DAS TESTAMENT – Science-Fiction-Story von Werner Karl
Erstellt von Galaxykarl am Sonntag 10. Juli 2011
DAS TESTAMENT
Science-Fiction-Story
von
Werner Karl
Ich, Wilson Pickering LeBeow, von vielen «Der Schwarze Tod» genannt, im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte – obwohl ebenso viele behaupten, dass gerade dies nicht der Fall sei – lege hiermit meine letzten Worte nieder. Ich gebe zu, dass ich im Zweifel bin, ob dieses Testament jemals von irgendjemand gelesen wird. Aber was soll´s: Ich schreibe es auf, denn was soll ich sonst tun? Die Zeit, die mir noch zur Verfügung steht, ist begrenzt, sehr begrenzt, ihre Dauer steht unumstößlich fest, dafür haben die Andorianer gesorgt. Sie waren die ersten, die ich traf und eine der letzten, die ich zu Gesicht bekommen werde. Nun ja, eigentlich waren sie es, die mich trafen. Morgen werde ich reguliert, von den Spin-noDragh.
Aber vielleicht ist es besser, von Anfang an zu erzählen. Denn alles hat einen Anfang und leider – oder Gott sei Dank – auch ein Ende. Ein Grund, mich «Der Schwarze Tod» zu nennen, liegt schlicht daran, dass ich ein schwarzer Amerikaner des Planeten Erde bin. Der zweite Grund ist … weniger banal. Nun, dazu später. Die Andorianer sind eine hellhäutige Rasse, wie übrigens sehr viele der außerirdischen Spezies, die ich getroffen habe, und die auch nur wenigstens im Entferntesten humanoid waren. Die anderen Wesen sind so vielfältig, so unterschiedlich, manche so extrem, dass ich von Beginn an fasziniert war. Welches Wunder darin liegt, habe ich erst nach vielen Jahren begriffen, und da war es bereits längst zu spät. Wie unwichtig die Menschen sind, wurde mir erst bewusst, als ich ein schreckliches Jubiläum feierte: Meinen 100sten Abschuss. Doch auch dazu später Näheres; ich muss wirklich von vorne beginnen, sonst versteht niemand, wie ich zu dem wurde, was ich nun bin.
Ich wurde 2047 in Mississippi geboren, in einem kleinen Nest namens Alley Springs. Das Kaff hatte damals eine kleine Exxon-Tankstelle, an der ich der einzige Tankwart war. Weiterhin gab es einen Walmart, ein oder zwei Autohändler, eine Kunststoff-Fabrik, ein Motel und ein paar kleinere Geschäfte. Der Rest waren in rascher Folge hin gebaute Reihenhäuser in fürchterlicher Uniformität. Ständig haben die Bewohner darüber geschimpft, dass den Architekten der Kunststoff-Gesellschaft nicht die einzige Individualität eingefallen sei. Ein Haus war wie das andere, und die Frauen der ganzen Siedlung waren ab ihrem Einzug ständig bemüht, mit allerlei Anbauten, Bepflanzungen und Anstrichen, so etwas wie Individualität zu erreichen. Vielleicht ist der Mensch aufgrund seiner Natur so gestrickt, dass er immer etwas Besonderes sein will. Aber er ist es nicht, glauben Sie mir. Sie, ja Sie, derjenige, der dieses Testament findet. Glauben Sie mir: Der Mensch ist nichts anderes, als eine recht unbedeutende Randerscheinung im Universum.
In Alley Springs war nichts los. Und wenn ich sage «nichts los», dann meine ich es genau so. Meine einzige Abwechslung war die Jagd. Ich schoss anfangs nur dass, was man auch essen konnte. Aber irgendwann ging mir das ständige Wildbret auf den Geist und ich begann alles aufs Korn zu nehmen, was ich fand. Rasch überschritt ich dabei die Grenze des Erlaubten und erlegte auch Viecher, die geschützt waren. Es war mir egal. Natürlich war ich nicht so blöd, mich dabei erwischen oder Reste liegen zu lassen. Die amerikanische Tierschutzliga hatte es längst geschafft, entsprechende Gesetze durchzusetzen, gegen den massiven Widerstand der Rifle-Lobby. Vielleicht hing mein Interesse an der Jagd damit zusammen, dass auch mein Grandpa und natürlich auch mein Dad ein passionierter Jäger war. Kaum war es erlaubt, dass sich ein Nigger wie mein Grandpa ein Gewehr zulegen und damit sogar offiziell zur Jagd gehen durfte, tat er es auch. Wahrscheinlich sogar mehr aus dem Grund, dass er es nun durfte, als am Spaß daran. Ich hatte oft den Eindruck, dass er das Gefühl genoss, bewaffnet in einem Staat herumzumarschieren, in dem vor nicht allzu langer Zeit der Ku-Klux-Klan einen solchen Kaffer einfach über den Haufen geschossen, am nächsten Baum aufgeknüpft oder klassisch geteert und gefedert hätte. Vielleicht auch alles zusammen. Jahre später fand ich im Keller einen erstaunlichen Vorrat an Munition, die mein Grandpa bevorzugt dann gekauft hatte, wenn er sich vieler Zeugen sicher war. Vielleicht wollte er damit permanent zeigen, dass an einen Rückfall in dunklere Zeiten mit ihm nicht zu denken war. Der Vorrat zeigte aber auch, dass er längst nicht so viel Munition brauchte, wie er gekauft hatte und immer wieder zukaufte. Sei´s drum: Ich war Jäger wie er.
Irgendwann genügte es mir nicht mehr, die Viecher nur abzuknallen, manchmal zu essen oder ihnen eine kleine Chance zu lassen, und sie wirklich über Stunden, Tage oder manchmal gar über Wochen hinweg richtig zu jagen. Ich entdeckte, dass je länger ich ein Tier jagte, ich mehr Respekt vor ihm hatte. Aber nur so lange, bis ich es erwischte. Der logische nächste Schritt war, die Beute nicht einfach zu erlegen und die Reste zu verbuddeln. Ich wollte eine Trophäe, den sichtbaren Beweis, dass es mir gelungen war, den Gegner zu erlegen, ihm überlegen zu sein. Also beschaffte ich mir im Web Unterlagen über Tierpräparation. Ich war verblüfft, in welchen Massen darüber geschrieben wurde und wahrscheinlich auch immer noch wird. Nach ein paar Fehlkäufen entsprechender so genannter Fachliteratur, verlegte ich mich auf einschlägige Sites anderer Jäger und Präparatoren, die mit praxisnahen, oft unkonventionellen Methoden zu erstaunlichen Resultaten kamen. Selbstverständlich war ich nicht so blöd, die Zutaten, welche ich zur Präpäration benötigte, in unserem Kaff zu kaufen. Ich bestellte über das Web und erhielt hübsch anonym das ganze Zeug geliefert.
Es muss so ungefähr Herbst 2083 gewesen sein, als sie dann kamen. Ich bin nicht mehr ganz sicher, ob´s 83 war, aber Herbst war es in jedem Fall. Ich saß also gerade herum und überlegte, welches Vieh ich noch nicht in meiner – inzwischen recht ansehnlichen – Sammlung hatte. Ich hatte, so glaube ich, alles geschossen, was es in meiner weiteren Umgebung zu erwischen gab, inklusive zweier Tierarten, die lange Jahre auf der Liste der stark gefährdeten Arten gestanden hatten, jetzt aber nicht mehr. Sie galten als ausgestorben, aber ich wusste es besser. Ich hatte ihnen erst einige Jahre zuvor den Garaus gemacht. Nun ja, ich saß also so da, die Sonne war gerade hinter den Hügeln versunken und ihr letzter schwacher rötlicher Schein beschien leicht zerfaserte Wolkenfetzchen; Morgen würde es ein wundervoller Tag werden. Ich wusste es natürlich nicht, aber es war mein letzter Sonnenuntergang, den ich auf der Erde erlebte. Es war sogar mein letzter Tag auf dem Planeten, aber auch das konnte ich selbstverständlich nicht ahnen.
Ich wollte gerade aufstehen, um mir Abendbrot zu machen, als der rötliche Schein plötzlich wieder heller wurde. Im ersten Augenblick dachte ich idiotischerweise, die Sonne hätte sich´s überlegt und käme noch mal raus. Eine Sekunde später verwarf ich den Quatsch und erschrak. War das etwa eine Bombenexplosion – gar eine Atombombe – gewesen? Aber es kam kein Donnergrollen, kein Blitz, keine Druckwelle, überhaupt kein Geräusch. Es war mit einem Mal mucks-mäuschenstill. Alles hatte aufgehört: Das Vogelgezwitscher, das Rauschen der Blätter an den Bäumen, das ferne Dröhnen des Highways, das permanente Grummeln der Industrieanlagen drüben bei der Kunststoff-Fabrik. Alles weg, alles ruhig. Ich stand wie festgenagelt und lauschte. Sogar der Wind hatte aufgehört zu wispern. Das einzige, was ich hörte, war das Pochen meines Herzens, mein eigenes Atemgeräusch. Beides schien mir immer lauter zu werden und ich wollte das nicht. Ich wollte mich verstecken, aber es ging nicht. Ich versuchte es, aber ich konnte keinen einzigen Muskel bewegen.
Ich musste für einen Moment oder wahrscheinlich sogar länger ohne Bewusststein gewesen sein. Denn das erste, was ich wahrnahm, war ein Bitzeln meiner gesamten Muskulatur. Man kennt das, man sitzt in einer nicht entspannten Stellung längere Zeit und ein Bein schläft ein. Bewegt man sich, rasen mehrere Millionen Ameisen auf einem herum und es dauert ein Weilchen, bis man sich wieder locker rühren kann. Ging mir auf der Jagd oft so, hat mich nicht selten um meine Beute gebracht, wenn ich dann gestöhnt habe, und mein Ziel flüchtete ins Unterholz. Jetzt aber war ich die Beute, denn als ich aufblickte, glotzte ich mit einem ziemlich dämlichen Gesichtsausdruck zu einer Art Luke hinaus auf den Kontinent Südamerika, der sich gerade gemächlich unter mir wegdrehte. Oder würden sie da intelligenter aus der Wäsche gucken, wenn ihnen mit einem Schlag klar wird, was los ist.
Irgendein Raumschiff hatte nichts Besseres zu tun, als mich zu entführen. Mich, Wilson Pickering LeBeow, Tankwart aus Alley Springs. Anstatt mit dem Präsidenten Kontakt aufzunehmen, Hallo zu sagen oder so was, meinetwegen was von Weltfrieden oder unserem Untergang zu faseln, mussten die mich entführen. Mich! Mir wurde vor Wut so kochend heiß, dass die Ameisen augenblicklich verschwanden und ich aufsprang. Ich stürzte an die Luke oder das Fenster, und konnte gerade noch sehen, wie sich die zunehmende Fahrt von Lateinamerika, über den Atlantik, quer über den südlicheren Teil Afrikas zog und dann das Ding in einer steilen Kurve nach oben in den Weltraum flog. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann fiel die Erde im All zurück, wurde zum Ball, zur kleinen Kugel, von einer Murmel zu einem winzigen Punkt. Und war dann weg.
Nein, ich war weg. Weg von der Erde, auf dem Weg … wohin? Mir wurde sofort klar, dass die mich nicht töten wollten, das hätten sie leichter haben können. Für medizinische Untersuchungen würden sie wahrscheinlich auch was Schlaueres als ein superscharfes Skalpell besitzen. Auf irgendeine Art würden sie – wenn sie es überhaupt wollten – mich scannen, checken, messen und dergleichen. Aber musste es den ausgerechnet ich sein. Zugegeben, ich bin nicht total verblödet, ich weiß aber auch, dass ich kein Genie bin. Also, warum sollten sie ausgerechnet mich holen?
Es dauerte ganze zwei Tage, bis sie kamen. Das erstaunliche war, das ich in dieser Zeit weder Hunger, noch Durst litt, weder schlafen konnte, noch pissen musste. Es ist auch nicht sicher, ob´s wirklich zwei Tage waren, aber es kam mir mindestens so lange vor. Ich wurde nicht müde, mir war weder kalt oder heiß; ich blickte aus der Luke, betrachtete die Sterne, Nebel und was es sonst noch so gab. Ein Hoch auf BBC, Geological und Einstein-TV. Ich konnte mir auch als Normalbürger so ziemlich gut vorstellen, was dort draußen zu sehen war. Spiralnebel, Gaswolken, Schwarze Löcher, Sterne und fremde Planeten en massé. Als sie dann da waren, spürte ich es eher im Rücken. Ich hatte nichts gehört, kein Enterprise-Zischen einer Tür oder eines Schotts, kein futuristisches Beep oder ein sphärisches Wimmern wie von einer gequält singenden Säge. Nein, sie standen einfach da, drei Jungs in schicken dunkelblauen Klamotten. Ich dachte zumindest, dass es Jungs waren, denn die vordere Hälfte war ziemlich eindeutig ausgebeult. Ich Narr! Wie sich viel, viel später herausstellte sind die Andorianer alle weiblich und bekommen ihren Nachwuchs durch bewusste Veränderung ihres Hormonhaushaltes. Nach der Schwangerschaft und der Geburt der drei Babies – es sind immer drei! – kehren sie wieder ohne eigene Anstrengung in ihren Ursprungszustand zurück. Nett, aber langweilig, wo bleibt denn da der Spaß? Überhaupt verstehen die Andorianer keinen Spaß, sie scheinen keinerlei Sinn für Humor zu haben. Aber ich greife schon wieder vor.
So ein Andorianer ist recht ansehnlich. Kein Vergleich mit einem Monroe-Klon, nein. Aber irgendwie sind sie … schön. Sie sind etwa so groß wie wir. Die größten, die ich gesehen habe, waren nicht größer als 1,90 m. Sie stehen auf drei geraden Beinen, die an den Gelenken in jede Richtung geknickt werden können. Was dadurch an Standvermögen verloren geht, machen sie durch ihr drittes Bein wieder wett. Sie sind von einem dunklen Papaya-Orange, die älteren haben an allen Gelenkstellen zunehmend rote Stellen. Bei ganz Alten erreichen sie dort ein dunkles Karmesinrot. Aber sonst bleiben sie hübsch, keine Falten, keine grauen Stellen. Der Oberkörper hat etwas von einer Wespe, enge Taille und so, aber es sind definitiv keine Insekten, sondern Säugetiere. Am oberen runden Teil, kurz über der Wespentaille beginnt der Armkranz. Drei Arme sind in regelmäßigen Abständen verteilt, so dass sie rings um sich greifen können, ohne ihren gesamten Körper drehen zu müssen. Das ist es nur logisch, das im Kopf auch drei Augenpaare, ebenso gleichmäßig verteilt sind. Zuerst war ich ein bisschen verwirrt. Warum auch nicht nur drei Augen, sondern sechs, zu drei Paaren angeordnet? Bis mir dann einfiel, dass stereoskopisches, also räumliches Sehen nicht mit einem einzigen Auge funktioniert. Der Kopf selbst ist der dominierende Körperteil, und am meisten für den ästhetischen Gesamteindruck verantwortlich. Anstelle von Haaren besitzen die Andorianer eine Art Flaum oder Pelz auf dem Kopf, der sich auch zwischen den drei Augenpaaren fortsetzt, und so fast drei Gesichter schafft, die sogar unterschiedliche Mimik zeigen können. Erst drei Jahre danach fand ich in einem Gespräch mit einem Flügel-Korsaren heraus, das die Andorianer fähig sind, mit einem Gehirn drei unterschiedliche Gedankenvorgänge verarbeiten und verfolgen zu können. Nicht umsonst gehören sie zu einer der fortschrittlichsten Spezies im All. Aber auch das erfuhr ich leider zu spät. In der Gemeinschaft der miteinander lebenden und Handel treibenden Rassen sind sie häufig als Ärzte, Pfleger, Sanitätspersonal und ähnlichen sozialen Berufen anzutreffen. Was nicht heißt, das ein Andorianer nicht auch kämpfen konnte. Ich war Augenzeuge einer Schlägerei zwischen einem oder einer von ihnen mit einem wild gewordenen Phosphor-Wurm. Der Wurm war mehr als doppelt so groß und stark wie der Andorianer, aber gewonnen hat der Orangene.
Nun ja, sie standen also da und blickten mich mit ihren Rehaugen an. Mir zuckte eine Folge von Future-Cop durchs Hirn, bei der der Bulle den Fehler beging, zum Gruß des Außerirdischen die Hand zu heben. Die haben ihn dann schlicht weg gelasert, weil sie sich angegriffen fühlten. Also keine Hand.
„Hi, äh … ich heiße Wilson.“ Was Besseres fiel mir in dem Moment nicht ein, sie schienen´s aber zu mögen, ja gar erwartet zu haben. Denn mit absolut akzentfreiem Englisch antwortete eine.
„Hi, Mensch Wilson. Wir grüßen dich.“
Wow! Mensch Wilson, na das ist doch was.
„Wer seid ihr? Und warum habt ihr mich entführt?“
„Wir gehören dem Volk Andorias an und wir haben dich gewählt, weil du alleine lebst.“
Also hatten sie sogar meine Betonung erkannt.
„Aber das gibt euch noch lange nicht das Recht, mich aus meinem Haus und von meinem Planeten zu holen.“ erwiderte ich und versuchte meiner Stimme einen selbstbewussten Klang zu geben, ohne aggressiv zu wirken.
„Dieser Planet gehört dir?“
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie ganz genau wussten, dass ich nur ein kleines Licht war.
„Nun … gehören würde ich nicht sagen. Eher gehöre ich auf diesen Planeten!“
„Wir sind der Meinung, dass die Erde auch ohne dich zurechtkommen wird.“ sagte eine andere entwaffnend.
„Bleibt immer noch, welches Recht euch dazu ermächtigt?“ Aber auch hier war mir klar, dass sie im schlechtesten Fall darauf pfiffen oder einfach das Recht des Stärkeren in Anspruch nahmen.
„Wir sind in der glücklichen Situation, uns als Beauftragte des andorianischen Präventions-Komitees betrachten zu dürfen. Weiterhin hat Andoria in der Planetengemeinschaft die offizielle und ehrenvolle Aufgabe seit mehr als 2.500 Generationen inne, Kontakte zu neu entdeckten Spezies aufzunehmen und ein erstes Exemplar zur Begutachtung zur Zentralwelt der Gemeinschaft zu bringen.“
Ihre gewählte Ausdrucksweise konnte nicht verhindern, dass ich mich auf den Boden setzen musste. Wahrscheinlich hatte ich auch die Gesichtsfarbe gewechselt, da prompt die dritte einen Schritt hervortrat, bis ich ihr abwinkte.
„Bist du verletzt oder krank?“ Sie hatte einen hübschen Wirbel ihres Flaumes auf der mir zugewandten Seite.
„Nein, nein, geht schon.“ Das Wort Prävention wurde mir in diesem Augenblick gar nicht so klar, weil mich eher das Wort Begutachtung mit zunehmendem Unbehagen beschäftigte. Leider sollte ich dies noch bereuen. „Was versteht ihr unter Begutachtung? Wie sieht das im Detail aus? Was könntet ihr über die Menschen erfahren, wenn ihr mich zerlegt, was ihr nicht schon durch die sicher stattgefundene Fernbeobachtung wisst?“
„Natürlich beobachten wir euch schon eine ganze Weile, aber vieles verstehen wir nicht. Es ist immer so, dass der direkte Kontakt mit einem zugänglichen Individuum am effektivsten ist. Viele Dinge, die für eine Spezies selbstverständlich sind, sind für andere nur durch Erklärung zu erschließen. Es gibt Erstkontakte, die selbst nach … mehreren deiner Jahre noch aufschlussreiche Informationen geben können. Das Hauptproblem ist nicht nur die unterschiedliche Mentalität, sondern auch die Geschichte und die Umgebungssituation, aus der ein Volk stammt. Ein Beispiel: Die Halvenz-Wesen von Hal XIII haben drei Sonnen in ihrem System. Das Konzept des Schlafens aufgrund der Dunkelheit einer Nacht kennen sie nicht.“
„Aber die werden sich doch mal ausruhen müssen.“ wagte ich einzuwenden.
„Nicht in dem Sinne, dass sie eine gewisse Zeit nichts tun und ihren Körper schonen. Sie lösen das Problem, indem sie eine extrem energiesparende Lebensweise praktizieren.“
„Aber es gibt doch immer wieder Situationen, in denen man mehr Kraft aufwenden muss, um irgend etwas erledigen zu können.“ Wie gesagt, ich bin nicht ganz blöd.
„In solchen Momenten wenden sie alle Kraft auf, welche ihnen zur Verfügung steht.“
Ich ahnte Schlimmes. „Alle Kraft? Und wenn sie verbraucht ist?“
„Dann sterben sie.“
„Scheint mir nicht sehr effektiv zu sein. Ich nehme stark an, die Halvenz-Wesen haben keine Raumfahrt entwickelt?“
„Nein, haben sie nicht. Doch das brauchen sie auch nicht, denn sie sind mit ihrer Existenz auf ihrem Heimatplaneten voll ausgefüllt und zufrieden. Sie sind nicht auf irgendeine Weise expansiv veranlagt. Sie sind dafür geniale Denker. Sie beziehen Ihre Energie aus den drei Sonnen …“
„Photosynthese?“ warf ich ein.
„Ja.“
„Dann sind die Halvenz Pflanzen?“
„Ja.“
Ich glaub´, ich spinne. Denkende Pflanzen. Ich konnte mir zwar nicht vorstellen, wie ein Kohlkopf sich energiesparend fortbewegte oder Dinge tat, aber ich begriff, das die Halvenz sich sicher anders verhielten, als die Menschen. Ganz sicher.
„OK, kapiert. Ihr bringt mich also zur Hauptwelt und verhört mich. Wie lange soll das dauern? Und was wäre, wenn ich dazu keine Lust habe?“
„Dann würden wir dein Gedächtnis an den Vorfall löschen, und uns einen anderen Menschen aussuchen. Allerdings würden wir es vorziehen, wenn du zustimmen würdest. Jeder weitere Eingriff in eure bisherige singuläre Entwicklung ist momentan nicht erwünscht.“
Irgendwas verschwiegen sie mir, aber ich gab mich erst mal damit zufrieden und sagte ja.
Es folgten einige Tage mit vielen Gesprächen, die ich weniger als Verhör empfand. Die Andorianer erwiesen sich als sehr geschickt darin, die Informationen, welche nach ihrer Meinung relevant waren, in solchen Unterhaltungen zu erfahren. Außerdem hatte ich nichts dagegen mich zu unterhalten. Zwischendurch kamen aber auch solche Fragen an mich heran:
„Wieso gibt es auf eurem Planeten so viele verschiedene Hautfarben? Zeichnen sich darin Spuren verschiedener Spezies anderer Planeten ab?“
„Nein, obwohl einige Spinner solche Theorien schon aufgestellt haben, manchmal sogar ganze Kriege deswegen geführt wurden. Noch mal Nein; die Farbe der Haut hat einzig damit zu tun, dass wir uns an die unterschiedlichen Klimabedingungen auf dem Planeten eingestellt haben. Ein Beispiel: Die Inuit – also die Bewohner der arktischen Zone – sind klein in der Statur und haben relativ helle Haut. Sie sind damit optimal auf geringe Sonneneinstrahlung angepasst. Das genaue Gegenteil finden wir bei Völkern am Äquator. Die Massai sind im Körperbau extrem hoch gewachsen und schlank, mit sehr dunkler, fast schwarzer Hautfarbe. Ihr Anteil an Melanin – also hauteigenen Farbstoffen – schützt sie vor der sehr intensiven Sonneneinstrahlung. Mehr oder weniger sind alle Völker der Erde auf ihre regionalen Verhältnisse angepasst. Durch viele Ereignisse wie Kriege – ebenso wie Frieden, Völkerwanderung, Tourismus, Handelsbeziehungen usw. vermischen sich natürlich die Farbschattierungen.“ Ich überlegte eine Sekunde. „Es wäre interessant auszuprobieren, welchen Farbton die Haut annehmen würde, wenn man alle vorhandenen Tönungen, nach existierender Anzahl, wie in einem Farbtopf mischen könnte, um das Endergebnis zu sehen. Wie würde ein Mensch, sagen wir mal in ein oder zweitausend Jahren, aussehen?“
Die Antwort der Andorianer haute mich fast um.
„Ein helles Braun.“
Zuerst verschlug es mir die Sprache, dann fragte ich nach. „Woher wollt ihr das wissen?“
„Wir haben es errechnet. Eine einheitliche Färbung einer Spezies ist eines der Kriterien, welche einen bestimmten Stand der Entwicklung kennzeichnet. Das Braun, welches wir errechnet haben, kommt einem Baum, den ihr Palisander nennt, am nächsten. Wenn keine Katastrophen stattfinden, müsste die Menschheit in etwa 1.347 Jahren diesen Zustand erreicht haben.“
„1.347!?“
Der Andorianer wechselte von seinem Frontgesicht zu seinem linken, was dieses Exemplar schon öfters getan hatte. Ich interpretierte diese Geste als einen Ausdruck von Verlegenheit.
„Nun ja, es können plusminus drei oder vier Jahre sein, es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel Geburtenrate, ungestörte Entwick…“ Plötzlich stoppte der Andorianer mitten im Wort. Ich hatte das ungute Gefühl, das er sich verplappert hatte, aber wieder fehlte mir der Durchblick, um den Hinweis zu verfolgen. Dieser Andorianer verlies wortlos den Raum und ein anderer setzte die Unterhaltung fort.
„Warum führten die Menschen untereinander Kriege? Es ist uns ein Rätsel, warum geringste Anlässe genügten, um viele Tausende, ja sogar Millionen der eigenen Rasse abzuschlachten.“ Dieser Andorianer blinzelte verständnislos – und wie mir vorkam absichtlich naiv – aus seinem Flaumgesicht auf mich.
„Mir scheint der wichtigste Punkt gerade der zu sein, den ihr nicht verstehen könnt. Die Menschen betrachten sich nicht als eine Rasse, sondern genau das Gegenteil davon. Jeder geringste Unterschied wurde und wird als Beweis gesehen, dass der andere eben anders ist. Und alles was anders ist, wird erst einmal grundsätzlich als Feind betrachtet.“
„Und seit wann ist dies so?“ fragte er weiter.
„Nun ich denke, schon immer. Alles was ich in der Schule über die Entwicklung des Menschen gelernt habe, zeigt, dass eigentlich seit Anbeginn der Geschichtsschreibung die Menschen immer untereinander Kriege geführt haben. Mit mehr oder weniger kurzen Friedenszeiten dazwischen.“
„Das deckt sich mit unseren Erkenntnissen. Wir haben in den vergangenen fünf eurer Jahre alles an auffindbaren historischen Unterlagen studiert und müssen dir zustimmen. Wir konnten einen Zeitraum von etwa 7.500 eurer Jahre anhand dieser Forschung überblicken.“ Es war das einzige Mal, dass die Andorianer in solchen Gesprächen etwas über ihre Zeit als Beobachter erwähnten.
„Bist du der Meinung, dass sich innerhalb der nächsten fünfzig Jahre daran etwas ändern wird?“
„Woran?“ fragte ich. Wie gesagt, ich bin nicht der hellste.
„An dieser Aggressivität.“
„Wir sind so. Es ist ein Bestandteil unserer Art. Wir sind, wie wir sind.“ sagte ich, und kam mir dabei auch noch wie ein Botschafter vor, der die Vorzüge seines Volkes rühmt.
„Wieso innerhalb der nächsten fünfzig Jahre?“ wiederholt ich.
„Wir sind der Meinung, dass in diesem Zeitraum die Menschheit die Fähigkeit erlangt, in größerem Umfang die Erde zu verlassen.“
„Wow. Dann werden wir Kontakt zu anderen Spezies erhalten?“
Daraufhin machten die beiden anwesenden Pelzgesichter eine lange Pause, in der weder sie noch ich sprachen. Schließlich erhoben sie sich und verließen ohne weiteren Kommentar den Raum. Erst nach einigen Augenblicken erfasste ich die Tatsache, dass meine Antworten sie umgehauen haben musste. Leider habe ich auch hier nicht weitergedacht.
Es dauerte ein paar Tage, bis sie wieder zu mir kamen. Wieder die gleichen drei. Ich vermutete inzwischen, dass an Bord nur diese drei waren. Sie bauten sich mit einer stummen Art vor mir auf, dass sogar mir klar wurde, dass sie irgendeinen Entschluss gefasst hatten.
„Wir möchten dir eine Mitteilung machen.“ begann der rechte von ihnen, wie mir schien ein wenig zögernd oder traurig. „Du wirst deinen Planeten nicht mehr wieder sehen.“
Ich wollte aufspringen und mich beschweren, aber weder meine Füße, noch mein Mund gehorchten mir. Ich war völlig bewegungsunfähig, konnte nur atmen.
„Bitte siehe dies nicht als Nachteil, denn du wirst am Leben bleiben.“
So langsam lief es mir eiskalt den Rücken runter.
„Wir werden dich auf einen Planeten bringen, der für dich geeignet ist. Du wirst dort nicht alleine sein. Viele Millionen Lebewesen aller Art aus unserer Planetengemeinschaft leben dort friedlich miteinander. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass du keine Gefahr darstellst …“
In diesem Punkt hatten sich die Andorianer getäuscht, wie sie erst sehr viel später erkennen mussten.
„… doch sehen wir das für deine gesamte Rasse leider anders.“
Er machte eine kleine Pause, wie um zu prüfen, ob ich jetzt verstand. Ich tat es.
„Es ist bereits ein Regulatorschiff der Spin-noDragh zu deiner Erde unterwegs. Es wird in wenigen deiner Stunden dort eintreffen und mit seiner Aufgabe beginnen.“
Meine Augen mussten sich entweder geweitet oder einen fragenden Ausdruck angenommen haben.
„Die Spin-noDragh sind das einzige Volk, welches berechtigt ist, eine Regulierung vorzunehmen.“ fuhr der Andorianer fort. „Sie werden die Menschheit von der Erde entfernen. Dabei nehmen sie die größte Rücksicht auf alle anderen Lebewesen. Es wird nur der Faktor Mensch eliminiert.“
Sie gingen ohne ein weiteres Wort hinaus und ich sah diese drei nie wieder. Kaum hatten sie den Raum verlassen, konnte ich mich wieder bewegen. Allerdings war ich so geplättet, dass ich lange Zeit am Boden sitzen blieb. Erst sehr viel später traten mir Tränen in die Augen.
Nach geschätzten drei Tagen landete das Schiff auf meinem neuen Planeten, setzte mich aus und flog davon, ohne mir irgendeine Ausrüstung oder Information zu geben. Dies übernahmen andere Wesen, deren Namen ich nicht kannte und mit denen ich mich nicht verständigen konnte. Ich wollte es auch gar nicht.
Es vergingen vielleicht drei oder vier Monate, bis ich mich einigermaßen auf die Verhältnisse eingerichtet hatte und wieder zur Besinnung kam. Ich besorgte mir an einem Handelsposten ein hochmodernes Werkzeug zur Pflanzenrodung und baute es in mühevoller wochenlanger Arbeit um. Schließlich hatte ich ein hervorragendes Lasergewehr aus dem Ding gemacht und betrachtete stolz das Ergebnis meiner Arbeit.
Am nächsten Morgen begann ich mit der Jagd.
Meine erste Trophäe war ein Andorianer.
Die Lebewesen des Planeten nannten mich später «Der Schwarze Tod». Später deswegen, weil sie mich anfangs nicht im Verdacht hatten, intelligente Lebewesen töten zu können. Es dauerte drei Jahre bis sie mich erwischten.
Und morgen kommen die Spin-noDragh, um mich zu regulieren.
- Ende -
Copyright © 2007 by Werner Karl
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Der Autor Heinrich Weidinger war über Jahrzehnte in der Waffenbranche und in der Jungjägerausbildung tätig, schreibt für Jagd- und Waffenzeitschriften. Er weiß um die Bedeutung des waidgerechten Büchsenschusses auch aus eigener Erfahrung in über 50-jähriger Jagdausübung.
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Montag 11. Juli 2011 um 18:38
Ich benötige hier noch einen Buchtipp passend zur Geschichte!
Montag 11. Juli 2011 um 21:56
Was hältst du von diesen Titeln? Haben mit der Story aber nur das Schlagwort gemeinsam:
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Mit galaktischen Grüßen
galaxykarl
P.S. Zwei oder drei kleinere Fehlerchen meiner Story sind in der Druckversion natürlich ausgemerzt.
Dienstag 12. Juli 2011 um 20:02
Hallo Werner, was für einen Tipp gibst du ab?
Dienstag 12. Juli 2011 um 20:21
Hi Detlef und Felis,
hatte ich schon getan. Aber wieso musste ich meinen Kommentar erst selbst freigeben?
Bin ich irgendwie in die Kategorie “fremd” reingerutscht? Hab ich was angestellt?
mgg
galaxykarl
Dienstag 12. Juli 2011 um 21:48
Du hast dich wohl nicht angemeldet gehabt als du den Kommentar reingestellt hast.
Dienstag 12. Juli 2011 um 22:12
Werner, was deine Vorschläge angehen: leider 2 mal ne Niete! beides Verlage, die keine Gewinnspiele mit uns machen. Und das ist ja Sinn der Sache, schliesslich wollen wir den Umsatz steigern um die Preisgelderkasse zu füllen, damit es nicht noch weiter bergab geht mit den Gewinnsummen, wie derzeit, weil es da einfach zu wenig Unterstüzung gibt von Seiten der Community-Autoren. Zugegeben: auch die Verlage sind da inzwischen ziemlich am Knapsen und am Einsparen. Ausserdem geben in den Letzten Wochen wenn nicht gar Monaten die meisten Pressemeldungen entweder nichts her oder es gibt zu intressanten Meldungen keine deutschsprachigen Bücher oder sie stammen von Verlagen auf der Schwarzen Liste. Aber irgenwie würde ich mich über eine stärkere Mitarbeit der Community-Autoren in diese Richtung freuen! Schlliesslich ist es ja auch um ihre Story-Preisgelder, im Endeffekt! Eine Hand wäscht die andere! Geht es unseren Seiten gut, gibt es auch mehr Geld für die Gewinnerstorys, das ist doch nur fair, oder?
Dienstag 12. Juli 2011 um 22:19
Was unsere Commuity-Autoren bei uns übrigens auch machen könnten: Stellt doch mal den Teaser einer interessanten Pressemeldung ins Gästebuch und stellt den Link darunter und einen interessanten Titel nicht älter als Vorjahr und nichts von der Schwarzen Liste. Am liebsten wäre mir dann natürlich ein Buchlink von buchhandel.de – kann würde ich nach kurzer Prüfung den Pressetext samt Buchvorschlag als Blogbeitrag posten!
Mehr Mitarbeit wäre doch nicht schlecht! Was meint Ihr?
Mittwoch 13. Juli 2011 um 05:57
OK, ein Computer ist ein Kasten mit TV drinne und hat viele Tasten; schon verstanden. Aber was zur Hölle ist ein Teaser?
Klärt mich mal mit klaren Worten auf. Schon wieder Technobabbel? Muss es denn immer ein englisches Wort sein?
Und einen neuen Buchtipp werde ich heute abend suchen.
mgg
galaxykarl
P.S. Kennt jemand die Smilie-Syntax für ein fragendes Gesicht?
Mittwoch 13. Juli 2011 um 06:18
Hab doch noch was gefunden:
http://www.amazon.de/Vor-nach-J%C3%A4gerpr%C3%BCfung-Klassiker-Auflage/dp/3835406051/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1310530060&sr=1-3
http://www.amazon.de/waidgerechte-B%C3%BCchsenschuss-Tricks-besseres-Treffen/dp/383540752X/ref=sr_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1310530642&sr=1-5
Beide Bücher passen mehr zum Protagonisten, als zum Titel.
mgg
galaxykarl
Mittwoch 13. Juli 2011 um 09:23
Ist das nicht eher “Medienbabbel”? Laut dict.leo.org ein “Aufmerksamkeitserreger”. Wie nennt man das bei Kinofilmen … richtig, Trailer. Möglichst viele Highlights reinpacken, damit die Leute in die Kinos strömen und die Kassen gefüllt werden.
Übrigens, Galaxykarl, saubere Story
. Endlich mal wieder SF ohne Wenn und Aber; schonungs- und schnörkellos.
Wenn der Regulator dreimal klingelt! Das hört sich fies an. Wilson, halt’ die Wumme bereit :-E (Smiley mit gefletschten Zähnen).
Mittwoch 13. Juli 2011 um 13:34
Jeder Literat sollte den Ausdruck kennen! Er bedeutet: kurze Einführung oder Zusammenfassung oder Einleitungstext etc. Fast jeder Zeitungsartkel hat so einen Teaser. Es ist der kopfteiler eines Artikel, in dem alles kruz erklärt wird, um was es geht. Mit Technik hat das gar nichts zu tun, eher mit Journalismus und Publizistik.
Mittwoch 13. Juli 2011 um 13:38
WIKIPEDIA SAGT: “m Online-Journalismus wird ein „Anreißer“, der auf der Startseite als Einstieg in den ausführlichen Beitrag auf einer nachfolgenden Webseite fungiert, auch Teaser genannt. Journalistisch ähnelt der Teaser dem ersten Satz eines längeren Beitrags, dem “Leadsatz”. „Als Teaser werden die Anreißer auf der Homepage oder einer Themenüberblicksseite bezeichnet. Sie verweisen auf einen Beitrag und sollen sowohl Orientierung über den Inhalt bieten als auch zum Klicken verlocken“”
Mittwoch 13. Juli 2011 um 13:44
Und “Medienbabbel” ist es auf keinen Fall. Das Wissen darum ist vielmehr Teil des Handwerkzeugs eines jeden Journalisten, Autoren und Herausgebers und sollte auch ernstzunehmenden Bloggern nicht unbekannt sein, jedenfalls wenn sie als Journalisten ernstgenommen werden wollen!
Mittwoch 13. Juli 2011 um 14:43
Nur keine Aufregung, “Medienbabbel” soll ja kein Schimpfwort sein, sondern eine Umschreibung für eine Sprache, derer sich diejenigen bedienen, die – mehr oder weniger – professionell mit Medien arbeiten. So jedenfalls habe ich Galaxykarls “Technobabbel” interpretiert.
Dieses “Babbel” gibt’s doch in jedem Bereich. Stell dir z.B. den Bereich Softwareentwicklung vor. Da gibt es Dutzende, vielleicht auch hunderte von Spezialausdrücken, Akronymen, Abkürzungen und andauernd sprießen neue aus dem Boden. Wenn ich diejenigen, die nicht alle kennen, nicht ernst nehmen würde … ich denke, es gäbe weder in Deutschland noch sonstwo auf der Welt ernstzunehmende Softwareentwickler
Btw, wissenschaftliche Artikel haben einen “Abstract” und keinen “Teaser”, da wird wieder anders gebabbelt
.
Mittwoch 13. Juli 2011 um 18:14
Ich glaube auch, dass Galaxykarls “Technobabbel” eine Anlehnung an die Star Trek Serie war, richtig, Werner?
Mittwoch 13. Juli 2011 um 18:17
Micha, wirst du eigentlich beim Storywettbewerb dieses Mal mitmachen? Ich frage nur, damit ich die Chancen, zu gewinnen, abschätzen kann, damit ich auch mal was gewinne. Dir ist es ja immerhin schon mal gelungen, einen Blumentopf, ähh, ein Buchpaket zu gewinnen.
Donnerstag 14. Juli 2011 um 02:34
Werner und Micha, was haltet Ihr davon:
https://www.amazon.de/Technobabel-Stephen-Kenson/dp/3453156595/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1310603525&sr=8-1
Donnerstag 14. Juli 2011 um 06:27
Hallo zusammen,
hui, alle wieder aufgewacht?
Detlef; Buchtipp ist OK, danke dafür.
Danke an alle für die Aufklärung zu “Teaser”. Schön, wenn man etwas schon lange macht, aber nicht weiß, wie das auf Denglish oder in Medeinbabbal bezeichnet wird.
Hier also mein Teaser zu meinem Fantasy-Roman:
Ein ungleicher Kampf
Ein Druide gegen
eine römische Legion.
Römer mit graut
vor eurem Schicksal.
Danke, Micha, dass die meine Story gefällt.
mit galaktischen Grüßen
galaxykarl :-E (grrrrr, hahahah)
Donnerstag 14. Juli 2011 um 12:20
@Felis
.
Ich habe schon vor, eine Story zu nominieren, möglichst eine neue, sofern ich die Zeit aufbringe.
Aber was willst du da abschätzen? Du kannst ja nicht im Vorhinein wissen, wie die Geschichte ankommt, ob sie mehr oder weniger Stimmen als deine bekommt. Es sei denn, du hast eine Art Hellseher an der Hand oder lässt Karten oder Kaffeesatz über dem Bildschirm kreisen
Donnerstag 14. Juli 2011 um 12:38
Haha, wie kann man denn Kaffeesatz kreisen lassen?
Donnerstag 14. Juli 2011 um 15:47
Vielleicht hatte Felix gehofft, dass nicht mehr als 6 Storys im Rennen sind, dann hätte er ja auf jeden Fall was gewonnen!
Donnerstag 14. Juli 2011 um 16:44
@Corinna *fies breit grinsend zustimm*
Donnerstag 14. Juli 2011 um 18:05
Aber das kann er sich abschminken, denn mein Zeug kommt auch noch rein!
Donnerstag 14. Juli 2011 um 19:39
Ja Mädels, gebt´s ihm. Haut ihm eure Pulitzer-Preis-verdächtigen Geniestreiche um die äh … Augen.
Gebt uns Stories, die uns – und andere! – umhauen. Je besser die Beiträge sind, desto lebendiger ist dieser Wettbewerb. Und desto aufmerksamer werden Verlage hier ihr Augenmerk auf die Stories werfen.
mgg
galaxykarl
Donnerstag 14. Juli 2011 um 20:44
Die Verlage denken doch sowieso schon, dass hier alles ausgestorben ist.. bei den wenigen Beteiligten beim Storywettbewerb. Ich sollte vielleicht den Mund halten, sonst machen noch mehr Leute mit und ich gewinne nichts!
Donnerstag 14. Juli 2011 um 21:01
Ist ja noch nicht einmal ein halber Monat vorbei. keine Sorge. Da wird bestimmt noch was kommen.^^
Außerdem ist es hilfreich laufend hier mitzumachen.
Meine Kurzgeschichten werden am 27.7. als e-book bei Chichili erscheinen. Wär ich nicht hier und hätte laufend an den Wettbewerben teilgenommen, hätte ich mich nie an die Geschichten gesetzt.
Es bringt einem Autor eine ganze Menge, Geschichten für den Sf-Basar zu schreiben.^^
Donnerstag 14. Juli 2011 um 21:10
Apropos Kurzgeschichten *räusper* Wen muss ich bestechen um *allen Mut zusammennehm* hier mitzumachen??? Hab zwar bisher noch nichts (neues) geschrieben, aber was nicht ist, kann ja noch werden
Freitag 15. Juli 2011 um 06:24
Lieber Jademond,
das Beste an unseren Seiten ist, dass du niemand bestechen musst. Wir leben und pflegen Demokratie. Jeder, der keine extremistischen, pornografischen oder andere indiskutablen Texte hier verbreiten will, ist hochwillkommen.
Als angehende/r Community-Autor/in erhältst du zu ggb. Zeitpunkt einen begrenzten Admin-Zugang von unserem Systemadministrator – dem berühmten Günni (der still und leise eine Schweinearbeit leistet) – samt Benutzer- und Passwort. Damit kannst du deine Stories oder Artikel selbst einstellen.
Wenn du dazu noch deine Texte einer Rechtschreibkorrektur unterziehst, ist auch meine Korinthen–Sprach-Seele besänftigt und es spricht nichts gegen deine Flut von genialen Wortansammlungen.
Mit galaktischen Grüßen
galaxykarl
Freitag 15. Juli 2011 um 09:05
Hallo jademond,
hier im Impressum findest du meine Mobilnummer, ruf mich einfach an, dann erklär ich dir, wie es weitergeht, ok?
Freitag 15. Juli 2011 um 09:13
Liebe Barbara Wegener,
wenn du einen kleinen Blogbeitrag hier reinstellen möchtest, um dein ebook hier vorzustellen, meinetwegen auch mit Bestelllink, dann nur zu, du hast doch einen Gastzugang! Wenn du Hilfe brauchst: Galaxykarl oder meine Wenigkeit sind dir gerne behilflich. Galaxykarl kann dir beim Erstellen helfen und ich besser es dann aus, wenn es drin steht, ok?
Freitag 15. Juli 2011 um 09:16
Alles klar. Wenn ich die ISBN hab, leg ich los^^
Freitag 15. Juli 2011 um 15:53
Prima, gibt es auch ein Cover?
Freitag 15. Juli 2011 um 17:03
@Jademond
. Hast du eigentlich schon die Puzzle-Geschichte hier gesehen?
Ich dachte, du seist schon lange unter den Autoren. So kann man sich täuschen
Puzzle Story
Dort kannst du dir ja schon mal die Finger locker klimpern bis du deinen Zugang hast … und natürlich danach
Samstag 16. Juli 2011 um 01:08
@Detlef Danke für die Info
@Micha Das kommt bestimmt daher, dass ich immer zu Allem meinen Senf dazugeben muss
Manchmal springen mich die Sätze am PC derartig an, dass meine Finger ganz von alleine über die Tastatur huschen und ehe ich richtig hingesehen habe, steht mein Kommentar schon da! Ich kann wirklich nichts dafür
Es zwickt und zwackt
es piekt und packt
die Jade an den Händen wohl
- schon ist die ganze Seite voll *pfeif*
Ja, ich weiß schon Galaxykarl, Du magst keine Lyrik, das hindert mich jedoch nicht dran, welche zu verbrechen. Vor allem solche die sich reimt, was heutzutage geradezu als Sakrileg gesehen wird, denn “moderne Lyrik” reimt sich nicht. Zu meinem Leidwesen sieht man das auch bei den stattfindenden Lyrikwettbewerben *seufz* Ein Goethe oder Schiller hätte heute keine Chance auf so einen Preis.
Was soll’s!? Ich mach sowieso WAS ich will und WIE ich es will
Und wer weiß schon, wie lange es dauert, bis der bzw. die Erste von Euch stöhnt:
Wer um Himmels Willen ist denn nur auf die hirnrissige Idee gekommen, dass DIE bei uns mitmachen kann???? *grinst grad wie ein Honigkuchenpferd” (Woher weiß man/frau eigentlich wie so ein Vieh grinst?)
Das ist erst der Anfang, ab jetzt nimmt das Grauen unaufhaltsam seinen Lauf ……
Samstag 16. Juli 2011 um 01:33
Ach was, her mit den Freeaks!
Das belebt das Geschäft. Und Leutchen, die sich hier mit Kommentaren auslassen, die möchten wir doch haben!!
Im Übrigen: ich schreibe auch Gedichte, die hier zum Teil eingestellt sind. Die dürfen zwar noch nicht im Wettbewerb mitmachen, aber ich denke, wenn genug Leutchen sowas hier reinstellen, kann es bestimmt auch mal einen Lyrikwettbewerb geben.
Also, lass dir einen Zugang geben und mach mit! Wir freuen uns immer auf neue Leutchen!
Samstag 16. Juli 2011 um 01:35
ich habe heute offenbwar einen “…chen”-Fimmel, ist aber nicht böse gemeint!
Samstag 16. Juli 2011 um 12:59
Maine lieben Lüricker!
Ich habe gar nichts dagegen, wenn ihr hier eure Ergüsse einstellt. Solange niemand von mir erwartet, auch nur ein Wort dazu zu verlieren.
Und viel Glück bei einem zukünftigen Lyrik-Wettbewerb. Die Gewinner stehen schon fest. Platz 1 und 2 verteilen sich auf die zwei Teilnehmer. Wenn ihr mehr Beiträge von verschiedenen Lyrikern zusammenbringt als 20, ziehe ich meinen Hut vor euch.
Kennt jemand von euch Kitty Hoff? Die Gute singt Texte in dem Stil, wie Jademond das andeutet: Reimt sich oder eben auch nicht. Und wenn´s noch so schräg aus dem Radio klingt.
Mit galaktischen Grüßen
galaxykarl
Samstag 16. Juli 2011 um 14:27
Ein echter Lyrikverachter!
Sonntag 17. Juli 2011 um 10:39
Jepp, nobody is perfect.
mgg
galaxykarl
Dienstag 19. Juli 2011 um 13:59
@Detlef Danke nochmal für das nette Telefonat!
Lieben Gruß
jademond
Dienstag 19. Juli 2011 um 21:37
Und für wen ist der “Der waidgerechte Büchsenschuss” der Renner? Her mit Euren Meinungen! Die Verlage sind ganz heiß auf Eure Meinungen, Leute. Nehmt kein Blatt vor dem Mund, da stehen die drauf! Die wollen wissen, was Ihr wirklich von ihren Produkten haltet!
Dienstag 19. Juli 2011 um 22:08
Das Buch dürfte höchstens für Förster und Jäger interessant sein. Nicht mein Metier
Mittwoch 20. Juli 2011 um 06:15
Natürlich habe ich das Buch ausgewählt, weil es zu meinem leicht unterbelichteten Protagonisten passt. Was bitte nicht heißen soll, dass ich Jäger generell für unterbelichtet halte.
Im Gegenteil ist mir ein Jäger lieber, der mit einem gekonnten Schuss – Blattschuss – seine Aufgabe erfüllt und das Tier nicht unnötig leiden muss. Nicht die “Sportjäger”, die finde ich schlichtweg pervers, was meine Story ja auch behandelt. Sondern die Heger und Pfleger eines gesunden Wildbestandes. Da unsere Überflussgesellschaft ja nicht mehr zwingend auf eine Verpflegung aus dieser Quelle angewiesen ist, vermehren sich in manchen Revieren die Bestände immens; siehe Wildschweine u. a.
Ich hoffe nur, dass nicht andere Leute dieses Buch verwenden, um ihre Treffsicherheit zu verbesseren: Amokläufer, Terroristen, Attentäter u. a. Vollpfosten.
mgg
galaxykarl
Mittwoch 20. Juli 2011 um 13:45
Witzig!