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ALTE TRADITIONEN HABEN AUCH IHR RECHT! – Eine Kurzgeschichte von Martina Müller

ALTE TRADITIONEN HABEN AUCH IHR RECHT!

Eine Kurzgeschichte

von

Martina Müller

Der Rabbiner äußerte in der Talksendung zu dem Gerichtsentschluß eines Kölner Gerichts, dass die Beschneidung an Kindern eine Straftat, eine Körperverletzung, sei: „Wie kann bittschön eine solche jahrtausendealte Tradition plötzlich falsch sein? Wie kann jemand das Geschenk der Beschneidung nicht als Ehrung annehmen, das frage ich sie!“

Darauf antwortet eine Psychologin ihm: „Ich kann Ihre Entrüstung verstehen, doch aus meiner Sicht ist das Urteil dennoch richtig, denn wir leben in Deutschland und nicht in Israel und hier wird das Recht des Kindes höher eingeschätzt als das Recht auf Religionsfreiheit. Wir wollen ja nicht, dass das Recht auf Beschneidung beschnitten wird, sondern wir fordern nur, dass man damit wartet, bis das Kind selbst entscheiden kann, bis es volljährig ist. Bei den Moslem ist das ja auch kein Problem, wenn jemand im Erwachsenenalter dem Glaube beitritt, erst dann die Beschneidung vorzunehmen.“

Der Rabbiner erklärt darauf: „Wir betrachten die Beschneidung nicht als Körperverletzung, nicht mal als medizinischen Eingriff, es ist ein Akt das vollständig in den Händen des Rabbinats liegt. Gott hat den Menschen nicht perfekt gemacht und nun haben wir Rabbiner die Aufgabe, den Menschen perfekt zu machen!“

Die Psychologin erwidert: „Mag sein, dass sie das so sehen, doch hier in Deutschland gilt das Recht und nicht der Glaube, wenn es um so was geht. Wenn das Kind erwachsen ist, dann kann man es doch fragen, ob es diese Beschneidung machen lassen will.“

Der Rabbiner antwortet: „Das brauchen wir nicht, denn Gott hat uns Juden mitgeteilt, dass es der achte Tag sein soll, an dem die Bescheidung stattfinden soll…

Das Vernichtungsschiff der BROTANI schwebt über dem blauen Planeten. Die BROTANI haben eine Tradition die bereits 100.000 Jahre währt: sie haben von ihrem Gott die Aufgabe bekommen, jedes Sonnensystem, das ihnen unter die Augen kommt, von Ungeziefer-Planeten zu reinigen. Alles, was nicht wie die BROTANI aussieht, riecht und schmeckt, ist unwertes Leben, so ihre heilige Doktrin. Der BROTANI bewegt seinen Rüssel und berührt kurz den Schalter, der die Antimaterie-Tokika-Gas-Rakete auf den Weg zum blauen Planeten schickt, um das Universum wieder ein Stückchen perfekter zu machen. Traditionen sind die Grundlage, denkt der BROTANI, Gottes Wille geschehe…

Der Rabbiner hebt die Hand, um seinen Satz zu vollenden, doch er kommt nicht mehr dazu, denn der grelle Blitz der heiligen Bombe läßt alles verdampfen…

(Zur Fortsetzung)

-Ende-

Copyright (c) 2012 by Martina Müller

Bildrechte: Coverillustration “Evolution. – Menschheitsgeschichten” (http://www.chaosrigger.org/pixel02/upload/2011/02/06/20110206232618-23a74ac6.jpg) © 2011 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: Chaosriggers kleine Welt Blog – http://www.chaosrigger.org/chaosblog

Bildrechte: Cover-Apokalypsen.jpg © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: saargau-arts.de – http://saargau-arts.de/

Kaufempfehlung der Autorin:

Zarra, Daniel
Die Beschneidung

Blutiges Ritual? Kinderverstümmelung? Religiöse Tradition?

Verlag :      Ell & All
ISBN :      978-3-923914-28-9
Einband :      Paperback
Preisinfo :      14,80 Eur[D] / 15,00 Eur[A]
Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen.
Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt
Preis ist offizieller VLB Referenzpreis
Letzte Preisänderung am 10.07.2012
Seiten/Umfang :      ca. 220 S. – 18,0 x 12,5 cm
Produktform :      B: Einband – flex.(Paperback)
Erscheinungsdatum :      1. Auflage 10.2012
Gewicht :      250 g

Die Beschneidung ist ein umstrittenes Thema. Ist es ein blutiges Ritual? Werden damit Kinder verstümmelt? Oder handelt es sich um eine wichtige religiöse Kulthandlung? Der Autor Daniel Zarra geht diesen Punkten nach. Von den Anfängen bis heute. Bei Knaben und bei Mädchen. Vom kleinsten Eingriff bis zur tödlichen Operation. Verteidigt als notwendig für Religion und Kultur, verurteilt als menschenverachtende Tradition. Ist die Beschenidung ein Machtinsturment? Welche körperlichen und seelischen Schäden können Kinder bei einer Beschneidung erleiden? Er scheut vor keinem Tabu zurück, wenn es um die verschiedenen Positionen zur Beschneidung geht.

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29 Comments

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  1. Ich bin begeistert, Martina. Du hast meine volle Unterstützung. Ich habe verstanden, was du damit sagen möchtest: das etwas aufgrund jahrelanger Traditionen nicht automatisch Recht oder eine Legimitation besitzt. Wenn es so wäre hätten die Rabbis recht, aber auch die BROTANI! Ich bin mal gespannt, ob hier eine offene Diskussion ensteht über Beschneidung aber auch über Traditionen. Bin gespannt. Ich hoffe auch wieder in einer deiner nächsten Storys von den BROTANI zu hören.

  2. Das ist exakt einer der vielen Punkte, den ich Religionen vorwerfe: Die Verstümmelung von i.d.R. wehrlosen Menschen (weil oft Kinder und Frauen) mit der Begründung, das sei eben Tradition.

    Ob es nun die Genitalbeschneidung von Frauen oder Jungen betrifft, die Halskrausen afrikanischer Stammesfrauen, die Einzwängung von Frauenfüßen in China und und und. Sie alle sind jahrtausendealte „Tradition“, die massive nachteilige psychologische und physiologische Auswirkungen haben, dazu noch unterdrückerische Aufgaben. Ich lehne solche Dinge kategorisch ab.

    Die Betroffenen werden nicht um Zustimmung gefragt, das tun i.d.R. ihre Eltern, die Familie oder der Stamm. Die Betroffenen leiden oft ihr Leben lang an den Folgen.

    Nur weil etwas seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden getan wird, ist es damit nicht automatisch als positiv zu bewerten. Würde man diese Menschen ernsthaft vorher aufklären, was mit ihnen passiert und welche Folgen dies bedeutet, würden sicherlich alle dankend ablehnen.

    Wer stimmt denn zu, das er verstümmelt wird?
    Wer stimmt denn freiwilig Schmerzen während des Eingriffes und ein Leben lang danach zu?
    Wer ist wirklich damit einverstanden unterdrückt zu werden?

    Ich würde es als evolutionären und zivilisatorischen Fortschritt betrachten, wenn die geistige und körperliche Unversehrtheit und das Recht auf seinen eigenen Körper und Willen weltweit Gültigkeit und Akzeptanz hätte.

    Doch leider sind wir weit davon entfernt.

    mgg
    galaxykarl 🙁

  3. Bella C. Moremo

    Eines der Probleme ist, dass vieles „im Namen Gottes“ gerechtfertigt wird. Dabei wird gerne übersehen, dass Gott die Menschen genau so an nimmt wie sie sind, mit ihren Fehlern und Schwächen.
    Wieso wird nicht DANACH gehandelt?
    Das Recht auf einen eigenen Willen und die Entscheidungsfreiheit, wird oftmals gerade den Frauen abgesprochen. Selbst einander enormen körperlichen und seelischen Schaden zuzufügen, wird hingenommen oder sogar befürwortet.
    Um deine Beispiele aufzugreifen, galaxykarl : Genitalbeschneidung von Frauen oder Jungen, die Einzwängung von Frauenfüßen in China, Verhüllung, allgemeine Unterdrückung der Frau. Wer hat diese Gesetze erlassen? Hier wird der Interpretationsfreiraum „Glauben“ zu eigenen Zwecken ausgenutzt. Wer tritt für diese „Gesetze“ ein und wer profitiert davon? Ganz sicher nicht die Frau!!!

    Das alles hat in meinen Augen nichts mit dem dem Willen eines Gottes zu tun, für mich ist das eine billige und feige Ausrede.

  4. Liebe Bella,

    in stimme dir in allen Punkten zu. Welche Hirnis haben solche Regeln und Gesetze erlassen? Und das perfideste daran ist, dass sie Gott vorschieben.

    Ohje, gerade eben habe ich die Idee zu einer bitterbösen Geschichte. Mal sehn, ob es eine Story oder ein Roman wird.

    mgg
    galaxykarl :-I

  5. So ganz klar ist mir die Parallele nicht geworden. Sind denn jetzt die Menschen (oder alle Erdlebewesen?) in die religiöse Gemeinschaft der BROTANI aufgenommen (tot aber erleuchtet), war also die Antimaterie-Bombe eine Art Aufnahmeritus oder war die Menschheit nur die Vorhaut (o.ä.), die entfernt werden muss? Und wer ist dann aufgenommen? Die Erde – als Wesen?

    Sind die BROTANI in der Geschichte nicht eher Missionare? Die Menschen haben leider nicht auf die Überbringung des göttlichen Wortes reagiert und mussten eliminiert werden. Natürlich haben sie alle Frequenzen ihrer Gedankenwellen benutzt, um mit uns in Kontakt zu treten – aber vergeblich. Also, weg damit!

    Ok, das ginge eher in Richtung „Per Anhalter durch die Galaxis“ ;-).

  6. Die BROTANI haben von ihrem Gott den Auftrag erhalten alle Planeten, die Ungeziefer beherbergen, zu vernichten. Ihr Gott hat Ihnen den Auftrag gegeben weit und breit alles kreuchende Leben auszulöschen. Ausserdem ist klar, dass bei einer Antimateriebombe nichts von einem Planeten übrig bleibt.

    Warum soll ein Volk auch nicht, dass schon 100.000 Jahre dieser Tradition folgt, alles Leben als Ungeziefer ansehen? Es könnte ja was davon eines Tages zur Gefahr für die BROTANI werden. Wir Menschen vernichten ja auch alles, was uns auf den Zeiger geht oder uns gefährlich werden könnte.

    Ich denke da z.B. an Kakerlaken und ähnliches. Warum sollen wir also in den Augen der BROTANI nicht eben sowas in Relation zu ihnen darstellen?

    Also mit Aufnahme in eine relidiöse Gemeinschaft oder Aufnahmeritus ist da nichts, oder würden wir Menschen das für oder mit Kakerlaken machen?

  7. Danke, Martina, dann habe ich das doch richtig verstanden :-). Ich hatte nur gedacht, die BRONTANI wollten etwas adäquates machen wie die Beschneidung.

    Wieder regt sich mein „physikalischer Widerspruchsgeist“: Ein Kilo Antimaterie annihiliert ein Kilo Materie. Wenn nichts von der Erde übrig bleiben soll, brauchst du ein paar Mal 10 hoch 24 Kilogramm davon. Aber du hast recht, schon bei viel viel weniger macht es einen gewaltigen Bumms 😉 😉

  8. Martina Möchel

    Micha, ich habe mal in einem SF-Buch gelsen, das man mit einer Antimatereiebombe eine Flächebrandbombe zünden kann, die einen gesamten Planeten zur Zündung bringt und dabei lediglich als Zünder dient.

    Wenn die BRONTANI das schon seit 100000 Jahren machen, dann haben sie bestimmt auch schon etwas in dieser Art entwickelt.

    So weit ich weiß wird es bei einer Antimateriebombe ja ziemlich heiß, da die gesamte Materie in Energie umgewandelt wird. Mit dieser Ausbeute könnte man bestimmt die Reaktionsmasse einer gewaltigen Bombe zum Laufen bringen, die dann den eigentlichen Flächebrand erzeugt.

    Vielleicht eine Art Materieal, das kurz vor dem Zünden der Antimaterie in Form eines Gases oder ähnliches in die Atmosphäre gestreut wird.

    Wie man hört, verbrennt ja das heiße Material, das zum Beispiel bei einem Asteriodeneinschlag von genügender Größe beim Einschlag vom Einschlagkrater zurück in die Atmosphäre schießt, selbst die Vegetation auf der anderen Seite der Erde noch.

    Da wird so eine alte Rasse bestimmt was ähnliches in Petto haben, meinst du nicht?

    Ich denke die Autorin wollte eigenltich nur klarmachen, dass wenn man alten Tradionen so einen Stellenwert gibt, dann auch die Vernichtung ganzer bevölkerter Planeten legitimiert.

    Wie ich das verstanden habe, zielen ja viele Vertreter von alten Traditionen darauf ab, dass um so älter eine Tradition ausgeübt wird, um so großer ist das Recht dazu, sie anzuwenden.

    In diesem Sinne haben die BROTANI allemal das Recht Planeten zu zerstören, wenn der Rabi die paar tausend Jahre alte Tradition der Beschneidung mit dieser langen Tradition legitimiert. Oder meinst du nicht?

  9. Hallo zusammen

    ein paar Gedanken zum Text.

    Die Brotani, erinnerten mich beim ersten Lesen an die Bewohner des Planeten Krikkit aus Per Anhalter Durch die Galaxis
    ( http://de.wikipedia.org/wiki/Planeten_und_Orte_aus_dem_Roman_Per_Anhalter_durch_die_Galaxis#Krikkit )

    In der Story tauchen die Brotani für meinen Geschmack so unvermittelt auf, dass es mich erstmal aus dem Text rausgehauen hat. Den folgende Satz
    > Alte Traditionen haben auch ihr Recht, denkt der BROTANI.
    lese ich mit Betonung auf „auch“, was für mich impliziert, dass die Brotani sich die Talkshow angesehen haben und sich während dessen irgendwie ein Urteil gebildet haben, es mit Ungeziefer zu tuen zu haben. Ich bin daher von dieser Stelle noch einmal zurück auf Anfang und habe die Stelle gesucht, wo die Brotani den Sender eingeschaltet haben.

    Der nächste Satz
    >Und sie kommen von unserem Gott, also kann diese Tradition ja nicht falsch sein!
    impliziert, dass derjenige, der diesen Satz denkt, sich rechtfertigt. Hat jener Brotani Zweifel oder irgendein Brotani diese Tradition in Frage gestellt?

    Eine andere Frage ist die der Motivation der Brotani. Vielleicht hat mich die Erinnerung an Krikkit da auch fehlgeleitet. Gibt es auch Planeten mit Leben, das kein Ungeziefer ist? Mit diesem Hinweis …

    > Müller sagt:
    > Montag 16. Juli 2012 um 16:56
    > Die BROTANI haben von ihrem Gott den Auftrag erhalten alle Planeten, die Ungeziefer beherbergen, zu vernichten.
    > Ihr Gott hat Ihnen den Auftrag gegeben weit und breit alles kreuchende Leben auszulöschen.

    … wird es mir leider nicht klarer. Haben die Brotani den göttlichen Auftrag, alles Leben was kreucht und fleucht auszulöschen, oder nur Ungeziefer? Im letzteren Fall fehlt mir persönlich der Punkt der Feststellung, warum es sich bei irdischem Leben um Ungeziefer handelt. Insofern wäre die Krikkit-Variante wesentlich einfacher: ausnahmslos alles wird platt gemacht, was nicht in „unser“ Weltbild bzw in unseren „Himmel“ passt.

    Nun zum Thema Tradition:
    Im Falle der Krikkit-Variante und „weil es am achten Tag zu tuen ist“, in beiden Fällen also, weil es das Weltbild so wünscht, kann man nichts dagegen sagen. Schließlich geht es um das Heil der Welt.

    Als ich beim Autofahren im Radio von jenem Kölner Urteil erfuhr, hatte mein Hirn anscheinend Langeweile: irgendwann wird jemand erfolgreich vor dem Verfassungsgericht gegen die christliche Kindstaufe klagen. Mehr verrat ich nicht, weil vielleicht schreib ich noch etwas dazu.

    Gruß
    Martin

  10. Liebe Martina Möchel,

    ich sage ja nichts gegen SF-Bomben, wie auch immer die aussehen. Außerdem war meine Bemerkung mit einigem Augenzwinkern ;-). Müller (sicherlich Martina Müller?) hatte nur so unumstößlich postuliert, dass bei einer Antimateriebombe nichts von der Erde übrig bleibt. Es gibt aber nun mal keine Antimateriebomben! Dass die BROTANI eine haben, und die womöglich einen Flächenbrand oder ähnliches auslösen kann, dagegen habe ich ja gar nichts. Es ist halt Fiktion ;-). Weiter nichts.

    Zurück zum Thema.
    Gegen Traditionen, die man nicht infrage stellen darf, habe ich grundsätzlich was. Und das schließt insbesondere solche „Verstümmelungen“ mit ein. Ganz klar. Was auch immer die religiöse oder ideologische Motivation ist.

    LG
    Micha

  11. Martina Möchel

    Martin, ich habe mir nur meinen Teil gedacht, was Martina wirklich dachte, weiß ich ja nicht. Ich finde auch, man sollte jetzt nicht alles auf die Goldwaage legen. Die Story in meinen Augen ein Denkanstoß und keine Lehrmeinung.

    Micha,

    Sag dass mal einem Fundamentalistischen Gläubigen mit radikalen Tendenzen im Denken und handeln! 🙁

  12. Hallo, vielen Dank an alle. Ich habe Eure Anmerkungen durchdacht und meinen Text ein wenig abgeändert, schreibt doch mal ob das so besser kommt. Danke. 🙂

  13. Vielen Dank für Eure Hilfe! 🙂

  14. Martina (Möchel),

    > Martin, ich habe mir nur meinen Teil gedacht, …
    Huch? Ich habe mich in meinem Beitrag an keiner Stelle bewußt direkt auf Deine Beiträge bezogen. Sollte es da Überschneidungen geben, mag das am Thema liegen. 😉
    Aber zu Deinem Stichwort Denkanstoß: das erwarte ich geradezu von einer SF Geschichte. Sie soll Seiendes in Frage stellen.

    Martina (Müller),
    ja, jetzt kommt die Motivation der Brotani klarer bei mir an.

    > Alles, was nicht wie die BROTANI aussieht, riecht und schmeckt, ist unwertes Leben
    Kanibalismus als Teil der Weltanschauung? Da kann das Ungeziefer von Menschheit wir mit seinen minderwertigen Moralgebäuden natürlich nicht mithalten. Auslöschen! 😉

    > Traditionen sind die Grundlage, denkt der BROTANI, Gottes Wille geschehe…
    Das gefällt mir. Klingt wie ein Gebet, das zusammen mit dem Umlegen des Schalters ein religiöses Ritual bildet.

    Auf der einen Seite mag ich sehr kurze Geschichten, die quasi nur den Kern einer Idee darstellen, andererseits kommt mir der Text doch etwas knapp vor, beinahe wie ein Plot für etwas größeres. Allerdings … ich hab noch nie einen Plot gesehen. 😉

    Gruß
    Martin

  15. Jaja, die gute alte Arkon-Bombe aus der Perry-Rhodan-Serie feiert hier ihre Wiederauferstehung. Wirklich gute Ideen haben halt Bestand.

    mgg
    galaxykarl 😉

  16. Mich erinnert das alles ein bisschen an einen Carpenter-Film, wo auch eine Bombe sich nicht wieder entschärfen wollte und man mit ihr diskutiert hatte um sie umzustimmen, hat nur halt nicht geklappt und zum Schluss hat sie einen ähnlichen Spruch gebracht, weiss aber nicht mehr genau welchen. Weiß das wer und hat den Film noch jemand gesehen und erinnert sich daran?

  17. Martina Möchel

    Den habe ich auch gesehen! Saukomisch! 😉

  18. Bei aller Komik einer sprechenden Bombe, ist die von dir so oft herbeigesehnte KI dahinter die Büchse der Pandora, Detlef. Wenn du Maschinen Entscheidungen überläßt, wird der Mensch halt in die Luft gesprengt – oder wie in Dark Star – ins All geblasen.

    Ich erinnere hier auch an die guten alten Asivov-Roboter-Romane – und seine drei ehernen Robotergesetze (die widerum in zig Romanen und Kurzgeschichten auf die eine oder andere Weise ausgehebelt wurden): Von Menschen unklare und unsinnige Anweisungen werden von Robotern stur ausgeführt, ohne die Folgen zu Bedenken. Und HAT dann nun ein Roboter oder eine KI Intelligenz und Entscheidungsfreiheit, geht es uns sehr schnell an den Kragen.

    Also möchte ich definitv keine KI haben, weder während meines Lebens, noch während der Lebensdauer meine Kinder und (zukünftigen) Enkelkinder.

    mgg
    galaxykarl

  19. Warum denn, es gibt doch genug Menschen, da macht es doch nichts, ein paar weniger auf der Erde zu haben? 😉

    Was hälst du von einer KI im Kopf, die nur Antworten und dich beraten darf, wenn du sie frägst, ansonsten muss sie den Mund halten – ach so, du hast ja schon einen Ehefrau, sorry! 😉

  20. Wenn man diese Story jetzt zusammen mit den anderen Beiträgen für den Wettbewerb liest, dann merkt man, wie stark die Geschichte durch ihre radikale Kürze daherkommt. Für mich der beste Beitrag im Wettbewerb!

  21. Nun nach Jahren – im Zuge einer neuen Diskussion wegen eines aktuellen Artikels auf sfbasar.de zum selben Themas – habe ich diese Story erneut gelesen und kann nicht umhin, sie einfach als genial zu bezeichnen. Gerade in ihrer Kürze und Kompromislosigkeit verfehlt sie ihre Wirkung in meinen Augen nicht. Doch um ihre Tragweite wirklich zu verinnerlichen, muß man sich jeglicher Scheuklappen entledigen. Dann trifft einen die Erkenntnis ihrer Wahrhaftigkeit wie ein Dampfhammer …

  22. Matina Müller hat sehr schön, einem Rabbi und einer Psychologin in den Mund gelegt, die verschiedenen Standpunkte in Kurzform dargelegt. Laut Rabbi ist die uralte Tradition von Gott, und Traditionen haben auch ihr Recht, das ganze Weltbild würde ansonsten zerstört. Das ist anzuerkennen und nicht als Ungeziefer zu betrachten und alles zu zerstören. Der Gottesglauben ganzer Völker ist anzuerkennen, sie würden auch heftig protestieren und Kriege auslösen (Glaubenskriege), wenn ich auch glaube, die göttliche Tradition und Gott sind vom Menschen und seinem Geist zur Tröstung und Beruhigung erschaffen. An Gott zu glauben, ist Folge einer massiven Traumatiserung über Generationen hinweg.

    Orthodoxe Juden und Moslems würden auch freiwillig als Erwachsene einer Beschneidung oder sogar einer Sexualverstümmelung zustimmen, weil sie so geprägt sind (Gehirnwäsche in der Kindheit). Deshalb spricht einiges dafür, daß erst im Erwachsenenalter, wenn ein bißchen mehr Selbstbestimmung herrscht, die Beschneidung durchgeführt werden darf.

    Andererseits, wenn die Tradtion in einem anderen Volk gegen Recht verstößt, ist sie strafwürdig. Da stossen Welten aufeinander und müssen ausdiskutiert werden, um eine Konsens zu schaffen. Aber das sage mal einem militanten Juden oder Moslem. Unsere Regierung ist vor der uralten Tradition aus Respekt und/oder schlechtem Gewissen aufgrund früherer Untaten, die wie ein Schloßgespenst wieder auftauchen, eingeknickt.

  23. Vielen Dank für deinen Kommentar, Bernd.

    Mir ging es in meiner Stortstory – die ich zum damaligen Zeitpunkt des Kölner Urteils verfaßt hatte – darum, dass das Argument, es sei eine alte Tradition, kein Argument ist, strafrechtliche Tatbestände zu entkriminalisieren. Ansonsten müsste man ja auch den BROTANI zugestehen, dass sie auf Grund ihrer jahrhunderttausendjahre älteren Tradition als die der Juden und Moslems, das aus ihrer Sicht richtige tun, in dem sie die Bevölkerung eines gesamten Planeten wie Ungeziefer vernichten.

    Nur weil es laut ihrer Tradition mal ein Zeitpunkt gegeben haben soll, wo ihr Gott ihnen eine solche Handlungsweise befohlen hat, kann man keine Verhaltensdoktrin daraus machen. Ich meine, es muß immer der gesunde Menschen- oder BROTANI-Verstand und ein Mindesmaß an Menschlichkeit bzw. BROTANIKEIT dabei sein, eine Handlung nach ihrer Richtigkeit zu hinterfragen.

    Und dabei ist es egal, was Götter und Traditionen und der Glaube befielt. Der Mensch (oder BROTANI) ist das Maß aller Dinge, zumindest, was das Wohlergehen ihrer Mitglieder angeht und nicht das, was ein Gott oder eine Glaubenslehre predigt.

    Was viel sehr Gläubige und Fundamentalisten nämlich oft nicht verstehen oder beachten, dass Überlieferung auch manipulierte Überlieferungen sein können und die Tatsache, dass es irgendwo geschrieben steht, inoch lange keine Sicherheit bietet, dass das die wirklichen Lehren eines Gottes oder Heiligen sind. Dazu gibt es einfach zu viele Tricksereien. Und wer das nicht glaubt, der ist nur naiv und hat nichts aus der Geschichte gelernt!

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