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Literatur-Blog

DAS LETZTE ZEICHEN – Leseprobe (Teil 2) aus dem gleichnamigen Roman von Gemma Malley

DAS LETZTE ZEICHEN

Leseprobe (Teil 2)

aus dem gleichnamigen Roman

von

Gemma Malley

Zu Teil 1 zurück

Der  Weg zur  Arbeit führte an einer langen breiten Straße entlang. Vor  der Schreckenszeit war dies der Finanzdistrikt  der Stadt London gewesen. Hier war das Böse  gediehen und alles hatte sich  einzig und allein um das Anhäufen und Vermehren von  Geld gedreht.

In der Stadt gab es  kein Geld mehr; die  Arbeiter bekamen Wertmarken für alles, was sie brauchten.

Das  Geld und seine Diener waren verschwunden, aber die  Straße war geblieben, samt einigen Gebäuden. Auch das Krankenhaus gehörte dazu, aber nun diente es  dem Großen Anführer als  Hauptquartier. Dorthin war er in den letzten Stunden der Schreckenszeit geflohen, und dort hatte er  andere davon überzeugt, sich  ihm  anzuschließen, an ihn  zu glauben und nach einer anderen Lebensform zu suchen. Nach einem guten, friedlichen Leben.

Der  Regierungsblock Nummer 3, in  dem Evie  beschäftigt  war, gliederte sich  in  fünf  Abteilungen: Technik, Archiv, Rangänderung, Aufklärung und Forschung. Evie  gehörte zur  Abteilung 3 für  Rangänderung und arbeitete in einem stickigen Großraumbüro in  einem neu erbauten grauen Gebäude im  Stadtzentrum, nur ein  paar Minuten entfernt vom  Stadtplatz mit  dem prächtigen Standbild des Großen Anführers. Fast alle Regierungsgebäude waren neu erbaut, an Orten, die  nach der Schreckenszeit vom Schutt der alten Bebauung geräumt worden waren. Für den Großen Anführer war es ein  neuer Anfang gewesen – eine Möglichkeit, wie  die  Stadt sich  von  allen vorherigen Städten, von  deren Verderbtheit und deren Sonderlingen unterscheiden konnte. Aber nicht alles war neu. Die Mittel waren knapp, und Häuser, die  noch sicher standen, hatte man ins  Stadtbild eingegliedert und die  Spuren der vorigen Bewohner getilgt. Nun waren sie ein  anerkannter Teil dieser neuen, sicheren Heimat – genau wie  die  Bürger, die eine zweite Chance bekommen hatten, ein  neues Leben und eine bessere Zukunft.

Schon während sie sich  dem Gebäude näherte, schlüpfte Evie  aus dem Mantel, damit sie  ihn  schnell und ohne sich  aufzuhalten in ihren Spind hängen und in ihre Abteilung hinaufgehen konnte. Herumtrödeln wurde nicht geduldet in der Stadt; nur ein tätiger und konzentrierter Geist war ein  guter Geist, hieß es in den Betrachtungen. Herumstehen und Plaudern dagegen waren der ideale Nährboden für das Böse, für die  Versuchung.

Doch als  sie  die  Stufen zum Eingang erreichte, hielt sie inne und errötete. Da stand Lucas.

»Evie.«

Er  lächelte förmlich. Sein blondes Haar schimmerte fast weiß in  der Morgensonne, und seine klaren blauen Augen strahlten so durchdringend und doch so gefühllos, dass Evie  manchmal gute Lust  hatte, ihn  zu schlagen, nur um  zu  sehen, ob  diese Augen überhaupt weinen konnten. Daran konnte man natürlich sehen, was für  ein schrecklicher  Mensch  sie   war.  Nur  ein    schrecklicher Mensch würde solche Gedanken haben gegenüber dem Mann, den er  heiraten würde.

»Guten Morgen. Wie  geht es dir heute?«

Er kam auf  sie  zu,  die  Hand zu  einem förmlichen Gruß ausgestreckt, wobei seine goldene Uhr  funkelte. Sie  gab ihm  die  Hand, zwang sich  zu  einem Lächeln und rief  sich in Erinnerung, wie  glücklich sie sich  schätzen konnte, dass Lucas sie  erwählt hatte. Eine Ehe wurde von  beiden Partnern und von  beiden Familien angebahnt.  Doch es  war kein Geheimnis, dass Leute wie  Lucas ziemlich freie Wahl hatten. Evie  war sich  noch immer nicht sicher, wie  er ausgerechnet auf  sie  gekommen war. »Gut«, antwortete sie.

»Und dir?«

»Sehr gut.« Er lächelte. Dann hob er etwas ungeschickt die  Braue. »Na, dann gehen wir  mal  lieber an die  Arbeit.«

»Allerdings.« Evie  nickte und versuchte, sich  ihre gemeinsame Zukunft als Ehepaar vorzustellen, das  im selben Bett schlief und sich zwanglos unterhielt statt in diesem unangenehmen Wechselspiel von gestelzten Sätzen und noch peinlicherem Schweigen. Aber sie konnte es nicht vor sich sehen, konnte sich  nicht vorstellen, wie  es sein würde.

Er  wandte sich  um,  und sie  sah ihm  nach, wie  er  auf seinen Bruder zuging, der am  anderen Ende der Treppe auf  ihn  wartete. Wo Lucas war, war auch Raffy  nicht weit, und der war so  verschieden von  seinem Bruder, dass er sein Negativ hätte sein können: dunkle zerzauste Haare, dunkle Augen mit  stechendem Blick.

Es hieß, Lucas käme nach der Mutter, Raffy dagegen sei ganz der Vater – und zwar mehr als  nur dem Aussehen nach. Es  hieß, dass Lucas seinem Bruder deswegen nicht von der Seite wich; er wollte ihn  im Auge behalten und ihn kontrollieren. Er traute ihm  nicht.

Genau genommen traute wohl niemand Raffy  so recht. Wortlos beobachtete  Evie, wie  Lucas mit  Raffy  in  Richtung Eingang ging. Sie waren schon fast  durch die  Tür,  als Raffy  sich  noch einmal umwandte, und ihre Blicke trafen sich  für nicht einmal eine Sekunde. Lucas sah ihn  fragend an,  aber Raffy  hatte sich  schon wieder weggedreht, und beide verschwanden. Lucas ging bestimmt in  den ersten Stock, wo  sich  die  Büros der Abteilungsleiter befanden. Raffy  arbeitete im dritten Stock in einer der Männerabteilungen. Evie  musste bis  zum vierten Stock hinauf, zu  den Frauenabteilungen.

Mit acht Jahren wurden Jungen und Mädchen getrennt und blieben getrennt, bis sie erwachsen waren, damit keine unreinen Gedanken aufkommen konnten. Sie  wurden getrennt aufgezogen und arbeiteten getrennt, wenn sie mit vierzehn die  Schule verließen. Für  die  Suche nach dem passenden Ehepartner veranstalteten die  Eltern besondere Treffen. Evie  war auf  dem Weg zur  Treppe und fragte sich nicht zum ersten Mal, warum die Trennung der Geschlechter  bei  ihr  ganz offensichtlich nicht die  gewünschte Wirkung gehabt hatte. Dabei waren diese Zusammenkünfte keineswegs zwanglos; mindestens ein  Elternpaar war immer dabei. Eines Tages jedenfalls war Lucas zu Besuch gekommen, und Evie  vermutete, dass ihr  Vater – wohl unter dem Einfluss der Mutter – im Hintergrund die  Strippen gezogen hatte. Eine Verbindung mit  Lucas war jedenfalls mehr, als  sie  zu hoffen gewagt hatten. Evie  fragte sich, ob sie oder ihre Eltern überraschter gewesen waren, als Lucas die  Verbindung besiegelt und um  ihre Hand angehalten hatte. Doch auch danach sprach er  kaum mit  ihr,  und es kam ihr  fast  so  vor,  als  würde das alles jemand anderem passieren.

Manchmal wünschte Evie  sich  das sogar. Aber nur wenn sie  die  bösen Gedanken in  ihren Kopf hineinließ. So etwas auch nur zu denken, war schon unverzeihlich. Warum konnte sie  nicht dankbar sein für  das, was sie hatte, wie   alle anderen  auch? Die  Antwort lag   auf   der Hand: weil ihre Mutter recht hatte. Weil sie der faulige Apfel im Korb  war.

»Morgen!« Christine, die  bei  der Arbeit neben ihr  saß, war schon da und lächelte Evie  an.

»Und? Wie  geht’s?«

»Wirklich gut. Und dir?«

»Super!« Christine lächelte und blickte wieder auf  ihren Computerbildschirm.

Christine war für  Evie  am  ehesten das, was man eine Freundin nennen konnte. Sie  redeten allerdings nicht viel miteinander – ein  paar Worte am  Wochenanfang, ein Lächeln am  Morgen. Das  lag  nicht daran, dass Evie  keine Freunde haben wollte. Sie  fand es  nur so  schwierig, Freundschaften zu  schließen, wo  sie  doch den Kopf  voller Geheimnisse und Sehnsüchte hatte und niemals davon erzählen konnte, niemandem. Und jetzt wo  sie  arbeiteten, war dazu ohnehin praktisch keine Gelegenheit mehr. Unterhaltungen während der Arbeitszeit wurden nicht gern gesehen, und nach Dienstschluss mussten sie  beide nach Hause, um  ihren Müttern zu  helfen, um  sich  mit  dem zukünftigen Partner zu  treffen, oder, wie  Christine, mit  einem Kandidaten, der ihren Eltern annehmbar erschien. Da hatte Evie  es  einfacher gefunden, überhaupt nichts zu  erzählen, unauffällig und verschlossen zu  bleiben. Das  war nicht schwer. Aus  Freundschaften entstanden nur allzu leicht Verpflichtungen, die dem Wohl  der Stadt zuwiderliefen.

Freundschaften konnten sehr schnell unangenehm werden, wenn sich   etwas änderte. Der   Rang beispielsweise.

Auf  dem Weg zu  ihrem Schreibtisch im  Großraumbüro nahm Evie  vorn zehn Akten vom  Tisch der Aufseherin. Immer zehn auf  einmal; waren diese bearbeitet, dann kamen die  nächsten zehn, bis  keine Akten mehr da waren – oder bis  die  Arbeitszeit um  war. So sagten jedenfalls die  Abteilungsleiter, aber meist war der Tag um,  bevor die  Akten ausgingen, und meist arbeiteten sie  alle etwas länger, bis das Pensum geschafft war.

Das  Regierungsgebäude, in dem Evie  arbeitete, hieß bei allen nur das Systemgebäude; das System regelte alles innerhalb der Stadtmauern und erhielt die  Ordnung aufrecht.

Evie  arbeitete als  Rangwechslerin; es war ihre erste Arbeitsstelle, und seit  dem Schulabschluss war sie  nun drei Jahre hier. Ihre Lehrerin hatte ihnen damals in der Schule alle möglichen Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt: Schneider, Schreiner, Gärtner, Bauer, Bauarbeiter, Techniker, Elektriker … die  Liste  war endlos, und viele Beschäftigungen waren verlockend für sie  gewesen. Gärtnerin  beispielsweise – tagtäglich die  Hände in der Erde, um aus  kleinen  Samen Nahrung  entstehen  zu   lassen,  die Frucht bis zur  Ernte zu pflegen.

Evies Mutter war Näherin; hätte Evie  sich  für diese Ausbildung entschieden, dann wäre sie bei  ihrer Mutter in die Lehre gegangen, hätte sich  mit  Nadeln gepiekst und mit ihren ungeschickten Fingern vergeblich versucht, die  feinen Muster zu kopieren, die  ihrer Mutter so trefflich gelangen. Eigentlich stand einem die  Berufswahl frei,  aber Töchter folgten den Müttern, Söhne den Vätern im Beruf. So  war es  üblich. Es  sei  denn, man war sehr gut in  der Schule. Es sei  denn, man war so gut, dass man eine Stelle bei  der Stadt bekam.

Und so  hatte Evie  sich  für  einen Verwaltungsjob in  einem Büro  entschieden. So  etwas wurde als  großer Erfolg angesehen, denn dazu musste man alle möglichen Tests und  Befragungen  überstehen.  Doch noch wichtiger für Evie  war, dass ihre Mutter daraufhin den Plan aufgab, eine Näherin aus ihr  zu  machen, und nicht mehr dachte, dass Evie  die  Familie irgendwie im  Stich gelassen hatte. Und war sie  erst einmal verheiratet, dann konnten ihre Eltern sich  beruhigt zurücklehnen.

Sie hatten ihre Sache gut gemacht. Evie  war im Grunde zu  einem untadeligen Mitglied der Gesellschaft herangewachsen. Sie  hatte gute Noten gehabt; sie  konnte die  Betrachtungen alle auswendig aufsagen. Sie  war eine B, ein guter Rang. Sie  war nie  in ernsthafte Schwierigkeiten gekommen. Ihr angehender Ehepartner war Lucas, ein  angesehener Abteilungsleiter. Sie hatte ihre Sache gut gemacht. Ihre Eltern hatten ihre Sache gut gemacht.

Sie  blickte auf  die  Berichte. Der  erste war ein  Wechsel von  B nach C. Da ging das Leben zwar nicht in die  Brüche, aber froh  war man nicht über eine solche Nachricht. Evie sah es  vor  sich, wie  der Brief  ankam, mit  dem offiziellen

Stempel und dem rosafarbenen Band, das der Empfänger nun statt des blauen »B«-Bandes am Revers tragen musste. Sie  konnte das Getuschel der Nachbarn hören, die   den Hals reckten, um  etwas zu  sehen, konnte die  Scham des betroffenen Mannes – einem Mr Alan Height – fühlen, der sich   vor  seiner Familie zu  rechtfertigen suchte und das Haus am  nächsten Morgen mit  eingezogenen Schultern verlassen würde. Mittels des Rangs wachte das System über jeden, über die  ganze Stadt.

Es gab die  Ränge A bis D. Die  As waren die  Besten – wirklich gute Menschen mit reinem Gewissen, die  nie  an sich  selbst dachten, mutig, ehrbar und gerecht. Die  Bs waren die  Zweitbesten; auch sie waren gut, wenn auch nicht ganz so wie  die  As. Es waren vertrauenswürdige Mitbürger und sie  hatten gute Arbeitsstellen in  der Verwaltung. Cs  waren im  Großen und Ganzen in  Ordnung; die  meisten Leute gehörten diesem Rang an,  sie waren aber nicht gefeit gegen Versuchungen, zeigten mitunter schlechte Neigungen und waren leicht zu  beeinflussen. Cs  mussten sich  in  Acht nehmen. Während der Schreckenszeit hatten sie  die   meisten Gräueltaten verübt, die  meisten Bomben geworfen und die schlimmsten Grausamkeiten verübt. Sie waren nicht wirklich  schlecht, aber sie  waren den Einflüsterungen der Bösen erlegen. Natürlich hatte es  damals noch keine Ränge gegeben. Man dachte, Menschen seien einfach Menschen. Und wer anderer Meinung war, der hatte das nicht ausgesprochen, aus Sorge, jemanden zu  kränken. Es  war aber keineswegs kränkend, Menschen vor  ihrer eigenen Schwäche zu  warnen. Es  war nicht kränkend, sie  darauf aufmerksam zu  machen, sich  um  sie  zu  kümmern, sie  zu überwachen und für  ihre Sicherheit zu  sorgen. Und dazu  waren die  Ränge da.  Körperliche Unterschiede waren ja leicht auszumachen – wer war kräftig und wer war schwach, wer musste sich  vor  der Sonne schützen, wer aß zu  viel  und musste sich  mehr bewegen. Keiner zweifelte daran, dass die  Menschen äußerlich verschieden waren. Aber  innerlich? Auch innerlich  unterschieden  sie   sich. Man musste das nur erkennen können und auf  die  richtigen Anzeichen achten.

Evie  machte sich  daran, die  Rangänderung vorzunehmen. Sie  gab die  nötigen Codes ein, prüfte und vergewisserte sich  noch einmal, dass alles seine Richtigkeit hatte. Mitgefühl für den Betroffenen war bedeutungslos und unsinnig, das wusste sie.   Wie  in  Betrachtung  Nummer 26 erklärt wurde, war eine Rangänderung weder ein  glücklicher noch ein  trauriger Vorfall, sondern eine selbst herbeigeführte Tatsache. Aber Evie  konnte einfach nicht anders; sie  konnte den Gesichtsausdruck ihrer Nachbarin Mrs Chiltern nicht vergessen, als  diese von  C  auf  D herabgestuft wurde. Die  Scham darüber hatte sie  auch dann nicht abgelegt, als  sie  schon längst wieder in Rang C aufgestiegen war. Sie hatte sich  nie  mehr mit Evie  über den Gartenzaun hinweg unterhalten oder war zum Tee vorbeigekommen. Sie  war nicht willkommen – das hatten Evies Eltern ganz deutlich gezeigt – und selbst im anderen Fall wäre sie nicht gekommen. D  war gleichbedeutend mit  abartig.  D war gefährlich. Was  Mrs  Chiltern sich  hatte zuschulden kommen lassen, hatte Evie  nie  erfahren, aber das spielte auch keine Rolle.  Das  System wusste Bescheid und das genügte.

Das  System wusste alles.

Evie  war inzwischen fast  fertig mit  Mr Heights Rangänderung. Herabstufungen waren stets leichter zu  bewerkstelligen als Aufwertungen; weniger Prüfungen und nochmalige Überprüfungen, weniger Codes, die  immer wieder eingegeben werden mussten, damit die  Änderungen alle korrekt waren. Jeden Tag bewertete das System alle Einwohner der Stadt. Jede Woche waren Hunderte von  Rangänderungen nötig, um  Ausgleich zu  schaffen, um  die  Gesellschaft zu  regulieren, das Gute zu  belohnen und die Ordnung aufrechtzuerhalten. Ordnung bedeutete Frieden, durch das Gute wurde das Böse   ferngehalten, denn die Stadt gründete auf  Gemeinschaft, auf  Gesellschaft, auf  der Gruppe und nicht auf  dem Einzelnen.

Den Rang bekam aber nicht die  mehrere Tausend Einwohner zählende Gemeinschaft, sondern der Einzelne, dachte Evie  oft bei  sich. Jeder Einzelne musste dem Ehemann oder der Ehefrau die  schlechte Nachricht beibringen, der Einzelne wurde auf der Straße gemieden, wenn er im Rang gefallen war.

Doch solche Gedanken  waren nicht erlaubt. Etwas in der Stadt infrage zu stellen, hieß, dass man es besser wüsste als  der Große Anführer. Und deutlicher konnte sich Selbstsucht wirklich nicht ausdrücken. (…)

-Ende-
(von Leseprobe Teil 2)

Copyright (c) 2012 by Gemma Malley – Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildbearbeitung: Bearbeitete Coverillustration “Cyborgs01-89-minus74-minus54” (Originaltitel: 20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Detlef Hedderich. Nutzung nur mit Genehmigung des Künstlers Lothar Bauer unter Verwendung des Originals.

Bildrechte: Cover-Apokalypsen.jpg © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Anmerkung der Redaktion: Wer wissen möchte, wie es weitergeht, der erfährt es in diesem Buch der Autorin, eine Rezension zur Unterstüzung anbei, Bestellmöglichkeiten über die Bestellinks:

Gemma Malley
Das letzte Zeichen
Band 1

The Killables (2012)
cbt Verlag
ISBN 978-3-570-30817-2
Science Fiction, Kinder & Jugend
Erschienen 2012
Übersetzer Friedrich Pflüger
Titelbild Shutterstock
Umschlaggestaltung/Illustrationen zeichenpool*
Umfang 352 Seiten

www.cbt-jugendbuch.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
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Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

Autorenporträt

Gemma Malley wusste schon als Kind, dass sie später Autorin werden würde. Sie studierte Philosophie in Reading, wo sie sich einer Band anschloss, mit der sie in Frankreich und Japan auf Tournee ging. Anschließend arbeitete sie als Journalistin und Beamtin, bevor sie sich endgültig dem Schreiben zuwandte. Gemma Malley lebt mit ihrer Familie in London.

Zum Buch

Das junge Mädchen Evie lebt im Jahr 2065. Die Welt wie wir sie kennen hat ein jähes Ende gefunden und Kriege haben den Planeten verwüstet. Nur die Stadtmauern bieten der Heranwachsenden Schutz vor der gefährlichen Wildnis jenseits der Mauern. Doch auch innerhalb der Mauern ist das Leben nicht gerade leicht. Ständige Überwachung, harte Arbeit und wenig Konsumgüter bestimmen den Alltag der Bürger. Außerdem schwebt über jedem Bürger die andauernde Gefahr der Herabstufung vom System. Alle sind in Kategorien eingeteilt A,B,C und D je nach Reinheit der Bürger. Evie ist ein kleines Rädchen im System und arbeitete in der Verwaltung. Sie ist eine normale Angestellte und der Kategorie B zugeordnet. Bald soll sie nun Lucas ehelichen, der einen hohen Posten im System innehat und der Kategorie A zugeteilt wurde. Doch bedauerlicherweise liebt sie dessen Bruder Raffy, der andauernd in Konflikte mit dem System gerät. Als Raffy dann vom System in die Kategorie K für Killable eingestuft wird bleibt Evie nur eine Möglichkeit …

Fazit

Eine neue Geschichte ganz im aktuellen Trend des Jugendromans. Diese Dystopie spielt sich in nicht einmal allzu ferner Zukunft ab und schafft einen aktuellen Bezug durch einen Wikipediaeintrag aus dem Jahr 2011 gleich zu beginn. Das Konzept an sich ist das übliche Muster: verschiedene Kasten, an deren oberster Spitze natürlich politische Funktionäre stehen. Überwachungsstaat und Verbot der Presse- und Meinungsfreiheit runden das ganze Bild ab. Auch das freie Bewegen ist nicht einmal innerhalb der Grenzen des Gebietes möglich. Inmitten des Ganzen spielt sich – ebenfalls typisch für einen Jugendroman, der sich an junge Mädchen richtet – eine Geschichte rund um Freundschaft und die erste Liebe ab. Trotz des bekannten Konzeptes konnte mich der Roman überzeugen.

Die Charaktere an sich waren stimmig und sorgten bei mir für einige Überraschungen, die ich wirklich nicht hatte kommen sehen. Auch konnte man hier gut dargestellt nachvollziehen, wie sehr Macht selbst gute Absichten korrumpiert und das beste System unterläuft. Ebenfalls konnte man herrlich sehen, wie schnell man Menschen zu Außenseitern macht, wenn sie nicht den eigenen Moralvorstellungen entsprechen. Der Einfluss, den die Kultur und die Gesellschaft auf den Einzelnen, sein Wissen, und seine Ansichten hat, war ebenfalls sehr eindrucksvoll dargestellt. Der offene Schluss frustrierte mich zugegebener Maßen: Denn ich hatte wirklich Blut geleckt und lust auf mehr.

Ein gutes Jugendbuch, rund um eine junge Liebe in einem düsteren Gesellschaftssystem.

Copyright © 2012 by Yvonne Rheinganz

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Updated: 5. April 2013 — 19:00

6 Comments

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  1. Wie gefällt die Leseprobe Teil 2 zum Roman von Gemma Malley?

  2. Hätte sie Eurer Meinung nach das Zeug dazu, den nächsten Award abzuräumen?

  3. Die Leseprobe gefällt. Ob sie den nächsten Award abstauben wird, keine Ahnung, ich entscheide ja nicht als einzige. Ein Versuch ist es auf alle Fälle wert 😉

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