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Christina Stein: Stumme Angst – DREIMAL IM PREISRÄTSEL AUF SFBASAR.DE!

Christina Stein
Stumme Angst

cbt-Verlag, München, 09/2013
PB mit Klappbroschur
Jugendbuch, Thriller, Drama, Romance
ISBN 978-3-570-16265-1
Leseprobe aus Alexandra Kuis „Falsche Nähe“/999
Titelgestaltung von init.büro für gestaltung, Bielefeld unter Verwendung
eines Motivs von plainpicture/Millenium/Bodil Frendberg; Init mi
Autorenfoto von Isabelle Grubert/Random House

www.cbt-jugendbuch.de
www.christina-stein.com

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Der Fotograf Liam arbeitet als Volontär bei einem Sender. Seit kurzem ist er mit der Medizinstudentin Anna zusammen, mit der er sich durchaus eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Als sie zu ihrer Verabredung nicht erscheint, ist er frustriert, verletzt, wütend. Nachdem sie sich zwei Tage nicht meldete, beginnt er, sich zu sorgen. Da nichts in Annas Wohnung darauf hinweist, dass sie sich spontan zu einem Wochenendausflug entschlossen hat, schaltet Liam die Polizei ein. Die Beamten gehen jedoch für seinen Geschmack viel zu zögerlich vor und nehmen ihn in den Kreis etwaiger Verdächtiger – sollte wirklich ein Verbrechen vorliegen – auf, statt Annas übrigen Freundeskreis, insbesondere seine Vorgänger, unter die Lupe zu nehmen. Infolgedessen trifft er sich mit den jungen Männern, hoffend, dass sie irgendetwas wissen, das Aufschluss über das Schicksal der Vermissten gibt. Dank Annas Freundin Marie gelangt er an die Adressen. Langsam wird ihm klar, wie wenig er eigentlich über Anna weiß, deutlich weniger als Marie, die dann aber seltsamerweise gerade einige sehr wichtige Details vergessen hat und sich dieser erst spät, vielleicht zu spät wieder erinnert …

Die Autorin schildert die Geschehnisse aus drei Perspektiven. In ihrer Gewichtung halten sich die Anteile von Liam und Anna die Waage, während Marie lediglich drei kurze Passagen zugestanden wurden, die ihr Verhalten erklären und sie am Ende zu dea ex machina machen. Mehr möchte man gar nicht verraten, um nicht zu viel vorwegzunehmen, denn das erledigt bereits der Klappentext. In Konsequenz tritt die äußere Handlung in den Hintergrund, und man konzentriert sich stärker auf die Protagonisten und wie sie mit ihren Ängsten umgehen. Liam, Anna und Marie haben gemein, dass sie auf eigenen Füßen stehen wollen oder müssen. Anna scheint dies am leichtesten zu fallen, denn sie verlor ihre Eltern durch einen Autounfall und wurde von einer aufgeschlossenen, lebenslustigen Tante aufgezogen. Liam und Marie entflohen einem Elternhaus, von dessen Erwartungshaltung sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Dennoch sehnen sie sich alle nach einem Partner, auf den sie sich verlassen können, Anna vielleicht sogar mehr als ihre Freunde, die immer noch ihre Eltern und Geschwister haben. Als Anna verschwindet, durchlebt Liam die ganze Palette der Gefühle, bis schließlich die Sorge obsiegt. Er stellt Nachforschungen an und entdeckt dabei eine Anna, die er gar nicht kannte und die in ihm die Frage aufwirft, ob er auch nur eine Episode ist wie seine acht Vorgänger. Natürlich hatte auch er bereits mehrere Freundinnen, doch bei ihr erstmals das Gefühl, die Richtige gefunden zu haben. Ohne an seine eigene Sicherheit zu denken, setzt er seine Suche fort.

Marie ist hin und her gerissen zwischen ihren persönlichen Wünschen und einem schlechten Gewissen. Tatsächlich weiß sie mehr, als sie Liam und der Polizei erzählt hat. Man erahnt ihre Beweggründe früh und auch, dass sie die Folgen wird tragen müssen. Da Annas Denken im Prinzip nur um ein einziges Thema kreist und ihre Aktionsmöglichkeiten begrenzt sind, bedient sich die Autorin eines Kunstgriffs, um dieses Szenario abwechslungsreicher gestalten zu können. Gleichzeitig wird das Tagebuch, das Anna entdeckt und das über ein ähnliches Schicksal berichtet, ihr Rettungsanker. Auch das Ende weist Parallelen auf.

Christina Stein legt größeren Wert auf die innere Handlung als auf den vordergründig spannenden Fall. Sie beleuchtet das Denken und Handeln dreier junger Menschen und wie dieses von einer plötzlichen Krise beeinflusst wird. Liam gibt alles, um Anna zu finden, Marie sieht eine Chance für ihre Pläne, und Anna konzentriert sich ganz auf sich selbst, um das Schreckliche irgendwie durchzustehen, während sie sich an die Hoffnung klammert, dass ihre Freundin einen Verdacht hat und die Polizei auf die richtige Spur lenkt. Die Autorin legt ihren Protagonisten eine lebendige, zeitgemäße Sprache in den Mund. Sie verzichtet auf ausgiebige Beschreibungen. Für den Leser setzt sich das Bild automatisch durch die Handlung, die Dialoge und Monologe zusammen. Dies trifft auch auf den Entführer zu, den man nur durch die Augen der anderen sieht. Das und auch die Weiterentwicklung der Charaktere liest sich spannender als der Fall an sich. Von daher möchte man „Stumme Angst“ einem Publikum ab 15 Jahre empfehlen, das weniger an oberflächlicher Unterhaltung als an Charakterstudien und einem modernen Schreibstil interessiert ist.

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

UND NOCH EINE REZENSION DAZU:

Die Autorin:

Christina Stein, geboren 1978 in Bonn, studierte Archäologie und Kunstgeschichte, arbeitet heute im Marketing und tat sich als Autorin vor allem mit Kurzgeschichten hervor. 2011 erhielt sie dafür den Mainzer Literaturförderpreis. „Stumme Angst“ ist ihr erster Thriller.

Das Buch:

Liam gehört zu Anna und Anna zu Liam, aber Liam wartet vergeblich auf sie. Anna kommt nicht. Aber warum? Liam rätselt darüber, ob Anna wegen ihres Streits fernbleibt. Als Liam dann beginnt nach Anna zu suchen, muss er feststellen, dass sie scheinbar vollkommen von der Bildfläche verschwunden ist. Auch ihre beste Freundin Marie weiß nichts über den derzeitigen Aufenthaltsort der Freundin. Schließlich wenden sich beide an die Polizei. Dort ist man kaum behilflich und wimmelt Liam und Anna eher ab, bzw. macht es sich leicht in dem man Liam verdächtigt mit dem Verschwinden seiner Freundin etwas zu tun zu haben.

Derweil wird Anna gefangen gehalten. Ihr alter Freund Natan hat sie entführt und will mit ihr zusammen sein. Er nimmt sich von ihr, was er will. Anna ist verzweifelt. Sie denkt über Fluchtmöglichkeiten nach und wägt die Risiken ab. Auf der Toilette findet Anna in einem Versteck ein Tagebuch, dessen Inhalt sie von ihren Sorgen und Nöten ablenkt und ihr in der größten Not hilft.

„Stumme Angst“ ist ein sehr passender Titel für diese Geschichte, in der sehr deutlich Annas Empfindungen während ihrer Entführung zum Ausdruck kommen. Der Titel trifft aber genauso auch auf die Geschichte zu, die im gefundenen Tagebuch beschrieben wird. Diese Erzählung spielt in der Vergangenheit, zur Zeit des Nationalsozialismus.

Die Angst begleitet Anna jeden Tag, aber da ist auch die Hoffnung auf ein gutes Ende. Diese Hoffnung setzt Anna in ihre Freundin Marie, denn diese kennt Natan und seine Geschichte.
Christina Stein beschreibt die Situation Annas und die Suche Liams sehr sachlich und erzeugt Spannung auf emotionaler Ebene. Annas Schicksal geht dem Leser nah, Anna geht das Schicksal der Ich-Erzählerin aus dem Tagebuch nah. Beide Geschichten haben miteinander zu tun.

Dieser Thriller richtet sich an jugendliche Leserinnen und Leser und sollte nicht von demjenigen zur Hand genommen werden, der Wert auf eine actiongeladene Handlung legt. Die Autorin bietet hier Spannung ganz anders, sehr subtil und emotional. Die Geschichte ist insgesamt wirklich gut gelungen. Lediglich das Ende könnte manch einem missfallen, wenngleich es denkbar und schlüssig ist. Hier wird deutlich wie Erlebnisse Menschen prägen und wie unterschiedlich der Einzelne mit dem Erlebten umgeht.

Copyright © 2013 by Iris Gasper

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GEWINNER: Sophie Knolmann, Katrina Molitor, Jakob Pander. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND SPONSOREN!

2 Comments

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  1. Von welcher der beiden Rezensentinnen lautet der Satz: “Christina Stein legt größeren Wert auf die innere Handlung als auf den vordergründig spannenden Fall” und von welcher: “Christina Stein beschreibt die Situation Annas und die Suche Liams sehr sachlich und erzeugt Spannung auf emotionaler Ebene.”?

    Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!)

  2. GEWINNER: Sophie Knolmann, Katrina Molitor, Jakob Pander. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! WIR DANKEN ALLEN TEILNEHMERN UND SPONSOREN!

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