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BLACKOUT – Eine Kurzgeschichte von little_wonni

BLACKOUT

Eine

Kurzgeschichte

von

little_wonni

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Ächzend schenkte sich Paul erst einmal einen Drink ein und ließ sich auf die Couch fallen. Endlich konnte er diese elenden Stöckelschuhe abstreifen, die ihn um den Verstand brachten. Seine Füße pochten qualvoll und hatten etliche rote Druckstellen. Gegen die gesundheitsschädliche Wirkung von diesen Folterinstrumenten konnte nicht einmal er etwas ausrichten. Jetzt brauchte er eine Zigarette. Doch sein Griff förderte nicht das erhoffte Zigarettenetui zutage, sondern erinnerte ihn daran, dass er noch im falschen Körper steckte. Paul fluchte. Das war einfach nicht seine Zeit. Jedem anderen hätte das eine gehörige Portion Prügel eingebracht. Nur Sam McGrey konnte sich das bei ihm erlauben. Er war schon immer wie ein Bruder für ihn gewesen. Der Gestaltwechsel wurde von einem scharfen Ritsch begleitet.

“Verfluchte Scheiße”, schrie Paul und zerschmettere sein mittlerweile leeres Whiskeyglas auf dem Boden, “das war mein letztes Kostüm.“

Nichts hasste er mehr, als Frauenkleider einkaufen zu gehen. Die Glasscherben schob er mit dem Fuß beiseite und stieg darüber hinweg. Sich der letzen Kleidungsfetzen entledigend machte er sich auf den Weg ins Badezimmer.

Er brauchte unbedingt eine Dusche. Der süßliche Geruch der Elfe schien sein gesamtes Hirn zu vernebeln. Dass die Spitzohren auch immer so nach Blumenwiese riechen mussten! Zugegeben schlecht ausgesehen hatte sie nicht, auch wenn sie auf ihn etwas derangiert gewirkt hatte. Leider war sie vollkommen hysterisch gewesen und ihre schrille Stimme hatte ihn fast aus der Fassung gebracht.

Schlußendlich hatte er sich seinem Märtyrium entledigt, indem er sie gegen die Wand des Wagens gedonnert hatte. Sie war sofort bewusstlos geworden und herrlich Stille hatte sich über ihn gesenkt. Als sie jedoch am Zielort angekommen waren, war sie wieder bei Bewusstsein und versuchte ihm die Augen auszukratzen, als er die Tür des Transporters öffnete. Schnell hatte er ihrer zweiten Beule noch eine dritte hinzugefügt, sich die Kleine über die Schulter geworfen und sie im Zentrum abgeliefert.

Natürlich hatte er sich dort noch eine halbe Stunde mit unnützem Papierkram herumschlagen müssen, bevor er seine Fangprämie erhielt. Die leider nicht sonderlich hoch ausgefallen war. Für verrücktes Gefasel gab es nicht sonderlich viel Cash. Dafür hätte sie schon jemanden in einen Frosch verwandeln müssen.

Als ihm das heiße Wasser über den Rücken ran, wurde sein Kopf endlich klarer. Mit dem süßen Duft spülte das Wasser den letzen Rest von Weiblichkeit fort. Tief atmete er den heißen Wasserdampf ein. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Dann könnte er sich auch ein bisschen amüsieren gehen.

Paul stieg aus der Dusche, trocknete sich ab und machte sich auf den Weg ins Schlafzimmer. Dort warf er sich in seine übliche Kluft. Er streifte sich die enge Lederhose über, stieg in seine Bikerstiefel und zog sich ein ärmelloses Netzhemd über. Schnell setzte er seine Piercings ein, was ihm kurzzeitig heftige Schmerzen bescherte, weil die Löcher schon wieder zugewachsen waren. Seine schnelle Heilung war hierbei Fluch und Segen zugleich – dann warf er sich seine Lederjacke über und fing sein Spiegelbild in den Fenstern des Schlafzimmers ein. Schnell zupfte er sich seine schwarzen, kinnlangen Haare zurecht, die nach dem Duschen in alle Richtungen abstanden, und erwiderte den eisigen Blick seines Spiegelbilds.

“Da bist du wieder, das wandelnde Klischee!”, begrüßte er sein Spiegelbild, griff in seine Jackentasche, fischte sein sein silbernes Zigarettenetui heraus und steckte sich die heißersehnte Zigarette an. Dann machte sich auf den Weg in seinen Lieblingssündenpfuhl.

Paul wurde von dem hämmernden Dröhnen des Basses empfangen. Das Underground war wie an jedem Abend heiß und stickig. Dutzende verschwitzte Körper rieben sich im Rhythmus der harten Beats aneinander. Einige Menschen hatten sich bereits in den dunklen Ecken des Clubs eingefunden. Doch eine schnelle Nummer war heute nicht sein Ziel. Zielstrebig bahnte er sich seinen Weg durch die wogende Masse und erklomm die Stufen zum VIP-Bereich. Der Türsteher begrüßte ihn mit Handschlag und einem dreckigen Grinsen.

“Schon wieder auf dem Trockenen” wurde er von der in Schatten gehüllten Gestalt begrüßt.

Er wusste nicht, wer sein Dealer war, oder wie er aussah – das einzig Wichtige war, dass er guten Stoff hatte. Schnell wechselten ein paar Scheine und glitzernd-weißes Pulver den Besitzer. Das Aufsuchen der Toiletten erschien ihm sinnlos, schließlich wurde hier an allen Ecken und Enden konsumiert. Bunte Pillen wechselten alle paar Meter den Besitzer. Ein Lächeln zuckte über seine Lippen. Sein Stoff war unter Garantie besser. Schnell genehmigte er sich eine Line und machte sich anschließend auf den Weg nach draußen.

Kalte Nachtluft schlug ihm entgegen. Die Droge begann schon zu wirken, das war seinem superschnellen Metabolismus geschuldet. Schlagartig wurde ihm heiß, sein Herz raste, seine Haut spannte – das war bisher noch nie passiert. Nicht die kleinste Chance blieb ihm, um nach Hause zu kommen. Er sackte in einer dunklen Seitengasse zusammen und ihn umfing Dunkelheit.

WIRD FORTGESETZT…

Copyright (c) 2012 by little_wonni

Bildrechte: Magie – Verwandlungs-, Hexerei- & Zaubergeschichten” (Magie neuer Hrsg und heller.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

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Es ist Frühling in Bon Temps, und er bringt für Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin, einige Enthüllungen, die ihr Leben ziemlich auf den Kopf stellen werden … Wieder einmal scheint Sookie Probleme geradezu magisch anzuziehen. Diesmal wird sie Zeugin, als eine Brandbombe auf Sam Merlottes Bar geworfen wird. Alles deutet auf einen Überzeugungstäter hin, der es auf Gestaltwandler abgesehen hat. Doch Sookie glaubt nicht recht an diese einfache Lösung. Gemeinsam mit Sam versucht sie, den wahren Schuldigen zu finden. Außerdem lässt sie sich unvorsichtigerweise in die komplizierten Pläne der Vampire Eric und Pam hineinziehen, die sich ihres Meisters entledigen wollen. Kurz: Sookie lebt gefährlich wie eh und je!

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Updated: 5. Dezember 2014 — 07:43

5 Comments

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  1. Magisch oder transsexuell?

  2. Die vorangegangenen Geschichten schaffen Klarheit … 😉

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