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BEDENKE PHLEBAS – Leseprobe (Teil 3) Roman von Iain Banks

BEDENKE PHLEBAS

Leseprobe (Teil 3)
Roman
von
Iain Banks

Das Buch

Sie sind ein kleiner tollkühner Haufen, der immer dort auftaucht, wo das Ende bevorsteht – wenn freischwebende, Zehntausende von Kilometern durchmessende Habitate aus strategischen Gründen gesprengt werden, brennende Raumschiffe in den Tiefen des Alls lodern oder Planeten zu Staub zermalmt werden. Sie nehmen mit, was sie nur kriegen können, und profitieren so von einer Auseinandersetzung zwischen den Idiranern, einer uralten insektoiden Kriegerspezies, und der KULTUR, dem übermächtigen Imperium der Maschinen. Sie vermeiden es tunlichst, sich zu einer der beiden Parteien zu bekennen. Doch unter ihnen befindet sich ein Gestaltwandler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die KULTUR mit allen Mitteln zu vernichten … Mit diesem Roman, jetzt schon ein moderner Klassiker, hat Iain Banks das Genre der Space Opera, der groß angelegten Weltraumabenteuer, nicht nur revitalisiert, sondern auch mit literarischen Weihen versehen.

Bedenke Phlebas stand monatelang auf den britischen Bestsellerlisten.

Der Autor

Iain Banks wurde 1954 in Schottland geboren. Nach einem Englischstudium schlug er sich mit etlichen Gelegenheitsjobs herum, bis ihn sein 1984 veröffentlichter Roman Die Wespenfabrik als neue aufregende literarische Stimme bekannt machte. In den folgenden Jahren schrieb er zahllose weitere Romane und Erzählungen, darunter auch etliche, die im selben Universum wie Bedenke Phlebas angesiedelt sind. Banks starb im Jahr 2013. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der britischen Literatur der letzten Jahrzehnte.

(Zum vorherigen Teil)

Horza war es bis heute nicht gelungen, diese Geste vollständig zu interpretieren, obwohl er für die Idiraner gearbeitet hatte und Xoralundra schon seit geraumer Zeit vor dem Krieg kannte.

»Jedenfalls sind Sie am Leben«, sagte Xoralundra. Horza nickte und trommelte mit den Fingern auf den Tisch, um zu zeigen, dass er ihm beipflichtete.

Er wünschte, der idiranische Stuhl, auf dem er hockte, vermittelte ihm weniger stark das Gefühl, ein Kind zu sein; seine Füße berührten nicht einmal das Deck.

»Knapp. Jedenfalls danke. Ich bedauere, dass ihr den ganzen Weg bis hierher habt machen müssen, um einen Versager zu retten.«

»Befehl ist Befehl. Ich persönlich bin froh, dass wir dazu imstande waren. Jetzt muss ich Ihnen erzählen, warum wir diesen Befehl erhalten haben.«

Horza lächelte und wandte den Blick von dem alten Idiraner ab, der ihm soeben eine Art Kompliment gemacht hatte; eine Seltenheit. Er sah wieder zu ihm hin und beobachtete den Mund des anderen Wesens – groß genug, dachte Horza, um ihm beide Hände auf einmal abzubeißen –, aus dem die präzisen, kurzen Worte der idiranischen Sprache dröhnten.

»Sie waren einmal mit einer Verwalter-Mission auf Schars Welt, einem der Dra’Azon-Planeten der Toten«, stellte Xoralundra fest.

Horza nickte. »Sie müssen für uns dorthin zurückkehren.«

»Jetzt?«, fragte Horza das breite, dunkle Gesicht des Idiraners.

»Dort sind nur Wandler. Ich habe Ihnen gesagt, dass ich niemals einen anderen Wandler verkörpern werde. Und ganz gewiss werde ich keinen töten.«

»Das verlangen wir auch nicht von Ihnen. Hören Sie zu, ich will es Ihnen erklären.« Xoralundra lehnte sich auf eine Weise gegen seine Rückenstütze, die so gut wie jeder Vertebrate – oder sogar jedes einem Vertebraten ähnliche Wesen – »müde« genannt hätte.

»Vor vier Standardtagen«, begann der Idiraner – dann gab sein Anzughelm, der neben seinen Füßen auf dem Boden lag, ein durchdringendes Heulen von sich.

Er nahm den Helm hoch und legte ihn auf den Tisch.

»Ja?«, fragte er, und Horza kannte die idiranische Stimme gut genug, um sich zu sagen, dass es für denjenigen, der den Querl da behelligte, gut wäre, einen triftigen Grund zu haben.

»Wir haben diese Kultur-Frau«, klang eine Stimme aus dem Helm.

»Ahh …« Xoralundra richtete sich auf. Das idiranische Gegenstück eines Lächeln – der Mund schürzte sich, die Augen verengten sich – glitt über seine Züge.

»Gut, Captain. Ist sie schon an Bord?«

»Nein, Querl. Das Shuttle hat vor zwei Minuten abgelegt. Ich ziehe die Gefechtsplattformen zurück. Wir sind bereit, das System zu verlassen, sobald alle an Bord sind.«

Xoralundra beugte sich näher über den Helm. Horza inspizierte die gealterte Haut auf seinen Handrücken. »Was ist mit dem Kultur-Schiff?«, fragte der Idiraner.

»Immer noch nichts, Querl. Es kann überall im System sein. Unser Computer vermutet es außerhalb, möglicherweise zwischen uns und der Flotte. Nicht mehr lange, und es muss merken, dass wir hier ganz allein sind.«

»Captain, Sie werden in dem Augenblick, wo die Kultur-Agentin an Bord ist, zu unserer Flotte aufbrechen, ohne auf die Plattformen zu warten. Haben Sie verstanden?«

Xoralundra gab Horza seinen Blick zurück.

»Haben Sie verstanden, Captain?«, wiederholte der Querl, ständig den Menschen ansehend.

»Ja, Querl«, antwortete die Stimme. Horza erkannte den eisigen Ton noch durch den kleinen Helmlautsprecher.

»Gut. Treffen Sie die Entscheidung über die beste Route zurück zur Flotte nach eigenem Ermessen. In der Zwischenzeit werden Sie in Befolgung des Befehls der Admiralität die Städte De’Aychanbie, Vinch, Easna-Yowon, Izilere und Ylbar mit Fusionsbomben zerstören.«

»Ja, Qu …« Xoralundra drückte einen Schalter in dem Helm, und der Lautsprecher verstummte.

»Ihr habt Balveda?«, fragte Horza überrascht.

»Wir haben die Kultur-Agentin, ja, ich betrachte ihre Gefangennahme oder Vernichtung als verhältnismäßig bedeutungslos. Aber nur, weil wir der Admiralität versicherten, wir würden versuchen, sie festzunehmen, wurde die risikoreiche Mission, Sie vor Ankunft der Hauptflotte zu retten, überhaupt in Erwägung gezogen.«

»Hmm. Ich wette, Balvedas fliegendes Messer habt ihr nicht erwischt«, schnaubte Horza und betrachtete von Neuem die Runzeln auf seinen Händen.

»Es zerstörte sich, während wir Sie an Bord der Fähre holten, die Sie zum Schiff hinaufbrachte.«

Xoralundra wedelte mit der einen Hand und schickte einen Strom idiranisch riechender Luft über den Tisch.

»Aber genug davon. Ich muss Ihnen erklären, warum wir einen leichten Kreuzer aufs Spiel gesetzt haben, um Sie zu retten.«

»Das müssen Sie unbedingt erklären.« Horza wandte das Gesicht dem Idiraner zu.

»Vor vier Standardtagen«, berichtete der Querl, »fing eine Gruppe unserer Schiffe ein einzelnes Kultur-Fahrzeug von konventioneller äußerer Erscheinung, aber, wie aus seiner Emissionssignatur zu schließen war, ziemlich merkwürdiger innerer Konstruktion ab. Das Schiff wurde ohne Mühe zerstört, sein Gehirn entkam. In der Nähe gab es ein Planetensystem. Anscheinend hat das Gehirn den realen Raum innerhalb der Oberfläche des Planeten, den es sich ausgewählt hatte, verlassen. Das weist auf ein Niveau der Beherrschung hyperräumlicher Felder hin, von dem wir geglaubt – gehofft – hatten, die Kultur habe es noch nicht erreicht. Ganz gewiss haben wir es im Augenblick noch nicht erreicht. Dieser und andere Hinweise geben uns Grund zu der Annahme, dass das betreffende Gehirn zu einer neuen Klasse von System-Fahrzeugen gehört, die die Kultur entwickelt. Die Gefangennahme des Gehirns wäre ein nachrichtendienstlicher Coup erster Ordnung.«

Hier machte der Querl eine Pause. Horza ergriff die Gelegenheit, um zu fragen: »Befindet sich das Ding auf Schars Welt?«

»Ja. Nach seiner letzten Botschaft beabsichtigte es, Zuflucht in den Tunneln des Kommando-Systems zu suchen.«

»Und ihr könnt nichts unternehmen?« Horza lächelte.

»Wir haben Sie geholt. Das haben wir unternommen, Bora Horza.«

Der Querl hielt inne.

»Die Form Ihres Mundes verrät mir, dass Sie an dieser Situation etwas belustigend finden. Was mag das sein?«

»Ich dachte gerade … an viele Dinge: Dass das Gehirn entweder sehr schlau war oder sehr viel Glück gehabt hat, dass ihr Glück hattet, mich in der Nähe zu haben, und auch, dass die Kultur jetzt wahrscheinlich nicht bloß Däumchen drehen wird.«

»Um der Reihenfolge nach auf Ihre Punkte einzugehen«, erwiderte Xoralundra scharf, »das Kultur-Gehirn hatte Glück und war außerdem schlau. Wir hatten Glück. Die Kultur kann wenig tun, weil sie, so viel wir wissen, keine Wandler in ihrem Dienst hat und bestimmt keinen, der schon einmal auf Schars Welt war. Ich möchte hinzusetzen, Bora Horza …« – der Idiraner legte beide große Hände auf den Tisch und beugte den Kopf in Richtung des Menschen –, »dass Sie selbst mehr als ein bisschen Glück gehabt haben.«

»O ja, aber der Unterschied ist, dass ich daran glaube.« Horza grinste.

»Hmm. Das macht Ihnen wenig Ehre«, bemerkte der Querl.

Horza zuckte die Achseln.

»Ihr wollt also, ich soll auf Schars Welt landen und das Gehirn holen?«

»Wenn möglich. Es könnte beschädigt sein. Vielleicht muss es zerstört werden, aber es stellt eine Beute dar, um die zu kämpfen es sich lohnt. Wir werden Ihnen an Ausrüstung geben, was Sie brauchen. Ihre Anwesenheit allein würde uns einen Brückenkopf verschaffen.«

»Was ist mit den Leuten, die bereits dort sind? Die Wandler im Verwalter-Dienst?«

»Wir haben nichts von ihnen gehört. Wahrscheinlich haben sie die Ankunft des Gehirns nicht bemerkt. Ihre nächste Routine-Sendung ist in ein paar Tagen fällig, aber in Anbetracht der gegenwärtigen, auf den Krieg zurückzuführenden Kommunikationsunterbrechung sind sie vielleicht nicht imstande, sie abzustrahlen.«

»Was …«, fragte Horza langsam und zog dabei mit einem Finger ein kreisförmiges Muster auf der Tischplatte, die er betrachtete, »… wissen Sie über das Personal der Basis?«

»Die beiden Senior-Mitglieder wurden durch jüngere Wandler ersetzt«, antwortete der Idiraner. »Die beiden jüngeren Wächter wurden zu Senioren ernannt und blieben dort.«

»Sie sind doch dort nicht in Gefahr?«, wollte Horza wissen.

»Im Gegenteil. Ein Ort innerhalb einer Stillen Barriere der Dra’Azon und auf einem Planeten der Toten muss während der gegenwärtigen Feindseligkeiten als einer der sichersten Aufenthalte betrachtet werden. Weder wir noch die Kultur-Leute wagen es, bei den Dra’Azon Anstoß zu erregen. Das ist der Grund, warum die Kultur-Leute gar nichts tun, und wir niemanden als Sie einsetzen können.«

»Falls es mir gelingen sollte …«, begann Horza vorsichtig, beugte sich vor und senkte seine Stimme ein bisschen, »euch diesen metaphysischen Computer zu beschaffen …«

»Etwas in Ihrer Stimme verrät mir, dass wir uns der Frage der Bezahlung nähern«, sagte Xoralundra.

»Wir nähern uns ihr in der Tat. Ich habe lange genug für euch den Hals riskiert, Xoralundra. Ich will aussteigen. In dieser Basis auf Schars Welt lebt eine gute Freundin von mir, und wenn sie einverstanden ist, möchte ich sie und mich aus dem ganzen Krieg wegbringen. Das ist es, was ich verlange.«

»Ich kann nichts versprechen. Ich werde es beantragen. Man wird Ihre langjährigen und treuen Dienste in Erwägung ziehen.«

Horza richtete sich auf und runzelte die Stirn. Er war sich nicht sicher, ob Xoralundra ironisch gesprochen hatte oder nicht. Sechs Jahre kamen einer Spezies, die buchstäblich unsterblich war, wahrscheinlich nicht sehr lang vor. Andererseits wusste der Querl Xoralundra, wie oft sein verletzlicher menschlicher Schützling im Dienst seiner fremden Herren alles aufs Spiel gesetzt hatte, ohne dafür eine wirkliche Belohnung erhalten zu haben. Deshalb meinte er es vielleicht ernst.

Bevor Horza mit dem Feilschen fortfahren konnte, kreischte der Helm von Neuem los. Horza zuckte zusammen. Alle Geräusche in dem idiranischen Schiff waren ohrenbetäubend.

Die Stimmen donnerten; wenn normale Summer und Piepser schon lange verstummt waren, klangen seine Ohren immer noch, und bei Ansagen über den Lautsprecher presste er beide Hände an den Kopf. Horza hoffte nur, es gäbe keinen Großalarm, solange er an Bord war. Der idiranische Schiffsalarm konnte ungeschützten menschlichen Ohren Schaden zufügen.

»Was ist?«, fragte Xoralundra den Helm.

»Die Frau ist an Bord. Ich würde nur acht weitere Minuten brauchen, um die Gefechtsplatt…«

»Sind die Städte zerstört?«

»Jawohl, Querl.«

»Verlassen Sie den Orbit sofort und suchen Sie mit voller Kraft die Flotte auf.«

»Querl, ich muss darauf hinweisen …«, klang die dünne, stetige Stimme des Kapitäns aus dem Helm, der auf dem Tisch lag.

»Captain«, unterbrach Xoralundra knapp, »in diesem Krieg hat es bis heute vierzehn Einzelkämpfe zwischen leichten Kreuzern vom Typ 5 und Kontakt-Einheiten der Bergklasse gegeben. Alle endeten mit einem Sieg des Gegners. Haben Sie schon einmal gesehen, was von einem leichten Kreuzer übrig bleibt, wenn ein Kontaktschiff mit ihm fertig ist?«

»Nein, Querl.«

»Ich auch nicht, und ich habe nicht die Absicht, das zum ersten Mal von der Innenseite zu sehen. Sie starten auf der Stelle!«

Wieder drückte Xoralundra den Helmknopf. Er richtete den Blick auf Horza. »Ich werde tun, was ich kann, dass Sie mit ausreichenden Mitteln aus dem Dienst entlassen werden, wenn Sie Erfolg haben. Sobald wir Kontakt mit dem Hauptverband der Flotte bekommen, werden Sie mit einem schnellen Patrouillenboot nach Schars Welt fliegen. Dort werden Sie gleich hinter der Stillen Barriere eine Fähre bekommen. Sie wird unbewaffnet sein, doch die Ausrüstung enthalten, die Sie für notwendig halten, einschließlich – in Voraussicht des Falls, dass das Gehirn eine begrenzte Zerstörung bewirken sollte – einiger spektografischer Hyperraum-Analysatoren für den Nahbereich.«

»Wie können Sie sicher sein, dass die Zerstörung ›begrenzt‹ sein wird?«, fragte Horza skeptisch.

»Das Gehirn wiegt ungeachtet seines verhältnismäßig geringen Umfangs mehrere tausend Tonnen. Eine Annihilierung risse den Planeten entzwei, worin die Dra’Azon einen feindlichen Akt sähen. Kein Kultur-Gehirn würde so etwas wagen.«

»Ihre Zuversicht überwältigt mich«, stellte Horza missmutig fest. In diesem Augenblick veränderte sich der Ton des Hintergrundgeräuschs rings um sie. Xoralundra drehte den Helm herum und sah auf einen der kleinen eingebauten Schirme.

»Gut. Wir sind unterwegs.«

Er sah wieder Horza an. »Noch etwas muss ich Ihnen sagen. Die Gruppe von Schiffen, die das Kultur-Fahrzeug abfingen, machte einen Versuch, dem entflohenen Gehirn hinunter auf den Planeten zu folgen.«

Horza runzelte die Stirn. »Wussten sie es nicht besser?«

»Sie taten ihr Möglichstes. Bei der Kampftruppe waren mehrere gefangene Chuy-hirtsi-Warptiere, die für eine spätere Verwendung bei einem Überraschungsangriff auf eine Kultur-Basis deaktiviert worden waren. Man stattete eins davon schnell für ein oberflächliches Eindringen in die Planetenoberfläche aus und warf es auf einem Warpkurs gegen die Stille Barriere. Die List hatte keinen Erfolg. Beim Durchqueren der Barriere wurde das Tier mit etwas angegriffen, das Ähnlichkeit mit Netzfeuer hatte, und schwer beschädigt. Es kam in der Nähe des Planeten auf einem Kurs aus der Raumkrümmung, der es in einem Abbrand-Winkel heranführte. Die Ausrüstung und die Bodenstreitkräfte, die es bei sich hatte, müssen vernichtet worden sein.«

»Nun, ich finde, es war einen Versuch wert, aber neben einem Dra’Azon würde sogar dieses wundervolle Gehirn, hinter dem ihr her seid, wie ein mit Röhren bestückter Computer wirken. Es wird mehr nötig sein als das, um einen Dra’Azon zu überlisten.«

»Glauben Sie, dass es Ihnen gelingen wird?«

»Ich weiß es nicht. Ich glaube nicht, dass sie Gedanken lesen können, aber wer weiß? Ich glaube nicht, dass die Dra’Azon sich für den Krieg oder das, was ich getan habe, seit ich Schars Welt verließ, sonderlich interessieren. Deshalb werden sie wahrscheinlich nicht fähig sein, eins und eins zusammenzuzählen – aber wieder: Wer weiß?«

Von Neuem zuckte Horza die Achseln. »Es ist einen Versuch wert.«

»Gut. Wir werden eine ausführlichere Besprechung abhalten, wenn wir uns der Flotte angeschlossen haben. Im Augenblick müssen wir beten, dass unsere Rückkehr ohne Zwischenfall vor sich geht. Vielleicht möchten Sie mit Perosteck Balveda sprechen, bevor sie verhört wird. Ich habe mit dem stellvertretenden Flotten-Inquisitor vereinbart, dass Sie mit ihr sprechen dürfen, wenn Sie es wünschen.«

Horza lächelte. »Xora, nichts würde mir größeres Vergnügen bereiten.«

Der Querl hatte auf dem Schiff, das nun das Sorpen-System verließ, andere Dinge zu erledigen. Horza blieb in Xoralundras Kabine, um sich auszuruhen und zu essen, bevor er mit Balveda sprach.

Das Essen war das Beste, was sich die Robotkombüse des Kreuzers unter für Humanoiden geeigneter Nahrung vorzustellen vermochte, aber es schmeckte abscheulich.

Horza aß, was er konnte, und trank etwas ebenso wenig begeisterndes destilliertes Wasser. Alles wurde von einem Medjel serviert – einem eidechsenähnlichen Wesen von etwa zwei Metern Länge mit einem flachen, langen Kopf und sechs Beinen.

Auf vieren davon lief es, und das vordere Paar benutzte es als Hände.

Die Medjel waren die Gesellschaftsspezies der Idiraner.

Es war eine soziale Symbiose von komplizierter Art. In den Jahrtausenden, die die idiranische Zivilisation Teil der galaktischen Gemeinschaft war, hatte sie der Exosozio-Fakultät manch einer Universität den Forschungsfonds erhalten.

Die Idiraner selbst hatten sich auf ihrem Planeten Idir als das Top-Monster eines ganzen Planeten voller Monster entwickelt.

Schon seit Langem war dort die hektische und wilde Ökologie der Frühzeit verschwunden, und ebenso all die anderen Heimatwelt-Monster, ausgenommen solche in Zoos.

Aber die Idiraner hatten die Intelligenz behalten, die sie zu Siegern gemacht hatte, dazu die biologische Unsterblichkeit, die seinerzeit wegen der Bösartigkeit des Überlebenskampfs – ganz zu schweigen von Idirs hohem Strahlungsniveau – eher ein evolutionärer Vorteil als ein Rezept für Stagnation gewesen war.

Horza dankte dem Medjel, als es ihm das Essen brachte und als es das Geschirr wieder abräumte. Es antwortete nicht …

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Copyright © 1987/1993/2014 by Iain Banks. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Heyne Verlags
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Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (Evolution2.jpg) © 2012 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Bildrechte: “Künstliche Intelligenzen” © 2013 by Karlheinz R. Friedhoff. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite:  http://www.charlys-phantastik-cafe.de/

Wer wissen möchte, wie es weitergeht, der kann den Titel des Autoren hier bestellen:

Bedenke Phlebas (Kartoniert)

Roman
von Banks, Iain

Verlag:  Heyne Taschenbuch
Medium:  Buch
Seiten:  768
Format:  Kartoniert
Sprache:  Deutsch
Erschienen:  April 2014

Originaltitel:  Consider Phlebas
Maße:  118 x 185 mm
Gewicht:  527 g
ISBN-10:  345331591X
ISBN-13:  9783453315914

Beschreibung
Wider die KULTUR:
In ferner Zukunft haben die Maschinen entschieden, eine perfekte Gesellschaft zu bauen. Eine Gesellschaft, die alle intelligenten Spezies der Galaxis vereinen soll. Doch nicht alle wollen sich dieser Gesellschaftsform unterwerfen …
Der Formwandler Bora Horza Gobuchul bekommt den Auftrag, eine hochentwickelte künstliche Intelligenz, die sich auf Schars Welt zurückgezogen hat, zu finden und gefangen zu nehmen, damit sie der KULTUR nicht in die Hände fällt. Ihm dicht auf den Fersen ist die schöne Agentin Perosteck Balveda. Schars Welt ist ein Planet der Toten und wird von einem mächtigen Wesen bewacht, das nur Schutzsuchenden und Schiffbrüchigen Zugang gewährt. Für Horza verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen seiner und der Identität der Personen, deren Aussehen er annimmt …

Autor
Iain Banks, geboren 1954 in Dunfermline, Schottland, schrieb 1984 in London seinen ersten Roman, der in 20 Sprachen übersetzt wurde und ihn auf einen Schlag weltberühmt machte. Seither folgten mehr als ein Dutzend erfolgreicher Romane. Unter dem Namen Iain M. Banks schrieb er auch Science-Fiction-Romane. Er lebte bis zu seinem Tod, 2013, in der Nähe von Edinburgh.

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Updated: 25. Juli 2015 — 15:18

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