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ALEXANDER LAROCHE – Leseprobe Kapitel 1 aus dem Roman: „Irrlichter“ – Ein Worpswede-Krimi von Helga Beyersdörfer – Mit einem Vorwort der Autorin. (sfb-Preisträger „Beste Leseprobe Sommer 2012“)

ALEXANDER LAROCHE

Leseprobe Kapitel 1 aus dem Roman:

„Irrlichter“ – Ein Worpswede-Krimi

von Helga Beyersdörfer

Mit einem Vorwort der Autorin

An die Leserin, den Leser.

Fragen Sie sich eventuell, warum der vorliegende Roman (wie zuvor schon die Moornächte) erneut in Worpswede spielt?

Meine Antwort darauf führt Sie ein klein wenig hinter die Kulissen dessen, was passieren kann, während die Idee zu einem Buch reift. Am Beginn stand eine klare pragmatische Aussage: Nachdem ich die Moornächte geschrieben hatte und damit offen war für neue Eindrücke, war für mich klar, dass die nächste Geschichte nicht in Worpswede spielen sollte. Ich hatte einen anderen Spielort entdeckt, bereiste und beguckte ihn wie üblich, begeisterte mich dafür wie üblich, begann mich einzulesen wie üblich.

Und dann? Dann hielt ich auf der Rückfahrt von Bremen nach Hamburg für einen kurzen Zwischenstopp in Worpswede an. Und verwarf alle meine Pläne. Warum?

Weil das Dorf mir eine neue, eine ganz andere Seite zeigte: Planen flatterten über abgetragenen Dächern, Baugruben wurden ausgehoben, auf dem Platz vor der Gästeinformation stand ich plötzlich vor Sandhäufchen – ein Schild belehrte mich, dass es sich dabei um Muster für eine Materialerprobung handele.

Nachdem ich einen Moment darüber nachgedacht hatte, ob ich darin eine Aufforderung sehen sollte, mit meinem handfesten, moortauglichen Schuhwerk ordentlich in den Sand hineinzuwalken, wurde mir allmählich klar, was hier passierte: Worpswede rüstete sich für den Aufbruch in die Moderne. Es hatte jetzt, erfuhr ich, einen Masterplan, der die traditionelle Pflege seiner historischen Künstlerkolonie endlich mit den Angeboten seiner aktuell in Worpswede lebenden Künstler verknüpfen soll.

Worpswede ist im Umbruch. Es wird umgebaut, umstrukturiert, Altes weicht Neuem oder präsentiert sich neu. Das alles geht nicht ohne Diskussionen, Interessenkonflikte, Wirrungen und Irrungen. Eine spannende Phase.

Ich konnte mich dem nicht entziehen. Und so bin ich nach dem kurzen Zwischenstopp mehrmals nach Worpswede zurückgekehrt, um zu schauen, zu hören und den unterschiedlichen Strömungen nachzuspüren. Und ehe ich michs versah, befand ich mich mitten in den Recherchen für die Irrlichter.

Irrlichter ist ein Roman, das heißt, Personen und Handlungen sind frei erfunden. Das gilt auch für die Park-Residenz, die es so nicht gibt, aber geben könnte. Wer weiß.

Nicht fiktiv hingegen ist die Umgebung, in der dieser Roman spielt – das etwas andere Worpswede, das sich gerade neu erfindet, das aber dennoch seine Geschichte wahren will, die eng mit der Künstlerkolonie um Heinrich Vogeler und Paula Modersohn-Becker verbunden ist. Auch dieser schwierige Spagat wird in dem Roman zum Thema.

Sollten Sie in nächster Zeit Worpswede besuchen, so werden Sie feststellen, dass einige der im Roman beschriebenen Neugestaltungen bereits fertiggestellt sind. Der Brunnen zum Beispiel mit den Namensziegeln der Sponsoren, vielleicht auch das Haus im Schluh. Anderes wird vielleicht gerade erst begonnen.

Was hoffentlich unverändert bleibt, ist der auch im Roman erwähnte samstägliche Markt, der nicht nur dem Verkauf einheimischer Produkte dient, sondern auch ein beliebter Treffpunkt ist. Bei verträglichem Wetter sitzen hier die Worpsweder gerne auf ein Glas zusammen, um sich den neusten Schnack zu erzählen.

Ich nutze die Gelegenheit, mich dafür zu bedanken, dass ich gelegentlich an diesen »Marktsitzungen« teilhaben durfte. Und da ich schon beim Bedanken bin: Die Gespräche mit vielen der dort lebenden jüngeren und älteren Künstler haben mich nicht nur bereichert, sondern mir darüber hinaus die Überzeugung vermittelt, dass es in Worpswede auch jenseits der alten Künstlerkolonie viele und vieles zu entdecken gibt.

Ebenfalls bereichernd war meine Zusammenarbeit mit dem zwölfjährigen Hamburger Gymnasiasten David. Er hat kritisch die Entwicklung und Sprache des elfjährigen Julian in meinem Roman begleitet und mich mehr als ein Mal stirnrunzelnd korrigiert. Mit welch sprachlichem Feingefühl und welchem Einsatz er das getan hat, war nicht nur hilfreich, sondern ließ mich auch so manche pauschale Kritik an der Verdummung unserer Schüler überdenken.

So wie ich ihm Einblick gab in meine Arbeit, so erlaubte er mir Einblick in seine. Ich war beeindruckt.

Meine Bibliothek zu Worpswede, seiner Geschichte, seiner Künstlerkolonie, seinen Menschen ist inzwischen einige Meter lang. Ohne das Hintergrundwissen aus all diesen Büchern hätte ich weder die Moornächte noch die Irrlichter schreiben können. Denn ein Roman ist zwar fiktiv, er kann aber nicht auf reelle Wahrheiten als Hintergrund verzichten.

1.

Endlich. Alexander Laroche schob seine Sonnenbrille von der Nase auf die Stirn und blinzelte durch die Windschutzscheibe hindurch zum Himmel hoch. Bewölkt, wie er erwartet hatte. Er war im Norden angekommen, mehr noch, er war mitten im Moor, im Teufelsmoor. Manche nannten dieses Stück Erde die traurigste Gegend der Welt.

Er konzentrierte sich wieder auf die Straße und drosselte das Tempo. Mochten andere denken, was sie wollten. Das platte Land, die Wolken, die Weite, die den Augen keine Grenzen setzte – ihm gefiel das.

Sieben Stunden war es her, seit er die Hochhaus-Schluchten von Frankfurt hinter sich gelassen hatte. Die letzte nennenswerte Erhebung, die er passiert hatte, waren die Kasseler Berge. Und nun dies: eine schmale Straße, die auf direktem Wege auf den Horizont zuzulaufen schien, gesäumt von Birken, deren Stämme sich dem Wind beugten. In wenigen Minuten würde er in Worpswede sein und wiederum wenige Minuten später in der Wohnung, die ihm ein Refugium werden sollte für zwei friedvolle Monate. Ein Rückzugsort ohne Lärm, Gestank, Streit und Eile.

Seit mindestens fünf Minuten war ihm kein Auto mehr begegnet. Die schnurgerade Allee, die über seinen Kopf hinwegeilenden Wolken, die Stille machten ihn schläfrig. Selbstkritisch und ein wenig wehmütig gestand er sich ein, dass er die siebenhundert Kilometer noch vor zehn Jahren besser weggesteckt hätte. Aber da war er auch erst Mitte vierzig gewesen und hatte noch keinen Gedanken daran verschwendet, sich eine Pause von seinem bisherigen Leben zu verordnen. Jetzt würde er genau das tun. Für eine Weile und mit hoffentlich brauchbarem Ergebnis. Die Frankfurter Freunde hatten ihn skeptisch verabschiedet. Nun erst recht, dachte er und bestätigte sich zum wiederholten Male selbst, dass er richtig entschieden hatte.

Es ging auf sechs Uhr zu an diesem kühlen Juninachmittag. Alexander Laroche lehnte den Kopf gegen die Nackenstützen und ließ sein Seitenfenster nach unten schnurren. Diese Luft, diese Lautlosigkeit. Er war müde.

Ein dumpfer Knall schreckte ihn auf. Instinktiv rammte er den Fuß auf die Bremse, bis sie fauchend und knirschend die Räder zum Stillstand brachte. Er brauchte eine Weile, ehe er sich steifnackig umwandte. In seiner Heckscheibe zeigten sich feine Risse, die sternenförmig auseinanderliefen. Alexander hätte an einen Steinschlag geglaubt, wäre da nicht ein paar Meter hinter ihm ein Auto quer gestanden, das offensichtlich aus einem Feldweg gekommen war, den er erst jetzt wahrnahm. Hatte er in einem Anfall von Sekundenschlaf die Kontrolle verloren und dieses Auto gerammt? Waren deshalb die Insassen, ein Mann und eine Frau, so aufgebracht? Er konnte ihre aufgeregten Stimmen hören. Stritten sie? Die Fahrertür war weit geöffnet, dahinter stand der Mann. Er hielt etwas in die Höhe, was ihm die Frau offenbar entreißen wollte. Ein Stück Holz? Einen Stock? Alexander kniff die Augen zusammen. Oder war das ein Gewehr? Erschrocken rutschte er tiefer in seinen Sitz. Durch das geöffnete Fenster drangen Wortfetzen. Die Stimme des Mannes wütend, die der Frau energisch, sehr hell, sehr spitz. Und seltsam vertraut. Ein Bild tauchte aus der Vergangenheit auf: ein zierliches Mädchen. Blondes, sehr blondes Haar, das Erbe der schwedischen Mutter. Wie auch der Name: Siri. Wie lange hatte er diesen Namen nicht mehr gehört, nicht mehr hören wollen. Es war ärgerlich, dass er sich von der Stimme einer fremden Frau beunruhigen ließ. Absurd.

Er lauschte. Stritten sie noch? Aus der Deckung zu kommen traute er sich nicht, setzte sich aber so, dass er in den Rückspiegel sehen konnte. So bekam er mit, wie der Mann – ein untersetzter, bulliger Typ, an dem das Markanteste eine graue Strickmütze war, unter der halblange, beige-braune Haare herauszottelten – sich am Kofferraum zu schaffen machte. Die Frau stand halb verborgen hinter der offenen Fahrertür, die Arme wie einen Schutzschild aufgestützt auf den Türrahmen. Mürrisch wirkte sie auf Alexander und trotz der sehr blonden Haare nicht mehr ganz jung. Einen Stock oder gar ein Gewehr konnte er nicht mehr entdecken.

Die beiden sahen in seine Richtung. Bedrohlich wirkte das nicht, allenfalls übellaunig. Ihm blieb keine Wahl, er musste mit ihnen sprechen, um herauszufinden, was eigentlich geschehen war. Langsam richtete er sich auf, holte tief Luft und stieg aus.

Ein Fehler. Denn kaum machte er Anstalten, auf die beiden zuzugehen, ballte der Vierschrötige die Fäuste und rannte los. Die Frau schnellte hinter ihm her.

»Lass das!«, rief sie ihm zu und krallte sich, als sie ihn endlich erreicht hatte, an seinem Pullover fest. »Du Idiot, Himmel, Arsch.«

Alexander starrte sie ungläubig an, fasste sich aber schnell und deutete an den beiden vorbei auf einen Traktor, der sich langsam, aber unbeirrt dem quer stehenden Auto näherte. »Der diskutiert nicht lange. Wetten?«

Die beiden drehten sich erwartungsgemäß um. Alexander nutzte die Gelegenheit, flüchtete sich in sein Auto, verriegelte die Türen und fuhr los.

Im Rückspiegel sah er, wie der Mann auf die Motorhaube schlug, während die Frau armwedelnd auf den Traktor zulief. Die echte Siri war kleiner, dachte Alexander, auch schlanker, jünger sowieso. Also bitte, daran sah man doch schon, dass die Fremde nicht Siri sein konnte. Andererseits hatte diese Frau hier nicht nur Siris helle, schneidende Stimme, sie benutzte auch deren Lieblingsfluch. Himmel, Arsch. Das Letzte, was Alexander nach ihrem ultimativ letzten Krach von ihr gehört hatte, war ebendieser Fluch gewesen.

Danach hatten sie sich nie wiedergesehen. Wie lange war das her? Zwanzig Jahre, ach was, länger, dreißig bestimmt. Er war jetzt siebenundfünfzig und hatte damals nach dem Studium seine erste Stelle angetreten. Siri war nur ein paar Jahre jünger. Klar, man verändert sich im Lauf der Jahre.

Aber nicht so, dass man sich nicht wiedererkennt. Oder doch? Nein, beschloss Alexander, das war nicht Siri. Er wollte nicht mehr daran denken, nicht an diesen blöden Zwischenfall und auch nicht an sie.

Als er das letzte Mal auf die Uhr gesehen hatte, war es kurz vor sechs gewesen. Seither waren zu seiner Verwunderung erst fünfzehn Minuten vergangen, in denen er die meiste Zeit einfach geradeaus gefahren war. Wo genau er sich befand, wusste er nicht, vermutete aber, dass er bereits in Worpswede war. Die Straße wurde nicht mehr gesäumt von Birken und Feldern, sondern verjüngte sich in eine Dorfstraße. Wahrscheinlich hatte er das Ortsschild übersehen, weil er immer wieder in den Rückspiegel sah. Seine Befürchtung, das seltsame Pärchen könnte ihm folgen, bestätigte sich zum Glück nicht, so dass er es wagte, rechts ranzufahren und seinen Wagen zu inspizieren. Nichts. Rein gar nichts. Keine Beule, keine Schramme. Der Befund bestätigte seine Vermutung: Es hatte keinen Zusammenstoß gegeben, die beiden hatten bewusst auf seine Heckscheibe gezielt, womit auch immer, und einen Volltreffer gelandet. Aber warum? Er versuchte, sich die Sekunden vor dem Knall in Erinnerung zu rufen, und dass ihm das nicht gelang, lieferte ihm die einzig mögliche Erklärung: Er war tatsächlich am Steuer eingeschlafen, hatte die beiden fast erwischt und damit eine gewaltige Wut ausgelöst. Genau. Alexander setzte sich wieder hinter sein Steuer und stellte das Radio lauter. Die würden den Teufel tun und ihm folgen. Vermutlich waren sie zur Vernunft gekommen und hatten sich ausgerechnet, was sie eine neue Heckscheibe kosten würde.

Er musste keine Haken schlagen deswegen, sondern konnte endlich sein Häuschen im Park ansteuern. Allerdings musste er es erst noch finden.

Er näherte sich dem Ortskern. Die niedrigen Häuser standen nun dichter beieinander, in den Vorgärten Schilder mit der Aufschrift FREMDENZIMMER. Er entdeckte die ersten Geschäfte, ebenerdig und einladend dekoriert mit allerlei Trödel, eine Ecke weiter machte sich ein Supermarkt samt Parkplatz breit. Dahinter wies ein Wegweiser nach rechts zum Rathaus und zum Kunstcentrum Alte Molkerei Worpswede. Auf der gegenüberliegenden Seite hatte ein Bäcker trotz der kühlen Witterung Tische und Stühle vor seinem Laden aufgestellt. Alexander widerstand der Verlockung, sich einen Kaffee zu genehmigen und eine dieser unglaublich opulenten Torten zu probieren, die er hinter der Scheibe entdeckte. Später vielleicht. Im Augenblick fühlte er sich noch nicht ausreichend präpariert, um bei sechzehn Grad Außentemperatur im Freien Kaffee zu trinken. Die Norddeutschen, hatten Freunde gefrotzelt, die sitzen bei jedem Wetter draußen, außer wenn’s Backsteine hagelt. Klugscheißer, dachte Alexander, für manche von denen war Hannover Hauptbahnhof schon das Nördlichste, was sie kannten.

Er ließ die Bäckerei hinter sich, eine Buchhandlung, eine Teestube und entdeckte endlich ein Straßenschild, Findorffstraße, aha. Gleich darauf erkannte er, dass er in der falschen Richtung unterwegs war. Nicht Richtung Osterholz solle er sich halten, hatte man ihm telefonisch eingeschärft, sondern entgegengesetzt, nach Hüttenbusch hin.

Allmählich reichte es ihm. Die Augen brannten, er war hundemüde, hungrig, durstig, seine Heckscheibe war im Eimer, und er war knapp einem durchgeknallten Pärchen entkommen. Wieso führte ihn diese Scheißstraße jetzt auch noch einen Hügel hinauf zwischen zwei hochragende Gemäuer? Links oben, das war eine Kirche, danach war ihm nun gar nicht. Und rechts, das sah nach Stadtmauer aus. War es aber nicht. Keine Stadtmauer verfügte über eine Auffahrt. Das hier war ein Hotel, mit Auffahrt, Parkplatz und Wendemöglichkeit und hoffentlich irgendeinem menschlichen Wesen, das er nach dem Weg fragen konnte. In allzu dichten Rudeln, das war ihm auf der Fahrt bis hierher aufgefallen, liefen die nicht gerade rum.

Er fand einen Platz zwischen einem Fahrradständer und einem kleinen Pavillon, unter dessen Dach ein Tisch und ein paar Stühle standen. Offenbar handelte es sich um das hoteleigene Raucherasyl, denn an dem Tisch hatten zwei Männer in blauer Arbeitskluft Platz genommen, vor sich einen halbvollen Aschenbecher. Alexander ging auf die beiden zu.

»Entschuldigen Sie. Ich suche die Park-Residenz. Sie sehen so aus, als müssten Sie die kennen.«

»Müssten wir?« Die beiden sahen sich an, als hätte dieser Tourist gerade einen gar nicht mal so schlechten Witz gerissen.

Alexander verstand nicht. Hatte er was falsch gemacht? Sich missverständlich ausgedrückt?

»Jo«, setzte der Dickere der beiden an, »müssen nicht, aber kennen schon.«

»Macht ja genug Ärger«, fügte der andere hinzu, »die Residenz.«

»Kann er ja nich für«, warf der Dicke dazwischen, »immer da längs.« Er deutete in die Richtung, aus der Alexander gekommen war. »Und kurz vor dem Hinweisschild Neu Sankt Jürgen scharf links rein. Denn noch ein kleines Stück geradeaus, bis es nicht mehr weitergeht. Sind Sie vielleicht von der Initiative oder von der Kripo?«

War das norddeutscher Humor? Alexander war nicht in der Verfassung, der Frage heute Abend noch nachzugehen.

»Sehe ich so aus?«, antwortete er deshalb so locker, wie er es gerade noch hinbekam. »Nein, ich habe dort schlicht ein Apartment gemietet, das ist alles.«

»Oha.« Der Dicke erhob sich und klopfte Alexander freundschaftlich auf die Schulter. »Denn alles Gute. Man sieht sich.«

Ende (von Kapitel 1)

Copyright (c) 2012 by Helga Beyersdörfer – Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Anmerkung der Redaktion: Wer wissen möchte, wie es weitergeht, der erfährt es in diesem Buch der Autorin, eine Rezension zur Unterstüzung anbei, Bestellmöglichkeiten über die Bestellinks:

Helga Beyersdörfer
Irrlichter

Knaur Verlag, München, 11/2011
PB, Worpswede-Krimi
ISBN 978-3-426-50862-6
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur München unter Verwendung
eines Fotos von Helmut Halweg, FinePic, München

www.knaur.de
www.helga-beyersdoerfer.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

Im Vorwort erklärt Helga Beyersdörfer warum nach ihrem Krimi „Moornächte“ auch dieser in Worpswede, dem etwas anderen Worpswede, das sich gerade neu erfindet, handelt.

Alexander Laroche (57) kommt nach Worpswede, um für zwei Monate auszuspannen, nachdem er nach dreißig Jahren den Schuldienst beendet hat. Anstelle eines Freundes steigt er in der neuen Park-Residenz ab, die aber ansonsten erschreckend unbewohnt ist. Mehr noch: Alexander erfährt, dass er der erste Bewohner der Ferienanlage ist. Begrüßt wird er von Peter Chamiso, dem Hausmeister der Residenz, dem er auch einiges über die Anlage entlockt. Zum Beispiel, dass die Besitzer in Insolvenz gegangen sind und einer der beiden – Falko Schell – an einem Baum gebaumelt und sich wohl das Leben genommen hat. Danach blieben die Gäste aus.

Chamiso glaubt nicht an den Selbstmord von Schell, den Alexander aus Studentenzeit kannte. Er und seine Freunde hatten eine Band. Zufall? Die Frage stellt sich Alexander schon bald nicht mehr, als der zweite Besitzer der Park Residenz – Bruno Maron – ebenfalls tot aufgefunden wird. Ebenfalls kein Unbekannter für Alexander. Und auch Moritz Fitzek, an Stelle dessen Alexander in Worpswede gelandet ist, war Mitglied dieser Studentenband. Kurze Zeit später taucht Fitzek auch auf, und es stellt sich heraus, dass Bruno Maron, ihr Ex-Pianist Bobo war und dass seine Witwe die Vermutung geäußert habe, dass die Morde mit der damaligen Band zu tun haben. Nur warum? Alexanders teils sehr rabiate Ex-Freundin Siri und Sängerin der Band scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen; auch sie befindet sich in Worpswede.

Auf jeden Fall scheinen Alexander und Moritz nun ebenfalls in Gefahr zu schweben. Warum wurden Falko Schell und Bruno Maron umgebracht? Was verbindet die beiden Männer? Ist die Ursache für die Morde wirklich in der Zeit der Studentenband zu finden? Falls ja, warum geschahen die Morde dann so viele Jahre später? Wer ist der undurchsichtige Umweltschützer Hannes B., mit dem sowohl Siri, als auch die attraktive Hebamme Sofie Albers, die Alexander nicht mehr aus dem Kopf geht und mit deren Sohn Julian er sich auf Anhieb versteht, in Verbindung stehen? Fragen, auf die „Irrlichter“ Antworten gibt – und noch mehr!

Helga Beyersdörfer verstand es schon in „Moornächte“ einen kurzweiligen Krimi zu erzählen, der geschickt Lokalkolorit in die Handlung einbindet, keinerlei Längen aufweist und wunderbar unterhält. Auch die Aufmachung des vorliegenden Bandes, ist wie bei allen Knaur-Taschenbüchern, ohne Fehl und Tadel. „Irrlichter“ ist beste Unterhaltung, die beweist, dass ein Buch nicht episch sein muss, um Qualität zu bieten: kurzweiliger, gut erzählter Krimi mit Lokalkolorit!

Copyright © 2012 by Alisha Bionda (AB)

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Updated: 1. September 2012 — 16:06

7 Comments

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  1. Christa Kuczinski

    Klasse!
    Die „Erklärung“ der Autorin warum sie ihre ursprünglichen Pläne hinsichtlich des „Schauplatzes“ geändert hat, ließ mich Schmunzeln. 😉
    Mir gefällt der Schreibstil außerordentlich gut. Ebenso die Leseprobe, die eindeutig Lust auf mehr macht!

  2. Dann weißt du ja, wem du beim nächsten Storywettbewerb deine Stimme geben kannst! 😉

  3. Christa Kuczinski

    Damit könntest du durchaus richtig liegen ;_)

    Ich werde mich übelst anstrengen müssen, um wenigstens halbwegs mithalten zu können…

  4. Ich kann dir nur Recht geben, Christa. Gut geschrieben und weckt das Interesse :-). Die Vorbemerkung der Autorin fand ich stilistisch allerdings noch ausgefeilter als die eigentliche Leseprobe ;-).

  5. hört, hört, die Einführung ist also besser als der Akt selbst, an was erinnert mich das nochmal…? 😉

  6. Gratulation, liebe Helga Beyersdörfer, Sie haben den Preis echt verdient! 😀

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