die Nachbarn eine hohe Palisade errichteten, wurde Evas nachbarschaftliche Anteilnahme empfindlich gestört.

Jeden Tag hatte sie in Abwesenheit der Bewohner dem Nachbargrundstück einen Besuch abgestattet, damit auch ja alles seine Richtigkeit hatte.

Darüber hinaus hatte sie ihre Nachbarn auf die übervolle Mülltonne hingewiesen, deren Gestank bis auf ihr Grundstück gedrungen war und ihnen den wertvollen Tipp gegeben, die Weißwäsche nicht mit einem billigen Waschmittel zu waschen, um den ekelhaften Grauschleier und die vergilbten Streifen aus den Unterhosen, nachhaltig zu entfernen.

Ihre selbstlose Hilfsbereitschaft, Post und Päckchen des Paares sicher bei sich bis zu dessen Rückkehr aufzubewahren, war unverständlicherweise auf Abwehr gestoßen. Und das, obwohl ihr aufgefallen war, dass die Waren aus der Beate Use Kollektion diverse Mängel aufwiesen.

Selbst Klatsch und Tratsch, den sie in mühevoller fast schon detektivischer Kleinarbeit von den übrigen Anwohnern der Straße in Erfahrung gebracht hatte, waren in keinster Weise gewürdigt worden.

„Undank ist der Welten Lohn“, war seither Evas Leitspruch. Menschen wie ihre früheren Nachbarn, gehörten zu der Sorte, auf die dieser Spruch zutraf.

Um besser sehen zu können, beugte sich Eva weiter aus dem Fenster und wurde von Adam, der bisher still auf seinem Platz gesessen hatte, gestört.

„Die Leute tuscheln über uns. Wenn das so weitergeht, sind wir die Nächsten, die von hier wegziehen müssen.“

Eva musterte ihren Mann von oben herab und entgegnete scharf: „Wir sind nichts anderes als ein älteres Ehepaar, das sich für die Belange ihrer Mitmenschen interessiert.“

„Du hast natürlich recht,“ erwiderte ihr Mann kleinlaut und schaute sehnsüchtig auf das letzte Apfelkuchenstück, das allerdings auf dem Teller seiner Frau ruhte.

Doch seine Worte bekam Eva nicht mehr mit. Sie beobachtete ihre Tochter, die mit einem Feldstecher durch das Fenster des Nachbargebäudes schaute und den Arbeitseifer ihres Mannes im Auge behielt, bis das Inventar aus dem Umzugswagen, der vor der Einfahrt des gegenüberliegenden Gebäudes stand, abgeladen war.

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, murmelte Eva mit einem stolzen Lächeln und beobachtete mit zusammengekniffenen Augen, wie ihr Schwiegersohn in eine verhutzelte Frucht biss, die ihm seine frisch Angetraute als kleinen Pausensnack gönnte.

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Bella C. Moremo

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Was haben Espresso und Kurzgeschichten gemeinsam?
Beide werden ihrer Größe wegen – oder sollte man vielleicht eher sagen wegen ihrer geringen Menge – oft unterschätzt. Doch so wie in dem kleinen Tässchen eine geballte Ladung Koffein steckt, können sich selbst in der kürzesten Geschichte Universen auftun und sogar ganze Leben entfalten – manchmal braucht es nur eine Seite. In einer hohen Konzentration können sich hier Sinn und Unsinn frei entfalten und den Geist erhellen oder manchmal einfach nur belustigen.
EspressoProsa ist die Fortsetzung von Kleine Scheißhausgeschichten und entfaltet ebenso wie sein Vorgänger Humor und Geistreiches über die Wunderlichkeiten des Alltags und der Welt. Kurzweilig, aber dennoch pointiert versüßen sie die eine oder andere Tasse Kaffee. Und auch wer Kaffee und Humor lieber schwarz genießt, wird auf seine Kosten kommen.

Markus Walther, geboren 1972 in Köln, lebt seit 2006 mit seiner Frau und zwei Töchtern im bergischen Rösrath. Als ausgebildeter Werbetechniker begeisterte er sich bald für die Schriftgestaltung und machte sich 1998 als Kalligraph selbstständig. Neben dem Hobby der Malerei entwickelte sich das Schreiben.

»Meine literarischen Wurzeln liegen in den Texten von Terry Pratchett, Douglas Adams aber auch Mark Twain, Isaac Asimov, Edgar Allan Poe und Stephen King. Der Schwerpunkt meiner eigenen schriftstellerischen Arbeit liegt in der Gattung der Kurz- und Kürzestgeschichte. Ich finde es faszinierend, wie viel Un/Sinn auf eine Buchseite passt. Dabei darf der Minimalismus niemals auf Kosten des Lesevergnügens gehen. Die Gratwanderung zwischen Klischee und Pointe, Independent und Mainstream führt mich quer durch sämtliche Genres der Bücherwelt, in denen ich mich auch als Leser zuhause fühle.«

 

 

Neben den eigenen Buchprojekten engagiert sich Markus Walther u.a. zur Zeit im Autoren-Forum www.federfeuer.de als Moderator, schreibt für das Literatur-Portal www.globaltalk.de die Kolumne „Reden wir über …“ und ist Initiator und Mitorganisator der jährlich stattfindenden „Langen Lohmarer Lesenacht“.

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6 Comments

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  1. Will nicht auch mal jemand was zu dieser Geschichte von Adam und Eva und der Sache mit dem Apfel sagen? 😉

  2. Keiner Mut zu diesem Thema? Wer kann einen Kommentar bageben?

  3. Liebe Bella, ich habe diese Story von dir nominiert, da sie am längsten nicht mehr im Wettbewerb dabei war. Ist das ok so?

  4. Natürlich. Vielen Dank, dass du du sie rausgesucht und eingestellt hast. 😉

    Liebe Grüße Bella

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