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WIR SIND DIE GUTEN! – Science Fiction-Kriminalgeschichte (Teil 3) von Detlef Hedderich und Marianna Müller (sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 4/2016)

WIR SIND DIE GUTEN!

Science Fiction-Kriminalgeschichte (Teil 3)

von Detlef Hedderich und Marianna Müller

(Schlusslektor: Daniel Sand)

(sfb-Preisträger Platz 2 im Storywettbewerb 4/2016)

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3.0

Nachdem ich der Fährte des Obersts gefolgt bin, befinde ich mich jetzt in einem Sonnensystem, das im Aufbau begriffen ist und bisher nur eine Nummernbezeichnung besitzt. Hier gibt es zumindest schon ein Hyperraumtor, aus dem wir nach einander austreten. Jetzt bin ich mir sicher, dass der Oberst mitbekommen hat, dass ich ihn verfolge. Und weil das so ist, funke ich ihn an. Da der Abstand zwischen unseren Jägern nicht sonderlich hoch ist, sollten keine relativistischen Effekte eintreten oder stören und er meine Anfrage direkt beantworten können. Aber er meldet sich nicht. Nicht mal ein Ping. Stattdessen rast er mit voller Geschwindigkeit in den Inneren Bereich des Systems hinein. Und da es sich vom Sternentor bis zu den Gesteinsplaneten etwa um zehn Lichtminuten handelt, und wir uns mit etwa 1 % LG bewegen, werden wir in etwa 17-18 Stunden dort eintreffen. Ich stelle meinen Rechner so ein, dass er mich in acht Stunden weckt oder sollte der Oberst mit seinem Jäger den Kurs verändern. Dann lege ich mich aufs Ohr…

Nachdem ich aufgewacht bin und sehe, dass ich tatsächlich sieben Stunden geschlafen habe und der Oberst sich laut Instrumentenanzeige noch immer auf dem selben Kurs befindet, schaue ich auf meine Tankfüllung und muss feststellen, dass ich für den Rückweg, sollte ich hier abbremsen müssen, eine Auffüllung benötige. Dem Oberst dürfte es da nicht anders gehen, der sich weiter in den inneren Bereich bewegt. Hier gibt es drei Planeten von Fünfen, die im Moment terraformiert werden. Der innerste und der äußerste der Gesteinsplaneten sind davon ausgenommen und kommen für ein Terraforming nicht in Frage, so sind jedenfalls die Informationen, die ich von der VPS-KI, die das Sternentor kontrolliert und steuert, erhalten habe.

Ich mache mir etwas zu essen und anschließend wasche ich mich so gut es geht in dem beengten Raumangebot des Jägers. Man hat bei dem Jäger auf ein größeres Platzangebot zugunsten einer Landefähre, die sich zwischen den Flügeln des Jägers befindet und dort ausgelöst werden kann, verzichtet. Da ansonsten kaum noch Platz für eine Rettungssonde bliebe, hat man diese in das Innere der Landefähre integriert. Wenn man also in die Fähre steigt, ist man gleichzeitig im Inneren der Rettungssonde. Wenn man verfolgt wird, kann man sich aus der Fähre sprengen und mit der Sonde unentdeckt landen. Dabei ist man auf Grund der geringen Größe der Sonde getarnt und kann auch von keinem Gegner erkannt werden. Der Nachteil ist, dass eine solche Rettungssonde nur einmal zu verwenden ist, weil sie für eine Notlandung ihren gesamten Treibstoff, der auf Basis von Stickstoff aufgebaut ist, verbraucht.

Dadurch kann auch dessen Ausstoß nicht entdeckt werden, weil der Stickstoff lediglich so stark komprimiert wurde, dass sein langsamer Ausstoß aus den unteren Düsen der Rettungssonde eine zumeist weiche Landung möglich macht. Anschließend ist das Teil komplett unbenutzbar, selbst wenn man noch einen Rest an Gasen im Tank hätte, käme man niemals wieder in den Orbit zurück. Selbst mit frisch gefüllten Tanks nicht, was man eigentlich annehmen würde. Das liegt daran, dass die Rettungssonde bei der Landung eine Reihe von Fallschirmen verwendet, um die Landungsgeschwindigkeit weiter zu reduzieren.

Wenn man schließlich kurz vor dem Bodenkontakt ist, errechnet eine Elektronik ob es nötig ist, will sagen, die Sinkgeschwindigkeit noch immer so hoch ist, dass es nötig sein könnte, eine Reihe von Landungsballons aufzupumpen, welche dann die gesamte Sonde umschließen. Auf diese Art und Weise wird die dann noch immer zu hohe Landungsgeschwindigkeit aufgefangen. Die Sonde wird durch die sie umschließenden Ballons anschliessend beim Aufprall wie ein Gummiball immer wieder vom Boden in die Höhe geworfen, bis sie dann endlich zum Stillstand kommt und sein innerer Passagier hoffentlich unverletzt aus dieser aussteigen kann.

Rettungskapsel/Rettungssonde
(Übersetzung:)
Eine Rettungskapsel oder Rettungssonde ist eine Kapsel oder Fahrzeug, die verwendet werden, um ein Schiff in einer Notsituation, in der Regel nur groß genug für eine Person, zu entkommen. Ein Flucht-Schiff ist ein größeres, umfassendere Gebilde, welches auch für den gleichen Zweck verwendet wird. Rettungskapseln sind allgegenwärtig in der Science Fiction, und selten in realen Fahrzeugen wie Schallflugzeug eingesetzt. Es wird oft vermutet, dass die verschiedenen Flugzeuge, die als Air Force One gedient haben, wie ein Rettungsflugzeug für die Flucht des Präsidenten dienten. – See more at: http://haltenraum.com/article/rettungskapsel#sthash.icFM51fb.dpuf

Quelle: http://haltenraum.com/article/rettungskapsel

Wagenis-Sonnensystem, Hauptplanet Wagis, Inselgruppe der Walaten, 300 km vom östlichen Subtropischen Kontinent Alanta gelegen, Privatinsel Fantala: Boris-Alexander Korchinov trifft mit seinem Gleiter auf dem Anwesen von Terry Subwary ein. Der Landeplatz für Gleiter bedingt es, dass er praktisch die gesamte Partylandschaft durchqueren muss, die sich zwischen dem Landplatz im Nordbereich und dem Superbungalow im südlichen Bereich des Anwesens erstreckt. Auf der westlichen Seite befindet sich ein weißer Sandstrand zum Meer hin und auf der östlichen Seite die Hanf- und Mohnfelder, die durchsetzt sind von bunten Blumen, die den Grundstoff für die Bienenzucht liefern, deren Stöcke sich am Rand des kleinen Wäldchens befinden, der diese Felder nach Osten hin abgrenzt.

Der eine oder andere Partygast begrüßt den Ankommenden, von dem wohl die wenigsten wissen, dass er in seinem ersten Leben ein Polizei-Oberst aus dem Rostov-na-Donu-System ist, die Heimat vieler Gutbetuchter, die hier ihren Profit in Form von Luxusanwesen einsetzen um es sich im Gegensatz zum dunklen und kalten Leben auf dem Hauptplaneten im Rostov-na-Donu-System, so richtig gut gehen zu lassen. Aber nur, wenn ihre Geschäfte es wirklich mal zulassen, sich hier von ihrer harten Arbeit ausruhen zu können. Was aber bei den meisten dieser Personen selten mal der Fall ist. Aus diesem Grund sind die Luxusanwesen dieser Personen in der Hauptsession häufig an reiche oder superreiche Touristen vermietet und spülen auf diesem Weg reichlich Geld in die Kassen der Besitzer.

Nachdem sich Boris-Alexander seinen Weg bis zum Haus erkämpft hat, in welchem sich der Patron gerade mit seinem Lieblingsweibchen Vaginella Bruschnow beschäftigt, die ihm versaute Geschichten ins Ohr flüstert, betritt er den Hauptbungalow. Nachdem er beim großen Wohnraum angeklopft hat, bekommt er vom Besitzer ein: „Ja bitte!“ zu hören und tritt ein. Der begrüßt ihn mit einem „Guten Morgen Boris!“

Der Oberst erwidert dem Patron und dessen Gespielin: „Morgen Terry, Guten Morgen Vaginella!“

Terry: „Wie geht’s Michelle?“

Boris: „Sehr gut, denke ich. Phantastisch.“

Terry: „Das klingt doch gut!“ und umarmt ihn während Vaginella sich von den Männern mit einem Handzeichen verabschiedet und die beiden alleine lässt. „Tolle Frau, die Sie sich da geangelt haben! Ich nehme an, von Ihren neuen Geschäften weiß sie aber nichts?“

Boris: „Nein, und was ist mit Vaginella?“

Terry: „Ja, ja, ja!“ (lacht verhalten.)

Boris: „Ja, was?“

Terry: „Ich weiß nicht, was sie weiß, ich will’s auch lieber gar nicht wissen.“

Boris: „Trauen Sie ihr denn nicht?“

Terry: „Herrgott Boris, sie ist eine Frau! Kann man Frauen überhaupt trauen? (Pause) Ich weiß es nicht. Ich denke, dass Männer einfach anders ticken. In der Regel haben Männer und Frauen völlig verschiedene Vorstellungen von den Dingen. Aber ich habe kluge Frauen immer gemocht, sie sind jedoch für einen Mann wie mich, eine unanständig kostspielige Angelegenheit, wenn Sie verstehen …“

Mehr Lebensqualität durch höhere Ansprüche

(…) Anspruchsvolle Frauen (…) fühlen sich lebendig, voller Kraft und Energie. Sie wissen meist ziemlich genau, was sie wollen. Achten ihre eigenen Bedürfnisse ebenso wie die anderer Menschen. In zehn amüsanten und augenzwinkernden Geboten, die jedoch alle einen nachvollziehbaren und durchaus realitätsnahen Kern haben, erklärt die Autorin, wie es uns allen gelingen kann, die eigenen Ansprüche besser zu erkennen und umzusetzen. Wir sollen uns in unserem Leben behaupten und uns nicht unter Wert verkaufen. Nicht dem Diätwahn verfallen und stattdessen eigensinnig und mit Lust leben. Dazu gehört finanzielle Unabhängigkeit und das Abwerfen lähmender Lasten. Ohne eine Powerfrau zu sein, sollen wir herausfinden, was wir tatsächlich wollen. (…)
Quelle: http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=2591&site=2176&type=text&tnb=3&pid=9783596168637

3.5

Nachdem wir uns den inneren Planeten soweit genähert haben, dass eine Kurskorrektur nötig ist, schwenkt der Jäger des Oberst auf einmal zu dem innersten der drei Planeten um, die im Moment terraformiert werden oder kurz vor dem Ende dieses Prozesses stehen. Ich passe meinen Kurs so an, dass mein Jäger dem des Obersts automatisch folgt. Natürlich können wir nicht mit 1% LG in den Orbit eines Planeten eintreten, daher verringert der Oberst die Geschwindigkeit seinen Jägers von rund 10.000.000 Millionen Stundenkilometer auf rund 3.000.000 Stundenkilometer, so dass sein Jäger den Planeten in einem hohen stabilen Orbit umrunden kann.

Ich gleiche die Geschwindigkeit meines Jägers ebenfalls diesen Daten an. Das der Oberst nicht weiter seine Geschwindigkeit vermindert, bedeutet wohl, dass sein Jäger ebenfalls über eine Landefähre verfügt und er die Geschwindigkeit seines Jägers nicht komplett rausnehmen möchte, um später wieder ohne Probleme seinen Weg fortzusetzen. Zu schnell und zu weit oben darf der Orbit des Jägers allerdings nicht sein, sonst wird es der Landefähre später nur schwer gelingen den Jäger wieder zu erreichen.

Zudem wird die Landefähre mit einer zu hohen Eigengeschwindigkeit beim Abkoppeln vom Trägerschiff sehr lange brauchen um die Geschwindigkeit soweit zu reduzieren, dass sie gefahrlos in die Atmosphäre eindringen kann. Dafür verwendet eine Landefähre in der Regel mehrere Systeme mit der sie die Geschwindigkeit reduziert ohne das sie dafür eine grosse Menge ihres wertvollen Treibstoffes verbraucht. Eine Atmosphärenabbremsung mit verschiedensten Mitteln ist hier zumeist das Standardverfahren.

Warum bremst man nicht lieber den Jäger ab statt dies mit der Fähre zu tun, fragen sich sicherlich einige Menschen. Das hat damit zu tun, dass ein abgebremster Jäger, um wieder auf hohe Geschwindigkeit zu kommen, wesentlich mehr Energie verbraucht als die viel leichtere Fähre. Immer das leichtere Fahrzeug sollte sich anpassen nicht das schwerere, so die Regel in der Raum- und Luftfahrt. Jedenfalls tue ich dem Oberst gleich und programmiere meinen Jäger für einen stabilen Orbitflug und begebe mich in meine eigene Fähre. Die Instrumente der Fähre sind bereits am Arbeiten und haben sich schon an die elektronischen Fersen der Fähre des Obersts geheftet.

Da ich ja weiß, dass dem Oberst meine Anwesenheit bekannt ist, verzichte ich weitgehend darauf, die soweit vorhandenen Tarnkappenelemente meine Fähre zu aktivieren. Ein Fehler, der mich noch einiges kosten wird. Als ich nämlich hinter der ebenfalls abbremsenden Fähre des Oberst hinterher eile und ebenfalls abbremse um eine Landung möglich zu machen, startet plötzlich die Fähre des Obersts durch und steigt wieder zurück in den Orbit. Ich habe gar keine andere Wahl als es ihm gleich zu tun, wenn ich ihn nicht verlieren möchte. Leider kommt dann das, was kommen musste: Das fremde Schiff, das plötzlich in den oberen Atmosphärenschichten auftaucht und auf das der Oberst zueilt, öffnet plötzlich seine hinteren Schotts an der Unterseite, in die der Oberst seine Fähre hineinsteuert. Anschließend gibt das Schiff, von dem ich mal ausgehe, dass es sich um ein Söldnerschiff handelt, einige leichte Feuerstösse auf meine Fähre ab.

Ob es zu dieser Situation auch gekommen wäre, wenn ich die Tarnkappenelemente meiner Fähre aktiviert hätte, weiß ich nicht mit Bestimmtheit, aber ich gehe mal davon aus, dass das Söldnerschiff so gut ausgerüstet ist, dass es meine Fähre trotzdem lokalisiert hätte. Es hätte also sehr wahrscheinlich keinen Unterschied gemacht, trotzdem ärgere ich mich darüber, dass ich auf die Tarnelemente verzichtete. Das mich das gegnerische Schiff, das sich im Anschluss aus der Atmosphäre direkt mit hoher Beschleunigung in den Weltraum begibt, wirklich vernichten wollte, nehme ich mal nicht an, denn mit der Bewaffnung eines solchen Schiffes wäre es wohl ein Leichtes gewesen, mich vollends vom Himmel zu pusten, ohne dass dann noch irgendwas von mir übrig geblieben wäre.

Jedenfalls reichten die zwei, drei leichten Schüsse aus, um meine Fähre in Schrott zu verwandeln. Glücklicherweise wurde meine Rettungssonde dabei nur sehr leicht beschädigt, so dass ich mich jetzt mit ihr aus der Fähre, oder das was noch von ihr übrig ist, heraussprengen kann, um mein nacktes Leben zu retten. Warum man mich nicht komplett vernichtet hat, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich ist das auf den Anweisungen des Obersts zurück zu führen, der sich diesen Mord nicht auch noch ans Revers heften wollte. Vielleicht war dem Gegner auch bekannt, dass alle Fahrzeuge der ERK und VPS über eine flinke Kamera- und Funktechnik verfügt, die diese Aufnahmen in Richtung der Sprungtores sendet, so das die dortige KI jedes Schiff mit den Aufnahmen abgleichen kann. Da dies auch jetzt passierte, gehe ich mal davon aus, dass das fremde Schiff über Tarneigenschaften verfügt oder über einen eigenen Hyperraumkonverter. Ob das eine oder das andere, weiss ich nicht. Vielleicht ist das auch nur auf vorherige Anweisungen des Obersts zurückzuführen. Es könnte sein, dass das fremde Schiff auch ein Trägerschiff in der Nähe hat, in dessen Bauch es verschwinden kann. In dem Fall bin ich mir nicht sicher, ob die KI nicht vielleicht doch technische Möglichkeiten hat alle abfliegenden Schiffe zu durchleuchten. Wenn ja, kann ich in Kürze mit Hilfe rechnen. Wenn nicht, dann nicht. Ich weiß es einfach nicht. Vielleicht ist auch einfach nur noch ein Kern von Anständigkeit im Oberst, der es ihm verbietet, Unschuldige zu töten.

Nachdem meine Rettungssonde, die noch immer sehr hohe Geschwindigkeit mit dem Auswurf jeder Menge Bremsfallschirme zu reduzieren sucht, widme ich mich über mein Instrumentenpult dem, was sich unter mir befindet und mit dem ich mich nun befassen sollte. Anhand von einigen Umständen komme ich zu dem Schluss, dass es besser ist meinen Paragleitschirm-Rucksack zu schultern und an mir fest zu machen.

Ein Söldner ist ein gegen Bezahlung (Sold) angeworbener, zumeist zeitlich befristet dienender und durch Vertrag gebundener Soldat. Das Söldnerwesen gab es bereits in der Antike. Es prägte vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution das europäische Militärwesen. Söldner wurden mit der Einführung stehender Heere und der allgemeinen Wehrpflicht seltener. Im 20. Jahrhundert kämpften Söldner u. a. in den Kriegen und Bürgerkriegen in Afrika, Asien und auf dem Balkan.

Boris: „Ja. Kennen Sie sich mit dem ganzen Zeug da aus?“ und deutet auf einen Bildschirm an der Wand, auf dem endlos Kolonnen an Zahlen runterrattern, die auf irgendein Börsengeschäft hindeuten.

Terry: „Ja, zum Großteil. Wenn ich was nicht weiß, kann ich Vaginella fragen, sie weiß alles über solche Geschäfte. Was mich doch eigentlich beunruhigen sollte, oder nicht?“

Boris schenkt sich aus einer Karaffe auf dem Tisch einen Drink ein. „Sie haben mir nie gesagt, was aus ihnen und der schönen Carmen Chester geworden ist?“

Terry: „Lady Chester, ja Lady Chester. Was ist aus Lady Carmen Chester geworden? Lady Carmen Chester mit dem Wahnsinnskörper. Letzten Endes war es purer Neid von meiner Seite, welcher uns getrennt hat.“

Boris: „Neid?“

Terry: „Ja. Sie hat immer mehr Muschis gekriegt als ich selbst. Immer!“

Boris: „Ist das wahr?“

Terry lacht nickend: „Hahaha, ich glaub schon, wahrscheinlich, ja.“

Boris schaut sich im Haus um und geht zu einem Glasregal und fragt Terry: „Ist das Haus abhörsicher?“

Terry: „Wer weiß. Ich sag nie was, was man mir anhängen könnte. Es gibt eine Sprach- und Akustik-Abwehr-KI. Aber auch viele kluge Köpfe da draußen, und ich meine nicht die planetaren Polizeikräfte. Ich meine eher unsere Konkurrenz und ausgebildete Diebesbanden. Aber es gibt auch sehr schlaue Leute auf der anderen Seite des Gesetzes, wie die von der ERK oder die vom Militär der VPS, mit ihren Künstlichen Intelligenzen. Vor beiden muss man sich gut in Acht nehmen. Und eins ist klar. Jeder der sich für besonders schlau hält, landet ganz schnell im Bau oder unter der Erde. Und da diese Geschäfte Systemübergreifend sind, reden wir hier nicht vom planetaren Knast, aus dem man sich immer wieder freikaufen kann, auf die eine oder andere Weise. Systemübergreifend heißt, hier sind wesentlich schlauere Leute, wie z.B. die von der VPS und von der ERK und die lassen sich nicht kaufen. Und vor allem die Konkurrenz fackelt nicht lange, bevor sie zuschlägt und einen ausradiert. Gerade die Neulinge in dem Geschäft müssen lernen, das zu verstehen.“

Boris: „Meinen Sie mich damit?“

Terry: „Nein, nein. Gut, ich sehe eine polizeiliche Ausbildungen und die Art von Beziehungen, wenn Sie verstehen, die Sie pflegen, als eine Art von Lizenz zum Stehlen an. Nur, Sie haben anscheinend noch nie wirklich Kapital auf höchster Ebene daraus geschlagen. Ich meine jetzt nicht die vielen kleinen Nebenherbroterwerbe innerhalb des Rostov-na-Donu-Systems. Aber ich vermute mal, so harmlos, wie alle glauben, sind sie gar nicht, oder?

Boris: „Sagen Sie es mir!“

Abhörsicherheit
Als Abhörschutz bezeichnet man technische Vorkehrungen und die Überprüfung (sog. „Sweep“, s. u.) von Gegenständen und Räumen, um das Abhören (Mithören) von Gesprächen und Datenverkehr zu verhindern. Es wird prinzipiell zwischen passivem und aktivem Abhörschutz unterschieden.

Passiver Abhörschutz

Der passive Abhörschutz beschäftigt sich mit präventiven Maßnahmen wie z. B. mit: der Planung und dem Bau von abhörsicheren Räumlichkeiten, Kommunikationsleitungen und Fahrzeugen der Verhinderung, Unterdrückung und Verfälschung von elektromagnetischen Wellen (kompromittierende Abstrahlung z. B. von einem Monitor oder einem Computer) mit z. B. Rauschgeneratoren der Herstellung und Konfiguration sicherer Kommunikation unter Mithilfe von z. B. Kryptographie, dem Einsatz von verschlüsselten UDP-/TCP-/IP-Verbindungen (VPN), über die die Informationen (auch Sprache per VoIP) transportiert werden.

Aktiver Abhörschutz („Sweep“)

Unter aktivem Abhörschutz versteht man das gezielte Suchen („Sweep“) von Abhörgeräten (Wanzen – im Volksmund daher auch „Wanzensuche“ genannt) u. a. mittels technischer Ausstattung.

Trotz aller heute verfügbaren Technik sind Sweeps zu einem großen Teil eine manuelle Tätigkeit – insbesondere kabelgebundene oder aufzeichnende Abhörgeräte können nur durch entsprechende visuelle Inspektion gefunden werden. Folgende Tätigkeiten zählen zum Maßnahmenkatalog eines grundlegenden Sweeps: Erstellung einer Spektralanalyse, Vergleich mit einer Referenz-Spektralanalyse, Überprüfung evtl. Abweichungen (neuer Signale)Detaillierte, technische und visuelle Überprüfung der räumlichen Infrastruktur wie Wände, Böden, Stromversorgung, Kabelkanäle, Rohrschächte und sonstiger im Raum befindlicher Gegenstände (Computer, Drucker, Möbel, etc.)Überprüfung der Außenfassade etc.

Ein durchgeführter Sweep stellt immer nur eine Momentaufnahme und somit nur eine Beurteilung der Lage zum Zeitpunkt seiner Durchführung dar. Daher kann es i. A. sinnvoll sein, die Prozedur in regelmäßigen (bzw. auch unregelmäßigen) Zeitabständen oder bei Bedarf (z. B. vor und während wichtiger Besprechungen) zu wiederholen.

Idealzustand abhörsicher

Als abhörsicher gilt eine Kommunikationsverbindung oder ein Raum, wenn sie/er nicht abgehört werden kann. Dieser Idealzustand ist in der Praxis jedoch nicht erreichbar (theoretische Ausnahme: die durch Quantenkryptographie gesicherte Kommunikation). Die Risiken können jedoch durch entsprechende Maßnahmen im Rahmen des passiven Abhörschutzes stark minimiert werden. Ein quasi abhörsicherer Besprechungsraum müsste u. a. folgende Ansprüche erfüllen:

Keine Fenster (zum Schutz vor Lasermikrofon)Lückenlose Massivbauweise Schutz vor Körperschallausbreitung Wände, Fußboden und Decke mit passendem Metallgittergeflecht versehen (Faradayscher Käfig). Keine doppelten Fußböden oder Zwischendecken Tische und Stühle aus (Plexi)Glas ohne versteckte Hohlräume. Keinerlei sonstige Möbel, Bilder, Stuck, Ziergegenstände etc. (d. h. absolut schmuckloser Raum). Raum ist permanent versperrt; jeder Zugang muss protokolliert werden und eindeutig einer Person zugeordnet werden können. Sweep vor jeder Benutzung des Raumes. Absolutes Verbot von elektronischen Geräten (Handys, Laptops etc.).

(Weiter zu Teil 4)

Copyright © 2016 by Detlef Hedderich und Marianna Müller

Bildrechte: DIE FRÜHEN FÄLLE DER MILENA HIMIKO KOMORE” (milena-antho-cover.jpg) © 2013 by Lothar Bauer. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers unter Nennung seiner Webseite: http://saargau-arts.de/

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Herzlichen Dank auch im Namen aller unserer Autoren!

Buchtipp der Autoren:

Ein Mann ist keine Altersvorsorge (Kartoniert)
Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist
von Sick, Helma / Schmidt, Renate

Verlag: Kösel-Verlag
Medium: Buch
Seiten: 223
Format: Kartoniert
Sprache: Deutsch
Erschienen: April 2015
Sonstiges: Klappenbroschur
Maße: 213 x 136 mm
Gewicht: 333 g
ISBN-10: 3466345944
ISBN-13: 9783466345946

 Ein Mann ist keine Altersvorsorge

Beschreibung

Viele Frauen stehen heute finanziell auf eigenen Füßen. Aber es gibt immer noch Frauen, die sich auf einen Versorger verlassen und darauf vertrauen, dass die große Liebe schon hält. Die Realität sieht leider anders aus. Nach einer Trennung droht gerade Frauen, die ihren Beruf für die Familie aufgegeben haben, häufig eine schmerzhafte Altersarmut.

Helma Sick und Renate Schmidt rufen die Frauen auf, die Notwendigkeit ihrer finanziellen Unabhängigkeit zu erkennen und entsprechend zu handeln. Und sie benennen, was Politik und Wirtschaft verändern müssen, damit Frauen Familie und Beruf besser vereinbaren können.

Autorinnen

Helma Sick, geb. 1941 in Viechtach/Bayerischer Wald, ist Inhaberin des Unternehmens ‚frau & geld. Finanzdienstleistungen für Frauen‘ in München. Sie hält Vorträge zum Themenkomplex Frau und Geld, leitet Workshops und Seminare über Geldanlagen und schreibt regelmäßig Finanzkolumnen in ‚Brigitte‘.

Renate Schmidt, geboren 1943, amtierte von 1990 bis 1994 als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und 2002 bis 2005 als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bis zum Ende ihrer hauptberuflichen Laufbahn im Jahr 2009 war die SPD-Politikerin Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie lebt in Nürnberg.

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Updated: 30. Dezember 2016 — 17:03

6 Comments

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  1. Habe Teil 1 – 3 gelesen, interessante Geschichte, interessante Aufmachung. Insbesondere die Schachtelung , das parallele Erzählen von zwei Geschichten, die sich (wahrscheinlich) an ihrem jeweiligen Ende verbinden.

    Der Erzählstil ist angenehm und locker, die für Laien wie mir notwendigen Infos werden geliefert, weiter so.

    Und was mir besonders gefällt, was ich echt total geil finde, das ist diese Kombination von Geschichten, Bildern, Literaturhinweisen und, neu auf der neuen sfbasar Seite, die zugefügten Filme. Ein ansprechender Mix auch für Leser, die keine sf Fans sind.

  2. Ich will auch eine Freundin, die Vaginella heißt. Nomen est omen!

  3. Vaginella ist mal ein echter böser Name für nen Charakter *fg*

    Anders als mein geschätzter Vorredner finde ich den Schreibstil nicht ganz so entspannend, aber ich habe mich diesbezüglich ja schon hinlänglich geäußert 😉

    Die kursiven Textpassagen haben mir aber sehr gut gefallen und ich bleibe auf jeden Fall dran an der Story.

    Den einen oder anderen Textblock von „Wikipedia“ hätte ich persönlich jetzt nicht gebraucht, aber das ist ja Geschmacksache. Die Videos werde ich mir nicht alle ansehen können, dazu fehlt mir die Ruhe.

    Leider sind auch hier wieder winzige Fehlerteufel am Start, in den Dialogen hie und da sogar der eine oder andere gröbere Schnitzer.

  4. Dann nenne diese Fehler bitte, damit sie ausgemerzt werden können, da es für diese Geschichten keine Lektorin oder Lektor gab und meine Wenigkeit ja auch nicht unfehlbar ist. Danke schon mal, Daniel!

  5. Selbst mit frisch gefüllte Tanks nicht, was man eigentlich annehmen würde.
    (gefüllten)

    Der eine oder andere Partygast begrüßt den Ankommenden, von dem wohl die wenigsten wissen, dass er in seinem ersten Leben ein Polizei-Oberst aus dem Rostov-na-Donu-System ist, die Heimat vieler Gutbetuchten
    (so wie ich den Satz lese, müsste es „Gutbetuchter“ lauten oder irre ich?)

    Ich passe meinen Kurs so an, dass mein Jäger dem Obersts automatisch folgt.
    (entw: „dem Oberst“ oder „dem des Obersts“)

    Dass der Oberst nicht weiter seine Geschwindigkeit vermindert,
    („Dass“ am Wortanfang? Kenne ich nicht und wäre denke ich auch nicht nötig)

    Eine Atmosphärenabbremsung mit verschiedensten Mitteln ist hier zumeist das Standartverfahren.
    („Standardverfahren“)

    Leider kommt dann dass, was kommen musste:
    (denke, „das“ wäre richtig)

    Das fremde Schiff das plötzlich in den oberen Atmosphärenschichten auftaucht
    („Das fremde Schiff, dass…“ oder liege ich falsch… an Stelle von dass könnte man auch „welches“ setzen ;))

    Vielleicht war dem Gegner auch bekannt, dass alle Fahrzeuge der ERK und VPS über eine flinke Kamera- und Funktechnik verfügt, die diese Aufnahen in Richtung der Sprungtores sendet,
    („Aufnahmen“)

    Es könnte sein, dass das fremde Schiff auch ein Trägerschiff in der Nähe hat, in dessen Bauch es verwinden kann.
    („verschwinden“)

    Nachdem meine Rettungssonde die noch immer sehr hohe Geschwindigkeit mit dem Auswurf jeder Menge Bremsfallschirme zu reduzieren sucht,
    („Nachdem meine Rettungssonde, die“)

    Boris schenkt sich aus einer Karaffe auf dem Tisch einen Dring ein
    („Drink“)

    Boris: „Ist das war?“
    („wahr“)

    Vor beiden muss man sich gut in acht nehmen.
    („in Acht nahmen“)

    Sollte es gewesen sein. Hält halt immer auf, die Story mehrfach zu lesen :/

  6. Vielen Dank für dein Lektorat. Habe alles angepasst und dich als Schlusslektor eingetragen, ok?

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